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Marilyn Monroe / Suzanne Valadon

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40 minutes

Summary

Marilyn Monroe:
„...und schließlich einen Weg findet...“
Die Begegnung fand an diesem Bahnhof statt, von dessen Existenz jeder weiß, den aber niemand genau beschreiben kann. Bis auf die Tatsache, dass es weder die obligatorische Bahnhofsuhr noch die Tafel mit den Ankunfts- und Abfahrzeiten gibt und keinen Verweis auf Bahnsteige, Wirtschaften, Kioskstraßen, nur auf verschiedene Vortragssäle, bleibt das Bild der unergründlich großen Wartehallen diffus. Über die Wartenden, vom Neugeborenen bis zum Greis, sagt man, dass ihr Erscheinen mit unterschiedlichsten Konturen gezeichnet ist. Manche tragen einen Schein, andere dünne oder dicke Konturen, es gibt fast durchsichtige und bunt ausgemalte, amorphe und wie aus Stein gehauene. Dazwischen bewegen sich Herrschaften mit weisen Mänteln, Notizbüchern und nie zu Ende geschriebenen Stiften. Eine Art Kontrolleure aus einem Statistik- oder Meinungsforschungsinstitut. Es ist ferner bekannt, dass manche Aufzeichnungen der Kontrolleure, aus welchen Gründen auch immer, nicht den vorbestimmten Kontor erreichen, sondern verschlungene Wege nach außen finden.
Suzanne Valadon:
„Löse mich in dir auf Fremder“
Paris, Sommer 1893. Lange nach Mitternacht. Es war ein heißer, schwüler, pfefferlicht Tag, und selbst jetzt noch bildet die Feuchtigkeit Perlen auf den Wimpern der Nachtschwärmer. Im „La Nouvelle Athenes“ sind nur noch wenige Tische besetzt. Abseits sitzt ein junger Mann. Schmales Gesicht, gerade Stirn, über die sein langes, rötlich-blondes Haar streift. Geschwungene Lippen. Verwundbare Augen. Er blickt verloren auf seine Hände, die auf dem überschlagenen Bein liegen. Er trägt eine helle Hose mit grauen Streifen. Am Tisch steht ein leeres und ein volles Glas Absinth. Man könnte glauben, ein Achtzehnjähriger träumt hier. Er hatte heute seinen sechsundzwanzigsten Geburtstag.

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