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Survival Quest: Das Karmadont-Schachspiel: Roman (Survival Quest-Serie 5)

Survival Quest: Das Karmadont-Schachspiel: Roman (Survival Quest-Serie 5)

Автор Vasily Mahanenko

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Survival Quest: Das Karmadont-Schachspiel: Roman (Survival Quest-Serie 5)

Автор Vasily Mahanenko

Длина:
542 страницы
7 часов
Издатель:
Издано:
May 24, 2020
ISBN:
9788076191723
Формат:
Книга

Описание

Mahan ist bereit für neue Abenteuer – und das ausgerechnet, als die Spielewelt von Barliona sich gerade darauf einstellt, in denselben alten Trott zu verfallen. Die Aufregung der Ereignisse im Dunklen Wald hat sich endlich gelegt, Altameda hat seinen neuen Eigentümer mit offenen Armen aufgenommen, und Geranika brütet neue Pläne für eine globale Vernichtung aus.

Ob Mahan sich wohl mit seinem vorhersehbaren alten Leben zufriedengeben würde? Doch ganz sicher nicht! Neue Szenarien, neue Monster, neue Dungeons – und ein neuer Status: Unser Hochschamane hasst nur wenig so sehr wie den langweiligen Alltag! Er ist auf der Suche nach einem Schüler? Nun, warum dann nicht gleich einen wählen, der keinerlei Recht hat, Geister zu beschwören? Ein neues Schiff? Dann aber ganz gewiss ein absolut einmaliges. Eine neue Liebe? Nun, wir werden es einfach abwarten müssen, nicht wahr?
Издатель:
Издано:
May 24, 2020
ISBN:
9788076191723
Формат:
Книга

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Survival Quest - Vasily Mahanenko

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Kapitel 1: Altameda

bitte lege einen neuen Standort für deine Burg fest …

KAUM HATTE ICH meinen rechtmäßigen Platz auf dem Thron von Altameda eingenommen, tauchte ein kompliziertes Interface für die Verwaltung der Burg vor mir auf. Das Erste, worauf mein Blick fiel, war die Angabe des prozentualen Schadens. Derzeit befand sich Altameda bei 88 % seiner nominalen Haltbarkeit und brauchte dringend einige Reparaturen. Als ich mir die Liste der benötigten Materialien anschaute, erlitt ich einen Schock. Die Reparaturen verlangten Zehntausende von Stapeln imperialen Granits, imperialer Eiche und imperialen Stahls. Und das betraf ausschließlich die „vorläufigen" – also kosmetischen – Reparaturen! Dem System zufolge musste ich einen Architekten auf mindestens Level 350 beauftragen, der eine vollständige Liste der notwendigen Ressourcen erstellen würde.

Das war verdammt brutal!

Grob überschlug ich die Kosten der Baumaterialien. Mir war natürlich klar, dass ich keinerlei Recht hatte, der Clan-Kasse 70 Millionen Goldstücke zu entnehmen, um die Reparaturen durchzuführen. Okay, ich musste auf jeden Fall dringend ein paar Schreiner damit beauftragen, das Burgtor instand zu setzen, dessen Haltbarkeit bei unter 50 % lag. Alles andere jedoch, Wände, Gebäude und Inneneinrichtung, musste warten. Ich schätzte, etwa 300 Jahre oder so.

Für das Personal der Burg existierte eine separate Registerkarte. Da gab es freie Stellen für verschiedene Burgverwalter, Wachen, Butler und Diener. Handwerker und Sammler wurden von diesem Tab nicht erfasst. Bedachte man, dass eine Burg auf Level 24 Diener von nahezu imperialer Güte verlangte, würde mich allein der Haushofmeister zwei Millionen Goldstücke pro Jahr kosten. Ein billigerer Verwalter wäre nicht in der Lage, die anfallende Arbeit zu bewältigen. Das gleiche Bild ergab sich bei den Wachen – normale Wachen konnten die Sicherheit der Burg nicht gewährleisten. Da brauchte es schon Krieger und Magier auf Level 300, ebenso wie einen Sicherheitschef auf Level 350. Ich betrachtete die Registerkarte und konnte einen Fluch nicht unterdrücken. Selbst eine minimale Besetzung mit NPC-Wachen würde meinen Clan pro Jahr 27 Millionen Goldstücke kosten.

Eine gewisse Erleichterung bescherte mir der nächste Tab. Wenigstens einen Bereich gab es, der keine sofortigen Investitionen erforderte, und zwar das passive Verteidigungssystem der Burg. Hier stellte sich heraus, dass die Burg über einen Burggraben verfügte, der nach einer Aktivierung mehrere Tage lang bestehen blieb. Und die Magie, die Geyra und ihre Krieger von den Wänden zurückgeworfen hatte, war eine Eigenschaft der Burg selbst und nicht ihres Levels. Sie war außerdem bis zum Maximum ausgereizt. Es konnte sich also niemand heimlich in die Burg schleichen. Das Gleiche galt auch für den Überflugschutz – im Luftraum über Altameda konnte sich niemand bewegen. Das galt für Spieler ebenso wie für NPCs und sogar für die Rukh-Vögel, von denen Anastaria mir berichtet hatte. Was das betraf, war Altameda also vor jeder Infiltrierung geschützt.

Auf der nächsten Registerkarte wurde mir erklärt, was alles zu geschehen hatte, damit die Burg Level 25 erreichen konnte. Ich warf nur einen kurzen Blick auf die Anforderungen und begab mich sofort zum nächsten Tab. Ich müsste dafür die eher spartanische Einrichtung der Burg verbessern und zum Beispiel überall Statuen, Brunnen, Gemälde, Glasgegenstände, Kronleuchter und so weiter verteilen. Außerdem waren Verbesserungen verlangt, von denen mir schwindelig wurde. Schon allein die dafür benötigten Materialien würden Zehntausende von Millionen an Goldstücken kosten, von den Kosten der Arbeitskräfte einmal ganz zu schweigen. Außerdem, wo sollte ich die Handwerker finden, die all diese Aufgaben bewältigen konnten?

Einen Moment …

Ich schloss das Interface für die Burgverwaltung und öffnete meine Mailbox, um eine E-Mail zu schreiben. Anastaria und Plinto beobachteten mich erstaunt. Wenn ich mich richtig erinnerte, müssten Sakas und Alt demnächst aus der Pryke-Mine entlassen werden. Die Freilassung auf Bewährung war kein Zuckerschlecken, das wusste ich aus eigener Erfahrung. Also schickte ich ihnen das Angebot, meinem Clan beizutreten. Ein Schreiner und ein Maler, die kamen mir gerade recht! Und der Gouverneur der Pryke-Mine hatte die beiden schließlich nicht umsonst in den höchsten Tönen gelobt.

„Mahan, ist das normal, dass die Wände zittern?", fragte Plinto ruhig. Seine Stimme klang, als wäre er nicht übermäßig beunruhigt, würde es allerdings vorziehen, nicht in wenigen Minuten lebendig begraben zu werden.

„Ich muss mich erst noch orientieren, wie ich die Verwaltungsoberfläche für die Burg bediene, erklärte ich dem Vampir. „Bei der Teleportationsfunktion bin ich noch nicht angekommen. Noch befinden wir uns in der Warteschleife.

„Teleportationsfunktion?, hakte Anastaria interessiert nach. Nun, die beiden Begriffe „Burg und „Teleportation" wurden normalerweise höchsten dann in einem Satz verwendet, wenn man sich zu oder aus einer Burg teleportierte.

„Oh ja. Ich nickte. „Unsere Burg kann sich alle drei Monate an einen neuen Standort begeben. Ich kann das entweder so einstellen, dass es automatisch geschieht, oder wir legen jeweils manuell ein neues Ziel fest. Aber warte mal – hast du denn die Benachrichtigung nicht bekommen? Ich dachte, wir sind alle drei gleichberechtigte Eigentümer?

„Nun, wir sind vielleicht gleichberechtigt – aber einige sind eben ein wenig gleicher als andere, sagte Stacey grinsend. „Ich habe keine Meldung bekommen. Wenn du zur Auswahl des neuen Standorts kommst – denke daran, wähle auf keinen Fall die Nähe einer großen Stadt. Es würde zwar dein Ego streicheln, über eine Burg in der Nähe einer großen Siedlung zu verfügen, aber es ist auch extrem gefährlich.

„Gefährlich?" Nun war es an mir, bei einem Begriff hellhörig zu werden.

„Schatzjäger, Diebe, Räuber, Raids von Clans, die auf unsere Kosten leveln wollen … Es gibt jede Menge Spieler, denen beim Anblick einer Burg mitten in ihrem Sichtfeld das Wasser im Mund zusammenläuft. Das gilt besonders, wenn du dabei auf jemanden triffst, den du schon zweimal zum Respawn geschickt hast. Einmal im Dunklen Wald und einmal mit deinem Armageddon-Bannspruch. Deshalb empfehle ich einen Ort in der Nähe der Freien Lande. Wir können ein statisches Portal erwerben, es installieren, und dann in aller Ruhe unser Leben genießen, ohne von der Welt abgeschnitten zu sein."

„Es gibt hier bereits ein statisches Portal, bemerkte ich, nachdem ich die Eigenschaften der Burg überprüft hatte. „Es ist momentan nur nicht aktiviert. Aber du hast recht – in der Nähe von Anhurs haben wir mit der Burg nichts zu suchen. Hast du einen Vorschlag, wohin wir uns begeben sollten?

Stacey öffnete ihre Karte, zoomte hinein und deutete auf die Provinz Lestran. „Wie wäre es hier? Nach Krispa verfügen wir dort über den Status ‚Begeistert‘, Spieler von Kartoss müssten erst einmal die Berge überwinden, um dorthin zu gelangen, die Provinz liegt in der Nähe der Freien Lande und der Hauptstadt des Zwergenreichs, Sintana. Und es könnte dort Erz geben, das wir abbauen können."

„Aber du hast doch selbst gesagt, wir sollten uns von großen Städten fernhalten", wandte ich ein.

Stacey zoomte weiter und beugte sich über die Karte. „So nahe sind wir Sintana gar nicht. Wir könnten hierher teleportieren – dieser Ort liegt auf der anderen Seite der Bergkette, die von den Elma-Bergen abzweigt. Die meisten Spieler haben keine Lust, auf Berge zu klettern, deshalb würden wir dort nicht auf viele Leute treffen. Und wer uns wirklich aufsuchen will, der findet uns überall. Überlege es dir. Die Burg hat keinen Burggraben, und dort liegt eine Seite direkt am Ufer …"

„Es gibt einen Burggraben, nur ist der im Augenblick deaktiviert, unterbrach ich Stacey. „Die Burg hat bereits alles, was wir brauchen, wir müssen es nur aktivieren.

„Hmmm … Anastaria dachte einen Augenblick nach und deutete dann auf einen anderen Punkt auf der Karte. „Dann schlage ich diesen Standort vor. Der ist perfekt fürs Holzfällen, für den Bergbau und für den Aufbau einer Landwirtschaft.

„In Ordnung – dann werde ich uns jetzt mal dorthin bringen", stimmte ich zu und kehrte zum Interface zurück. Mit der Registerkarte für die Kellergewölbe der Burg hatte ich mich bislang noch nicht beschäftigt. Da waren bestimmt keine geheimen Schätze verborgen. Aber … Moment mal!

„Magdey, Clutzer, ein Notfall!, informierte ich meine Raid-Anführer über ein Amulett. „Ich brauche eure Leute hier – und zwar SOFORT! Ihr habt zwei Minuten. Besorgt euch ein Portal zu den folgenden Koordinaten …

Deine Burg (Altameda) wird angegriffen! Eile ihr rasch zu Hilfe! Angreifer: Stadtwachen von Narlak und der Clan der Azurdrachen (Undigit, Keinepanik, Unber, Untukan, Keinwahnsinn, Untzold, Un…)

Ich musste meine Einstellungen für solche Benachrichtigungen ändern – die Liste der Spieler, die beschlossen hatten, herauszufinden, was mit den Phantomen geschehen war, füllte meinen gesamten Bildschirm. Ich wischte sie beiseite wie eine lästige Fliege und wandte mich an meinen Schurken. „Plinto, begib dich zum Tor und versuche, einen nach dem anderen zu erledigen."

„Ähem … Der Schurke räusperte sich, um seinem Sarkasmus mehr Bedeutung zu verleihen. „Hast du vergessen, dass wir über keinerlei Fähigkeiten unserer jeweiligen Klasse mehr verfügen, bis wir mit unseren Lehrern gesprochen haben? Und ob wir sie dann zurückbekommen, steht auch noch nicht fest. Und jetzt willst du, dass ich mit anderen Spielern kämpfe? Wenn ich dort als Vampir auftauche, wischen sie in fünf Minuten den Fußboden mit mir auf. Heilen kann mich niemand – Stacey hat ihre Fähigkeiten ebenfalls verloren, und das Gleiche gilt für dich. Tut mir ja leid, aber ich muss jetzt deinen Lieblingsspruch zitieren: ‚Nicht mit mir!‘

„Ich werde den als Warenzeichen eintragen lassen, knurrte ich. „Dann musst du mir Lizenzgebühren zahlen, wenn du mal wieder auf meine Kosten witzig sein willst.

Allerdings hatte Plinto recht. Einen Augenblick lang hatte ich vergessen, dass wir ja alle drei nicht mehr auf die Fähigkeiten unserer Klassen zurückgreifen konnten. Ich musste so schnell wie möglich mit Prontho reden, dem Vorsitzenden des Schamanenrates.

„Wozu brauchst du denn Magdey und Clutzer? Glaubst du etwa, die könnten die Angreifer aufhalten?", erkundigte sich Anastaria, die meinen Plan noch nicht durchschaut hatte.

„Unter anderem. Unsere Kellergewölbe sind leer …"

„Wenn die es durch das Burgtor schaffen, besitzen wir am Ende nicht einmal mehr leere Kellergewölbe!"

„Okay, ich gebe dir einen kleinen Tipp, vielleicht errätst du dann, wozu ich unsere Leute brauche. Wo befindet Altameda sich momentan? Direkt über … was?"

„Was für eine dumme Frage! Wir … Stacey runzelte die Stirn. Dann grinste sie, als ihr die Erleuchtung kam. „Plinto! Wieso stehst du noch immer faul herum? Der Feind klopft ans Tor, und Glarnis liegt unberührt unter unseren Füßen! Auf die Plätze, fertig – los! Beute einsammeln! Wir nehmen alles mit, das nicht niet- und nagelfest ist. Und wenn etwas niet- und nagelfest ist, stecken wir es eben mitsamt der Nieten und Nägel ein. Mahan, du bist ein Genie!

„WAS GLAUBST DU EIGENTLICH, WAS DU DA TUST?", kam Leites empörte Stimme aus dem Amulett, als ich 15 Millionen Goldstücke aus der Clan-Kasse nahm. Es war die Hälfte eines Jahresgehalts für die Burgwache. Ich trennte mich nur schweren Herzens von dieser Summe und hatte mich erst dazu entschieden, nachdem ich mehr über die Fähigkeiten dieser Wachen nachgelesen hatte. Die Phantome waren lediglich außerhalb von Altameda in der Lage gewesen, zu kämpfen. Diese Jungs allerdings konnten es sich auf den Burgwällen bequem machen und von oben Tod auf die Angreifer hinabregnen lassen. Sie machten uns praktisch bei jedem Raid so gut wie unbesiegbar. Außerdem hatte ich zu meiner Freude entdeckt, dass die Erfahrungspunkte, die Burgwachen durch das Töten von Spielern oder NPCs verdienten, entweder für die Reparatur der Burg angerechnet wurden oder, wenn die Burg ihre volle Haltbarkeit erreicht hatte, in spezielle Kristalle umgetauscht werden konnten. Die wiederum halfen, zukünftige Reparaturen zu bezahlen.

Achievement freigeschaltet: „Wachen! Wachen!"

Du hast eine ausreichende Anzahl an Kriegern angeheuert, um deine Burg zu verteidigen. – 5 % Rabatt auf das Jahresgehalt der Wachen.

„Ich spare Geld, du Geizhals!", beschied ich meinen aufgebrachten Buchhalter – und beendete die Verbindung. Ich würde meine so schwer erworbene Burg nicht unverteidigt lassen und war bereit, für ihre Sicherheit Geld auszugeben. 30 Millionen Goldstücke im Jahr, das war ein erschreckend hoher Betrag. Seitdem Leite die Verwaltung unserer Gelder übernommen hatte, waren lediglich sechs Millionen an bereinigten Gewinnen in die Kasse geflossen. Und er war ein echtes Finanzgenie! Mit dieser Burg auf Level 24 hatte der Imperator mir ein Geschenk gemacht, das für mich verdammt kostspielig werden konnte. Auf den ersten Blick wirkte es wie eine Belohnung, aber am Ende füllte es dank der Steuern vor allem die Staatskasse.

„Befehle, Boss?, fragte Vimes, mein neuer Sicherheitschef. Da Altameda ursprünglich eine kartossianische Burg gewesen war, wiesen die Wachen das Erscheinungsbild von riesigen, menschenähnlichen Bullen auf, die mich an die Minotauren erinnerten, oder „Tauren, wie Anastaria mich mit einem ehrfürchtigen Flüstern informierte. Ihrer Überraschung entnahm ich, dass es sich dabei um eine Rasse handelte, der man in Barliona nicht häufig begegnete.

„Die Burg muss verteidigt werden. Deine Befehle sind, alle umzubringen, die uns bedrohen, und die eigenen Verluste dabei so gering wie möglich zu halten. Priorität Nummer 2 ist Beute. Was auch immer die Angreifer droppen – ihr bringt es in die Kellergewölbe. Vorwärts marsch – im Laufschritt!"

„Hey, du klingst schon wie ein richtiger Oberbefehlshaber, konnte Plinto sich nicht enthalten zu bemerken. „Halt! Rührt euch! Links, links … links, rechts, links! Da kriegt man ja richtig Angst, Mahan!

Ich wollte meinem Schurken gerade die Meinung geigen, als mitten im Thronsaal gleichzeitig zwei Portale auftauchten und sich öffneten. Heraus strömten Magdeys und Clutzers Jungs.

„Oh, hallo, hallo!" Plinto nickte den Neuankömmlingen gönnerhaft zu.

„Magdey, Clutzer – darf ich euch Plinto vorstellen? Er wird euch zeigen, wohin ihr euch begeben müsst und was ihr zu tun habt. Unser Hauptziel ist, alles aus Glarnis herauszuholen, das sich nur irgendwie verwerten lässt. Bei Narlak ist unsere Reputation ohnehin bereits auf Hass herabgesunken, also haben wir nichts zu verlieren. Beeilt euch – wir haben nicht viel Zeit, die Burg wird von diversen Spielern angegriffen. Momentan sind sie noch schwach, aber wir dürfen bald mit stärkeren Attacken rechnen. Bevor es soweit ist, müssen wir fliehen."

„Du willst die Burg im Stich lassen?", fragte Magdey erstaunt.

„Nein – die Burg nehmen wir mit. Die Überraschung in den Gesichtern meiner Leute brachte mich zum Lachen. „Kommt schon, Leute – Zeit ist Beute! Bewegt euch – ab mit euch nach Glarnis!

Noch immer verwirrt folgten die beiden Trupps Plinto, während ich zum Thron zurückkehrte und mein Studium der Fähigkeiten der Burg fortsetzte. Aha – da war die Registerkarte für die Verwaltung der Phantome! Ich hätte sie gern behalten, doch der Dunkle Lord hatte zu energisch darauf bestanden, sie freizusetzen, also … Lebt wohl, meine Kleinen, es ist alles vergeben und vergessen!

„Wo sollen wir denn die Beute lagern? Wo befinden sich die Lagerräume?", riss einer der Raider mich aus meinen Studien.

„Na, im Keller! Verwirrt sah ich den Kerl an. „Wo genau weiß ich natürlich nicht.

„Niemand weiß das. Wir haben überall in Altameda gesucht und konnten nichts finden. Und was sollen wir jetzt tun? Sobald wir das Zeug auf den Boden legen, verschwindet es."

„Leite wird mich umbringen!" Ich seufzte, kehrte zum Interface zurück und stellte noch jemanden ein – einen Haushofmeister. Das waren weitere 1,5 Millionen den Bach hinunter. Ein teurer Spaß! Aber ein guter Haushofmeister war das Geld wert, und außerdem war er gleichzeitig auch noch …

„Meister!, begrüßte Viltrius mich mit einer quiekigen Stimme und verbeugte sich tief. „Was sind Ihre Befehle?

… ein Goblin.

Überall grün und mit hervorstehenden Ohren, die wie auf den Kopf aufgesteckte Fremdkörper wirkten, trug Viltrius eine witzige, runde Brille. Es war auf den ersten Blick klar: Freiwillig gab dieser Typ nichts heraus! Ebenso klar war, dass unter seiner Regie die Burg schon bald vor Sauberkeit blitzen und blinken würde. Bestimmt zählte er jedes einzelne Staubkörnchen, packte es in einen Beutel und lagerte es im korrekten Regal, bis der Zeitpunkt kam, an dem man es noch einmal verwenden konnte.

„Wir machen heute eine Bestandsaufnahme, erklärte ich Viltrius. „Meine Spieler werden dir Gegenstände bringen, die du katalogisieren und lagern musst. Das Wichtigste ist, dass dabei nichts verloren geht.

„Jawohl, mein Herr! Der Goblin schloss kurz die Augen und sagte dann: „Momentan stehen in der Burg zwölf Kellerräume zur Verfügung, aber nur zwei von ihnen sind aktiviert. Soll ich den Rest ebenfalls aktivieren?

„Die Entscheidung überlasse ich dir. Wenn die Aktivierung allerdings Geld kostet, möchte ich, dass du überflüssige Ausgaben vermeidest."

„Ich weiß, was Sie von mir erwarten. Viltrius verbeugte sich erneut und ergänzte nach einer kurzen Pause unerwartet: „Ich bin höchst erfreut, Graf, dass Sie mir die Leitung einer Burg auf einem solch hohen Level anvertrauen, und ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Ihre Wahl auf mich gefallen ist. Sie können sich auf mich verlassen – all Ihre Gegenstände werden perfekt verwahrt.

In meiner Verblüffung fiel mir keine passende Antwort ein. Der Raider schien am Sprüchlein des Haushofmeisters nichts Besonderes zu finden, doch ich hatte etwas Wichtiges entdeckt: Die NPCs, die meine Burg erzeugte, waren Imitatoren auf zumindest mittlerem Level! Das waren nicht die üblichen Spielzeugsoldaten, die blind Befehle befolgten, wie Zombies – oh, nein! Es waren gut ausgebildete Individuen mit ihren eigenen persönlichen Geschichten. Erstaunlich, was eine hochlevelige Burg so alles mit sich brachte!

Die Wände von Altameda zitterten noch immer. Die Burg schien ungeduldig darauf zu warten, dass ich endlich die Zielkoordinaten für die Teleportation eingab. Inzwischen achtete jedoch niemand mehr auf dieses Phänomen.

Etwa eine halbe Stunde nach Beginn der Plünderung tauchte Anastaria auf und zwang mich regelrecht, Ehkiller um Hilfe zu bitten. Wir brauchten unbedingt Bergarbeiter, Schmiede, Holzfäller und mehr auf hohem Level, die den imperialen Stahl aus dem Thronsaal von Glarnis entfernten. Wir hatten inzwischen all unsere Sammler und Handwerker herbeigerufen, doch ihre Level reichten nicht aus. Notgedrungen musste ich mich von Stacey breitschlagen lassen, ihren Vater anzurufen …

Im Laufe der nächsten acht Stunden sackte meine Burg in zwei mächtigen Stößen tiefer hinab. Leider wurden dabei ein paar Spieler zerquetscht, die zu sehr getrödelt hatten. Immerhin zeigte es an, dass die Plünderung Fortschritte machte. Die Wachen von Altameda waren ebenfalls nicht untätig. Drei Angriffe hatten sie inzwischen zurückgeschlagen und alle gedroppte Beute eingesammelt. Barsina, die in Anhurs geblieben war, berichtete uns, dass Undigit herumlief wie ein kopfloses Huhn, um eine weitere Raid-Gruppe zusammenzustellen. Er lockte andere Spieler mit dem Versprechen, sich durch die Vernichtung der Legenden von Barliona einen Namen zu machen. Die Wellen über Wellen neuer Spieler, die sich auf der Bergkuppe gegenüber der Burg zusammenfanden, bewiesen: Er hatte damit großen Erfolg. Komisch –mehr und mehr drängte sich mir der Verdacht auf, dass wir in Barliona nicht besonders beliebt waren …

„Dan, den nächsten Angriff überleben wir möglicherweise nicht, informierte Anastaria mich, die sich mir auf der Festungsmauer angeschlossen hatte. „Ich habe das Tor überprüft. Es ist jetzt bei nur noch 24 % seiner Haltbarkeit angekommen. Das reicht nicht aus, um einem Frontalangriff standzuhalten. Wir haben Glarnis schon nahezu vollständig geplündert. Momentan räumen unsere Leute gerade das letzte Gewölbe dort aus. Wir sollten uns mit dem Ortswechsel so langsam ein wenig beeilen.

„Hast du die Beute gesehen, die Vimes und seine Krieger uns gesichert haben?", fragte ich sie. Alle fünf Minuten erstattete Viltrius mir Bericht über den Stand des Inventarverzeichnisses, die Aktivierung neuer Lagerräume, die Zuweisung von Mitteln und verschiedene andere Kleinigkeiten. Inzwischen rauchte mir schon der Kopf von all den Informationen. Dennoch übersah ich eine höchst interessante Meldung im Strom der Nachrichten nicht: In den Regalen unserer Kellergewölbe waren mehrere Legendäre Gegenstände für Spieler auf mindestens Level 300 gelandet.

„Warte, ich schicke dir eine Beschreibung. Ich sandte Stacey den Link zu einem der ungewöhnlichsten Funde, der für einen Paladin-Heiler wie geschaffen war. „Was glaubst du – sollen wir das Zeug den rechtmäßigen Eigentümern zurückgeben? Gegen einen gewissen Finderlohn natürlich.

„Du machst wohl Scherze!, empörte sie sich. „Das sind die Armschienen von Keinepanik, und er ist einer der führenden Paladine bei den Azurdrachen! Wenn du ihm die zurückgibst, ob gegen Geld oder kostenlos, rede ich nie wieder ein Wort mit dir! Hast du den Armschutz gesehen, den ich trage? Das sind langweilige, alte Epische Armschienen für Level 280! Dan, wo stecken diese Dinger?

Ping! Du hast eine Nachricht aus deinem privaten Kreis erhalten. Möchtest du sie lesen?

„Sag Viltrius, dass ich mit der Aktivierung des dritten Gewölbes einverstanden bin", rief ich Stacey nach, die bereits davonrannte, und griff nach meiner Mailbox. Irgendetwas sagte mir, selbst wenn Viltrius und ich dagegen waren – Anastaria würde sich diese Armschienen auf jeden Fall unter den Nagel reißen. Mit mir würde sie verhandeln und der Haushofmeister … Nun, den konnte man schließlich ersetzen, nicht wahr? So, und jetzt zu der Mail. Wer da wohl was von mir wollte?

Hallo Dan!

In 20 Minuten wird ein massiver Angriff auf deine Burg beginnen. Man plant, den Bannspruch des Schwarzen Todes ebenso einzusetzen wie mehrere Katapulte. Das solltest du berücksichtigen, wenn du deine Verteidigung planst.

Mirida die Weitsichtige

Verdammt! Der Frau wollte ich doch aus dem Weg gehen! Warum, verflucht noch mal, warnte die mich bloß? Und vor allem – warum zum Teufel war sie plötzlich Mitglied meines privaten Kreises? Wann bitte hatte ich sie dort aufgenommen? Tja, es half alles nichts, jetzt musste ich mich mit Marina – so lautete ihr richtiger Name – zusammensetzen und einen Plausch halten, ob ich wollte oder nicht. Ich hätte das Thema ja nur zu gern vermieden, wie es dazu gekommen war, dass ich in Barliona gelandet war. Jedenfalls für den Augenblick hätte ich gut auf eine Begegnung mit Marina verzichten können. Und in der Zukunft … Nun, wer wusste schon, was die bringen würde?

„Uns bleiben nur noch zehn Minuten!", warnte ich Magdey und Clutzer und dankte Vimes für die gute Arbeit, die er geleistet hatte. Anschließend begab ich mich wieder in den Thronsaal. Nur dort konnte ich die Teleportation aktivieren. Wie sich herausstellte, war dieser Prozess alles andere als kompliziert. Wenn ich wollte, konnte ich die Burg auch an ihrem derzeitigen Standort belassen. Dafür musste ich lediglich dessen Koordinaten angeben.

„Stacey, wir stehen kurz vor dem Sprung, warnte ich. „Hör mal – finden werden die uns am neuen Ort auf jeden Fall, das ist unvermeidlich. Was planen wir also für die Zeit nach unserer Ankunft? Bei einem Großangriff können wir uns von der Burg verabschieden. Die werden alles niedermachen, bis wir auf Level 1 angekommen sind, und dann müssten wir die Burg völlig neu aufbauen.

„Deshalb begeben wir uns doch nach Lestran – du bist schließlich ein Graf! Sobald dich in dieser Provinz jemand angreift, kannst du nicht nur die örtlichen NPCs zu Hilfe rufen, sondern auch den Gouverneur und die Imperiale Armee. Du musst dich wirklich endlich einmal mit den Gesetzen der Orte befassen, die wir aufsuchen! Momentan sorgt unsere Hass-Reputation bei Narlak dafür, dass die Wächter tatenlos zusehen, wie man versucht, uns umzubringen. Übrigens, ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass der Stadtrat von Narlak voll unter Geranikas Kontrolle steht. Er hat ihnen nicht nur Geld gegeben – er hat sie in der Tasche. Und weißt du, wer mich darauf gebracht hat? Geyra! Übrigens, ihr ist es ja irgendwie gelungen, ihre Verbindung zu den Schatten zu verschleiern. Nicht einmal Urusai hat etwas bemerkt, obwohl er Zugang zu den Phantomen hatte. Erinnerst du dich? Kaum hatten die Phantome Kain erblickt, haben sie den Kopf verloren und sich nur noch auf ihn konzentriert. Geyra haben sie ignoriert. Wie hat sie das geschafft, für die Phantome unsichtbar zu bleiben? Irgendetwas sagt mir, dass wir die Fähigkeiten unserer Klassen zurückgewinnen können, wenn es uns gelingt, eine Antwort auf diese Frage zu finden."

„Okay, wir werden dem auf den Grund gehen", versicherte ich und öffnete den Clan-Chat, um alle an Bord der MS Altameda zu begrüßen.

„Wir brechen in einer Minute auf. Alle, die sich dann noch außerhalb der Burg befinden, fallen dem Mob draußen zum Opfer. Also beeilt euch!"

Ich ließ die Minute verstreichen und wandte mich grinsend an Anastaria: „Und zwar werden wir der Sache so eingehend auf den Grund gehen, dass sie einen neuen Film darüber drehen werden. Schließlich lösen wir Rätsel immer auf diese Weise. Und jetzt brechen wir auf!"

Der Standort der Burg wurde aktualisiert. Bitte lege die erforderlichen Steuerdokumente vor.

Ähm … Was? Steuer??

Von dieser Mitteilung abgesehen, unterschied sich der Sprung der Burg nicht von jeder anderen Teleportation. Da war ein Lichtblitz, ein Ladebalken, der sich rasch füllte, und schon befand man sich am neuen Ort. Jetzt waren wir also „Fremde in einem fremden Land". Ich hätte viel darum gegeben, Undigits und Keinepaniks Gesichter zu sehen. Sie hatten eine riesige Armee zusammengestellt, sie mit Katapulten ausgerüstet, alle Krieger aus Narlak plus Söldner herbeigerufen – und plötzlich war da nichts mehr, das sie hätten bekämpfen können. Ich an ihrer Stelle wäre unter den Umständen ziemlich wütend geworden …

„Graf, erlauben Sie mir, Ihnen zum Erwerb einer solch hervorragenden Burg zu gratulieren. Ich hatte mich kaum vom Thron erhoben, als auch schon ein Herold vor mir erschien. „Ihrem Antrag wurde stattgegeben. Ich wurde vom Imperator geschickt, um Ihnen dies mitzuteilen und die Zahlung für die Grundsteuer in Empfang zu nehmen. In Anbetracht des Standorts der Burg, der Nominalsätze der Provinz und der guten Beziehungen zwischen der Provinz und Ihrem Clan ebenso wie des derzeitigen Levels der Burg beläuft sich der Betrag auf jährlich 24 Millionen Goldstücke. Dies entspricht einer Million pro Level. Für die Bezahlung bestehen zwei Optionen. Die Summe kann entweder auf einmal bezahlt werden, in welchem Fall ein Rabatt von 5 % eingeräumt wird, oder in monatlichen Raten. Welche dieser Zahlungsmethoden ziehen Sie vor?

„Vergeben Sie mir, Herold … Die Frechheit seiner Forderung hätte mir beinahe die Sprache verschlagen. Noch ein paar solcher Steuerforderungen, und die Clan-Kasse war leer! „Warum muss ich überhaupt etwas bezahlen? Die Burg war ein persönliches Geschenk des Imperators. Will der Imperator meinen Clan etwa in den Bankrott treiben?

„Wenn Sie die Steuern nicht bezahlen können oder wollen, wird die Burg im Laufe der nächsten zwei Monate an den Höchstbietenden versteigert. Niemand möchte Sie zu irgendetwas zwingen, Graf. Sie hätten die Annahme des Geschenks schließlich verweigern können. Oder Sie hätten sich für die Burg in der Nähe von Sintana entscheiden können, deren Grundsteuer sich auf lediglich 1,5 Millionen Goldstücke beläuft. Sie haben jedoch auf Altameda bestanden, und nun haben Sie lediglich die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Entweder wird die Burg verkauft und Sie erhalten die Hälfte der erzielten Kaufsumme – die andere Hälfte steht nach den Gesetzen von Malabar dem Imperium zu –, oder Sie zahlen die Grundsteuern, die für diese Immobilie anfallen. Sie sehen, es ist alles ganz einfach geregelt, sehr transparent, und es entspricht dem geltenden Recht. Bitte treffen Sie Ihre Entscheidung."

8.400.040 Goldstücke. Das war die Summe, über die mein Clan noch verfügte, nachdem der Herold wieder verschwunden war. Sofort vibrierte mein Amulett erneut. Ich beeilte mich nicht sonderlich, den Anruf entgegenzunehmen. Schließlich wusste ich, wer da etwas von mir wollte: Leite. Ich wusste auch, was er mir sagen würde, doch ich hatte keine andere Wahl gehabt, als noch einmal eine Menge Geld auszugeben. Mit dem Minus von zwei Millionen pro Monat mussten er und ich uns ab sofort als neue Tatsache abfinden, an der kein Weg vorbeiführte.

„Leite, es tut mir schrecklich leid, aber ich hoffe, das ist die letzte größere Ausgabe für den Augenblick, meldete ich mich endlich. Mein Buchhalter weigerte sich offensichtlich, von mir ignoriert zu werden, eine volle Minute lang hatte mein Amulett mich genervt. „Auf jeden Fall …

„Mahan, unterbrach Leite mich, und er klang überhaupt nicht erbost, „hast du unsere Kellergewölbe schon gesehen?

„Noch nicht, antwortete ich wahrheitsgemäß. „Die letzten zehn Minuten habe ich damit verbracht, verschiedene Steuern für die Burg zu bezahlen …

„Hör mal, fiel Leite mir erneut ins Wort, ersichtlich ungeduldig. „Momentan sind drei Gewölbe aktiv. Ich habe mir das mal angeschaut, und wir haben weitere neun, die wir aktivieren können. Mich haben bereits mehrere Clans angeschrieben, die ihre Besitztümer bei uns unterbringen möchten. Was meinst du? Sollen wir zustimmen? Wir haben immerhin acht Stunden lang einer Belagerung ausgerechnet der Azurdrachen widerstanden. Das ist verdammt lange. Und es können sich alle noch gut daran erinnern, dass die Burg sogar den Armageddon-Bannspruch mit kaum einer nennenswerten Beschädigung überstanden hat. Zwei Verträge liegen vor mir, und weitere sieben Clans sind ebenfalls begierig, uns mit der Bewachung ihres Eigentums zu beauftragen. Unsere Gewölbe sind enorm groß. In nur zwei von ihnen hat die gesamte Burg Glarnis hineingepasst, also … Jeder Clan ist bereit, pro Monat 70.000 Goldstücke zu zahlen. Na, was sagst du dazu? Wenn es uns gelingt, 30 Kunden zu gewinnen, sind die Steuern bezahlt, und wir haben sogar noch etwas über.

„Du hast das alles schon ausgerechnet?"

„Es ist das Erste, was ich überprüft habe. Ich hatte die Steuern sogar höher geschätzt, aber du hast für den Umzug ein gutes Ziel gewählt. Und das ist noch nicht einmal alles!"

„Was ist denn noch?", fragte ich, völlig von den Socken. Als Schatzmeister des Clans hatte Leite natürlich vollen Zugriff auf die Gewölbe. Bestimmt hatte er die letzten acht Stunden damit verbracht, sich mit deren Inhalt vertraut zu machen.

„Ich habe Ehkiller seinen Anteil bereits geschickt, aber wir verfügen noch immer über etwa 12.000 Stapel imperialer Eiche und imperialem Stahl! Schon eine einzige Einheit davon bringt bei einer Auktion momentan 200 Goldstücke ein, und ein Stapel besteht aus 40 Einheiten! Ich schlage vor, wir verkaufen die Hälfte der Vorräte. Natürlich nur nach und nach, um den Markt nicht zu überfluten. So holen wir die Kosten für die Wachen wieder herein. Ich brauche allerdings deine Erlaubnis, das Material zu versteigern. Gib Viltrius den entsprechenden Befehl. Ach ja, und könntest du bitte für die Zukunft die Einstellungen für die Burg so ändern, dass ich dich nicht jedes Mal behelligen muss, wenn ich etwas aus einem Gewölbe herausnehmen möchte? Ich bin doch schließlich der Schatzmeister, oder etwa nicht?"

„Schon erledigt. Ich grinste, nachdem ich Leite rasch vollen Zugang gewährt hatte. „Aber warst du nicht derjenige, der diesen Posten auf keinen Fall haben wollte?

„Wann soll ich denn das gesagt haben? Wahrscheinlich hatte ich in der Nacht zuvor nur schlecht geschlafen. Okay, ich werde eine Firma gründen, die unsere Lager-Dienstleistungen bewirbt. Mahan, unsere Situation ist nicht so aussichtslos, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Übrigens, du solltest dir mal das erste Gewölbe anschauen, und nimm Plinto und Anastaria mit. Ich mir sicher, es gefällt euch, was ihr dort zu sehen bekommt."

Leite beendete die Verbindung, und schon wurde ich von Meldungen über Zahlungen überschüttet, die er für irgendwelche Werbung überwies. Anscheinend hatte der Krieger alles längst vorbereitet gehabt und mich nur kontaktiert, um sich meine formelle Zustimmung einzuholen. Nun ja, solange er nicht so übel fluchte wie sonst, war mir alles recht …

„Stacey, was machst du gerade?"

„Ich erkunde die Burg. Wieso?"

„Gehen wir mal das erste Gewölbe besichtigen. Anscheinend befindet sich darin etwas, das uns gut gefallen wird. Und sag Plinto Bescheid!"

Die Kellergewölbe von Altameda waren wahrhaft beeindruckend. Ich hatte vorher noch nie ein richtiges Vorratslager zu sehen bekommen und mir das immer ein wenig wie den Schatzhort der Drachen vorgestellt – ein riesiger Raum mit Haufen über Haufen von allem möglichen Zeug, von dem allein der Verwalter wusste, was wo zu finden war. Aber, oh, nein – hier sah die Sache ganz anders aus. Ich wusste ja nicht, wie das in anderen Burgen organisiert war, aber hier gab es ordentliche Reihen von Regalen, in denen die Gegenstände nach strengen, logischen Regeln geordnet waren. Aus der Beschreibung des Gewölbes schloss ich, dass jeder einzelne Regalort über seine eigene, aus einer dreistelligen Zahl bestehenden Adresse verfügte und in Art und Menge genau angegeben wurde. Im Endeffekt war das ein echtes Lagerverwaltungssystem. Langsam wurde mir klar, warum Leite sich einen Protest verkniffen hatte, als ich Viltrius eingestellt hatte.

„Sind das die Früchte deiner Arbeit?, fragte ich den Goblin, um sicherzugehen. Die Antwort waren ein selbstzufriedenes Lächeln und eine Verbeugung. „Leite hat mir erklärt, es gäbe hier etwas, das für Anastaria, Plinto und mich interessant sein könnte. Hast du eine Ahnung, was das sein könnte?

„Oh, ja, Meister. Wie gesagt, waren in der Burg drei der Gewölbe bereits vor Ort aktiviert."

„Vor Ort?", fragte ich verwirrt.

„Damit meine ich die innerhalb von Altameda gelegenen Gewölbe. Wenn Sie sich die Karte ansehen, werden Sie feststellen, dass wir uns derzeit tief in den Elma-Bergen befinden. Die Türen zu diesem Gewölbe sind nichts als statische Portale mit einem veränderten Erscheinungsbild. Sollte die Burg erobert werden, kann einer der Eigentümer – also Sie, oder die ehrenwerten Anastaria und Plinto – den Zugang zu diesem Gewölbe widerrufen. Anschließend können die Eroberer auf keinen der Gegenstände mehr zugreifen, die hier gelagert sind. Und selbst im Fall einer Zerstörung der Burg können Sie dieses Gewölbe weiter nutzen, und zwar über die Handelsgilde. Sie finden die erforderlichen rechtlichen Dokumente ebenfalls hier."

„Kapiert. Und was ist jetzt mit unseren Gegenständen?"

„Bitte folgen Sie mir. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – in Altameda waren drei Lagergewölbe bereits aktiviert. Zwei davon waren leer. Im dritten befanden sich jedoch drei Gegenstände, deren Zweck mir unklar war. Als ich Ihrem Schatzmeister Leite Bericht erstattet habe, hat er jeweils einen dieser Gegenstände Ihnen, Anastaria und Plinto zugewiesen und mich gebeten, Sie zu holen, um Ihnen diese Dinge zu zeigen. Sie sind gekommen – und dort sind die Gegenstände."

Der Goblin zeigte auf eine Reihe von Regalen. Dort lagen zwischen imperialem Stahl, imperialer Eiche und imperialem Stein sowie anderen Materialien, die wir aus Glarnis geholt hatten, drei Objekte auf roten Samtkissen.

„Das Messer ist für Sie, Meister. Vorsichtig nahm Viltrius ein kleines Messer auf und reichte es mir. „Dieser Meinung ist jedenfalls Meister Leite.

Die Eigenschaften des Messers blieben mir verborgen, bis ich es in der Hand hielt. Dann jedoch …

„Almair"

Beschreibung: Das Messer, das bei der Erstellung des Karmadont-Schachspiels verwendet wurde.

Gegenstandsklasse: Legendär

Information für den Eigentümer: Behalte die Erhabenheit des Imperators Karmadont im Gedächtnis – und die Zeit im Auge!

„Dieses Horn ist für Sie, Anastaria." Viltrius reichte ihr den nächsten Gegenstand.

„Narlashtar"

Beschreibung: Das Horn, das von Shatrizal verwendet wurde, um die Armeen für den letzten Kampf gegen die Drachen zusammenzurufen.

Gegenstandsklasse: Legendär

Information für den Eigentümer: Behalte die Erhabenheit der Großen Mutter der Sirenen Shatrizal im Gedächtnis – und die Zeit im Auge!

„Und dieser Ring ist für Sie bestimmt, Plinto", schloss der Goblin und übergab dem Vampir einen Ring, der Nebel auszuströmen schien.

„Kragnistal"

Beschreibung: Der Ring des Vampirs, der sich selbst opferte, um das Leben in Barliona zu retten.

Gegenstandsklasse: Legendär

Information für den Eigentümer: Behalte die Erhabenheit des ersten Vampir-Patriarchen im Gedächtnis – und die Zeit im Auge!

„Es wird Zeit, nach Altameda zurückzukehren, bemerkte Viltrius, nachdem er uns einen Augenblick lang Zeit gelassen hatte, die drei Objekte zu würdigen. „Ich sehe, Meister Leite hat sich nicht geirrt.

Kaum waren wir zurück im Thronsaal, meldete sich Plinto zu Wort. „Die Sache ist die, Jungs – ich muss mich sofort zum Patriarchen begeben. Ich habe da eine Quest, und der Ring beweist mir, dass ich ihren Abschluss nicht länger hinauszögern kann."

„Das Gleiche gilt für mich, was das Horn, und für Mahan, was das Messer betrifft, bestätigte Stacey. „Ich muss zur Insel Laertol und Nashlazar aufsuchen. Mahan, ich fürchte, du wirst eine Weile ohne uns auskommen müssen. Wir haben beide diese Quest, die wir allein erledigen müssen.

„Aber in einem Notfall kann ich doch auf euch zählen, oder?", erkundigte ich mich entgeistert.

„In einem Notfall, klar. Plinto grinste und gab mir die Hand. „Es hat Spaß gemacht, mit dir zusammen Abenteuer zu erleben, aber jetzt wird es Zeit, uns zu trennen. Mein Amulett ist konstant eingeschaltet, und ich werde mich 12 bis 14 Stunden pro Tag im Spiel aufhalten. Wenn du etwas brauchst – sag Bescheid, und ich werde sofort angeflogen kommen. Und jetzt … Ihr wisst, ich mag keine langen Abschiede – also tschüss!

Der Schurke öffnete ein Portal, trat hinein und ließ Anastaria und mich allein zurück.

„Dan, ich muss ebenfalls los, aber vorher … Sollen wir uns noch schnell unser Schlafzimmer anschauen? In einer Burg auf Level 24 muss das ziemlich luxuriös sein …"

* * *

Bevor sie ebenfalls verschwand, zwang Anastaria mich noch, Pläne für die Zukunft zu machen. Wie sie mir erklärte, ergab es zwar Sinn, meinen Vorahnungen zu folgen, jedoch wäre das nicht immer produktiv.

Mit einer Frau, die sich beim Sprechen eng an mich presste, konnte ich kaum diskutieren, also öffnete ich ein Notizbuch und begann, zu schreiben.

Und das war meine Liste:

Erstens – der Zweite Drachen-Dungeon. Dafür brauchte ich eine enorme Raid-Gruppe. Da es hier keine Boni zu gewinnen gab, musste ich mich mit Magdeys und Clutzers Jungs bescheiden und, sobald wir auf den letzten Boss trafen, rasch Anastaria herbeiholen, damit sie an der Ersten Tötung teilnehmen konnte. Inzwischen verfügte sie ja über eine beachtliche Sammlung dieser Achievements.

Zweitens – die Quest mit dem Skrooj-Dungeon, die Ishni mir gegeben hatte. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um einen Ort, an dem ich alle Materialien finden konnte, die ich für das Schachspiel brauchte. Daher besaß der Abschluss dieser Quest eine hohe Priorität. Das war wiederum eine Aufgabe für Magdey und Clutzer und ihre Teams, und auch dabei musste ich Anastaria im letzten Augenblick mit beteiligen.

Drittens – ein Besuch bei den Piraten. Was das betraf, musste ich mich mit Evolett zusammenschließen, da wir uns darauf geeinigt hatten, diese Quest gemeinsam abzuschließen. Treffen würden wir die Piraten nicht in der Nähe von Narlak, sondern sehr viel weiter westlich. Sie erwarteten uns in der Stadt Cadis. Sie lag an der Küste, in der Nähe von Kartoss. Eine Frist gab es für diese Quest nicht, und momentan drängte Evolett mich noch nicht, also musste das warten, bis weniger andere dringende Dinge anstanden.

Viertens – das Auge der Dunklen Witwe. Für diese Quest brauchte ich mindestens 25 Spieler auf Level 100 oder höher. Momentan verfügte ich sogar über mehr als 25. Stacey hatte allerdings vorgeschlagen, uns diese Quest sozusagen als Plan B aufzuheben, falls es mir nicht gelänge, die Quest mit dem Schachspiel abzuschließen. Schließlich war dies ein weiterer Weg zur Öffnung des Grabs des Schöpfers. Ich konnte ihr da nur zustimmen und beschloss, diese Quest erst einmal zu vergessen.

Fünftens – ich musste unsere Beute im Inventar ebenso näher begutachten wie das, was wir aus Glarnis herausgeholt hatten. Der Glarnis-Dungeon war einer, der vorher noch niemals abgeschlossen worden war. Die Wahrscheinlichkeit war also hoch, dass wir auch ein paar wertvolle Dinge gefunden hatten. Anastaria hatte alles Fleisch, das wir mitgebracht hatten, dem Alchemisten geschickt, den sie kannte, und ihn gebeten, Merlins Zaubertrank herzustellen. Dabei hatte sie mir versprochen, ich würde mit dem Ergebnis höchst zufrieden sein.

Sechstens – die Wolf-Quest in Fernstatt. Anastaria hatte mich angeschaut, als hätte ich den Verstand verloren, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich die unbedingt abschließen wollte. Auch wenn Fernstatt inzwischen zu Kartoss gehörte – ich wollte Grautod nicht im Stich lassen. Sie hatte so süße, kleine Wolfsjunge, und als Schamane war ich Wölfen gegenüber generell sehr positiv eingestellt. Staceys verächtlicher Blick hatte mich dazu bewogen, diese Quest widerstrebend im Ordner für Angelegenheiten geringer Priorität abzulegen. Vergessen hatte ich sie jedoch nicht.

Siebtens – ich musste Prontho aufsuchen und herausfinden, was mit meinen Schamanenfähigkeiten passiert war. Warum waren die momentan gesperrt? Wann und wie würde ich sie zurückbekommen? Und wieso hatte keiner von uns, weder Anastaria, noch Plinto, noch ich, eine Quest erhalten, Geranika zu töten? Waren wir von dem bevorstehenden Szenario wirklich ausgeschlossen? Oh, nein – nicht mit mir! Nachdem Geranika jetzt über das Herz des Gebieters des Chaos verfügte, konnten normale Armeen ihm wenig anhaben. Schon im Dunklen Wald hatte sich außerdem bewiesen, dass normale Kriegführung bei ihm nichts ausrichten konnte. Unter den Umständen musste das Imperium doch für die Unterstützung von Sirene, Vampir und Drache dankbar sein, oder etwa nicht?

Achtens – ich musste Kreel finden. Ich war neugierig, wie dieser Spieler

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