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Survival Quest: Krieg der Clans: Roman (Survival Quest-Serie 7)

Survival Quest: Krieg der Clans: Roman (Survival Quest-Serie 7)

Автор Vasily Mahanenko

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Survival Quest: Krieg der Clans: Roman (Survival Quest-Serie 7)

Автор Vasily Mahanenko

Длина:
548 страниц
9 часов
Издатель:
Издано:
Sep 3, 2020
ISBN:
9788076192119
Формат:
Книга

Описание

DEs ist noch gar nicht so lange her, dass Daniel Mahan, allen bekannt als Schamane Mahan, fest davon überzeugt war, in der Spielewelt von Barliona den sechsten und letzten Schritt hinter sich gebracht zu haben. Doch jetzt funkt ihm das Leben dazwischen. Das Unternehmen entschließt sich dazu, den Gebieter des Schattens mitsamt seiner Anhängerschar von den Toten auferstehen zu lassen. Der CEO des Unternehmens persönlich ist es, der das Spiel per Knopfdruck zurücksetzt. Sofort erwachen Geranika und sein Drache des Schattens wieder zum Leben. Und das Unternehmen macht dem Schamanen ein Angebot, das er unmöglich ablehnen kann.
Издатель:
Издано:
Sep 3, 2020
ISBN:
9788076192119
Формат:
Книга

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Survival Quest - Vasily Mahanenko

Epilog

Kapitel 1: Rückkehr nach Barliona

„Willkommen in Barliona. Bitte befasse dich mit den Hinweisen zum neuesten Update, während die Kapsel neu konfiguriert wird."

Eine angenehme weibliche Stimme listete die aktualisierten Spielemechaniken und ihre Besonderheiten auf. Doch damit hatte ich mich in der Realität längst befasst. Stacey hatte die wichtigsten Änderungen kurz für mich zusammengefasst: Das Level der NPCs, die Imperatoren darstellten, war von 500 auf 1.000 erhöht worden. Nun konnte den Imperatoren nicht einmal ein ganzes Dutzend auf einmal aktivierter Armageddon-Schriftrollen etwas anhaben. Die Level der Berater und Herolde wurden auf 900 und 800 angehoben. Was die Spieler betraf, hatte man sich einen fiesen Trick erlaubt – die Höchstgrenze für eine Verbesserung der Statistiken war entfernt worden. Wer stur genug war, konnte seine Eigenschaften nun also bis ins Unendliche steigern. Gleichzeitig war jedoch die Zahl der neuen Eigenschaftspunkte, die ein neues Level einem Spieler schenkte, verringert worden.

In den Foren war Empörung ausgebrochen. Besonders zornig waren die Spieler auf hohem Level gewesen, die bereits vor langer Zeit die Höchstgrenzwerte ihrer Eigenschaften erreicht hatten. Alle Bonus-Eigenschaftspunkte, die ihr Aufstieg ihnen in der Vergangenheit verschafft hatte, waren für sie verloren. Trotz der Empörung blieb das Unternehmen bei seiner Entscheidung. Es gab keine Extra-Boni, für niemanden. Allerdings machte man das Zugeständnis, dass die Spieler die aufgesparten, bislang noch nicht zugewiesenen Eigenschaftspunkte jetzt nach Belieben in ihre Eigenschaften investieren konnten. Wenigstens wusste jetzt jeder, wie alles geregelt war. Damit mussten wir uns zufriedengeben.

In der Spielemechanik gab es keine weiteren globalen Änderungen, mit Ausnahme verschiedener neuer Klassen und Rassen, inklusive neuer Standorte. Ansonsten hatte sich die Landmasse unseres Kontinents vergrößert. Ursache war der Legende zufolge, dass eine Insel den Kontinent gerammt und dadurch ein Erdbeben hervorgerufen hatte. Ich vermutete, auf dieser Insel fanden sich die neuen Rassen, obwohl ich, das musste ich zugeben, den heruntergerasselten Neuheiten nur mit halbem Ohr lauschte. Zu sehr war ich auf das 3D-Abbild meines Charakters fixiert, reich ausgestattet mit einer prächtigen Schamanenrüstung. Bevor ich Geranika in die Luft gejagt hatte, hatte ich längst nicht so beeindruckend ausgesehen. Meine neue Ausrüstung schimmerte im Violett Legendärer Gegenstände. Was mir verriet, dass mir ein Studium ihrer Eigenschaften ein strahlendes Lächeln ins Gesicht zaubern würde. Immerhin hatte meine alte Ausrüstung, die ich von den Thrizinianern bekommen hatte, ab Level 300 keine Wirkung mehr.

Das Unternehmen hatte sich außerdem dazu entschlossen, Geranika und seine Armee wiederauferstehen zu lassen. Wie sich herausgestellt hatte, hatten meine fünf Armageddon-Schriftrollen nicht nur den Gebieter des Schattens und seine Handlanger ins Nirwana befördert, sondern auch den neuen Drachen des Schattens, in den die Programmierer so viel Hoffnung investiert hatten. Diesmal hatten James und sein Team sich nicht die Mühe gemacht, das Rad neu zu erfinden. Stattdessen hatten sie Herrn Johnson gebeten, das Spiel in den Status zurückzusetzen, wie er eine Stunde vor der globalen Zerstörung geherrscht hatte. Sie hatten ganze Berge an erklärenden Dokumenten verfasst und eine Bewertung der Höhe der Entschädigungen vorgenommen, die den Spielern für die während dieser einen Stunde erzielten Fortschritte zu zahlen waren. Anschließend hatte Herr Johnson höchstpersönlich auf den großen roten Knopf mit der Aufschrift „Zurücksetzen" gedrückt. Geranika und sein Drache des Schattens waren wieder zum Leben erwacht, und die Spieler hatten ihre Entschädigungen erhalten.

Das Unternehmen hatte es allerdings nicht gewagt, an meinem Charakter Änderungen vorzunehmen. Mahan behielt alle Erfahrungspunkte, die er sich durch die Vernichtung Geranikas gesichert hatte. Darüber hinaus hatte das Unternehmen den Schamanen mit fantastischer Beute ausgestattet. Jedes Mal, wenn ich einem Mitarbeiter des Unternehmens begegnet war, hatte der mich verheißungsvoll angegrinst und mich aufgefordert, so schnell wie möglich ins Spiel zurückzukehren, um mir die Eigenschaften dieser Beute anzusehen, die die Großzügigkeit der Firma mir verschafft hatte.

In der Zwischenzeit hatte sich mein Leben nach dem Verlassen der Kapsel zu einem echten Märchen entwickelt. Es hatte mich nur drei Tage in einem Rehabilitationszentrum gekostet, um meinen Weg zurück in die Realität zu finden. Eine Woche lang hatte ich jeden Tag vor Gericht erscheinen müssen, um als Zeuge auszusagen. Dann war eine Reihe absolut einzigartiger Vereinbarungen mit dem Unternehmen erfolgt, die meinen Charakter betrafen. Der Höhepunkt war freilich das Auftauchen von Anastaria gewesen, die lange Rede, die sie gehalten hatte, eine halbe Stunde, in der wir geschwiegen und einander in die Augen gesehen hatten, der ungezügelte, leidenschaftliche Sex, der danach gefolgt war, die verrückten Entschuldigungen und Liebesschwüre … Meine Realität wurde durch Tränen, Glück und Liebe beherrscht.

Hätte Staceys Vater nicht auf unserer Rückkehr nach Barliona bestanden, wer weiß, vielleicht hätte unser Märchen sich endlos fortgesetzt. Doch alle guten Dinge mussten einmal ein Ende finden, also …

Tritt ein!

Die Liste deiner Quests wurde aktualisiert. Bitte überprüfe die vorgenommenen Änderungen.

Das war die erste Meldung, die ich vor mir sah. So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte die Systemmitteilung nicht beiseite wischen. Das verriet mir: Bevor ich der Aufforderung nicht nachgekommen war und mir die aktualisierten Quests angeschaut hatte, würde ich mich in Barliona nirgendwohin begeben können. Zur Sicherheit überprüfte ich, dass mein Spawn mich an einen gefahrlosen Ort gebracht hatte. Ja, ich war in der Haupthalle von Altameda gelandet. Also setzte ich mich auf meinen geliebten Schaukelstuhl und rief meine Quest-Liste auf. Ich hatte den üblen Verdacht, man würde es mir nicht einmal gestatten, Altameda zu verlassen, bevor ich mich nicht mit allen aktuellen Änderungen meines Schamanen vertraut gemacht hatte.

„Der Schöpfer der Welt"

Beschreibung: Wende dich an den Einsiedler, der am Fuß der Elma-Berge lebt. Er wird dir helfen, dein Handwerk in die richtige Richtung zu lenken.

„Die Piratenbrüder, Teil 3: Auf nach Armard!"

Beschreibung: Greife mit den Piraten die Hauptstadt des Schatten-Imperiums an. Zerstöre das Herz des Gebieters des Chaos (die Frist dafür läuft in 15 Tagen ab) oder plündere die Stadt. Diese Quest musst du auf deinem eigenen Schiff abschließen.

„Training: Level 2"

Beschreibung: Schließe das Trainingsgelände des Vampir-Patriarchen ab.

Trainingsdauer: 6 Wochen

Belohnung: + 60 für alle Eigenschaften, + 5 Level

„Audienz beim Imperator"

Beschreibung: Du hast beim Imperator und dem Imperium von Malabar den Status der Begeisterung verdient. Der Imperator möchte dich sprechen, um dir deine Belohnung zu übergeben.

„Audienz beim Dunklen Lord"

Beschreibung: Du hast beim Dunklen Lord und dem Imperium von Kartoss den Status der Begeisterung verdient. Der Dunkle Lord möchte dich sprechen, um dir deine Belohnung zu übergeben.

„Die Belohnung des Imperators"

Beschreibung: Du hast das Achievement einer Ersten Tötung erreicht und zwei Eintrittskarten für eine Audienz beim Imperator erhalten. Die Audienz wird in fünf Monaten stattfinden.

„Das Grab des Schöpfers"

Beschreibung: Du hast den Originalschlüssel zum Grab des Schöpfers empfangen. Alle Gegenstände, die du in diesem Dungeon findest, sind Einzigartig oder besser. Das Mindestlevel der Mobs in diesem Dungeon entspricht dem des Spielers mit dem höchsten Level auf deinem Kontinent. Diese Information wird für alle Clans von Barliona bereitgestellt.

„Enger Familienverband, Teil 1"

Beschreibung: Im Laufe der nächsten drei Kalendermonate müssen du und Anastaria insgesamt 30 Mal mindestens eine Stunde mit einer gemeinsamen Aktivität verbringen, dem Abschluss einer Quest oder zumindest einer Unterhaltung.

Questart: Einzigartig, familienbezogen

Belohnung: + 2.000 für die Reputation bei den Priestern der Eluna, + 1.000 für die Reputation bei der Göttin Eluna und die nächste Quest der Questreihe

Wie überaus interessant! Nur durch das Lesen einer alten Liste hatte ich jetzt bereits viele neue Informationen erhalten. Erstens, die Questbeschreibungen waren teilweise aktualisiert worden. Bisher hatte man mir für den Abschluss des Trainings beim Patriarchen keine fünf neuen Level versprochen. Zweitens hatte meine Reputation in Malabar und Kartoss ihren Höchststand erreicht. Neugierig öffnete ich meine Liste der freigeschalteten Achievements, doch da stand nichts darüber, dass ich der Erste wäre, der bei gleich zwei Imperien den Begeistert-Zustand erreicht hatte. Anscheinend hatte das vor mir bereits jemand geschafft. Zu schade! Drittens waren einige soziale Quests aus der Liste entfernt worden, die ich vor Urzeiten erhalten und bislang noch nicht erfüllt oder zu denen ich keine Lust gehabt hatte. Anscheinend hatten die Programmierer diese Quests als überflüssig erachtet und gelöscht.

Dein Charakter wurde aktualisiert. Bitte mach dich mit den vorgenommenen Änderungen vertraut.

Wenn ich mich mit den Änderungen vertraut machen wollte, musste ich mich zuerst einmal mit meinen Eigenschaften und meiner Ausrüstung beschäftigen. Das hatte ich gleich zu Anfang erledigen wollen, aber dann war mir die Meldung mit den aktualisierten Quests dazwischengekommen. Ich öffnete die Registerkarte mit den Statistiken und sah mir die Eigenschaften des ersten Gegenstands an, der dort aufgeführt wurde.

Der LXXII-Brustpanzer von Edka

Beschreibung: Der altehrwürdige Troll Edka war einer der Begründer des Schamanentums und bekannt für seinen anspruchsvollen Geschmack, was Panzerung und Rüstungen betraf. Er war nicht leicht zufriedenzustellen. Entweder gefiel ihm die Beschreibung eines Rüstungsgegenstands nicht, oder ihm reichten die dadurch verliehenen Boni nicht aus, oder das Erscheinungsbild des Gegenstands war nicht nach seinem Geschmack. Dann stolperte der Troll eines Tages über den LXXII-Brustpanzer. Dieser war so perfekt, dass der Troll einen Nervenzusammenbruch erlitt.

Boni: + 2.500 für Ausdauer, + 3.200 für Intelligenz, + 600 für Stärke, + 900 für Beweglichkeit, + 40 für Energie, + 3.400 Widerstand gegen alle Arten von Schaden

Kombinationsbonus bei Einsatz von 2 Gegenständen aus dem Set: + 5.000 für Intelligenz

Kombinationsbonus bei Einsatz von 6 Gegenständen aus dem Set: + 5.000 Ausdauer und + 10.000 für Intelligenz

Bonus für das Anlegen des gesamten Sets: + 30 % für alle Haupteigenschaften

Gegenstandsklasse: Legendäres Set

Einschränkungen: Schamane, ab Level 300

Ich schluckte schwer und warf meinem Hordenden Hamster und meiner Gierkröte einen Seitenblick zu. Sie waren ohnmächtig zusammengebrochen. Mit einem solchen Geschenk hätte ich niemals gerechnet – neun Legendäre Gegenstände! Der gesamte Satz von Edkas Rüstung! Meine alte Rüstung von den Thrizinianern hatten die Programmierer netterweise in meinen Beutel gesteckt. Genau dort würde sie auch bleiben, beschloss ich, nachdem ich die Eigenschaften der beiden Rüstung-Sets miteinander verglichen hatte. Ab Level 300 waren die Unterschiede enorm. Der Satz von Edka verschaffte mir nahezu doppelte Boni. Lediglich die Stiefel, die der Imperator mir überreicht hatte, konnten der neuen Rüstung ansatzweise das Wasser reichen. Ich hätte sie bestimmt weitergetragen, wenn das Anlegen der gesamten Rüstung von Edka mir nicht einen zusätzlichen Vorteil eingebracht hätte.

Bei meiner restlichen Ausrüstung hatte sich nichts geändert. So trug ich beispielsweise noch immer eine kupferne Halskette, die meiner Intelligenz den geradezu lächerlichen Bonus von + 12 verschaffte. Es war eine mahnende Erinnerung daran, dass es Zeit wurde, ein paar neue Gegenstände herzustellen. Ich schloss das Fenster mit der Ausrüstung und den Eigenschaften und wollte gerade meine Mailbox hervorholen, als eine weitere Meldung erschien:

Bitte weise deine freien Eigenschaftspunkte zu.

Es gab keine anderen Optionen. So angestrengt ich auch versuchte, das Fenster zu schließen, das sich hinter der Meldung geöffnet hatte – das System bestand darauf, dass ich ihm seinen Wunsch erfüllte. Nicht einmal das vorübergehende Abmelden in die Realität verbesserte die Lage. Sobald ich ins Spiel zurückkam, versperrte mir erneut der Bildschirm mit den Statistiken den Blick auf alles andere und bestand auf einer Zuweisung der 1.500 freien Eigenschaftspunkte. Mir blieb keine Wahl.

„Meister! Ich hatte meine Statistik gerade wieder geschlossen, als mein Haushofmeister mich aufsuchte. Das System war wohl der Meinung, es hätte seine Aufgabe nun erfüllt, mich umfassend über das letzte Update von Barliona zu informieren. Endlich konnte ich all diese nervigen Fenster beiseiteschieben und mich dem eigentlichen Spiel widmen. „Haben Sie Befehle für mich?

„Berichte mir doch bitte, was sich in der letzten Zeit in der Burg alles getan hat."

Viltrius zupfte sich die Aufschläge seines Gewandes zurecht, als könnte er dadurch seine Gedanken ordnen. Dann straffte er sich stolz und sprach mit Gefühl, mit Verstand und mit Selbstbewusstsein. Ich konnte mir nur mühsam ein Lächeln verkneifen. Es fehlte lediglich ein Podium, und seine Ansprache wäre perfekt gewesen. Er erinnerte mich an einen kleinen Jungen, der am Weihnachtstag ein paar Verse aufsagen musste, um sich sein Geschenk zu verdienen.

Es hatte in der Burg nicht viele Veränderungen gegeben, und es war auch sonst nicht viel passiert. Angesichts der Tatsache, dass unser Standort recht abgelegen war von den Städten, in denen die NPCs sich normalerweise aufhielten, und dieser Bereich für Spieler um Level 180 herum gedacht war, hatte Viltrius Grautod und ihr Rudel freigelassen, damit sie die Umgebung erkunden konnten. Mir war schleierhaft, auf welche Weise es der Goblin geschafft hatte, mit den Wölfen zu kommunizieren, aber es war ihm gelungen, diverse Bedingungen für diesen Ausflug festzulegen. So sollten etwa 30 % aller Erfahrungspunkte, die durch das Töten von Mobs erzielt wurde, den Konten der Burg zufließen, und die Beute hatte in einem unserer Vorratsgewölbe zu landen. Grautod war damit einverstanden gewesen.

In einem weiten Umkreis um die Burg herum war nun alles von Mobs befreit. Vollständig. Bis hin zu den Fröschen und Grillen, von Bären, Elchen und anderer Fauna einmal ganz zu schweigen. Außerdem hatten sich dem Rudel mehrere neue Wölfe angeschlossen. Grautod hatte sie im Wald um die Burg herum aufgestöbert. Plus, mehrere Wölfinnen hatten inzwischen Junge geworfen. Das Gesamtlevel des Rudels lag nun bei 240, und Grautod selbst hatte es sogar auf Level 280 gebracht. Auf einmal ging mir auf, dass ich mit den Wölfen über eine große und recht mächtige Armee an NPCs verfügte. Anders als die Wachen waren die Wölfe auch nicht an die Burg gebunden. Vimes, mein Sicherheitschef, und seine Krieger waren der Verteidigung der Burg zugewiesen. Es wäre ziemlich teuer und riskant gewesen, sie bei Raids als Söldner einzusetzen.

Nach dem Bericht über die Wölfe überraschte Viltrius mich mit der Nachricht, dass sich der Gehässige Gnum nun bereits seit drei Wochen in der Burg aufhielt. Der Gnom war vor der großen Verheerung eingetroffen und trieb seitdem diejenigen zur Verzweiflung, die für die Bewachung der Vorratsgewölbe zuständig waren. Die große Verheerung – das war der Begriff, mit dem das Unternehmen den Zeitraum belegt hatte, in dem Barliona offline gewesen war. Die aktualisierte Geschichte Barlionas berichtete von einem Meteor, der nahe an unserer Welt vorbeigeflogen war und dabei zwei Wochen lang die Zeit zum Stillstand gebracht hatte, für die Lebewesen ebenso wie für alle Phänomene und Ereignisse. Ich hatte keine Ahnung, weshalb man sich eine solche Fantasiegeschichte hatte einfallen lassen. Ebenso gut hätte man das Spiel ohne weitere Änderungen in dem Augenblick wieder aufnehmen können, in dem die Server zusammengebrochen waren, oder eine Stunde früher. Wahrscheinlich diente die Legende mit dem Meteor irgendwelchen internen Zwecken, vermutete ich.

Wie auch immer, dem Gehässigen Gnum war es auf diese Weise gelungen, sein Versprechen zu erfüllen und mein Burgtor zu reparieren. Dabei hatte er meinen verbliebenen Vorrat an imperialer Eiche nahezu verbraucht. Anschließend hatte er sich in seiner Werkstatt verbarrikadiert, wo er sich jetzt bereits seit zwei Wochen aufhielt. Manchmal konnte man aus der Werkstatt unterdrücktes Lachen hören, Explosionen, Flüche und erneutes Lachen, und ab und an tauchte einer der Dämonen aus der Werkstatt auf und überreichte Viltrius eine Liste der Zutaten, die der Gnom als Nächstes benötigte. Es waren immer extrem hochlevelige Zutaten. Ablehnen konnte mein Haushofmeister diese Forderungen nicht. Schließlich hatte ich ihn angewiesen, jedem Wunsch von Gnum nachzukommen. Es war dem Goblin jedoch anzusehen, wie wenig ihm eine solche „Verschwendung" gefiel.

Vimes‘ fröhliche Bande an Wachen hatte ihre Aufgabe perfekt erfüllt. Es war in den drei Wochen seit meinem letzten Auftauchen in der Burg zu keinerlei nennenswerten Vorfällen gekommen. Herr Kristowski war einige Male mit Fremden aufgekreuzt und hatte die Kellergewölbe untersucht. Anschließend hatte unser Clan diverse neue Verträge abgeschlossen. Derzeit waren die Gewölbe zu 70 % ausgelastet, und lediglich ein Drittel davon war mit Gegenständen belegt, die meinem eigenen Clan gehörten. Alles andere waren Schätze, die andere Clans den Legenden von Barliona anvertraut hatten, komplett mit entsprechenden Vereinbarungen über Lagerungsdienstleistungen und deren Bezahlung.

Viltrius beendete seinen Statusbericht, hatte es jedoch nicht eilig damit, wieder zu verschwinden. Er fummelte an seinen Aufschlägen herum und erwartete eindeutig etwas von mir.

„Wir sollten ein paar Klabautermänner einstellen, platzte er schließlich heraus. „Ohne Klabautermänner ist die Burg leer und verlassen. Nicht eine Menschenseele treibt sich hier herum! Und wir sind dem Treiben der mächtigsten Wesen dieser Welt schutzlos ausgeliefert. Meister, können wir uns mit Lady Anastaria nicht irgendwie einigen, damit sie das Alganid entfernt?

Der Goblin warf mir einen so flehenden Blick zu, dass ich nicht widerstehen konnte und Anastaria telepathisch kontaktierte. Wir waren gleichzeitig wieder ins Spiel eingestiegen, also musste sie irgendwo in Barliona sein.

„Liebling, könntest du bitte das Alganid aus Altameda herausholen?"

„Aber selbstverständlich! Bist du gerade in der Burg?"

„Ja. Ich hole dich zu mir."

„Warte einen Augenblick, ich unterhalte mich gerade mit meinem Vater. Oder noch besser – ich gewähre dir hiermit offiziell den Zugang zu meinem Raum und zu meiner privaten Truhe. Jetzt kannst du das Alganid selbst entfernen. Übrigens, sag Bescheid, wenn du in deiner Burg alles erledigt hast, dann hole ich dich an unseren Standort. Es gibt etwas zu besprechen."

„Ist etwas passiert?"

„Oh, ja – das Himmlische Imperium hat unserem Kontinent den Krieg erklärt! Hast du deinen Posteingang schon überprüft?"

„Was? Krieg? Nein, für meine Post hatte ich noch keine Zeit. Warum, was finde ich da??"

„Wenn ich das richtig verstanden habe, Dan, müssten mehrere Angebote bei dir eingegangen sein. Wir haben die Büchse der Pandora geöffnet! Alle wollen ins Grab des Schöpfers, und alle wollen, dass du als der Eigentümer des Originalschlüssels sie begleitest. Man hat uns ein Ultimatum gestellt … Ich will dich jetzt nicht mit Informationen überlasten. Erledige deine Aufgaben in der Burg und komm dann zu uns. Ich schicke dir die Koordinaten per E-Mail. Mein Vater hat dir Zugang zu seiner Burg eingeräumt."

„Viltrius, ich gewähre dir den Zugriff auf Anastarias Gemach und ihre private Truhe. Entsorge das Alganid!" Ich gab die Anweisung ziemlich geistesabwesend – die Neuigkeiten hatten mich schockiert. War das Grab des Schöpfers tatsächlich ein so wichtiger Ort im Spiel, dass ein gesamter Kontinent dafür in den Krieg zog? Zugegeben, das Himmlische Imperium verfügte über die erstaunlichsten Spieler. Das Durchschnittslevel ihres besten Clans lag bei 380, und sie hatten den Spieler mit dem höchsten Level in Barliona, einen Krieger mit einem Zungenbrecher als Namen und Level 433. Angesichts der Tatsache, dass zwei der Spieler unseres Kontinents über Level 300 – ich meine damit Höllenfeuer und Keinepanik – in den Minen gelandet waren, bedeutete das eine massive Überlegenheit der Gegner. Wenn wir uns dem Kampf gegen solche Superhelden stellen wollten, konnten wir eine Menge Legendäre Gegenstände ebenso gut gleich wegwerfen. Mit etwas anderem als Legendären Gegenständen gegen das Himmlische Imperium in die Schlacht zu ziehen war allerdings von vornherein sinnlos. Man würde uns zerquetschen, ohne auch nur vorher unsere Spielernamen zu lesen.

Helfen konnte uns nur, dass die Spieler des Himmlischen Imperiums im Allgemeinen nicht sehr interessiert an Kämpfen Spieler gegen Spieler waren. Wenn ich mich korrekt an das erinnerte, was Plinto mir berichtet hatte, betrachtete man dort alles als sinnlos, das einem keine Erfahrungspunkte einbrachte, und dazu gehörte eben auch PvP. Spieler, die sich auf das Vernichten von Mobs spezialisiert hatten, konnten bei der Attacke auf solche mit PvP-Erfahrung möglicherweise auf diverse Probleme stoßen. Jedoch spielten die speziellen Talente bei einem Levelunterschied von mehr als 100 auch keine Rolle mehr. Man würde uns in kürzester Zeit gründlich den Garaus machen, sich den Staub abklopfen und nach Hause zurückkehren.

Aber warum waren sie überhaupt so sehr an der Grabstätte interessiert? Wussten die vielleicht etwas, das uns nicht bekannt war? Das Himmlische Imperium konnte doch bestimmt …

„Meister! Meister! Viltrius riss mich aus meinen unangenehmen Überlegungen. Er strahlte vor Glück. Seine Freude war so ansteckend, dass ich selbst lächeln musste. „Wir können Klabautermänner einstellen! Vier von ihnen. Nein, fünf ist besser. Meister, ich habe das Alganid aus der Burg geworfen. Jetzt hält uns nichts mehr davon ab, eine Verteidigung zu organisieren, wie sie einer Burg auf Level 25 würdig ist!

Mir war klar, der Goblin würde ohnmächtig zusammenbrechen, wenn ich ihm die Mitarbeiter nicht sofort besorgte. Also stand ich von meinem gemütlichen Schaukelstuhl auf und setzte mich auf meinen offiziellen (und unbequemen) Thron. Kaum hatte ich mir die Krone des Eigentümers aufgesetzt, sah ich auch schon die Benutzeroberfläche für die Verwaltung der Burg vor mir. Dort fiel mir zuerst der „grüne" Status der Burg auf. Ein Hinweis informierte mich über eine derzeitige Haltbarkeit von 100 %.

Ich wechselte zur Registerkarte für das Personal, wo die Höhe der Gehälter für Vimes und seine Armee mir einen leisen Fluch entlockten, und versank in Grübeleien. Es stimmte, ich musste ein paar Klabautermänner anheuern, daran führte kein Weg vorbei. Und es stimmte ebenfalls, dass ich bereits über einen kleinen Personalstamm von sieben NPCs verfügte, darunter ein Portaldämon mit seinem eigenen Portal und ein verrückter Haushofmeister, der mir jeden Wunsch erfüllte, aber irgendetwas fehlte hier noch. Es war nur eine Kleinigkeit, doch sie würde diese herrliche Burg in noch besserem Licht erstrahlen lassen.

Ich arbeitete mich durch die einzelnen Registerkarten, doch da war nichts Aufregendes für Altameda dabei. Alles war bereits gebaut und alles war bereits gekauft worden. Die weitere Entwicklung der Burg hing von einer Verbesserung der Lebensbedingungen und Dekorationen ab, aber diese Verbesserung ließ sich nun einmal nicht durch Anschaffungen über eine Benutzeroberfläche erreichen. Da musste ein Spieler schon selbst eingreifen. Unter den Umständen gab ich das Ziel eines Upgrades für die Burg besser gleich auf. Gnum allein konnte nicht viel erreichen, und um andere Handwerker anzuziehen, musste ich erst einmal Werbung machen, und zwar gute und teure Werbung. Aber Moment …

„Viltrius, sprach ich meinen Gedanken aus, nachdem ich die Gehälter für fünf Klabautermänner genehmigt hatte, „sag mal, welche Vorteile hätte es für die Burg und ihren Eigentümer, wenn wir eine Dinnerparty veranstalten?

„M-meister, haben Sie ‚D-dinnerparty‘ gesagt?", stotterte der Goblin.

„Dinnerparty, Ball, Party, Fest … Du kannst es nennen, wie du willst. Mir geht es nur um eines – Werbung für die Burg und den Clan. Wir können den Imperator und den Dunklen Lord einladen, und vielleicht beehrt uns sogar der Gebieter des Schattens mit seiner Anwesenheit, solange wir seine Sicherheit garantieren. Wir werden die Creme der Gesellschaft dieses Kontinents hier versammeln und ein Turnier veranstalten."

„Meister!, kreischte mein Haushofmeister und machte ein Gesicht, als drückte ihn eine tonnenschwere Steinplatte nieder. „Können Sie sich vorstellen, was das alles kosten würde?

„Nein, keine Ahnung – wie viel denn?" Ich rollte meine Ärmel hoch. Das Unternehmen hatte mir meine 100 Millionen zurückerstattet. Warum sollte ich mir nicht selbst ein kleines Geschenk machen? Herr Kristowski würde mich schon nicht umbringen, wenn ich ein paar Dutzend Millionen ausgab …

„Die Einladung solch hoher Gäste muss lange Zeit im Voraus geplant werden und verlangt nach strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Es müssen hochrangige Beamte aller Imperien anwesend sein. Und wenn Sie ein Turnier veranstalten möchten, müssen Sie dies öffentlich bekanntgeben und jedem die Teilnahme gestatten. Soweit ich mich erinnere, hat es auf unserem Kontinent eine solche Veranstaltung noch nie gegeben – sie wäre einfach zu teuer. Auf die Schnelle kann ich kein Budget festlegen, aber ich vermute, die Kosten liegen bei mindestens 200 Millionen Goldstücken."

„WIE BITTE?" Meine Augenbrauen schnellten in die Höhe.

„Allein den Imperator und den Dunklen Lord einzuladen würde uns schon jeweils 50 Millionen kosten, das weiß doch jeder. Und der Gebieter des Schattens würde zu einer solchen Summe ebenfalls bestimmt nicht nein sagen. Wir müssten enorme Verbesserungen an der Burg vornehmen, einen Turnierplatz anlegen, Essen, Getränke und Unterhaltung bieten, und vor allem eine angemessene Sicherheit. Unter den Freien Bürgern könnte schließlich jederzeit ein Streit ausbrechen. Oder zwischen Freien Bürgern und NPCs. Wer weiß denn schon, was den Leuten einfällt, wenn sie zu viel getrunken haben? Wie auch immer, wir müssten eine ganze Armee an Sicherheitsleuten einstellen. Das ist alles sehr teuer, und ich weiß nicht einmal, wie ich die Kosten auch nur annähernd abschätzen soll."

„Du musst überhaupt nichts abschätzen. Sofort regte sich mein Widerspruchsgeist. Hatte das Unternehmen jetzt völlig den Verstand verloren? Wie konnten sie so hohe Summen verlangen, wenn man einen Imperator-NPC einladen wollte? Oh, nein – nicht mit mir! „Beruhige dich wieder, es war nur ein schlechter Scherz. Kümmere dich um die Klabautermänner – die brauchen Anweisungen und Aufsicht.

Niedergedrückt schlich Viltrius von dannen, und ich verbrachte mehrere Minuten mit der Überlegung, was ich als Nächstes angehen sollte – meine Mailbox oder den Gehässigen Gnum? Die Oberfläche für das Management der Burg zeigte mir an, dass der Gnom sich in seiner Werkstatt aufhielt. Also schaute ich am besten gleich mal dort vorbei und sah mir an, was er gerade zurechtbastelte. Am Ende gewann jedoch meine Faulheit. Ich hatte momentan nicht die geringste Lust, aufzustehen und mich mit jemandem zu unterhalten. Ich musste mich erst einmal von meinem letzten Gespräch mit dem Haushofmeister erholen und von der Neuigkeit mit den hohen Kosten eines Turniers. 200 Millionen! Ich öffnete meine Mailbox und seufzte. Erneut hatten sich riesige Berge unerledigter Post aufgehäuft.

Damit konnte ich mich von den nächsten Stunden meines Lebens gleich verabschieden. Nein, so konnte das nicht weitergehen! Ich musste dringend etwas unternehmen. Eine Möglichkeit war, eine Sekretärin einzustellen.

Hallo Mahan, du berühmter Geizhals!

Das Angebot von 10.000 Goldstücken für eine Einzigartige Karte ist nicht einmal mehr lustig. Es ist schlichtweg dumm! Ich verstehe deine Position – mein erstes Schreiben war ein wenig naiv. Inzwischen ist, angesichts der jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit dem Grab des Schöpfers, der Preis der Karte auf eine Million Goldstücke gestiegen, plus 10 % der Beute, die der Dungeon dir verschafft, zu dem die Karte führt. Außerdem musst du mir gestatten, dich zu begleiten und Erfahrungspunkte zu sammeln. Was den Standort betrifft, den die Karte ausweist, so ist dies eine kleine Höhle in den Freien Landen, die unter einem magischen Schleier verborgen ist. Nur um dein Interesse zu wecken, verrate ich dir weiter: Es handelt sich um die Höhle, in der Karmadont sich seine Macht verdiente. In der Höhle halten sich Phantome ab Level 350 auf. Deshalb kann ich mich allein nicht in diesen Dungeon wagen. Ich habe jedoch den starken Verdacht, dass du an einem Standort, der sich auf Karmadont bezieht, höchst interessiert bist. Schließlich bist du der Schöpfer des Schachspiels! Ich hoffe sehr, wir kommen bald zu einer Einigung.

Respektvoll,

Jäger Sabantul der Glückliche

Vor Aufregung setzte mein Herz einen Schlag aus. Ich sprang vom Thron auf und lief unruhig in der Halle hin und her. Der Ergreis! Der Kristall, den Lait aus einer anderen Welt hierhergebracht hatte und der sich jetzt im Grab des Schöpfers befand! Die Phantome, die Sabantul erwähnte, waren die mächtigen Magier der Vergangenheit, die bei der Aktivierung des Kristalls umgekommen waren. Von ihnen konnte ich bestimmt erfahren, was der Ergreis war und wie ich ihn neutralisieren konnte. Wie war Sabantul bloß an diese Karte gekommen? Wo hatte er sie ausgegraben? Halt! Ich hatte doch bereits Reptilis damit beauftragt, diese Höhle zu finden.

„Was ist?", knurrte der Kobold ins Amulett.

„Reptilis, hier ist Mahan. Wie läuft deine Suche nach einem Krastil?"

„Was? Ich habe dir doch schon einen Bericht geschickt! Hast du ihn nicht bekommen?"

„Ich habe mich noch nicht mit meiner Mailbox befasst. Ich bin nach dem Neustart gerade erst wieder im Spiel zurück."

„Deine Höhle habe ich nicht gefunden. Ich habe die gesamten Ausläufer der Elma-Berge abgesucht – vergebens. Mahan, denk dran, du hast mir den Anhänger versprochen, und zwar unabhängig davon, ob ich Erfolg habe oder nicht!"

„Ich weiß. Ich stelle ihn gleich morgen her. Dafür brauche ich deine offizielle Erlaubnis, das Bild deiner anderen Hälfte zu verwenden und sie an den Gegenstand zu binden. Am besten schriftlich."

„Du wirst sie bekommen. Und was wirst du jetzt wegen der Krastils machen?"

„Gar nichts. Genaugenommen brauche ich sie nicht mehr. Aber danke für deine Hilfe. Schick mir die Mail, und morgen gebe ich dir deine beiden Anhänger. Du wirst der Erste sein, der welche bekommt."

Ich legte das Amulett zurück in meinen Beutel und tigerte weiter in der Halle umher. Reptilis hatte keinen Erfolg gehabt – die Höhle war ohne Karte also unmöglich zu finden. Mein Drang, Sabantul sofort das Geld zu überweisen, war so stark, dass ich mich an meinen Posteingang setzte, um ihn zu überwinden. Das Sortieren der E-Mails würde mich schon davon abhalten, auf die Schnelle so viel Geld auszugeben. Bevor ich mich auf das Geschäft einließ, musste ich sorgfältig alle Vor- und Nachteile abwägen und Informationen über Sabantul den Glücklichen sammeln. Erst dann durfte ich eine Entscheidung treffen. Die Angelegenheit mit Keinepanik hatte mir zur Genüge bewiesen, welche Folgen es haben konnte, erst zu handeln und dann zu denken. Das hatte mir gereicht!

„Stacey, ich brauche deine Hilfe. Ich möchte über einen Spieler namens Sabantul alles herausfinden, das es herauszufinden gibt. Wer, was, wo, wann und wie … Bis hin zu Angaben darüber, wer er im realen Leben ist. Er hat mir gerade einen einzigartigen Gegenstand zum Kauf angeboten, und zwar genau zum richtigen Zeitpunkt. Mein Verfolgungswahn verlangt eine sorgfältige Überprüfung dieses Angebots."

„Wird erledigt. Um welchen Gegenstand handelt es sich?"

„Um eine Karte mit den Koordinaten zu der Höhle, in der der Ergreis und die Krastils entdeckt wurden. Erinnerst du dich an die Geschichte, die der Hochmagier uns erzählt hat? Sabantul will mir die Karte für eine Million Goldstücke und 10 % der Beute verkaufen. Geantwortet habe ich ihm bisher noch nicht. Zuerst möchte ich wissen, wie ein Spieler, von dem ich vorher noch nie etwas gehört habe, an einen solchen Gegenstand gelangt ist. Vielleicht ist es eine Fälschung. Oder eine Falle."

„Klasse – du beginnst endlich, vorher nachzudenken!", erwiderte Anastaria. „Ich bitte gleich meinen Vater, alles über diesen Sabantul auszugraben. Brauchst du noch lange?"

„Ich gehe nur noch schnell meine E-Mails durch, dann mache ich mich auf den Weg."

Ich hatte die Bürde meiner Sorgen, den Jäger betreffend, auf Staceys schlanke Schultern abgewälzt. Nun konnte ich mich mit meiner Post befassen. Ich erstellte einen neuen Ordner, in den ich alle Forderungen nach einem Anhänger der Liebenden verschob. Zu meinem großen Erstaunen waren unter den Absendern nicht nur Spieler von unserem Kontinent, sondern auch mehrere Zehntausende von anderen Standorten. Wie hatten die denn davon erfahren? Ich konnte mich nicht an einen dritten Film über die Legenden und ihre Abenteuer erinnern. Hatte Herr Kristowski etwa die Werbetrommel gerührt? So sehr, dass selbst Spieler von anderen Kontinenten bereit waren, eine Woche lang sechs Stunden pro Tag für meinen Clan zu arbeiten? Einerseits war das ein großartiger Erfolg. Andererseits waren 87.000 Bestellungen ein deprimierender Gedanke. Bei vier Minuten pro Anhänger würde es mich 348.000 Minuten kosten, die alle herzustellen. Das entsprach 241 Tagen mit je 24 Arbeitsstunden. Ich würde vor Erschöpfung zusammenbrechen.

An den Anführer der Legenden von Barliona, den Schamanen Mahan!

Ich grüße Sie, oh Schöpfer! Wir möchten unserer Hochachtung vor Ihrer Handwerkskunst Ausdruck verleihen, ebenso wie vor Ihrem Bestreben, neue Farben und Gefühle, neue Tiefen und eine unvergleichliche Schönheit in diese unsere Welt zu bringen. Wir wissen, dass Sie für diese Welt das Schachspiel von Karmadont geschaffen, das Grab des Schöpfers geöffnet und den Originalschlüssel dazu erhalten haben. Wir sind sehr daran interessiert, sicherzustellen, dass unsere Krieger das Grab als Erste betreten, und möchten Ihnen daher Folgendes anbieten: Wir zahlen Ihnen eine Milliarde Goldstücke, wenn Sie den Grab-Dungeon mit uns gemeinsam abschließen. Sie erhalten die Erfahrungspunkte, die Erste Tötung und den Titel als einer der reichsten Spieler Ihres Kontinents. Bitte lassen Sie sich unser Angebot durch den Kopf gehen. Ich erwarte Ihre Antwort innerhalb einer Woche. Niemand außer unseren Kriegern sollte diesen Dungeon abschließen! Werden Sie zu einem einzigartigen Spieler auf Ihrem Kontinent – schließen Sie sich uns an!

Bihan der Erste, Anführer des Clans der Ära der Drachen.

Himmlisches Imperium.

Mehrere Minuten lang starrte ich ins Nichts. Was bitte war hier los? Kaum hatte ich Phönix das Grab entrissen, kam eine weitere Fraktion an und beanspruchte es. Oh, nein, so weit würde es niemals kommen! Wenn dieser Bihan naiv genug war, zu glauben, dass mich allein die Aussicht auf eine Zahl mit neun Nullen dazu bewegen würde, mich begeistert in seine Arme zu werfen, irrte er sich. Gewaltig! Ein solches Angebot hätte er mir weit früher unterbreiten sollen …

* * *

„Und so stehen die Dinge, beendete ich meinen Bericht für Anastaria und Ehkiller. „Ähnliche Mails mit unterschiedlichen Angeboten habe ich von Vertretern anderer Kontinente erhalten. Fünf Mails, fünf Milliarden – und alle wollen sich das Grab und den Original-Status unter den Nagel reißen. Um ehrlich zu sein, bedeutet das für mich Stress.

„Unsere Situation ist auch nicht besser, erwiderte Ehkiller und starrte in das magische Feuer, das im Kamin brannte. „Beim jüngsten interkontinentalen Turnier der Clans sind wir auf dem letzten Platz. Unter den Umständen betrachtet man die Clans aus Kalragon nirgendwo als ebenbürtige Gegner. In der Gemeinschaft aller Spieler gelten wir als die Schwächlinge, die man nach Belieben unterdrücken kann. Man hat dem Clan Phönix bereits drei Ultimaten gestellt. Wenn wir nicht die Koordinaten des Grabs preisgeben und einen sicheren Zugang dazu garantieren, wird man eine allgemeine Jagd auf uns und unsere Ressourcen eröffnen. Und zwar in unserem eigenen Gebiet.

„Die Koordinaten?, bemerkte ich überrascht. „Die sind noch nicht allgemein bekannt?

„Nein, aber sie werden nicht mehr lange ein Geheimnis bleiben. Zu viele Personen kennen den Eingang, und es ist nahezu unmöglich, sie alle zu kontrollieren. Irgendjemand wird garantiert der Versuchung erliegen, für eine Menge Geld ein paar Zahlen zu verraten. Im Himmlischen Imperium und in Astrum schweigt man – ich vermute, dort kennt man die Koordinaten bereits. Deshalb sollten wir bei unserer Planung davon ausgehen, dass der Standort des Grabs allgemein bekannt ist."

„Wir verfügen über fünf Raid-Gruppen mit je etwa 100 hochleveligen Spielern, überlegte Anastaria laut. „Die Portale zwischen den einzelnen Kontinenten wurden während der großen Verheerung geschlossen und noch nicht wieder geöffnet. Wir haben eine Woche, höchstens zwei, um uns vorzubereiten.

„Ich glaube nicht, dass die Spieler von den anderen Kontinenten ein Portal benutzen werden, bemerkte Ehkiller grimmig. „Warum sollten sie ihre Leute aufs Spiel setzen? Wir könnten schließlich direkt am Portal einen Hinterhalt legen.

„Ich habe den dumpfen Verdacht, ich kapiere nicht, was du meinst, gab ich zu. „Was würden sie denn dabei riskieren? Vielleicht töten wir sie – na und? Dann begeben sie sich irgendwo in der Nähe des Portals zum Respawn und anschließend erneut auf den Weg zum Grab.

„Für Spieler von anderen Kontinenten gibt es in Kalragon keinen Respawn-Ort, erklärte Anastaria. „Wenn sie sich hierher begeben würden, um einen Dungeon abzuschließen, würde das Spiel sie zum nächsten Friedhof schicken. Aber ihr Ziel wäre ein Kampf gegen andere Spieler. Dabei kommt die Bindung an einen Standort ins Spiel. Ihr Respawn würde also auf ihrem eigenen Kontinent stattfinden. Und sie würden dabei auch noch ein Level verlieren.

„Jetzt warte mal – wieso würden sie ein Level verlieren? Das verstößt doch gegen die Regeln!"

„Ohne dieses Risiko des Levelverlustes hätten Astrum oder das Himmlische Imperium schon längst die anderen Kontinente erobert. Dort spielen die Charaktere mit den höchsten Leveln. Mit Ausnahme von Szenarien ist ein PvP-Kampf auf einem anderen Kontinent die einzige Situation, in der ein Spieler Level verlieren kann. Es sei denn natürlich, der Standort, an den er gebunden ist, befindet sich auf diesem Kontinent. Eine solche Bindung kann nur auf zwei Arten erreicht werden – indem der Spieler eine Burg errichtet oder erwirbt oder einen Obelisken mitbringt. Ich habe das überprüft – weder in Malabar noch in Kartoss sind Anträge eingegangen, eine Burg erbauen oder kaufen zu dürfen. Geranika vergibt ohnehin keine Burgen. Diese Option kommt also nicht infrage. Somit bleibt nur die Methode mit den Obelisken übrig."

„Je mehr Zeit ich mit euch beiden verbringe, desto klarer wird mir, wie wenig ich über Barliona weiß. Ich lächelte traurig. „Was ist denn ein Obelisk?

„Es gibt dafür mehrere Begriffe – Obelisk, Clan-Symbol, mobiler Respawn-Ort, Bindungs-Punkt, erklärte Anastaria. „Von diesen Synonymen einmal abgesehen handelt es sich um eine zehn Meter hohe Statue, die unglaublich viel wiegt und enorm schwer zu transportieren ist. Sobald ein Clan Level 25 erreicht hat, kann er einen solchen Obelisken erwerben. Durch ein Portal kann man ihn nicht bringen. Trotz seines Gewichts ist ein Obelisk höchst zerbrechlich und komplett immun gegen Magie. Die Kosten für die Anschaffung liegen zwischen 30 und 40 Millionen Goldstücken, und ein Clan darf jeweils nur einen besitzen. Wenn die Spieler tatsächlich einen Obelisken hierherbringen, weiß ich auch nicht weiter. Aber wären sie dazu wirklich bereit, nur um ins Grab zu gelangen?

„Es geht nicht nur um das Grab, obwohl das der Auslöser für die neuesten Entwicklungen ist. Ehkiller seufzte bedrückt. „Während ihr beide euch ausgeruht habt, haben unsere Feinde sich weiterentwickelt. Die Abteilungen des Unternehmens, die für Astrum und das Himmlische Imperium verantwortlich sind, haben keine neuen Reiche ins Leben gerufen, sie mussten nicht mit betrügerischen Mitarbeitern kämpfen und sie haben auch keinen Feind wie Geranika eingeführt. Infolgedessen konnten sie ihre gesamte Zeit darauf verwenden, einen uralten Traum wahrzumachen – die Eroberung von Barlionas Meeren. Mahan hat einen dieser Orte bereits besucht, als er den Tintenfischdelfin gejagt hat – den Ozeanischen Abgrund. Inzwischen hat sich der Meeresgrund in einen gigantischen Spielestandort verwandelt, mit Mobs, Dungeons, Inseln, Szenarien und Ereignissen. Das Unternehmen war der Auffassung, es wäre dumm, die Möglichkeiten eines solch hervorragenden Standortes zu ignorieren. Was glaubt ihr denn, wieso plötzlich die Piraten auf unserem Kontinent aufgekreuzt sind? In den letzten fünf Jahren konnten wir keine einzige Quest mit ihnen auftreiben, und jetzt seid ihr beide Piratenkapitäne. Sie sind diejenigen, die unseren Kontinent gegen eine Invasion verteidigen müssen. Ich habe nachgeschaut – derzeit bewegen sich 42 Spieler in euren Fußstapfen, und das ist erst der Anfang. Uns steht nicht nur der Kampf um das Grab bevor, sondern auch der Kampf um die Vorherrschaft auf See. Wenn die hochleveligen Spieler der anderen Kontinente die See beherrschen, werden sie Kalragon bald ausgelöscht haben.

„Das Meer!, rief Anastaria. „Sie werden die Obelisken übers Meer transportieren, einen Brückenkopf auf unserem Kontinent errichten und von dort zum Grab aufbrechen. Aber wie können sie denn sicher sein, dass der Grab-Dungeon nicht längst abgeschlossen wurde, bis sie hier eintreffen?

Schweigen trat ein. Endlich wurde mir klar, dass Anastaria und ihr Vater von mir die Antwort auf diese Frage erwarteten.

„Ihr müsst mich nicht so anschauen!, protestierte ich. „Ich habe niemandem etwas verkauft und … Oh, verdammt und zugenäht! Ich hatte mich an meine aktualisierte Quest-Liste erinnert. Staceys Augen verengten sich sofort misstrauisch. Ich beeilte mich, eine Erklärung für

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