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Eine erlesene Verführung (Ein Toskanischer Weingarten Cozy-Krimi – Buch 4)

Eine erlesene Verführung (Ein Toskanischer Weingarten Cozy-Krimi – Buch 4)

Автор Fiona Grace

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Eine erlesene Verführung (Ein Toskanischer Weingarten Cozy-Krimi – Buch 4)

Автор Fiona Grace

Длина:
318 страниц
4 часа
Издатель:
Издано:
26 янв. 2021 г.
ISBN:
9781094344782
Формат:
Книга

Описание

„Höchst unterhaltsam. Dieses Buch gehört in die Regale aller Leser, die einen gut geschriebenen Mystery-Roman mit zahlreichen Twists und einer ausgefeilten Handlung zu schätzen wissen. Sie werden nicht enttäuscht sein. Bestens geeignet für ein kaltes Wochenende am Kamin!“
--Buch- und Filmkritiken, Roberto Mattos (über Der Tod kam vor dem Frühstück)

EINE ERLESENE VERFÜHRUNG (EIN TOSKANISCHER WEINGARTEN COZY-KRIMI) ist das vierte Buch in einer charmanten, neuen Krimi-Reihe von Bestsellerautorin Fiona Grace, Autorin von Der Tod kam vor dem Frühstück (Buch Nr. 1), einem #1- Bestseller mit über 1000 Fünf-Sterne-Bewertungen – und als kostenloser Download verfügbar!

Olivia Glass, 34, kehrt ihrem alten Leben als angesehene Werbefachfrau in Chicago den Rücken und zieht in die Toskana, entschlossen, dort ein neues, einfacheres Leben zu beginnen – und ihren eigenen Weingarten aufzubauen.

Als in der Weinkellerei ein Junggesellinnenabschied stattfinden soll, ist Olivia schwer mit den Vorbereitungen der Hochzeitsparty beschäftigt. Doch als ein Mord die Hochzeitsgesellschaft in Aufruhr versetzt – und Olivia ins Rampenlicht der Ermittlungen stellt – sind mal wieder ihre Talente als Hobbydetektivin gefragt. Wird sie den Mörder finden und ihre Unschuld beweisen können?

Ein urkomischer Trip, vollgepackt mit gutem Essen, Wein, irrwitzigen Wendungen, Romantik und einem neugewonnenen, tierischen Freund – und im Mittelpunkt ein rätselhafter Kleinstadtmord, den Olivia aufklären muss.

Der TOSKANISCHE WEINGARTEN ist eine fesselnde Krimi-Serie mit Lachern von der ersten bis zur letzten Seite.

Buch 5 der Serie ist ebenfalls bald erhältlich!
Издатель:
Издано:
26 янв. 2021 г.
ISBN:
9781094344782
Формат:
Книга

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Eine erlesene Verführung (Ein Toskanischer Weingarten Cozy-Krimi – Buch 4) - Fiona Grace

EINE ERLESENE VERFÜHRUNG

(Ein toskanischer Weingarten Cozy-Krimi – Buch Vier)

FIONA GRACE

Fiona Grace

Debütautorin Fiona Grace ist die Verfasserin der LACEY DOYLE COZY-Krimis, welche bisher neun Bücher umfassen; der EIN TOSKANISCHER WEINGARTEN COZY-Krimis, die bisher zwei Bücher umfassen; und der BÄCKEREI AM STRAND COZY-Krimis, die bisher drei Bücher umfassen.

Fiona freut sich, von Ihnen zu hören, also besuchen Sie www.fionagraceauthor.com für kostenlose eBooks und die neuesten Informationen. Schauen Sie vorbei.

Copyright © 2020 von Fiona Grace. Alle Rechte vorbehalten. Mit Ausnahme der Bestimmungen des U.S. Copyright Act von 1976 darf kein Teil dieser Publikation ohne vorherige Genehmigung des Autors in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln vervielfältigt, verbreitet oder übertragen oder in einer Datenbank oder einem Datenabfragesystem gespeichert werden. Dieses eBook ist nur für Ihren persönlichen Gebrauch lizenziert. Dieses eBook darf nicht weiterverkauft oder an andere Personen verschenkt werden. Wenn Sie dieses Buch mit einer anderen Person teilen möchten, erwerben Sie bitte für jeden Empfänger ein zusätzliches Exemplar. Wenn Sie dieses Buch lesen und es nicht gekauft haben, oder es nicht nur für Ihren Gebrauch gekauft wurde, dann geben Sie es bitte zurück und kaufen Sie Ihr eigenes Exemplar. Danke, dass Sie die harte Arbeit dieses Autors respektieren. Dies ist ein Werk der Belletristik. Namen, Charaktere, Unternehmen, Organisationen, Orte, Ereignisse und Vorfälle sind entweder das Produkt der Phantasie des Autors oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen, ob lebendig oder tot, ist völlig zufällig. Jackenbild Copyright Roxana Bashyrova, verwendet unter Lizenz von Shutterstock.com.

BÜCHER VON FIONA GRACE

EIN COZY-KRIMI AUS DER BÄCKEREI AM STRAND

EIN CUPCAKE ZUM STERBEN (Buch #1)

EIN COZY-KRIMI MIT LACEY DOYLE

DER TOD KAM VOR DEM FRÜHSTÜCK (Buch #1)

FÄHRTENSUCHE IM SAND (Buch #2)

VERBRECHEN IM CAFÉ (Buch #3)

EIN VERHÄNGNISVOLLER BESUCH (Buch #4)

EIN TÖDLICHER KUSS (Buch #5)

EIN MALERISCHER MORD (Buch #6)

VERSTUMMT DURCH EINEN ZAUBER (Buch #7)

VERDAMMT DURCH EINE FÄLSCHUNG (Buch #8)

KATASTROPHE IM KLOSTER (Buch #9)

EIN TOSKANISCHER WEINGARTEN COZY-KRIMI

EIN ERLESENER MORD (Buch #1)

EIN ERLESENER TODESFALL (Buch #2)

EIN ERLESENES VERBRECHEN (Buch #3)

EINE ERLESENE VERFÜHRUNG (Buch #4)

INHALT

KAPITEL EINS

KAPITEL ZWEI

KAPITEL DREI

KAPITEL VIER

KAPITEL FÜNF

KAPITEL SECHS

KAPITEL SIEBEN

KAPITEL ACHT

KAPITEL NEUN

KAPITEL ZEHN

KAPITEL ELF

KAPITEL ZWÖLF

KAPITEL DREIZEHN

KAPITEL VIERZEHN

KAPITEL FÜNFZEHN

KAPITEL SECHZEHN

KAPITEL SIEBZEHN

KAPITEL ACHTZEHN

KAPITEL NEUNZEHN

KAPITEL ZWANZIG

KAPITEL EINUNDZWANZIG

KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG

KAPITEL DREIUNDZWANZIG

KAPITEL VIERUNDZWANZIG

KAPITEL FÜNFUNDZWANZIG

KAPITEL SECHSUNDZWANZIG

KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG

KAPITEL ACHTUNDZWANZIG

KAPITEL NEUNUNDZWANZIG

KAPITEL DREIẞIG

KAPITEL EINUNDDREIẞIG

KAPITEL ZWEIUNDDREIẞIG

KAPITEL EINS

Olivia Glass geriet zunehmend in Panik.

Sie hatte nicht die geringste Ahnung, was da auf der handgeschriebenen Liste vor ihr niedergekritzelt stad, und ihr lief die Zeit davon, es herauszufinden.

„Was steht da? Schnell, schnell!" Nadia, La Leggendas Winzerin, beugte sich über die Verkostungstheke und trommelte mit ihren Nägeln auf das polierte Holz. Jeder Zentimeter ihrer zierlichen Gestalt strahlte Ungeduld aus. Olivia konnte sie wie ein elektrisches Feld spüren.

Die Stirn konzentriert in Falten gelegt starrte Olivia wieder auf das Geschriebene hinunter. Es war ein unsauberes Gekritzel, und der Fakt, dass das Original ein verschwommener Screenshot war, den man an die Weinkellerei gemailt und nun ausgedruckt hatte, half der Sache auch nicht weiter.

„Ich versuchs ja! Noch eine Minute und dann hab ichs", versicherte Olivia ihr.

Olivia kniff angestrengt die Augen zusammen und winkelte die Liste so an, dass sie nun voll im Schein einer der eleganten Spotlights über der Verkostungstheke lag.

Die Überschrift lautete „Hoheitskante. Oder zumindest schien es Olivia so auf den ersten Blick. Es dauerte einen rätselnden Augenblick, bis ihr klarwurde, dass diese geschwungene, chaotische Schrift eigentlich „Hochzeitsliste lauten sollte.

Da es sich hierbei um eine Liste der Anforderungen für die Hochzeitslocation handelte, die ihnen die zukünftige Braut hatte zukommen lassen, dachte Olivia, dass sie da auch früher hätte draufkommen können. Aber es zeigte auch, wie miserabel diese Handschrift wirklich war.

„Okay, wir haben die Sektflöten und die goldenen Servietten und die Kristallperlen, fasste Olivia zusammen und zählte dabei an ihren Fingern mit. Eine Weile hatte sie gedacht, dass da „Kristallbären stand. Zum Glück hatte sie das noch rechtzeitig korrigieren können.

„Ja, ja, ja, das haben wir alles, aber ich brauche den Rest. Ich muss sofort los, bettelte Nadia. „Diese Dinge kriege ich nur in Florenz, und die Geschäfte machen in eineinhalb Stunden zu.

Olivia war danach, sich die blonden Haare büschelweise auszureißen. Wieso hatte die Braut diese Anweisungen per Hand aufgeschrieben und sie nicht abgetippt?

Die Liste hatte einen Briefkopf, der lautete: „Big Bob’s Schuldeneintreiber, New Jersey, USA. Kommen Sie rein, wir treibens ein!"

Die Braut arbeitete also anscheinend für Big Bob. Wieso sollte sie sonst Schreibwaren eines Schuldeneintreibers benutzen, um eine Liste für Hochzeitsvorbereitungen zusammenzustellen? Und wenn sie dort arbeitete, würde sie dann nicht auch den Drucker dort benutzen können? Olivia vermutete, dass sie dort auf der administrativen Seite arbeitete – eher auf Seiten von „Kommen Sie rein und nicht auf der kniescheibeneinschlagenden Seite von „Wir treibens ein dieses Unternehmens.

Sie begann zu bedauern, dass sie die einzige englischsprachige Angestellte auf La Leggenda war. Deswegen war die Liste auch bei ihr im Verkostungsraum gelandet, wo sie als Sommelière arbeitete. Sie war von dem schönen Marcello, dem ältesten der Vescovis, der diese wundervolle, toskanische Weinkellerei betrieb, an seine jüngere Schwester Nadia weitergereicht worden, und die war damit mit Lichtgeschwindigkeit zu ihr geeilt!

„Kannst du nicht in Florenz in einer Apotheke vorbeisehen?, fragte Olivia, als ihr eine brillante Idee kam. „Ich glaube, das solltest du tun.

„In einer Apotheke? Nadia runzelte verwirrt die Stirn. „Wieso?

„Weil die es dort gewohnt sind, die Rezepte von Ärzten lesen zu müssen. Du weißt doch, wie schrecklich die Handschriften von Ärzten sind. Ein Apotheker kann das bestimmt auf den ersten Blick entziffern."

Nadia prustete vor Lachen.

„Oder ich komme mit einer Packung Kopfschmerztabletten und einer Hämorridencreme wieder! Nein, Olivia, das ist dein Job!"

„Ich könnte eine Kopfschmerztablette gerade gut gebrauchen", stöhnte sie und beugte sich noch tiefer über die unleserliche Liste.

„Wände sollen behangen sein mit – Chiffon!, rief Olivia erleichtert aus, als das Gekritzel endlich Sinn ergab. „Wände sollen behangen sein mit Chiffon – welcher UNBEDINGT –

Sie hielt erneut inne. Die letzten Worte waren wieder nicht zu entziffern. Und es war überaus wichtig. UNBEDINGT was?

„Es fängt mit einem ‚R’ an", stellte sie nach ausgiebiger Untersuchung fest.

„Rustikal?", riet Nadia.

„Nein, das Wort ist kürzer", rätselte Olivia und wünschte sich, dass sich die wilden Schnörkel endlich in eine schlüssige Form verwandeln würden.

„Rustikal ist kein langes Wort, entgegnete Nadia. „Noch kürzer? Rau? Rot?

„Rosa! Endlich ergab es Sinn. „Welcher unbedingt rosa sein muss.

Nadias Mund stand offen, und sie starrte Olivia fassungslos an.

„Rosa? Für eine Hochzeit? Olivia, das geht doch nicht! Das ist die Eheschließung von zwei Erwachsenen und nicht die Taufe eines kleinen Mädchens."

Olivia schüttelte den Kopf und starrte auf die Seite hinab.

„Ich weiß, das ist Unsinn", gab sie zu. Die Vision von La Leggendas Restaurant drapiert in fuchsiafarbenem Chiffon war ekelerregend. Aber je länger sie darauf blickte, umso unwahrscheinlicher war es, dass es irgendein anderes Wort sein konnte.

Wenn sie das hier vermasselte, würde die erste Touristenhochzeit auf La Leggenda ruiniert sein. Das konnte sie nicht zulassen. Und sie hatten keine Zeit für eine weitere Einkaufstour. Das war auf Biegen und Brechen ihre einzige Chance.

Verdutzt fragte sich Olivia, ob sie das Papier vielleicht auf den Kopf stellen und es dann noch einmal versuchen sollte.

Vielleicht musste sie es noch einmal mit frischen Augen lesen. Sie hob einen Moment ihren Kopf und blickte sich in dem geräumigen Verkostungssaal um, dann drehte sie sich um, um das imposante Display aus Eichenfässern zu bewundern, welches eine dramatische Kulisse für die Theke bildete.

Sie wirbelte herum, als aus dem Restaurant ein ungläubiger Schrei zu ihnen herüberdrang.

„Rosa? Eine fünfstöckige Hochzeitstorte in Babyrosa? Mio Dio, das darf doch nicht wahr sein!"

Olivia identifizierte die entsetzte Stimme als die von Gabriella, der Restaurantmanagerin und ihrer ehemaligen Rivalin.

Nadia legte den Kopf schräg und lauschte.

„Eine rosa Torte? Ist Rosa vielleicht die Themenfarbe?", fragte sie fassungslos.

„Klingt so", vermutete Olivia.

„Ja, wenn der Kuchen babyrosa ist, dann sollten die Vorhänge natürlich dazu passen." Olivia nickte.

„Unglaublich. Nadia verdrehte die Augen. „Ich sollte besser los, denn wenn die Geschäfte gleich schließen, haben wir gar nichts in rosa.

Sie verließ eilig den Verkostungsraum. Als Nadia die Tür öffnete, wehte ihr eine kalte Brise entgegen. Draußen war es mittlerweile stockdunkel. Es wehte ein kräftiger Wind, und sie war sich ziemlich sicher, dass es auch regnete. Der Winter war zweifellos eingetroffen.

Bibbernd lief sie hinüber und schloss die großen, imposanten Türen wieder.

In der nun folgenden Stille konnte sie Marcellos Stimme aus dem Büro am Ende des gefliesten Korridors hören. Er hatte sich schon den ganzen Tag darin verbarrikadiert und kämpfte sich durch einen Berg von Logistikaufgaben.

„Weiße Stühle, per favore. Blauweiß, nicht cremefarben, laut meinen Anweisungen. Ist das möglich?"

Olivia konnte sich ihn dort drin vorstellen, vorgelehnt in seinem Ledersessel, den Kopf schräg gelegt, sodass eine lose Strähne seiner dunklen Haare ihm in sein gutaussehendes Gesicht fiel – sein kantiger Kiefer von dem warmen Schein seiner Schreibtischlampe in Szene gesetzt.

„Ja, ein Surroundsystem für die After-Party. Ich schicke Ihnen noch die Details für die Lautsprecher. Sie scheinen eine sehr genaue Vorstellung von dem Sound zu haben, den sie haben wollen", hörte sie ihn erschöpft sagen.

Olivia war ebenfalls müde. Das war die erste große Hochzeit, die La Leggenda ausrichtete, und sie war sich nicht wirklich sicher, wieso Marcello das überhaupt vorgeschlagen hatte. Brauchte das Weingut so dringend Geld? Ihr wurde schwer ums Herz, als sie sich fragte, ob sie sich wohl schon wieder in einem finanziellen Engpass befanden. Trotz der guten Verkaufszahlen der letzten Wochen wusste Olivia, dass das zweite Weingut in der Nähe von Pisa, das La Leggenda kürzlich erworben hatte, doch mehr Geld für Modernisierungen und Renovationen verschlungen hatte, als sie erwartet hatten.

Vielleicht plante Marcello aber auch einfach nur voraus, um die Kellerei durch die mageren Tage des Winters zu bringen. Immerhin war eine Hochzeit mit über hundert Gästen ein riesiges Event.

Es war die erste Veranstaltung dieser Art, und offen gesagt graute es Olivia davor.

In ihrem vorigen Leben als Werbeaccountmanagerin in Chicago hatte sie Veranstaltungen gehasst. Nicht nur war es ein Albtraum, eine solche zu organisieren, zudem war die einzige vorhersehbare Sache daran die Unvorhersehbarkeit. In letzter Minute gingen ständig bizarre und ungeplante Dinge katastrophal schief.

Olivia blickte wieder auf die krakelige Liste hinab.

Die hundert Gäste würden alle aus Amerika anreisen. Diese wohlhabende Truppe stammte sogar aus New Jersey, was sie als geborene New Yorkerin bereits in Sorge versetzte. Sie wusste, wie kleinlich – und das war das höflichste Wort, das ihr dazu einfiel – und wie widerlich ein Tross aus reichen Amis in einer fremden Umgebung sein konnte, wenn sie die ungewohnten Eigenheiten des anderen Landes nicht gewohnt waren und den gleichen Grad an Service erwarteten, den sie auch in ihrem heimischen Ruby Tuesday erhielten. Vor allem, wenn sie dazu noch ihre berüchtigte „Jersey-Attitüde" an den Tag legten!

Attitüde oder nicht, diese Braut schien pingeliger zu sein als der Durchschnitt. Olivia fürchtete bereits die Wutanfälle, die ein falscher Rosaton oder nicht reinweiße Möbel auslösen würden.

In dem Moment kam Gabriella in den Verkostungsraum gelaufen und murmelte wütend vor sich hin. Ihr gesträhntes, braunes Haar hatte sich aus ihrer Hochsteckfrisur von heute Morgen gelöst. Wirre Strähnen hingen ihr überall in ihr perfekt geschminktes, wenn auch mittlerweile ein wenig verschmiertes Gesicht.

Sie kam auf Olivia zu, und diesmal überkam Olivia nicht der Drang, ihre übliche Abwehrhaltung ihr gegenüber einzunehmen.

Als Marcellos Exfreundin, die ihren Job weiterhin behalten hatte, nachdem sie und der gutaussehende Weingutsbesitzer sich getrennt hatten, hatte Gabriella Olivia von Anfang an gehasst, da sie den romantischen Funken zwischen ihr und Marcello sofort gespürt hatte. Zu Olivias Enttäuschung hatte dieser Funke allerdings nie ein romantisches Feuer entfachen können. Ende des Herbsts hatte Marcello ihr dann gestanden, dass er, obwohl er es eigentlich selbst gerne gewollt hätte, keine komplizierte Arbeitsbeziehung riskieren konnte. Als leitende Sommelière, die zudem das Marketing der Kellerei betrieb, war Olivia für La Leggenda einfach zu unverzichtbar geworden.

Widerwillig hatten sich Marcello und sie also geeinigt, Freunde zu bleiben, und Olivia war überzeugt, dass Gabriella diesen Wandel in ihrer Dynamik mit ihren feinen Instinkten sofort gespürt hatte.

Zumindest stand sie Olivia seitdem deutlich weniger feindlich gesinnt gegenüber. Statt des wütend funkelnden Blicks, den Olivia eigentlich erwartet hatte, verdrehte Gabriella nur in einer nicht unfreundlichen Weise die Augen.

„Diese Hochzeit!, rief sie. „Man sollte mir mehr zahlen dafür, dass ich all das ertragen muss. Diese Leute! Diese Forderungen! Ein rosa Hochzeitskuchen bestehend aus vielen Cupcakes? Und ein persönlicher Cupcake für jeden Gast mit dem jeweiligen Namen darauf? Das sind hundertacht Cupcakes. Die Leute werden besoffen sein und nehmen dann den falschen, und dann? Und was die Hochzeitspizzen angeht, so etwas Dummes habe ich noch nie gehört! Steakpizza! Spare Rib-Pizza! Burgerpizza! Tacopizza!

Sie fuhr sich mit ihren perfekt manikürten Fingern durch die Haare.

„Ich weiß, stimmte Olivia zu, erstaunt, dass sie sich mit aufrichtigem Mitgefühl mit ihr unterhalten konnte. „Ich habe die Befürchtung, dass das ganze Weingut nach dieser Hochzeit für immer die Nase von Amerikanern voll haben wird!

Gabriella grinste sie verschmitzt an.

„Keine Sorge, sagte sie in verschwörerischem Ton. „Das habe ich jetzt schon.

Olivia starrte sie sprachlos an, doch dann brach Gabriella in Gelächter aus.

„Ist doch nur ein Witz, klärte sie sie auf. „Sag, wo ist Jean-Pierre? Wir müssen die Weinliste organisieren.

„Ich bin hier. Der großgewachsene und temperamentvolle, französische Jüngling, den Olivia erst kürzlich als ihren Assistenzsommelier angestellt hatte, kam aus dem Lagerraum geeilt. „Es gibt viele Weine auf dieser Liste, die wir nicht haben. Pfirsichwein? Erdbeerwein? Rotwein-Cola-Mix? Wie sollen wir so unsere Gäste zufriedenstellen?

„Wir werden ihnen beschriftete Karaffen mit Säften und Limonade hinstellen, und sie können es sich dann selbst zusammenmischen", entschied Gabriella.

„Gute Idee, stimme Olivia zu. „Als Grundlage sollten wir wahrscheinlich unsere berühmte La Leggenda Weißweinmelange nehmen, und die Rotweinmischung mit dem hohen Merlotanteil. Beides sind exzellente Weine, die sowohl den anspruchsvollen Gaumen eines Weinliebhabers ansprechen werden als auch –

Sie zögerte, da sie die Besucher nicht beleidigen wollte, die zufällig auch ihre Landsmänner waren. Zum Glück hatte Gabriella keine dieser Skrupel.

„Als auch die geschmacklosen Banausen, die an diesem Event teilnehmen, spie sie hervor. „Komm, Jean-Pierre, lass uns ausarbeiten, wie wir die Karaffen anrichten.

Sie wirbelte mit Jean-Pierre im Schlepptau davon.

Olivia atmete tief ein. Die Hochzeitsprobe würde übermorgen stattfinden und die eigentliche Hochzeit dann am Samstag.

Sie stieß die Luft langsam wieder aus. Bald würde alles wieder vorbei sein. Vielleicht dramatisierte sie die ganze Situation einfach zu sehr, und es gab gar keinen Grund für all diese Sorgen.

Immerhin war es nur eine Hochzeit.

Was konnte da schon großartig schiefgehen?

KAPITEL ZWEI

Als Olivia ihren alten Fiat Pick-Up durch das Tor ihrer Farm lenkte, war es bereits völlig dunkel. Es gab dort zwar ein Tor, aber da es ziemlich alt und rostig war und ganz unten auf ihrer Reparaturliste stand, hatte sie sich angewöhnt, es einfach offenstehen zu lassen.

Sie stieß einen glücklichen Seufzer aus, als sie das Auto schließlich vor dem Haus parkte. Sie hatte das Gefühl der Dankbarkeit und der Faszination darüber, dass sie nun die Besitzerin dieses zwanzig Morgen großen Geländes auf steinigem, hügeligem Grund war, zusammen mit seiner rätselhaften Vergangenheit und der schönsten Aussicht der ganzen Toskana, nie verloren

Welch ein Glück, in diesem bescheidenen, aber gemütlichen Heim leben zu dürfen, dachte Olivia, stellte die Scheibenwischer ab und lauschte dem Trommeln des Regens auf dem Dach ihres Wagens, während sie die undeutlichen Umrisse der steinernen Fassade des Farmhauses bewunderte. Obwohl sie den Großteil ihrer Ersparnisse in dieses heruntergekommene Gebäude gesteckt und den Rest für die Kosten, es zu reparieren, ausgegeben hatte, hatte Olivia es nie auch nur einen Augenblick bereut. Im Gegensatz zu dem netten, aber charakterlosen Apartment, das sie in Chicago besessen hatte, war dies eine völlig andere, exotische Welt.

Olivia schrie erschrocken auf, als eine Nase sie von hinten anstupste.

Es war die ihrer rotbraun-weißen Adoptivziege Erba, die Olivia schon damals zum ersten Mal nach Hause gefolgt war, als sie gerade auf dem Weingut zu arbeiten begonnen hatte. Seitdem pendelte Erba zusammen mit ihr jeden Tag zu La Leggenda und wieder zurück. Wenn die Sonne schien, gingen sie zu Fuß. Bei Regen oder Stürmen fuhr Erba hinten auf der Rückbank im Auto mit.

„Sorry, Erba! Ich habe geträumt, und dabei ist es doch Zeit fürs Abendessen, entschuldigte Olivia sich bei ihr. „Zeit, dich zu füttern und dich ins Bett zu bringen.

Sie kletterte hinaus und zog sich die Kapuze ihrer Jacke über, um sich gegen den kalten Nieselregen zu wappnen. Dann rannte sie zusammen mit Erba zum Farmhaus. Anstatt durch die Vordertür einzutreten, lief Olivia jedoch hinten herum, wo sie vor dem Vorhof der Küche ein brandneues, hölzernes Spielhaus errichtet hatte.

„Rein mit dir!", forderte Olivia die Ziege auf.

Diese luxuriöse Unterkunft war Erbas neues Heim. Olivia öffnete die Tür, und Erba sprang in das Strohbett, während Olivia ihr ihre abendliche Portion servierte.

Sie hatte Erbas Gras rationieren müssen, als sie entdeckt hatte, dass dieser zu reichhaltige Speiseplan die Ziege in einen kopfnussverteilenden Wirbelwind aus überschüssiger Energie verwandelte. Jetzt, nachdem sie die Alfalfa- und Grasportionen reduziert hatte, war es wieder eine Freude, Erba um sich zu haben. Brav, sozial und voller Charakter.

Man konnte sich keine bessere Ziege wünschen, dachte Olivia, und das würde sie auch nicht. Eine war mehr als genug!

Sie hakte die Tür ein, sodass Erba nach Belieben ein und ausgehen konnte. Dann folgte sie dem gepflasterten Pfad zum Küchenvorhof und lief wieder um das Haus herum zur Eingangstür.

Jede Woche fügte sie dem Pflaster ein weiteres Stück hinzu und verlegte die Steine dabei ganz allein. Ihre Vision war es, eines Tages einen schmalen Pflasterpfad zu haben, der sich von der Weinplantage zur Scheune und bis zum Haus wand, vielleicht sogar bis zum Tor. So würde sie barfuß durch das steinige Terrain ihrer Farm spazieren können. Im Moment schien das noch wie eine verrückte Idee, aber im Sommer konnte sie sich nichts Glorreicheres vorstellen, als in der Hitze über kühle, glatte Pflastersteine laufen zu können.

Von der anderen Seite der Haustür hörte Olivia ein ungeduldiges Miauen.

Ihr Kater Pirat verlangte nach Aufmerksamkeit.

„Hallo, Kleiner!" Nachdem sie hineingeeilt war und die Tür wieder gegen die Kälte verschlossen hatte, hob Olivia den schwarzweißen Kater hoch, drückte ihn liebevoll an ihre Brust, während dieser dabei laut schnurrte. Pirat wurde zusehends zahmer und, wie sie zugeben musste, ziemlich moppelig. Sie konnte kaum glauben, dass er vor einigen Monaten noch ein waschechter Streuner gewesen war, der auf der Suche nach einem ordentlichen Mahl wild über die Farm gestrichen war.

Olivia tat so, als würde sie ihn in einen Transportkäfig setzen.

Hmmm.

Obwohl ein Besuch beim Tierarzt mittlerweile zu einer Priorität herangewachsen war, war Olivia noch immer nicht vollkommen überzeugt, dass Pirat wirklich bereit war, in einen Transportkäfig gesteckt zu werden. Im besten Fall würde sie das Vertrauen der halbzahmen Katze für immer verlieren. Im schlimmsten Fall würde sie erst eine Menge Blut und dann das Vertrauen der zuvor genannten Katze für immer verlieren.

Olivia seufzte. Katzen waren nicht einfach. Ihr war nie klar gewesen, welch komplexe Kreaturen das waren. Ihre Arbeit mit Pirat und Erba war mittlerweile ein großer Teil ihres Lebens geworden.

Als Olivia Pirat wieder sanft auf dem Teppich absetzte, klingelte ihr Telefon.

Erfreut sah sie, dass ihre beste Freundin aus den Staaten anrief.

„Hey, Charlotte!" Vor Freude grinsend nahm Olivia das Gespräch an.

„Wie schön, deine Stimme zu hören, Olivia! Immer, wenn ich deine Nummer wähle, wünsche ich mir, dass ich wieder mit dir im Urlaub in der Toskana wäre. Es ist so unfair, dass ich gehen musste und du bleiben durftest", witzelte ihre Freundin.

Olivia stellte sich Charlotte an ihrem aufgeräumten Schreibtisch in ihrem Homeoffice vor, mit ihrer Katze schlafend im Posteingangsfach und kaltem Regen, der gegen ihre blitzblanken Doppelglasfenster prasselte.

„Wie geht es Bagheera?, fragte sie. „Hat er sich gut eingelebt?

„Es ist, als wäre er schon immer hier gewesen. Es war eine wirklich gute Entscheidung, einen ausgewachsenen Kater zu adoptieren", schwärmte Charlotte.

Olivia schloss die Eingangstür ab und schlenderte durch den Flur, dessen Wände nun farbenfrohe, regionale Kunstwerke beherbergte. Ein Gemälde eines Balkons mit roten Geranien im Blumenkasten in Wasserfarben, eine Landschaft aus Hügeln in allerlei Grüntönen unter einem leuchtenden Sommerhimmel, und ihr Favorit – ein Stillleben einer dekorativen Obstschüssel. Sie liebte die intensive Farbe der Orangen, das weiche Rosa der Pfirsiche

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