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Das Gefolge des Toten (Der Weg eines NPCs Buch 3): LitRPG-Serie
Das Gefolge des Toten (Der Weg eines NPCs Buch 3): LitRPG-Serie
Das Gefolge des Toten (Der Weg eines NPCs Buch 3): LitRPG-Serie
Электронная книга528 страниц5 часов

Das Gefolge des Toten (Der Weg eines NPCs Buch 3): LitRPG-Serie

Автор Pavel Kornev

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Об этой электронной книге

Es ist wirklich kein Vergnügen, in der Virtuellen Realität gefangen zu sein, vor allem, wenn man dabei im Körper eines toten NPC steckt. Noch ist nicht alle Hoffnung verloren — sofern John die Schriftrolle der Wiedergeburt findet. Doch das allein reicht noch lange nicht, denn wie man sie benutzen kann, ist eine ganz andere Frage. Nach mehreren Monaten in der Virtuellen Realität hat sich der schwerfällige Leichnam zwar zu einem wendigen Killer entwickelt, der sich den Schutz des Herrn des Chaos sichern konnte und sogar eine eigene Krypta besitzt — aber das ersehnte Level 100, das John erreichen muss, um aus dem virtuellen Gefängnis zu entkommen und wieder er selbst zu werden, liegt noch in weiter Ferne.

Die Zeit läuft davon; John kann es sich nicht mehr leisten, nach den Regeln anderer zu spielen. Ab jetzt gelten seine eigenen Regeln. Kann sein irrer Plan gelingen? Kann er sämtliche fehlenden Erfahrungspunkte auf einen Schlag verdienen, indem er den fürchterlichen Herrn der Verwesung auslöscht? Das wäre wirklich ein verrückter Schachzug, aber wem sollte das gelingen, wenn nicht unserem toten Schurken?
ЯзыкDeutsch
ИздательMagic Dome Books
Дата выпуска30 мая 2022 г.
ISBN9788076191556
Das Gefolge des Toten (Der Weg eines NPCs Buch 3): LitRPG-Serie
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    Das Gefolge des Toten (Der Weg eines NPCs Buch 3) - Pavel Kornev

    Teil Eins

    Restzeit: 29 Tage 23:59:59 ...

    WAS KANN EIN Spieler auf Level 99?

    Nun, im Grunde alles. Zum Beispiel könnte er die Schriftrolle der Wiedergeburt einsetzen.

    Ich selbst war leider noch lange nicht so weit, dafür aber …

    Barth Feuerfaust

    Paladin

    Level 99

    Mein Todfeind.

    Barth konnte uns alle vier niedermetzeln, und das wusste er nur zu gut. Natürlich wusste er das. Selbst Goar, der von uns allen schon am weitesten war, lag noch gut 25 Level unter Barth. Und Neo war als schwacher NPC nicht der Rede wert. Somit rechnete Barth nicht mit nennenswerter Gegenwehr und wollte den Kampf offenbar mit dem allerersten Treffer für sich entscheiden.

    Mit einem gewaltigen Rauschen entstand zu seinen Füßen ein Flammenwirbel, der in die Höhe schoss, an der Marmortreppe züngelte und sich wie ein lebendiges Wesen fauchend und heulend in alle Richtungen erstreckte.

    Auf der Stelle war meine Mithrilmaske glühend heiß, sodass ich den Schleier des Todes aktiveren musste. Dieser schützte mich zwar einigermaßen, zerrte jedoch an meinen Energiereserven. Sehr lange würde ich den Abwehrzauber nicht aufrechterhalten können.

    Um Goar stand es noch schlechter. Die Flammen züngelten über seine schwarze Rüstung, um eine Öffnung zu finden, und zwangen den Ork zum Rückzug in Richtung der Bücherregale. Doch vergeblich. Das Feuer hatte bereits das gesamte Erdgeschoss der Bibliothek ergriffen. Barth machte keine halben Sachen. Diesmal ging er aufs Ganze, um uns keine Überlebenschancen zu lassen.

    Selbst Isabella, der das Element Feuer bestens vertraut war, wirkte hilflos. Sie konnte den Feuerzauber nicht kontern, sondern musste sich auf Verteidigung beschränken. Barth dachte nicht im Traum daran, tatenlos dazustehen. Mit dröhnendem Lachen ließ er seinen teuflischen Morgenstern wirbeln und stürzte sich auf uns.

    Teuflisch? Allerdings! Wie arme Sünder sollten wir vom Höllenfeuer verzehrt werden.

    Ich hob mein Flammenschwert, um den Hieb mit dem Morgenstern zu parieren (eine ganz schlechte Idee!), doch im letzten Moment zielte Barth an mir vorbei auf Isabella. Die Elfenpriesterin, die damit nicht gerechnet hatte, wurde von der feurigen Stachelkugel heftig gegen die Wand geschleudert.

    Du Mistkerl!

    Da Barth mir nach diesem Angriff den Rücken zuwandte, hieb ich mit aller Kraft zu und stieß ihm das Flammenschwert in eine Lücke zwischen Rüstung und Helm.

    Kraftvoller Hieb! Präziser Hieb!

    Der Treffer war perfekt gelungen, hatte aber leider nicht die gewünschte Wirkung. Die lebhaften Flammen auf Barths orange-roter Rüstung erstarrten zu einer Schutzschicht und fingen den Stoß ab. Zwar konnte die eisige Kälte in meinem Schwert das Höllenfeuer überwinden, sodass sich der Zauber mit lautem Klirren auflöste, doch die Wellenklinge drang nicht durchs Barths Rüstung, sondern glitt kreischend daran ab.

    Barth scherte sich nicht weiter um Isabella, die auf dem Boden lag, sondern drehte sich mit einer geschmeidigen, geradezu anmutigen Bewegung um. Nun war ich das Ziel seines fürchterlichen Morgensterns. Das Feuer, das darin loderte, versuchte, mich in die Flugbahn zu lenken. Dennoch konnte ich mich mühelos aus dem glühenden Griff befreien und Barths tödlicher Waffe ausweichen.

    Er lachte. „Du hast offensichtlich fleißig geübt!"

    Obwohl ihm die Schriftrolle der Wiedergeburt entgangen war, wirkte Barth bestens gelaunt. Dazu hatte er auch allen Grund: Sein feuriger Hieb hatte uns in die Defensive gedrängt, sodass wir unseren einsamen Gegner nicht umzingeln und von allen Seiten angreifen konnten, bis sein Widerstand nachließ.

    Jetzt hatten wir ihm nichts mehr entgegenzusetzen.

    Entgegensetzen? Im Gegenteil, wir waren kurz davor, bei lebendigem Leib verbrannt zu werden! Verdammt noch mal!

    Unter der glühend heißen Maske begann mein Fleisch zu schmoren. Weit und breit gab es nur noch einen einzigen kühlen Gegenstand: mein Flammenschwert. Leider konnte das darin befindliche Eis gegen die heftige Attacke des Feuerelements nicht genug ausrichten.

    Nichts wie weg! Wir mussten hier raus. Sofort!

    Das ultimative Wissen, das mir das Schwert verlieh, zeigte mir den kürzesten Fluchtweg. Ich warf einen letzten Blick auf Isabella in der Ecke und trat einen Schritt zurück.

    Und dann …

    Dann war auf einmal alles vorbei. Der tobende Schein des Zauberfeuers war erloschen. Auch die unerträgliche Hitze des unbändigen Zorns des Paladins war verschwunden, stattdessen herrschte angenehme, kühle Dunkelheit.

    „Was zum Teufel ist das?, fluchte Barth. „Das kann doch wohl nicht wahr sein!

    Über unseren Köpfen ertönte ein triumphierendes Krächzen. Als ich aufblickte, entdeckte ich Neo, der wie angewurzelt oben auf der Treppe stand und Wellen heilender Dunkelheit aussandte. Der Junge zitterte und bebte, während die schwarze Finsternis, die jetzt in ihm lebte, sich immer weiter ausbreitete und sogar das Sonnenlicht auslöschte, das durch die Fenster hereindrang.

    Barth folgte meinem Blick und grinste hasserfüllt. Es war die einzige Regung, denn nun schallte wütendes Gebrüll durch den Raum, sodass die noch immer schwelenden Bücherregale erzitterten. Aus dem dichten Rauch kam Goars massige, schwarze Gestalt zum Vorschein. Normalerweise nutzte er die Macht der Tagundnachtgleiche, um seine Gegner zu lähmen oder langsamer werden zu lassen, doch diesmal sorgte er dafür, dass sich die Zeit selbst verlangsamte. Schnell wie ein Armbrustbolzen und heftig wie ein Torpedo schoss der Ork durch den Raum und prallte gegen Barth.

    Die beiden schwer bewaffneten Krieger rollten über den Steinboden auf die Wand zu, so heftig, dass die Funken stoben. Goar kam auf Barth zu liegen und nutzte das gnadenlos aus. Da ihm keine Zeit blieb, das Schwert zu ziehen, schlug er mit der gepanzerten Faust gegen den Helm seines Gegners, sodass sich das Visier verbog.

    Allerdings behielt unser Feind einen klaren Kopf. Er stieß einen kurzen Zauberspruch aus, der Goar wie eine Stoffpuppe davonschleuderte. Der Ork fiel gegen ein noch immer schwelendes Bücherregal, das bei dem Aufprall in tausend Teile zersplitterte. Goar landete auf den Trümmern.

    Barth erhob sich und wirbelte erneut seinen Morgenstern. Diesmal konnte der Feuersturm uns aber nicht mehr bei lebendigem Leib verbrennen. Goar kam rasch wieder zu sich, sprang auf und gab Isabella Deckung.

    „Stirb, du Wurm!", knurrte Barth, während er eine orangerote Feuerkugel auf den Ork schleuderte.

    Isabella streckte ihren Stab vor sich aus und lenkte den Kampfzauber zur Seite. Die Feuerkugel traf ein Fenster, das zu einem Schwall glitzernder Scherben zerbarst.

    Der Erfolg gab der Priesterin den Mut, mit ihrer Geisterpeitsche auf Barth loszugehen, doch der Angriff prallte wirkungslos an der orangefarbenen Rüstung ab.

    So kamen wir nicht weiter.

    Ich sah hinauf zu Neo. Der Junge hielt Barths Feuerzauber nach wie vor unter Kontrolle. Sein Gesicht war angespannt und schweißüberströmt, mit weißen Knöcheln klammerte er sich an das Geländer. Der frischgebackene Befehlshaber des Ordens des Schwarzen Phönix war mit seiner Kraft am Ende, mehr konnte er nicht für uns tun.

    Na gut. Dann mussten wir uns wohl auf unsere Waffen verlassen.

    Barth holte schon wieder mit dem Morgenstern aus. Goar fing den Hieb mit der Schulterplatte ab. Obwohl er ins Taumeln geriet, behielt er nicht nur das Gleichgewicht, sondern konnte sogar mit dem Schwert reagieren und die schwarze Klinge in die Rüstung des Paladins bohren. Derweil huschte ich hinter Barth und hieb auf seinen Oberschenkel ein.

    Die Kante meiner Wellenklinge glitt durch das Gelenkstück in Barths Rüstung und verursachte eine blutende Wunde. Fluchend schwang unser Gegner erneut seine fürchterliche Waffe. Wie ein feuriger Komet traf sie mich direkt am Kopf.

    Aua.

    Erlittener Schaden: 688 [470 /1.440]

    Zwar hatte ich mich unmittelbar vor dem Aufprall geduckt, sodass der Morgenstern von mir abrutschte, dennoch landete ich flach auf dem Rücken. Es hagelte weitere Nachrichten, die mich über mein neues Level sowie meine Immunität gegen Feuer und Zauber unterrichteten.

    Mein Kopf drehte sich, mir wurde schwarz vor Augen — beziehungsweise vor meinem einzigen Auge. Noch bevor ich das Sehvermögen wiedergewonnen hatte, drehte ich mich auf die Seite und tarnte mich.

    Da Barth keinem unsichtbaren Gegner nachjagen wollte, widmete er sich erneut dem Ork. Wieder und wieder sauste der schwere Morgenstern elegant durch die Luft, ohne dem arg bedrängten Goar die Möglichkeit zu einem Gegenangriff zu geben.

    Isabella hielt sich wohlweislich im Hintergrund und konzentrierte sich darauf, sämtliche Angriffszauber zu blockieren, während sie gleichzeitig Goars magische Schilde mit Energie vollpumpte und ihm hin und wieder einen Segen schickte.

    Wieder glitt ich hinter Barth — diesmal jedoch ließ er sich von der Tarnung nicht täuschen. Die aus Stahl und Feuer geschmiedete Stachelkugel flog mit voller Wucht auf mich zu, sodass ich mich nur mit einem Salto zur Seite retten konnte.

    Mein nächster Angriff war erfolgreicher, denn ich traf Barth genau an der Stelle, auf die ich gezielt hatte. Nur seine robuste Rüstung bewahrte ihn vor ernsthaften Schäden.

    Zur Hölle mit dir, du Dreckskerl!

    Der verletzte Oberschenkel schien ihn nicht im Geringsten zu behindern. Seine Gesundheit hatte er mithilfe einiger Heilzauber längst wiederhergestellt. Um Goars Ausdauer war es leider nicht so gut bestellt. Mittlerweile verfehlte er immer öfter sein Ziel, verlor den Halt, bewegte das Schwert immer langsamer und ungeschickter. Trotz Isabellas Unterstützung konnten wir diese Schlacht nicht gewinnen, sondern das Unvermeidliche lediglich ein wenig hinauszögern.

    Barth schien unermüdlich. Er wehrte sämtliche Angriffe mit dem Schwert ab, sodass wir keine Treffer in die Verbindungsstellen seiner Rüstung landen konnten, und drosch gleichzeitig erbarmungslos auf Goar ein.

    Auf einmal wandte er sich von Goar ab. Mit einem gewieften Schwung schleuderte er den Morgenstern in meine Richtung. Nur meine Sprungfähigkeit rettete mich. Die feurige Waffe rauschte an mir vorbei, doch sofort folgte der nächste Angriff, sodass ich mich immer wieder ducken und wegdrehen musste, um außer Reichweite zu gelangen.

    Goar versuchte einen Gegenangriff. Barth bemerkte die Gefahr gerade noch rechtzeitig und parierte den Hieb mit seinem Zauberschild, der Goars Schwert in seinem unbarmherzigen Griff fing. Die Kette des Morgensterns wickelte sich um das Ork-Schwert und riss es Goar aus der Hand. Isabella schoss vorwärts und wehrte den nächsten tödlichen Hieb mit ihrem Stab ab.

    Kaum standen sich die beiden von Angesicht zu Angesicht gegenüber, schleuderte Barth Isabella durch die Luft.

    Wir waren erledigt.

    Oder vielleicht gab es doch noch eine Chance.

    Denn ein weiterer Mitspieler erschien im Eingang, eine Gestalt in voller Rüstung, deren Schulterplatten wie Löwenköpfe mit gebleckten Zähnen geformt waren. Der Helm sah aus wie ein Tigerkopf.

    Prinz Julian.

    Er holte mit seinem Speer aus. Der blattförmigen Speerspitze konnte ich unmöglich ausweichen.

    So viel zum Thema schlechtes Timing. Musste er ausgerechnet jetzt respawnen?

    Julian schleuderte den Speer mit aller Kraft los. Die Waffe flog durch die Luft, hatte jedoch nicht mich zum Ziel, sondern bohrte sich zwischen den Schulterblättern in Barths orangefarbene Rüstung, sodass die Spitze aus seiner Brust wieder herauskam.

    Leider konnte der Zauberspruch, der für Untote tödlich war, dem Paladin nicht viel anhaben. Er wirbelte herum.

    „Du!", stieß Barth hervor.

    Wortlos zog Julian ein beidhändiges Schwert hinter dem Rücken hervor und ging zum Angriff über. Seine letzte Niederlage hatte ihm offenbar ziemlich zugesetzt, denn es wirkte, als hätte er mich ganz vergessen und wollte sich unbedingt an Barth rächen.

    Oder lag das vielleicht an Isabella?

    Stahl klirrte, als Paladin Barth und der dunkle Ritter Julian aufeinander losgingen. Eilig beförderte ich Goars Schwert, das auf dem Boden lag, mit einem Tritt hinüber zum Ork. Goar ergriff die Waffe und eilte Julian zur Hilfe, um seinen Gegner in die Ecke zu drängen. Allerdings blieb er dabei vorsichtig, wagte sich nicht zu weit vor, sondern beschränkte sich lieber auf eine Nebenrolle.

    Ich war auch nicht scharf darauf, einen Zufallstreffer abzubekommen. Hin und wieder verließ ich meine Deckung und hieb auf die Gelenkstücke in Barths orangefarbener Rüstung ein, tarnte mich dann sofort wieder, ohne Prinz Julian aus den Augen zu lassen. Ich rechnete damit, im ungelegensten Augenblick sein Schwert zu spüren zu bekommen.

    Mittlerweile hatte auch Isabella ihre Taktik geändert und griff Barth immer wieder mit kurzen Kampfzaubern an. Diese wurden zwar zum Großteil von seiner Immunität gegen Zauber abgefangen, doch ab und an konnte sie ihm etwas Schaden zufügen, sodass der Paladin aus dem Tritt geriet und Fehler machte. Ohne seinen göttlichen Zauber wurde er langsam schwächer. Im Gegensatz zu Prinz Julian, der im Kampf Mann gegen Mann sehr erfahren war, konnte Barth lediglich in Deckung gehen. Das kostete ihn Gesundheit, sein Wert lag nur noch bei 50 % ... 33 % ... 25 % ...

    Kommt schon! Bald war es geschafft!

    Unverhofft verwandelte sich Barth in einen Feuerwirbel, der in eine Lawine neuer Hiebe explodierte. Er wandte sich von Julian ab, um auf Goar loszugehen, dem er die Kette des Morgensterns um den Hals legte.

    „Stirb, du Schwein!", brüllte Barth und riss Goar den Kopf ab. Einfach so.

    Der geköpfte Ork stürzte zu Boden. Instinktiv wich ich zurück, um eilig davonzulaufen. Dann überlegte ich es mir anders und blieb stehen.

    Verdammt noch mal! Mir blieb nur ein Monat, um Level 99 zu erreichen! Nur ein einziger Monat! Die Gelegenheit, einen Haufen Erfahrungspunkte für den Sieg über den Paladin zu sammeln, durfte ich mir nicht entgehen lassen!

    Eile! Schnellhiebe!

    Gier und Verzweiflung trieben mich voran. Ich stürzte auf Barth los, genauso schnell wie er. Sogar noch schneller.

    Barth parierte meinen ersten Schlag mit dem Schaft seines Morgensterns. Meine beiden nächsten Hiebe fanden ihr Ziel, erfolgreich war jedoch nur der zweite, als die Wellenklinge meines Flammenschwerts von seinem Knieschutz abrutschte und durch das Scharnier der Rüstung in sein Fleisch eindrang.

    Ich zog das Schwert zurück. Barth kam mir nicht hinterher, da er seine übernatürliche Beschleunigung verloren hatte. Das verletzte Bein konnte ihn nicht mehr tragen.

    Da drehte er vollkommen durch. Mit einer abrupten Drehung schleuderte er seinen Morgenstern nach Neo, sodass sich die Kette um den Jungen wickelte und ihn von den Füßen riss.

    Die Finsternis löste sich auf. Ich spürte, wie die glühende Hitze zurückkam.

    Der Paladin lachte, als ihn die sengende Feueraura einhüllte. „Jetzt seid ihr geliefert!"

    Diesmal machte er sich nicht die Mühe, einen Feuersturm heraufzubeschwören, sondern verwandelte sich in eine grelle Flammenzunge. Aus seinen Händen wuchsen zwei feurige Schwerter. Mit den ersten Hieben brannte er sich mühelos durch Prinz Julians blaue Rüstung und ließ einen Fluch verdampfen, den Isabella ihm entgegengeschleudert hatte. In Sekundenschnelle hatte sich das Blatt erneut gewendet.

    Was für ein Widerling!

    Mich überkam unbändige Wut, die mir fast den Atem raubte.

    Da hörte ich über mir ein mächtiges Krächzen. Vogelscheuche erschien auf der Bildfläche — doch statt auf Barth loszugehen, wie ich es erwartet hätte, steuerte er Prinz Julian an. Der schwarze Schatten des toten Phönix hüllte seine Ritterrüstung ein und veränderte sie kaum merklich.

    In den Augenschlitzen des Tigerhelms leuchteten die dunklen Flammen der Hölle auf. Die Löwenköpfe oben auf Julians Schulterplatten erwachten zum Leben und fletschten die Zähne. Die Rüstung selbst wurde dunkel und schleimig wie die Haut eines Unterwassermonsters. Julians beidhändiges Schwert erinnerte nun an eine blau-schwarze Peitsche, die den nächsten Hieb von Barths Feuersäbel mit Leichtigkeit abwehrte, während die schuppige Rüstung das andere Schwert des Paladins abprallen ließ.

    Ehe Barth reagieren konnte, hatte ihm ein Gegenangriff den Harnisch gespalten. Sofort schlug Julian erneut zu, diesmal zielte er auf die Beine seines Feindes. Barths verletztes Knie ließ ihn im Stich, er konnte nicht zur Seite springen, sondern taumelte und verlor fast das Gleichgewicht.

    Als er einen Schritt zurückmachte, witterte ich meine Chance. Mit einer kraftvollen, aber exakten Kombination ließ ich mein Flammenschwert vorschießen und grub es mit aller Macht in eine Lücke zwischen Barths Schulterplatte und seinem Brustpanzer. Der linke Arm des Paladins fiel nutzlos an seine Seite.

    Kritischer Treffer! Verkrüppelnde Verletzung!

    Prinz Julian stürzte sich erneut ins Getümmel. Er schwang sein verwandeltes Schwert in furchterregendem Tempo und bohrte die schwarze Klinge wieder und wieder in Barths orangefarbene Rüstung. Die Gesundheit des Paladins schwand zusehends. Mir blieb nur noch Zeit für ein, zwei weitere Hiebe, dann beteiligte sich Isabella an dem Massaker und verpasste Barth einen heftigen Schlag mit ihrem Stab.

    Roger der Schädel — dem eindrucksvolle Stacheln gewachsen waren — zertrümmerte das beschädigte Visier und verwandelte Barths Gesicht in eine blutige Masse. Mit dem verbliebenen Arm rudernd landete der Paladin auf dem Rücken. Der strahlende Glanz, der von seiner Rüstung ausging, erlosch.

    Erst begriff ich nicht, dass er tatsächlich tot war. Dann erschien eine Systemnachricht, die mich über die erhaltenen Erfahrungspunkte unterrichtete, gefolgt von einer geballten Ladung Hinweise auf neue Level.

    Wie viele waren es? Ein ... zwei ... zehn!

    Obwohl ich nur einen Teil der Erfahrungspunkte bekommen hatte, ließ mich das Spiel als Belohnung für den Sieg über einen so mächtigen Gegner um zehn Level aufsteigen, von 60 auf 70. Trotzdem durfte ich mich nicht zu früh freuen. So leicht würde ich Barth sicherlich niemals wieder besiegen. Und um die Schriftrolle der Wiedergeburt zu aktivieren, musste ich mir noch etwa dreizehnmal mehr Erfahrungspunkte verdienen, als ich gerade für das kleine Gemetzel bekommen hatte.

    Wo sollte ich entsprechend lohnende Mobs auftreiben?

    Ich sah prüfend zu Prinz Julian hinüber, doch als ich seinem höllisch funkelnden Blick begegnete, wich ich rasch zurück.

    „Das solltet ihr ganz schnell vergessen, Jungs", sagte Isabella, die einen Kettengürtel von Barths Leichnam aufhob.

    Nach kurzem Zögern steckte Julian sein Schwert in die Scheide auf seinem Rücken. Die Dunkelheit, die seine Rüstung verwandelt hatte, wich zurück wie eine Schlange, die ihre Haut abstreifte. Seine Rüstung nahm wieder ihr gewohntes Aussehen an.

    Mit triumphierendem Krächzen tauchte Vogelscheuche aus dem Nichts auf und schoss in die Höhe.

    Verflucht! Neo!

    Ich rannte die Treppe hinauf und seufzte erleichtert. Barths Morgenstern hatte den Jungen nicht getötet, sondern nur betäubt. Neo saß auf dem Boden und wischte sich mit dem Ärmel das Blut aus dem Gesicht.

    „Alles in Ordnung?", fragte ich ihn.

    „Ja, mir geht es gut, Onkel John", erwiderte der Junge und hob die Hand. Vogelscheuche ließ sich darauf nieder.

    Ich hatte zwar ihre Statistiken nicht gesehen, doch es war davon auszugehen, dass Barths Tod ihnen ebenfalls ein schönes Stück vom Spiel-Kuchen beschert hatte.

    „Und was war das?, fragte ich. „Ich meine, was hast du mit Prinz Julian gemacht?

    Neo erhob sich und schüttelte den Kopf, um wieder zu sich zu kommen. „Ein Segen der wahren Finsternis. Auf meinen fragenden Blick hin fügte er hinzu: „An toten Kreaturen wirkt er nicht. Und Goar und Tante Bella dienen ihren eigenen Göttern.

    Ich lachte. „Na so ein Glück."

    Kaum hatte ich das gesagt, wurde die Tür aufgetreten. Mehrere Spieler drängten sich von der Straße herein.

    Ich griff nach dem Schwert, beruhigte mich jedoch sofort wieder, als ich unter ihnen Grakh entdeckte. Das war unsere Eskorte, die Schwarzen Spürhunde. Ich hoffte nur, sie würden es uns nicht übelnehmen, dass wir sie in diesen Fleischwolf gelockt hatten. Sonst würde es uns gleich schlecht ergehen.

    Als sie Prinz Julian erblickten, zückten die Krieger ihre Schwerter.

    Isabella trat eilig vor. „Er ist auf unserer Seite!"

    „Wie ihr meint", murmelte Grakh mürrisch.

    Die Priesterin rannte die Treppe hinauf. „Julian, komm mit! Grakh, du nimmst dir die zweite Etage vor! Denkt daran, einen Wachposten aufzustellen! Schnappt euch alle Schriftrollen!"

    „In Ordnung", erwiderte der Barbar, diesmal deutlich begeisterter. Gegen eine schöne Plünderei hatte er nichts einzuwenden.

    Lachend eilte ich hinter Isabella und Julian her in die dritte Etage. Dort wurden die wertvollsten Bücher aufbewahrt.

    Restzeit: 29 Tage 22:38:13 …

    ISABELLA ORGANISIERTE UNSERE Plünderung planvoll. Jedem von uns, sogar Neo, wurde ein bestimmter Bereich zugewiesen, den wir durchsuchen sollten. Wir durchforsteten die Regale und brachten unsere Funde der Priesterin, die sie sich dann genauer ansah. Alle Schriftrollen konnten wir nicht mitnehmen, dazu waren es zu viele.

    Prinz Julian arbeitete genauso mit wie alle anderen, ohne Isabellas Anweisungen auch nur im Geringsten infrage zu stellen. Ich ging ihm so gut wie möglich aus dem Weg, doch in den schmalen Korridoren der Bibliothek stießen wir trotzdem immer mal wieder aufeinander. Jedes Mal, wenn wir aneinander vorbeikamen, beäugten wir uns misstrauisch.

    Nur unsere Gier hielt uns davon ab, uns gegenseitig an die Kehle zu gehen. Die erbeuteten Schriftrollen konnten uns einen Haufen Gold einbringen, deshalb war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für alberne Streitigkeiten.

    Und auch wenn sich unsere Wege in der Zukunft sicher noch kreuzen würden, bereitete mir das weniger Sorgen als der Countdown in einer Ecke meines Gesichtsfelds. Ich war mir nicht sicher, ob er zum Spiel gehörte oder ob mein überspanntes Gehirn ihn sich nur einbildete — doch es machte mich fertig, dass ich so deutlich sah, wie mir die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes davonlief.

    Ein Monat! Nur ein einziger Monat! Nicht mal mehr 30 Tage!

    Wenn es mir nicht gelang, Level 99 zu erreichen und die Schriftrolle der Wiedergeburt zu aktivieren, um mich wieder zum Leben zu erwecken, wäre es mit mir aus und vorbei. Sobald man mich nicht mehr brauchte, würde sich niemand mehr um mich kümmern, sondern den Stecker ziehen, um die Krankenhauskosten zu sparen.

    Ein stechender Schmerz fuhr mir in den Rücken. Es roch nach versengtem Fleisch. Mein Körper wurde von einem Krampf geschüttelt. Ich stürzte nach vorne gegen ein Bücherregal, als Goar wieder ins Spiel kam. Der Paladin der Tagundnachtgleiche, der von Kopf bis Fuß in einer Rüstung steckte, landete krachend auf dem Boden und zog sofort das Schwert vom Rücken.

    „Alles in Ordnung, versicherte ich ihm, während ich mich langsam von dem qualvollen Erlebnis erholte. Angenehm war es nicht gerade, wenn man als Altar der Herrscherin des Purpurmonds diente. „Nimm dir ein paar Schriftrollen und bring sie zu Isabella.

    „Gehört der jetzt zu uns?", fragte der Ork erstaunt, als er Julian im nächsten Korridor entdeckte.

    „Gewissermaßen, erwiderte ich unverbindlich, nahm einen Stapel Bücher und trug sie in die Eingangshalle. Da Isabella gerade allein war, fragte ich: „Bist du dir sicher, dass du den Prinzen an der kurzen Leine halten kannst?

    Sie lächelte. „Keine Sorge, Schätzchen. Ich habe alles im Griff."

    Beruhigen konnte mich diese Antwort nicht. Trotzdem ging ich nicht weiter darauf ein, sondern wechselte das Thema.

    „Goar ist wieder da."

    „Das habe ich gespürt."

    „Werden die Vampire auch bei mir respawnen, falls sie jemand tötet? Die können wir hier nun wirklich nicht gebrauchen. Außerdem ist es nicht sehr angenehm."

    „Ich habe sie schon von deiner Respawn-Stelle gelöscht, erwiderte Isabella. „Mach dich lieber wieder an die Arbeit. Allzu lange werden wir hier nicht ungestört bleiben. Dazu ist die Bibliothek viel zu begehrt.

    Oh, ja, damit lag sie richtig. Mit Besuchern war jederzeit zu rechnen. Und falls es sich dabei um Plünderer der Sprösslinge der Finsternis handeln sollte, durfte man gespannt sein, wie Julian reagieren würde.

    Mit einem leisen Fluch eilte ich zurück ins Archiv. Nachdem ich einige Regale geleert hatte, hörte ich Neo rufen: „Die Hellen kommen!"

    Luftaufklärung war von Vorteil, das musste man zugeben. Vogelscheuche hatte die ganze Zeit über der Bibliothek seine Kreise gezogen und die Vorhut des Feindes rechtzeitig entdeckt, sodass Isabella genug Zeit blieb, um ein Portal zu errichten.

    Sie deutete auf den Stapel an Büchern und Schriftrollen. „Nehmt so viel mit, wie ihr könnt. Über das Geländer gelehnt rief sie nach unten: „Grakh! Wir bekommen Besuch! Errichte die Barrikaden! Wir müssen Zeit gewinnen!

    Statt einer Antwort hörten wir, wie Bücherregale umgekippt wurden.

    Eilig stopften wir unsere Beute in die Taschen, die wertvollste zuerst. Danach füllten wir unser Inventar mit allem, was wir in die Finger kriegen konnten. Isabella mischte dabei nicht weiter mit, sondern widmete sich einem komplexen Zauber. Er erinnerte mich ein wenig an die glühende Wolke damals im Verlies der Toten, nur bildeten die feurigen Linien, die sich bis zur Decke erstreckten, diesmal den Umriss einer majestätischen Figur, die wieder verschwunden war, bevor sie ein bedrohliches Purpurrot angenommen hatte.

    Ich hatte keine Ahnung, was sie im Schilde führte, aber für die nahenden Kämpfer des Lichts schwante mir nichts Gutes. Für mich persönlich wäre es durchaus von Vorteil, an dem Gemetzel mitzumischen. Schließlich winkten reichlich Erfahrungspunkte.

    Von unten war zu hören, wie sich jemand gewaltsam Einlass verschaffen wollte. Die Krieger der Söhne des Lichts stürmten das Gebäude und stapften die Treppe hinauf. Der Pfeilhagel, der auf sie herabregnete, konnte sie nicht aufhalten. Die Barrikade aus umgestürzten Bücherregalen war dagegen schon wirkungsvoller.

    Im Eifer des Gefechts versuchten einige feindliche Zauberer, in die zweite Etage hinauf zu schweben, doch Goar und Julian schleuderten ein leeres Bücherregal auf sie hinab, während die Schwarzen Spürhunde Pfeile auf sie einprasseln ließen, bis sie sich wieder zurückzogen.

    Auf der Treppe selbst lief es für uns weniger gut. Der Feind war zahlenmäßig weit überlegen. Ich unterstützte Grakhs Männer, indem ich einen Pfeil des Todes nach dem anderen abschickte, doch mein Zauber verursachte nur magere Schäden, die das Geschehen nicht wesentlich beeinflussen konnten. Der Feind bombardierte uns von unten unablässig mit Feuerkugeln und Blitzen, sodass wir erst eine, dann eine weitere Barrikade aufgeben mussten.

    Die Söhne des Lichts ließen nicht locker. Ihre Kämpfer hatten bereits die Treppe genommen und rückten Stück für Stück nach. Uns dagegen war nur noch ein knappes Dutzend Spürhunde geblieben.

    Als wir den Treppenabsatz zwischen der zweiten und der dritten Etage erreicht hatten, wollte Grakh alle zum erbitterten Nahkampf auffordern.

    „Das reicht jetzt!, rief Isabella. „Lasst uns verschwinden!

    Sie tauchte als Erste in das Portal, dann folgten alle anderen. Ich warf einen Blick zurück und sah, wie sich unter der Decke eine purpurrote Wolke bildete, in der flüssiges Feuer brodelte.

    Im nächsten Augenblick verwandelte sich die Bibliothek in ein flammendes Inferno.

    Restzeit: 29 Tage 20:47:28 …

    DIE HAUPTSTADT DER dunklen Seite von Türme der Macht befand sich auf Hunderten von Inseln im Delta des Azurflusses. Am Ufer der schier endlosen Bucht lagen majestätische Tempel, luxuriöse Paläste und düstere Clanfestungen, alle überragt vom imposanten Turm der Finsternis, der von jeder Stelle der Stadt aus zu sehen war. Wie prächtig diese Stadt war, wie weitläufig und beeindruckend!

    Wir waren in einem kleinen, feuchten Hof gelandet, der von dunklen Mauern umgeben war. Zwischen den überhängenden Dächern ließ sich nur ein kleiner Ausschnitt des Himmels erhaschen.

    „Was zum Teufel?, entfuhr es mir angesichts der schimmeligen Wände. „Wo sind wir hier? Hast du das so geplant?

    „Natürlich nicht!, erwiderte Isabella. „Das Kraftfeld ist leider nicht stabil. Deshalb hat sich die Ankunftsstelle wohl etwas verschoben. Ich wollte uns zum Laden von Lloyd portieren.

    Ich öffnete die Karte. Offenbar waren wir auf einer benachbarten Insel gelandet, etwa zehn Minuten von unserem eigentlichen Ziel entfernt.

    „Okay, sagte ich schulterzuckend. „Gehen wir los.

    „Sei still! Isabella hob die Hand und schloss die Augen. „Gib mir fünf Minuten!

    Goar zog seinen geschlossenen Helm vom Kopf und zeigte ein breites Grinsen, das seine gewaltigen Reißzähne zum Vorschein brachte. „Von mir aus auch zehn", kicherte er, während sich ein kaum sichtbarer Schein um seinen Körper legte.

    Aha, er hatte also auch ein neues Level erreicht.

    Ich musterte Prinz Julian. Er hatte augenscheinlich keine Eile, seine frisch verdienten Punkte zu verteilen. Auch ich vertagte das auf später. Die Punkteverteilung war schließlich eine eher intime Angelegenheit, oder? Außerdem stand ich mit meiner untoten Seite kurz vor einem neuen Level. Da ich nicht einschätzen konnte, in was ich mich verwandeln würde, wollte ich lieber warten.

    Nur ein halbes Dutzend der Spürhund-Krieger hatte die Schlacht überlebt. Sie alle schienen es nicht eilig zu haben, uns zu verlassen. Grakh jedenfalls ließ Isabella nicht aus den Augen.

    Wie gern hätte ich gewusst, was für einen Deal die beiden gemacht hatten!

    „Onkel John! Neo kam zu mir und erklärte leise: „Ich kann ein Portal zum Laden öffnen und dich mitnehmen. Aber nur dich.

    Sein rotes, fast feuriges Haar passte so nicht zu seinem blassen Teint und den tiefschwarzen Augen, die wie unergründliche Seen wirkten. Der frischgebackene Befehlshaber des Ordens des Schwarzen Phönix war kein kleiner Junge mit Zahnlücken mehr, sondern ein schlaksiger Teenager, der sich mit seinem neuen Status erst einmal zurechtfinden musste.

    Nur ein Programmcode? Da war ich anderer Meinung …

    „Nein, danke. Ich tätschelte ihm die Schulter. „Ich warte lieber auf Isabella.

    „Bitte seid vorsichtig, alle beide."

    Kaum hatte er das gesagt, war ganz in der Nähe eine Explosion zu hören. Der Boden unter unseren Füßen bebte.

    „Neo?, fragte ich beunruhigt. „Kann ich mir Vogelscheuche ausleihen?

    Der Junge nickte. Der tote Phönix hüpfte widerwillig von seiner Schulter auf meine. Auf der Rüstung fand er schlecht Halt und rutschte herum, sodass seine Krallen das Metall zerkratzten.

    „Wir sehen uns im Laden!", rief Neo. Eine glänzende Aura hüllte ihn ein und verblasste, als der Junge aus dem Hier und Jetzt verschwand. Nach normaler Teleportierung sah das nicht aus.

    Gerissenes Bürschchen! Ich warf Vogelscheuche in die Luft. „Los, Vögelchen! Los!"

    Mit einem empörten Krächzen schwang der untote Vogel die Flügel. Durch meine Fähigkeit, die Toten zu kontrollieren, war zwischen uns eine geistige Verbindung entstanden, sodass ich die Umgebung mit Vogelscheuches Augen sehen konnte.

    Und es war ein eindrucksvoller Anblick. Ein grauer Schleier lag über dem Himmel. In der Ferne stiegen schwarze Rauchsäulen über brennenden Gebäuden auf. Kampfzauber zuckten durch die Luft. Zwei Spielergruppen lieferten sich in einer nahegelegenen Straße einen erbitterten Kampf. Das scharfe Gehör des Phönix konnte sogar die Schlachtrufe ausmachen, die vom Waffengeklirr fast übertönt wurden.

    „Finsternis!", schrie die eine Gruppe.

    „Chaos!", erwiderte die andere.

    Ich schlug die Augen auf und schüttelte den Kopf, um wieder zu mir zu

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