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Magnusfe 2010 - Wer schrieb die Bücher Mose -

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Verfasst am: 28 Jun 2007 0:53 Titel: Wer schrieb Buch Mose 1-
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Verwendete Quelle: "Schrieb Mose den Pentateuch?" von B.


Knieß (www.wort-und-wissen.de)

Zitat:

(1) Quellenscheidung
"Quellenscheidung" bedeutet, dass man Bücher der Bibel, in
diesem Fall die Fünf Bücher Mose, in verschiedene Quellen
einteilt, denen dann verschiedene Verfasser und
Entstehungsdaten zugeordnet werden. Die Quellenscheidung
umfaßt eigentlich mehrere nach und nach entstandene
Hypothesen (Urkundenhypothese, Fragmentenhypothese, etc.),
die von etwa 1750 bis 1870 entwickelt wurden.

1877 stellte der Theologe Julius Wellhausen die gesamte


alttestamentliche Wissenschaft auf den Kopf, indem er die fünf
Büchern Mose zusammen mit dem Buch Josua in
verschiedenene Entstehungsstufen einteilte und datierte
("neuere Urkundenhypothese"):

- 950 v.Chr: im Südreich Juda entsteht die "jehovistische Schrift


J" (Kennzeichen: starker Nationalismus, Akzeptanz von
Ackerbaukultur und Königtum)
- 800 v. Chr. im Nordreich Israel entsteht die "elohistische
Urkunde E" (Kennzeichen: Erzväter als ethische Vorbilder,
verstärktes Interesse an Ortschaften im Norden Israels z.B.
Bethel und Sichem)
- 722 v. Chr. J und E werden durch einen unbekannten Redaktor
im Südreich zu einer einzigen Geschichtsdarstellung des Volkes
Israel verschmolzen
- 622 v. Chr. das fünfte Buch Mose wird als Reformschrift
verfasst (Kennzeichen: Propheten, Gott als Herrscher über die
Geschichte, der Israel wegen des Bundesbruchs bestraft)
- Nach 586 v. Chr. JE und D werden durch einen unbekannten
Redaktor verbunden
- 650 v. Chr. in der babylonischen Gefangsnschaft entsteht der
"Priesterkodex P" (Kennzeichen: Gesetz, Monotheismus,
Priesterkodex, Anbetung und Stammbäume)
- 400 v. Chr. ein unbekannter Redaktor verbindet P mit JED

Nach der Hypothese Wellhausens lagen die fünf Bücher Mose


somit nicht wie bis 1750 allgemein akzeptiert mit dem Tod des
Mose um ca. 1400 v. Chr., sondern erst tausend Jahre später
vor.

Die ursprüngliche Hypothese Wellhausens musste durch neue


archäologische Ausgrabungen schnell tief greifend abgeändert
werden. Außerdem meinte man, immer neue Quellen zu
entdecken, so daß sich bald ein gewisses Desinteresse an
diesem Thema ausbreitete. In konservativen Forscherkreisen
machte sich parallel dazu massive Kritik gegen Wellhausens
Urkundenhypothese breit, und Arbeiten vieler Forscher (z.B.
Allis, Young, Archer) widerlegten die Urkundenhypothese
Wellhausens gründlich und belegten, dass Mose der Verfasser
der fünf Bücher Mose ist.

(2) Was sind die Hauptargumente der Quellenscheidung?


(a) Wechsel in den Gottesnamen

Das Hauptargument vieler Verfechter der Quellenscheidung ist


das Auftreten verschiedener Gottesnamen ("Jahwe", "Elohim"),
die angeblich auf verschiedene Quellen der jeweiligen Textteile
hindeuten. Allerdings hat sich eine exakte Trennung der Quellen
anhand der Gottesnamen als unmöglich erwiesen. So haben
sog. E- und P-Stücke auch den Gottesnamen "Jahwe", während
sog. J-Stücke auch "Elohim" verwenden. Überdies sind die
Gottesnamen häufig so eng miteinander verbunden, dass eine
objektive Unterscheidung der Quellen anhand dieses Kriteriums
sinnlos ist.

In vielen Fällen ist der Wechsel der Gottesnamen nicht durch


wechselnde Verfasserschaft, sondern durch Betonung
verschiedener Eigenschaften Gottes begründet: Der Name
"Jahwe" steht in engem Zusammenhang mit der Funktion Gottes
als Gott des Bundes mit Israel, während "Elohim" Gottes
Allmacht und Universalität hervorhebt.

Daher kommt auch der Theologe Westermann zu dem Schluss:


"Den Bestreitern der Quellentheorie ist zuzugeben, dass der
Wechsel der Gottesbezeichnung für sich genommen und
mechanisch angewandt die verschiedene Autorenschaft nicht
beweisen kann."

(b) Dubletten, Dopplungen und Widersprüche

Als klassische Beispiele hierfür gelten die Schöpfungsberichte


(1.Mose 1-2) und die drei Erzählungen über die "Preisgabe der
Ahnfrau" (Sara bzw. Rebekka, 1.Mose 12,10-20; 20; 26,6-11).

Die verschiedene Herkunft der Schöpfungserzählungen zeige


sich darin, dass sie sich in ihrer Gesamtszenerie, der Abfolge
der erzählten Ereignisse und in ihrem Gottesbild widersprächen.
Die Erzählungen über die Preisgabe der Ahnfrau stimmten trotz
ihres je eigenen Profils in wesentlichen Elementen ihrer
Erzählstruktur derart überein, dass sie als Varianten ein und
derselben Geschichte betrachtet werden müssen und somit
schwerlich von einem Verfasser stammen können.

Von konservativer Seite wird argumentiert, dass sich die


Schöpfungsberichte nicht widersprechen, sondern so ergänzen,
dass einem Gesamtüberblick über das 6-Tage-Werk (1.Mose 1)
eine genauere Erklärung des 6. Schöpfungstages folgt, wobei
ein besonderes Augenmerk auf den Menschen liegt (1.Mose 2,4-
25).

Dagegen, dass es sich bei den Erzählungen von der Preisgabe


der Ahnfrau um Varianten derselben Geschichte handelt, spricht
nicht nur die allgemeine historische Zuverlässigkeit der Bibel
und die Tatsache, dass in der Wirklichkeit sich häufig einander
ähnliche Ereignisse abspielen, sondern auch die
schwerwiegenden Unterschiede der Berichte und deren
ausgezeichnete Einbettung in den jeweiligen unmittelbaren
Kontext. Die betreffenden Text sind vom Autor offenkundig nicht
als Dubletten/Tripletten gedacht, sondern als Beschreibung
verschiedener, einander ähnelnder Ereignisse.

Dopplungen und Widersprüche werden im Alten Testament


oftmals dadurch gesehen, weil man mit einer europäischen
Denkweise einen Text aus einem hebräischen Kontext zu
analysieren versucht. Auch historisch-kritische Theologen
geben zu, dass das Vorkommen von Dubletten und
Wiederholungen an sich kein Hinweis für die Existenz
verschiedener Quellen sein muss.

(3) Was spricht für die mosaische Verfasserschaft?


Mose besaß sowohl die schriftstellerischen Voraussetzungen für
die Konzeption des Pentateuch als auch die geistliche
Kompetenz für dessen Wirkungsgeschichte. Berücksichtigt man
die Eigenschaften der fünf Bücher Mose unvoreingenommen,
dann kann man sich dem Urteil nicht verschließen, dass mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Mose allein alle
Voraussetzungen für seine Autorschaft vereinigt:

(a) Der Autor des Pentateuch kam aus Ägypten. Dies zeigt sich:

- in den zahlreichen exakten und stets zutreffenden


Beschreibungen des Landes Ägypten, seiner Geographie,
Institutionen, Sitten, Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt, die als
spätere Erfindung unerklärlich wären
- in der Verwendung ägyptischer Eigennamen und Worte, die in
der Regel ägyptische Gegenstände bezeichnen und erst später
Bestandteil des hebräischen Sprachschatzes wurden
- in der Erzählperspektive, wonach der Autor sich außerhalb
Kanaans befindet. Der unleugbare ägyptische Hintergrund des
Pentateuch gepaart mit seiner Genauigkeit besonders in
nachweislich sehr alten Angaben

Moses Ausbildung am ägyptischen Hof ermöglichte ihm Zugang


zum gesammelten Geschichtswissen seiner Zeit, sei es in Form
schriftlicher Quellen (vgl. z.B. Genealogien, Königslisten, 1.Mose
36,31ff) oder mündlicher Überlieferungen (Geschichte Israels),
und versetzte ihn in die Lage, ein solches Geschichtswerk zu
schaffen.

(b) Der Autor war Augenzeuge des Auszugs aus Ägypten und
der vierzigjährigen Wüstenwanderung des Volkes Israel

Obwohl der Inhalt des Pentateuchs einen Zeitraum von


mehreren tausend Jahren umfasst, beschränkt sich 2.Mose 3 bis
5.Mose 34 auf die Darstellung einer Zeitspanne von rund 40
Jahren. Der Abschnitt 2.Mose 2,11 bis 5.Mose 34 weist alle
Merkmale eines typischen Augenzeugenberichts auf (Interesse
an genauer chronologischer Folge der miterlebten Ereignisse,
lebendige Schilderung der Ereignisse und Weitergabe einer
unübersehbaren Fülle von Einzelheiten) unnd berichtet
vollständig aus der Perspektive Moses. Es liegt nahe, daß der
Verfasser des Textes gleichzeitig Augenzeuge der geschilderten
Ereignisse war und das Leben in der Wüste gewohnt war.

Als Augenzeuge des Auszugs aus Ägypten und der


Wüstenwanderung kannte Mose den weitaus größten Teil des
Inhalts des Pentateuchs aus eigenem Erleben (2.Mose 2,11-5.
Mose 34,4).

(c) Der Autor war eine geistliche Führungsperönlichkeit und


Empfänger göttlicher Offenbarungen

Besonders der prophetische Charakter des Pentateuchs spricht


für Mose als Autor. Die prophetische Wendung "Und der Herr
sprach zu Mose" (über 150 Mal allein in 2. Mose - 4. Mose) leitet
meist umfangreiche Jahweworte mit Mose als einzigen Zuhörer
ein. Folglich ist es äußerst unwahrscheinlich zu meinen, dass
ausgerechnet der größte Prophet des AT diese nur ihm
übermittelten Offenbarungen nicht selbst aufgeschrieben haben
soll. Bedenkt man, dass das dritte Buch Mose hauptsächlich
eine Sammlung von Gottesworten darstellt, dann fällt es schwer
zu glauben, dass der Prophet Mose dieses Buch nicht
geschrieben haben soll. Wer sonst sollte dazu in der Lage
gewesen sein? Dies gilt für alle Gespräche zwischen Gott und
Mose, z.B. Moses Gebetskämpfe, Opfergesetze,
Bundesbestimmungen, Festtagskalender, Anweisungen zum
Bau der Stiftshütte usw., die nur Mose wahrheitsgetreu
wiedergeben konnte. Moses einzigartige geistliche
Führungsposition in Israel machte ihn zum Empfänger göttlicher
Direktoffenbarungen (2.Mose 33,9-11)

Die Annahme einer späten und allmählichen Entwicklung des


Pentateuch wird dem Offenbarungscharakter, den ein
erheblicher Teil des Pentateuch zweifellos beansprucht,
keinesfalls gerecht, sondern degradiert diese Stücke, ob gewollt
oder nicht, zur frommen Dichtung. Die göttlichen Gesetze wären
dann keine göttlichen Gesetze mehr, sondern nur mit einer
Botenformel fromm getarnte menschlich-religiöse Dogmen.

(d) Das Alte Testament geht von Mose als Autor aus

- Das Buch des Gesetzes Mose lag unmittelbar nach dem Tod
des Mose vor (Josua 1,7f, 8,31, 22,5, 23,6) und bildete die
Grundlage Israels unter Josua und darüber hinaus in der
gesamten alttestamentlichen Geschichte (vgl. Maleachi 3,4)
- Alle Propheten des AT beziehen sich auf das Gesetz des
Moses, ohne irgendeine Unterscheidung in Verfasserschaft oder
Zielrichtung des jeweiligen Bezugs zu machen
- Das unter Josia ca. 612 v.Chr. bei der Tempelerneuerung
aufgefundene Gesetzbuch wird eindeutig Mose zugeschrieben
(2.Chronik 34,14) und kann deshalb nicht erst in jener Zeit
entstanden sein
- Das AT sieht das Gesetz Mose als Einheit, wobei von späteren
Ergänzungen, Redaktionen etc. nichts berichtet wird (vgl. die
Warnung in 5.Mose 4,2). Nirgends im AT wird ein von Mose zu
unterscheidender Verfasser erwähnt, sondern immer und
ausschließlich von Mose als dessen Urheber ausgegangen.

(e) Jesus geht von Mose als Autor aus

Im Neuen Testament werden die fünf Bücher Mose sehr oft


pauschal auf Mose zurückgeführt (z.B. Lukas 16,29+31 oder
24,27+44). Jesus sagt:

Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben,
denn er [Mose] hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen
Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
Johannes 5,46

Jesus erkennt hier die Einheit des Pentateuch unter mosaischer


Verfasserschaft ausdrücklich an. Die manchmal geäußerte
Annahme, dass Jesus die wahren Entstehungsverhältnisse des
Pentateuchs nicht gekannt hätte, ist mit seiner theologischen
Kompetenz unvereinbar. Jesus hat stets theologische Fehler zu
korrigieren versucht und scheute sich vor keiner
Auseinandersetzung, wenn es um die Wahrheit ging.

Die Verfasserschaft des Mose ist gut begründet und


vertrauenswürdig. Gottes Wort ist die Wahrheit. Darauf dürfen
wir uns verlassen. Jesus tat es, die Apostel taten es und wir
können uns dem anschließen.

Verwendete Quelle: "Schrieb Mose den Pentateuch?" von B.


Knieß (www.wort-und-wissen.de)