You are on page 1of 5

Buch von Kristo Frashëri – The History of Albania, A Brief

Survey. Tirana 1964

Rezension in „GR Lektüre historiographischer Texte Einführung in das


Osteuropäische Modul

WiSe 2005/06

Betreuende Lehrkraft:

Ao. Univ. Prof. Mag. Andreas Kappeler

Vorgelegt von:

Selver Islamaj

Matrikelnummer: 0402763

Studienkennzahl: A300, A312

Anrechenbar für das Modul der Osteuropäischen Geschichte

Vorgelegt am: 16.01.06


Einleitung:
In den letzten 2 Jahrzehnten wurden viele Bücher über die albanische Geschichte
veröffentlicht. Doch dabei sollten wird die älteren Exemplare, die sich mit der gleichen
Geschichte befassen nicht vergessen. So habe ich mir das Buch von Kristo Frashëri, The
History of Albania, durchgelsen, um zu sehen wie die Sicht der Geschichtsschreibung sich
entwickelt hat. Ich werde anhand von Beispielen das Buch analysieren und auch die Zeit, in
die es geschrieben wurde, berücksichtigen.

Intepretation:
Kristo Frashëri wurde Anfang 1920 geboren, und er stammt aus der Familie der Frashëris,
die in Mittelalbanien leben. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass einige seiner Vorfahren
eine wichtige Rolle in der albanischen Geschichte, sowie in der Sozialentwicklung gespielt
haben. Dies muss auch berücksichtig werden, wenn ich das Buch analysiere. Kristo ist für
die Entwicklung der albanischen Geschichte prägend, da er vieles für die Zukunft bestimmte.
Seine Rolle im kommunistischen Regime als Geschichteprofessor ist dabei nicht außer Acht
zu lassen. Außerdem war er Anfang der 1950er Jahre in einem Historikerverein, die die
Geschichte Albaniens in 2 Bänden herausgaben, wo er einen beträchtlichen Teil dazu
beigetragen hat. Seine späteren Werke, die ich finden konnte sind die Geschichte der Stadt
Tirana und vor kurzem ist auch ein Buch über Scanderbeg erschienen, das insgesamt 9
Bänden umfassen soll.
Das Buch über die Geschichte Albaniens ist in 43 Kurzkapitel verfasst, und behandet sie
gesamte Geschichte Albaniens von der Urzeit bis zu dem Zeitpunkt der Verfassung. Kristo
versucht die Geschichte genau wiederzugeben, und geht auf verscheidene Details ein, die
heute noch so vertreten werden. So behauptet er, dass die Illyrer und die Albaner ein und
das selbe Volk sind, deren Name sich nur geändert hat. „The similarity with it was so great that a
number of scientists have come to the conclusion that the Illyrian and the Thracian were two dialects and not two
separate languages.
Through the study of glossological material of the Illyrian language the linguists since long have arrived at
the condusion that present Albanian is derived directly from the Illyrian. Many Illyrian words and names can be

explained ccurately by means of the corresponding Albanian words, such as: "bile" - bile, bie (daughter);

"brention" - brini {horn); "barka" barku (belly); "bauria"-burri (man), etc., the name of the tribe "Delmat" by the
Albanian "delme" or "dele" (sheep); that of the tribe "Dardan" by the Albanian "dardha" (pear); the toponym
"Dimalum" by the Albanian "dy-male" (two mountains); the anonym "Bardus" by the Albanian "bardhe"
(white); "Bardhylis" by the Albanian "bardhe ylli" (white star), etc. The genetic connection between the Illyrian
and the Albanian is likewise demonstrated by other grammatical elements. This connection has been illustrated
by scientists through different elements from the sphere of material and spiritual culture, too.”1 Er versucht
anhand von bestimmten Begriffen, die heute im albanischen gebräuchlich sind, mit den
Bedeutungen der früheren Zeit in Verbindung zu bringen. Da viele illyrische Begriffe und
Ortsnamen sich im heutigen Albanischen befinden, meint er dass dies auch ein Beweis dafür
sein muss, dass die Verwandtschaft bzw. das die Albaner die Nachfahren der Illyrer sein
müssen. Diese Ansicht wird in den heutigen albanisch sprechenden Regionen immer noch
vertreten. Auch manche Europäische Historiker teilen, mit Vorsicht, diese Ansicht. Doch
leider lässt sich nur schwer ein Verbindung zur illyrischen Sprache zu stellen, da noch keine
illyrische Texte, bis jetzt, gefunden wurden. Dies schreibt auch Kristo in seinem Buch.
Dadurch, dass die Illyrer unter der Herrschaft der Römer gelangt waren, und der
Romanisierung mehrer Jahrhunderte ausgesetzt waren, wurden durch den Einfall der
Slawen, dem ein Ende gesetzt. Doch die Gefahr der Slawisierung war dann da, was viele
illyrische Stämme nicht überstehen konnten. So schreibt er z.B. “The end of the Roman
domination in 395 and of Romam institutions in the 6th-7th century brought to an end also the process of
romanization in Illyria. However the settlement of new Slav populations created the danger of slavization. The
life in common with them for a long period of time slavized entire Illyrian tribes. In the districts of present
Slovenia, Croatia, Dalmatia, Bosnia, Serbia and Macedonia, the Illyrian population was entirely assimilated.
Whereas in the regions of southern Illyria, especially in the districts of Albania of today, of Kosova, of Dukagjini
highland, of Dibra, the Illyrian populations preserved their ethnical character.”2 Dies soll zeigen, dass die
ursprüngliche Bevölkerung zum größten Teil assimiliert wurde, und sich nur ein geringer Tei
halten konnte. Diese Gruppe, die sich halten konnte, ist immer noch in den Regionen, wo sie
einst gelebt haben. So sagt er, dass die Albaner im Kosovo, Mazedonien und Montenegro
noch immer ihre Autochtonität bewahren konnten. Diese Theorie wird von fast allen
Historikern dieser genannten Regionen, immer noch stark vertreten. Ist es doch nicht zu
erklären, wie es sonst möglich ist, dass es Orte und Namen gibt, die mit dem illyrischen so
eng verwandt sind, sei es Niš (albanisch: Nish; bedeutet Eins) oder Skopje (albanisch:
Shkop, Shkup; bedeutet Stab). Diese Orte haben schon während der römischen Herrschaft
schon existiert. Kristo erwähnt auch den Einfluss den die Slawen auf die albanische Sprache
und der sozialen Struktur hatten ebenfalls. E sagt auch dass dieses bei Völkern, die in enger
Nachbarschaft leben, unvermeidlich ist. Wichtig für ihn ist auch die Herrschaft der Osmanen,
die der albanischen Bevölkerung in den Anfangsjahren viel Leid gebracht hatten, da eine
große Emigration nach Süditalien und Sizilien erfolgte, die bis heute noch dort stark vertreten
sind. Doch er macht auch einen Fehler indem er meinst, dass „However, the further development
of the feudal chaos which would have led to the fusion of all the principalities and detached domains into one
single state formation - into the national state of the Albanians - was interrupted by the conquest of Albania by

1
Kristo Frashëri, The History of Albania; A Brief Survey (Tirana 1964), Seite 12.
2
Kristo Frashëri, The History of Albania; A Brief Survey (Tirana 1964), Seite 36-37.
the Ottoman Turks.”3 Dies hätte nicht möglich sein können, da es zu der damaligen Zeit immer
wieder die Fürsten Albaniens versuchten sich an dem Boden des Nachbarn zu vergreifen. Es
war für die damalige Zeit nichts außergewöhnliches, da in Europa die Fürsten und Könige
ihre Reiche immer mehr ausdehnen wollten. Außerdem können wir für die damalige Zeit
nicht von einem Nationalstaat sprechen, da die Nationalstaaten, wie wir sie kennen, erst im
19. Jahrhundert vermehrt auftreten. Damals war es den Fürsten nicht wichtig ob die
Untertanen eine slawische Sprachen oder albanisch gesprochen haben, da sie ja nur
steuern zahlten, und so ruhig wie möglich bleiben sollten. Außerdem identifizierten sich die
Menschen damals nicht nach Nationalität, sondern eher nach Religion oder Herkunftsort. Da
die Grenzen sich ständig veränderten, war es einfacher zu sagen, aus welchem Ort jemand
stammte.
Auch die Zeit des albanischen Nationalhelden, Skënderbeg hat er sehr genau behandelt.
Sogar der Film, der in der kommunistischen Zeit gedreht wurde, beruht auf die
Forschungserbegnisse von Kristo. Er war einer der ersten albanischen Historiker, der sich
wieder einmal ausführlich mit Skënderbeg beschäftigt hat, dass merkt man daran, dass er
die größte Zeit seiner Forschung ihn gewidmet hat. Natürlich prägt er auch das Bild des
Nationalhelden, indem er wichtige Ereignisse aus dem Leben von Skënderbeg berichtete, so
auch die Einnahme der Festung von Kruja und Zerschlagung der Großgrundbesitzer. „At
Albulene the Albanians with Scanderbeg won not only a brilliant military victory over the manifold superior
Turks, but at the same time they achieved also an important political victory over the vacillating and treacherous
nobles, and dissipated as wen the doubts that had risen as to the forthcoming fate of Scanderbeg's authority. With
this victory Scanderbeg triumphed over the separatist tendencies of the allied nobles, by centralizing further in
his own hands the authority of the Albanian principality.”4 Aber auch andere Helden, die nur Regional
bekannt waren, so wie Ali Pashe Tepelena, hebt er hervor. Meistens schreibt er in diesem
Zusammenhang gegen die Großgrundbesitzer, die die Bauern quälen und da kommt dann
ein großer Mann der diese Menschen von ihrem Leid befreit. Da die Großgrundbesitzer in
der früheren Zeit zum großen Teil türkischer Abstammung waren, war auch der Hass auf die
Besatzer gleichzeitig geschürt. Er macht die Großgrundbesitzer und die Reichen
verantwortlich für die Unterdrückung, da diese für Geld ihre Heimat verraten hätten. So geht
er auch gegen die Länder vor, die auch während der Unabhängigkeitsbewegung, gegen die
Albaner waren, da diese ja auch nur Imperialistisch Orientiert waren, und dieses Land in den
Ruin treiben wollten. „Russia and France took a still more hostile attitude towards the government of Ismail
Qemal, which did not give up protesting against the injustice that was committed on Albania in connection with
the drawing up of the boundaries. That is why they secretly helped Esad Toptani, who displayed his rediness to
side without reserve with Entente powers.”5 Hier beschreibt er z.B. wie die Verräter aus der Heimat

3
Kristo Frashëri, The History of Albania; A Brief Survey (Tirana 1964), Seite 56.
4
Kristo Frashëri, The History of Albania; A Brief Survey (Tirana 1964), Seite 80.
5
Kristo Frashëri, The History of Albania; A Brief Survey (Tirana 1964), Seite 187.
mit den Feinden gemeinsame Sache machen. Gegen Russland kann er zu der Zeit
schreiben, da die Beziehungen zu Moskau einige Jahre vorher unterbrochen wurden, und
Enver Hoxha sich nach China orientierte. Deswegen ist auch die Feindschaft bzw. die
Meinung in der heutigen Öffentlichkeit noch sehr stark gegen Russland und noch stärker
gegen Frankreich zu spüren. Sie werden in den meisten Fällen für die Probleme, die
auftreten verantwortlich gemacht, vor allem im heutigen Kosovo.
Der letzte Teil des Buches befasst sich dann mit dem Partisanenaufstand und den
Kriegsfolgen. Da beschreibt er alle Schlachten und die vermeintlichen Niederlagen der
Deutschen und deren hohen Verluste. Genauso macht er die Deutschen verantwortlich für
die Zerstörung des Landes verantwortlich. Da die Infrastruktur nun von neuem aufgebaut
werden muss. Hinzu kommt auch noch, dass die Entstehung der Partisanen etwas früher
aufgeführt wird, damit sie als legitime Nachfolger sich etablieren konnten. Den Kampf gegen
den Balli Kombëtar erwähnt er gar nicht in dem Buch. Vieles ist aber auch dadurch zu
erklären, dass Enver Hoxha nichts von all dem an die Bevölkerung weitergeben wollte.

Kritik:
Das Buch ist sehr gut geschrieben und gibt einen sehr guten Überblick über die Geschichte
des albanischen Gebietes wieder. Er macht eine gute systematische Zeitordnung, die er
auch gleich in Kapitel einteilt. Doch einiges sicht wiederum stark zu kritisieren, da er
eigentlich viele Informationen wiedergibt, aber nicht angibt woher er die Angaben hat. Zahlen
und Ereignisse schreibt er nieder, aber gibt nicht an aus welchen Quellen er diese hat.
Dadurch ist es dann auch schwer zu sagen ob die Zahlen stimmen können, da er nichts
angibt woher er sie haben könnte. Somit ist eine Überprüfung dann nicht mehr so leicht
möglich. Dann kommt noch hinzu, dass er kein Register gemacht hat, wo die Namen von
wichtigen Personen und Orten angegeben werden. Auch fehlen jegliche Quellenangaben
sowie Literaturverzeichnis.
Das Buch ähnelt mehr einem Roman als es einer Forschungsarbeit, die eine große Fülle an
Informationen wiedergibt, die aber nicht überprüft werden können.
Seine Schreibweise ist auch so zu erklären, dass es die Zeit in der er geschrieben hat, diese
Möglichkeiten nur geben konnte. In Albanien wurde eine strenge Zäsur geführt, die
möglicherweise dazu beigetragen hat, dass die Quellen und Literatur, die er verwendet hat,
nicht angegeben werden dürften. Da Hoxha nicht wollte, dass Namen von fremden Autoren
bzw. Quellenmaterial, dass aus anderen Ländern stammt angegeben werde.
Das Buch ist empfehlenswert, für Menschen die einen Einblick in die Geschichte Albaniens
machen möchten. Es gibt die wichtigsten Ereignisse wieder und hat eine gut gegliederte
Struktur.