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12 Medienkultur und Ästhetik

Medienästhetik (womit beschäftigt sie sich?)


• Medienästhetik-Debatte geht aus der Kunst- und Philosophie-Debatte hervor:
 aus Dramatik/Dramentheorie, Epik/Romantheorie, Erzähltheorien, Philosophie
und Kunstgeschichte.
• Ästhetik ist Teil dieser Theoriediskurse.
 Aufteilen in drei Begriffsfelder:
1. Medienbegriff
2. Kunstbegriff
3. Ästhetikbegriff

Entwicklung von Medienästhetik


• Seit 18. Jh.: Ästhetik als allg. Möglichkeit der Erkenntnis
• im Zuge der Aufklärung: Ästhetik wird mit Wirkung zusammengebracht
 Wirkungsästhetik

1. klassische Ästhetik:
• Bsp.: Verhältnis Kunstschönes – Naturschönes
 Naturschönes ist die erste Existenz des Schönen (Hegel)

2. Neuere ästhetische Themen: normative Ästhetik


• Seit Erwin Panofsky: Style and Medium in the Motion Pictures (1936):
Klassifikationssysteme zur Bestimmung dessen, was „schön“, was
„Kunst“ sei. Symmetrie, Rückgriff auf antikes Schönheitsideal,
Proportionen. Renaissance als ideale Mischung aus quasi-
naturwissenschaftlicher Systematisierbarkeit und Naturtreue.

3. moderne Ästhetik
• Zu den Kategorien des Schönen, Erhabenen und der Erziehung hin zu
einem Ideal kommen in der Moderne die Kategorien
o des Hässlichen (und dessen soziale Aspekte): Negation des Schönen,
antifeudaler Charakter
o der (De-)Konstruktion: die einzig mögliche Gestalt des rationalen
Moments am Kunstwerk
o der Technik: hat in den Funktionalismus geführt
o des Funktionalismus
o der Offenheit: Kunst müssen nicht immer geschlossene/verpackte
Dinge sein
o der Gesellschaft und der Dialektik
• Kernfragen: Autonomie (Kunst behauptet eine
Autonomie/Eigengesetzlichkeit gegenüber dem nichtästhetischen
Geschehen) und Negativität (Kritik an Kunst, die ökonomisiert/
kommerzialisiert, instrumentalisiert wird)
• Auseinanderfallen der (idealistisch so konstruierten) Einheit von Kunst-
Pro- und -Reproduktion
• Zunehmend medialisierte Kunst, Kunst wird kommerzialisiert
• Alles wird immer technisierter: Offenheit, man soll offen für Neues sein
(nicht immer Altgewohntes)

4. postmoderne Ästhetik
• alle Lebensverhältnisse sind medial-künstlerisch durchdrungen
• Anknüpfung an die Avantgarde der 1920er Jahre (Moderne): Collage,
Montage, Fragment, Kombinatorik, Dekomposition
 erst in Postmoderne wegen erweiterter technologischer Möglichkeiten
• Vermischung von Medien-Kultur und Kunst-Werk
• Formensprache der Kunst ist zu einem Selbstbedienungsladen für Zitat
und Pastiche geworden (und das wird als positiv verstanden)

5. Post-postmoderne Ästhetik
• Verschiebung des Diskurses in Richtung medienspezifisch ästhetischer
Phänomene:
• Kunst wird selbstreflexiv (reflektiert ihre eigenen medialen Bedingungen)
 postmoderne Phänomene: z.B. „Big Brother“, „Star Search“
• Dazu gehören: cross-mediale Vernetzung, Transformation als „sekundäre
Medialisierung“
• Digitale Manipulation/Erschaffung nicht nur von Bildern einzelner
Personen und Gegenstände sondern ganzer Welten („Second Life“)

4 kulturelle Syndrome (nach Triandis 1994)


• Kulturelle Syndrome: Muster aus Überzeugungen, Haltungen, Selbst-
Definitionen, Normen und Werten in einer Gesellschaft
• Dieses Muster ist nicht statisch
• Muster befindet sich durch (kollektive) Handlungen und Erfahrungen (der
Gesellschaft) in ständiger Veränderung
• Beispiel: Medien-Kultur

1. Das Komplexitäts-Syndrom:
• Es gibt komplexe und weniger komplexe Kulturen in Hinsicht auf ihre
Differenziertheit und auf die Beziehungen in (kleineren, größeren) Gruppen (z.B.
Familien)
• Beispiel: Indianer-Kultur/ Eskimo-Kultur vs. US-Kultur

2. Das Individualismus-Syndrom:
• In der Kultur wird individuell Handelnden ein größerer oder kleinerer Spielraum
zugestanden.
• Beispiel: der „freie Westen (Individualität wird hier als besonders wichtig
angesiedelt)

3. Das Kollektivismus-Syndrom:
• Kulturen messen der Konformität (Einheitlichkeit) großes Gewicht zu
 Gegensatz zum Individualismus-Syndrom (Konformität als Gegensatz zur
Individualität)
• Man spricht von horizontaler oder vertikaler Konformität.
• Beispiel (Gesellschaftsebene): DDR „Vom Ich zum Wir“ (gleiche
Chancen/Möglichkeiten, aber auch gleich sein müssen)
• Beispiel (Unternehmerebene): Unternehmens-Kultur: Sony, Siemens, UPS
 Unternehmen unterliegen bestimmten Philosophien:
Unternehmenskollektivismus (z.B.
Länge des Bartes festgelegt)

4. Das „Tightness“- (Enge-)Syndrom:


• Verhaltensweisen werden eng durch Werte und Normen vorgegeben (enge
Grenzen)
• Konfligierende Haltungen/Handlungen werden sanktioniert oder toleriert
• Korrelation mit der Homogenität einer Kultur:
je ähnlicher die Gruppenmitglieder, desto enger die Normen

Publikum- und kulturbasierte Theorien


• S-R-Theorien
o Der mediale Stimulus hat die Macht, ein Individuum direkt zu
beeinflussen.

• Zwei- oder mehrstufige Theorien


o Meinungsführer (opinion leaders) und (mediale) Schleusenwärter (gate
keepers) wird der mediale Stimulus verbreitet. Macht liegt beim Stimulus
und auf den verschiedenen Stufen

• Re-Integration von interpersonalen in Publikums-Theorien


 Th. d. soz. Interaktion
 Spieltheorien

• Publikums- oder Kultur-basierte Theorien


o Wie steuern Publikumsbedürfnisse und/oder kulturelle Spezifika (Werte,
Strukturen) die Auswirkungen medialer Kommunikation?

Uses&Gratifications-Approach/Nutzen-Ansatz
 Was suchen Menschen in Medien-(inhalten)? Welchen Nutzeffekt und welche
Gratifikationen (= Befriedigung von Bedürfnissen) suchen sie?
 Die „Macht“ liegt beim Nutzer, nicht beim Medium oder dem Medieninhalt.
 Nutzer suchen sich aktiv ihre Inhalte und letztlich damit auch Medieneffekte
aus; sie fangen etwas damit an.
 Medieninhalte und -strukturen können an sich noch nicht vorausbestimmen,
welche Gratifikationsmuster(Befriedigung von Bedürfnissen) Nutzer aus ihnen
entnehmen
 Grundannahmen:
o Nutzer sind aktiv und zielgerichtet.
o Nutzer wollen mit Hilfe der Medien(inhalte) persönliche Bedürfnisse
befriedigen.
o Als Mittel der Bedürfnisbefriedigung stehen die Medien in Konkurrenz zu
anderen (nichtmedialen) Mitteln (z.B. Sport treiben).

Kultivationshypothese (George Gerbner 1990)

 Fragen:
o Welche Prozesse, Einflüsse und Begrenzungen liegen der Produktion von
massenmedialen Inhalten zu Grunde und beeinflussen sie?
o Welches sind die dominanten, aggregierten Muster aus Bildern,
Informationen, Fakten, Werten und Lerninhalten, die in medialen Inhalten
zum Ausdruck kommen?
o Welches ist der eigenständige Beitrag zur Wahrnehmung der sozialen
Realität beim Publikum, den diese medialen Informationen leisten?
 Grundannahme:
o Wichtiger als der Einfluss von Medien (-inhalten) ist, wie die Medien
langfristig die Regeln beeinflussen, nach denen Menschen Wirklichkeit
definieren und ihre sozialen Erwartungen ausrichten.
 Gerbner (1990) unterscheidet zwei Arten der Kultivation
Kultivation erster Ordnung Kultivation zweiter Ordnung

- Annahmen über die Wirklichkeit - findet auf einer symbolischen Ebene


werden direkt von medialen Inhalten statt: ein Verständnis-Transfer vom
beeinflusst. gehäuften Auftreten konkreter
- z.B.: Eine Häufung von Berichten über Einzelfälle hin zu einer Generalisierung
die (Annahme eines Gesetzes); induktive
globale Klimaveränderung hat zur Kultivation
Folge, dass Menschen diese Hypothese - z.B.: „Fremdgehen“/Ehebruch in
übernehmen. Serien,
Filmen, Dokumentationen, Nachrichten
 soziales Gesetz, Fremdgehen ist
normal

• Vorteil:
o medial induzierte Prozessekommen übergreifend in den Blick.
• Nachteil:
o empirischer Nachweis schwer, weil sich die Variable „Medien“ nicht so
einfach aus dem Kontext anderer Variablen herauslösen lässt und damit
„die Medien“ „verantwortlich gemacht“ werden können

Cultural-Studies-Ansatz
• Grundannahmen:
o Die Untersuchung der Kultur als eines Gesamtsystems ist nötig
o Daher kann man auch nicht zwischen „Kommunikation“ und
„Massenkommunikation“ unterscheiden.
o Die Sprache spielt bei der Ausformung der Kultur und ihrer menschlichen
Einrichtungen eine zentrale, historische Rolle.
• Bei der Beschreibung medialer und sozialer Machtverhältnisse werden
werthaltige, kritische bis marxistische Positionen eingenommen
• Es werden weniger Prognosen vorgenommen, sondern die Diagnose der medial-
kulturellen Gegebenheiten steht im Vordergrund.

Dependenz-Theorien
• Interpendenzen: Alles hängt mit allem zusammen: Untersucht werden daher die
Interdependenzen zwischen Medien, Publika und Sozialstrukturen.
• Dependenzen (=Abhängigkeiten):
o kognitive (= verstandesmäßige),
o affektive (=gefühlsmäßige) und
o Verhaltens-Abhängigkeiten von Medien