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Nr.

426
Juni 2006
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6,3-mm-Faston · einsetzbar für Rohrbefestigung · Rufton / PTT
(12PF-1); M5 (17P) durch mitgelieferte Halterung · Lieferumfang:
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LCR-12V 3,4P 3,4 Ah, 60 x 134 x 67 mm 17.95
LCR-12V 12PF-1 12 Ah, 94 x 151 x 102 mm 28.50
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Gesetzliches Rückgaberecht. Alle angegebenen Preise sind freibleibend ab Lager Sande. Es gelten ausschließlich unsere AGB. Zwischenverkauf vorbehalten.
Alle Produktnamen und Logos sind Eigentum der jeweiligen Hersteller. Abbildungen ähnlich. Druckfehler, Irrtümer und Preisänderungen vorbehalten.

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6/2006 - elektor 0.00 Elektronikring 1 · 26452 Sande
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elektronik, die begeistert

Vormarsch der Funk-Chips


In wenigen Tagen wird die Welt
„zu Gast bei Freunden“ sein. Doch nicht
nur das. Die Welt guckt auch nach
30 Scopemeter
Deutschland, und zwar live und Ursprünglich wurden Scopemeter als kleine
- endlich! - in HDTV-Qualität. Ein tragbare Oszilloskope für den mobilen Einsatz
High-Tech-Sendezentrum, 20-Gbit/s-
Leitungen und neu entwickelte entwickelt – inzwischen sind die Geräte oft mit
Übertragungswagen machen’s möglich. einer Multimeterfunktion, einem
Den Fußballfans in Übersee
präsentieren wir uns also knackscharf Frequenzzähler und sogar einem
und in bestem Licht. Allerdings schauen Funktionsgenerator ausgerüstet. Wir testen
die hiesigen Fernsehzuschauer beim
Thema HDTV mehrheitlich in die Röhre zehn der Universalmessgeräte in
- pardon - auf ihren Flachbildfernseher. verschiedenen Preisklassen.
Denn der kann zwar meist HDTV
darstellen, aber eben nicht empfangen.
Hierfür braucht’s eine separate Set-Top-
Box - und die sind noch Mangelware.
Entgegen den Versprechungen der
Chip- und Boxenhersteller sollen bis
zum Anpfiff des Eröffnungsspiels
gerade einmal 100.000 Stück verkauft 16 Die High-Tech-WM
werden - wohlgemerkt auf dem ganzen
„alten“ Kontinent, der in Sachen In ein paar Tagen ist es soweit - die
technischer Fortschritt mal wieder etwas Fußball-Weltmeisterschaft
langsamer tickt (S. 16).
beginnt. Auch eine Menge
Apropos - 40 Jahre nach dem
Wembley-(Un-)Tor ist eine (erneute) Elektronik spielt mit. So soll
Fehlentscheidung von ähnlicher in Deutschland endlich
Tragweite nicht ausgeschlossen. Über auch das HDTV- und
einen Chip im Fußball ist es technisch Handy-TV-Zeitalter
zwar möglich, die genaue Position des angepfiffen werden. Die
Spielgeräts jederzeit zentimetergenau WM-Tickets sind - zum
festzustellen. Doch konnte sich die FIFA
ersten Mal bei einer
trotz des gelungenen Tests bei einer
Jugend-WM noch nicht zu einem
internationalen
Einsatz durchringen. Zu groß schien die Großveranstaltung - mit
Gefahr, das Ballgefühl der Edelkicker RFID-Chips bestückt.
könnte durch den patentiert Dagegen ist der Chip im Ball noch kein Thema.
aufgehangenen Funk-Chip in
Mitleidenschaft gezogen werden (S. 20).
Unaufhaltsam ist der Vormarsch von
funkenden Chips an anderer Stelle. Zum
ersten Mal werden bei einer 52 Stereo-Sender
internationalen Großveranstaltung
RFID-Tags auf Eintrittskarten eingesetzt,
welche kontaktlos auszulesen sind und Unser kleines
den Ticketkäufer eindeutig bestimmen Generator-Projekt hat
(S. 18). Das technisch spannende - und
es in sich: Die
in der Öffentlichkeit sehr kritisch
verfolgte Thema RFIDs und
Schaltung erzeugt ein
(Daten-)Sicherheit beleuchten wir auch Sinussignal mit sehr
in unseren Artikeln über elektronische geringem Klirrfaktor,
Reisepässe (S. 22) und RFID-Viren ein Multiplex-Signal
(S. 28). Schon jetzt sei übrigens darauf und ein UKW-Stereo-Signal. Das
hingewiesen, dass es im September Besondere an diesem Testgenerator ist nicht
wieder einmal eine kleine ELEKTOR- nur seine Präzision, sondern auch der
Überraschung gibt …
Aufbau mit einem originellen Konzept zur
Jens Nickel Signalerzeugung.
INHALT 37. Jahrgang
Juni 2006
Nr. 426

Grundlagen
22 Der Chip im Pass
28 RFIDs und Sicherheit

Praxis
40 Kurzschluss-Finder
46 Netzwerkkabel-Tester
52 Stereo-Sender
58 FPGA-Kurs (3): µC@FPGA
64 Workshop
Elektronischer Zauberstift
69 Entwicklungstipps
Low-Drop-Regler, Lötpistole als
Entmagnetisierer, Widerstände selbst
trimmen, Spannungsversorgung ohne
Trafo, Telefonleitungs-Watchdog,
Vergleich von Signed Integers

Technik
16 Die High-Tech-WM
30 Scopemeter
72 E-blocks und X-10
77 Laborgeflüster: Festplatten-Recovery
Wenn ein Netzwerk fehlerhaft
arbeitet, gehören der Bruch eines
Kabels oder der Defekt einer
Steckverbindung zu den
wahrscheinlichsten Ursachen. Mit
Info & Markt
unserem einfachen Kabeltester - 6 Impressum
er eignet sich für Gigabit-,
10BASE-T-, 100BASE-T- und 8 Mailbox
Gigabit-Crosslink-Kabel - ist die 11 elekTermine
Ursache meist schnell gefunden.
12 News

46 Netzwerkkabel-Tester 84 Vorschau

Infotainment
78 Hexadoku
79 Retronik: Elektorskop
Einzelheft Jahres- und Studentenabonnements (11 Hefte) dauern immer
Deutschland € 6,50 1 Jahr und verlängern sich automatisch um weitere 12 Monate,
Österreich, Belgien, Luxemburg € 7,15 wenn nicht spätestens 2 Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt
Schweiz CHF 12.50 wird. Probeabonnements (3 Hefte) laufen automatisch aus; sie
müssen nicht gekündigt werden.
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Österreich, Belgien, Luxemburg € 74,00
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Andere Länder € 89,00
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redaktion@elektor.de zu richten. Alle Länder € 9,95 Internet: www.thali.ch

IMPRESSUM
37. Jahrgang, Nr. 426 Technische Redaktion Der Herausgeber ist nicht verpflichtet, unverlangt einge-
Ton Giesberts , Paul Goossens , sandte Manuskripte oder Geräte zurückzusenden. Auch wird
Juni 2006
Luc Lemmens, Karel Walraven für diese Gegenstände keine Haftung übernommen.
Nimmt der Herausgeber einen Beitrag zur Veröffentlichung
Erscheinungsweise: 11 x jährlich Grafische Gestaltung und Layout an, so erwirbt er gleichzeitig das Nachdruckrecht für alle aus-
(inkl. Doppelheft Juli/August) Ton Gulikers, Giel Dols ländischen Ausgaben inklusive Lizenzen. Die in dieser Zeit-
schrift veröffentlichten Beiträge, insbesondere alle Aufsätze
Elektor möchte Menschen anregen, sich die Elektronik zu Eigen zu
Geschäftsführer/Herausgeber und Artikel sowie alle Entwürfe, Pläne, Zeichnungen ein-
machen – durch die Präsentation von Projekten und das Aufzeigen
von Entwicklungen in der Elektronik und technischen Informatik. Paul Snakkers schließlich Platinen sind urheberrechtlich geschützt. Ihre auch
teilweise Vervielfältigung und Verbreitung ist grundsätzlich
Elektor erscheint auch in Englisch, Französisch, Niederländisch und Marketing (Leitung) nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Herausge-
weiteren Sprachen. Elektor ist in über 50 Ländern erhältlich. Carlo van Nistelrooy bers gestattet.
Die veröffentlichten Schaltungen können unter Patent- oder
Verlag Vertrieb (Leitung) Gebrauchsmusterschutz stehen. Herstellen, Feilhalten, Inver-
Elektor-Verlag GmbH Margriet Debeij kehrbringen und gewerblicher Gebrauch der Beiträge sind
Süsterfeldstraße 25, 52072 Aachen nur mit Zustimmung des Verlages und ggf. des Schutzrechts-
Tel. 02 41/88 909-0 Anzeigen inhabers zulässig. Nur der private Gebrauch ist frei. Bei den
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Erwerb und Betrieb von Sende- und Empfangseinrichtungen
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 36 ab 01.01.2006
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Brauchbarkeit der veröffentlichten Schaltungen und sonsti-
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Redaktion Elektor Deutschland gen Anordnungen sowie für die Richtigkeit des technischen
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Ernst Krempelsauer (Chefredakteur, v.i.S.d.P.)
Jens Nickel Fax 0 22 25/88 01-199
E-Mail: elektor@ips-pressevertrieb.de © 2006 Segment B.V.
Internationale Redaktion Internet: www.ips-pressevertrieb.de
Druck
Harry Baggen, Thijs Beckers,
Jan Buiting, Guy Raedersdorf Vertrieb Österreich hoontetijl, Zwolle, Niederlande i
Pressegroßvertrieb Salzburg/Anif V
Redaktionssekretariat
Hedwig Hennekens
Niederalm 300
Tel. +43/62 46/37 21-0
ISSN 0932-5468
w
6 elektor - 6/2006
Te r m i n e f ü r E l e k t o r N r. 0 9 / 2 0 0 6
Anzeigenschluss:
 

25.07.2006
Erscheinungstermin:
 

22.08.2006
Anzeigen:
Ve r l a g s bü r o I D
Te l e fo n : ( 0 5 1 1 ) 3 3 4 8 4 3 6
E - M a i l : s e r v i c e @ i d - m e d i e n s e r v i c e. d e
I n t e r n e t : w w w. i d - m e d i e n s e r v i c e. d e

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6/2006 - elektor 7
INFO & MARKT MAILBOX

Platinen-Prototypen eine ätzresistente Schicht von Auf der Suche nach einer deut- Halogen-Power (2)
Mit Interesse habe ich den Arti- der Folie auf die gereinigte Pla- schen Entsprechung muss jemand Zu dem Artikel „Halogen-
kel über Prototyp-Platinen im tine überträgt. Wie das genau das Wort „Lektor“ im Duden ent- Power“ (Workshop) habe ich
Mai-Heft gelesen. Vieles davon geht, habe ich unter deckt haben, das ja unter ande- noch ein paar kleine Anmer-
ist leider für Bastler und Ama- www.michaelgaedtke.de/ rem auch jemanden bezeichnet, kungen:
teure viel zu aufwendig und workshop.html beschrieben und der eingehende Manuskripte Im Internet bin ich auf einen
vor allem teuer. Eine sehr einfa- mit einigen Fotos erläutert. prüft und bearbeitet. Was Schaltplan eines ATX-Netztei-
che Möglichkeit, schnell zur Michael Gaedtke irgendwie zur Elektronik-Zeit- les gestoßen, für manchen
eigenen Platine zu kommen, schrift passt. Und so entstand – Leser vielleicht von Interesse,
bietet auch sogenannte PCB- Danke für den Tipp. Wir haben nach der von mir favorisierten sei es nur zum Verständnis
Transferfolie, die mit jedem den Link auf der ELEKTOR-Website Theorie – Elektor. der Funktion:
Laserdrucker oder Fotokopierer in die Hyperlink-Liste des Artikels Ernst Krempelsauer www.spaceserver.de/
bedruckt werden kann. Der aufgenommen (www.elektor.de > hobby-elektronik/
Kohlenstoff-Toner bildet dabei Zeitschrift > 2006 > Der schnelle page14.html
eine Art Heißkleber, der mit Weg zur Platine). Die Deaktivierung der Unter-
Hilfe eines simplen Bügeleisens spannungsüberwachung
Halogen-Power (1) sollte mit Bedacht erfolgen,
Ihr Artikel (in ELEKTOR April) sonst ist das Netzteil eventuell
zum Umbau von Computer- nicht mehr kurzschlussfest!
Landesfürst ELEKTOR
Zum „Hengst Elektor“ in der
Mailbox Heft Mai:
Ein Elektor war früher in
Polen ein Landesfürst, der
berechtigt war, den König zu
wählen. Um einem Tier,
einem Produkt oder einem
Hotel ein nobles Erschei-
nungsbild zu geben, wird oft
das Wort Elektor benutzt.
Dr. Werner Kühnel

So etwas habe ich schon fast ver-


mutet, da das Wort „elector“ im
US-amerikanischen Sprachge-
brauch auch für die Wahlmänner
verwendet wird, die letztendlich
den Präsidenten wählen. Ganz
allgemein bezeichnet das Wort
im Englischen jeden Wähler, der
in einer Wahl eine Stimme hat
(siehe http://en.wikipedia.org/
wiki/ Elector).
Neuerdings gibt es auch in der
deutschsprachigen Wikipedia
Elektor (http://de.wikipedia.org/ Schaltnetzteilen war eigent- Ein Kurzschluss kann dann
wiki/Elektor). Hier wird aber lich schon überfällig. Denn zum Defekt der beiden Leis-
nicht das Wort erklärt, sondern vor allem Ladegeräte für den tungstransistoren
die uns allen bekannte Zeitschrift. Modellbau oder auch Funkge- (2SC2625/2SC4242/
räte brauchen leistungsstarke BUW12A o.ä.) führen. Die
Wie die Zeitschrift zu diesem Titel 12-V-Netzteile, die bisher nur Originaltypen sind dann
gekommen ist, sei hier erklärt: für deutlich über 100 € zu meist teurer als die
Anno 1970 kam der Verleger haben waren. Bei Ebay Vergleichs-typen (siehe z.B.
der niederländischen Elektronik- bekommt man fertig umge- eca-Vergleichstabelle).
Zeitschrift „Elektuur“ auf die (im baute Netzteile schon für Ich habe aus einem PC-Netz-
übrigen sehr erfolgreiche) Idee, unter 30 €. Bei einigen teil ein Labornetzteil für
seine Zeitschrift auch in Deutsch- Umbauten kann man sogar höhere Ströme gebaut (siehe
land herauszubringen. Ein klei- die Spannung von 12 – 14 V Bilder). Es verfügt zusätzlich
nes Problem war dabei der Titel. einstellen. Wer es selber über:
Elektuur ist im Niederländischen machen will, findet auch gute • Spannungsmesser (digital,
eine Wortkombination aus Anleitungen im Netz, zum schaltbar auf die jeweiligen
Elektronik und Lektüre („lektuur“) Beispiel bei Ausgänge)
– auf Deutsch wäre „Elektüre“ www.sprut.de/electronic/ • Strommesser (über Buchsen
draus geworden, was uns aber switch/12vsnt/12vsnt.html anschließbar)
zum Glück erspart geblieben ist. Mario Sack • KFZ-Steckdose (an 12 V

8 elektor - 6/2006
+  % ' $ . ) ! " *  - , # & Hexadoku-Lösung
Kann man die vollständige
„normale“ Bastler nachzubauen
sind. Umso begeisterter war
! $  - # & *  , + ' . " % ) Auflösung der Hexadokus ich, als ich nun schon zum
" ' & . ! , % - $ # )   + * irgendwo nachlesen? Ich
meine nicht die geforderte
zweiten Mal einen Artikel zu
einem „Handytelefon“ in ELEK-
# * ) ,  " +  . % & - ' ! $ Zahl, sondern die Gesamtlö- TOR (April) gefunden habe.
& " ! . ' - # +   * $ ) , % sung. Ich würde gerne versu- Meine Begeisterung rührt aus
$ #  * " ) !  % . , ' - & + chen zu verstehen, wo ich
Fehler gemacht habe, wenn
eigener Erfahrung. Ohne mich
loben zu wollen, denke ich,
. % '   + , $ & - ) ! * # " ich zu keiner Lösung gekom- dass ich einer der ersten (oder
, ) - + * % & # $ ' "  .  ! men bin. Im Internet habe ich
nichts gefunden.
der Erste) war, der ein derarti-
ges Projekt erschaffen hat. Mein
* - !  %  ' + , ) " & # $ . Jürgen Theis erstes Handy in Form eines
' . # $  & ! - +  % ) * " , Haustelefons entstand bei mir
 + , ) $ * " . # !  & % - ' Vielen Dank für Ihre Anregung.
Bis jetzt haben wir die vollstän-
im Bastelwahn bereits vor eini-
gen Jahren aus einer Not her-
" % & ) - # , * ' . $ + !   dige Lösung noch nicht regelmä- aus. Nach einer „fehlgeschlage-
 ! $ # - . ) " ' & % , + *  ßig veröffentlicht. Also machen
wir hier einen Anfang (und auf
nen“ Handy-Reparatur musste
ein größeres Gehäuse her.
-  . " ,  * ) ! $ + % & ' # die Website www.elektor.de kann Bereits damals entstand mein
) & * ' + #  % "  , . ! $ - es dann auch). erstes Handy im Haustelefon.
% , + & ! $ '  * - # "  ) . Als ich dann im Internet ent-
deckte, dass andere Leute mit
der Idee Geld verdienen (die
ersten ansteckbaren Hörer für
zum Betrieb von stromhungri- kann. Alte PC-Netzteile gibt Begeisterung Handys kamen auf den Markt),
gem KFZ-Zubehör) es beim Computerhändler um Als ständiger ELEKTOR-Leser baute ich noch einmal ein der-
• Feineinstellung für die Span- die Ecke, in ausgemusterten freue ich mich immer wieder artiges Haustelefon mit Anlei-
nungen (Bereich ca. ±2 V am PCs, bei Pollin und so weiter. über Schaltungen, die auch für tung, um es allen Interessierten
12V-Ausgang) Kai Riedel
Anzeige
• Aktive Lüfterregelung
(Modul von Reichelt-Elektronik Sie haben Recht. Bei einigen PC-
á 2,70 €) Netzteilen kann das Entfernen der
Auf jeden Fall bin ich auch Unterspannungsüberwachung
der Meinung, dass man aus Transistoren kosten. Die meisten
einem PC-Netzteil ein recht Netzteile haben aber einen Über-
günstiges und brauchbares stromschutz, der dann immer
(mit Einschränkungen einstell- noch einspringt.
bares) Labornetzteil bauen Jeroen Domburg

FUNK tioniert
nachhaltig.

Sie haben die Ideen, wir die Lösungen. Mit dem Multikanal-Sender CDP-TX-02E-R
und dem Empfänger CDP-RX-02E-R stehen Ihnen die RoHS-konformen Nachfolger der
erfolgreichen CDP-02 Serie zur Verfügung. Der erweiterte Temperaturbereich (-20°C bis
+60°C) und der verwendete TCXO sorgen für mehr Stabilität und Zuverlässigkeit. Sie
garantieren noch mehr Reserven für extreme Belastungen. Unsere Module sind ideal für
moderne Industrieanwendungen. Sie verfügen über 32 Kanäle und sind zwischen 1mW
und 10mW umschaltbar.

Nutzen Sie unsere Technologie und Kompetenz für Ihre Ideen.

RX: Klasse 1
nach EN300220
Vertrieb durch:
Hersteller:

Schleißheimer Str. 263 . D-80809 München


Nagano . Japan Tel.: +49/89/35 82 83-60 . Fax: +49/89/35 82 83-66
www.cdt21.com www.circuitdesign.de . info@circuitdesign.de

6/2006 - elektor 9
INFO & MARKT MAILBOX

Updates, Bezugsquellen und Nachlese


Brushless-Motor-Controller,
ELEKTOR Februar 2006, S. 24 (Platine 050157-1 und -2)
Durch einen Konvertierungsfehler war das Download- Internationaler R8C-Design-Wettbewerb,
Platinenlayout auf der ELEKTOR-Website fehlerhaft. Dies ELEKTOR Mai 2006, S. 18 (3. und 4. Preis, EAGLE Professional und
konnte man im Vergleich mit dem Layout im Artikel erken- EAGLE Standard)
nen. Nachdem der Fehler bekannt wurde, haben wir das In beiden Fällen wurde die E-Mail-Adresse des Herstellers
PDF-Layout nochmals erstellt und ausgetauscht. CadSoft Computer GmbH versehentlich mit
Außerdem gab es einige Ungereimtheiten: In Bild 5 www.cadsoft.com angegeben. Einzig wahr und richtig ist
(Schaltbild Reglermodul) ist an K3 die Verbindung des mitt- aber www.cadsoft.de . Lediglich für US-amerikanische
leren Pins nach +5 V nicht eingezeichnet, es wird auch EAGLE-Interessenten gibt es auch die Webadresse
nicht deutlich, dass alle +5-V-Punkte im Schaltplan mit die- www.cadsoftusa.com.
sem Pin verbunden sind. Die Platine ist richtig, diese Ver-
bindungen sind im Layout vorhanden.
In der PDF-Datei über die Konfiguration des Controllers Einschaltstrombegrenzung für Ringkerntrafos,
(auf der Website) steht etwas über einen Buzzer-Mode. ELEKTOR Mai 2006, S. 69
Außerdem ist bei der Konfiguration von „Beeps“ eines Leider haben sich in das Schaltbild zwei Fehler einge-
„Buzzers“ die Rede, es gibt aber keinen Buzzer. Mit „Buz- schlichen:
zer“ ist der Motor selbst gemeint, der bei der entsprechen- 1. Diode D1 ist verkehrt herum gezeichnet und es müssen
den Ansteuerung „summt“ und so die „Beeps“ erzeugt. nicht unbedingt 1-W-Typen sein (schadet aber nicht).
Bei den Default-Einstellungen gibt es eine Diskrepanz zwi- 2. Es fehlt die Angabe des Relaistyps. RE1 muss ein 230-V-
schen Heft-Artikel und Website-PDF. Man sollte die im PDF- Wechselspannungrelais sein (der Autor hat RT134730 von
Dokument angegebenen Defaults verwenden. Schrack verwendet).

für einen Nachbau im Web L1, deren Wicklung entspre- Absenken der I/V-V/f-Steilheit. Auch wenn es schon ein Weil-
bereitstellen zu können (2005). chend angepasst wurde, in der Die einstreuenden Störungen chen zurückliegt, ist es vom Prinzip
Auf meiner Homepage Originalbestückung aufgebaut. und die Verlustleistung wurden her interessant. Wegen des gro-
www.mircosideen.de.vu findet So, mit der Freilaufdiodenkom- stark reduziert durch eine kom- ßen Platzbedarfs haben wir die
man zu beiden Eigenbauten bination nur am unteren MOS- plette Freilaufdiodenbestückung Schaltung der Leuchtstofflampen-
die Geschichte und viele Bilder. FET, funktionierten beide zwar auch für T1 mit Schottky-Vor- elektronik hier nicht noch einmal
Mirco Köhn generell, ließen sich aber wärts- und schnelleren Rück- abgedruckt, sondern als Down-
gleichartig nur sehr begrenzt wärtsdioden, effektivere MOS- load auf die Website gestellt. Zu
Gerne verweisen wir auf Ihre dimmen, und flackerten oder FETs mit UGSmax > 15 V, finden bei www.elektor.de unter
Homepage, die wirklich viele pumpten in der Helligkeit beim möglichst verlustarme Kondensa- „Zeitschrift“ > 2006 > Mailbox
Ideen und Entwicklungen vorstellt. Abdimmen. Halbwegs zufrie- toren, bessere Glättung der Mai 2006.
Nicht nur Elektronisches – auch denstellend war es nur mit +325 V und eine auf 910 V
eine Reihe von selbstgebauten ganz frischen Röhren und stark angehobene Begrenzung
Mini-Mopeds… maximal gerade deutlich wahr- der Röhrenzündspannung durch
nehmbarer Dimmung. Die R24. Hauptsächlich wurden
MOSFETs wurden trotz eines dabei die Überschwinger in der
größeren Kühlbleches sehr UGS-Ansteuerung unkritisch, d.h.
heiß, ebenso der Kern von L1, UGSmin (t;Dimm) weit über
Noch mehr der Varistor R24, der 78L12, UGSthreshold angehoben, und MailBox
Entwicklungskrimis und die vorgelagerte Z-Diode danach die unvermeidlichen In dieser Rubrik veröffentlichen wir
Im Entwicklungskrimi (Heft 02 22 V, was bis zu thermischen Umschaltverluste minimiert. Kritik, Meinungen, Anregungen, Wün-
und Mailbox 04/2008) fielen Abschaltungen des kleinen Wahrscheinlich war ein Haupt- sche oder Fragen unserer Leser.
mir in der Lösung bekannte Reglers ging. Die UGS der beitrag zu den Störungen die Die Redaktion trifft die Auswahl und
Details auf. Mit der Anhebung MOSFETs zeigte je nach Dimm- Rückwirkung der hohen UDS- behält sich Kürzungen vor.
der Ansteuerungsspannung für zustand im Extremfall schalten- Sprünge über die Drain-Gate- Bitte geben Sie immer an,
die MOSFETs und durch eine de Überschwinger. Das Pro- Strecken in dem Ansteuerungs- auf welchen Artikel und welche Aus-
Veränderung des Totzeitverhal- blem verschwand durch die teil, eventuell verbunden mit gabe (Monat/Jahr)
tens in der Halbbrücke selbst Erhöhung der Betriebsspannung Stromspitzen durch gleichzeiti- sich Ihr Schreiben oder Mail bezieht.
konnte ich bei zwei Exempla- auf 15 V, einige Anpassungen ges Leiten mehrerer Halbbrü- Sie erreichen uns per E-Mail
ren der dimmbaren Leuchtstoff- daran in der Steuer- und Regel- ckenbauteile. Einige der hier (redaktion@elektor.de),
lampenelektronik für 58/65 W elektronik, eine niederohmigere erprobten Verfahren ließen sich per Fax (02 41/88 909-77)
(ELEKTOR 6/1988 S. 14 ff.) Auslegung der RC-Kreise von auch auf mehrere mit Bipolar- oder unter der Anschrift:
Regelschwankungen beseitigen VCO und MMVs, und ebenfalls transistoren bestückte, recycelte
und die Verlustleistung im Leis- zur Reduzierung der Einstreu- Dulux-Elektroniken zwischen Redaktion elektor
tungsteil deutlich senken. empfindlichkeit eine Anpassung 3 W und 18 W erfolgreich Süsterfeldstr. 25
Zunächst wurden sie bis auf auf einen möglichst hohen anwenden. 52072 Aachen
die Kerne von Tr1, Tr2, und Reglerausgangshub durch Thimo Grundmann

10 elektor - 6/2006
elekTermine
MAI 2006 30. - 1.6. Nürnberg, Messezentrum
15. - 17. München, International Congress Center PCIM Europe
ISR/Robotik 06 Leistungselektronik, intelligente Antriebstechnik und Stromversorgung sind die
Sowohl der internationale (ISR) als auch der deutsche Robotik-Kongress werden in Schwerpunkte dieser Fachmesse und Konferenz (170 Vorträge).
diesem Jahr auf Englisch abgehalten. www.pcim.de
www.isr-robotik-2006.com
30. - 1.6. Köln, Messe
16. - 19. München, Neue Messe Anga Cable
Automatica Messe rund ums Kabelnetz und den Satellitenempfang. Leitthemen diesmal:
Der Name dieser Messe spricht eigentlich für sich selbst. Hier geht’s um Bestückung, „Triple Play“-Angebote und Aufrüstung für HDTV.
Robotik, Sensorik, Positionierung, Antriebe und vieles mehr. www.angacable.com
www.automatica-muenchen.de

16. + 18. + 23. Stuttgart / Zürich / Berlin JUNI 2006


16-bit Microcontroller Seminar
Eintägiges Entwickler-Seminar von Microchip. Im Vordergrund stehen die 22. - 24. Freiburg, Messe
16-bit-Produkte wie PIC24 und die dsPIC-Bausteine. Intersolar
https://secure.microchip.com/corpseminars/index.aspx In Deutschlands ungekrönter Solarhauptstadt findet diese Sonnenenergie-Messe
traditionell statt. Deckt Solarwärme, Photovoltaik und noch mehr ab.
17. - 18. München, Olympiaturm www.intersolar.de
12. Hightech auf dem Olympiaturm
Messtechnik-Event mit Vorträgen, Seminaren und Ausstellung. Unter anderem mit
den Firmen Farnell, LDS und Meilhaus. Kostenlos nach Anmeldung!
www.olyturm.com

17. - 18. Leonberg, Stadthalle


Optische Technologien in der Fahrzeugtechnik
Fachtagung. Stichworte sind LED-Scheinwerfer, adaptive Beleuchtung, optische
Sensoren, Head-up-Displays, optische Datenübertragung, Fahrerassistenz.
www.vdi-wissensforum.de/index.php?id=188

30. - 1.6. Nürnberg, Messezentrum


Sensor + Test
In diesem Jahr zum ersten Mal mit der MeasComp unter einem Dach. Sensoren sowie Die „Intersolar“ ist zu einer Art Sonnenenergie-Mekka geworden. Ein Pflichttermin!
Stand-Alone- und PC-basierte Mess- und Prüftechnik für alle denkbaren Anwendungen. (Bild: Solar Promotion GmbH)
www.sensor-test.de

Vorberichte und Neuigkeiten von der Sensor + Test findet man unter www.elektor.de ! 23. - 25. Friedrichshafen, Messe
Ham Radio / Hamtronic
Messe-Paradies für Amateurfunker. Funkausrüstung, Weltempfänger, Computertechnik,
elektronische Bauelemente und Telekommunikation heißen die Produktbereiche.
www.hamradio-friedrichshafen.de/html/de

SEPTEMBER 2006
5. - 7. Dresden, International Congress Center
ESTC2006
Die erste „Electronics Systemintegration Technology Conference“ wird sich vor allem
mit dem Packaging und der Produktion beschäftigen.
www.estc-conference.net

13. - 15. Hamburg, Messegelände


Nord Elektro
Messe „Sensor + Test“ in Nürnberg: Modelle veranschaulichen den technischen Fortschritt Gebäudetechnik, Beleuchtung, Energieversorgung, Mess-, Regel- und Steuerungs-
(Bild: AMA Service GmbH). technik, Kommunikation, Sicherheit und mehr sind Themen dieser Regionalmesse.
www.hamburg-messe.de/nordelektro
30. - 1.6. Nürnberg, Messezentrum 26. – 1.10. Köln, Messegelände
SMT/Hybrid/Packaging Photokina
Fachmesse und Kongress zum Thema Systemintegration in der Mikroelektronik. In Dank der Digitaltechnik gibt’s auch auf dieser Foto- und Videomesse eine Menge
diesem Jahr mit dem Schwerpunkt „Bleifrei“. Elektronik zu sehen. Für Fachbesucher und „Endverbraucher“.
www.mesago.de/de/SMT/main.htm www.photokina.de

Die nächsten elekTermine gibt’s in ELEKTOR 9/06 (ab 23.8. am Kiosk). Aktuelle Veranstaltungshinweise findet man unter www.elektor.de !

6/2006 - elektor 11
MESSTECHNIK &

mem Forschung & Technik


ELEKTRONIK GMBH

mail@mem-gmbh.de
www.mem-gmbh.de

NEU
!
WAVE INSPECTION
gefällig? Kampf dem Stromverbrauch
„Embedded“ Speicher für portable Geräte

DPO4000 Serie
Bandbreiten von 350 MHz bis 1 GHz
2 oder 4 Kanäle
2.5 GS/s bis 5 GS/s pro Kanal
Abtastrate
10 M points pro Kanal
Aufzeichnungslänge
USB und Compact Flash auf der
Frontseite
10.4” (264 mm) großes
XGA-Display

Wave Inspector

Bild 1. MRAM werden - trotz einiger Schwachpunkte – noch immer favorisiert, wenn es um künftige Speicherlösungen geht. Unser Bild
Effiziente Betrachtung durch
Zoom/Pan, Play/Pause,
zeigt den Ausschnitt aus einem 16-Mbit-MRAM, der von Infineon vor zwei Jahren als Prototyp hergestellt worden ist (Bild: Infineon).
Benutzer- und Suchmarken in
Ansicht, Navigation und Analyse Mobile Geräte wie Handys sollen zwar immer aber nicht kompensieren. Der Weg zu immer niedri-
Ihrer Daten. mehr leisten, gleichzeitig aber auch immer weni- geren Batteriespannungen hat sogar zur Folge,
ger Strom verbrauchen. Das aber ist leichter dass die Standby-Leistung immer stärker ins
Optionen
gesagt als getan. Ein Seminar während des Inter- Gewicht fällt. War früher das Verhältnis zwischen
DPO4AUTO für CAN-Bus
national Electron Devices Meeting (IEDM), wel- „aktivem“ Leistungsverbrauch und „passivem“ Leis-
DPOEMBD für I2C-Bus + SPI-Bus
ches im Dezember in Washington stattfand, tungsverbrauch etwa 2:1, so dürfte sich das Ver-
Die beiden Einsteckmodulen für die beschäftigte sich mit diesem Problem: Wo muss hältnis künftig umdrehen und bei 1:2 liegen: Die
DPO4000 Serie ermöglichen das
man ansetzen, um die Forderungen nach Low- Standby-Leistung wird zur Dominanten. Eine
Suchen, Triggern und Dekodieren
Power-„Systems-on-Chip“ zu erfüllen? Digitale andere Verlustquelle sind die unvermeidlichen Leck-
von Bitmustern, der genannten
CMOS-Schaltungen verschwenden ihre Energie ströme der Schaltungen. Sie entstehen durch nicht
Busse CAN, I2C und SPI.
nämlich auch dann, wenn sie eigentlich nichts tun. perfekte Isoliermaterialien auf den Chips. Leider
in Südbayern
nimmt dieses Problem mit schrumpfenden Chip-
Pilartzstraße 9 Bei batteriebetriebenen Geräten verursachen strukturen noch zu – und tritt sowohl im „Standby“
83549 Eiselfing „Standby“-Schaltungen den größten Verlust. als auch im normalen Betrieb auf.
bei Wasserburg am Inn Dies lässt sich bis zu einem gewissen Grad Primäre Verlustquelle im Betrieb ist die Schaltleis-
Tel: 08071 923060 durch eine Schaltungsoptimierung verbessern, tung der digitalen Chips. Das Hin- und Herschal-
Fax: 08071 9230619

M Mit
Speicherdichte
Geschwindig- Verbrauch Verbrauch
keit (aktiv) (Standby)
E Erfolg
SRAM niedrig sehr schnell hoch hoch
M messen!
DRAM hoch schnell mittel mittel
in Nordbayern
Burgthanner Straße 95
Nichtflüchtig hoch mittel mittel sehr niedrig
90559 Burgthann
Mimberg bei Nürnberg
Tel: 09183 950460 Tabelle 1. Was die heutigen eingebetteten Speicher („embedded“ Memories) können, wo sie ihre Stärken haben und ihre Schwächen.
Fax: 09183 950462 (Quelle: Yamagata, NEC / IEDM)

12 elektor - 6/2006
WELTNEUHEIT!
Lowcost Handheld Spektrumanalyser!

Bis 7GHz

Von Phil Knurhahn

ten zwischen „0“ und „1“ braucht zwar in jedem Transistor nur sehr wenig Energie.
Da aber viele Millionen Transistoren davon betroffen sind, summiert sich das zu einem
ansehnlichen Betrag. Mit höheren Taktfrequenzen, größerer Bandbreite und höherer
Sendeleistung nimmt der Energiebedarf noch zu. Doch auch manche Speicher brau-
chen Strom, selbst wenn das Gerät abgeschaltet ist. Das gilt sowohl für die „embed-
ded“ DRAM (eDRAM) als auch für die 1-Transistor-SRAM. Beide Speicher sind flüchtig,
das heißt sie benötigen, „Refresh“-Zyklen, die den zuletzt gespeicherten Zustand immer
wieder auffrischen. Auch das schlägt sich im Energiebedarf nieder. Nur die Flash-Spei-
cher sind hier fein heraus: „abgeschaltet“ meint für sie auch „ausgeschaltet“. Diese bis-
ab € 249,95
her eingesetzten Embedded-Halbleiterspeicher („eMemories“) haben leicht überlap- HandHeld Spektrumanalyser bis 7GHz:
pende Anwendungsgebiete, wie Tabelle 1 zeigt. eFLASH-Speicher sind recht univer-
6 Typen von 1MHz bis zu 7GHz lieferbar
sell einzusetzen, werden aber bei der Arbeitsgeschwindigkeit von den eSRAM und bei Max. Pegel: 90dBm bis +30dBm
der Speicherkapazität von den eDRAM geschlagen (die aber flüchtige Speicher sind). Anzeigen: dBm, dBµV, W/m≈, V/m, A/m
Grafische Spektrum-Anzeige & Marker
ECHTZEIT Grenzwert-Berechnungen
Da die Bedeutung der Speicher in Mobilgeräten rasant zunimmt, muss man sich wohl auch Interner DATEN-LOGGER (ab HF-4040)
nach anderen Speichertypen umsehen, um zu einem Chipentwurf mit niedrigem Energiever- RMS Leistungs-Messung; DECT Analyser
brauch zu kommen. Die Suche nach einem nichtflüchtigen Universalspeicher geht weiter. Doch Akku-Laufzeit: 4h bzw. 7h (2200mAh)
bis zum heutigen Tag gibt es diesen idealen Speicher nicht, wie Tabelle 2 zeigt: Trotz Sehr leicht, kleine Abmessungen
Inkl. PC Analyse-Software (via USB)
vieler Vorbehalte bleibt aber das magnetische RAM (MRAM, Bild 1) ein heißer Kandidat.
Dieser Speichertyp führt auch technisch in die Zukunft: Er ist das erste quantenelektroni- LIEFERUMFANG: SPECTRAN® HF-Analyser,
HyperLOG® LogPer-Antenne, SMA-Kabel,
sche Bauelement, das bisher in kleinen Serien hergestellt wird. 1300mAh Akku & Ladegerät, Pistolengriff
bzw. Stativ, SMA-Tool, ALU-Transportkoffer
Bringt die Nanoelektronik den Durchbruch? Es ist zu früh, hier schon eine richtungwei-
sende Aussage zu machen. Eine Nanometer-CMOS-Technologie könnte aber die Zukunft HyperLOG® BREITBAND-Antennen
sein. Höhere Arbeitsgeschwindigkeiten werden möglich, da die kürzeren Weglängen
im Nanometerbereich zu geringen Verlusten besonders im Hochfrequenzbereich füh-
ren. Ähnliches gilt auch für den Rauschfaktor.

Welcher Speicher sich schließlich durchsetzen kann, hängt natürlich auch von den Pro- ab € 149,95
duktionskosten ab. Denn Geräte wie Handys sind „preissensitiv“, das heißt physika-
lisch denkbare Verbesserungen scheitern unter Umständen daran, dass die Mehrkos-
ten nicht an den Endverbraucher weiter gegeben werden können.

Energie- Low- Schreib-


Zellfläche
wirkungsgrad Voltage strom

Si-Dot klein brauchbar brauchbar mittel

FeRAM groß gut brauchbar sehr klein

MRAM mittel sehr gut sehr gut groß

PRAM mittel gut gut groß

RRAM mittel gut gut groß ab € 199,95


PROFI-Antennen zum kleinen Preis:
MEMS groß brauchbar gut mittel
12 Typen bis 18GHz lieferbar
Ausgezeichnete technische Daten
CNT klein sehr gut gut mittel Extrem konstanter Gain
Macht jeden Spektrumanalyser zum
hochwertigen EMV-Messgerät
Tabelle 2. Nichtflüchtige Speicherkonzepte der Zukunft im Überblick: Si-Dots sind kleine Quantenpunkte aus Sili- Leicht, kompakt, robust: Für Labor oder
mobilen Einsatz bestens geeignet
zium, die über eine entsprechende Overlay-Struktur adressiert werden können. FeRAM sind ferroelektrische Spei- Einfache Handhabung & Montage
cher, die mit einer Hysteresekurve arbeiten, die bei der Verarbeitung durchlaufen werden muss. MRAM sind Spei- Inkl. AUSFÜHRLICHEN Kalibrations-
Daten in 10MHz-Schritten
cher, bei denen nicht die Ladung, sondern der Spin der Elektronen genutzt wird, der sich als Magnetisierung einer Optional: DKD ISO-Kalibrierschein
Speicherzelle äußert. PRAM sind Speicher, die mit Unterschieden in Phasenzuständen („fest“ und „flüssig“) arbei-
LIEFERUMFANG: HyperLOG®-Antenne,
ten. Bei RRAM (Resistance RAM, von Sharp) werden die Bits über den Widerstand einer Halbleiterschicht zwischen Pistolengriff bzw. Stativ, ALU-Transport-
koffer, SMA-Tool, typ. Kalibrations-Daten
zwei Metallkontakten codiert. MEMS sind Mikro-Elektromechanische Speicher, wie z.B. der „Millipede“-Speicher,
den IBM entwickelt hat. Sie arbeiten mit einer mechanischen Abtastung im Nanometer-Bereich. CNT steht für Car-
Kostenlose Informationen und
bon Nanotubes: Je nach Aufbau sind diese Nanoröhrchen leitend oder isolierend. Die Tabelle zeigt es deutlich: Noch Prospekte direkt vom Hersteller:
ist der ideal stromsparende Speicher nicht erfunden. Aaronia AG
P r o n s f e l d e r S t r. 7
(Quelle: Yamagata, NEC / IEDM) DE-54597 Lünebach
Te l e f o n 0 6 5 5 6 - 9 3 0 3 3
Te l e f a x 0 6 5 5 6 - 9 3 0 3 4
Mail: info@aaronia.de

WWW.AARONIA.DE
Made in Germany
6/2006 - elektor
INFO & MARKT NEWS

Domotik-Fundgrube Elektrosmog-
Das Thema Domotik – im Deut- übers Handy oder Internet. Messgeräte
schen auch Hausautomatisierung Mögliche Signal-Übertragungs-
genannt - wird immer beliebter wege sind das Stromnetz, das
(übrigens hat auch unser kom- Koaxkabel, die Telefonleitung ab etwa 100 € eig-
sowie der Funk; darüber hinaus nen sich die Pro-
existieren verschiedene Stan- dukte nicht nur für
dards. Einen guten Überblick Behörden, Baubiolo-
über angebotene Systeme und gen, Schulen oder die
einzelne Produkte gibt die CD- Industrie, sondern
ROM „Domotik“ des ELEKTOR- auch für engagierte
Verlags. Darüber hinaus enthält Laien.
sie Spezifikationen und Proto- Der „HF-Detektor 3 PROFI
kolle der erhältlichen Bus- und A3“ deckt einen Frequenz-
Netzwerksysteme und eine bereich von 700 MHz bis
umfangreiche Zusammenstellung 2,5 GHz ab und wird für
von Datenblättern. Die Domotik- 179,95 € zuzüglich Versand
Fundgrube ist daher sowohl für angeboten. Der Breitbandde-
Entwickler als auch für Endver- tektor zeichnet sich durch
braucher interessant. eine hochauflösende Echt-
zeit-Anzeige und eine einfa-
Die CD-ROM kann man für che Bedienung aus – so lassen
mendes Halbleiterheft diesen 19,90 € (zuzüglich Versandkos- sich zum Beispiel Schwankungen
Schwerpunkt). Die Anwendungen ten) in unserem Shop bestellen von 70 dB ohne Umschalten
sind überaus vielfältig: So lassen (siehe hintere Heftseiten). detektieren und darstellen. Darü-
sich Garagentüren oder Rolllä- Besonders bequem geht es ber hinaus kann das Gerät auch
den automatisch öffnen und online unter: die Puls- oder Modulationsfre-
schließen, die Heizung, das Licht quenz der Felder bestimmen, was
und sogar die Hausgeräte steu- www.elektor.de/ Rückschlüsse auf den Verursacher
ern und regeln – und das sogar Default.aspx?tabid=30 erlaubt. Ein interessantes Feature
ist auch die AM-Demodulation
Anzeige („Audio-Analyse“).
Mobilfunk (GSM und UMTS), Der „HF-Detektor 3 PROFI A6“
Schnurlos-Telefone, WLAN und kostet 249,95 € (plus Versand)
Bluetooth – die Zahl der drahtlo- und ist darüber hinaus mit einer
sen Anwendungen wächst und Mehrkanal-Anzeige, einem
damit auch das Problem des Datenlogger und einem USB-
„Elektrosmogs“. Vor genau Anschluss ausgestattet. Das
einem Jahr (ELEKTOR 6/05) Messgerät verfügt über einen
haben wir uns daher ausführlich Anzeigebereich von 80 dB ohne
mit dem Thema befasst und auch Umschalten. Mehrere passende
einen preiswerten E-Smog-Tester Softwarepakete für die Spektrum-
vorgestellt, den es als fertig analyse auf dem PC werden als
bestückte Platine bei uns zu kau- kostenloser Download angebo-
fen gibt (www.elektor.de). Eine ten. Ein Akku, Ladegerät und
große Auswahl von Geräten Transportkoffer sind ebenfalls im
zum Aufspüren und Messen der Preis enthalten.
kritischen Felder hat die Firma
Aaronia im Angebot. Bei Preisen www.aaronia.de

Freigabe für Mini-UKW-Sender


Seit Februar ist es amtlich: Die abgestrahlte Leistung allerdings
Bundesnetzagentur (vormals auf 50 nW (also 0,00005 mW)
Regulierungsbehörde für Tele- begrenzt. Gleichwohl übernimmt
kommunikation und Post) erlaubt die Bundesnetzagentur natürlich
das Betreiben kleiner UKW-Sen- „keine Gewähr für eine Mindest-
der, und zwar im Frequenzbe- qualität oder Störungsfreiheit des
reich 87,5 MHz bis 108 MHz. Funkverkehrs“, wie es in der amt-
Es geht um die drahtlose Über- lichen Mitteilung lapidar heißt.
tragung von Audiosignalen im Laut Rudolf Boll, dem Pressespre-
eigenen Heim, etwa von einem cher der Behörde, erfolgt diese
Musikserver im Wohnzimmer zu Liberalisierung EU-weit.
einem Abspielgerät im Schlaf-
zimmer. Um Störungen bei den www.bundesnetzagentur.de/media/
Nachbarn zu vermeiden, ist die archive/5005.pdf

14 elektor - 6/2006
Virtuelle
Instrumente für
den Pocket-PC
Das „Pocket Instrument” der Firma
Virtins ist ein leistungsfähiges vir-
tuelles Instrument für Pocket-PCs.
Die englischsprachige Software
vereint ein Real-Time-Oszilloskop,
einen Real-Time-Spektrumanalysa-
tor und einen Signalgenerator,
wobei alle Programme auch
gleichzeitig ablaufen können. Ein-
gangssignale lassen sich kontinu-
ierlich erfassen, ohne Trigger-
ereignisse zu verpassen. Neben
verschiedenen anderen Trigger-
modi stehen auch Pre- und Post-
Trigger zur Verfügung. Auf dem
Display ist der Darstellung der
Daten der meiste Platz gewidmet;
zwei der Anzeige-Features sind
das Zoomen und Scrollen. Die
Liste der Softwarefunktionen ist
lang: Signaladdition und -Subtrak-
tion, Lissajous-Darstellung, Voltme-
ter, Transientenrekorder, RMS-
und relatives Amplitudenspek-
trum, Phasenspektrum, Funktions-
generator, Rauschgenerator und
vieles mehr.

www.virtins.com
Anzeige

Spulen-Optimierung mit XI-Control


Elektromagnete sind in Relais Elegant lässt sich diese Aufgabe eine Art Dokumentation. In eine
und diversen anderen Bauteilen mit dem Messtechniksystem XI- weitere Spalte der Tabelle wer-
zu finden. Aus vielerlei Gründen, Control lösen, das aus Hard- den Programm-Anweisun-
hauptsächlich wirtschaftlichen, ware und Excel-basierter Soft- gen und Steuerbefehle für
sollen die Elektromagnete immer ware besteht (erhältlich bei Rei- die Hardware eingefügt.
kleiner, leichter und zuverlässi- chelt). Alle Schritte, vom Messen Bei Ablauf des Pro-
ger werden. Ziel ist es, eine über das Auswerten bis hin zur gramms werden
Relaisspule so klein zu machen, Dokumentation, lassen sich hier Messergebnisse
dass sie die Arbeit gerade noch direkt von Excel aus erledigen. in der Tabelle
erbringen kann, andererseits soll Dabei bleiben stets alle Informa- abgelegt, wo
die Spule auch bei höheren tionen einer Messreihe oder sie direkt
Umgebungstemperaturen nicht eines Tests in einer Excel-Datei weiterverarbeitet
“durchbrennen”. Eine Messung beieinander, was für die Quali- werden können. Im
der Erwärmung kann hier Auf- tätssicherung von Bedeutung oben beschriebenen Fall
schluss bringen. Der Temperatur- sein kann. Zu Anfang wird die ließe sich aus dem in regelmä-
verlauf lässt sich zum Beispiel Aufgabenstellung möglichst ßigen Abständen gemessenen
durch eine wiederholte Messung detailliert in die erste Spalte Spulenstrom der Temperaturver-
des Spulenstroms bei gegebener einer Excel-Tabelle eingetragen. lauf bestimmen und in einem www.xi-systems.de/xi-examples_coiltemp
Spannung bestimmen. Damit entsteht schon zu Anfang Excel-Diagramm darstellen. www.reichelt.de

6/2006 - elektor 15
TECHNIK MEDIEN

Die High-Tech-WM
Von Rainer Bücken

In ein paar Tagen


ist es soweit –
die Fußball-
Weltmeister-
schaft beginnt.
Auch eine Menge
fortschrittliche Elektro-
nik spielt mit. So soll mit
der WM in Deutschland auch das HDTV-
und Handy-TV-Zeitalter angepfiffen wer-
den. Die WM-Tickets sind - zum ersten
Mal bei einer internationalen Großveran-
staltung - mit RFID-Chips bestückt. Dage-
gen ist der Chip im Ball noch kein Thema.

Am 9. Juni wird in Deutschland das Eröffnungsspiel der die Regel). Das Kabel bekommt aber noch Konkurrenz –
Fußball-Weltmeisterschaft 2006 angepfiffen. Nicht nur nämlich durch die Telefonleitungen, die mittlerweile mit
die 32 teilnehmenden Teams müssen in den kommenden DSL-Techniken so kultiviert wurden, dass Datenraten bis
Tagen ihr Bestes geben. Schließlich werden über 3,2 zu 100 Mbit/s möglich sind. Neben dem Kabel ist also
Millionen Menschen zu insgesamt 64 Spielen in 12 Sta- eine zweite Datenautobahn für das Internet-Fernsehen
dien strömen. Und bis zu 4 Milliarden Fernsehzuschauer IPTV entstanden, die den Internet- oder den Broadcast-
wollen das Spektakel, das am 9. Juli in Berlin mit dem Server mit der Set-Top-Box im Haushalt verbindet. Auch
Finale endet, auf dem Bildschirm verfolgen. hierüber hat man also Zugang zu den Bildern aus den
Stadien, freilich in deutlich geringerem Maße als noch
vor Wochen angekündigt.
Die HDTV-WM
Digital und hochauflösend – so benennt der Internatio- Für die immer kleiner werdenden Handys und mobilen
nale Fußballverband FIFA das offizielle TV-Aufnahmefor- Empfangsgeräte gibt es unter dem Begriff „MobileTV“ drei
mat. Digital gibt es die Wettkämpfe aber auch in Stan- Verfahren. Wenn das Handy per UMTS-Mobilfunktechnik
dardauflösung, also mit 576 Zeilen und im Breitbild-For- versorgt wird, ist vom HandyTV die Rede. Broadcast-
mat 16:9. Die Wiedergabe auf 4:3-Fernsehern erfolgt Lösungen gibt es auch, hier kommt der DVB-T-Abkömmling
übrigens als Letter- oder Pillarbox, also entweder mit DVB-H und das DAB-Derivat DMB zum Einsatz.
schwarzen Balken oben und unten oder rechts und links
beschnitten.
25 Kameras
Als Übertragungswege werden Kabel, Satellit und Terres- Bilder in über 210 Staaten der Welt zu liefern, ist wie
trik (also die gute alte Antenne) genutzt, und das digital immer eine gigantische Aufgabe. Über 50 Milliarden
und analog (selbst bei letzterem ist das Letterbox-Format Stunden - oder über 5 Millionen Jahre - werden vor den

16 elektor - 6/2006
Elektronik und Fußball

Bild 1.
Noch müssen die HD-
Kameraleute auch das
4:3-Bildformat
beachten
(Foto: R. Bücken).

Bild 2.
Fußball-Kommentatoren
bei der Arbeit - ohne
Foto: R. Bücken Computer geht nichts
(Foto: HBS).

Fernsehern verbracht, und niemals zuvor wurden größere zusammengestellt. Sie müssen besonders das 16:9/4:3-
Summen für die Übertragungsrechte an den Rechteinha- Formatproblem beherrschen. Innerhalb des 16:9-Bildrah-
ber Infront gezahlt - in Presseberichten war von 235 mens gibt es nämlich einen geschützten 4:3-Bereich,
Millionen Euro allein von ARD und ZDF die Rede. Insge- auch Safe Area genannt, in dem sich das Spielgesche-
samt dürfte das Unternehmen etwa zwei Milliarden Euro hen abspielen muss. „Shoot and Protect“ heißt die Auf-
Umsatz durch die medialen Verwertungsrechte erzielen. nahmetechnik hierfür, bei der über zwei Kanäle gleich-
„Signale in HDTV müssen wir natürlich teurer verkaufen zeitig ein Breitbild- und ein 4:3-Signal geliefert werden.
als für die Standard-Auflösung“, erklärt Ex-Fußballstar Für den Fernsehton gibt es verschiedene Optionen - von
Günter Netzer, der Teilhaber der Sportrechte-Agentur Stereo bis hin zu Dolby Digital 5.1. Mindestens 24
Infront ist, „schließlich ist der Aufwand ja auch größer.“ Mikrofon-Standorte werden genutzt – dazu kommt natür-
Mit der Durchführung der Fernseh- und Hörfunkproduktio- lich die Stimme der Kommentatoren (Bild 2).
nen der WM beauftragte Infront übrigens seine 1999
gegründete Tochterfirma Host Broadcast Services (HBS),
die mittlerweile 2.800 Mitarbeiter aus 65 Nationen unter
Vertrag hat. Während 2002 in Japan und Korea 48 Bilder für die Welt
Spiele mit jeweils acht HD-Kameras aufgenommen wur- In den Regiewagen entstehen aus den einzelnen Kamera-
den, sind jetzt in jedem der 12 Stadien 25 davon instal- bildern 14 Signale, wobei alle Sender das so genannte
liert (Bild 1). Auf drahtlose Technik wurde dabei verzich- „Basic International Feed“ (BIF, SD) erhalten. Zusätzlich
tet, denn vor vier Jahren gab es damit Probleme. Produ- gibt es 13 „Super Feeds“, und zwar teilweise in HD, teil-
ziert werden die Bilder von so genannten „Dream Teams“ weise nur in der 16:9- beziehungsweise 4:3-Standard-
- zwei aus England, zwei aus Frankreich und zwei aus auflösung. Die Formatwandlung findet entweder vor Ort
Deutschland. Diese wurden aus den wohl besten und oder im Internationalen Broadcast Center (IBC) in Mün-
erfahrensten Regisseuren, Produzenten und Kameraleuten chen statt. Die Fernsehsender haben darüber hinaus

6/2006 - elektor 17
TECHNIK MEDIEN

WM-Ticket
mit
Funkchip
Die Tickets der WM 2006
sind mit RFID-Chips
(Radio Frequency
Identification) ausgestattet.
Die drahtlose, auf Seiten
des Chips passive
Identifikations-Technologie
ermöglicht eine automati-
sierte Zugangskontrolle in
den Fußball-Stadien, darü-
ber hinaus sollen die
Eintrittskarten praktisch
fälschungssicher sein. Das
System fußt auf der
MIFARE-Technologie von
Philips [1], die bei kon-
taktlosen „Smart Cards“
quasi zum Industrie-
standard geworden ist.
Die Technologie kommt
bereits in Städten wie London und Moskau im Nahverkehr zum Einsatz. In London, wo durchschnittlich mehr als
150.000 Menschen die U-Bahn betreten, können die Kunden intelligente Chipkarten nutzen, die durch einfache Berührung eines
Lesegeräts Drehkreuze und Türen öffnen. Minutenlange Wartezeiten vor Absperrungen, an denen die Tickets in einen Schlitz ein-
geführt werden mussten, sind Vergangenheit. Auch die niederländische Bahn und vier andere führende öffentliche
Transportunternehmen wollen ein RFID-Ticketing-System einführen. Ein speziell gesicherter RFID-Chip ist in den neuen elektroni-
schen Reisepässen zu finden, die von Deutschland, den Niederlanden und weiteren Staaten ausgegeben werden (siehe Beitrag in
diesem Heft).
Die Fußball-Weltmeisterschaft ist die erste internationale Großveranstaltung, bei der eine derartige Zugangskontrolle eingesetzt
wird. Beim Betreten des Stadions muss die Eintrittskarte in maximal 10 cm Distanz an ein Lesegerät gehalten werden, das nach
dem internationalen Standard ISO14443 arbeitet. Lesegerät und Ticket tauschen in Bruchteilen von Sekunden Informationen aus,
ob dieses Ticket zum Eintritt berechtigt, und zwar über Funk auf 13,56 MHz und mit einer Datenrate von 106 kbit/s. Der ver-
wendete MIFARE-Chip im Ticket ist laut Philips mit einem 512 bit großen EEPROM ausgestattet und enthält mindestens eine 7
Byte lange Seriennummer. Das Unternehmen wollte jedoch keine weiteren Angaben zu den technischen Spezifikationen machen,
um „potentiellen Ticketfälschern“ keine „Anhaltspunkte für das Kopieren zu liefern“. Gleichzeitig betonte Philips jedoch, dass
keine Personendaten auf dem Chip gespeichert sind. Gleichwohl sind die Karten personalisiert, denn die Seriennummern sind in
einer Datei des WM-Veranstalters FIFA mit Daten verknüpft, die beim Kauf des Tickets angegeben werden mussten, nämlich
Name, Anschrift, Geburtsdatum, Nationalität und Personalausweisnummer. Ob Ticket-Käufer und Ticket-Besitzer identisch sind,
kann allerdings nur durch einen Abgleich mit dem Personalausweis des Besuchers festgestellt werden. Bei dem erwarteten
Andrang wird das nur stichprobenweise möglich sein.
Durch die Personalisierung der Karten soll der Schwarzhandel eingedämmt werden, polizeilich bekannte Hooligans sollen erst gar
kein Ticket erhalten. Darüber hinaus können verloren gegangene Karten gesperrt werden, das macht den Versand sicherer und billi-
ger (was die Mehrkosten durch die Chips um ein Vielfaches aufwiegt). Am Spieltag wird registriert, welche Karten am Eingang
schon vorgezeigt wurden, damit Tickets nicht aus dem Stadion geschmuggelt und noch einmal vorgezeigt werden können.
Gerade diese Personalisierung hat aber auch zu viel Unmut geführt. Daten- und Verbraucherschützer kritisieren, die RFID-
Hersteller wollten anhand der fröhlichen Massenveranstaltung WM die Harmlosigkeit der Funk-Chips herausstellen, um der
umstrittenen Technik zu einem besseren Image zu verhelfen [2] – solche Vorwürfe sind freilich weder zu beweisen noch zu
widerlegen!
Etwas einfacher zu beurteilen sind die Sicherheitsaspekte. Zwar wäre es theoretisch möglich, mit einem nachgebauten Reader
(der das komplexe, aber öffentlich zugängliche Kommunikationsprotokoll [1] beachtet) einen fremden WM-Ticket-Chip auszule-
sen – bis zu 1 m Entfernung sind technisch drin. Da der verwendete MIFARE-Chip aber immer eine fest eingebrannte
Seriennummer enthält, kann man nicht einfach einen „Rohling“ hernehmen und diesen entsprechend beschreiben. Mit einem ent-
sprechend intelligenten Chip könnte man das Verhalten eines WM-Ticket-Chips jedoch simulieren, wie auch Philips einräumt.
Das alles – also heimliches Auslesen, Programmieren eines Simulationschips und dazu noch das Risiko, beim Betrug erwischt zu
werden - würde aber wohl in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.
Zum Schluss noch ein Tipp: Im September-Heft wird ELEKTOR einen Reader vorstellen, der auch die Seriennummer der WM-
Tickets auslesen kann. Der Eintrittskartenchip lässt sich also noch prima in eigenen Anwendungen einsetzen!

[1] www.mifare.net/products/mifare_ultralight.asp
[2] www.foebud.org/rfid/die-fussball-wm

18 elektor - 6/2006
Zugriff zu Zeitlupenbildern, Grafiken, Kommentaren und
weiteren Zusatzinfos. Nicht alle Broadcaster senden
daher Teams nach Deutschland - die fertigen Sendesig-
nale einschließlich eines englischen Kommentartons kom-
men zu ihnen. In München wird dazu rund um die Uhr
gearbeitet.

Mit den HD-Signalen haben die so genannten „Digital


Television Broadcast Partner“ wie Premiere, BBC und
NHK wohl ein ausgezeichnetes Ausgangsmaterial. Pre-
miere will es dann auch auf einem Kanal rund um die
Uhr „fußballern“ lassen - knapp 45.000 Minuten ist das
runde Leder im Wohnzimmer, alle 64 Spiele inklusive Bild 3.
(ARD und ZDF werden dagegen zusammen nur 48 oder Blick in einen neuen
HD-Ü-Wagen von
49 Spiele übertragen). Auch NHK in Japan ist ein großer
Studio Berlin
HDTV-Kunde. Schließlich ist das NTSC-Ende bereits
(Foto: R. Bücken).
gesetzmäßig verordnet - für den 24. Juli 2011. In den
USA werden alle 64 Spiele von den beiden Disney-Sen-
dern ABC und ESPN HD hochauflösend übertragen. Laut
einer Studie von Screen Digest und Goldmedia soll es in dant ist. Zusätzlich stehen bei Störfällen auch Satelliten-
den USA 19 Millionen Haushalte geben, die mit HD-Tech- verbindungen zur Verfügung.
nik ausgerüstet sind. Der Hochgeschwindigkeitsweg zwischen dem IBC und den
In England werden BBC, ITV Channel 4 und five die WM Standorten von ARD und ZDF in Köln und Mainz sowie
in einen terrestrischen (!) HDTV-Freeview-Versuch via DVB- zum Studio im Sony-Center Berlin wird ebenfalls von T-Sys-
T einbinden. Insgesamt sollen dieses Erlebnis 450 Haus- tems betrieben. Es werden digitale Grundleitungen mit
halte in Central London genießen. Parallel dazu begin- 2,5 Gbit/s in Ringstruktur und mit Wellenlängen-Multiplex
nen die Sender auch mit der HD-Verbreitung über Kabel (WDM) genutzt. Für die TV-Sender stehen alle benötigten
und Satellit. HDTV wird aber auch in Frankreich zu Bandbreiten von 2 bis 270 Mbit/s zur Verfügung. Die Ver-
einem Hauptthema. Neben Canal+ sind es TF1 und M6, bindungen ins Ausland werden ebenfalls auch von T-Sys-
die terrestrisch senden - und jetzt auch WM-Spiele auf tems betrieben und laufen entweder via Satellit oder Glas-
dem Plan haben. Bei Sky Italia in Italien und Canal Digi- faser. Letztere zeichnen sich durch kürzere Laufzeiten aus,
tal in Skandinavien und Finnland sieht es ebenso aus. was wiederum bei Interviews wichtig ist. Zu den Satelliten
geht es entweder direkt an den Stadien, im IBC oder über
die Erdfunkstellen in Usingen und Raisting.
HDTV als Basisformat
HDTV wird erstmals als Basisformat eingesetzt - alle
anderen Signale werden daraus abgeleitet. Das hat gute Hardware-Mangel
Gründe. Ein konventionelles SD-Bild besteht aus 50 Halb- So weit, so gut - die WM 2006 hätte ein Fußballtraum in
bildern pro Sekunde, jedes hat 720 mal 576 Pixel, insge- HDTV werden können, kommt doch die Ausstattung mit
samt also 414.720. Beim genutzten HD-Format sind es HDTV-fähigen Displays gut voran. Ende 2005 gab es
ebenfalls 50 Halbbilder pro Sekunde, allerdings mit europaweit über zwei Millionen „HDready“-Bildschirme.
1920 mal 1080, also 2.073.600 Pixel. Doch das ist nur HDTV-Set-Top-Boxen, welche die nach H.264/AVC kom-
die halbe Wahrheit, denn durch die Interlaced-Technik primierten und mit der DVB-S2-Satelliten-Modulationstech-
kommen pro Sekunde nur 50 Bilder mit halber Zeilenzahl nik oder dem Kabelstandard QAM 256 modulierten Sig-
zustande. Dieser Produktionsstandard ist aber weltweit nale wieder decodieren, sind allerdings rar. Bis 100.000
nicht sonderlich gerne gesehen, denn in den Ländern, die sollen davon bis zu Beginn der WM europaweit verkauft
Vorreiter in Sachen HDTV sind, wird mit 60 Hz gearbei- worden sein. Da haben die Chiphersteller ebenso falsche
tet. So müssen die 50-Hz-Bilder auf 60 Hz gebracht wer- Versprechungen gemacht wie die Boxen-Macher - bei
den, und dies entweder im IBC oder in Japan bezie- Redaktionsschluss waren nur Geräte von Pace und
hungsweise auf dem amerikanischen Kontinent. Humax (Bild 4) lieferfähig, eine Philips-Box ist für Ende
In zentralen Übertragungswagen an den Stadien werden April angekündigt. >>>
die wichtigsten Kamerasignale ausgewählt und zur IBC
geschickt. Als „HD-SDI 1080i/25“ gehen die hochauflö-
senden Signale mit 1485 Mbit/s, und als „SD-SDI
625i/25“ die Standardsignale mit 270 Mbit/s auf die
Reise. Die HDTV-Übertragung verlangt neue Technik –
das Studio Berlin Adlershof gab dafür einen Ü-Wagen in
Auftrag, der bis zu 23 Kameras nutzen kann (Bild 3).
Eingesetzt werden soll der für 10 Millionen Euro von
Thomson gebaute Wagen für sechs WM-Spiele in Berlin
und fünf in Leipzig. Darüber hinaus vermieten noch eine
Reihe weiterer Unternehmen HD-Ü-Wagen. Bild 4.
Noch sind Set-Top-
Boxen für den HDTV-
Schnelle Leitungen Empfang rar gesät –
Die Verbindung der Spielstätten zum IBC erfolgt über ein hier ein Gerät von
von T-Systems betriebenes Netzwerk. Pro Stadion führen Humax
zwei 20-Gbit/s-Leitungen zum IBC, wobei eine redun- (Foto: R. Bücken).

6/2006 - elektor 19
TECHNIK MEDIEN

Platz in Berlin. Während HD-Bilder mit Pay-Vorführun-


gen gekoppelt sind, gibt es in der Regel SD for free - so
einfach ist das.

Und auf dem Handy?


Im Bereich der neuen Medien sollen so genannte „near-
live clips“ gesendet werden, die jeweils bis vier Minuten
lang sind. Die spannendsten Szenen werden per Pan und
Scan aus dem HDTV-Bild herausgeholt und gegebenfalls
noch aufgezoomt. „Der ganze Prozess wird fünf Minuten
Bild 5. dauern“, erläutert Nicola Taylor von HBS. Alle Sender
Per UMTS kommen haben ein umfangreiches Online-Angebot angekündigt,
Fernsehbilder auf das – wobei hier keine Bewegtbilder genutzt werden dürfen -
hierfür geeignete - es sei denn, die Rechte wären erworben. Bis Redaktions-
Handy schluss war das jedoch noch nicht der Fall.
(Foto: R. Bücken). „Informationen rund um das Thema WM“ verspricht T-
Online - und Highlights nach dem Spiel. UMTS soll
gepusht werden, muss man doch die horrenden Lizenzkos-
Freuen kann man sich dagegen auf „Public Viewing“. ten wieder hereinspielen. „Wir werden als derzeit einzi-
Großdisplays an öffentlichen Plätzen oder in Kinos lassen ger Anbieter in Deutschland 20 WM-Spiele live auf das
echtes WM-Feeling aufkommen. Zwei Varianten gibt es - Handy übertragen. Einen entsprechenden Vertrag haben
einmal muss gezahlt werden und einmal nicht. Adidas wir mit dem Rechteinhaber infront dieser Tage unterzeich-
baut vor dem Berliner Reichstag das Olympiastadion im net“, erklärt René Obermann, Vorstandsvorsitzender der T-
Maßstab 1:33 nach - für bis zu 10.000 Zuschauer, Ein- Mobile International. Auch sind mit Premiere Zusammen-
tritt 1 bis 3 Euro. fassungen aller 64 Spiele und Informationen sowie Exper-
ARD/ZDF bespielen die großen öffentlichen Plätze, so tenrunden geplant. Die Übertragung erfolgt im
auch die ZDF-Arena im Sony Center am Potsdamer Streaming-Verfahren und soll bis zum 31. August ohne

Chip-Ball (noch) im Abseits


Von Rainer Bücken

30. Juli 1966: In der Verlängerung des WM-Endspiels Deutschland gegen England prallt der Ball in der 101. Minute gegen die
Unterkante der deutschen Torlatte, fällt nach unten, berührt scheinbar die Torlinie und springt wieder ins Spielfeld. Drin oder drau-
ßen - das war die Frage. Nur für Schieds- und Linienrichter sowie Bundespräsident Heinrich Lübke nicht. Sie alle waren einer
Meinung: „Der Ball war drin.“ War er aber nicht, wie sich später durch Video- und Fotoanalysen herausstellte. Doch das half
nicht mehr - England hatte den Titel. Das „Wembley-Tor“ steht seither als Synonym dafür, dass es eine rein objektive
Entscheidung im Fußball nicht geben kann. So sorgen auch im Fluge über der Torlinie gefangene Bälle häufig für kritische
Anmerkungen. Ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat – was nach den Spielregeln des Weltfußballverbandes FIFA als
Tor zählt – ist von menschlichen Schiedsrichtern manchmal eben nicht zweifelsfrei festzustellen. Viele Forscher und Entwickler
arbeiten deshalb daran, den Weg des Balles mit elektronischen Messungen nachzuvollziehen.
Die so genannte Chip-Ball-Technik wurde im WM-Gastgeberland – und zwar durch das im Jahre 2000 gegründete Unternehmen
Cairos Technologies - angestoßen. 2001 begann die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut Integrierte Schaltungen (IIS);
2004 kam der weltbekannte Sportartikelhersteller Adidas dazu, ein Unternehmen, das seit 1963 auch Fußbälle herstellt.
Und so funktioniert das Cairos-System: Im Zentrum des Fußballs befinden sich ein ASIC-Chip (Application-Specific Integrated
Circuit), ein integrierter Sender für die Datenübertragung sowie ein Akku, der induktiv geladen wird. 2.000 Mal pro Sekunde
werden Impulse zur Ortung ausgesendet, mit denen außerdem Beschleunigung, Geschwindigkeit, Luftdruck und Akkuzustand
übertragen werden. Hierfür wird das 2,4-GHz-Band genutzt, in dem sich auch der Bluetooth- und WLAN-Funkverkehr abspielen.
Um Asymmetrien zu verhindern, wird die Elektronik in Form einer homogenen Kugel angeordnet. Und die muss durch eine paten-
tierte Aufhängung exakt in der Mitte gehalten werden.
Die Stadien-Ausstattung ist komplex - spezielle Lichtwellenleiter müssen zu den am Spielfeldrand befindlichen Referenzsendern und
Antennen verlegt werden. Diese fangen die Signale auf, aus den Laufzeitunterschieden kann ein Rechner die Ballposition dann
auf 1,5 cm genau ermitteln. Überquert der Ball die Torlinie, wird dies auf der entsprechend ausgestatteten Armbanduhr des
Schiedsrichters angezeigt. Nur der kann die letztendliche Entscheidung herbeipfeifen. Die Kosten pro Spielfeld werden mit etwa
200.000 Euro angegeben.
Die Technik ließe sich noch weiter ausbauen - durch zusätzliche Sender in den Beinschonern der Spieler beispielsweise.
Ballkontakte, Schussgeschwindigkeit, Abseits und vieles mehr könnte man durch die Tracking genannte Methode ermitteln.
„Unsere Arbeiten sind im Wesentlichen abgeschlossen, jetzt geht es vor allem um die Systemoptimierung”, erklärt René Dünkler,
der beim IIS für technisches Marketing zuständig ist.
Offiziell wurde die Technik zum ersten Mal vom 16. September bis 2. Oktober vergangenen Jahres eingesetzt, als die FIFA U-17-

20 elektor - 6/2006
Mehrkosten zur Verfügung stehen. Die Zahl der Zuschauer selbst vermarkten - und noch mehr kassieren. Von einer
dürfte aus Kapazitätsgründen aber begrenzt bleiben. Milliarde Euro allein für Europa ist die Rede. Man darf
Auch T-Mobile Austria bietet die Zusammenfassungen gespannt sein, was dann noch geboten wird - außer
über UMTS-Handys an - für 7,50 Euro pro Monat. gutem Fußball auf noch besseren Bildschirmen.
Konkurrent Vodafone setzt hingegen auf Handy-TV via (060053)
UMTS (Bild 5) und DVB-H gleichermaßen. Entscheidun-
gen der Landesmedienanstalten zu den DVB-H-Lizenzen
sind noch nicht endgültig, voraussichtlich wird es aber in Links
Berlin, Hamburg, Hannover, und München weltmeister-
schaftliche DVB-H-Spiele geben. http://fifaworldcup.yahoo.com/06/de
Die Fußball-WM sollte aber nicht nur der Auftakt für DVB- www.hbs.tv
H, sondern auch für MobileTV nach dem DMB(Digital www.infrontsports.com
Mobile Broadcasting)-Standard werden. Die Ausein- www.ard.de
andersetzungen der Protagonisten auf der einen und
www.zdf.de
medienrechtliche Probleme auf der anderen Seite haben
auch hier zu einer Verspätung geführt. So bekam das www.premiere.de
Düsseldorfer Unternehmen „Mobiles Fernsehen Deutsch- www.rtl.de
land (MFD)“ erst am 7. März durch die Landesanstalt für www.dfb.de
Kommunikation Baden-Württemburg (LFK) Übertragungs- www.tv-plattform.de
kapazitäten für den Betrieb einer DMB-Programmplatt-
form zugeteilt. Auch die anderen Bundesländer taten
einen solchen Schritt, um eine länderübergreifende DMB-
Erprobung zu ermöglichen. Der Mitbewerber „Walk’n
Watch“ hält das Vorgehen für rechtswidrig und legte am
28. März bei der LFK Widerspruch ein – vermutlich wer-
den trotzdem alle Stadien mit DMB bespielt.
In vier Jahren will die FIFA die Spiele in Südafrika wieder

Meisterschaft in Peru ausgetragen


wurde (U-17 bedeutet „unter 17“). 16
Nationen waren angetreten - Mexiko gewann schließlich.
Von der Technik zeigten sich zwar alle überzeugt, konstatier-
ten jedoch weiteren Entwicklungsbedarf. Zudem will Adidas
seinen hohen Qualitätsstandard nicht aufgeben. „In diesem
Jahr werden wir 10 Millionen Bälle produzieren, in jedem
WM-Spiel werden bis zu 15 davon eingesetzt“, erklärt
Thomas van Schaik, Global PR-Manager bei Adidas. Im her-
stellereigenen Fußball-Labor in Scheinfeld und in der
Loughborough-Universität werden die Bälle getestet, indem
sie ein Roboter in immer gleicher Weise abschießt. Dabei
darf die Flugbahn - mit oder ohne Chip - nur minimal streu-
en. Der Umfang der Bälle beträgt heute 69 cm und das
Der Funk-Chip im Ball ist bei diesem Prototypen noch in Schaumstoff verpackt Gewicht zwischen 441 und 444 g - daran darf sich auch
(Bild: Fraunhofer IIS). durch den Chip nichts ändern.
Die Hüter der Spielregeln, nämlich der International F.A.
Board (IFAB) und die FIFA, konnten sich am 4. März noch
nicht für den Einsatz der Chip-im-Ball-Technik für die WM in
Deutschland entscheiden. Doch ein Hoffnungsschimmer für
die deutsche Torlinientechnik bleibt: Sie soll weiter entwickelt
und getestet werden, wobei sie nur zur sofortigen Klärung
eingesetzt werden soll. Allerdings wollen IFAB und FIFA auch
andere Techniken prüfen. So setzt der italienische
Fußballverband auf Digitalkameras, und die UEFA möchte
ein neues Kommunikationssystem für Schiedsrichter und die
Assistenten testen. Ein französischer Antrag für ein videoge-
stütztes System wurde hingegen abgelehnt - die Auswertung
hätte zu Zeitverzögerungen geführt.

www.fifa.com/de/regulations/regulation
www.cairos.com
Antennen am Spielfeldrand fangen die Funksignale auf, so dass ein Rechner
www.iis.fraunhofer.de
aus den Laufzeitunterschieden die Position des Balls berechnen kann
(Bild: Fraunhofer IIS). www.adidas.de

6/2006 - elektor 21
TECHNIK RFID

Der Chip im Pass


Von Gerhard Schalk, Philips Austria

Seit dem 1. November 2005 werden in


Deutschland elektronische Reisepässe mit
Funk-Chip ausgegeben. Das wirft natürlich
Fragen nach dem Datenschutz sowie der
Sicherheit und Zuverlässigkeit der kontaktlo-
sen Identifikation auf. Mit dem Chip und den
ausgeklügelten Sicherheitsmechanismen
beschäftigen wir uns in diesem Beitrag.

Seit dem 1. November 2005 werden in Deutschland die troller“-Familie) [1]. Der niederländische Konzern ist nach
neuen elektronischen Reisepässe ausgegeben; in den eigenen Angaben Marktführer in diesem Bereich – rund
meisten anderen europäischen Ländern ist die Einführung drei Viertel aller Länder, die elektronische Reisepässe ein-
für 2006 geplant. Dadurch sind die Themen Biometrie führen, haben sich für Philips-Chips entschieden. Außer-
und Datenschutz wieder einmal in aller Munde. Auch dem kommen in den deutschen Reisepässen noch Chips
stellt sich mancher Fragen nach der Sicherheit und Zuver- des deutschen Herstellers Infineon („SLE66CLX641“) zum
lässigkeit der kontaktlos funktionierenden Identifikation. Einsatz [2]. Laut den Münchnern ist es nicht unüblich,
In einer ersten Stufe werden nur die Daten gespeichert, dass sich die zuständigen Stellen (wie hier das Bundesin-
welche sich sowieso bereits im Pass befinden. Im Wesent- nenministerium) für mehrere Zulieferer entscheiden. Das
lichen sind das Name, Geburtstag, Geschlecht und ein Marktvolumen ist jedenfalls beträchtlich. So schätzt Infi-
rund 15 kByte großes Passbild im JPEG-Format. Mit Aus- neon, dass allein in diesem Jahr rund 2,4 Millionen deut-
nahme des digitalen Fotos sind bereits jetzt alle diese sche Reisepässe neu ausgegeben werden müssen, welt-
Daten in optisch maschinenlesbarer Form, der so genann- weit sollen es sogar 125 Millionen Stück sein.
ten MRZ (Machine Readable Zone), auf der Datenseite Smart-Card-Controller mit einer kontaktlosen Schnittstelle
des Reisepasses enthalten. Ab dem Jahr 2007 ist vorge- sind im Gegensatz zu RFID-Chips für den „Normalge-
sehen, zusätzlich die beiden Abdrücke der Zeigefinger brauch“ Hochsicherheits–Chips und erfüllen den gleichen
auf dem Chip zu speichern. Sicherheitsstandard wie kontaktbehaftete Smart-Card-
Controller, welche bei Zahlungen im Bankwesen sowie
Als Datenträger wird ein Chip eingesetzt. Genauer im Kreditkartengeschäft zum Einsatz kommen. Eine Vor-
gesagt handelt es sich um einen P5CD072 von Philips gabe vieler Ländern ist, dass der verwendete Chip (und
(ein Derivat aus der „Smart MX Secure Smart Card Con- gegebenenfalls die Software) nach speziellen Kriterien

22 elektor - 6/2006
Gegen Datenklau geschützt?
det sich das Chipbetriebssystem (COS = Card Operating
System), bei dem die Ausführungssicherheit der Applika-
tionen und der geschützte Zugriff auf die gespeicherten
Daten oberste Priorität haben. Der Smart-Card-Chip
P5CD072 ist ein hochsicherer Dual-Interface-Smart-Card-
Controller mit 160 KByte ROM, 4,6 KByte RAM und
72 KByte EEPROM. Dual Interface bedeutet, dass der
Chip wahlweise über die kontaktbehaftete oder die kon-
taktlose Schnittstelle mit einem entsprechendem Lesegerät
kommunizieren kann.

Die CPU besitzt einen 24-bit-DPTR und kann daher einen


Adressraum von 16 MByte adressieren. Der Controller ist
zum 8051er vollständig befehlskompatibel, besitzt
jedoch einen deutlich erweiterten Befehlsatz zur schnel-
len Speicheradressierung für die kryptografischen Co-Pro-
zessoren und unterstützt spezielle Befehle zur effektiven
Implementierung von Smart-Card-Betriebssystemen.
Die Programmierung der „SmartMX“-Familie erfolgt mit
einem speziellem Assembler/Compiler der Firma Keil.
Aus Optimierungsgründen (Speichergröße und
Geschwindigkeit) werden auch heute noch Teile bezie-
hungsweise das gesamte Betriebssystem in Assembler
implementiert. Vor der Produktion der Chip-ROM-Maske
werden die Betriebssysteme intensiv mit Emulatoren der
Firma Ashling oder Keil getestet.
Wie in der Smart-Card-Industrie üblich, sind Datenblätter,
Application Notes, Example Codes und Entwicklungs-
werkzeuge nicht öffentlich zugänglich. Nur die „Short
Form Specification“ mit den wesentlichen Merkmalen
kann von der Internetseite des Herstellers heruntergela-
den werden [1].

Kontaktlose Schnittstelle
Bild: Bundesdruckerei Das Kontakt-Interface kommt beim elektronischen Reise-
pass nicht zum Einsatz. Die Kommunikation erfolgt aus-
schließlich über die kontaktlose Schnittstelle
(ISO/IEC14443). Die entsprechenden Kontaktanschlüsse
zertifiziert sind. Im Falle Deutschlands wird dieses Zertifi- wie VDD, GND, IO1 bis IO3, CLK und RST werden also
kat vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Infor- nicht verwendet.
mationstechnik (BSI) verliehen [3]. Im Gegensatz zu den aus acht vergoldeten Kontakten
bestehenden Kontakt-Smart-Card-Modulen wurde von
Die grundlegenden technischen Spezifikationen für den Philips für den Reisepass ein optimiertes und 320 µm fla-
elektronischen Reisepass werden von der Internationalen ches, kontaktloses Chip-Modul entwickelt, das genügend
Zivil-Luftfahrtorganisation ICAO (International Civil Avia- klein und auch ausreichend stabil ist (Bild 1). An diesem
tion Organization), einer Untergruppe der Vereinten Modul werden die beiden Antennenanschlüsse (LA und
Nationen, erstellt. Dieser Standard gewährleistet die welt- LB) des kontaktlosen Interfaces angeschlossen. Für die
weite Interoperabilität von maschinenlesbaren elektroni- Integration in den elektronischen Pass (Bild 2) wird das
schen Reisedokumenten. Alle technischen ICAO-Stan- kontaktlose Modul mit dem Chip und der Antenne auf
dards sind öffentlich zugänglich und können auf der einem speziellen Trägermaterial, dem so genannten
ICAO-Homepage kostenfrei heruntergeladen werden [4]. Inlay, aufgebracht. Die Antennenanschlüsse werden mit
dem Modul elektrisch verbunden.
Der Smart-Card-Chip Die ICAO hat sich speziell für die kontaktlose Technolo-
Smart-Card-Controller sind im Prinzip spezielle Mikrocon- gie entschieden, weil diese gegenüber der kontaktbe-
troller, welche einerseits sensitive Daten sicher speichern hafteten Technologie nicht fehleranfällig ist. Verschmut-
und andererseits moderne Verschlüsselungsoperationen zung und Abnutzung der Kontakte sind nämlich die
sehr effizient mit Hilfe von speziellen Co-Prozessoren aus- häufigsten Fehlerquellen von kontaktbehafteten Syste-
führen können. Im ROM eines solchen Controllers befin- men. Ein weiterer Vorteil ist die einfachere Integration

6/2006 - elektor 23
TECHNIK RFID

ser kontaktlosen Chips von Philips zeigt, dass das System


sehr zuverlässig funktioniert.
Zur Kommunikation und zur Energieversorgung des
Smart-Card-Controllers erzeugt der Reader ein hochfre-
quentes elektromagnetisches Feld mit einer Trägerfre-
quenz von 13,56 MHz. Über die Pass-Antenne wird eine
induktive Kopplung zu dem vom Reader erzeugten Feld
hergestellt. Für die Datenübertragung vom Lesegerät zum
Reisepass wird eine hundertprozentige ASK (Amplitude
Shift Keying Modulation) verwendet. Bei dieser Modula-
tionsart wird die Trägerfrequenz ein- und ausgeschaltet.
Das erlaubt eine sehr einfache und zuverlässige Demodu-
lation des Readersignales im kontaktlosen IC.
Zur Datenübertragung vom Reisepass zum Reader wird
ein Lastmodulationsverfahren mit Hilfsträger eingesetzt.
Die Hilfsträgerfrequenz beträgt 847 kHz
(13,56 MHz / 16). Die Modulation des Hilfsträgers
erfolgt durch Ein- und Austasten. Als Datenübertragungs-
rate werden derzeit 106, 212 und 424 kbit/s für Pässe
definiert. Die gesamte Kommunikation wird streng nach
dem Master-Slave-Prinzip abgewickelt, wobei der Reader
der Master ist.
Die von der ISO14443 definierte Betriebsfeldstärke liegt
im Bereich von 1,5 A/m bis 7,5 A/m. Das entspricht
Bild 1. ungefähr einer Leistung von 5 mW bei 10 cm Abstand,
Der Chip und die welche als Energie für die CPU und die Co-Prozessoren
Antennenspule sind in des P5CD072 zur Verfügung steht.
einem Inlay
untergebracht. (Bild:
Bundesdruckerei [8]). Die Chip-Hardware
Betrachtet man das Blockschaltbild des P5CT072 (Bild 4),
so findet man einige für Standard-Mikrocontroller unbe-
von kontaktlosen Modulen in das bestehende Reisepass- kannte Hardwareblöcke. Das RF-Interface, die CIU (Con-
format. Die direkte Integration des Chip innerhalb des tactless Interface Unit) und der CRC-16-Generator werden
Passes erhöht außerdem die Fälschungssicherheit des für die kontaktlose serielle Kommunikation mit dem Reader
Dokumentes. Die ICAO erlaubt mehrere Möglichkeiten, benötigt. Die CIU ist ein spezieller kontaktloser
den Chip in den Pass zu integrieren. Deshalb befindet ISO14443-UART.
sich der Chip von Land zu Land an unterschiedlichen
Positionen, wie zum Beispiel in der Datenseite oder in Der Triple-DES-Co-Prozessor berechnet eine 3-DES-Ver-
einem der Buchdeckel des Passes. oder Entschlüsselung [5] von 8 Bytes in weniger als 25 µs
– und zwar vollständig in Hardware. Der „FameXE PKI“-
Co-Processor ist ein spezieller mathematischer Co-Prozes-
Die Kommunikation sor für die Berechnung von asymmetrischen Verschlüsse-
Die Energie- und Datenübertragung erfolgen wie bei kon- lungsalgorithmen wie zum Beispiel RSA und ECC (elliptic
taktlosen Systemen üblich, nämlich über die integrierte curve cryptography). Für eine RSA- oder ECC-Berech-
Antenne und eine spezielle Decoderschaltung. Der nung werden immer die CPU und der Co-Prozessor benö-
ISO/IEC14443-Standard definiert die Datenübertragung tigt. Dabei kann aus Performancegründen die CPU
zwischen den so genannten „Proximity Cards“ und einem bereits die Register für das nächste Zwischenergebnis
Lesegerät. Die maximale Entfernung beträgt dabei vorbereiten, während der 32-bit-Co-Prozessor gleichzeitig
10 cm. Dieser Standard ist bis auf das Übertragungspro- eine Berechnung durchführt. Für einige Kryptofunktionen
tokoll identisch mit dem Industriestandard Mifare® wird außerdem ein Random-Number-Generator benötigt.
(Bild 3). Die Erfahrung mit mehr als 500 Millionen die-
Der gesamte Speicherzugriff auf ROM, RAM und
EEPROM erfolgt immer über eine Memory Managment
Unit (MMU). Mit Hilfe der MMU können echte Hardware-
Firewalls zwischen dem Kernel des Betriebssystems und
allen anderen Software-Funktionsblöcken oder -Applika-
tionen konfiguriert werden. Dazu unterstützt die CPU
zwei Betriebsarten. Der Kernel läuft im System-Mode und
hat uneingeschränkten Zugriff auf die Hardware. Teilfunk-
tionen für Kommunikation, Dateisystem, kryptografische
Berechnungen oder Funktionen für den Reisepass werden
immer im Applikationsmodus ausgeführt und haben, je
nach Aufgabe, bestimmte eingeschränkte Speicherberei-
Bild 2. che und entweder keinen oder nur einen sehr einge-
Der Smart-Card- schränkten Zugriff auf die Hardware. Durch dieses Sys-
Controller ist nur
tem wird ein unerlaubter Zugriff auf Speicher oder Hard-
0,32 mm dick.
ware durch physikalische Chip-Manipulation von außen
(Bild: Philips).

24 elektor - 6/2006
oder durch eventuell fehlerhafte oder manipulierte Soft-
ware von der Hardware verhindert.

Schutz gegen Attacken


Doch das ist nicht das einzige Sicherheitsfeature des
P5CT072. Spezielle Security-Sensoren überwachen die
Temperatur-, Frequenz- und Spannungslimits im Chip.
Zusätzlich wird der Chip mittels Lichtsensoren gegen
Lichtattacken geschützt.
Die Hardware ist auch gegen Angriffe wie „Simple
Power Analysis“ (SPA) und „Differential Power Analysis“
(DPA) gewappnet. Diese beiden Attacken beruhen auf
dem Prinzip, dass die CMOS-Gatter beim Übergang von
1 auf 0 und von 0 auf 1 unterschiedliche Stromverläufe
aufweisen. Dabei wird das Stromprofil mit Hilfe eines
Oszilloskops und geeigneter Signalverarbeitung gemes-
sen. Daher wird beim Chip-Design darauf geachtet, dass
der Stromverbrauch konstant bleibt beziehungsweise
nicht im Zusammenhang mit dem tatsächlichen Verbrauch
innerhalb des Chips steht. Zusätzlich kann das Betriebs- Bild 3. Kommunikation zwischen Reader und Smart-Card-Controller nach dem
system Dummy-Berechnungen mit den Co-Prozessoren Mifare®-Prinzip. Beim Auslesen moduliert die Karte das Signal des Readers
durch Belastung des Schwingkreises. (Bild: Philips).
durchführen. Dadurch wird erschwert, dass der Zeitpunkt
von tatsächlich durchgeführten Verschlüsselungsprozessen
mittels SPA und DPA erkannt wird.

Auch das spezielle Layout der Smart-Card-Chips schützt


die Daten vor dem unberechtigten Auslesen beziehungs- Big Brother
weise vor der unberechtigten Manipulation. Durch den
Einsatz so genannter „Glue Logic“ werden alle digitalen
Blöcke des P5CT072 in kleine Teile aufgeteilt und über
is watching you?
die Fläche des Chips verteilt. Dadurch ist es unmöglich,
Bei RFID-Chips und auch bei kontaktlosen Smart-Card-ICs wird während der
einzelne Blöcke wie die CPU oder den Systembus zu fin-
den. Der gesamte Speicher wie ROM, EEPROM und Herstellung eine einzigartige Nummer (Unique Identification Number = UID)
RAM wird gescrambled. Beim Scrambling werden die im EEPROM gespeichert. Mit Hilfe der UID können mehrere Karten, welche
Adress-, Daten- und Steuerleitungen der Speicher nicht zeitgleich vom Reader erkannt werden, nacheinander aktiviert werden
linear (zum Beispiel der Adresse nach aufsteigend), son- (Antikollisionsschutz). Da eine UID aber eine direkte Beziehung zu dem
dern vermischt angeordnet. Das bedeutet, dass nach der Reisepassbesitzer herstellen könnte, wird von Seiten der Datenschützer ein
EEPROM-Adresse 1000 nicht die Speicherzelle 1001 leichtes Erstellen von Bewegungsprotokollen befürchtet. Dies ist bei den EU-
folgt, sondern eine völlig willkürliche Adresse. Damit wird Pässen nicht möglich, denn anstatt der UID wird immer nur eine zufällig
das Auslesen von aufeinander folgenden Daten unmög- erzeugte Zahl (Random ID) vom Chip ausgesendet, die jeweils nur für die
lich. Das RAM wird sogar dynamisch erzeugt: Nach aktuelle Session gültig ist.
jedem Power-On-Reset werden Adressen und Speicherzel-
len einander zufällig neu zugeordnet.
Die Sicherheitsanforderungen für Smart-Card-ICs (und
somit auch für den Reisepass) gehen allerdings weit über Bild 4. Blockschaltbild des Smart-Card-Controllers (Bild: Philips).
das eigentliche Chip-Design hinaus. So unterliegen die
gesamte Chip- und Reisepassproduktion, der gesamte
Produktversand und die EDV speziellen Sicherheitsbe-
stimmungen.

Das Betriebssystem
Das Smart-Card-Betriebssystem und die Applikationssoft-
ware für den deutschen Reisepass hat die Telekom-Tochter
T-Systems entwickelt. Das Basisbetriebssystem lässt sich in
folgende funktionale Bereiche unterteilen: Kommunikation
über das kontaktlose Interface, Kommando-Ablaufsteue-
rung, Verwaltung des Filesystems und Bereitstellung von
kryptografischen Algorithmen und Funktionen.
Smart-Card-Filesysteme sind ähnlich wie DOS-Files auf
einem PC organisiert. Das im Reisepass befindliche File-
system wird bei der Personalisierung des Reisepasses im
EEPROM der Smart-Card gespeichert. Nach dem Perso-
nalisieren, also dem Speichern von personenbezogenen
Daten, können die Daten nicht mehr verändert werden.
Denn alle File-Schreibkommandos werden vom Betriebs-
system sicher deaktiviert.

6/2006 - elektor 25
TECHNIK RFID

Auslesen im Vorbeigehen?
Inzwischen gibt es für ein paar Euro Hüllen aus Aluminium [7], um den elektronischen
Reisepass vor Datenspionage zu schützen. Doch diese Befürchtung ist unberechtigt:
Solange der EU-Reisepass geschlossen bleibt, wird er durch die Zugriffsmethode
„Basic Access Control“ (BAC) geschützt. Erst wenn der Pass im Rahmen einer
Grenzkontrolle an einem Beamten übergeben wird, willigt der Reisende indirekt in das
Abrufen der Daten ein. Der Grenzbeamte legt die geöffnete Datenseite auf ein spe-
zielles Reisepassterminal. Das Passterminal besitzt ein optisches Lesegerät für den
maschinenlesbaren Teil (MRZ) sowie einen kontaktlosen Reader.
Um auf die Daten im Pass zugreifen zu können, muss zunächst die maschinenlesba-
re Zone des Reisepasses optisch ausgelesen werden. Aus diesen optischen Daten
wird ein passindividueller Authentifizierungsschlüssel abgeleitet. Mit Hilfe dieses
„gemeinsamen Geheimnisses“ stellt der Pass fest, dass er mit einem echten Passterminal
kommuniziert - und umgekehrt. Dies ist wesentlich sicherer als ein reines Identifizierungsverfahren, so wie zum Beispiel die PIN-
Überprüfung. Dort sendet man nur ein Geheimnis (nämlich die PIN) zur Karte – ist es korrekt, bestätigt die Karte ihre Echtheit.
Nach der erfolgreichen Durchführung der BAC wird die Kommunikation zwischen Passterminal und Reisepass mit einem Triple-
DES (112 bit Schlüssellänge) verschlüsselt [5]. Sie ist somit gegen unberechtigtes Abhören geschützt. Darüber hinaus werden die
Daten durch eine kryptografische Prüfsumme gegen unbefugte Manipulationen gesichert.
Ab dem Jahr 2007 ist vorgesehen, zusätzlich zwei Fingerabdrücke auf dem Chip zu speichern. Da es sich bei Fingerabdrücken
um sehr sensible Daten handelt, wird für deren Sicherung ein erweiterter Zugriffschutz („Extended Access Control“, EAC) erfor-
derlich. Dieses Verfahren basiert auf einem Public-Key-Authentisierungsmechanismus, mit dem sich der Passportreader als zum
Lesen von Fingerabdrücken berechtigt ausweist. Dabei bestimmt der Ausstellerstaat, auf welche Daten ein ausländischer
Passportreader zugreifen kann.

Die ICAO hat weitere Sicherheitsfunktionen für die


elektronischen Reisepässe definiert. So werden die Inte- Links
grität und die Authentizität der im Chip gespeicherten [1] www.semiconductors.com/products/identification/
Daten über eine digitale Signatur gesichert. Die Hash-
[2] www.infineon.com/security_and_chipcard_ics
werte [6] der Signatur werden in einem bestimmten File
gespeichert. Mit Hilfe dieser digitalen Signatur wird [3] www.bsi.bund.de/zertifiz/zert/report.htm
sichergestellt, dass die Daten von einer berechtigten [4] www.icao.int/mrtd/download/technical.cfm
Stelle erzeugt und seit der Erzeugung nicht mehr verän-
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/3DES
dert wurden. Jeder Ausstellerstaat ist im Besitz eines Zerti-
fikats, das in einem Public-Key-Verzeichnis der ICAO [6] http://de.wikipedia.org/wiki/Hashwert
gespeichert und von der obersten Zertifizierungsstelle sig- [7] https://shop.foebud.org/
niert ist.
[8] www.bundesdruckerei.de
(060010)

Die elektronischen
Pässe könnten bald so
manchen finsteren
Grenzbeamten
überflüssig machen.
(Bild: Philips).

26 elektor - 6/2006
GRUNDLAGEN RFID

RFIDs und Sicher


Von Paul Goossens

Der Vormarsch der RFIDs ist unaufhaltsam. Mittlerweile sind RFIDs bereits als
Zahlungsmittel im öffentlichen Nahverkehr anzutreffen. Doch wie ist es mit dem
Schutz vor Manipulationen und der Sicherheit personenbezogener Daten bestellt?

RFIDs sind passive Chips der besonderen Art, denn sie Melanie Rieback
sind zur unbemerkt ablaufenden drahtlosen Kommunika-
tion fähig. Im Umfeld des Sendeempfängers entnehmen Die Autorin des ersten RFID-Virus, Melanie Rieback, pro-
sie die zum Senden notwendige Energie dem elektromag- grammierte den Virus in der Absicht, auf bislang unge-
netischen Feld, das der Sendeempfänger abstrahlt. Der klärte Fragen rund um die Sicherheit von RFID-Chips hin-
Datenaustausch ist bidirektional möglich, er kann in bei- zuweisen. Nach ihrer Ansicht ist der Schutz empfind-
den Richtungen stattfinden. licher Daten nicht nur beim Verbraucher gefährdet. Auch
die Unternehmen, die diese neue Technik einsetzen, dür-
Weil die Kommunikation über Funkwellen abgewickelt fen sich möglichen Gefahren nicht verschließen. Der erste
wird, erschließen RFIDs ungeahnte neue Möglichkeiten. RFID-Virus löste eine Welle von Publikationen aus. Mela-
Der Chip muss nicht wie die bekannten Strichcodes sicht- nie Rieback erhielt Angebote von RFID-Herstellern, in
bar sein, die Daten können auch im Verborgenen ausge- denen um ihre Mitarbeit an der Sicherheit der Produkte
tauscht werden. Ein Mensch, der solche Chips bei sich geworben wurde. Andere Unternehmen der Branche ver-
führt, ist möglicherweise ahnungslos. Wenn Unbefugte suchten, die Gefahren herunterzuspielen und sprachen
sensible Informationen buchstäblich im Vorübergehen aus von einem unbegründeten „Sturm im Wasserglas“.
den Chips lesen, ist die Nutzung mit unlauterer Absicht Die Computerspezialistin machte auch darauf aufmerk-
nicht ausgeschlossen. sam, dass die neuen niederländischen Reisepässe durch-
aus nicht, wie vielfach behauptet, absolut fälschungssi-
cher sind. Experten der niederländischen Firma Sicher-
Gefahren heitsfirma Riscure gelang es, die Verschlüsselung des
Gegenwärtig weisen Datenschützer weltweit und mit niederländischen Reisepasses in wenigen Stunden zu
Nachdruck auf diese Gefahren hin. Ihr Ziel ist es, in der knacken, so dass unbemerkt Informationen wie Geburts-
Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die datum, Passfoto und Fingerabdruck-Daten des Inhabers
neue Technik erhebliche Gefahren birgt. Die Gesetzgeber gelesen werden konnten. Nach Bekanntwerden der
und die RFID-Hersteller sind gleichermaßen gefordert, gelungenen Entschlüsselung kündigte das niederländische
diese Gefahren zu erkennen und zu minimieren. Innenministerium an, dass an der Sicherheit dieses
Unlängst entschlüsselte eine Gruppe amerikanischer Stu- elektronischen Reisepasses nachgebessert wird.
denten das RFID-System „Exxon Mobile Speed Pass“, das Nicht nur der neue niederländische Reisepass hält den
in den USA als Zahlungssystem an Exxon-Tankstellen einge- strengen Sicherheitskriterien nicht stand, auch der ameri-
führt wurde. Zwar arbeitet dieses System mit einem krypto- kanische Reisepass ist betroffen. Auf dem Symposium
grafischen Verfahren, doch das konnte die Studenten nicht „Freedom and Privacy“ demonstrierte ein Angehöriger
daran hindern, mit einem kopierten Chip zu bezahlen. Ein der Organisation „Civil Liberties“, dass der amerikani-
selbst gebauter Empfänger zeichnete unbemerkt die Kom- sche Pass noch aus 1 m Distanz gelesen werden kann.
munikation zwischen einem echten Chip und der Tanksäule Die Hersteller der in den Pässen integrierten Chips hatten
auf. Die Analyse der empfangenen Daten führte zur Ent- beteuert, dass das Lesen der Daten nur bis zu einem
schlüsselung, so dass eine Chip-Kopie angefertigt werden Abstand von wenigen Zentimetern möglich sei.
konnte. Die Kopie verhielt sich exakt wie das Original. Das
stellte sich heraus, als mit der Kopie ganz selbstverständ-
lich getankt und gezahlt werden konnte. Allerdings wurde Sorge um Sicherheit
in diesem Fall niemand geschädigt. Das Original gehörte Nach diesen und ähnlichen Vorkommnissen stellt Melanie
einem der Studenten, so dass der Datendiebstahl keine Rieback die Frage, welche Schlüsse die Industrie daraus
strafrechtlichen Folgen nach sich zog. gezogen hat. „Kraftfahrzeuge werden auf Herz und Nie-
Inzwischen wurde bereits, wen wundert es, der erste ren erprobt, bevor sie zum Straßenverkehr zugelassen
RFID-Virus entwickelt. Eine Forschergruppe an der Univer- werden. Weshalb wird mit der Technik, die tief in die Pri-
sität Amsterdam, die sich mit RFIDs beschäftigt, entwi- vatsphäre des Menschen eingreift, nicht mit gleicher
ckelte zu Testzwecken einen Virus – der sich gegen ihr Sorgfalt verfahren?“ Wie soll der Bürger Vertrauen zu
eigenes RFID-System richtete. So weit bekannt, blieben den neuen Technologien entwickeln, wenn ständig neue
kommerzielle RFID-Systeme bisher vor Viren verschont. Sicherheitsrisiken auftauchen? Bisher wurde RFID-Sicher-
Doch die Tatsache, dass RFID-Viren zu programmieren heitssoftware nur unter Laborbedingungen entschlüsselt,
sind, müsste für die Verantwortlichen ein eindringliches doch wer garantiert, dass Menschen mit krimineller Ener-
Alarmzeichen sein. gie nicht auch dazu fähig sind? Sobald die RFID-Chips

28 elektor - 6/2006
heit Viren bedrohen Funkchips
millionenfach in alltäglichem Gebrauch sind, ist es für
das Entwickeln eines Sicherheitsbewusstseins zu spät.
Die Gegenseite
Auch RFID-Chips, die den gleichen Zwecken wie die her- Wir haben Philips, einen der weltweit größten RFID-Her-
kömmlichen Strichcodes dienen, bergen gewisse Gefah- steller, um Stellungnahme zur RFID-Sicherheitsproblematik
ren. Wenn eine einmalige Seriennummer im Chip gespei- gebeten. Das Ergebnis war, dass sich Philips gegenüber
chert ist, kann der Weg des Produkts vom Hersteller bis zur dieser Problematik aufgeschlossen zeigte. Der Sicherheit
Entsorgung verfolgt werden. Der gläserne Verbraucher ist räumt Philips einen hohen Stellenwert ein, eventuelle
keine Utopie mehr, durch das Sammeln und Abgleichen Lücken müssten von Vornherein ausgeschlossen werden.
von Daten lassen sich Käufergewohnheiten und Vorlieben Zum ersten RFID-Virus meinte Philips, es sei nicht unwich-
transparent machen. Mittlerweile haben sich verschiedene tig, dass dieser Virus in einem Forschungslabor entstan-
namhafte Organisationen dieses massiven Problems ange- den ist, allein zu dem Zweck, ein im gleichen Labor ent-
nommen und sich warnend an die Öffentlichkeit gewandt. wickeltes RFID-System zu Fall zu bringen.
Die Industrie hält dem entgegen, dass solche Aktivitäten Mit gemischten Gefühlen sieht das Unternehmen, dass
reine Panikmache sind, allein darauf ausgerichtet, einen Presseberichte von Journalisten geschrieben und von
milliardenschweren Markt zu vereiteln. Lesern gelesen werden, die mit der recht komplexen RFID-
Technik nicht oder nur oberflächlich vertraut sind.
Dadurch kann beim Verbraucher ein verzerrtes Bild ent-
Barrieren und Wälle stehen, das ein objektives Urteil verhindert.
Entwickelt wurden inzwischen auch Verfahren, mit denen Nach Angaben von Philips sind die RFID-Produkte aus
das unautorisierte Lesen sensibler Daten aus RFID-Chips eigenem Haus, die in Ausweise und Bezahlsysteme inte-
verhindert werden kann. Auf der Liste ganz oben stehen griert werden, sicherer als der Zahlungsverkehr über das
RFID-Abschirmgeräte, die die Kommunikation zwischen Internet. Philips produziert RFID-Chips in hoher Stückzahl
RFID-Chips und RFID-Sendeempfängern durch Abstrahlen - beispielsweise für die „Banking Card“ von Visa. Vor der
von Störsignalen unmöglich machen. Zu den Forschungs- Freigabe hatte Visa diese RFIDs einem Langzeittest unter-
arbeiten von Melanie Rieback und ihren Mitarbeitern worfen, sicher nicht zuletzt aus Sorge um den Ruf des
gehört das Entwickeln eines „RFID-Guardian“, der RFIDs Unternehmens.
selektiv vor unberechtigtem Zugriff schützt. Der Benutzer Welche Sicherheitsmechanismen in RFID-Systeme einge-
kann selbst entscheiden, welche RFIDs gelesen werden baut werden, hängt natürlich stark von der Art der
dürfen und welche RFIDs vor Zugriffen zu schützen sind. Anwendung ab. Seit 1994 produzierte Philips mehr als
Das Gerät analysiert die Signale der RFID-Sendeempfän- 500 Millionen „Mifare“-RFID-Chips, Schwerpunkt ihres
ger, bevor es den Zugriff erlaubt oder verweigert. So Einsatzes waren Zahlungssysteme im öffentlichen Nahver-
wird zum Beispiel der RFID-Chip zum Lesen frei gegeben, kehr. Bisher ist noch kein Fall bekannt, dass diese RFID-
der zum Zahlungssystem des öffentlichen Nahverkehrs- Chips manipuliert werden konnten.
unternehmens gehört, während alle anderen RFID-Chips
vor Zugriffen sicher sind. RFID-Abschirmsysteme lassen
sich mit den Firewalls vergleichen, die Computersysteme Fazit
vor externen Angriffen schützen. Die RFID-Chips dringen immer weiter in das alltägliche
Leben vor. Man müsste Prophet sein, wenn man Art und
Ausmaß der damit verbundenen Gefahren schon heute
Interessenkonflikte abschätzen wollte. Sicher ist nur, dass das Gefahrenpo-
Die Niederländerin ruft die Verbraucher auf, nicht alles tential auf keinen Fall vernachlässigt werden darf. Die Pri-
unbesehen hinzunehmen, sondern mit vereinter Stimme vatsphäre des Menschen muss wirksam davor geschützt
mehr Sicherheit in der RFID-Technik zu fordern. Wesent- werden, dass Kontoauszüge, persönliche medizinische
lich sicherere RFID-Chips befinden sich zwar schon im Daten und ähnliche sensible Informationen unbefugt aus
Stadium der Forschung, doch die Weiterentwicklung bis RFID-Chips ausgelesen werden können.
zur Serienreife erfordert hohe Investitionen. So lange sich Auf der einen Seite stehen die Hersteller, die dem Verbrau-
die Verbraucher mit einem niedrigen Sicherheitslevel cher noch mehr Annehmlichkeiten durch den Einsatz der
zufrieden geben, hat die Industrie keinen Anlass, weitere RFIDs versprechen. Auf der anderen Seite warnen Daten-
Milliarden für die RFID-Sicherheit auszugeben. schützer vor den Gefahren, sie sehen in den RFIDs den letz-
Zur Zeit beschäftigen sich verschiedene Gremien mit der ten Schritt zum „gläsernen Menschen“, dessen Persönlich-
Standardisierung der RFID-Strukturen und Abläufe. Es bleibt keitsrechte nur noch auf dem Papier stehen. Die Erfahrung
zu hoffen, dass die zu erarbeitenden Standards in Zukunft lehrt, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Wir
ein höheres Sicherheitsniveau festschreiben. Wen wundert werden diese spannende Entwicklung im Blick behalten!
es, dass auch die Hersteller der RFID-Chips in diesen Gre- (060174)gd
mien vertreten sind. Die Industrie hat natürlich ein großes
Interesse daran, die RFID-Technik auf dem gegenwärtigen Weblinks:
Stand zu belassen, da sie anderenfalls Milliarden in die http://rfidanalysis.org/ www.rfidvirus.org/
Weiterentwicklung ihrer Produkte stecken muss. www.riscure.com/ www.rfidjournal.com

6/2006 - elektor 29
INFO & MARKT SCOPEMETER

Scopemeter
Die Allesmesser
Von Jan Steen

Der letzte Test zum Thema USB-Oszilloskope liegt schon etwas


zurück. Da ist diese Übersicht über tragbare
Universalmessgeräte mit grafischer Anzeige eine gute
Ergänzung. Auf dem Gebiet der Scopemeter hat sich nämlich
einiges getan!

Ursprünglich wurden Scopemeter als tiert ist. Grob gesagt sind alle Geräte
kleine tragbare Oszilloskope für den
Wozu Scopemeter? unter 1000 € eher semiprofessionell –
mobilen Einsatz entwickelt. Es ging Das Hauptanwendungsgebiet dieser was selbstverständlich nicht bedeutet,
also nicht so sehr wie bei den USB- Allesmessgeräte liegt auf der Hand: dass ein Scopemeter der 500-€-Klasse
Oszilloskopen um Multifunktionalität. Auch wenn sie im Labor sehr Platz nicht auch professionell eingesetzt
Der technische Fortschritt aber macht sparend sind (und très chic sowieso), werden könnte. Insbesondere da, wo
es wohl unvermeidbar, dass ein Scope- sind diese Universalmeter doch vor es eher auf eine qualitative Einschät-
meter nicht nur als mobiles Oszillos- allem für den Servicetechniker von zung von Kurvenformen in niedrigeren
kop, sondern häufig auch als Multime- Welt im Außendienst gedacht, der auf Frequenzbereichen als auf absolute
ter und mitunter sogar als FFT- oder diese Weise gleich ein kleines Messla- Genauigkeit ankommt, erfüllt ein preis-
als Logik-Analyser eingesetzt werden bor mit sich herumtragen und damit werteres Gerät den Zweck genau so
kann. Manchmal ist auch gleich ein nicht nur bei großstädtischen Kunden, gut. Im Falle eines Missgeschicks wie
Frequenzzähler und ein Funktionsge- sondern auch im „Outback“ vernünf- liegen oder fallen lassen wirkt es
nerator mit eingebaut. Scopemeter ent- tige Messungen durchführen kann. durchaus nervenschonend, wenn es
wickeln sich immer mehr zur eierle- Aus diesem Grund verfügt ein Scope- kein Messgerät im Wert von mehreren
genden Wollmilchsau der Messtechnik. meter generell nicht nur über Netzbe- tausend Euro betrifft. Qualität, Genau-
Wie bei vielen Messgeräten beein- trieb, sondern kann in der Regel für igkeit und große Bandbreite gehen
flusst allerdings weniger der Funk- einige Stunden auch aus Akkus auch bei einem Scopemeter richtig ins
tionsumfang als vielmehr die Qualität gespeist werden. Stabile Transportkof- Geld. Für manche Anwendungen kön-
den Preis. Letztere kommt natürlich fer, die außer dem Messgerät noch nen auch die Spezialfunktionen (Logik-
auch in den technischen Daten zum Strippen und einige Erweiterungen Analyser oder Funktionsgenerator) der
Ausdruck. aufnehmen, sind deshalb häufig im entscheidende Faktor sein.
Die Abmessungen des Displays und Lieferumfang enthalten.
damit des ganzen Geräts fallen natur-
gemäß etwas größer aus als bei einem Sampling
gewöhnlichen Multimeter. Die meisten Professionell? Die Sample-Frequenz (meist in Ms/s
Scopemeter sind aber noch mit einer Ein relevantes Kriterium für die Unter- angegeben) ist ein Maß für die Häu-
Hand zu bedienen und mit der anderen scheidung zwischen semiprofessionel- figkeit der Abtastung des zu messen-
zu halten. Die teureren Exemplare lem Gerät und professionellem Equip- den Analogsignals und somit für die
haben tendenziell größere LCD mit ment ist der Preis, weshalb die tabel- Leistungsfähigkeit des integrierten
mehr Pixeln. Es gibt sogar Ausführun- larische Übersicht konsequenterweise A/D-Konverters. Gleichzeitig wird
gen mit Farb-Display und Touchscreen. auch nach Anschaffungskosten sor- durch diesen Kennwert die obere

30 elektor - 6/2006
Grenze der Scopemeter eine zu geringe Ampli-
Bandbreite tude darstellen. Selbst das teuerste
eines zu mes- Gerät in unserer Übersicht verfügt nur
senden Signals über eine Eingangsbandbreite von
festgelegt. 100 MHz. Die Feinheit der Darstellung
Zwar gilt auch wird selbstverständlich auch von der
hier das Auflösung des Displays begrenzt.
Nyquist-Shan- Fünf Perioden auf einem Display, das
n o n -T h e o r e m , für das Signal horizontal noch 150
doch ist die Dar- Pixel übrig lässt, ergeben 30 Pixel pro
stellung eines Signals mit einer Fre- Periode bzw. 15 pro Halbwelle. Das ist
quenz knapp unterhalb der halben allerdings der Eingangsverstärker bei zwar nicht sehr fein aufgelöst, doch in
Sample-Frequenz eher etwas für Rät- solch hohen Frequenzen noch mit- der Praxis durchaus brauchbar.
selfreunde. Um eine halbwegs gut macht, ist meist ein frommer Wunsch. Schließlich steht ein größerer Bild-
interpretierbare Kurve zu bekommen, Bei dieser Frequenz wird er das Mess- schirm auch in direktem Widerspruch
sollten es eher zehn Abtastungen pro signal deutlich abschwächen und das zur Handlichkeit. >>>
Periode sein. Das begrenzt die prakti-
sche Bandbreite eines solchen Digital-
Oszilloskops auf etwa 10% der Sam-
ple-Frequenz – außer man will damit
nur abchecken, ob überhaupt ein Sig-
nal anliegt. Und selbst diese Regel
ScopeMeter™
gilt nur dann, wenn der Hersteller die Der inzwischen gebräuchliche Begriff „Scopemeter“ bezeichnet alles, was in
analogen Eingangsverstärker mit Richtung kleines, tragbares Oszilloskop geht. Tatsächlich ist Scopemeter ein ein-
einer entsprechend hohen Bandbreite getragener Handelsname der Firma Fluke. Wie so oft in der Technikgeschichte
ausgestattet hat. Hier lohnt der Blick wurde der Name eines bestimmten Produkts (wie z.B. Styropor von BASF) zur
ins Kleingedruckte vor der Anschaf- üblichen Bezeichnung einer Stoffklasse (Polystyrol) oder Geräteklasse. Letztlich ist
fung. Wenn ein richtig gutes Scope- das ein schöner Erfolg der Firma Fluke, die 1990 zusammen mit Philips das erste
meter beispielsweise über eine Sam- tragbare Oszilloskop entwickelt hat.
ple-Frequenz von 1 Gs/s verfügt, dann Die Qualitätsprodukte von Fluke werden übrigens auch heute nicht in Fernost,
kann damit rein theoretisch bis zu sondern immer noch in den Niederlanden entwickelt und gefertigt.
500 MHz gemessen werden. Dass

6/2006 - elektor 31
INFO & MARKT SCOPEMETER

Velleman HPS40 Metex MS-2000

Beim HPS40 sticht am meisten seine Einfachheit ins Auge. Beim preiswerten Scopemeter von Metex handelt es sich
Außer den vier Navigationstasten befinden sich nur noch ebenfalls um ein Einkanal-Oszilloskop mit begrenzter Band-
wenige Bedienungselemente auf der Frontplatte. Jede TV- breite und relativ schwacher maximaler Sample-Frequenz.
Fernbedienung ist komplexer aufgebaut. Dieser schöne Effekt Dafür entschädigt es mit etlichen nützlichen Zusatzfunktio-
ist dem eingesetzten Mikrocontroller und der Menütechnik nen: Ein vollständiges Multimeter, ein Logik-Tester und
zu verdanken und mehr oder weniger bei jedem modernen sogar ein fünfstelliger Frequenzzähler mit einem Messbe-
Scopemeter zu finden. reich bis 10 MHz ist mit an Bord. Insgesamt eine eigenar-
tige Mischung:
Das HPS40 ist besonders übersichtlich aufgebaut: Oberhalb
des Displays befinden sich eine BNC-Buchse zum Anschluss Ein für diese Preisklasse außergewöhnliches Display mit
der Messleitung, eine Buchse für ein Netzteil und eine 200 x 200 Pixeln wurde kombiniert mit einem True-RMS-Mul-
optisch isolierte RS232-Buchse. Das passende Netzteil gehört timeter mit 33/4 Stellen - aber der Eingangsverstärker des
übrigens nicht zum Lieferumfang und muss gegebenenfalls Oszilloskops hat eine Bandbreite von nur 2 MHz. Da das Zube-
extra geordert werden. Neben dem HPS40 mit einer maxima- hör recht ordentlich ausfällt und sogar ein Adapterkabel von
len Sample-Frequenz von 40 Ms/s ist mit dem HPS10 noch ein Bananensteckern auf BNC dazu gehört, ist es wohl die rich-
einfacheres Modell mit nur 10 Ms/s erhältlich. Das LCD ist tige Ausrüstung für jemanden, der sich eher auf den NF-
mit seinen 112 x 192 Pixeln plus (automatisch abschaltender) Bereich beschränkt. Die „grafische“ Bauteiltestfunktion (R, C
Hintergrundbeleuchtung ausreichend. und Dioden) soll auch nicht unerwähnt bleiben.

Praxis Praxis
Über die Praxistauglichkeit gibt es nicht viel zu erzählen: Bezüglich der Einfachheit der Bedienung kann man auch bei
Das HPS40 ist ein einfaches Oszilloskop ohne weitere Mess- diesem Gerät nicht klagen. Das Display ist sogar außerge-
funktionen an Bord. Wer schon einmal ein „normales“ Oszil- wöhnlich gut ablesbar, mit ganz großen Ziffern im Mulimeter-
loskop in den Händen hatte, der kommt auch auf Anhieb mit Modus. Beim Autoranging hört man die Relais zur Umschal-
dem HPS40 zurecht. Wunder darf man von diesem Gerät tung der Messbereiche klicken. Alles in allem kann man gut
nicht erwarten. Es ist zur Darstellung von Signalen bis hin mit dem kleinen Metex-Modell arbeiten.
zum einstelligen MHz-Bereich geeignet, nicht mehr und
nicht weniger.
Fazit
Das MS-2000 schwächelt in Sachen Bandbreite im Oszillos-
Fazit kop-Modus deutlich. Wer aber weniger mit höheren Frequen-
Alles in allem kein besonders auffallendes Messgerät. Kein zen zu tun hat, der wird durch praktische Zusatzfunktionen
herausstechendes Merkmal, aber auch keine besonderen und solide Ausführung nebst Tragetasche entschädigt. Für
Schwächen. Als sehr einfach zu bedienendes Einkanalgerät knapp über 400 € bekommt man ein primär für NF-Messun-
mit 12 MHz Bandbreite und 40 Ms/s ist es für den semiprofes- gen geeignetes Gerät.
sionellen Bereich gut geeignet. Es ist das preiswerteste Sco-
pemeter in unserer Auswahl und wird mit RS232-Kabel, Tast-
kopf und einem praktischen Transportkoffer geliefert. Fehlt
eigentlich nur ein serienmäßig mitgeliefertes Netzteil…

32 elektor - 6/2006
Wittig Multiscope 22-321 Wens 700S

Hier handelt es sich um ein richtiges Zweikanal-Oszilloskop. Dieses Scopemeter hinterlässt einen sehr guten ersten Ein-
Aber auch nicht viel mehr: Obwohl der Lieferumgang recht druck. Es sieht nicht nur sehr robust aus, es ist auch stoßge-
komplett ausfällt und neben zwei Tastköpfen auch die pas- schützt ummantelt. Trotz seiner Größe kann man noch gut
sende Software für Messungen durch den Computer mitgelie- damit umgehen. Der zentrale Drehschalter erinnert an ein
fert wird, ist gerade für zwei Kanäle die Auflösung des Dis- gewöhnliches Multimeter und macht die Benutzung noch ein
plays mit 128 x 64 Pixeln (immerhin hintergrundbeleuchtet) Stück einfacher als eine reine Bedienung via Drucktaster.
etwas knapp geraten. Das kommt zwar der Portabilität zugute
und macht aus dem Multiscope ein richtiges „Handheld“ – Außer der Ozilloskopfunktion mit der relativ bescheidenen
der Einsatzbereich ist aber schon aufgrund der maximalen Sample-Frequenz von 25 Ms/s bringt es eine ganze Reihe
Sample-Frequenz von 20 Ms/s (pro Kanal) eingeschränkt. Sig- zusätzlicher Messmöglichkeiten mit: Neben einem 3 3/4-stel-
nale oberhalb 1 MHz sind mit so einem Oszilloskop nicht ver- ligen True-RMS-Multimeter verfügt das Gerät über einen ein-
nünftig zu messen. Das sind wohl die Zugeständnisse, die kanaligen Logic-Analyser, einen Frequenzzähler bis 1,3 GHz
man angesichts des für ein Zweikanal-Oszilloskop niedrigen mit immerhin acht Stellen und nicht zuletzt über einen Funk-
Preises machen muss. tionsgenerator, der Sinus-, Dreieck- und Rechtecksignale mit bis
zu 5 MHz liefern kann. Eine serielle Schnittstelle macht die-
ses Universalmessgerät zu einer runden Sache. Sogar ein pas-
Praxis sender Thermodrucker ist als Zubehör erhältlich.
Eigentlich ist ja jedes Scopemeter recht einfach zu bedienen
und da macht auch das Multiscope keine Ausnahme. Die Tas-
tenanordnung ähnelt einem Handy. Das Durchlaufen der Praxis
Menüfunktionen klappt gut und notfalls hilft ein Blick ins Mit etwas „Spielerei“ kommt man auch ohne Handbuch (das
Handbuch. Der Bildschirm könnte etwas höher auflösen. übrigens sogar in Deutsch vorliegt) ganz gut hinter die meis-
Ansonsten erfüllt das Gerät im NF-Bereich seinen Zweck. ten Funktionen. Lediglich das Aktivieren der Hintergrundbe-
leuchtung erforderte etwas Knobelei. Der quadratische Bild-
schirm ist mit seiner 3,5“ messenden Diagonalen und
Fazit 160 x 160 Pixeln noch als gut ablesbar zu bezeichnen, auch
Insgesamt ist dieses Zweikanal-Oszilloskop im semiprofes- wenn der Hersteller jede Ecke zur Anzeige von irgendeiner
sionellen Bereich für NF-Messzwecke gut aufgehoben. Es wird Information genutzt hat.
mit einem soliden Transportkoffer geliefert, in dem auch alle
Zubehörteile Platz finden. Abgesehen von der niedrigen Band-
breite – der aber auch ein niedriger Preis entspricht – ein Fazit
schön kompaktes Gerät für unterwegs. Wenn ein Scopemeter den Ehrentitel „eierlegende Wollmilch-
sau der Messgeräte“ verdient hat, dann ganz sicher das
Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die Meldung, dass Wens 700S. Es ersetzt im semiprofessionellen Bereich eine
das Multiscope ausläuft und durch ein Nachfolgemodell mit Reihe üblicher Messgeräte und Hilfsmittel. Der Analogteil
ähnlichen Leistungsdaten ersetzt werden soll. des Oszilloskops ist mit 5 MHz Bandbreite gerade noch
brauchbar und entspricht in etwa einem Röhren-Oszilloskop
der Einsteigerklasse. Dafür ist es auch nicht viel teurer als
diese und bietet mit seiner Vielzahl an Funktionen einen gro-
ßen Extranutzen.

6/2006 - elektor 33
INFO & MARKT SCOPEMETER

Seintek S2405 Velleman APS230

Dieses Modell ist das zweite für semiprofessionelle Zwecke Das zweite Modell von Velleman ist ein ganz anderes Kaliber
geeignete Zweikanal-Oszilloskop. Es handelt sich um ein ein- als das HPS40. Obwohl es nicht so sehr viel mehr kostet, bie-
faches Gerät mit 25 Ms/s im zweikanaligen Betrieb. Bei Ver- tet es weit mehr als lediglich einen zweiten Kanal:
wendung nur eines Kanals steigt die mögliche Abtastrate auf Zum Lieferumfang gehören, wie es sich für ein „richtiges“ Zwei-
bis zu 50 Ms/s. Es verfügt zwar über keinen Drehschalter, aber kanal-Oszilloskop gehört, zwei Tastköpfe, die über HF-taugliche
durch die relativ geringe Tastenanzahl bleibt die Bedienung BNC-Stecker angeschlossen werden. Schon die technischen
übersichtlich. Daten wie eine maximale Sample-Frequenz von 240 Ms/s pro
Kanal lassen vermuten, dass man mit diesem Gerät „echt etwas
Die Auflösung des Displays mit 132 x 128 Pixeln wird zwar anfangen“ kann. Und folgerichtig reicht die Bandbreite der Ein-
nur noch von dem Scopemeter von Wittig unterboten, reicht gangsverstärker bis 30 MHz. Das APS230 sieht auch anders aus
aber aus, da außer der Oszilloskop-Funktion lediglich noch als der Rest: Es handelt sich um ein Scopemeter im Querformat,
ein Multimeter und ein Frequenzzähler bis 1 MHz integriert das sich mit einer ausklappbaren Stützen zur besseren Ables-
ist. Eher ungewöhnlich ist ein Messbereich mit der Bezeich- barkeit schräg aufstellen lässt. Mit seinen Abmessungen von
nung „RPM“, welcher die Frequenz von Ereignissen gleich in 23 cm x 15 cm und einem Gewicht von fast 1 kg ist es zwar
Umdrehungen pro Minute im Bereich von 240...60.000 rpm immer noch portabel, aber bestimmt kein Pocketscope.
anzeigt. Dass die zugehörige Software für den PC-Anschluss Es kann zwar Messungen in dB und Effektivwertmessungen
via serielle Schnittstelle auf Diskette serviert wird, wirkt bei Audiosignalen durchführen, ist aber trotzdem ein Oszillos-
schon fast anachronistisch. Gerade „für unterwegs“ wird sich kop „pur“, zwar gut ausgestattet, aber ohne Zusatzfunktio-
kaum noch ein Laptop mit Diskettenlaufwerk finden. Die Tast- nen wie zum Beispiel ein Multimeter.
köpfe werden nicht über BNC, sondern über übliche Messge-
rätebuchsen für 4-mm-Stecker angeschlossen.
Praxis
Obwohl das Gerät nicht über Funktionsgeneratoren, Fre-
Praxis quenzzähler oder Ähnliches verfügt, kommt beim Ausprobie-
Auch bei diesem Scopemeter muss man sich nicht erst stun- ren sofort das „Habenwollengefühl“ auf. Es ist einfach ein gut
denlang durch das (englische) Handbuch quälen. Die einzelnen funktionierendes Zweikanal-Oszilloskop, das die Vorteile der
Funktionen liegen da, wo man sie auch erwartet. Die Menü- Digitalisierung gegenüber einem Röhrengerät konsequent
Struktur ist durchdacht. Die Signaldarstellung ist zufrieden- ausnutzt (wie frei platzierbare Hilfslinien als Messpunkte für
stellend. Bis hin zum seriellen Anschluss an den PC ein eher diskrete Werte etc. sowie vielfältige Darstellungsoptionen).
unkompliziertes Messgerät. Es ist mit minimal 1 mV/Teilstrich sehr empfindlich und selbst
die Prüfspitzen lassen sich praxisgerecht zwischen 1:1 und
1:10 umschalten. Das APS230 funktioniert richtig gut.
Fazit
Bei dem Modell von Seintek handelt es sich um ein durch-
schnittliches Gerät ohne echte Höhen und Tiefen. Wie üblich Fazit
eher schwach ist mit 5 MHz die analoge Bandbreite der Ein- Dieses gehobenere Gerät von Vellemann bietet eindeutig das
gangsverstärker. Das reicht mit Mühe, um ein Videosignal dar- beste Verhältnis zwischen Bandbreite und Preis, wobei der
zustellen. Alles in allem also ein semiprofessionelles Zweika- Preis noch in private Budgets passt. Wer mit einem digitalen
nal-Oszilloskop in der semiprofessionellen Preisklasse. Zweikanal-Oszilloskop ohne viel Firlefanz leben kann und
nicht auf die Messung „richtiger“ HF-Signale angewiesen ist,
der macht mit dem APS230 bestimmt nichts verkehrt.

34 elektor - 6/2006
Merconet VK06 Metex DSO-20

Dieses Gerät fällt etwas aus dem Rahmen der hier vorgestell- Dieses teurere Scopemeter von Metex ist seinem einfacheren
ten Scopemeter. Es ist nämlich kein universelles Oszilloskop, Kollegen in vielen Punkten überlegen:
sondern laut Hersteller ein Messgerät zur Überprüfung der
Qualität der Netzstromversorgung in Wohnungen und Indus- Zunächst handelt es sich um ein Zweikanal-Oszilloskop. Der
triegebäuden. Namensbestandteil „DSO“ (= digital storage oscilloscope)
hebt seine digitalen Speicherfähigkeiten hervor, die für ein
Neben einem Effektivwert-Multimeter zur Messung von Strom digitales Gerät aber nicht so richtig etwas Besonderes sind.
und Spannung verfügt es noch über einen Bauteile-Tester,
einen einkanaligen Logik-Analyser, einen speziellen Frequenz- Entscheidender ist schon, dass sein Display mit der QVGA-
zähler zur Erfassung von Pulsbreite und Periodendauern bei Auflösung von 320 x 240 Pixeln sehr fein auflöst. Hinzu kommt
Frequenzen zwischen 1 Hz und 2 MHz sowie über ein einkana- neben True-RMS-Multimeter und Logik-Tester ein Frequenz-
liges Oszilloskop mit einer Bandbreite von 1 MHz. Die maxi- zähler mit einem Frequenzbereich bis 10 MHz. Die vom Her-
male Sample-Frequenz liegt mit 20 Ms/s gemessen am Ein- steller angebenen 20 MHz Bandbreite machen bei maximal
satzzweck hoch. Das LCD ist für ein Scopemeter ungewöhnli- 20 Ms/s nur bei Digitalsignalen Sinn. Analoge Signale damit
cherweise hochkant und fällt nicht allzu groß aus. Das VK06 zu messen ist hingegen nur bis etwa 2 MHz von Relevanz.
verfügt lediglich über Akkubetrieb. Ein passendes Ladegerät Immerhin ist der Lieferumfang recht anständig und umfasst
wird mitgeliefert. auch zwei Tastköpfe.

Praxis Praxis
Merconet hat hier ein auf einen speziellen Einsatzzweck opti- Das DSO-20 hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Es
miertes Scopemeter entwickelt und man kann sagen, dass ist nicht intuitiv zu bedienen und das Handbuch wurde
dies auch gelungen ist. Das Gerät ist dank Drehknopf sehr ein- unserer Erfahrung nach nicht nur als Zugabe gedruckt. Um
fach zu bedienen. Mehr Funktionen braucht man zur Überprü- sich zurecht zu finden, muss man schon einige Zeit die Mög-
fung von Netzinstallationen wirklich nicht und das integrierte lichkeiten dieses Geräts explorieren. Und dazu ist das Hand-
Oszilloskop ist reiner Luxus. Dementsprechend fällt die Flä- buch unverzichtbar. Eine Besonderheit ist die Bedienung
che, auf der eine Kurve wiedergegeben wird, mit etwa 2 cm mit einem Drehknopf, der als Drehenkoder ausgeführt ist.
x 3 cm recht klein aus. Für ein „normales“ Oszilloskop wäre Mit diesem wird quasi alles eingestellt, was möglich ist. So
das zu wenig. Aber es handelt sich ja auch mehr um ein Mul- auch Parameter der Zeitbasis, der Empfindlichkeit und des
timeter mit Zusatzfunktion als um ein echtes Scopemeter. Cursors und so weiter. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal
dieses Geräts.
Fazit
Der Hersteller bedient mit dem VK06 eine Marktnische. Das Fazit
Messgerät wird zwar von den Niederlanden aus vertrieben Gemessen am Preis liegt das DSO-20 an der Grenze zur Profi-
und deshalb ist auch das Handbuch in Niederländisch. Wenn klasse. Wenn die schon sehr beschränkende geringe Sample-
man genau hinschaut, findet man auf dem Gehäuse eine Frequenz nicht wäre, könnte das Gerät aufgrund seiner Vielsei-
ursprüngliche Typennummer des „wirklichen“ Herstellers tigkeit empfohlen werden. Damit daraus ein attraktives Gerät
(TPI). In Europa ist dieses Luxusmessgerät für den Elektroin- wird, wäre bei diesem Preis eine deutlich höhere Abtastrate
stallateur allerdings nur von Merconet unter der Bezeichnung erforderlich. Das Konkurrenzmodell VPS230 von Velleman
VK06 zu haben. kann das für sehr viel weniger Geld schließlich auch.

6/2006 - elektor 35
INFO & MARKT SCOPEMETER

Fluke 199C Metrix ScopiX OX7104-C

Mit dem 199C von Fluke betreten wir auch preislich die Ober- Mit „bloß“ zwei Kanälen ist noch lange nicht Schluss. Der fran-
liga. Ein Blick auf die technischen Daten zeigt, dass der in den zösische Hersteller Chauvin Arnoux bietet mit dem Scopix
USA gebräuchliche Spruch „You get what you pay for“ durch- OX7104-C gleich ein tragbares Vierkanal-Oszilloskop an. Es
aus seine Berechtigung hat. Dieses Zweikanal-Oszilloskop bietet ein QVGA-Farb-LCD und außergewöhnlich gute techni-
verfügt über eine analoge Bandbreite von 200 MHz bei einer sche Daten. Die analogen Eingänge haben eine Bandbreite von
maximalen Sample-Frequenz von 2,5 Gs/s. Das ist der immerhin 100 MHz. Die Sample-Frequenz beträgt 1 Gs/s (bis
Geschwindigkeitsrekord unserer Liste und lässt auch hoch- zu 50 Gs/s bei repetitiven Signalen) bei 12-bit-Digitalisierung.
frequente Signale noch gut aussehen. Der hintergrundbe- Und selbstverständlich ist auch dieses Gerät nicht „bloß“ ein
leuchtete Bildschirm ist ebenfalls vom Typ QVGA, aber dies- vierkanaliges Oszilloskop. Es verfügt gleich über vier voneinan-
mal in Farbe! der unabhängige Multimeter, die Möglichkeit zur Spektralana-
lyse (FFT) und einen eingebauten Digitalrekorder. Als zeitgemä-
Der Bildschirm bedingt auch, dass das Messgerät etwas volu- ßes Schmankerl ist ein konfigurierbarer Webserver eingebaut,
minöser als die preiswerten Scopemeter ausfällt. Dafür glänzt der mittels einer Ethernet-Schnittstelle die Messdatenübertra-
das Fluke-Gerät durch hervorragende Ergonomie. Die Handbü- gung über das Internet ermöglicht. Auf dem gleichen Wege
cher werden ganz zeitgemäß mehrsprachig auf CD geliefert lässt sich das Scopemeter auch aus der Ferne steuern. Die
und das sonstige Zubehör ist dem Preis entsprechend kom- Touchscreen-Fähigkeit ist gerade zur Bedienung grafischer
plett und hochwertig. Elemente wie Hilfslinien und Cursor sehr hilfreich.

Praxis Praxis
Was soll man bei so einem Luxusgerät zur Bedienung sagen? Im Vergleich zum Spitzenmodell von Fluke ist das Metex-Sco-
Solange man „normal“ damit misst, braucht man kein Hand- pemeter nicht ganz so intuitiv zu bedienen. Wenn man das
buch. Doch mit einfachen Messaufgaben unterfordert man so Gerät noch nicht gut kennt, ist es eher störend, dass eine ganze
ein Scopemeter. Um die Feinheiten kennen zu lernen, emp- Anzahl von Tasten nur mit Symbolen (ohne erläuternden Text)
fiehlt sich dann doch die Handbuchlektüre – gerade auch was beschriftet ist. Zwar sind die meisten Symbole verständlich,
die zusätzlichen Multimeterfunktionen etc. angeht. Ein farbi- aber einige geben doch Rätsel auf. Nach einer halben Stunde
ges (und hochauflösendes) Display ist für zweikanalige Dar- Eingewöhnung kommt man aber als versierter Elektroniker
stellungen logischerweise das Optimum. Letztlich kann man schon ganz gut mit diesem Edelmessgerät zurecht. Wenn man
sagen, dass dieses Scopemeter jedes konventionelle Oszillos- sich einmal mit dem Touchscreen angefreundet hat, möchte
kop im Labor problemlos ersetzen kann. man ihn nicht mehr missen. Ein weiteres sehr kluges Detail ist
die in jeden Tastkopf integrierte ultrahelle LED. Gerade beim
heutigen Miniaturisierungsgrad eine wertvolle Hilfe.
Fazit
Beim Testen eines solchen Messgeräts muss man sich beherr-
schen, um nicht von einem Superlativ in den nächsten zu fal- Fazit
len. Das Fluke 199C ist ein professionelles Scopemeter höchster Das Scopix OX7104-C ist ein Messgerät mit außergewöhn-
Qualität und mit besten technischen Daten. Dass nicht nur lichen Möglichkeiten und Eigenschaften. Es kombiniert hohe
das Gerät selbst, sondern auch das Zubehör vom Feinsten ist, Qualität mit vielfältigen Funktionen und überrascht immer
versteht sich von selbst. Ob dieses Stück Messtechnik aller- wieder mit gut überlegten Besonderheiten. Wie bei Fluke ist
dings seinen Preis wert ist, das hängt ganz von den gestell- ein hochwertiges und komplettes Zubehör eine Selbstver-
ten Ansprüchen ab. ständlichkeit.

36 elektor - 6/2006
6/2006 - elektor
Display Eingangs- Max.
Zusatz- PC-Interface / Strom- Lieferumfang, ca. Preis
Modell Anzahl Kanäle Auflösung in Sample-Frequenz spannung Betriebszeit mit
funktionen Software versorgung Zubehör (inkl. 16% MwSt.)
Pixel Min-Max/Div. Akku/Batt.
Tastkopf,
True-RMS- und 5 NiMH-Akkus
Velleman HPS40 1 112 x 192 40 Ms/s 5 mV - 20 V RS232/ja Bis 10 h mit Backlight serielles Kabel, € 350
dB-Messungen Netzteil
Koffer

Tastkopf,
Multimeter 4 NiMH-Akkus
Metex MS2000 1 200 x 200 10 Ms/s 0,1 V - 100 V RS232/ja Keine Angabe serielles Kabel, € 410
Logiktester Netzteil
Software

Tastkopf,
Wittig PC-gesteuerte 6 AA-Alkali-Batterien Netzteil,
2 128 x 64 20 Ms/s pro Kanal 2 mV - 40 V RS232/ja 6 bis 16 h € 425
Multiscope 22-321 Messungen Netzteil Software,
Koffer
Multimeter Tastkopf,
Frequenzzähler NiMH-Akkus Etui,
Wens 700S 1 160 x 160 25 Ms/s 10 mV - 200 V RS232/nein 6h € 500
Funktionsgenerator Netzteil Netzteil,
Logiktester Software
Tastkopf,
25 Ms/s pro Kanal 50 4 NiMH-Akkus Netzteil,
Seintek 2405 2 132 x 128 50 mV - 500 V Multimeter RS232/ja 3h € 500
Ms/s für 1 Kanal Netzteil Test-Clips,
Software

2 Tastköpfe,
True-RMS- und 5 NiMH-Akkus
Velleman APS230 2 128 x 192 240 Ms/s pro Kanal 1 mV - 20 V RS232/nein Bis 5 h mit Backlight serielles Kabel, € 550
dB-Messungen Netzteil
Netzteil

Tastkopf,
6 NiCd-Akkus
Merconet VK06 1 160 x 240 20 Ms/s 0,1 mV - 1000 V total Multimeter RS232/ja Bis 3,5 h Ladegerät, € 550
Netzteil
Software

Multimeter Tastkopf,
Metex DSO-20 2 320 x 240 20 Ms/s 5 mV - 2 V Frequenzzähler RS232/ja NiMH-Akkus Keine Angabe Etui, € 900
Logic-Analyser Koffer

Tastköpfe,
Multimeter NiMH-Akkus serielles Kabel,
Fluke 199C 2 320 x 240 Farb-LCD 2,5 Gs/s pro Kanal 5 mV - 100 V RS232/ja 4h € 4050
Rekorder Netzteil Netzteil, Koffer,
Software
Tastkopf,
Multimeter
Metrix Scopix 320 x 240 Farb-LCD Ethernet, NiMH-Akkus serielles Kabel,
4 1 Gs/s pro Kanal 2,5 mV - 200 V FFT-Analyser 2,5 h € 5000
OX7104-C Touchscreen RS232/ja Netzteil Netzteil, Koffe,
Rekorder
Software, Mess-Clips

37
INFO & MARKT SCOPEMETER

Schlusswertung fessionellen Spitzengeräte von Fluke seinen für diesen Preis außergewöhn-
und Chauvin Arnoux setzen natürlich lichen 240 Ms/s dar. Wer auf umfang-
Die Übersicht über aktuelle Scopeme- auch ein entsprechendes Messgeräte- reiche Zusatzfunktionen verzichten
ter stellt eine logische Folge und budget voraus. Von beiden Geräten kann, findet hier eine kostengünstige
Erweiterung unseres früheren Tests gibt es übrigens auch „schwächere“ Lösung mit ordentlicher Bandbreite.
von USB-Oszilloskopen (ELEKTOR Ausführungen, die dann auch preislich Wer hingegen eine möglichst große
September 2005) dar. Beide Geräte- niedriger liegen. Die Fluke-190er-Serie Zahl von Messmöglichkeiten in einem
klassen haben unterschiedliche beginnt bei etwa 2.800 €, während der einzigen Gerät immer dabei haben
Anwendungsbereiche. Wie die Ent- Einstieg in die Oberklasse der Metrix- möchte, der sollte sich genau darüber
scheidung zwischen einem USB-Oszil- Scopemeter auch „schon“ ab ca. informieren, ob die für ihn wichtigen
loskop und einem Scopemeter ausfällt, 2.200 € möglich ist. Funktionen auch in der benötigten
hängt davon ab, wie man die Vorteile Wenn man nicht regelmäßig mit hoch- Qualität vorhanden sind. Alle aufge-
eines transportablen Stand-Alone- frequenten Signalen zu tun hat und führten Geräte haben ihre Stärken an
Messgeräts gegenüber dem größeren nicht auf die Robustheit, die Präzision einer anderen Stelle. Ein multifunktio-
Display einer USB-Oszilloskop-Lösung und den Service der Spitzenreiter nales Scopemeter kann im Prinzip ein
gewichtet. Wer nicht regelmäßig und angewiesen ist, dann bekommt man halbes Elektronik-Labor ersetzen. Den
hauptsächlich im Entwicklungslabor schon im Bereich um 500 € gut brauch- ersten Platz für Vielseitigkeit belegt
messen muss, der kann auch eine por- bare Messgeräte. Dafür gibt es dann in mit integriertem Multimeter, Frequenz-
table Lösung in Erwägung ziehen. Die der Regel viele Funktionen bei einer zähler und Funktionsgenerator das
Preisspanne aktueller Scopemeter ist realen analogen Bandbreite von eini- Wens 700S.
mit ca. 350 € bis über 5.000 € sehr gen Megahertz. Eine positive Aus- Zum Schluss noch einige allgemeine
groß. Die beiden hier vorgestellten pro- nahme stellt das Velleman APS230 mit Anmerkungen: Alle Scopemeter

Hersteller Modell Link zum Hersteller Bezugsquellen

Conrad: www.conrad.de
Fluke Fluke 199 www.fluke.de
dataTec: www.datatec.de

www.merconet.nl
Merconet (TPI) VK06 (Scope Plus 440) Farnell: http://de.farnell.com
(www.testproductsintl.com)

DG Scope 20 MHz Conrad: www.conrad.de


(DSO20) ELV: www.elv.de

Metex www.nostek.co.kr

Electronix Express:
MS2000 www.elexp.com

Conrad: www.conrad.de
Metrix Scopix OX7104-C www.chauvin-arnoux.de
dataTec: www.datatec.de

DDS Scope Trading:


Seintek 2405 www.seintek.com
www.oscilloscoop.nl

Velleman HPS40 APS230 www.velleman.be Conrad: www.conrad.de

Wens 700S www.wens.co.kr ELV: www.elv.de

Wittig Multiscope 22-321 www.wittig-technologies.de Farnell: www.farnell.de

38 elektor - 6/2006
Nicht getestet
Zwei Scopemeter fehlen in dieser Übersicht. Der Vollständigkeit
halber wollen wir aber trotzdem darauf hinweisen. Es handelt sich
dabei zunächst um die 120er-Serie von Fluke (die kleinere
Ausführung der besprochenen 190er-Serie). Diese Scopemeter sind
„schon” zu Preisen zwischen 1300 € und 1500 € zu haben. Leider
konnte uns Fluke keines dieser neuen Geräte rechtzeitig zur
Verfügung stellen.

Weiterhin gibt es auch Scopemeter von dem


renommierten Messgeräte-Hersteller Tektronix.
Dessen THS700er-Serie ist bei etwas über 3000 €
angesiedelt. Leider hat Tektronix uns mitgeteilt, dass
man einen Test der Geräte nicht unterstützen möchte.
Eigentlich schade, denn wir hätten gerne gewusst, wie
die Tektronix-Geräte im Vergleich mit denen von Fluke
und Metrix abschneiden.

waren unserer Ansicht nach zumin- weniger schnelle serielle PC-Anbin- meter wurden ausgewählt, weil sie in
dest in den Grundfunktionen recht dung, die zumindest den Transfer von ihrer Art jeweils typisch für das
einfach zu bedienen. Kein Gerät leis- Messdaten zum PC ermöglicht. In vie- Marktangebot sind.
tet sich in dieser Hinsicht wirklich len Fällen lässt sich das Scopemeter (060054ts)
grobe Schnitzer. Geräte mit vielen auch vom PC aus steuern. Die benö-
Funktionen sind selbstverständlich tigte Software wird meist mitgeliefert.
auch etwas komplizierter zu bedienen Nur selten ist sie optionales Zubehör. Wir bedanken uns bei
– es wäre ein Wunder, wenn das Detaillierte Informationen über die folgenden Firmen für die
anders wäre. Jeder Elektroniker mit einzelnen Messgeräte sind im Inter- zur Verfügung gestellten
etwas Erfahrung sollte unserer Ein- net auf den Webseiten der Hersteller Testgeräte:
schätzung nach recht schnell mit zu finden, deren URLs in der Tabelle
jedem Scopemeter zurechtkommen. aufgeführt sind. Davon sollte man bei Chauvin Arnoux
Conrad Nederland
Die Handbücher sind in der Regel konkretem Interesse an einem Gerät
DDS Electronics Europe B.V.
ausreichend, aber oft in englischer auch Gebrauch machen. Außerdem ELV
Sprache gehalten. In einigen Fällen gibt es auch noch Varianten der vor- Fluke Nederland
gibt es keine gedruckten Exemplare gestellten Scopemeter, die den eige- Merconet
mehr, man bekommt sie als PDF- nen Bedürfnissen und Möglichkeiten Velleman
Dateien auf CD. Praktisch jedes Sco- vielleicht besser entsprechen. Die in Wittig Technologies
pemeter verfügt über eine mehr oder dieser Übersicht besprochenen Scope-

Anzeige

6/2006 - elektor 39
PRAXIS MESSEN & TESTEN

Kurzschluss-
Finder
Lokalisieren Sie die
Fehlerstelle!
Von Ton Giesberts

Auch sorgfältiges Arbeiten und größte Vorsicht


schützen den Elektroniker nicht davor, dass er hin und
wieder mit Kurzschlüssen konfrontiert wird. Da die
Suche auf Platinen mit der Lupe mühsam ist, haben wir
uns eine Alternative überlegt: Mit unserem elektronischen
Kurzschluss-Finder gelingt das Aufspüren von Kurzschlüssen
auf unbestückten und bestückten Platinen ohne große Mühe.

Beim Einsatz empfindlicher elektro- Wenn an zwei miteinander kurz


nischer Bauelemente kann viel pas- geschlossene Leiterbahnen eine
sieren. Zum Beispiel können beim Spannung gelegt wird, erzeugt der
Ätzen von Platinen fehlerhafte lei- hindurch fließende Strom ein mag-
tende Verbindungen zurückbleiben, netisches Feld. Das Feld ist nur zwi-
und auch bei der Platinen-Bestü- schen Spannungsquelle und Kurz-
ckung können unbemerkt Kurz- schluss vorhanden, denn der Strom
schlüsse entstehen. Solche Kurz- fließt nur über diesen Weg. Mit einem Schaltung
schlüsse lassen sich mit Hausmitteln geeigneten Sensor kann das magneti- Der Kurzschluss-Finder besteht aus
nur schwierig aufzuspüren. Eine bes- sche Feld bis zum Ort des Kurzschlus- einem Signal-Generator und einem
sere Alternative ist, wie wir meinen, ses verfolgt werden. Der Kurzschluss- Empfänger, beide Schaltungen sind in
dieser Kurzschluss-Finder. Finder gibt ein akustisches Signal ab, Bild 1 wiedergegeben. Auf der Seite
so lange das magnetische Feld erkannt des Empfängers dient die selbst zu
wird. Gleichzeitig blinkt eine LED, sie wickelnde Induktivität L1 als Sensor.
Prinzip dient jedoch mehr zur Funktionskon- Die Empfindlichkeit wird dadurch
Die Methode, nach der unser Kurz- trolle als zur Kurzschluss-Anzeige. Bei gesteigert, dass die Signal-Frequenz
schluss-Finder arbeitet, ist unkompli- der Verfolgung des magnetischen Fel- relativ hoch bei ungefähr 29 kHz liegt.
ziert. In dem Platinen-Teil, in dem sich des ist das Beobachten der LED eher Das empfangene Signal wird von
der Kurzschluss befindet, fließt ein hinderlich, das akustische Signal IC1a...IC1c verstärkt und über einen
Strom über einen nicht vorgesehenen erleichtert die Handhabung. Sobald Schmitt-Trigger (IC2a, ein 74HC132)
Weg. Dieser Umstand wird vom Kurz- das akustische Signal aussetzt, ist der dem Eingang eines Binärzählers (IC3,
schluss-Finder genutzt. Kurzschluss gefunden. ein 74HC4040) zugeführt. Der Binär-

40 elektor - 6/2006
R13
1M
R1
C2 IC2.B
+3V

220k
TP1 4 R14
6
1n8 5 & 1k2
D1
C4 C10
5 R10 R11
C8 R8

1k
7

100k
2n2 IC1.B 1k00 470n
6
470n
R3
R9
470 Ω

R4
A 20k0
20k0 IC3 J1
IC2.D
C6 9 1 2 13
CTR12 0 11
L1 2 IC2.A 7 3 4 12 &
C1 C9 1 1
P1 22p 1 3 6 5 6
5k IC1 = TS924IN IC1.A 2 & + 2
C7 3 10 5 7 8
35mH 100p 1n 3
3 9 10 IC2.C
4
22p 2 11 12 9 10 BZ1
B R12 5
20k0 CT 4 13 14
6

100k
R5 13 15 16 &
7
9 12 8
R6 8 R15
8 11 14
C5 IC1.C 1k00 CT=0 9 150 Ω
10 R7 15
10 R16
17k4

1
2n2 11 1k2 IC2 = 74HC132
R2
C3 D2
74HC4040
220k

1n8 P2
5k +3V

R18
27k
BT1 C13 C15
R17
12 L2 1V5 100n 100µ
27k C12 R20
14 10V C17 C18
C11 IC1.D 68 Ω 4 14 16
13 330µH
1µ INJECT IC1 IC2 IC3
1n P3 11 7 8
100n 100n
R19 5k D3 D4
BT2 C14 C16
12k
1V5 100n 100µ
10V
2x BAT85

050313 - 11

Bild 1. Der Kurzschluss-Finder besteht aus dem Signal-Generator (unten links) und dem auswertenden Empfänger (oben).

zähler teilt die Signalfrequenz herab, Zustand hängt vom Zählerstand zu ten in IC1 enthaltenen Opamp aufge-
so dass das Signal hörbar wird. Mit P1 dem Zeitpunkt ab, in dem das Signal baut. Im Prinzip handelt es sich um
lässt sich die Verstärkung des Ein- aussetzt. eine Multivibrator-Schaltung, die mit
gangsverstärkers einstellen. Auf der Für die Anzeige des Betriebszustands einem Komparator realisiert ist. Mit
Ausgangsseite des Binärzählers kann ist wegen der Stromversorgung aus R17 und R18 ist die Hysterese einge-
mit Jumper JP1 ein Signal in der Fre- einer Batterie ebenfalls eine blinkende stellt, während C11, R19 und P3 die
quenzlage zum Beeper BZ1 durchge- LED vorgesehen (D1). Durch das Blin- Frequenz bestimmen. Die Hysterese
schaltet werden, die der Beeper am ken wird Energie gespart, gleichzeitig hat ebenfalls Einfluss auf die Frequenz.
besten wiedergeben kann. Der Beeper vermittelt die LED einen globalen Ein- Wenn R17 und R18 gleiche Werte
wird von einer mit IC2c und IC2d auf- druck von der Funktionsfähigkeit der haben, beträgt die Frequenz ungefähr
gebauten Brückenschaltung gesteuert, Schaltung. Schmitt-Trigger IC2b, hier 2,2 · C11 · (R19 + P3). Theoretisch lässt
sie sorgt für ausreichende Lautstärke. als Oszillator geschaltet, erzeugt das sich die Frequenz zwischen ca. 26,7
Widerstand R15 begrenzt den maxima- Blink-Signal, das LED D1 steuert. Die kHz und 37,9 kHz einstellen. Falls nötig
len Beeper-Strom auf einen sicheren Blink-Frequenz hängt von R13 und C10 kann der Bereich durch andere Werte
Wert unter 20 mA. ab, sie beträgt ungefähr 2 Hz. Der von R19 oder C11 verschoben werden.
Der letzte Ausgang des Binärzählers durch die LEDs D1 und D2 fließende
(IC3) steuert LED D2. Wenn ein Signal Strom ist wegen des Batterie-Betriebs Starke Harmonische der Grundfre-
empfangen wird, blinkt die LED mit auf ca. 1 mA eingestellt. Verwendbar quenz wirken sich störend auf die Sig-
einer Frequenz von ungefähr 7 Hz. sind nur Low-current LED-Typen, die nal-Erkennung des Empfängers aus.
Wird kein Signal empfangen, leuchtet bei diesem Strom genügend Helligkeit Deshalb werden die Harmonischen des
die LED entweder kontinuierlich, oder entwickeln. mit Opamp IC1d erzeugten Rechteck-
sie bleibt permanent dunkel. Der LED- Der Signal-Generator ist mit dem vier- signals durch Induktivität L2 gedämpft.

6/2006 - elektor 41
PRAXIS MESSEN & TESTEN

Stückliste
Widerstände:
R1,R2 = 220 k
C6 R11 R12 D2 D1 R3 = 470 W
TP1
C15 R16 R4,R5,R9 = 20k0

R10
C9

R4

R9
C2 BZ1
C18 C17 R6,R8,R10 = 1k00
R1
R3

J1 + R7 = 17k4
BT1
C8 R8 C16
C10 - R11,R12 = 100 k
C4

IC2
R13 = 1 M

R13

R14
R15
IC3
A
T
T
P1 IC1 + R14,R16 = 1k2
C1 BT2
B C5
C13
-
R15 = 150 W
C14
R17,R18 = 27 k
P2 R20 L2
R19 = 12 k
R2
R5

R6
R7

R18 D3
C3 C7 R17 D4
R20 = 68 W
R19 P1 = 5 k Poti linear (mono, kleine

C12
050313-1 C11 P3
T Ausführung)
P2,P3 = 5 k Trimmpoti

Kondensatoren:
C1 = 100 p
C2,C3 = 1n8 MKT
C4,C5 = 2n2 MKT
(C) ELEKTOR 050313-1
C6,C7 = 22 p
C8,C10 = 470 n
C9,C11 = 1 n MKT
C12 = 1 m MKT, Raster 5/7,5 mm
C13,C14,C17,C18 = 100 n
keramisch
C15,C16 = 100 m/10 V stehend

Induktivitäten:
L1 = 35 mH, 100 Windungen
0,1 mm CuL auf Kern Ferroxcube
TL10/6/4-3E5
(Farnell Nr. 3056960) oder
92 Windungen 0,1 mm CuL auf
Kern Epcos B64290-L38-X38
(Schuricht Nr. 331648)
L2 = 330 mH

Halbleiter:
D1,D2 = LED, Low-current
D3,D4 = BAT85
IC1 = TS924IN von ST, Rail-to-rail I/O
(Schuricht Nr. 648226)
IC2 = 74HC132
IC3 = 74HC4040

Außerdem:
J1 = Stiftleiste 2 · 8 Pin, mit Jumper
BZ1 = Beeper, AC
BT1,BT2 = Batterie 1,5-V, mit
Batteriehalter
Schalter zweipolig, für die
Betriebsspannung
Platine 050313-1 (Erhältlich via
Bild 2. Die Störempfindlichkeit wird durch die abschirmenden Masse-Flächen ThePCBShop bei www.elektor.de)
der doppelseitigen Platine herabgesetzt.

Kondensator C12 sorgt dafür, dass Der Signal-Generator und der Empfän- verbinden. Die Stromaufnahme der
durch L2 kein Gleichstrom fließt. ger arbeiten mit der Betriebsspannung Schaltung beträgt etwa 15 mA, sie
Der verwendete Vierfach-Opamp 3 V, sie wird von zwei 1,5-V-Rundzellen bleibt auch bei abfallender Batterie-
(IC1) ist ein TS924IN von ST. Die vier geliefert. Der Verbindungspunkt der Spannung ungefähr konstant.
Rail-to-rail-Opamps können Aus- beiden Batterien muss mit der Schal-
gangsströme bis 80 mA liefern, die tung verbunden werden (siehe Plati-
Betriebsspannung kann zwischen nen-Layout in Bild 2), da die halbe Konstruktion
2,7 V und 12 V liegen. Wegen des Betriebsspannung als virtuelle Masse Der Sensor gibt ein Signal ab, dessen
hohen maximalen Ausgangsstroms für die Opamps benötigt wird. Wenn effektive Spannung in der Größenord-
muss dem mit IC1d aufgebauten Sig- man einen gemeinsamen Batterie-Hal- nung von nur wenigen Millivolt liegt.
nal-Generator keine leistungsverstär- ter für beide Zellen verwendet, muss Deshalb müssen sowohl der Sensor als
kende Stufe nachgeschaltet werden. eine zusätzliche Leitung den Kontakt auch das Verbindungskabel abge-
Der Spitzenstrom am Ausgang von zwischen den Batterien mit dem dafür schirmt sein. Als Kabel ist zweiadriges
IC1d beträgt ungefähr 20 mA. bestimmten Anschluss auf der Platine abgeschirmtes Standard-Audiokabel

42 elektor - 6/2006
Entstehung und Die kapazitive Komponente des Resonanzkreises setzt sich
aus den beiden Kondensatoren C2 und C3 zusammen. Die
Impedanz für Gleichtakt-Störsignale wird dadurch herabge-
Hintergrund setzt. Kondensator C1 komplementiert den Resonanzkreis und
sorgt dafür, dass eventuelle differentielle HF-Störsignale
An dieser Stelle wollen wir kurz über die gedämpft werden. Die Gesamtkapazität des Resonanzkreises
Entstehungsgeschichte des Kurzschluss-Finders berichten und besteht aus der Reihenschaltung von C2 und C3 zuzüglich
etwas näher auf die technischen Hintergründe eingehen. des Werts von C1, sie beträgt folglich 1 nF.
Die Entwicklung begann mit der Konstruktion des Sensors. Da die Arbeitsfrequenz bei 29 kHz liegt, kann die
Wir haben einige Versuche mit unterschiedlichen Eckfrequenz relativ hoch sein, so dass Störsignale mit netz-
Wickelkernen und Wickeldaten durchgeführt, eine spannungsbezogenen Frequenzen unterdrückt werden.
Metallschraube als Wickelkern war auch dabei. Schließlich Andererseits darf die Eckfrequenz nicht zu hoch liegen, weil
entschieden wir uns für einen Ringkern mit 10 mm dann die Toleranzen der Kondensatoren die Symmetrie der
Durchmesser. Rund 100 Windungen Kupferlackdraht der Eingänge ungünstig beeinflussen. Die Eckfrequenz am
Stärke 0,1 mm genügten, um ein ausreichend starkes Signal Eingang liegt hier bei ungefähr 330 Hz (C4/R1 und
aufzufangen. Der Ringkern war ein Exemplar des Typs C5/R2).
TL10/6/4-3E5 von Ferroxcube, weil ein solcher Ringkern
Mit R3...R5 und P1 lässt sich die Verstärkung der Opamps
zufällig zu unserem Lagerbestand gehörte. In der Stückliste
IC1b/IC1c zwischen ungefähr 7 und 85 einstellen, und C6
ist ein alternativer Typ von Epcos angegeben, er dürfte im
und C7 setzen die Empfindlichkeit gegen hochfrequente
Handel leichter erhältlich sein. Beim Epcos-Ringkern muss die
Störungen herab. Differenzverstärker IC1a liefert das asym-
Anzahl der Windungen auf 92 reduziert werden. Dadurch
metrische Ausgangssignal, seine Verstärkung beträgt unge-
sinkt zwar geringfügig die Empfindlichkeit, doch das ist ohne
fähr 20. Daraus folgt, dass sich die Gesamtverstärkung zwi-
Weiteres hinnehmbar.
schen ca. 150 und 1700 einstellen lässt.
Die Empfindlichkeit wird dadurch gesteigert, dass der Sensor
Unsere Tests ergaben, dass der Offset der Eingangsstufe zu
Teil eines Resonanzkreises ist. Eine willkommene Beigabe ist groß ist. Daraufhin haben wir durch Einfügen von C8 die
die damit verbundene niedrige Störempfindlichkeit. Bei Verstärkung des Offset unterdrückt. Leider bedeutet dies
einem Spitzenstrom von 20 mA haben wir eine auch, dass sich die Gleichtaktunterdrückung bei 500 Hz um
Spitzenspannung von 10 mV gemessen. ungefähr 23 dB verschlechtert. Für das Gesamtverhalten des
Als Kompromiss zwischen Bandbreite und Verstärkung Verstärkers ergeben sich dadurch keine Konsequenzen.
haben wir eine Resonanzfrequenz in der Nähe von 30 kHz Trimmpoti P2 haben wir hinzugefügt, um die
gewählt. Die Verstärker-Bandbreite muss deshalb bei genü- Gleichtaktunterdrückung einstellen zu können. In der Praxis
gender Verstärkung nicht allzu groß sein. Die Güte Q des hat sich jedoch gezeigt, dass die Toleranzen die Wirkung
Resonanzkreises ist hoch, so dass ein sicheres fast aufheben. Normalerweise kann P2 in Mittelstellung ste-
Anschwingen gewährleistet ist. Der Signal-Generator gibt hen bleiben. Über C9 wird das verstärkte Sensor-Signal mit
eine relativ hohe Leistung ab. Der Eingangsverstärker des genügend hoher Eckfrequenz (ca. 3,2 kHz) ausgekoppelt.
Empfängers wird übersteuert, so lange kein Rückstrom dem Die Eckfrequenz liegt andererseits so niedrig, dass keine
Feld entgegen wirkt. zusätzliche Signal-Abschwächung eintritt. Die Empfindlichkeit
wird von IC2a nicht beeinflusst.
Der Eingangsverstärker muss das Signal so hoch verstärken,
dass das Eingangssignal von IC2a die Triggerschwelle die- Die Verstärker-Bandbreite beträgt bei maximaler Verstärkung
ses Schmitt-Triggers übersteigt. Die Hysterese eines ungefähr 34 kHz. Bei maximaler Verstärkung tritt zwar ein
74HC132 an der Betriebsspannung 3 V beträgt ungefähr geringer Verlust an Empfindlichkeit auf, doch die
0,6 V, sie kann aber auch um den Faktor 2 größer oder klei- Empfindlichkeit ist immer noch hoch genug.
ner sein. Deshalb ist die Verstärkung etwas höher als unbe- Das Finden von Kurzschlüssen auf bestückten Platinen ist
dingt nötig eingestellt. Der symmetrische Aufbau des möglich, wenn die Spannung des vom Signal-Generator
Verstärkers kommt der Unempfindlichkeit gegen Störeinflüsse kommenden Signals begrenzt wird. Die Bauelemente können
entgegen. Das ist hier wichtig, denn das vom Sensor kom- dann nicht durch zu hohe Signal-Spannungen beschädigt
mende Nutzsignal beträgt nur einige Millivolt. Mit Rücksicht werden. Die Begrenzung übernehmen die beiden antiparal-
auf die Güte Q des Resonanzkreises darf die lel geschalteten Schottky-Dioden D3 und D4 (BAT85) am
Eingangsimpedanz nicht zu niedrig sein. Wir haben deshalb Ausgang. Da der Strom maximal nur etwa 17 mA beträgt,
bei beiden Eingängen den Wert 220 kW gewählt. sind Beschädigungen außerordentlich unwahrscheinlich. Im
Nachteilig ist dabei, dass die Störempfindlichkeit mit höhe- Fall von Kurzschlüssen ist die Signal-Spannung annähernd
ren Eingangsimpedanzen ansteigt. gleich Null.

gut geeignet. Das Kabel kann über Der Sensor hat die Gestalt einer Spule, Kunststoffscheiben unterlegt. Der
einen Klinkenstecker (2,5 mm oder die auf einen Ringkern gewickelt ist. Gefahr von Beschädigungen und Kurz-
3,5 mm) und die dazu passende, im Abgeschirmt wird der Sensor von einer schlüssen wird damit vorgebeugt.
Metallgehäuse des Empfängers einge- Haube, die wir aus 0,3 mm dickem Gleichzeitig reduziert diese Maß-
baute Buchse mit der Platine verbun- Kupferblech angefertigt haben; Bild 3 nahme die parasitären Kapazitäten
den werden. Noch besser ist eine zeigt diese Konstruktion. Die Abschir- zwischen Wicklung und Abschirmung.
direkte Verbindung ohne Stecker und mung ist 5 mm hoch, 30 mm lang und Nach Einbau des bewickelten Ring-
Buchse, weil die Kontakte von Klinken- 11 mm breit, der bewickelte Ringkern kerns in die Abschirmhaube und
Steckverbindungen im Lauf der Zeit passt hier exakt hinein. Wir haben den Anschluss an den Empfänger muss der
korrodieren können. Das Kabel wird Ringkern in der Abschirmung mit Kurzschluss-Finder kalibriert werden.
mit einer schützenden Gummi-Durch- Zweikomponenten-Kleber fixiert, so Beim Musteraufbau verschob sich die
führung durch die Gehäusewand dass eine mechanisch stabile Einheit Frequenz von 29 kHz nach 27,5 kHz.
geführt, auf der Innenseite muss für entsteht. Vor der Fixierung mit dem Hauptursache ist die Kapazität des in
eine Zugentlastung gesorgt werden. Kleber wird der Ringkern mit dünnen diesem Fall 1 m langen Kabels. Wenn

6/2006 - elektor 43
PRAXIS MESSEN & TESTEN

die Kabelkapazität zum Beispiel


100 pF/m beträgt, liegen am Sensor
zusätzlich 50 pF parallel. Dieser Kapa-
zitätszuwachs verursacht eine Fre-
quenz-Abweichung von 2,5 %.
Der Ringkern wird so in der Abschirm-
haube untergebracht, dass er maximal
1 mm über die Außenkanten hinaus-
ragt. Die Wicklungsanschlüsse werden
mit einem kleinen Platinen-Stück
fixiert, auf dem sich drei Lötpunkte
befinden; es wird neben dem Ringkern
angeklebt. Der mittlere Lötpunkt dient
zum Anschluss der Abschirmung
(Haube und Kabel). Der noch freie Platz
in der Haube kann dazu genutzt wer-
den, das Kabel anzukleben, so dass die
Adern zugentlastet sind.
Das Foto in Bild 3 zeigt deutlich, dass
wir zuerst ein U-Profil angefertigt
haben, in dem anschließend der bewi- Bild 3. Beispiel für die Ausführung des Sensors.
ckelte Ringkern und das Kabel befes- Das kupferne Gehäuse sorgt für wirksame Abschirmung vor Störeinflüssen.
tigt wurden. Anschließend kann dar-
auf die Unterseite gelötet oder
geklebt werden. Auf der Bestückungsseite der Platine wird. Durch Abtasten mit dem Sensor
Das Bewickeln des Ringkerns ist nicht sind zwei Masse-Flächen vorhanden, lässt sich auf der Platine die Stelle fin-
schwierig. Erforderlich sind nur etwas die voneinander getrennt sind. Die bei- den, an der der Strom einen nicht
Geduld und eine ruhige Hand, denn den Masse-Flächen dürfen nicht mit- beabsichtigten Weg nimmt. Dies ist
der Kupferdraht ist mit 0,1 mm Durch- einander verbunden werden, ein Kurz- die Stelle des Kurzschlusses zwischen
messer nicht allzu reißfest. Die Wick- schluss der Batterie BT2 wäre die den Leiterbahnen.
lung wird auf zwei Hälften verteilt, um Folge! Die Empfindlichkeit des Kurzschluss-
Beschädigungen auf der Seite des hin- Der Einsatz des Kurzschluss-Finders in Finders kann mit Poti P1 verändert
ausragenden Ringkern-Teils auszu- der Praxis wird von Bild 4 demon- werden. Wenn Sie die Empfindlichkeit
schließen. Nach der halben Windungs- striert. Der Ausgang des Signal-Gene- nicht zu hoch einstellen, finden Sie den
zahl wird der Teil des Ringkerns frei rators liegt an den Leiterbahnen, zwi- Kurzschluss leichter!
gehalten, der nach dem Einbau in die schen denen ein Kurzschluss vermutet (050313)gd
Abschirmung offen liegt. In Bild 3 ist
auch dies deutlich erkennbar.
Die 100 Windungen können stramm in
einer einzigen Lage auf den Ringkern Bild 4. So wird der Kurzschluss-Finder in der Praxis eingesetzt.
gewickelt werden. Das hat den Vorteil,
dass sich der bewickelte Ringkern
leichter in die abschirmende Haube
einbauen lässt. Ein Draht von 1,5 m
Länge reicht für das Bewickeln des
Ringkerns auf jeden Fall aus.
Bei der Wahl des Gehäuses für die
Schaltung müssen insbesondere die
Abmessungen der Platine, des
Beepers und der Batterien mit Haltern
berücksichtigt werden. Ferner ist zu
überlegen, wo das Poti P1, die LEDs
und der Schalter für die Betriebsspan-
nung angeordnet werden sollen.
Poti P1 wird mit der Platine über abge- L1
schirmtes Kabel verbunden. Auf der
Platine befindet sich unmittelbar neben
den Poti-Anschlüssen ein Lötpunkt, der
an der virtuellen Masse liegt. Die A
Kabel-Abschirmung muss hier angelötet
werden. Der Minus-Pol der 3-V-Strom- L1
versorgung ist nicht die Signal-Masse B
des Sensors, mit ihm darf die Abschir-
mung des nach P1 führenden Kabels 050313 - 12
nicht verbunden werden.

44 elektor - 6/2006
ELEKTRISCHE SICHERHEIT INFO & MARKT

Die Vorschriften andere Aufgabe als für die des Schutzleiters eingesetzt führung an die PE-Klemme angeschlossen, diese hat Bedingt kurzschlussfeste Transformatoren haben eine
Alle elektrischen Geräte müssen so konstruiert sein, dass werden und keinen kleineren Querschnitt als die Ver- eine leitende Verbindung zum Gehäuse und - wenn eingebaute Temperatursicherung (Temperaturbegren-
sie die Bedingungen der DIN VDE 0100 ff erfüllen. Die sorgungsleiter haben. Zusätzlich zu dieser Maßnahme möglich - auch zum Transformatorkern. zer) oder sie müssen mit einer definierten Sicherung
Vorschriften sollen der Gefahr eines elektrischen Schla- können Geräte der Schutzklasse I Teile mit doppelter beschaltet (geschützt) werden.
oder verstärkter Isolierung enthalten. Auch Teile, die • Schalter Nicht kurzschlussfeste Transformatoren müssen nach
ges bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und im Fehler- Der Netzschalter muss eine Spannungsfestigkeit von
fall vorbeugen. Dazu muss die Berührung von Teilen, mit Schutzkleinspannung oder durch Schutzimpedanz Herstellerangaben eingangs- und ausgangsseitig abge-
geschützt sind (wenn leitfähige Teile berührt werden 250 VAC haben. Dieser Wert ist üblicherweise auf der sichert werden.
die spannungsführend sind oder bei einem Fehler span- Rückseite des Schalters neben dem Bemessungsstrom
nungsführend werden können, durch den Einsatz von müssen), sind möglich. Bei der Verdrahtung der Eingangsseite (Netzseite)
aufgedruckt. Weiterhin gibt der eingeklammerte Wert eines Transformators muss man die aktiven Leiter
Kapselung oder Abdeckungen oder durch das Anbringen • Klasse II den Bemessungsstrom bei induktiver oder kapazitiver
dieser Teile an unzugänglichen Stellen ausgeschlossen zusätzlich so befestigen, dass sie unter keinen Umstän-
Geräte der Schutzklasse II haben keinen Schutzleiteran- Last an. Beim Anschluss eines Motors muss also der den die Sekundärseite berühren können (Sicherheits-
werden. Eine Alternative stellt die Beschränkung von schluss. Der Schutz hängt nicht nur von der Basisiso- eingeklammerte Wert beachtet werden. Die auf den
Spannungen und Strömen an absichtlich oder zufällig abstände großzügig dimensionieren, > 1 cm).
lierung, sondern auch von zusätzlichen Maßnahmen Schaltern angegebene Spannung ist die Schaltspan- Spartransformatoren sollten nicht für die Versorgung von
berührbaren Teilen durch eine Spannungs- und/oder ab. Diese sind: nung und betrifft nicht den Berührschutz. Im Bereich
Strombegrenzung oder Erdung dar. Geräten verwendet werden, weil bei ihnen die galvanische
Isolierstoffumhüllung: Alle leitfähigen, berührungs- des Netzteils sollten nur Bauteile (Netzschalter, Siche- Trennung zwischen Ein- und Ausgangsseite fehlt.
Die Höhe des Stroms, der für den menschlichen Körper gefährlichen Teile sind vom dauerhaften Isolierstoffge- rungsschalter etc.) mit VDE-Zeichen verwendet werden,
gefährlich werden kann, schwankt individuell je nach Je nach Bauart können Transformatoren auch schon in
häuse umschlossen. Es müssen alle leitfähigen und da nur dieses Zeichen die Einhaltung der Kriech- und die Schutzklassen I bis III eingeteilt werden, was den
Art des Anschlusses an den Körper, der Frequenz und nicht leitfähigen Teile (Schrauben, Nieten, etc.), die Luftstrecken nach außen garantiert. Alle Netzschalter
der Zeitspanne des Stromflusses. Ein Körperstrom grö- Gerätebau zusätzlich erleichtert.
die Isolierstoffhülle durchstoßen, innen mit doppelter sollten zweipolig sein. Es gibt zwar Ausnahmen für
ßer als 30 mA sollte in jedem Fall durch geeignete oder verstärkter Isolierung abgedeckt sein. So ginge diese Regel (Steckernetzteile, etc.), die aber beim Prüfen, Messen und Testen
Schutzmaßnahmen vermieden werden. die Schutzisolierung verloren, falls z.B. eine Kunststoff- Geräteselbstbau eigentlich kaum Einsparmöglichkeiten
Geräte mit Netzspannungsanschluss werden in drei schraube durch eine metallische ersetzt würde. bieten. Schmelzsicherungen und Bauteile von Netzent- Elektrische Geräte müssen in regelmäßigen Zeitabstän-
Schutzklassen (EN 60335-1, VDE 0700-1) eingeteilt, Metallumhüllung: Hier besteht das dauerhafte störfiltern müssen nicht, können und sollten aber mög- den, die sich nach der Gebrauchshäufigkeit richten,
wobei die entsprechenden Netzteile zusätzlich zur Gehäuse aus Metall, den zusätzlichen Schutz erhält lichst mit ausgeschaltet werden. sicherheitstechnisch überprüft werden. Darunter fällt
Basisisolierung mit einer weiteren an die jeweilige man durch eine innere und durchgängige, doppelte die Durchgängigkeit des Schutzleitersystems (Prüfstrom
Schutzklasse angepassten Schutzmaßnahme verse- oder verstärkte Isolierung. • Verdrahtung 25 A, Schleifenwiderstand < 0,1 Ω alternativ nach
hen sein müssen. Dritte Möglichkeit: Das Gerät enthält eine Kombi- Die interne Verdrahtung der netzspannungsführenden VDE 0701), aber auch der Zustand und feste Sitz der
nation aus diesen beiden Varianten. Teile erfordert erhöhte Aufmerksamkeit. Die aktiven internen Verdrahtung.
• Klasse I Leiter müssen einen Querschnitt von mindestens Bei Eingriffen in das Gerät zu Mess-, Test- oder Repara-
Geräte der Schutzklasse I sind dadurch gekennzeich- • Klasse III 0,75 mm2 haben und entsprechend mehr je nach turzwecken müssen besondere Sicherheitsvorkehrun-
net, dass ihre berührbaren leitfähigen Teile, die im Falle Geräte der Schutzklasse III werden aus- Gerätebemessungsstrom (Nennstrom). Der Schutzlei- gen getroffen werden. Das Gerät versorgt man dann
des Versagens der Basisisolierung berührgefährlich wer- schließlich aus besonders zuverlässigen ter hat den gleichen Querschnitt. Aus Sicherheitsgründen möglichst über einen Trenntransformator gemäß
den können, mit dem Schutzleiter des Netzes (unter Stromquellen mit Schutzkleinspannung gespeist. Orts- sind hier doppelt isolierte Netzkabel (H05VV-F) ein- EN 61558. An einen Trenntransformator darf nur ein
Umständen über ein flexibles Kabel) verbunden sind. veränderliche Transformatoren zur Speisung solcher fach isolierten (H05V-F, VDE 0292, HD 21/22) vor- Verbraucher (max. 16 A) angeschlossen werden. Außer-
So kann kein Teil beim Ausfall der Basisisolierung span- Geräte müssen mit sicherer Trennung gemäß zuziehen. Die Adern sollten an der Kabeleinführung auf dem sollte jeder Arbeitsplatz mit einem Personenschutz-
nungsführend werden. EN 60742 (EN 61558, VDE 0570, VDE 0551) ausge- entsprechende Netzanschlussklemmen gelegt oder mit schalter ausgestattet sein. Ein Fehlerstrom-Schutzschal-
Hat das Gerät eine abnehmbare Anschlussleitung, dann führt sein. Betriebsmäßig Spannung führende Teile dür- Flachsteckern am Gerätestecker angebracht bzw. an ter (FI-Schalter) mit einem Auslösestrom von 30 mA
muss der Gerätestecker einen voreilenden Schutzkont- fen nicht mit dem Schutzleiter oder mit aktiven Leitern Platinenklemmen festgeschraubt werden. Keinesfalls verspricht ebenfalls ausreichende Sicherheit.
akt haben. anderer Stromkreise verbunden sein. Stecker an Gerä- sollte man das Netzkabel direkt an eine Platine löten (060037-1e)
Der grün/gelbe Schutzleiter darf niemals für eine ten der Schutzklasse III dürfen keinen Schutzleiteran- oder einer mechanischen Spannung aussetzen.
schluss haben und auch nicht in Steckdosen für höhere Litzenenden, die in einer
Netzkabel mit Schutzisolierung Spannung passen. Wenn die Versorgungsspannung Klemme verschraubt werden,
Abnehmbarer Netzanschluss
Netzgerätestecker unter 25 V Wechselspannung oder unter 60 V Gleich- müssen einen Spleißschutz
Transformatorkern mit Schutzleiter verbunden
zweipoliger Netzschalter
spannung liegt, kann auf jeglichen Berührungsschutz (Aderendhülsen) haben. Verzin-
Basisisolierung Schaltung verzichtet werden. Geräte der Schutzklasse III, bei nen und Verdrehen ist als
zusätzliche Isolierung
denen größere Spannungen auftreten (bis maximal Spleißschutz ungeeignet und
50 VAC oder 120 VDC, den Maximalwerten der unzulässig, weil das Lot kalt
Schutzklasse III), müssen mit einem Schutz gegen fließen kann.
direktes Berühren versehen sein. Bei Klasse-I-Geräten ist darauf
u 0 < 250V
zu achten, dass der Schutzleiter
0 Praktische Hinweise mit allen berührbaren leitfähi-
• Netzeinführung gen Teilen, also auch Potentio-
Schutz-
leiter-
In der Praxis betreffen diese Sicherheitsregeln vor allem meterachsen und Kühlkörpern
anschluss
den Umgang mit der 230-V-Netzspannung. Oberstes verbunden ist.
Gebot sollte es sein, die netzspannungsführenden Teile Weiterhin ist für eine ausrei-
Leitfähiges Gehäuse
Netztransformator mit
galvanischer Trennung so kompakt und stabil wie möglich zu halten. Dies chende Entlüftung elektronischer
Netzstecker mit Schutzkontakt Betriebserdanschluss
kann durch komplette Netzspannungsgerätestecker Baugruppen zu sorgen. Lassen
Sie niemals eine Schmelzsiche-
060037 - 11

(siehe Bild 3) erreicht werden. Diese Stecker sind mit


Bild 1. Gerät der Schutzklasse I. rung weg, die im Schaltplan vorgegeben ist. Bei Eigenkon-
Bild 4. Beispiel für ein Klasse-II-Gerät.
struktionen sollte der Maximalstrom der trägen Primärsi-
cherung etwa 25 % über dem Bemessungsstrom liegen. 1 Netzkabel mit angegossenem 2-poligen Eurostecker
2-adriges Netzkabel mit Basisisolierung
2 Zugentlastung
Abnehmbarer Netzanschluss Muss sekundär abgesichert werden, ist der Maximal- 3 Sicherungshalter
Netzgerätestecker
zweipoliger Netzschalter Schaltung strom der schnellen (bei induktiver oder kapazitiver 4 zweipoliger Netzschalter (für Klasse II geeignet)
Belastung auch mittelträgen oder trägen) Sicherung 5 Anschluss am Netzschalter durch Flachstecker und
gleich dem Bemessungsstrom des Gerätes zu wählen. Zugentlastung
6 Netzkabel mit doppelter Isolierung
• Transformatoren 7 Abstand zwischen Primäranschlüssen zum Transforma-
Aus Sicherheitsgründen sollte man beim Selbstbau torkern oder anderen Bauteilen mindestens 6 mm
u 0 < 250V
eines Gerätes nur Sicherheitstransformatoren bzw. (bei Sekundärspannungen < 250 V)
8 Kabel mit mindestens 0,75 mm2 Kupferquerschnitt
Bild 3. Gerätestecker und –kupplungen nach Trenntransformatoren nach VDE 0570 (EN 61558)
bei Stromaufnahme < 6 A.
EN 60320 (VDE 0625). oder Netzteile nach EN 60950 einsetzen. Diese Trans- 9 Platine wird sicher am und in ausreichendem Abstand
formatoren tragen folgende Symbole: (> 6 mm, Lötpickel, Durchbiegung berücksichtigen)
bzw. ohne Schutzleiteranschluss und teilweise mit inte-
vom Gehäuseboden befestigt.
grierter Primärsicherung und Netzschalter oder -filter 10 Berührbare Teile (Potentiometerachsen, Buchsen)
Sicherheitstransformator, kurzschlussfest
Basisisolierung
nicht leitfähiges Gehäuse
Netztransformator
für Schutzklasse II im Handel erhältlich. Verzichtet man auf diese Geräte- dürfen leitend mit dem Gehäuse verbunden werden.
Netzstecker ohne Schutzkontakt
stecker, dann muss das Netzkabel mit einer wirksamen 11 Kunststoffgehäuse.
060037 - 12
Trenntransformator, nicht kurzschlussfest
Zugentlastung ausgestattet sein. Bei Klasse-I-Geräten Bei Metallgehäusen ist eine doppelte Isolation des
Bild 2. Gerät der Schutzklasse II. wird der gelb/grüne Schutzleiter direkt neben der Ein- Primär- vom Sekundärkreis notwendig.

4/2006 - elektor 45
PRAXIS MESSTECHNIK

Netzwerk
für Gigabit / 10
Wenn ein Netzwerk fehlerhaft arbeitet,
gehören der Bruch eines Kabels oder der Defekt
einer Steckverbindung zu den
wahrscheinlichsten Ursachen. Mit diesem
einfachen Kabeltester ist die Ursache meist
schnell gefunden. Der Tester eignet sich für
Kabel von Gigabit-, 10BASE-T und 100BASE-T-
Systemen, auch Gigabit-Crosslink-Kabel können
getestet werden.

Wir stellen hier einen Netzwerkkabel-Tester vor, mit dem


sowohl direkte als auch gekreuzte UTP/STP-Patchkabel auf
Durchgang getestet werden können. Die zu prüfenden Ader-
paare sind einzeln auswählbar, defekte Aderpaare lassen sich
sofort identifizieren. Zu jedem Aderpaar gehört eine LED, die
bei intaktem Zustand blinkt. Falls ein Fehler vorliegt, bleibt die
LED dunkel. Mit einem Schalter ist die Wahl des direkten oder
gekreuzten Kabeltyps (Crosslink) möglich, und mit einem
Drucktaster wird der Tester gestartet. Nach dem Test schaltet
das Gerät selbstständig in den Bereitschaftszustand.

Gigabit-Netzwerkkabel sind genau betrachtet eine Weiter-


entwicklung der bekannten 10BASE-T- und 100BASE-T-Kabel.
Der ursprünglich nur für Gigabit-Kabel konzipierte Tester
wurde deshalb so ausgelegt, dass auch diese „langsameren“
Kabel getestet werden können, sofern die Adern direkt verbun-
den sind. Zum Testen von Crosslink-Kabeln nach10BASE-T- und
100BASE-T-Standard ist der Tester nicht geeignet.

Da Kabeldefekte meistens an engen oder schlecht zugänglichen


Orten auftreten, ist der Tester portabel und batteriebetrieben.
Die beiden RJ45-Stecker des zu testenden Kabels werden in die
Buchsen des Testers eingeführt. Der Tester erkennt mit Hilfe
pulsförmiger Signale den Zustand der Aderpaare. Natürlich ist
die Prüfung der Adern auf Durchgang grundsätzlich auch mit

elektor - 6/2006
kabel-Tester Von Majdi Richa

BASE-T / 100BASE-T
Klasse Straight-through Patch (crosslink) Stecker
RJ45 RJ45 RJ45 RJ45
1 OR/WHT OR/WHT 1 1 OR/WHT GRN/WHT 1
TD+ TD+ TD+ TD+
2 OR OR 2 2 OR GRN 2
TD- TD- TD- TD-
3 GRN/WHT GRN/WHT 3 3 GRN/WHT OR/WHT 3
RD+ RD+ RD+ RD+
4 4 4 BLU 4
5 5 5 5
6 GRN GRN 6 6 GRN OR 6
RD- RD- RD- RD-
7 7 7 7
8 8 8 8

10BASE-T/ RJ45
100BASE-T RJ45 RJ45 RJ45 RJ45
1 OR/WHT OR/WHT 1 1 OR/WHT GRN/WHT 1
TD+ TD+ TD+ TD+
2 OR OR 2 2 OR GRN 2
TD- TD- TD- TD-
3 GRN/WHT GRN/WHT 3 3 GRN/WHT OR/WHT 3
RD+ RD+ RD+ RD+
4 BLU BLU 4 4 BLU BLU 4
5 BLU/WHT BLU/WHT 5 5 BLU/WHT BLU/WHT 5
6 GRN GRN 6 6 GRN OR 6 12
RD- RD- RD- RD- 34
7 BRN/WHT BRN/WHT 7 7 BRN/WHT BRN/WHT 7 56
78
8 BRN BRN 8 8 BRN BRN 8

8-pin RJ45 Connector


(8P8C)
RJ45 RJ45 RJ45 RJ45
1 OR/WHT OR/WHT 1 1 OR/WHT GRN/WHT 1
BiDirA+ BiDirA+ BiDirA+ BiDirA+
2 OR OR 2 2 OR GRN 2
BiDirA- BiDirA- BiDirA- BiDirA-
3 GRN/WHT GRN/WHT 3 3 GRN/WHT OR/WHT 3
BiDirB+ BiDirB+ BiDirB+ BiDirB+
4 BLU BLU 4 4 BLU BRN/WHT 4
BiDirC+ BiDirC+ BiDirC+ BiDirC+
GIGABIT BiDirC-
5 BLU/WHT BLU/WHT 5
BiDirC- BiDirC-
5 BLU/WHT BRN 5
BiDirC-
6 GRN GRN 6 6 GRN OR 6
BiDirB- BiDirB- BiDirB- BiDirB-
7 BRN/WHT BRN/WHT 7 7 BRN/WHT BLU 7
BiDirD+ BiDirD+ BiDirB+ BiDirD+
8 BRN BRN 8 8 BRN BLU/WHT 8
BiDirD- BiDirD- BiDirB- BiDirD-

Bild 1. Gebräuchliche Netzwerkkabel und Kontaktbelegungen der RJ45-Steckverbinder.

einem einfachen Ohmmeter möglich. sind als Paar verdrillt. Die Aderfarben dass der Netzwerkkabel-Tester nicht
Die schmalen und empfindlichen Kon- entsprechen meistens, jedoch nicht mit Crosslink-Kabeln nach 10/100BASE-
takte der RJ45-Stecker machen jedoch immer dem US-Standard T568B. T-Standard kompatibel ist.
diese Prozedur schwierig. Hinzu Wenn zwei Computer oder zwei andere
kommt, dass die Adern am gegenüber Geräte gleicher Funktionalität unmittel-
liegenden Stecker in der richtigen Rei- bar miteinander verbunden werden sol- Hardware
henfolge identifiziert müssen. Insbe- len, sind so genannte Crosslink-Kabel Die Schaltung des Netzwerkkabel-
sondere wenn viele Kabel zu testen erforderlich. Diese Kabel, bei denen Testers ist in Bild 2 zu sehen. Der PIC-
sind, ist diese Methode recht mühsam. bestimme Aderpaare gekreuzt sind, Controller 16F874 (IC1) liest die Ein-
können mit den „Nullmodem-Kabeln“ stellungen von DIP-Schalter S1, den
des langsamen und betagten RS232- Zustand von Taster S2 und die Stellung
Kabelstandards Standards verglichen werden. In Netz- von Schalter S3. Abhängig von den
Netzwerkkabel sind „von der Rolle“ in werken mit der üblichen sternförmigen Einstellungen generiert der Controller
beliebigen Längen erhältlich, die RJ45- Topologie, in der die PCs mit einem pulsförmige Signale und schickt sie
Stecker werden an diese Kabel ange- zentralen Router verbunden sind, müs- über die RJ45-Buchsen K1 und K2
presst. Von solchen Kabeln machen sen ungekreuzte Netzwerkkabel einge- durch das Kabel. Der Controller wertet
meistens professionelle Systemeinrich- setzt werden. die zurückkommenden Signale aus und
ter Gebrauch, während für private lässt bei positivem Prüfergebnis die
Netzwerke in der Regel konfektionierte Eine Übersicht über die gebräuchlich- zum getesteten Aderpaar gehörende
Kabel verwendet werden. sten Netzwerkkabel und ihre Schaltun- LED blinken.
Am gebräuchlichsten sind Kabel der gen gibt Bild 1. Alle Kabel sind mit Dynamische Tests führt der Controller
Kategorie 5. Diese Kabel bestehen RJ45-Steckern ausrüstet, die Kontaktbe- nicht durch. In Tabelle 1 ist für ein
aus acht Adern, sie eignen sich für legungen gehen ebenfalls aus Bild 1 Gigabit-Crosslink-Kabel angegeben,
Übertragungsgeschwindigkeiten bis hervor. Wichtig ist hier, dass die Ader- welche Verbindungen zwischen den
100 Mbit/s. Zusammengehörige Adern farben nicht standardisiert sind und RJ45-Buchsen und zwischen den

6/2006 - elektor 47
PRAXIS MESSTECHNIK

und mit dem CCS-C-Compiler


IC2 (www.CCSinfo.com) in Maschinen-
7805 D1
code umgesetzt. Das Programm nutzt
1N4001 die Interrupt-Technik des Controllers.
BT1
C3 C2 C1
Der Controller bleibt so lange im
Zustand energiesparender Bereit-
100n 1µ 10µ
63V
9V schaft, bis er durch Drücken von Tas-
ter S2 mit einem Low-Signal an
R1
R2
R3
R4

R9 R10
11 32
Anschluss RB0/INT in den Normal-
10k

10k

10k
10k
10k
10k

betrieb versetzt wird. Aus der Inter-


1
MCLR/Vpp/THV
15 1
K1 rupt-Routine verzweigt der Controller
RC0/T1OSO/T1CKI
2
RA0/AN0 RC2/CCP1
17 2 – abhängig von der Stellung des
3
RA1/AN1 RC4/SDI/SDA
23 3 Schalters S3 – in die zur gewählten
4 25 4
5
RA2/AN2/VREF- RC6/TX/CK
26 5
Betriebsart gehörende Testroutine.
RA3/AN3/VREF+ RC7/RX/DT
S1 6 24 6 In Tabelle 2 sind die Hauptfunktionen
8 7 6 5 RA4/T0CKI IC1 RC5/SDO
7
RA5/AN4/SS RC3/SCK/SCL
18 7 des Programms in Kurzform beschrie-
16 8
8
RC1/T1OSI/CCP2 RJ45 ben. Sowohl das Quellprogramm als
RE0/AN5/RD
9 auch der Objektcode können frei von der
1 2 3 4 RE1/AN6/WR
10
RE2/AN7/CS ELEKTOR-Website (www.elektor.de)
PIC16F874 K2 heruntergeladen werden. Mit den im
33 19 1
RB0/INT RD0/PSP0
34 21 2 Archiv 050302-11.zip zusammen gefas-
RB1 RD2/PSP2
35 27 3 sten Dateien ist die Programmierung
STRAIGHT/CROSSOVER

RB2 RD4/PSP4
36 29 4
RB3/PGM RD6/PSP6 des PICs in Eigenregie möglich. Als
37 30 5
RB4 RD7/PSP7
38 28 6 Bonus enthält das ZIP-Archiv Dateien,
TEST ONCE

RB5 RD5/PSP5
39
RB6/PGC RD3/PSP3
22 7 mit denen die Schaltung unter Proteus
40 20 8
RB7/PGD RD1/PSP1 RJ45 simuliert werden kann. Der PIC-Con-
S2 S3 R5 R6 R7 R8 OSC1 OSC2 troller ist auch fertig programmiert
1k

1k

1k

1k

12 13 14 31
X1
erhältlich (siehe Elektor-Shop-Anzeige
D2 D3 D4 D5
am Heftende). Ein Teil des in C
geschriebenen Quellprogramms ist in
4MHz
Bild 3 wiedergegeben.
050302 - 12

Aufbau
Bild 2. Schaltung des Testers für 10/100BASE-T- und Gigabit-Kabel. Die Platine für den Netzwerkkabel-Tes-
10/100BASE-T-Crosslink-Kabel können nicht getestet werden. ter ist zusammen mit dem Bestü-
ckungsplan in Bild 4 dargestellt. Die
an Masse liegenden Kupferflächen tra-
Anschlüssen des Controllers bestehen. Der Controller wird mit 4 MHz getaktet. gen dazu bei, dass die hochfrequente
Die Spannung der 9-V-Blockbatterie Das frequenzbestimmende externe Bau- Störstrahlung gering bleibt.
wird von einem Spannungsregler 7805 element ist der Keramikschwinger X1. Die SMD-freie Platine lässt sich schnell
(IC2) auf +5 V reduziert. Die Konden- Die Controller-Ausgänge RB4...RB7 lie- bestücken. Bei der Montage von Schal-
satoren C1, C2 und C3 sorgen für die fern genügend Strom, um die LEDs ter S3, Taster S2, DIP-Schalter S1 und
nötige Stabilität. D2...D5 über 1-kW-Widerstände direkt den LEDs hängt die Einbauhöhe vom
So lange die Kontakte von Schalter S1 zu steuern. Die LEDs müssen vom Typ verwendeten Gehäuse ab. Diese
offen sind, werden die Controller- „Low-current“ sein. Bedienelemente müssen so montiert
Eingänge RA0...RA3 von den Pullup- werden, dass sie durch passende
Widerständen R1...R4 nach +5 V gezo- Gehäusebohrungen hindurch gesteckt
gen. Für Taster S2 und Schalter S3 Software werden können und etwas über die
haben R9 und R10 die gleiche Funk- Ein Minimum an Hardware bedeutet Gehäuseoberfläche hinaus ragen.
tion, sie ziehen bei offenen Kontakten meistens, dass die „Intelligenz“ in Wenn der Mikrocontroller (IC1) in einer
die Controller-Eingänge RB0 und RB1 der Software stecken muss. Die Firm- Fassung montiert wird, lässt er sich
nach +5 V. ware des PIC wurde in C geschrieben herausnehmen und bei Bedarf schnell
neu programmieren. Die Montage der
vier Drahtbrücken auf der Platine darf
man natürlich nicht vergessen.
Tabelle 1. Gigabit-Crosslink Kabelverbindungen
K2 K1 IC1 Betrieb
1—2 → 3—6 15—17 → 27—28 Nach dem Einschalten des Netzwerk-
3—6 → 1—2 23—24 → 19—21 kabel-Testers leuchten die LEDs der
Reihe nach kurz auf. Das zu testende
4—5 → 7—8 25—26 → 22—20 Kabel kann nun mit den RJ45-Buchsen
7—8 → 4—5 18—16 → 29—30 verbunden werden. An DIP-Schalter S1
müssen diejenigen Schalter auf ON

48 elektor - 6/2006
Tabelle 2. Hauptfunktionen des Mikrocontroller-Programms

Funktion Parameter Beschreibung und Rückgabewert

Der Funktion wird die Nummer des Aderpaars eines nicht


8-bit-Wert, der das
int1 TestSTPair(int8 p) gekreuzten Kabels übergeben, sie gibt den Booleschen Wert 1
zu testende Aderpaar angibt.
zurück, wenn der Test bestanden wurde.

Void-Funktion, die alle gewählten Aderpaare eines nicht


void TestSTCable() keine gekreuzten Kabels testet, indem sie die vorstehende Funktion
anwendet.

Der Funktion wird die Nummer des Aderpaars eines Crosslink-


Ein 8-bit-Wert, der das
int1 TestCOPair(int8 p) Kabels übergeben, sie gibt den Booleschen Wert 1 zurück,
zu testende Aderpaar angibt.
wenn der Test bestanden wurde.

Void-Funktion, die alle gewählten Aderpaare eines Crosslink-


void TestCOCable() keine
Kabels testet, indem sie die vorstehende Funktion anwendet.

Routine zur Behandlung externer Interrupts; sie startet die zum


void EXT_isr() keine
Kabeltyp gehörende Testprozedur.

Main-Funktion des Programms. Enthält alle Initialisierungen, legt


void main() keine
die Richtungen der Ports fest und gibt den Interrupt frei.

Bild 3. Die Firmware für den PIC wurde in C geschrieben.

//////////////////////////////////////////////////////////////////////////////
void TestSTCable() // Test straight-through cable
{
int8 pair;
PORTD = 0;
PORTB = 0;
for (pair = 0; pair < 4; pair++) // scan pairs
{
if (TestSTPair(pair) && bit_test(PORTA,pair)) // selected & connected?
bit_set(PORTB,pair+4); // turn on LED
delay_ms(500); // wait a bit
PORTB = 0;
}
}
//////////////////////////////////////////////////////////////////////////////
int1 TestCOPair(int8 p) // Test crossover pair p
{
switch (p)
{
case 0: bit_set(PORTD,0); // test High
if (!bit_test(PORTC,4))
return 0;
bit_clear(PORTD,0); // test Low
if (bit_test(PORTC,4))
return 0;
bit_set(PORTD,2); // test High
if (!bit_test(PORTC,5))
return 0;
bit_clear(PORTD,2); // test Low
if (bit_test(PORTC,5))
return 0;
break;
case 1: bit_set(PORTD,4); // test High
if (!bit_test(PORTC,0))
return 0;
bit_clear(PORTD,4); // test Low
if (bit_test(PORTC,0))
return 0;
bit_set(PORTD,5); // test High
if (!bit_test(PORTC,2))

6/2006 - elektor 49
PRAXIS MESSTECHNIK

Stückliste 050302-1
R5 R9
S/C
S3
R6 R10
D2
Widerstände:

K2
R1,R2,R3,R4,R9,R10 = 10 k D3

R7
R8
R5,R6,R7,R8 = 1 k IC1
D4

Kondensatoren: D5
C1 = 10 m/63 V radial S2 X1

K1
C2 = 1m MKT, Raster 5 mm oder C1

R4
R3
D1
7,5 mm

R2
R1
C3 = 100 n IC2
S1
1-203050
C3 ROTKELE )C(
Halbleiter:
BT1 + - C2

D1 = 1N4001
D2,D3,D4,D5 = LED rot, Low-current Bild 4. Platine und Bestückungsplan für den Netzwerkkabel-Tester.
IC1 = PIC16F874-20/P, programmiert
EPS 050302-41
IC2 = 7805 (C) ELEKTOR
050302-1

Außerdem:
X1 = Keramikschwinger 4MHz,
3 Anschlüsse
K1,K2 = RJ45-Buchse für
Platinenmontage
S1 = DIP-Schalter, 4-fach
S2 = Taster mit Arbeitskontakt, 6 · 6 mm
S3 = Schalter einpolig
BT1 = Batterie 9 V mit Halter (optional
mit Schalter)
4 Drahtbrücken
Platine EPS 050302-1

gesetzt werden, die zu den nicht zu Zum Weiterlesen:


testenden Aderpaaren gehören (die
Auswahl ist hier invers). Dann wird „Gigabit-Crosslink-Kabel“, ELEKTOR Juli/August 2005, S. 69
mit S3 der Kabeltyp eingestellt (norma- „Heim-Netzwerk für ADSL“, ELEKTOR Juli/August 2004, S. 110
les Kabel oder Crosslink-Kabel), wobei (diese Beiträge können auch von der ELEKTOR-Website www.elektor.de heruntergeladen werden)
zu beachten ist, dass in der Stellung
Crosslink-Kabel nur Gigabit-Crosslink-
Kabel getestet werden können. Ein Bild 5. Ansicht des aufgebauten Netzwerkkabel-Testers.
Druck auf Taster S2 startet den Test.
Die LEDs der Aderpaare, die den Test
bestanden haben, leuchten auf, die
übrigen bleiben dunkel.
Wenn der Netzwerkkabel-Tester über
längere Zeit nicht benutzt wird, muss
man entweder die Batterie abklemmen
oder einen zusätzlichen Schalter einge-
bauen, der die Verbindung zur Batterie
unterbricht. Die Stromaufnahme
beträgt im Bereitschaftszustand unge-
fähr 5 mA, sie steigt während des Test-
betriebs auf etwa 10 mA an.
Zum Schluss noch ein wichtiger Hin-
weis: Bei manchen 10BASE-T-Netz-
werkkabeln sind entweder nicht alle
Aderpaare vorhanden oder nicht alle
angeschlossen, weil nur zwei Ader-
paare erforderlich sind. Solche noch
gelegentlich angebotenen Kabel soll-
ten für Neuinstallationen nicht mehr
verwendet werden.
Majdi Richa – myr@cyberia.net.lb (050302-1)

50 elektor - 6/2006
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6/2006 - elektor 51
PRAXIS MESSTECHNIK

Stereo-Sender
UKW- und Audio-Testsignal
Von Jo Becker (DJ8IL)

Dieses kleine Generator-Projekt


hat es in sich: Die Schaltung erzeugt auf raffinierte Weise ein
Sinussignal mit sehr geringem Klirrfaktor, ein Multiplex-Signal
und ein UKW-Stereo-Signal.

Das Besondere an diesem Testgenera- und kurzschlussfesten Ausgang. Der Bild 1 zeigt, wie man von einer Flip-
tor ist nicht nur seine Präzision, son- UKW-Oszillator schwingt frei, aber flop-Teilerkette mit Exklusiv-ODER-
dern auch der Aufbau mit einem origi- recht stabil auf ca. 100 MHz. Durch den Verknüpfungen ein treppenförmiges
nellen Konzept zur Signalerzeugung. Wert eines Kondensators lässt sich die Signal ableiten kann, in dem bei
Über die Vielseitigkeit gibt der Text- Frequenz im UKW-Bereich frei wählen geeigneter Wahl der Teilamplituden
kasten „Ausgangssignale“ Auskunft. und mit einem Trimmkondensator im die 3f- und die 5f-Oberwellen nicht
Statt eines Spezial-ICs, dessen Innen- Bereich ± 300 kHz feinjustieren. Der mehr enthalten sind. Erst ab 7f sind
leben sich einer genaueren Betrach- HF-Ausgangspegel ist mit 12 mVeff an dann, sofern notwendig, die viel
tung entzieht, wird hier nur einfache 50 Ω mehr als ausreichend, um einen schwächeren restlichen Oberwellen
HCMOS-Logik eingesetzt. Alle NF-Sig- angeschlossenen Empfänger mit maxi- auszufiltern. Dieses Konzept hat den
nale entstehen durch 2n-Teilung und malem Rauschabstand zu betreiben. Vorteil, dass die Phasenbeziehung
logische Verknüpfungen aus der zwischen dem Pilotsignal (19 kHz) und
Quarzfrequenz fQ = 9,728 MHz. Der dem 38-kHz-Hilfsträger exakt erhalten
NF-Ausgang ist umschaltbar zwischen Logischer Sinus bleibt. Das berechnete Amplituden-
Ton- und MPX-Signal. Er liefert max. Besonders interessant ist die einfache verhältnis (1+√2):1 taucht im Schalt-
2 VSS an einem relativ niederohmigen digitale Erzeugung des NF-Signals. plan (Bild 2) in den Widerstandswer-

52 elektor - 6/2006
Ausgangssignale
• Sinus-Messton von 594 Hz mit k < 0,06 % zur Messung von NF-Verstärkern

ten R3:(R4+R5) und R6:(R7+R8) wie-


• MPX-Signal für den linken und den rechten Stereo-Kanal zur Optimierung der
Übersprechdämpfung
der auf.
• MPX-Mitte-Signal zum Abgleich der Balance
Beim Pilotton liegt die 7f-Oberschwin- • UKW-FM-Signal, moduliert mit den MPX-Signalen, zum Testen von UKW-Stereo-
gung mit 133 kHz noch oberhalb der Empfängern und der Gesamtverkabelung
3f-Oberwelle des 38-kHz-Hilfsträgers • Ausgangsimpedanz NF-/MPX-Ausgang: 1,8 bis 3 kΩ
(114 kHz) und wird sicher keinen Emp-
fänger stören. Der 594-Hz-NF-Messton,
• Ausgangspegel NF-/MPX-Ausgang: max. 2 VSS
• Ausgangsimpedanz UKW-Ausgang: 50 Ω
dessen Phasenlage keine Rolle spielt,
wird mit C3 und einem nachfolgenden • Ausgangspegel UKW-Ausgang: 12 mVeff an 50 Ω
aktiven Tiefpass mit insgesamt 18 dB
pro Oktave nachgefiltert. Dadurch
sinkt der restliche Klirrfaktor von theo-
retisch 21 % auf unter 0,05 %. Zum Ver- einen 38-kHz-Hilfsträger aufmoduliert Dies geschieht über R14 und P1. Als
gleich: Würde man von der Rechteck- ist (der Hilfsträger selbst wird dabei Schaltmodulator dient IC5, phasenrich-
schwingung ausgehen, wäre der rest- unterdrückt) tig gesteuert von IC3.A (Pin 3 von IC3)
liche Klirrfaktor um den Faktor 30 • und dem 19-kHz-Pilotton. und IC2.B (Pin 6 von IC2).
höher. Im ELEKTOR-Labor wurde am In der Summierstufe (an Pin 2 von IC4)
Musteraufbau ein Klirrfaktor von Die drei gewünschten MPX-Testsignale wird dann noch der 19-kHz-Pilotton
0,055 % bei einem Fremdspannungs- lassen sich sehr einfach erzeugen: Der hinzugemischt. Durch Ziehen der
abstand von 86 dB gemessen. Die 594-Hz-NF-Messton liefert bereits das Steckbrücke JP1 lässt sich der Pilotton
Ausgangsamplitude lässt sich mit Mittensignal (Monosignal). Das im 38- aus dem MPX-Signal entfernen, wenn
dem Wert von C3 ändern. kHz-Rhythmus aus- und eingeschal- man die MPX-Modulation mit dem
tete 594-Hz-Signal ergibt, je nach Oszilloskop beurteilen möchte. Ohne
Polung des 38-kHz-Schaltsignals in Abgleich (P1 auf etwa 10 kΩ voreinge-
MPX-Signal Bezug auf die Phase des Pilotsignals, stellt) erhält man schon eine Kanaltren-
Bei der UKW-Stereo-Übertragung wird ein reines Rechts- oder Links-Signal, nung von 35 bis 40 dB, was für die
die Trägerfrequenz des UKW-Senders wenn der 38-kHz-Träger normgerecht meisten Zwecke ausreicht. Nach
mit dem so genannten Multiplex-Sig- sinusförmig ist. Schaltmodulation Abgleich von P1 wurden an einem
nal (MPX) frequenzmoduliert. Dieses bedeutet aber Multiplikation mit einem TCA4500A als Test-Stereodekoder
MPX-Signal besteht aus drei Kompo- Rechteckspektrum. Die Seitenbandam- 50 dB Kanaltrennung gemessen. Das
nenten: plituden der Trägergrundwelle erschei- sind nur 6 mVSS Übersprechen bei
nen dementsprechend größer, und 2 VSS Nutzsignal. C6 und C25 sieben
• dem Summensignal L+R (das „nor- man muss etwas Tonsignal zumischen, Spikes im Ton- bzw. MPX-Signal aus;
male“ Mono-Signal 30 Hz bis 15 kHz)) um das dadurch bedingte gegenpha- C6 unterdrückt auch den Klirrfaktor im
• dem Differenzsignal L-R, das auf sige Übersprechen zu kompensieren. Übersprech-Restsignal.

a 76 kHz

b 38 kHz
2  sin 3 x sin 5 x 
c= ⋅  sin x + + + ...
c 19 kHz π  3 5 
x = 2 π f (c) ⋅ t

a=b
4  sin 3 x sin 5 x sin 7 x
e= ⋅  sin x − − +
{
d = (a = b) =c } 1 π⋅ 2  3 5 7
sin 9 x sin 11 x sin 13 x 
+ − − + + − − ...
x 9 11 13 
e=c+d

8  sin 7 x sin 9 x
1 f= ⋅  sin x + +
f = 2⋅ c + e
√2 x π⋅ 2  7 9
  
= 1+ 2 ⋅ c + d 1,80 sin 15 x sin 17 x sin 23 x
  1 + + − + ...
15 17 23 
050268 - 12

Bild 1. Impulsdiagramme und Fourierreihen des quasi-digitalen Sinusgenerators.

6/2006 - elektor 53
PRAXIS MESSTECHNIK

R25 D1 R31
10k 330 Ω
IC3.A IC5.C IC5.A 1
C22 1N4148
1 C25
3 11 10 13
2 =1
1n R28
1n
IC2, IC3 = 74HC86 12

10k
R27 2 L
S2
IC4 = TLC277 100k R30 R32 +5V
38 kHz M
C24 R29 5k6 100 Ω
IC5 = 74HC4066

10k
IC2.B IC5.B 3 R
1n 6 +5V
4
R26 6 8 9 5
5 =1
10k R14 P1
D2
C23 IC5.D 4 47k
25k
1N4148
1n

+5V +5V

IC1 C6
R9
X1 = 9.728MHz CTR14 IC2.D 68p
C9

10k
7 13 R11
R2 3 11 100n
5 12 =1 IC2.C 5k11
4 IC2.A
1M

10
4 8 2 R3 JP1
5 9 =1 3 2
X1 11 !G 6 1 =1 470k C10
R1 RCX 6 1
10 14 IC4.A
1k RX + 7 R4 R5 3
9 CT 13 19 kHz 47µ
CX 8 180k 15k R10 6V3
15 C4 C5
9 IC3.D

10k
S1
1 13 MPX
11 11
2 =1 IC3.C 47µ
C1 C2 12 100n
12 12 10 IC3.B 6V3
CT=0 3 8 5 R6 S3
47p 56p
13 9 =1 6
4 =1 100k R15
TONE

1k8
74HC4060 R7 R8 C7
593,75 Hz
39k 2k43 6
C11 P2
4n7 7
R12 R13 IC4.B
5
120k 120k 4µ7
+5V 16V 4k7
C3 C8

+5V
22n 1n
16 C26 14 C27 14 C28 8 C29 14 C30
IC1 IC2 IC3 IC4 IC5 R19
8 100n 7 100n 7 100n 4 100n 7 100n 33 Ω
R16
C16 C15 C14 C13

22k
D3
1n 100n 220µ 100n
10V
R33 D5 R34
820Ω *
L1
BB405 R18 33k
1N4148 D6 22k C33
D4 R20 NF
IC6 * sieheText
2k2

S4 1n5
EXT 78L05 +5V
BB405
T1
C18
BT1 18p
C32 C31 C21 R23 R22
HF
9V 470 Ω 68 Ω
100n 4µ7 1n
BF199
R24 R21 R17
16V C20 C19 C17 C12
56 Ω

4k7

1k5

100p 1n 68p
2...22p

050268 - 11

Bild 2. Der Schaltplan des Stereo-Testsenders. Der eigentliche UKW-Sender ist der umrandete Teil mit dem Transistor T1. Der Rest der Schaltung erzeugt die
Modulationssignale, die am NF-Ausgang (R15) zur Verfügung stehen. An C33/R34 kann optional auch ein externes Modulationssignal angeschlossen werden.

UKW-Sender
Der Stereo-Testsender besteht aus einem Signalgenerator für die niederfrequenten Signale (Testton, Pilotton, Multiplexsignal) und
einem kleinen UKW-Sender, der mit diesen niederfrequenten Signalen moduliert wird. Dieser eigentliche UKW-Sender ist die
mit nur einem Transistor aufgebaute Oszillatorschaltung im umrandeten und farblich unterlegten Teil des Schaltplans in Bild 2.
Wer einen Mono-UKW-Testsender bauen möchte, der braucht nur diese Teilschaltung und kann auf den Rest verzichten (auch
R16 wird dann nicht benötigt). An dem gestrichelt gezeichneten RC-Glied C33/R34 kann bei Bedarf ein externes
Modulationssignal angeschlossen werden. Das kann jedes beliebige NF-Signal im Pegelbereich bis etwa 200 mV sein.
Das RC-Glied C33/R34 ist das so genannte Preemphasisglied, das für eine normgerechte Höhenanhebung des
Modulationssignals sorgt. In Europa bedeutet das eine RC-Zeitkonstante von 50 µs (in den USA sind es 75 µs). Das geht hier
ganz einfach: Der Widerstand ist schon vorhanden (R17). Also brauchen wir für C33 nur einen Wert von 33 nF (statt 4µ7) zu
nehmen, und schon haben wir einen Hochpass mit 50 µs Zeitkonstante. Möchte man die Empfindlichkeit des
Modulationseingangs durch einen anderen Wert für R34 verändern, muss man auch C33 anpassen (R34 x C33 muss 50 µs
bleiben!). Zur Anpassung des Pegels kann aber auch einfach ein Poti oder Trimmpoti vorschalten (4k7 oder 10 k). Beachten
Sie bitte die Hinweise am Ende des Artikeltextes, bevor Sie den Oszillator in Betrieb nehmen!

54 elektor - 6/2006
Bau und Teile
1-8620 50
050268-1 R18 R16 R12
ROTKELE )C(
Die Platine (Bild 3) ist auf der Bestück- C15 C16 D3 C14 R17 R13
T C12 C8 C11 C10 S3 T
ungsseite mit einer durchgehenden C7 C9
MPX
Massefläche (Groundplane) versehen. D4 R26

R24

IC4

R11
TONE
C20
HF

C6

C5
Details sind im Bestückungsplan und C23 R15

R10
IC2

R9
R19
R20
P2

C21
auf dem Foto des endgültigen Labor- L1
C19 R5
C29
C18 R3
musters (Bild 4) zu sehen. Die einzige C13 C17 R4 JP1 R14
R22
Spule (L1) soll ohne Abstand auf der 0 EXT
R23 D2 C24 R32
Platine aufliegen. + R21
T1 C27
S2 R
D6 C3 D1 M

D5
R1 R28 L

C32
C2 R6 R27
Da die Stromaufnahme des Testsen- R8 R29

IC1

IC3

IC5
S4

R2
ders nur 12 mA beträgt, hält eine 9-V- +
R7
R30

R33
Alkali-Mangan-Blockbatterie (6F22) BT1 9V C22 C4 P1
-

C1
X1 C25
bei sporadischem Gebrauch das Gerät
IC6 R25 R31
mehrere Jahre betriebsbereit. Zur Bat- T S1
C31 C26 C28 C30
teriezustandskontrolle wird eine ori-
ginelle Lösung mit der LED D3 ver-
wendet, die den Spannungsabfall am 050268-1
(C) ELEKTOR
5-V-Spannungsregler IC6 nutzt und
selbst keinen zusätzlichen Strom ver-
braucht. Die Diode leuchtet, so lange
der Spannungsabfall am Regler mini-
mal etwa 2 bis 2,5 V beträgt. Bei einer
Batteriespannung zwischen 7,5 und
7 V geht die LED allmählich aus und
signalisiert so den fälligen Batterie-
wechsel. Der Betriebsspannungsbe-
reich der Schaltung erstreckt sich von
6,7 V bis 12 V. Dabei ändert sich die
auf 98 MHz eingestellte Oszillatorfre-
quenz nur um etwa 100 Hz. Während
10 Minuten driftet die Frequenz um
nicht mehr als 1 kHz.

Für gelegentliche Messungen im


Labor kann man auch auf ein Gehäuse
verzichten. Aus diesem Grund wur-
den die Anschlüsse für die Schalter S1
bis S4 als Stiftleisten ausgeführt, so
dass man anstelle von Schaltern auch
einfach Jumper verwenden kann. Aus
der gleichen Überlegung heraus ist
das Potentiometer P2 zur Einstellung
des Signalpegels am NF/MPX-Aus-
gang auf der Platine als Trimmpoten-
tiometer ausgeführt. Auch eine BNC-
Buchse für den UKW-Ausgang lässt
sich direkt an die Lötstifte (bei R24)
anlöten. Das heißt: Bei der Verwen-
dung ohne Gehäuse ist lediglich die
Batterie „lose“ angeschlossen, alles
andere ist auf der Platine.
Beim Bestücken der Musterplatinen im Bild 3. Die doppelseitige, nicht durchkontaktierte Platine.
ELEKTOR-Labor wurden die vom
Autor in der Stückliste spezifizierten
Tantalelkos durch normale (radiale)
Elkos ersetzt, ohne einen Einfluss auf tors C18 variieren. Die Frequenz hängt eine Frequenz von 102,7 MHz zu kom-
die Messergebnisse feststellen zu kön- natürlich auch von der Induktivität der men. Mit dem vom Autor in seinem
nen. Es muss also nicht unbedingt Spule L1 und von der Kapazität der Musteraufbau verwendeten Wert von
Tantal sein. Varicaps (Kapazitätsdioden) D3 und D4 15 pF lag die Frequenz sogar etwas
ab. Bei unseren Musterplatinen mus- über 108 MHz. Das kann aber auch
Wie schon angegeben, lässt sich die ste bei einem Wert von 18 pF für C18 daran liegen, dass wir für L1 etwas
Frequenz des Oszillators im UKW- die Spule sogar noch etwas dickeren und versilberten Draht (1,3
Bereich mit dem Wert des Kondensa- zusammengedrückt werden, um auf mm) verwendet haben. >>>

6/2006 - elektor 55
PRAXIS MESSTECHNIK

Bild 4. Die bestückte Labor-Musterplatine.

Wie die meisten Nicht ganz einfach


Kapazitätsdioden ist zu beschaffen ist der
auch die BB405 nur noch Quarz mit der Frequenz
aus Lagerbeständen liefer- von 9,728 MHz. Es handelt
bar. Diese Diode hat einen sich nicht um eine Standardfre-
Variationsbereich von 2 pF (bei quenz. Für solche Sonderfrequenz-
28 V) bis 16 pF (bei 1 V). Bei 3 V Quarze gibt es Bezugsquellen wie
beträgt die typische Kapazität 11 pF Andys Funkladen
und bei 7 V etwa 6 pF. In dem für die (www.andyquarz.de). Spezielle Quarze
Schaltung interessanten Bereich um für ELEKTOR-Projekte sind oft auch bei
5 V beträgt die Steilheit etwa 1 pF/V. Geist-Electronic (www.geist-electro-
Unter den in der Stückliste angegebe- nic.de) erhältlich.
nen Alternativen ist die BB208-03 im höher ist
SOD2323-Gehäuse als einzige noch als bei der
aus laufender Produktion erhältlich. BB405, muss der Wert von Betrieb und Messungen
Die Platine wurde so ausgelegt, dass R17 auf 1 k geändert werden, Am NF-Ausgang hat man mit S3 die
sich auch die BB208-03 bestücken um den Modulationspegel über das Wahl zwischen dem MPX- und dem
lässt. Da die Steilheit der BB208-03 Spannungsteilerverhältnis R16/R17 594-Hz-Sinus-Tonsignal. Mit dem MPX-
bei 5 V mit etwa 1,5 pF/V um 50 % anzupasssen. Signal lassen sich Stereodekoder tes-

Stückliste: P1 = 25 k Trimmpotentiometer
P2 = 4k7 Trimmpotentiometer
D6 = LED rot (low current)
T1 = BF199
IC1 = 74HC4060
Kondensatoren:
Widerstände: C1 = 47 p IC2, IC3 = 74HC86
R1 = 1 k C2 = 56 p IC4 = TLC277 (TS922IN)
R2 = 1 M C3 = 22 n MKT Rastermaß 5 mm
R3 = 470 k IC5 = 74HC4066
C4, C9, C13, C15, C26 ... C30, C32 =
R4 = 180 k 100 n keramisch, Rastermaß 5 mm IC6 = 78L05
R5 = 15 k C5, C10 = 47 µ/6V3 Tantal oder radial
R6, R27 = 100 k C6, C12 = 68 p Außerdem:
R7 = 39 k C7 = 4n7 MKT Rastermaß 5 mm
R8 = 2k4 (oder E96: 2k43) JP1 = 2-polige Stiftleisten + Jumper
C8, C16, C17, C21 ... C25 =
R9, R10, R25, R26, R28, R29 = 10 k 1 n, Rastermaß 5 mm S1 = 1-poliger Schalter (und/oder
R11 = 5k1 (of E96: 5k11) C11 = 4µ7/16 V Tantal oder radial 2-polige Stiftleiste + Jumper)
R12, R13 = 120 k C14 = 220 µ/10 V radial S2 = 1-poliger Schalter, 3 Stellungen
R14 = 47 k C18 = 18 p
R15 = 1k8 (und/oder 3-polige Stiftleiste + Jumper)
C19 = 100 p
R16, R18 = 22 k C20 = 2..22p Trimmkondensator S3, S4 = 1-poliger Umschalter (und/oder
R17 = 1k5 C31 = 4µ7/16 V radial 3-polige Stiftleiste + Jumper)
R19 = 33 Ω
X1 = 9,728-MHz-Quarz (HC-49/U,
R20 = 2k2R21 = 4k7 Spule:
R22 = 68 Ω L1 = Luftspule 6 Wdg. 0,8 mm CuL oder Grundton, Parallelresonanz,
R23 = 470 Ω CuAg, Wickeldorn-Durchmesser 5 mm Bürdekapazität 30 pF, ±10 ppm,
R24 = 56 Ω Erhältlichkeit siehe Text)
R30 = 5k6 Halbleiter:
BT1 = 9 V + Anschlussclip
R31 = 330 Ω D1, D2, D5 = 1N4148
R32 = 100 Ω D3, D4 = BB405 (BB205, BB505, BNC-Anschlussbuchse 75 Ω (optional)
R33 = 820 Ω BB208-03) Platine EPS050268-1

56 elektor - 6/2006
Bild 5. Das Mustergerät des Autors.

Bild 6a. Das Spektrum des HF-Ausgangssignal im


Mono-Betrieb. Die Trägerfrequenz beträgt
102,7 MHz.

(rund
± 300 kHz)
erfolgt mit
dem Trimmkon-
densator C20. Über
das UKW-Signal las-
sen sich die beschriebe-
nen Messungen (Kanaltren-
nung, Klirrfaktor, Rauschab-
stand) für den UKW-Empfänger
insgesamt durchführen. Für die
Messung des Rauschabstands ist es
wichtig, dass der Störhub des Senders
Bild 6b. Das gleiche Signal wie in Bild 6a, aber hier
ausreichend klein ist. Zur Messung
im Stereo-Betrieb.
des Störhubs lässt sich der Quarzoszil-
ten, lator mit dem Schalter S1 komplett
indem abschalten, so dass nur der unmodu-
man den lierte UKW-Träger gesendet wird. Der
Messsender Autor hat so an seinem Muster einen
mit dem MPX- Störhub von nur 60 Hz festgestellt,
Eingang des Stereo- gemessen als Quasi-Peak-Wert im NF-
dekoders verbindet. Band von 20 Hz bis 23 kHz. Das stört
Auf den Abgleich der fast gar nicht – es sei denn, man
Kanaltrennung mit P1 wurde strahlt dieses Signal ab, indem man an
bereits hingewiesen. Mit P2 lässt sich den HF-Ausgang des Senders eine
der Pegel des Testsignals einstellen. Antenne anschließt. Der Betrieb eines
Mit dem MPX-Signal am Eingang des nicht genehmigten Senders ist aber
Stereodekoders kann man neben der durch das Telekommunikationsgesetz
Kanaltrennung auch die Rauschab- verboten. Wie bisher gilt, dass nur
stände und den Klirrfaktor der Stereo- lizenzierte Funkamateure das Privileg Bild 6c. Das MPX-Signal am NF-Ausgang (S2 in
dekoder-Ausgangssignale bestimmen. genießen, selbst gebaute Sender Stellung L oder R).
Mit S2 lässt sich der Messton wahl- betreiben zu dürfen. Auch die kürzlich
weise auf den auf den rechten oder erfolgte Freigabe von Mini-UKW-Sen-
den linken Stereo-Kanal aufschalten. In dern ändert daran nichts, weil zum
der mittleren Stellung des Schalters einen die zulässige Strahlungsleistung
+0
gelangt das Tonsignal gleich stark in auf 50 nW begrenzt ist und zum ande- -10

beide Kanäle, so dass sich die Stereo- ren nur gewerblich hergestellte und -20
-30
Balance überprüfen lässt. im Handel erhältliche Sender zulässig -40
sind. Trotz der geringen HF-Leistung d -50
B
Mit S2 in der Stellung „TONE“ liegt von knapp 3 µW (3000 nW) ist darauf r -60
-70
am Ausgang das 594-Hz-Sinus-Signal, zu achten, dass kein UKW-Signal A
-80

das sich mit seinem niedrigen Klirr- abgestrahlt und der Oszillator so zum -90
-100
faktor für die Messung an NF-Verstär- Sender wird. Wer ein abgeschirmtes -110
kern eignet. Kabel (am besten Koaxkabel) für den -120
20k 22k 25k 30k 32k 35k 42k 45k
Den HF-Ausgang des Testgenerators Anschluss des Senders an den Emp- Hz

kann man direkt mit dem Antennen- fänger verwendet, hat mit Sicherheit
eingang eines UKW-Stereo-Tuners nichts zu befürchten, weil er ja keinen Bild 6d. Das Frequenzspektrum des Signals aus
oder Receivers verbinden. Die Einstel- Sender, sondern nur einen Signalgene- Bild 6c (MPX-Signal im Stereobetrieb).
lung der Senderfrequenz wurde rator zu Messzwecken betreibt. Man erkennt deutlich den noch vorhandenen Rest
bereits beschrieben. Der Feinabgleich 050268-1e des 38-kHz-Hilfsträgers.

6/2006 - elektor 57
PRAXIS FPGA

µC@FPGA
Von Paul Goossens

In dieser Folge bauen wir mit dem FPGA ein einfaches


Mikrocontroller-System auf. Zum Einsatz kommt ein frei
verfügbarer 8052-Controller, der auch die I2C-Schnittstelle
der Experimentierplatine steuert. Endziel ist diesmal die
Realisierung eines Vierkanal-Multimeters.

In diesem Teil unseres Kurses steht ein fikationen werden wir in der
8052-Core (= Kern) im Mittelpunkt, der nächsten Kurs-Folge einge-
von einem „Open-core“ T51 abgeleitet hen.
wurde. Wir haben ihn so modifiziert, Hier ist wichtig zu wissen,
dass er ohne Einschränkungen zu dass dieser Controller
unserem FPGA-Modul passt. 8 KByte Programmspeicher
Auf die interne Arbeitsweise dieses und 4 KByte XRAM besitzt.
Controllers kann im Rahmen unseres Außerdem ist er kompatibel
FPGA-Kurses leider nicht eingegangen mit dem Standard-8052, so
werden. Wir müssen uns hier auf das dass die üblichen Entwick-
Anbinden an die umgebenden digita- lungstools verwendbar sind.
len Bausteine und den praktischen
Einsatz beschränken. Beides wird am
Beispiel eines Vierkanal-Multimeters PLL
gezeigt. Im Entwurfsbeispiel arbeitet der
8052 mit 25 MHz Taktfrequenz. Dieses
Taktsignal könnte aus dem vorhande-
Cores nen 50-MHz-Taktsignal mit Hilfe eines
Das Entwurfsbeispiel besteht wie Flipflops abgeleitet werden. Hier
immer aus mehreren Komponenten, sie haben wir uns aber dafür entschie-
befinden sich diesmal im Ordner „ex9“ den, zu diesem Zweck zwei PLLs des 8052
des zugehörigen Software-Pakets FPGAs zu verwenden. Mit den PLLs Da es
(060025-3-11). Nach Öffnen der Projekt- kann man aus dem 50-MHz-Taktsignal einige Zeit dau-
datei in diesem Ordner erscheint ein von IC7 ein Taktsignal mit niedrigerer ert, bis ein stabiles 25-
grafisches Schema auf dem Bildschirm, Frequenz ableiten. Einsetzbar sind die MHz-Taktsignal anliegt, wird das
wie es Bild 1 zeigt. Zentrales Element PLLs mit Hilfe der IP-Cores, die unter Reset-Signal über eine logische OR-
des Schemas ist der Block mit der der Bezeichnung „Megafunctions“ im Funktion aus dem Signal am Eingang
Bezeichnung „T8052“. Dieser Block Software-Paket von Quartus enthalten „switch 1“ und dem invertierten Aus-
stellt den 8052-Controller dar. Die sind. Die Megafunktionen gehören zur gangssignal „locked“ der PLL gebil-
zugehörigen Dateien befinden sich in gleichen „Symbol toolbox“ wie zum det. Dadurch ist sicher gestellt, dass
den Ordnern „T51“ und „Altera Beispiel die Symbole der Eingänge. der Controller im Reset-Zustand bleibt,
Cyclone“. Was die Handhabung dieser Symbole so lange die PLL noch nicht vollstän-
betrifft, verweisen wir auf die Anlei- dig eingerastet ist. Außerdem kann der
Der Controller ist eine angepasste Ver- tung zu Quartus. Im vorliegenden Fall Reset-Zustand auch durch Drücken
sion des frei verfügbaren 8052-Cores, ist die Megafunktion so eingestellt, von Taster S1 auf der Experimentier-
der auf www.opencores.com zu finden dass aus dem 50-MHz-Taktsignal ein platine herbeigeführt werden. Die bei-
ist. Wir haben die Speicherverwaltung 25-MHz-Taktsignal generiert werden den externen Interrupt-Eingänge lie-
so geändert, dass der Controller den kann. Nach dem Starten der PLL ver- gen an „0“ (Masse) und bleiben in die-
internen Speicher des FPGA effizienter geht eine gewisse Zeit, bis ein stabiles sem Entwurfsbeispiel unbenutzt. Die
nutzt. Ferner haben wir ein Wishbone- Taktsignal zur Verfügung steht. Der I/O-Ports P0...P3 bedürfen etwas nähe-
Interface hinzugefügt. Auf diese Modi- Ausgang „locked“ wird dann „1“. rer Betrachtung. Die Ports eines Stan-

58 elektor - 6/2006
FPGA-Kurs (3): Cores/SystemOnChip
dard-8052 können abhängig von der verbunden werden. gang logisch „1“ liegt, kann über den
Art des Zugriffs als Eingänge und Zuletzt noch ein Wort zu Eingang Ausgang Strom hinein- oder herausflie-
Ausgänge definiert werden, sie XRAM_AC. Dieser Eingang gehört zum ßen, abhängig vom logischen Signal
sind folglich bidirektional. Wishbone-Bus, den wir im folgenden am Puffer-Eingang. Liegt am Enable-
Bei FPGAs ist es meist Teil unseres FPGA-Kurses betrachten. Eingang „0“, ist der Ausgang hochoh-
nicht möglich, mit bidi- mig. In diesem Fall kann ein externer
rektionalen Signalen Baustein ein beliebiges Signal auf die
zu arbeiten. Deshalb I2C Leitung legen, ohne dass ein Kurz-
gehört hier zu Der I2C-Bus besteht aus zwei bidirek- schlussstrom fließt. Das Signal am
jedem Port des tionalen Signalleitungen. Wie schon Ausgang des Eingangspuffers gibt den
8052 sowohl ein erwähnt, lassen sich allein mit einem logischen Zustand des Port-Anschlus-
8-bit-Eingang FPGA meistens keine bidirektionalen ses wieder, unabhängig davon, ob der
als auch ein 8- Signalleitungen realisieren. Der von Ausgangspuffer aktiv ist.
bit-Ausgang. uns verwendete FPGA ist eine Aus- Bekanntlich müssen I2C-Signale auf
Nicht benutzte nahme, hier sind bestimmte I/O-Lei- offene Kollektor-Ausgänge geführt
Eingänge wer- tungen auch bidirektional konfigurier- werden. Das bedeutet, dass die ange-
den einfach bar. In unserem Schema haben wir schlossenen Bausteine die Busleitun-
mit den zuge- zwei bidirektionale Anschlüsse vorge- gen nur belasten dürfen, wenn sie eine
hörigen Aus- sehen. Sie sind in der gleichen Liste Leitung nach „0“ ziehen. Im Entwurfs-
gängen des wie die übrigen Ein- und Ausgangslei- beispiel sind deshalb die Eingänge der
gleichen Ports tungen zu finden, dort sind sie mit Ausgangspuffer mit Masse verbunden.
verbunden. „bidir“ bezeichnet. Bidirektionale Die I2C-Leitung wird immer dann nach
Wenn zum Bei- Anschlüsse können erst genutzt wer- Masse gezogen, wenn am Enable-Ein-
spiel Bit 0 von den, wenn man ihnen bidirektionale gang logisch „1“ liegt. In diesem Fall
Port P3 nicht als Puffer vorgeschaltet. In diesem Fall wird der Enable-Eingang, der für das
Eingang benutzt wenden wir das Symbol „ALT_IOBUF“ SDA-Signal zuständig ist, mit dem
wird, muss diese an, das aus einem Ausgangspuffer mit invertierten Signal von Bit 0 des Aus-
Leitung mit Bit 0 des Enable-Eingang und einem Eingangs- gangs von Port P0 gesteuert. Eine „0“
Ausgangs von Port P3 puffer besteht. Wenn am Enable-Ein- hat eine „1“ am Enable-Eingang zur

Bild 1. Schaltung des entworfenen „Embedded system“.

6/2006 - elektor 59
PRAXIS FPGA

I2C-Bus
SLAVE mit einem ACK,
indem er seinerseits die
SDA-Leitung nach Masse
Auf der Experimentierplatine sind die Bausteine, die über die zieht. Nach dem Senden
Steckverbinder K3 und K5 digitale und analoge aller zu übertragenden
Verbindungen zur Außenwelt herstellen, über einen I2C-Bus Bytes schließt der Master
an den FPGA angebunden. Auch das LC-Display wird über den Vorgang mit einer
den I2C-Bus gesteuert. STOPP-Kondition ab.
Das nebenstehende Diagramm zeigt den generellen zeit- Leseoperationen über den
lichen Ablauf der Signale auf einem I2C-Bus. Die Signale I2C-Bus haben folgenden
werden von den angeschlossenen Bausteinen über Open- Ablauf: Nach Senden der START-Kondition und der Baustein-
drain-Ausgänge auf die Leitungen SDA und SCL gelegt. Die Adresse, bei der das LSB logisch „0“ ist, antwortet der
Bausteine können die Signalleitungen an Masse legen, das SLAVE auch hier mit einem ACK. Anschließend setzt der
Ziehen auf die Betriebsspannung ist nicht möglich. Solange SLAVE das erste Bit (MSB) des zu sendenden Bytes auf die
kein Baustein die Leitungen nach Masse zieht, liegen sie SDA-Leitung. Beim Empfang des Bits generiert der MASTER
über externe Pull-up-Widerstände an der Betriebsspannung. einen Taktimpuls, und nachdem alle Bits empfangen sind,
Die Kommunikation beginnt immer mit einer so genannten quittiert der Master den Empfang des aus acht Bits bestehen-
START-Kondition. Ihr Kennzeichen ist eine negativ gerichtete den Bytes mit einem ACK. Der MASTER entscheidet, ob er
Flanke auf der SDA-Leitung (Data), während die SCL-Leitung ein zweites Byte liest oder die Leseoperation durch eine
(Clock) auf hoher Spannung liegt. Anschließend geht die STOPP-Kondition beendet.
SCL-Leitung ebenfalls auf niedrige Spannung. Die Für das Verständnis ist wichtig, dass das Taktsignal zu jeder
Kommunikation endet mit einer so genannten STOPP- Zeit vom MASTER generiert wird. Der SLAVE kann das
Kondition. Hier geht zuerst die SCL-Leitung auf hohe Taktsignal nur beeinflussen, indem er es verzögert. Dies
Spannung, anschließend geht die SDA-Leitung ebenfalls auf geschieht wie folgt:
hohe Spannung. So lange die SCL-Leitung auf hoher
Spannung liegt, darf die SDA-Leitung ihren Zustand nur Nachdem der MASTER seinen SCL-Ausgang in den hoch-
innerhalb der START- oder STOPP-Kondition ändern. ohmigen Zustand versetzt hat, wartet der MASTER so lange,
bis die SCL-Leitung logisch „1“ ist. Ein SLAVE kann während
Nach der START-Kondition sendet der MASTER zuerst die dieser Zeit die SCL-Leitung auf „0“ halten, zum Beispiel
Adresse des Bausteins, mit dem die Kommunikation stattfin- wenn er Zeit zum Verarbeiten von Daten benötigt. Auf diese
den soll. Die Adresse ist ein 8-bit-Wort, wobei das letzte Bit Weise kann der SLAVE die Kommunikation verzögern.
(LSB) angibt, ob eine Lese- oder Schreiboperation folgt. Bei
einer Leseoperation ist dieses Bit logisch „1“. Die
übrigen sieben Bits werden für die Baustein- ADDRESS: 10010010 (Write) ACK
Adressierung benutzt. from master from slave

Der adressierte Baustein zieht die SCL-Leitung


während des neunten Taktimpulses nach Masse
und gibt dadurch zu erkennen, dass er bereit ist. SDA 1 0 0 1 0 0 1 0 0
Diese Rückantwort wird auch mit „ACK“
(Acknowledge) bezeichnet.
Wenn das achte Bit logisch „1“ ist, sendet der SCL
MASTER anschließend das erste Byte. Er setzt das
MSB auf die SDA-Leitung und generiert anschlie-
START
ßend einen Taktimpuls. In gleicher Weise über-
trägt der MASTER alle übrigen Bits bis zum LSB. Sending some bytes.......
060025 - 3 - 11 same as sending the address
Während des neunten Taktimpulses antwortet der

Folge, die SDA-Leitung wird dadurch grammspeicher ist im T8052 integriert, Setup-Programm gestartet werden.
nach Masse gezogen. dieser Speicher ist ebenfalls eine Wir empfehlen, alle Standard-Einstel-
Über Bit 6 des Eingangspuffers von Megafunktion. Während der Compilie- lungen unverändert zu übernehmen.
Port P0 kann der logische Zustand der rung benutzt diese Megafunktion die Die Frage, ob SDCC zum Standard-Pad
SDA-Leitung zu jeder Zeit abgefragt Datei „firmware.hex“ im Ordner „firm- hinzugefügt werden soll, muss mit
werden. ware“ zum Laden des Programmspei- „Ja“ beantwortet werden.
Mit dem SCL-Signal wird in gleicher chers. Wir werden noch zeigen, wie Die zugehörige Firmware befindet sich
Weise verfahren, hierfür sind lediglich die Software auf einfache Weise in den im Ordner „ex9/firmware“. Die dort
andere Bits von Port P0 zuständig. Speicher geladen werden kann. außerdem vorhandene Datei
Nachdem diese Konstruktion implemen- „make.bat“ enthält die für die Compi-
tiert ist, kann das I2C-Protokoll auf der Das Programm für dieses Entwurfsbei- lierung notwendigen Ablaufschritte.
Ebene der Software realisiert werden. spiel wurde mit dem frei verfügbaren Durch Doppelklicken auf „make.bat“
Compiler SDCC erstellt, er kann von wird die Compilierung der Firmware
der SDCC-Homepage heruntergeladen gestartet.
Firmware werden. Das Programm lässt sich nur Die „Intelligenz“ des Entwurfsbei-
Die Frage, wo sich denn nun das Pro- mit Hilfe des Compilers an eigene Ent- spiels steckt vollständig in der Firm-
gramm für den Controller befindet, ist wicklungen anpassen. Nach dem ware. Die Firmware erledigt Aufgaben
wie folgt zu beantworten: Der Pro- Download muss wie üblich zuerst das wie zum Beispiel das Steuern des I2C-

60 elektor - 6/2006
Bild 2. Auslesen des Speichers über JTAG.

Bild 3. Neue Firmware laden.

6/2006 - elektor 61
PRAXIS FPGA

Busses, des A/D-Wandlers und des Stelle der Speicherplatz-Inhalte Frage- Quartus überträgt daraufhin den Inhalt
LCD-Moduls. Der Quellcode ist unkom- zeichen („?“) stehen. Wählen Sie den dieser Hex-Datei in den Speicherpuffer.
pliziert; wenn einige Kenntnisse in C Programmspeicher aus, indem Sie auf Normalerweise erscheint gleichzeitig
vorhanden sind, dürfte das Anpassen „PROG“ klicken. Im oberen Teil des eine Warnung, die darauf hinweist,
kein Problem sein. Fensters finden Sie den Text „Instance dass die Größe der Hex-Datei nicht mit
manager:“, zusammen mit mehreren der Größe des Speicherpuffers überein-
Schaltflächen. Klicken Sie auf den But- stimmt. Diese Warnung können Sie
Praxis ton, der sich links außen befindet. Er ignorieren.
Starten Sie die Software und konfigu- zeigt das Symbol eines Dokuments mit
rieren Sie den FPGA mit dem Ent- nach oben gerichtetem Pfeil und hat Drücken Sie nun auf der Experimen-
wurfsbeispiel aus dieser Folge des die Bezeichnung „Read“. tierplatine Taster S1, so dass der Con-
FPGA-Kurses. Sie finden die Dateien troller im FPGA zurückgesetzt wird,
im Ordner „ex9“. Nachdem der FPGA Daraufhin liest Quartus den Pro- und halten Sie den Taster gedrückt. Kli-
konfiguriert ist, erscheint auf dem LC- grammspeicher-Inhalt und macht ihn cken Sie mit der Maus auf „Write“;
Display zunächst eine Willkommens- im darunter liegenden Teil des Fen- dies ist der Button, der das
botschaft. Etwa vier Sekunden später sters sichtbar (Bild 3). Die dadurch ver- Symbol eines Dokuments
wechselt die Anzeige, und es werden ursachte zusätzliche Belastung des zusammen mit einem
kontinuierlich die Spannungen an den 8052 ist äußerst gering, sie ist norma- nach unten gerich-
vier analogen Eingängen der Experi- lerweise nicht bemerkbar. teten Pfeil zeigt.
mentierplatine angezeigt. Durch das Das hat zur

Bild 4. Speicherort der Firmware auf der Festplatte angeben.

Konfigurieren des FPGAs ist ein Vier- Folge, dass


kanal-Multimeter entstanden! Neue Firmware der Inhalt des
Der FPGA ist damit zu einem Control- Als Nächstes können Sie einen Ver- Speicherpuffers
ler mit integriertem Programm- und such starten, die Firmware zu modifi- über die JTAG-
Arbeitsspeicher geworden. Unsere zieren. Ändern Sie die Zeichenkette in Schnittstelle in den
Anpassungen, die wir an der Zeile 57 beispielsweise in „Test“ um. FPGA-Speicher geladen wird.
ursprünglichen Controller-Version vor- Speichern Sie den geänderten Quell- Danach können Sie Taster S1 los-
genommen haben, machen das code und doppelklicken Sie im Ordner lassen. Der auf dem LC-Display
Betrachten und Ändern der Speicherin- „ex9/firmware“ auf „make.bat“, so erscheinende Willkommenstext muss
halte unter Quartus möglich. Gehen dass SDCC den geänderten Quellcode nun verändert sein. Das ist der Beweis
Sie in Quartus zum Menü „Tools“ und neu compiliert. Das Ergebnis ist eine dafür, dass der 8052 mit der modifizier-
klicken Sie auf „In-System Memory neue Version der Datei „firmware.hex“. ten Firmware arbeitet.
Content Editor“, so dass das in Bild 2 Gehen Sie zurück zum „In-System
wiedergegebene Fenster erscheint. Memory Content Editor“, führen Sie
Links oben sind zwei Speicher angege- den Mauszeiger in das Datenfeld und Eigeninitiative
ben, sie haben die Bezeichnungen klicken Sie mit der rechten Maustaste. Wir empfehlen Ihnen, bis zum Erschei-
PROG und XRAM. In PROG befindet In dem sich öffnenden Kontext-Menü nen der nächsten Folge unseres FPGA-
sich das Programm, das vom 8052 aus- wählen Sie „Import Data from File...“. Kurses eigene Erfahrungen mit dem
geführt wird. In diesem Moment kennt Gehen Sie nun zum Ordner „firmware“ 8052 zu sammeln. Sie können zum Bei-
Quartus den Speicherinhalt noch nicht, und wählen Sie die neue Datei „firm- spiel den Inhalt des Ordners „ex9“ in
was daran erkennbar ist, dass an ware.hex“ aus. einen Ordner eigener Wahl kopieren

62 elektor - 6/2006
und dort beliebig experimentieren.
Denken Sie daran, dass der Compiler STD_LOGIC
die Firmware in einem vorgegebenen Schon im ersten Teil des FPGA-Kurses wurde von Signalen des Typs
Ordner sucht. Die Angabe des Spei- STD_LOGIC Gebrauch gemacht. Signale dieses Typs können verschiedene
cherorts lässt sich leicht ändern:
Zustände haben, wir haben bisher nur die Zustände „1“ und „0“ kennen
Gehen Sie im „Project Navigator“ zur
gelernt. Weitere wichtige Zustände von Signalen des Typs STD_LOGIC sind die
Karteikarte „Hierarchy“. Klicken Sie
auf das Plus-Zeichen („+“) neben dem Zustände „Z“ und „–“.
Text „T8052“. Es erscheint eine Liste, Beim Zustand „Z“ ist die Signalleitung hochohmig. Der hochohmige Zustand
die unter anderem den Eintrag kann zum Beispiel am Ausgang eines Puffers mit Enable-Eingang auftreten. Es
„rom_cyclone“ enthält. Doppelklicken wird dringend empfohlen, diesen Zustand nicht auf interne Signale des FPGAs
Sie auf diesen Eintrag. Nun erscheint anzuwenden. Die meisten FPGAs sind nicht in der Lage, interne hochohmige
das erste Fenster des so genannten
Zustände zu generieren. Im Gegensatz dazu können die meisten FPGAs (eben-
„MegaWizard Plug-In Manager“.
so wie der hier verwendete FPGA) ihre I/O-Anschlüsse in den hochohmigen
Durch wiederholtes Klicken auf
„Next“ gehen Sie bis zum Zustand versetzen, so dass hier der Zustand „Z“ erlaubt ist.
siebten Fenster, es ist Der mit dem liegenden Strich („–“) bezeichnete Zustand ist der Zustand „Don’t
in Bild 4 darge- care“. Wenn ein Signal diesen Zustand hat, bedeutet dies für den Compiler,
stellt. Geben dass es für die Gesamtfunktion des Systems gleichgültig ist, ob das Signal „1“
Sie in diesem oder „0“ ist. Dadurch kann der Compiler möglicherweise die Funktionen ver-
einfachen, so dass sie im FPGA weniger Ressourcen in Anspruch nehmen.
Die I2C-Schnittstelle wurde in Quartus mit einem Puffer des Typs ALT_IOBUF rea-
lisiert. Dies ist ein Puffer mit Enable-Eingang . Unabhängig vom Eingangssignal
wird der Ausgang eines solchen Puffers hochohmig, sobald der Enable-Eingang
auf „0“ geht. Der Signalzustand am Ausgang (I/O-Leitung des FPGA) ist über
einen zweiten Puffer zugänglich.

Opencores
Der für das Entwurfsbeispiel verwendete 8052-Core ist eine abgewandelte
Version des T51-Cores. Dieser Core steht auf der Website www.opencores.com
zum freien Download zur Verfügung. Cores werden auch „Intellectual Property“
(IP) genannt.
Alle Cores bei www.opencores.com sind frei verfügbar, sie können ohne
Entgelt in Projekte beliebiger Art implementiert werden. Die Änderungen am
T51-Core wurden hauptsächlich vorgenommen, um diesen Core optimal an den
internen Speicher der Cyclone-FPGAs anzupassen. Die interne Arbeitsweise des
8052-Core soll hier nicht betrachtet werden. Zum einen würde dies den
Fenster den
Rahmen des FPGA-Kurses sprengen, zum anderen ist das Verständnis der inne-
exakten Spei-
cherort und den ren Vorgänge für den Anwender auch nicht notwendig. Ein Core kann ohne
Namen der Hex- weiteres als „Black Box“ betrachtet werden, die eine bestimmte Funktion erfüllt.
Datei ein, die als Firm- Sämtliche für den Core benötigten Dateien sind im Ordner „T51“ zusammenge-
ware verwendet werden
fasst, wobei die VHDL-Dateien in ihrer Gesamtheit den 8052-Controller bilden.
soll. Klicken Sie zum Schluss auf
Das Top-Level-Dokument ist die Datei T8052.vhdl, sie ist die einzige Datei, auf
„Finish“. Wichtig ist, dass alle übrigen
Einstellungen unverändert bleiben! Sie die unmittelbar zugegriffen werden muss. Das Implementieren dieses Cores in
können nun Ihre eigene Firmware-Ver- eigene Entwicklungen ist nicht allzu schwierig. Es wird empfohlen, den Inhalt
sion compilieren und in den FPGA- des Ordners „ex9“ in einen Ordner eigener Wahl zu kopieren und dort die
Speicher laden. gewünschten Modifikationen vorzunehmen.
(060025-3)gd
Die meisten Signalbezeichnungen des 8052-Cores sind selbsterklärend, ledig-
lich die mit „XRAM“ beginnenden Bezeichnungen bedürfen einer kurzen
Erklärung. Diese Signale bilden zusammen einen so genannten Wishbone-Bus,
Weblinks: er wird in der nächsten Folge des FPGA-Kurses näher betrachtet. Hier ist
www.opencores.com zunächst nur wichtig, dass bei fehlender Anwendung dieses Busses das Signal
www.sourceforge.com XRAM_ACK stets logisch „1“ sein muss. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass
der Controller hängen bleibt.
http://sdcc.sourceforge.net

6/2006 - elektor 63
PRAXIS WORKSHOP

Die besagte Patrone von HP, Typ 51640M, auch genannt „Typ 40“. Die noch unberührte Patrone. Im Vergleich dazu sehen die von uns
Angeblich kann sie mindestens zehn Mal nachgefüllt werden. verwendeten Exemplare ziemlich zerrupft aus.

Elektronischer Zaub
Von Jeroen Domburg & Thijs Beckers

In dieser Woche begeben wir uns mit dem Workshop auf das Gebiet der zwar nicht
besonders nützlichen, aber umso amüsanteren Schaltungen. Mit der hier vorgestellten
Variante wird eine handelsübliche Druckerpatrone zu einer Art „Zauberstift”. Führt man
ihn übers Papier, schreibt er vorgegebene Texte wie von Geisterhand – und das sogar
auf Wasser. Neugierig geworden? Dann lesen Sie weiter!

Die mit der Patrone verbundene Schaltung. Der Einschaltknopf ist gut Zur Montage wurde breites Klebeband verwendet. Es ist auch zum
zugänglich angebracht. Fixieren der Batterie geeignet.

64 elektor - 6/2006
Die Schaltung kommt ohne Platinenlayout aus, da sie gut auf ein
Auch die Unterseite lässt den experimentellen Charakter erkennen.
Experimentierboard passt.

erstift Drucken ohne Drucker


Das „Whiteboard“ eines Zimmernachbarn lud den Autor genannter „Nozzles” - kleiner Löcher, aus denen mikro-
immer wieder zu frechen Kritzeleien ein. Doch das war skopisch feine Tintentröpfchen aufs Papier geschossen
bald zu mühsam. Statt der krakeligen Schrift sollte man werden. Das Prinzip variiert dabei von Hersteller zu Her-
einen gut lesbaren Stempelabdruck hinterlassen können steller. Im hier betrachteten Fall handelt es sich um ein
– und das nach Jeroenscher Manier natürlich elektro- thermisches Verfahren.
nisch gesteuert. Gesagt, getan. Die Patrone eines Tinten- Der Druckkopf besteht aus einer Siliziumplatte, die mit fei-
strahldruckers wurde kurzerhand zu einem „Zauberstift“ nen Kanälen versehen sind, welche zum Tintenbehälter
umgemodelt. führen. Die Kanäle münden an der Oberfläche des
Blocks in die bereits beschriebenen Löcher (Nozzles).
In der Mitte der röhrenförmig ausgebildeten Kanäle befin-
Die Patrone den sich mikroskopisch kleine Heizwiderstände, die wäh-
Die Patrone eines Tintenstrahldruckers ist ein sehr hoch rend einer extrem kurzen Zeit von ungefähr 10 ms durch
entwickeltes, komplexes System mit hunderten so einen hohen Strom erhitzt werden. Dabei verdampft die

... wenn man die Anordnung über ein Blatt Papier führt und
Das kommt heraus, ...
den Knopf drückt.

6/2006 - elektor 65
PRAXIS WORKSHOP

Das Gerät funktioniert auch wunderbar auf den „Whiteboards“ Doch damit nicht genug. Das abgebildete Objekt wird nicht nur
genannten Tafeln – und darum ging es dem Entwickler in erster Linie… Studenten bekannt vorkommen …

im Kanal vorhandene Farbe, wobei der dadurch entste- tionsprinzips eine abweichende Anschlussbelegung auf-
hende Überdruck (Dampf benötigt mehr Volumen als Flüs- weisen können.
sigkeit) die Farbe explosionsartig nach außen katapul-
tiert. Da diese Vorgänge auf kleinstem Raum geschehen,
erreicht die Tinte mit hoher Geschwindigkeit und großer Nozzles
Präzision die richtige Stelle auf dem Papier. Die erste Generation der Tintenstrahldrucker verwendeten
In einem Tintenstrahldrucker werden Papier und Druck- noch Patronen mit 24 Nozzles, die auf einfache Weise
kopf mittels eines Motors über eine Positionierungseinrich- angesteuert wurden: Das eine Ende aller Heizwiderstände
tung automatisch an die richtigen Stellen bewegt. Für war mit einem gemeinsamen Anschluss verbunden, und
unseren „Zauberstift“ benötigen wir jedoch nur die alle anderen Enden besaßen einen eigenen Anschluss. Da
Patrone in Verbindung mit ein wenig Steuerungselektro- alle Anschlüsse direkt zum Stecker geführt wurden, waren
nik. Für die Bewegung sorgt der Anwender, der während sie mit einem Messgerät leicht zu identifizieren.
des Druckens die Patrone möglichst gleichmäßig über Bei neueren Patronen ist das ganze etwas komplizierter:
das Papier führen muss. Das ist nach einiger Übung gar Das hier verwendete Exemplar verfügt über 100 Nozz-
nicht schwer. les. Die Anzahl der Anschlüsse ist allerdings geringer: HP
Bei der ausgewählten Patrone handelt es sich um den Typ hat eine Art „Wegwerf-Elektronik” in die Patrone einge-
HP 51640M, auch bekannt als „HP type 40, magenta“. baut, die für die richtige Ansteuerung aller Nozzles sorgt.
Die Schaltung wurde nur mit der Magenta- und Cyan- Da stellt sich für den Hobby-Elektroniker natürlich die
Patrone getestet, aber es ist offensichtlich, dass alle Patro- Frage nach dem Innenleben dieser Elektronik, denn ohne
nen des Typs 40 die gleiche Pin-Belegung haben (also eine geeignete Ansteuerungsmethode ist sie für unsere
auch gelb und schwarz). Andere Patronentypen sollten Zwecke nutzlos. Wie verhält es sich mit eventuellen Multi-
nicht verwendet werden, da sie trotz des gleichen Funk- plexern und Schieberegistern? Gibt es eine Matrix zur

Nach einigen -zig Sekunden verschwindet die Schrift jedoch wieder.


Da die Tropfen so klein und leicht sind, kann selbst auf die Oberfläche
Hier kann man im wahrsten Sinne des Wortes von einer „guten
von Wasser geschrieben werden.
Auflösung” der Schrift sprechen…

66 elektor - 6/2006
teilt. Der Druckkopf besteht aus zwei Reihen von Löchern;
jede Reihe besitzt vier Sektoren. Jeder Sektor verfügt über
einen eigenen Versorgungsanschluss. Wird dort eine posi-
tive Spannung von 20 V angelegt, können die Nozzles im
Sektor aktiv werden. Ob dies geschieht, hängt von den
Spannungen an den Nozzle-Eingängen ab. Wird eine
positive Spannung an einen Nozzle-Eingang gelegt, so
kommt tatsächlich Tinte aus der entsprechenden Öffnung.
Liegt keine Spannung an, so geschieht nichts.
Bild 1 zeigt die Positionen der verschiedenen Eingänge.

Spannung
Der Rest der Schaltung besteht aus einem Mikrocontroller
des Typs ATTiny2313, ein wenig Elektronik zur Kommuni-
kation mit der Patrone und einem DC/DC-Konverter zur
Erzeugung der benötigten 20 V. Natürlich dürfen auch
ein 7805 für die Versorgung des Mikrocontrollers und
…und auch hier funktioniert unser „Zauberstift“. Doch Achtung: eine 9-V-Batterie für die Elektronik nicht fehlen (Bild 2).
Die Tinte ist nicht gerade gesund. Der DC/DC-Konverter besteht aus L1, D1, T1, C4, R1
und der PWM-Hardware des Mikrocontrollers. Diese Bau-
teile bilden zusammen einen einfachen „Buck-Konverter“,
der wie folgt funktioniert.
Ansteuerung? Um diese Fragen zu beantworten, bedarf Der Mikrocontroller versucht, die Spannung von PD6 auf
es entweder eines Logik-Analysers oder einer genialen 2,5 V zu halten. Dies geschieht durch das Verlängern
Idee. Das Öffnen der Druckerpatrone hilft auch nicht wei- oder Verkürzen der an PD5 zur Verfügung stehenden
ter, da man außer ein paar Leiterbahnen und einem Pulse. Die Pulse sorgen dafür, dass T1 leitend wird,
undefinierbaren IC nichts weiter findet. wodurch ein Strom durch L1 fließt. Wenn T1 sperrt, fließt
Letztendlich ist dem Autor nach langem Nachdenken eine wegen L1 noch ein kurzzeitiger Strom. Dadurch wird C4
Lösung eingefallen, die aus der Genforschung stammt: über D1 geladen. Durch diesen Ladestrom kann sich die
Deaktiviert man ein Gen und wartet ab, was mit dem Spannung über C4 so weit erhöhen, dass sie größer wird
Organismus geschieht, so findet man heraus, welchem als die Versorgungsspannung. Über R1 wird die Span-
Zweck das betreffende Gen dient. Diese Methode ist in nung an PD6 geführt. Auf diese Weise hält der Mikrocon-
der Tat auch bei Druckerpatronen möglich: Isolieren Sie troller die Spannung über C4 auf einem stabilen, mit R1
einzelne Kontakte der Patrone mit Klebeband und fest eingestellten Wert von 20 V. Bringen Sie das Poti am
schauen Sie nach, was beim Drucken passiert. Anfang auf Mittelstellung und bewegen Sie den Schleifer
langsam nach Masse, damit sich die Spannung bis auf
Nach langem Herumprobieren ergab sich, dass genau den Wert von 20 V erhöht.
drei Anschlüsse ausreichten (einer davon Masse), um ein
Nozzle anzusteuern und damit eine dünne Linie zu zeich-
nen. Mit dieser Information, einem Mikrocontroller und Ansteuerung
einem auf 20 V eingestellten Labornetzteil sowie nicht Neben der PWM-Logik ist im Mikrocontroller auch noch
zuletzt viel Mühe gelang es dem Autor, hinter das ein einfacher Zeichengenerator einprogrammiert.
Geheimnis der Druckerpatrone zu kommen. Obwohl sich theoretisch ein auf einer Matrix von 32
Die Patrone ist in 8 Sektoren mit jeweils 17 Nozzles aufge- Nozzles basierender Zeichensatz programmieren ließe,
wurden lediglich Zeichen mit 8 x 8 Pixeln definiert. Die
Auflösung wurde absichtlich so niedrig gewählt, damit
das 2-k-Flash-ROM des Mikrocontrollers ausreicht. Bei
Verwendung von Mikrocontrollern mit mehr Speicherplatz
sind natürlich auch höher aufgelöste Zeichen möglich.
Anhand der im Flash-Rom gespeicherten Informationen
werden die Zeichen generiert und zu den Nozzles
weitergeleitet. Die Sektoren werden nacheinander akti-
viert. Jedes Mal, wenn ein Sektor aktiv ist, wird ein einzi-
ges Nozzle angesteuert. Der Grund dieser Vorgehens-
weise besteht darin, dass sich ansonsten im Druckerkopf
ein lokales Vakuum bilden würde. Dies wiederum würde
den Tintenfluss kurzzeitig unterbrechen. Durch das
abwechselnde Ansteuern der Nozzles haben diese genü-
gend Zeit, um sich wieder mit Tinte zu füllen.
Die Sektorleitungen der Patrone (C1 bis C4) aktivieren
bei einer Spannung von 20 V den betreffenden Sektor.
Dies erfolgt mit den Transistoren T2 bis T5 und T6 bis T9.
Die doppelte Transistorstufe erscheint auf den ersten Blick
überflüssig. Warum nicht T6 bis T9 direkt mit dem Mikro-
Zum Schluss noch ein Tipp für den Hausfrieden: Experimentieren Sie
controller verbinden? Doch dies würde zu Problemen füh-
niemals mit Tintenpatronen auf der guten Wohnzimmertischdecke. Ihre
ren: Im Mikrocontroller befinden sich ESD-Dioden, die
Frau, Freundin oder Mutter wird es Ihnen danken!
Spannungen über und unter der Versorgungsspannung

6/2006 - elektor 67
PRAXIS WORKSHOP

IC2 +20V
4x BC560
78L05 T6
R2
4x BC550
T2 4k7

GND GND R C C1 C2

22µ 25V 22µ 25V T7


C3
C1 R GND R1 R3
4k7
100n T3
L1

R4 GND R C 20
* 3
PD1 T9
1 4 R4
C2 R GND R5 RESET PA1
4k7
5 T4
IC1 PA0
BT1 6
PD2
R0 GND R C
T9
9V R5
C3 R GND R2 T5 4k7

STD12NF06
C4 R6 R7 C T1
* ATTiny2313

C4
C3
C2
C1
12
PB0 R0 GND
13
PB1 R1 CARTRIDGE GND
2 14
PD0 PB2 R2 GND
D1 7 15 HP51640M
PD3 PB3 R3 GND
8 16 (type 40)
PD4 PB4 R4 GND
1N4001 9 17
+20V PD5 PB5 R5 GND
11 18
PD6 PB6 R6 GND
19

GND
GND
GND
GND
PB7 R7
C4
R1 10
22µ 10k
25V * siehe Text
065116 - 11
065116 - 12

Bild 1. Hier das Layout des gebrauchten Druckkopfes. Nur R0 bis R7 und C1 Bild 2. Die Schaltung ist nicht allzu groß und kann bequem auf einem
bis C4 werden gebraucht, der Rest der Anschlüsse wurde nicht benötigt. Experimentierboard untergebracht werden.

auf ein Niveau von 5 V beziehungsweise Masse ablei- praktische Erfahrung des Anwenders zu erweitern. Für
ten. Bei Wegfall von T2 bis T5 würde ein Strom vom Emit- gute Tipps zur Schaltung oder zur Firmware ist der Autor
ter über die Basis zur 5-V-Versorgung fließen, was jedoch natürlich jederzeit offen. Die Firmware, der Source-Code
nicht erwünscht ist. und eventuelle Updates können natürlich aus dem Internet
Der Autor hat die Schaltung auf eine Experimentierpla- heruntergeladen werden [1][2].
tine aufgebaut und dazu Teile aus der „Bastelkiste“ ver- Noch ein letzter Hinweis: Tintenpatronen werden nicht
wendet. Aus diesem Grunde handelt es sich bei dem hergestellt, damit ihre feinen Düsen ständig der Luft aus-
MOSFET T1 um einen weniger gebräuchlichen Typ. Prin- gesetzt sind. Aus diesem Grunde kann es häufiger vor-
zipiell kann hier jeder P-Channel-MOSFET verwendet kommen, dass die feinen Öffnungen der Nozzles durch
werden, so lange er einen Spitzenstrom von 0,5 A ver- ausgetrocknete Druckertinte verstopfen. In diesem Falle ist
kraftet. Auch der Aufbau der Spule L1 ist nicht besonders es hilfreich, die Patrone ein wenig zu schütteln (ohne die
kritisch. Hauptsache, es wird eine Spannung von unge- Umgebung dabei mit Tinte zu bespritzen) und anschlie-
fähr 20 V erzeugt. ßend die Tinte mit Löschpapier von der Druckfläche auf-
zusaugen. Am besten ist es, den Stift so aufzubewahren,
dass er nicht der Luft ausgesetzt ist.
(065116)
Verbesserungen
Eine Reihe von Eigenschaften lässt sich durchaus noch ver- Links
bessern. Die verwendeten Nozzles sind zum Beispiel nicht [1] http://sprite.student.utwente.nl/~jeroen/projects/stempel
gleichmäßig über die Fläche der Patrone verteilt. Der
[2] www.elektor.de (auf „Projekte und Schaltungen“, „2006“
durch die hier vorgestellte Schaltung erzeugte Text ist
und „Elektronischer Zauberstift“ klicken)
zwar gut lesbar, doch das Auffinden der optimalen
Ansteuerung der Nozzles würde den Ausdruck weiter ver-
bessern. Dies ist jedoch ein recht mühsames Unterfangen.
Auch der Stromverbrauch der Schaltung ist bei Verwen- Über den Autor
dung einer 9-V-Batterie nicht gerade als ökonomisch zu
bezeichnen: Nach längerem Schreiben ist sie schnell am Jeroen Domburg studiert Elektrotechnik an der „Saxion
Ende. Dieses Problem kann durch die Verwendung eines Hogeschool” in Enschede (Niederlande). Als begeisterter Freizeit-
NiCd- oder besser noch NiMH-Akkus von 9 V gelöst wer- Elektroniker beschäftigt er sich unter anderem mit Mikrocontrollern
und Computern. In unserer Rubrik „Workshop” präsentiert Jeroen
den. Solche Akkus können auch kurzzeitige Spitzen-
geniale Basteleien, clevere Umbauten und andere interessante
ströme problemlos liefern.
Schaltungen, die nicht notwendigerweise nützlich sein müssen.
Der Zeichensatz des Zauberstifts ist unveränderbar im Auch einen Schönheitspreis kann man damit nicht gewinnen und so
Mikrocontroller einprogrammiert. Mit etwas Geduld ist es manche Sicherheitslücke wird ebenfalls augenzwinkernd in Kauf
auch möglich, den Zeichensatz in einem EEPROM zu genommen (also bitte ein wenig aufpassen beim Nachbau!). Aber
speichern und mit einem seriellen Kabel zu editieren. um die reine Elektronik-Lehre geht’s hier auch gar nicht.
Doch dies sind, wie schon erwähnt, Features, die für die Entscheidend ist, dass die Schaltung das macht, was sie soll – und
Funktion der Schaltung nicht unbedingt notwendig sind auch der Spaß kommt sicher nicht zu kurz!
und ausschließlich dazu dienen, das Wissen und die

68 elektor - 6/2006
ENTWICKLUNGSTIPPS TECHNIK

Low-drop-Regler mit Anzeige


Immer noch werden die meisten den Regler so lange ab,
digitalen Schaltungen mit 5 V bis mittels des Reset-Tas-
2
betrieben. Bei Batteriebetrieb liegt SENSE
+VOUT = +5V
ters ein Neustart erfolgt.
es dann auf der Hand, eine 9-V- R1
8 1
Die Akkuspannung wird
IC1
Blockbatterie in Verbindung mit R9 R10 R11
durch einige Wider-

39k
C1
LP2951

1k8

1k8

1k8
einem Standard-5-V-Spannungs- S1
VTAP
6 stände geteilt und mit der

regler zu verwenden. Der Nach- 5
ERROR FB
7
Referenzspannung
teil dieser Lösung sind die relativ RESET SD (1,23 V) des LP2951 ver-
3 4
hohen Batteriekosten im Vergleich glichen. Um die LED-
zu Mignon-Zellen. Auch die Anzeige an andere
NiMH-Entwicklung, die für erheb- R2 R6 R7 R8 Spannungen anzupas-
lich gestiegene Kapazitäten bei sen, braucht man nur

39k

100k

100k

100k
10
Mignon-Akkus gesorgt hat, scheint 13 D1 den 100-k-Widerstand
R3 IC2.D
an den 9-V-Akkus (6F22) vorbei 100k
11 4 entsprechend zu ändern.
gegangen zu sein. 1% IC2.A
2
< 5V8
Als Komparator wird ein
5
Wirtschaftlicher wäre es, die D2
LP339 eingesetzt. Dies ist
R4
benötigten stabilen 5 V nicht aus 6
eine energiesparende
1k

9 V, sondern aus 6 V abzuleiten. 1 Ausführung des LM339.


IC2.B
Das sind also vier Alkali-Mignon- 1% 7 < 6V0 Der LP339 benötigt nur
BT1
zellen oder fünf NiMH-Zellen. R5 D3 60 µA und kann 60 mA
Auch ein gasdichter 6-V-Bleiakku 8 am Ausgang liefern. Der
1k

14
oder zwei Lithium-Zellen kommen 6V
1% 9
IC2.C
< 6V2 LM339 lässt sich eben-
als 6-V-Spannungsquelle in Frage. falls verwenden. Er hat
P1
Mit dem LP2951 lässt sich eine 5- 10k zwar einen 14-fachen
3
V-Versorgung bei 6 V Eingangs- IC2 IC2 = LP339
Stromverbrauch, aber
spannung einfach realisieren. Der R12
das sind immer noch
20k

12

LP2951 ist ein „Evergreen“ von 1%


weniger als 1 mA. Der
National Semiconductor, dem Sie 054011 - 11 LP2951 selbst verbraucht
regelmäßig in ELEKTOR-Schaltun- im Ruhezustand lediglich
gen begegnen. Das IC kann 100 µA und abhängig
geregelte 5 V und maximal stellbare Ausführung. vor zu tiefer Entladung schützt. vom zu liefernden Strom auch
100 mA bei einer Eingangsspan- Wir haben bei dem hier darge- Sobald das IC wegen zu gerin- etwas mehr.
nung von minimal 5,4 V liefern. stellten Entwurf eine Batterie- ger Eingangsspannung in Pro- (054011ote)
Es gibt übrigens auch Versionen Anzeige hinzugefügt, die den bleme gerät, wird der ERROR- (Applikation:
für 3,3 V und 3 V sowie eine ein- Akku (oder die Batterien) auch Ausgang „0“. IC2d schaltet dann National Semiconductor)

Lötpistole als Entmagnetisierer


Werkzeuge aus Stahl werden Schleife fließt während des
häufig im Lauf der Zeit magne- Lötens ein starker Wechselstrom,
tisch, insbesondere die Klingen der den etwas dünneren vorde-
von Schraubendrehern haben ren Teil der Lötspitze auf Löttem-
diese Neigung. Lange Hängezei- peratur aufheizt.
ten an der Werkzeugwand in der Die Lötpistole wirkt wie ein Ent-
Nähe von starken Permanent- magnetisiergerät, wenn das zu
magneten, zum Beispiel neben entmagnetisierende Objekt lang-
einer Lautsprecherbox, fördern sam durch die Leiterschleife hin-
diese Erscheinung. durchgeführt wird. Dabei muss
Zum „Angeln“ nach hinabgefal- die Lötpistole natürlich eingeschal-
lenen Schrauben oder Muttern in tet sein. Diese Behandlung kann
der Enge eines Schaltungsauf- so oft wiederholt werden, bis der
baus oder Gehäuses sind magne- gewünschte Erfolg eintritt. Wenn
tische Schraubenzieherklingen sich das zu entmagnetisierende
zwar willkommen, im Allgemei- Werkzeug wegen seiner Abmes-
nen ist jedoch die magnetische sungen nicht durch die Lötspitze
Anziehungskraft von Werkzeugen netisierende Objekt muss lang- ein „Entmagnetisierer“ vorhan- hindurchführen lässt, kann man
eher hinderlich. sam durch das magnetische den ist. Gemeint ist eine Lötpis- die Lötspitze durch eine selbst
Der störende Magnetismus lässt Wechselfeld hindurchgeführt tole, die nach dem Prinzip des angefertigte größere Leiterschleife
sich beseitigen, indem man das werden. Entmagnetisiergeräte Transformators arbeitet. Diese ersetzen. Sie sollte einen Leiter-
Werkzeug mit einem Entmagneti- sind zwar in diversen Ausführun- Lötpistolen sind daran zu erken- querschnitt von mindestens
sierer behandelt. Diese Geräte gen und Größen im Handel, es nen, dass ihre Lötspitzen die 5 mm2 haben, denn durch sie
erzeugen starke magnetische ist jedoch nicht unwahrschein- Form von zweischenkligen Leiter- fließt ein ziemlich hoher Strom!
Wechselfelder. Das zu entmag- lich, dass am Arbeitsplatz bereits schleifen haben. Durch die (060064)gd

6/2006 - elektor 69
TECHNIK ENTWICKLUNGSTIPPS

Metallfilmwiderstände selbst getrimmt


Von Klaus Bertholdt Sie schließen den 2k2-Wider-
stand an ein Ohmmeter (Multi- Anmerkung der Redaktion:
Sie brauchen einen „krummen“ meter im Ohm-Bereich) an, neh-
Widerstand von zum Beispiel men ein scharfes Messer und Wie der Autor schon bemerkt, ist das eine ziemlich brutale Methode.
2k8, haben aber nur einen schaben an dem Widerstand Man sollte davon wirklich nur Gebrauch machen, wenn es anders nicht
Metallfilmwiderstand von 2k2. den Lack ab. Mit der Reduzie- geht und auch nur beim Experimentieren. Der angeschabte Widerstand
Kann man natürlich aus zwei rung der Lackschicht erhöht sich verliert stark an Belastbarkeit und Stabilität, und die offengelegte
Normwiderständen kombinieren der Widerstand, da Sie die Widerstandsschicht ist sicher keine Dauerlösung.
(so man dafür die passenden Widerstandsmetallschicht verrin-
Werte vorrätig hat) oder erst mal gern. Sie werden erstaunt sein, In einer Schaltung für den regulären Gebrauch sollte daher immer ein
ein Trimmpoti einsetzen (wenn wie leicht sich der Widerstand Widerstand mit dem richtigen Wert oder zumindest die Kombination
der Platz reicht). Es geht aber auf einen höheren Wert trim- aus zwei Normwiderständen zur Annäherung des Werts verwendet
noch einfacher (wenn man die men lässt! werden.
nötige Brutalität besitzt): (050295-1)

Spannungsversorgung ohne Trafo


Von Srdjan Jankovic fert (und auch mehr
und R1 R2
Wärme entwickelt).
Branko Milovanovic T3 Die Schaltung mit T2,
220k

100k

F1 IRF730 R3 und C2 bildet hier


In ziemlich jedem 1A T
einen charakteristi-
Haushalt entnimmt eine D3 D1 T2
schen „Softstart-Kreis“
R6
zunehmende Anzahl BD441 R5 +5V und verhindert mit
kleiner Geräte Strom 230V 10 Ω Hilfe von T3 zu große
aus dem 230-V-Netz. Stromspitzen. Eine
Wer vor der Aufgabe bestimmte Stellung von
1k

T1
JVR-10N431K D5 R4
D4 D2 R3
steht, eine Spannungs- C1
Potentiometer P1 sorgt
100 Ω

versorgung zu entwi- 220µ für einen bestimmten


2N6517 C2 5V1
ckeln, hat zunächst die 4x 1N5408 P1 16V
Strom durch R5. Dieser
Wahl aus linearem 10k 1n Strom fließt zum einen
oder geschaltetem über R4 und die Last.
Netzteil. Aber was tun, 040391 - 11 Der Rest des Stroms
wenn das zu versor- fließt über die Z-Diode
gende Gerät nur D5. Wenn der maxi-
wenig Strom benötigt? WARNUNG male Laststrom bekannt
Ein Netzteil auf Basis Diese Schaltung ist galvanisch nicht von der Netzspannung getrennt. Die Berührung eines Bauteils dieser ist, kann P1 so einge-
eines Trafos ist meist Schaltung während des Betriebes ist lebensgefährlich! Dasselbe gilt für jedes mit dieser Schaltung stellt werden, dass
groß und schwer. verbundene Gerät. Wer nicht ausreichend mit den Sicherheitsvorschriften vertraut ist, darf diese noch 5 bis 10 mA
Schaltnetzteile wurden Schaltung weder bauen noch betreiben. Lesen Sie dazu auch die Sicherheitsseite, die regelmäßig in durch die Z-Diode flie-
entwickelt, um größere ELEKTOR erscheint. ßen. Auf diese Weise
Ströme bei gutem Wir- verhindert man unnö-
kungsgrad zu liefern, tige Verlustleistung,
allerdings weisen sie eine braucht. Bei einem Strom von spannung wird hier nicht, wie wobei die Stabilisierungsfunk-
erhöhte Komplexität auf, die 100 mA beträgt die Verlustleis- üblich, zunächst mit einem Kon- tion der Z-Diode erhalten bleibt.
sich auch auf die Zuverlässigkeit tung bereits 32 W. Man densator abgeflacht. Transistor Eine wichtige Zusatzfunktion
auswirken kann. erkennt unmittelbar, dass dieses T1 wird an seiner Basis vom der Z-Diode ist der Schutz des
Verfahren nicht attraktiv ist. Spannungsteiler R1/P1 ange- Elkos C1 vor zu hohen Span-
Doch kann man ein einfaches Aber ein guter Wirkungsgrad steuert. Sobald die Spannung nungen, wodurch eine 16-V-
Netzteil für 5 V bei 100 mA ist nicht die wichtigste Überle- einen bestimmten Wert erreicht Ausführung genügt. Der Strom
nicht auch ohne Trafo bauen? gung. Wichtiger ist es, eine hat, wird T1 leiten, wodurch T3 durch R5 und D5 verhindert
Die einfachste Möglichkeit ist große Wärmeentwicklung zu abschaltet. Wenn später die auch, dass bei geringer Belas-
wahrscheinlich die Gleichrich- vermeiden. gleichgerichtete Spannung wie- tung die Gate-Source-Spannung
tung der Netzspannung und der fällt, wird T1 sperren und von T3 zu groß wird, wodurch
Stabilisierung der Spannung Die hier gezeigte Schaltung T3 wieder leiten. Der Schalt- der Transistor sonst beschädigt
mittels Widerstand und Z-Diode stellt eine einfache Möglichkeit punkt von T1 kann mit P1 einge- werden könnte. Transistor T1
auf 5,1 V. Ein Nachteil dieses dar, das beschriebene Ziel zu stellt werden (meist etwa 3k3). braucht kein Hochspannungs-
Verfahrens ist die hohe Verlust- erreichen. Unmittelbar hinter Damit wird auch der maximale Typ zu sein, er muss aber einen
leistung. Da die gleichgerich- der Sicherung ist ein Varistor als Ausgangsstrom bestimmt. Bei Stromverstärkungsfaktor von
tete Netzspannung ca. 325 V Überspannungsschutz und zur einem kleineren Wert von P1 mehr als 120 aufweisen. Typen
beträgt (230 V x √2), werden Vermeidung von Spannungsspit- wird T1 später reagieren, wie BC546B oder BC547C
bei einem geringen Strom von zen angeordnet. Die impulsför- wodurch T3 später sperrt. sind bestens geeignet.
10 mA bereits 3,2 W ver- mige, gleichgerichtete Netz- Damit wird mehr Leistung gelie- (040391ote)

70 elektor - 6/2006
Watchdog für die Telefonleitung
Von Dick Sleeman das Modem eine Verbindung fluss. Abhängig von der Polarität
herstellt, fällt über den vier Dio- fließt der Strom durch den einen
Bei privaten Telefonanlagen ist den eine Spannung ab. Diese oder anderen Zweig. Der
es häufig wünschenswert, auf Spannung wird verwendet, um Widerstand von 22 Ω wird zur R1
einen Blick sehen zu können, die Duo-LED anzusteuern. Strombegrenzung eingesetzt, so D2 D5

10Ω
ob eine Telefonleitung belegt ist. Abhängig von der Stromrich- dass beide LED-Farben etwa
D6
Diesen Wunsch erfüllt diese tung leuchtet der rote oder der gleich hell leuchten. Anstelle 3x
D3
3x
1N4148 D1 1N4148
sehr einfache Schaltung, die mit grüne Teil der LED. einer Duo-LED kann man auch
D4 D7
einer der beiden Signalleitun- eine rote und eine grüne LED
gen in Serie geschaltet wird. In einigen Ländern wird nach antiparallel schalten, wenn der
Dabei ist es egal, welche der einigen Sekunden die Leitungs- Nenn-Betriebsstrom der beiden
beiden Leitungen man dafür spannung umgepolt. Das hat bei LEDs einigermaßen überein-
verwendet. Wenn der Telefon- dieser Schaltung dank der ver- stimmt. 040182 - 11

hörer abgenommen wird oder wendeten Duo-LED keinen Ein- (040182 ote)

Signed Integers vergleichen


Hin und wieder ist es erforder- größer (anstatt -2n-1 wird die
lich, zwei Signed Integers mitein- Dezimaler Wert eines jeden Bits einer 8-bit-Integerzahl Wichtung des MSB 2n-1). Durch
ander zu vergleichen. Leider Invertierung des MSB wird
7 6 5 4 3 2 1 0
kommt es auch vor, dass die Pro- sowohl bei negativen als auch
grammiersprache nur Unsigned –128 64 32 16 8 4 2 1 signed bei positiven Zahlen 2n-1 hinzu
Integers unterstützt. gezählt. Bedingung dabei ist,
128 64 32 16 8 4 2 1 unsigned dass das MSB bei „signed“ „1“
Dieses Problem trat bei einem ist, (also einen negativen Wert
Entwurf in Verilog auf. Diese Pro- Beispiel : 10011100 = signed –100 darstellt), und bei „unsigned“
grammiersprache hat eine MSB invertieren: „0“ entspricht. Dadurch bleibt
direkte Möglichkeit, zwei Unsig- 00011100 = unsigned 28 das Verhältnis zwischen zwei
ned Integers miteinander zu ver- 00001111 = signed 15 Zahlen gleich. Im Beispiel ist
gleichen. Vergleichen bedeutet 10001111 = signed 143 deutlich zu erkennen, dass nach
hier die Abfrage, ob Integer A der Bearbeitung der Wert exakt
größer, gleich oder kleiner als um 128 Einheiten erhöht ist,
Integer B ist. wenn sie als Unsigned Integer
„Wie ist das möglich?“, werden einem Signed Integer die Wich- betrachtet werden. Dies ist unab-
Auf der Suche nach einer effi- Sie sich fragen. Die Lösung ist tung -2n besitzt. Im positiven Fall hängig von der Tatsache, ob das
zienten Lösung sind wir zu fol- einfach. passiert also nichts, das bedeu- ursprüngliche Signed Integer
gendem Ergebnis gekommen: Der Unterschied zwischen einem tet, dass sie denselben Wert positiv oder negativ war. Hier-
Durch Invertierung des MSB (Most Unsigned Integer und einem Sig- behalten, wenn sie als „signed“ nach können wir beide Fälle als
Significant Bit) von zwei Signed ned Integer ist, dass das MSB oder „unsigned“ behandelt wer- Unsigned Integer vergleichen,
Integers können beide mit einem bei einem Unsigned Integer den. Bei einer negativen Zahl mit (selbstverständlich) richtigem
korrekten Ergebnis als Unsigned einen positiven Wert von 2n hat, (wobei das MSB = 1 ist, also Ergebnis!
Integer verglichen werden. während dasselbe MSB bei mitzählt), wird der Wert 2*2n (054004ote)

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6/2006 - elektor 71
TECHNIK E-BLOCKS

E-blocks und
Von John Dobson Die „Home Automation“ ist ein sehr populäres Thema. In
diesem Beitrag beschreiben wir daher die Anwendung des
verbreiteten X-10-Standards, die dazu benötigte
Ausrüstung und die Einbindung in Ihr
eigenes E-blocks-System.

Der Markenname X-10 stammt aus wir uns auf die Kommunikation mit gesteuert. Dies erfolgt über Elemente,
den Siebzigern; und zwar von einer bestehenden, netzbetriebenen Haus- die sich zwischen dem Auslöser
kleinen schottischen Firma namens haltseinrichtungen konzentrieren, (Schalter oder Regler) und dem zu
Pico Technology. X-10 wurde zur Steu- was man im Englischen meist mit steuernden Gerät (Stereoanlage, Lam-
erung verschiedener Haushaltsgeräte dem Begriff: „Power Line Carrier Con- pen, elektrische Heizgeräte usw.)
wie zum Beispiel Lampen und Heiz- trol” bezeichnet. befinden.
geräte über das Stromnetz entwi-
ckelt. Seitdem hat der Standard auch Das (oben stehende) Diagramm zeigt
andere Übertragungswege wie das das zu Grunde liegende Konzept: Eine X-10-Module
Internet und die Funkübertragung große Anzahl elektrisch betriebener Der einfachste Weg zum Bau einer X-
erobert, doch an dieser Stelle wollen Geräte wird über die Netzleitungen 10-Steuerung besteht im Kauf fertiger

72 elektor - 6/2006
Ein starkes Duo für
X-10 die Haus-Automation
Module zum Einschalten und Steuern
der betreffenden Geräte.

Bild 1 zeigt zwei X-10-Anwendungen:


Ein Modul für die Anwenderseite
(appliance module) zum Ein- und Aus-
schalten und ein Lampenmodul (mit
Dimmerfunktion) der Firma Marmitek
(www.marmitek.de). Die Palette der
angebotenen Geräte ist sehr umfang-
reich und beinhaltet X-10-Thermome-
ter, Motorsteuerungen, Türsteuerun-
gen und so weiter. Auch das Sortiment
der Schalter lässt keine Wünsche offen:
Das Angebot reicht vom Lichtschalter
für die Wandmontage bis zur komplet-
ten PC-Steuerung. Das Wichtigste: X-
10-Geräte zeichnen sich durch
erschwingliche Preise aus.

Die technische Seite


Wie funktioniert X-10 nun eigentlich?
Die X-10-Transceiver-Einheiten modu-
lieren einen Burst von 120 kHz auf die Bild1. X-10-Schalt- und Lampenmodul.
Leitungen des häuslichen Stromnet-
zes, und zwar genau nach den Null-
durchgängen der 230-V-Wechselspan-
nung. Je nachdem, ob solch ein Burst mittelt, und statt einer 0 werden die die ersten vier Bit (16 Möglichkeiten:
vorhanden ist oder nicht, erkennt das binären Daten 01 ausgegeben. A bis P) den Code zur Anwahl eines
System entweder eine 1 oder eine Hauses. Die restlichen 5 Bit stehen
Null und damit ein binäres Daten- Doch wie sieht das gesamte Datenpa- für eine Schlüsselnummer (key num-
wort. Das Beispiel in Bild 2 zeigt ket aus? Betrachten wir dazu Bild 3a: ber code). Zur Übertragung dieser 9
einen binären Code, der sich aus den Alle Datenbits werden in zwei Grup- Bits in komplementärer Form werden
Zahlen 10010 zusammensetzt. Ganz pen zu je 9 Bits gesendet. In der 22 Bit oder 11 Perioden der Netzfre-
nebenbei: Damit das Ganze auch bei ersten Neuner-Gruppe repräsentieren quenz benötigt. >>>
Dreiphasenstrom funktioniert, müssen
die jeweiligen Daten natürlich auch
mit der entsprechenden Phasenver-
schiebung von 120° auf den anderen Bild 2. Übersendung der Konfiguration 10010.
Leitungen erscheinen. Zur richtigen
Entschlüsselung der Daten ist es für
das System wichtig, den Beginn einer
Nachricht eindeutig zu identifizieren.
Daher starten alle Übertragungen mit
einer Synchronisationssequenz, die
aus der Folge „1110“ besteht, ein
Muster, das während der Datenüber-
tragung an keiner anderen Stelle auf-
taucht. Alle folgenden Zeichen der
Übermittlung werden nämlich paar-
weise im „true complement mode“
(komplementärer Modus) gesendet:
Statt einer 1 wird die Folge 10 über-

6/2006 - elektor 73
TECHNIK E-BLOCKS

Bild 3a. Ein X-10-„Datenframe“ mit den ersten neun Datenbits.

Bild 3b. Vollständiges Datenpaket mit 47 Perioden.

Die zweite 9-bit-Gruppe enthält eine Pause von drei Perioden enthal- wird verwendet, um die zu steuernde
erneut den Hauscode sowie einen 5- ten. Jedes aus vier Datenframes beste- Einheit innerhalb des Hauses zu
bit-Befehlscode, der sich auf das zu hende Paket sieht daher so aus wie in bestimmen. Die Befehle dienen dazu,
steuernde Gerät bezieht. Damit das Bild 3b dargestellt. der Einheit eine bestimmte Anwei-
System störungsunempfindlicher wird, sung zu erteilen. Tabelle 1 zeigt, wie
wird jeder „Frame“ zwei Mal gesen- Beim 5-bit-Befehlscode handelt es sich das Ganze funktioniert. Der Haus-
det. Zwischen jedem Frame-Paar ist um eine Art Schlüsselnummer. Sie Adresse können die Buchstaben von A

Tabelle 1. X-10 Adressen- und Befehls-Übersicht.


Haus-Adresse Schlüsselnummer Befehl

A 0 1 1 0 1 0 1 1 0 0 All units Off 0 0 0 0 1

B 1 1 1 0 2 1 1 1 0 0 All Lights On 0 0 0 1 1

C 0 0 1 0 3 0 0 1 0 0 On 0 0 1 0 1

D 1 0 1 0 4 1 0 1 0 0 Off 0 0 1 1 1

E 0 0 0 1 5 0 0 0 1 0 Dim 0 1 0 0 1

F 1 0 0 1 6 1 0 0 1 0 Bright 0 1 0 1 1

G 0 1 0 1 7 0 1 0 1 0 All Lights Off 0 1 1 0 1

H 1 1 0 1 8 1 1 0 1 0 Extended code 0 1 1 1 1

I 0 1 1 1 9 0 1 1 1 0 Hail request 1 0 0 0 1

J 1 1 1 1 10 1 1 1 1 0 Hail Acknowledge 1 0 0 1 1

K 0 0 1 1 11 0 0 1 1 0 Preset Dim 1 0 1 X 1

L 1 0 1 1 12 1 0 1 1 0 Extended data (analogue) 1 1 0 0 1

M 0 0 0 0 13 0 0 0 0 0 Status = on 1 1 0 1 1

N 1 0 0 0 14 1 0 0 0 0 Status = off 1 1 1 0 1

O 0 1 0 0 15 0 1 0 0 0 Status request 1 1 1 1 1

P 1 1 0 0 16 1 1 0 0 0

74 elektor - 6/2006
bis P zugewiesen werden. Dadurch
lassen sich sogar mehrere benach-
barte Häuser durch das X-10-Verfahren
auf derselben Phase einer Stromlei-
tung steuern.

Die Schlüsselnummer wird verwendet,


um eine individuelle Einheit, die am
Stromnetz angeschlossen ist, zu adres-
sieren – oder um einen Befehl zu einer
Einheit (siehe Tabelle) zu senden.

In Bild 1 sind zwei Drehschalter (16-


fach) für die Auswahl der Steuer- und
Verbrauchereinheiten zu erkennen. Die
Wahl der Haus-Adressen ist in rot dar-
gestellt (A-P), die Wahl der zu steuern-
den Geräte (unit number) ist blau ein-
gezeichnet.

Unsere Lösung
Werfen wir nun einen Blick auf den
realen Aufbau des X-10-Transceivers
und zeigen, wie man sehr schnell ein
betriebsbereites X-10-Kommunika-
tionssystem zusammenbaut. Dazu Bild 4. X-10-PC-Interface Bild 5. Das E-blocks X-10-Interface.
verwenden wir ein fertiges Netzsteu-
erungs-Interface. Für die EU-Norm
kommt dazu der Typ XM10 in Frage.
X10_Initialize() ben der unteren Ebene des X-10-Kom-
Dieser ist mit einem seriellen TTL- munikationsprotokolls.
Interface ausgestattet, der genau zum X10_SetAddress(char
in Bild 5 gezeigten E-blocks X-10- house_code, char unit_code) Dazu gehören Routinen zur Detektie-
Board passt und ein einfaches RJ11- rung des Nulldurchgangs der Netzspan-
Telefonkabel verwendet. Die RJ11- X10_Send(char function_code) nung, zum Senden individueller Start-
Buchse ist am unteren Rand des in und Stop-Codes, zum Senden indivi-
Bild 5 gezeigten Moduls zu erkennen. Der C-Code-Block erledigt alle Aufga- dueller Bits und vieles mehr. >>>

Das E-blocks-Interface enthält eine


Einheit, die den Mikrocontroller vor
den Spannungsspitzen des XM10 Bild 6. Das E-blocks X-10 Entwurfs-System.
schützt. In Bild 6 ist der von uns ver-
wendete E-blocks-Aufbau dargestellt.

• ein Mikrocontroller des Typs PIC-


micro 16F877A;
• ein Sensor-Board an Port A;
• ein LCD-Board an Port B;
• die X-10-Einheit an Port C;
• ein Keypad an Port D.

Für den Anfang wollen wir uns mit


einem einfachen, elektronischen Licht-
schalter begnügen, der vom Lichtsen-
sor-Board eine Information über den
Grad der Helligkeit erhält und das
Licht bei Anbruch der Dunkelheit auto-
matisch einschaltet.

Zur Steuerung der X-10-Einheit benöti-


gen wir einen C-Code zur Kommunika-
tion, der über die folgenden drei
grundlegenden Routinen verfügt:

6/2006 - elektor 75
TECHNIK E-BLOCKS

Hier die Erklärung des vollständigen


Flowcharts: Beim ersten Icon handelt
es sich um das oben beschriebene
#DEFINE-Makro. Als nächstes kom-
men Icons zum Löschen des LCD-Dis-
plays und zum Initialisieren der X-10-
Einheit. Die X-10-Adresse wird auf B4
gesetzt; dann folgt eine Endlosschleife.
In der Schleife wird der ADC-Kanal 0
abgefragt (Lichtsensor). Die obersten
8 Bits werden der Variablen LIGHT
zugeordnet. Anschließend wird der
Cursor auf der LCD-Anzeige positio-
niert und der Wert des Lichtsensors
dargestellt.
Nun wird die Lichtintensität abgefragt:
Wird ein Wert zurückgegeben, der grö-
ßer ist als 128, so ist der Lichtwert nie-
drig und erhält den Wert LOW. Der
Sensor bildet den unteren Teil eines
Spannungsteilers. Je dunkler es wird,
desto höher wird der Widerstand des
Sensors. Damit steigt auch die am Tei-
ler abgegriffene Spannung.

Beim Lichtwert LOW wird eine X-


10_ON-Nachricht zum Einschalten des
Lichts gesendet. Die Nachricht ON
erscheint dann auch auf dem Display.
Entsprechend erfolgt ein Abschalten
des Lichtes, wenn es heller wird und
die Schwelle von 128 unterschritten
wird. Mit einer Verzögerungszeit von
einer Sekunde wird sichergestellt, dass
genug Zeit zum Versand der X-10-
Bild 7. Das vollständige X-10-Programm für den elektronischen Lichtschalter. Nachricht da ist.

Das komplette Programm einschließ-


lich C-Code kann von der ELEKTOR-
Die drei oben gezeigten Routinen Für ein funktionierendes X-10-System Website kostenlos heruntergeladen
erlauben uns die vollständige Kontrolle benötigen wir jedoch einen umfangrei- werden (auf „Projekte und Schaltun-
des X-10-Protokolls zum Senden von chen C-Code-Block mit Subroutinen, gen“, „2006“ und „E-blocks und X-10“
Befehlen. Mit dem Code zum Empfang die von vielen Punkten innerhalb des klicken). Der Name des Flowcode-Pro-
von X-10-Befehlen werden wir uns spä- Flowchart aufgerufen werden können. gramms ist JDX10_2.fcf. Die Nummer
ter befassen. Wir initialisieren Dadurch erhalten wir eine Bibliothek der Datei lautet: 065033-11.zip.
zunächst die X-10-Einheit zur Kommu- flexibler Befehle zur praktischen
nikation, setzen die Adresse der Haus- Anwendung. Wir benötigen dazu die Dieses Starter-Programm ist für all die-
und Geräte-Einheit und senden einen Flowcode-Komponente #DEFINE. jenigen geeignet, die zuhause ein X-10-
Funktionscode. Diese Komponente ist ein C-Protokoll gesteuertes System einrichten möch-
zur Definition von Konstanten, auf die ten. Bei entsprechender Nachfrage
jederzeit in einem C-Programm verwie- werden wir auch eine Flowcode-Kom-
sen werden kann. Die Komponente ponente für X-10 entwickeln. Über Ihre
Der Programmcode erlaubt außerdem die Eingabe eines C- Meinung (einfach an redaktion@elek-
Bevor wir unseren automatischen Code-Blocks mit Subroutinen, der am tor.de senden) würden wir uns freuen.
Lichtschalter einem Test unterziehen, Anfang des C-Code-Programms kom-
hier noch etwas mehr über Flowcode piliert wird. (065053)
und C. Bereits in einem früheren Arti-
kel (April 2006) wurde erwähnt, dass Seine Eingabe erfolgt in zwei Schrit-
sich C-Code in Flowcode einbetten ten: Zuerst füllen wir die #DEFINE-
lässt, wenn man ein spezielles C-Icon Komponente mit dem betreffenden C-
nutzt, welches mit C-Code „gefüllt“ ist. Code. Dann setzen wir ein #DEFINE-

Wenn man jedoch den C-Code einfach


Makro in unser Flowchart ein, so dass
das Flowchart den C-Code enthält. Links
nur in das Flussdiagramm einbettet, so Das erste Icon in der Flowchart in www.marmitek.de
ist er nur an diesem Punkt lauffähig. Bild 7 erledigt dies für uns.

76 elektor - 6/2006
LABORGEFLÜSTER TECHNIK

Notoperation Von Thijs Beckers

Trickreiches Festplatten-Recovery
Trotz aller technischer Innovation ist es noch immer nicht auszuschließen, dass elektronisches Gerät
seinen Dienst versagt. So zeigte auch die mit wichtigen Unterlagen von ELEKTOR-Projekten gefüllte
Festplatte eines Labor-PCs, dass der Zahn der Zeit nicht spurlos an ihr vorübergegangen ist.

Alle beweglichen Teile unterliegen der Zu allem Überfluss schickte der Hard- nierte! Das BIOS erkannte die Platte
Abnutzung, auch die modernen Fest- ware-Lieferant, bei dem wir eine iden- und selbst die Windows-Installation
platten unserer modernen Computer. tische Festplatte bestellten, ein neue- war noch intakt. Notoperation gelun-
Obwohl sie weitaus weniger anfällig res Modell zum gleichen Preis. Eigent- gen! Die Daten wurden von der Platte
gegen mechanische Fehler sind als frü- lich ein guter Kundendienst, aber für gezogen und gesichert, die Ansteuer-
her, kann „es“ doch passieren – und unsere Anwendung nicht hilfreich. platinen wieder zurück getauscht und
zwar immer dann, wenn man es am Ungeduldig, wie wir nun einmal sind die defekte Festplatte als Garantiefall
wenigsten erwartet. So auch im Fall (der Redaktionsschluss für die Artikel an den Händler gesandt. Die meinem
unseres Entwicklers. Obwohl es bei näherte sich mit großen Schritten), PC entliehene Platte wurde wieder
ELEKTOR ein Backup-System gibt, haben wir es trotzdem versucht. Aber eingebaut und funktionierte zum
war nicht auszuschließen, dass die alte Platte protestierte mit hefti- Glück, als ob nichts geschehen wäre.
bestimmte (neue) Dateien noch nicht gem Klopfen, weil der Kopf offenbar Dennoch eine Warnung: Maxtor rät
auf diesem System gespeichert waren. unkontrolliert hin- und herflog. Doch sehr entschieden von dieser Methode
Da hilft es auch nichts, sich schwarz
zu ärgern, weil man nicht rechtzeitig
für ein Backup gesorgt hat: Die Daten
sind erst einmal weg!
Unsere defekte Festplatte – eine Max-
tor Diamond Max Plus 9 – schien voll-
ständig tot. Nicht einmal das BIOS
erkannte sie, und ein Laufwerksge-
räusch war nicht mehr feststellbar: kli-
nischer Tod, Exitus! Mit einem Pro-
gramm wie Scandisk war da nichts
mehr zu machen.
In dunklen Ecken des Labors munkelte
man aber von einem geheimen, riskan-
ten Rezept, das die Daten vielleicht
doch noch retten könne: Man nehme
eine funktionsfähige Festplatte genau
desselben Typs wie die defekte (gleich
groß, gleicher Speicher, gleiche Dreh-
zahl, gleiche Typennummer), tausche
die Ansteuerungsplatinen auf den
Gehäusen aus und hoffe. Es kommt bei
diesem Festplattentyp schon mal vor,
dass die Ansteuerung des Motors ver-
sagt. Durch Oxidation kommt es zu
einer Unterbrechung einer (oder meh- auch dem schlechtesten Ding ist ab, weil irreparable Schäden entstehen
rerer) der drei Phasen, so dass ein etwas Positives abzugewinnen: Die können und die Garantie verfällt. Wer
MOSFET ausfällt. Dies führt wiederum Platte selbst drehte sich wieder. Der auf Nummer sicher gehen will, beauf-
dazu, dass ein bestimmtes IC nicht Motor schien in Ordnung. tragt eine anerkannte Fachwerkstatt
mehr arbeiten kann. Einige Bauteile im Das identische Modell fand sich mit der Rettung der Daten. Allerdings
Bereich des MOSFETs bekommen schließlich in meinem eigenen PC. ist das nicht billig, die Rechnung kann
meist auch noch etwas ab, und wenn Flugs wurde ein Backup dieser Platte unter Umständen vier- bis fünfstellig
man Pech hat, ist sogar der angefertigt und der Trick mit dem Pla- werden!
Schreib-/Lesekopf betroffen. tinenwechsel wiederholt. Es funktio- (065099rg)

6/2006 - elektor 77
INFOTAINMENT RÄTSEL

Hexadoku
Sudoku für Elektroniker
Einsenden
Schicken Sie die Lösung (die
Zahlen in den grauen Käst-
chen) per E-Mail, Fax oder
Post an:

Elektor Redaktion
Süsterfeldstraße 25
Auch für den Monat Juni haben wir für Sie wieder ein neues Hexadezi- 52072 Aachen
Fax: 02 41 / 88 909-77
mal-Sudoku zusammengestellt. Freuen Sie sich also auf das eine oder E-Mail: hexadoku@elektor.de
andere Stündchen Rätselspaß – welches Sie sogar über schlechtes (als Betreff bitte nur die
Lösung angeben)
Wetter hinwegtrösten wird. Machen Sie mit – es winken tolle Preise!
Einsendeschluss ist der
26. Juni 2006 !
Die Regeln dieses Rätsels sind 4 x 4 Kästchen (markiert
ganz einfach zu verstehen. durch die dickeren schwar-
Bei einem Hexadoku werden zen Linien) genau einmal Die Gewinner des April-Hexadokus stehen fest!
die Hexadezimalzahlen 0 bis vorkommen. Einige Zahlen
F verwendet, was ganz im sind bereits eingetragen, was
Stile von Elektronikern und die Ausgangssituation des
Die Lösung lautet: CDA48 Die 50€-Gutscheine haben
Programmierern ist. Füllen Sie Rätsels bestimmt. gewonnen:
das Diagramm mit 16 x 16 Das E-blocks Kristina Zanner (Erlangen),
Kästchen derart aus, dass Wer das Rätsel löst - sprich Starter Kit Professional Harald Kuntze (Saarbrücken) und
alle Hexadezimalzahlen von die Zahlen in den grauen geht an Hans-J. Gasse (Leipzig).
0 bis F (also von 0 bis 9 und Kästchen herausfindet - kann
A bis F) in jeder Reihe, jeder jeden Monat attraktive Preise Daniel Mentrup. Herzlichen Glückwunsch!
Spalte und in jedem Fach mit gewinnen!

 ! # ) & - " , +
, " 
Mitmachen
* #  $ . ' & und gewinnen!
Unter den Einsendern mit
% & $  , * dem richtigen Ergebnis ver-
losen wir ein
-  ) ' ! % $
E-blocks Starter Kit
 + .  # - Professional
" . +  ) $ ,
$  , % ) * # "
$  &  + ' .
+ % $ ) - & ! ,
& * " ' % - .  $
! ' " . %  im Wert von 365 €
- , )  $  + und drei
ELEKTOR-Gutscheine
' " +  & ! im Wert von je 50 €.

* , ) - .  Der Rechtsweg ist ebenso ausgeschlossen wie die


Teilnahme von Mitarbeitern der in der Unternehmens-

)  . ! % $ * # -
gruppe Segment B.V. zusammengeschlossenen
Verlage und deren Angehörigen.

78 elektor - 6/2006
RETRONIK INFOTAINMENT

Elektorskop (1975/1976) Jan Buiting

Dieser Klassiker in der Das Ergebnis war ein voll transi-


Geschichte der ELEKTOR-Projekte storisiertes Zweikanal-Oszilloskop
überlebte seine Zeit nicht nur mit einer 3-dB-Bandbreite von
materiell in Gestalt eines Proto- 2 MHz. Der erste Teil der Artikel-
typs, der in den Archiv-Regalen serie wurde im März 1975 veröf-
des ELEKTOR-Labors lagert. fentlicht, er beschäftigte sich
Seine Entstehungsgeschichte ist lediglich mit dem Netzteil und sei-
auch heute noch in den Köpfen nen Spannungen. Im Kopf des
mehrerer Entwickler gegenwär- Beitrags war als Aufmacher ein
tig. Damals, vor mehr als dreißig Frontplatten-Entwurf für das Elek-
Jahren, galt der Bau eines Oszil- torskop dargestellt. Die nächsten
loskops in Eigenregie schon nicht Teile der Artikelserie erschienen
mehr als Sensation. Ein freier Mit- in unregelmäßiger Folge, sie
arbeiter des ELEKTOR-Labors, der schloss im März 1976 mit dem
unter den Kollegen dafür bekannt achten Teil ab.
war, dass er nicht an mangeln-
dem Selbstbewusstsein litt, hatte Für den Nachbau standen meh-
Anfang 1975 den zündenden rere Kathodenstrahlröhren unter-
Einfall. Er war absolut davon schiedlicher Abmessungen und
überzeugt, dass das Entwickler- Anodenspannungen zur Wahl.
Team unter seiner Leitung inner- Die vom Verlag als Klebefolie
halb einer Woche ein bis auf die angebotene Frontplatte war in
Röhre mit Halbleitern bestücktes zwei Ausführungen für 7-cm- und
Selbstbau-Oszilloskop auf die 13,5-cm-Röhren erhältlich. Das
Beine stellen könnte. nebenstehende Foto zeigt die auf-
gebauten Geräte in beiden Ver-
Gesagt, getan, doch auch die sionen, einmal mit der DG7-210
größte Begeisterung und das und einmal mit der D13-620,
Verschieben aller sonstigen Pro- beide von Telefunken.
jekte konnten nicht verhindern, teile wie Röhren, Lastwiderstände tungskonzept, das bis auf die
dass nach einer Woche lediglich Die Platinen und die Bedienele- und Hochvolt-Elkos dienten ausge- Kathodenstrahlröhre vollständig
die Stromversorgung stand. In mente waren so gestaltet, dass musterte Rundfunk- und Fernseh- mit Halbleitern arbeitete, galt
dieser Notlage kam dem selbst der Gesamtaufbau in ein Indus- geräte. Der Selbstbau eines Oszil- damals als innovativ, modern und
ernannten Projektleiter die ret- trie-Gehäuse passte. Leider wur- loskops war 1976 zwar nicht zukunftsweisend.
tende Idee, sich an einem ähn- den der Hersteller und die mehr revolutionär, doch ein Schal- (065046-1)gd
lichen Projekt zu orientieren, das genaue Typenbezeichnung nie in
der damals sehr bekannte der Artikelserie genannt. Wie bei
Elektronik-Versender Radio-RIM anderen Projekten auch hatte
in seinem Katalog anbot. Nach- man auf solche „Äußerlichkeiten“
dem er in Anlehnung an den nur wenig Wert gelegt. Auch
RIM-Enwurf die Schaltung „sei- beim Spezialtrafo dauerte es eine
nes“ Elektorskops auf dem ganze Weile, bis es sich heraus-
Papier vollendet hatte, fiel aller- gestellt hatte, wer einen solchen
dings einem jüngeren Mitglied Trafo liefern konnte.
des Entwickler-Teams auf, dass
im Entwurf die Polaritäten der Der letzte Teil der Artikelserie
Transistoren vertauscht waren. beschäftigte sich im Wesentlichen
NPN war dort, wo PNP hätte mit der Frontplattengestaltung und
sein sollen, und natürlich auch der Verdrahtung der diversen
umgekehrt – eine Folge des nicht Module.
ganz gelungenen Versuchs, das Im Jahr 1976 war der Selbstbau
Abkupfern des RIM-Entwurfs zu von Oszilloskopen zwar schon
tarnen. Andere Entwurfsfehler gängige Praxis, doch die meisten
kamen noch hinzu. In der obe- Modelle arbeiteten nur einkana-
ren Verlags-Etage wurde nun ent- lig und waren noch mit Röhren
schieden, dass das Projekt noch bestückt. Das lag nicht nur daran,
einmal ganz von vorn zu begin- dass damals Röhren überall preis-
nen sei. Da es sich jetzt um eine wert erhältlich waren. Es konnten
eigenständige Entwicklung han- auch Grundschaltungen aus der
delte, nahmen die Arbeiten auch TV-Technik übernommen werden,
mehrere Monate in Anspruch. und als ergiebige Quelle für Bau-

In der Rubrik “Retronik” stellen wir Historisches und Antikes aus der Welt der Elektronik vor – darunter natürlich auch legendäre ELEKTOR-Projekte aus dem vorigen Jahrhundert. Beiträge, Vorschläge und Anfragen sind
willkommen. Bitte senden Sie Ihre E-Mail mit dem Betreff “Retronik” an: redaktion@elektor.de

6/2006 - elektor 79
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heute keine echte Herausforderung
Diese CD-ROM bietet Ihnen dar und wird schnell langweilig,
eine Übersicht über das zumal sie in der Regel auch keine
aktuelle Angebot auf den echte Aufgabe erfüllen können.
Gebieten der Domotik – Besonders beeindruckend ist es,
Vernetzung und Fernsteuerung. wenn ein Roboter sich nicht nur
Darüber hinaus enthält sie mehr oder weniger geschickt
Spezifikationen, Standards und umher bewegt, sondern dabei
Protokolle von den im Handel gleichzeitig noch das Zimmer NEU
erhältlichen Bus- und Netzwerksystemen.. reinigt. Dieses Buch stellt
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robotern vor.
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auch letzte Buch aus Elektor’s erfolg-
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alle Elektor-Beiträge des Konzepte und einen unerschöpflichen
Jahrgangs 2005. Sie verfügt Fundus zu allen Bereichen der Elek-
über eine sehr übersichtlich tronik: Audio & Video, Spiel & Hobby,
gestaltete Benutzeroberfläche, Haus & Hof, Prozessor & Controller,
die zentral alle Jahrgangs- Messen & Testen, PC & Peripherie,
CD-ROMs von Elektor verwaltet Stromversorgung & Ladetechnik sowie
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ESM-Ausgaben täglichen Gebrauch Wert legt, muss
auf DVD nicht unbedingt den wissenschaftlichen
Hintergrund bis ins letzte Detail studie-
Aufgrund der anhaltend großen ren. So ist es auch nicht erforderlich,
Nachfrage in den letzten Jahren jedes „exotische“ Bauteil und jede
nach verschiedenen Elex- mögliche Schaltungsvariante zu kennen.
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zwischen 1982 und 1992) digitalisieren lassen Buch das richtige Werk in Händen.
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Vom Detektor-
zum DRM-Empfänger
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Einstieg in die Elektronik. Inzwischen 3 Radio-Baubuch
gibt es zwar auch andere Wege, vor
allem über Computer, Mikrocontroller
und die Digitaltechnik. Allerdings 4 C-Programmierung
kommen die analogen Wurzeln der
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Elektronik oft zu kurz. Die Radio-
technik eignet sich besonders gut ISBN 3-89576-170-2 € 99,00
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Moderne Personalcomputer sind
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10 Schaltungs-Highlights

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Theorie und Praxis des Röhrenverstärkers TOP 5 CD-ROMs


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Gebiet verloren gegangen ist. Genau 2 CD-Elektor 2005
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dieses Buch geschrieben wurde.
Der Autor hat sich zur Aufgabe ge- 3 ECD 3
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Mini-Mega-Board +
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Programmieradapter
und getesteten FPGA-Modul mit:
mit allen Bauteilen,
- Altera Cyclone FPGA
inkl. programmiertem
- 12060 Logik-Elemente
Controller (ohne
- 4 Mbit Konfigurationsspeicher
Gehäuse, Display und
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EOBD-Kabel)
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inklusive Programmierinterface, -kabel und Steckverbinder
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FPGA-Modul (040477-91) und Experimentierplatine
mit Plexiglas-Frontscheibe und Montageplatte
(050370-91) sind auch einzeln erhältlich.
Art.-Nr. 050176-74
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BESTÜCKTE PLATINEN MAI 2006 (Nr. 425)


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010208-91 Kit 1 = Flashboard aufgebaut und getestet mit Netzteil, 050176-41 Programmierter Controller 14,95
Kabel und Software-CD 99,00 050176-71 Bausatz mit Platine Mini-Mega-Board + Programmieradapter mit
010208-91 Kit 2 = Kit 1 inkl. Buch "Basiskurs Mikrocontroller" 128,80 allen Bauteilen, inklusive programmiertem Controller (ohne Display) 35,95
ARMee-Entwicklungsboard 050176-73 LCD mit 4 x 20 Zeichen und Hintergrundbeleuchtung 41,95
040444-91 Prozessorplatine bestückt und getestet 36,95 050176-74 Gehäuse Bopla Unimas 160 mit Plexiglas-Frontscheibe
ClariTy 2 x 300 W Klasse-T-Verstärker und Montageplatte 23,00
030217-91 Platine teilbestückt und Ferritkerne 49,00 050092-71 Bausatz mit Platine, allen Bauteilen, Gehäuse und RS232-Kabel 74,95
050092-72 EOBD-Kabel 39,95
Elektrosmog-Tester
050008-91 Platine bestückt und getestet 72,50 Mini-Mega-Board
050008-71 Passendes Gehäuse 14,85 050176-1 Platine (inkl. Programmieradapter-Platine) 12,95
Gameboy-Digital-Speicher-Oszilloskop (GBDSO) APRIL 2006 (Nr. 424)
990082-91 Bestückte und getestete Platine 159,00 Amperestunden-Kontrolleur (für Mignon-Zellen)
Micro-Webserver mit MSC1210 Board 050394-1 Platine ohne Bauteile 6,95
044026-91 Platine Netzwerk-Erweiterung betriebsfertig (bestückt, getestet, kalibriert) 64,50 Universelle SPI-Box
030060-91 Platine MSC1210-Board betriebsfertig (bestückt, getestet, kalibriert) 109,95 050198-41 Prog. Controller AT89C2051-24PC 10,50
044026-92 MSC1210-Board + Erweiterung betriebsfertig mit Beschreibung 169,95
MÄRZ 2006 (Nr. 423)
KOMPLETTE BAUSÄTZE
EDiTS Pro 2.0
C-Multimeter 050373-81 EDiTS Pro-Software 2.0 + Anleitung (auf CD-ROM) 29,95
040259-71 Bausatz mit Platine, LCD, prog. Controllern und Bauteilen 92,50
040259-72 Passendes Gehäuse 9,95
FPGA
040477-91 Modul (bestückt und getestet) 249,00 bzw. 299,00
OBD-2-Analyser 050370-91 Experimentierplatine (bestückt und getestet) 199,00 bzw. 249,00
050092-71 Bausatz mit Platine, prog. Controller, Bauteilen, Gehäuse und RS232-Kabel 74,95 FPGA-Kombipaket (Modul + Experimentierplatine)
050092-72 EOBD-Kabel 39,95 bestückt und getestet 399,00 bzw. 469,00
GPS-Empfänger am USB FEBRUAR 2006 (Nr. 422)
040264-71 Bausatz mit Kabel, Gehäuse und Software 112,50
Temperatur-Logger Brushless-Motor-Controller
030447-71 Bausatz mit Platine, prog. Controller und allen Bauteilen 37,50 050157-41 Brushless-Motor-Controller 5,50

JUNI 2006 (Nr. 426)


Netzwerkkabel-Tester
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050302-11 Diskette mit Source- und Hexcode 7,50 Das komplette Lieferprogramm mit allen
050302-41 Programmierter Controller 24,50 noch lieferbaren Platinen finden Sie
Stereo-Tester
050268-1 Platine 16,95 im Internet unter www.elektor.de
INSERENTENVERZEICHNIS JUNI 2006

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Cadsoft Computer . . . . . . . .www.cadsoft.de . . . . . . . . . . . 15
(UKPLZLT;HN LYZJOLPU[ KHZ
,SLR[VY9€OYLU Circuit Design . . . . . . . . . . .www.circuitdesign.de . . . . . . . 9

:VUKLYOLM[ Datentechnik Dr. Müller . . .www.stepwalk.de. . . . . . . . . . . 7


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UÊ7ˆiÊÛiÀ…>Ìi˜ÊÈV…Ê,Ÿ…Ài˜ LYMVSN[KPL3PLMLY\UN
769;6-9,0 GTU Laser Technik . . . . . . .www.gtu-laser.de. . . . . . . . . . . 7
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UÊ7iV…iÊ6œÀÃÌÕvi˜ÀŸ…ÀiÊ Á + Haase Computertechnik . . .www.team-haase.de . . . . . . . 71
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Conrad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . www.conrad.de
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]kd]iheXej[hdleh1Wd][\Wd][dled[_d\WY^[dc[Y^Wd_iY^][ij[k[hj[d M_[Zd[h>WkfjijhWœ['**š7#'&+&M_[d
J[b$&'%+.+--*+š<Wn&'%+.+--*+(&
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^^^LSLR[VYKL

6/2006 - elektor 83
INFO & MARKT VORSCHAU

GAMEBOY ALS HAUSLEITZENTRALE


Häusliche Steuer- und Regelaufgaben – von der Rollladen- und Markisensteuerung bis zur Alarmanlage - lassen sich sehr
gut mit einer kleinen SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) lösen. Eine sehr interessante, weil bedienungs-
freundliche und kostengünstige Lösung stellen wir im Halbleiterheft vor: GBSPS - eine SPS mit Nintendo-Gameboy!
Das Geheimnis dieser Gameboy-Verwandlung ist - genau wie beim legendären Gameboy-Oszilloskop (GBDSO) von
ELEKTOR - eine Einsteckkarte ohne eigenem Mikroprozessor, die mit Speicherchips für die Software und mit einem I2C-
Interface für die Verbindung zur Außenwelt sorgt. Die Programmierung der SPS kann dabei sowohl direkt auf dem Game-
boy (menügeführt) als auch unter Windows auf einem angeschlossenen PC erfolgen.
Im Artikel beschreiben wir nicht nur die Hard- und Software, sondern stellen auch praktische Anwendungsbeispiele vor.

HALBLEITERHEFT 2006 HIER EINE KLEINE AUSWAHL:


(Änderungen noch möglich)
MEHR ALS 100 SCHALTUNGEN, IDEEN UND TIPPS!
Diese Ausgabe sollten Sie nicht verpassen: Das große ELEKTOR-Sommer-Doppelheft mit über 100 Beiträgen. LCD-Controller
Das ELEKTOR-Labor und die Redaktion haben wieder ein Jahr entwickelt und gesammelt, um ein außergewöhn- RC-Servotester
liches Heft mit einer einzigartigen Mischung aus kleinen Projekten, Schaltungsideen, IC-Neuheiten und Entwicklungs- 200-W-Audioverstärker
und Programmiertipps zusammenzustellen. Geiger-Müller-Zähler
Memory-Metall-Aktor mit LED
Hybrider Kopfhörerverstärker
SCSI-Adapter
Laser-Alarm
DRM-Upgrade
Paraphasen-Klangsteller
Opamp-FM-Sender
Drahtloser Schlüssel
Charlieplexing
Garagentor-Öffner
Phono-Verteilverstärker
Praktische Relativitätstheorie
I2C-I/O-Box für Gameboy

Elektor Juli/August 2006 erscheint am 14. Juni 2006.


Änderungen Elektor gibt es im Bahnhofsbuchhandel, Elektronik-Fachhandel, an ausgewählten Kiosken und garantiert beim Presse-Fachhändler.
vorbehalten! Ein Verzeichnis finden Sie unter: http://www.blauerglobus.de Sie können Elektor auch direkt bei www.elektor.de bestellen.

Die Elektor-Website - Service & News!


In dem projektorientierten System hat man alles, was zu einem Projekt gehört, auf einer Seite im Blick:
Artikel-Download im PDF-Format, Software-Download, Bestellmöglichkeiten und auch Korrekturen und Ergänzungen.
Unser Service:
• Mikrocontroller-Experten-Forum
• Leser-Forum
• Elektronik-News
• Online-Shop
• Kostenloser Newsletter
• FAQs

Die Top-10-Downloads im April:


• FPGA-Chamäleon-Chip (3/2006)
• Der R8C und seine Familie (11/2005)
• UV-LEDs statt Röhren (5/2006)
• FPGA-Experimentierplatine (3/2006)
• OBD-2-Analyser (7-8/2005)
• Internationaler R8C-Design-Wettbewerb (5/2006)
• Baukastensystem für Elektroniker (11/2005)
• SMD-Lötofen (1/2006)
• E-blocks & Flowcode (12/2005)
• Universelle SPI-Box (4/2006)

84 elektor - 6/2006
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