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Ostertraditionen

Learning Unit: German festivals and attractions


Reading & Writing
Level C2

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Ostertraditionen Leitfaden

Inhalt
• In dieser Stunde erfährst du mehr über Ostertraditionen in verschiedenen
Ländern und Regionen und bekommst Informationen über den Ursprung des
christlichen Fests.

Lernergebnisse

• Stärke dein Textverständnis und lerne Wörter zum Themenfeld Ostern.


• Beantworte Fragen zum Thema und vertiefe so dein Wissen.
• Diskutiere über Ostertraditionen und -feierlichkeiten.

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Ostertraditionen
Ostern (lateinisch pascha, von hebräisch pessach) ist im Christentum die jährliche
Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament (NT)
als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Da Jesu Tod und Auferstehung laut NT in
eine Pessach-Woche fielen, bestimmt der Termin dieses beweglichen jüdischen
Hauptfestes auch das Osterdatum.

Es wird über einen Lunisolarkalender bestimmt


und fällt in der Westkirche immer auf den
Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond,
im Gregorianischen Kalender also frühestens
<Grafik>
auf den 22. März und spätestens auf den 25.
April. Danach richten sich auch die Daten der
beweglichen Festtage des Osterfestkreises.

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Mit dem Ostersonntag beginnt die österliche Freudenzeit („Osterzeit“), die fünfzig Tage
bis einschließlich Pfingsten dauert. Im Mittelalter entwickelte sich aus dem
ursprünglichen Triduum ein separates Ostertriduum, das die ersten drei Tage der
Osteroktav von der restlichen Feierwoche abhob. Später wurde dieser arbeitsfreie
Zeitraum verkürzt, bis nur noch der Ostermontag als gesetzlicher Feiertag erhalten blieb.

Der im Deutschen gebräuchliche Name Ostern


ist altgermanischen Ursprungs und hängt wohl
mit der Morgenröte und der Himmelsrichtung
Osten zusammen: Der Ort der aufgehenden
Sonne gilt im Christentum als Symbol des
auferstandenen und wiederkehrenden Jesus
Christus.

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Viele Sprachen bezeichnen das Osterfest


mit einer Wortableitung vom
aramäischen pas-cha, angelehnt an das
hebräische Wort Pessach. Diese
Sprachtradition weist auf die wesentliche
<Grafik> Beziehung von Tod und Auferstehung
Jesu zum Auszug der Israeliten aus der
Sklaverei hin und betont die bleibende
Verwurzelung des Christentums im
Judentum.

Die meisten slawischen Sprachen nennen das Osterfest „Große Nacht (Große
Nächte)“, auf Polnisch Wielkanoc, Tschechisch Velikonoce und Slowenisch Velika
noč. Hingegen verwenden das Bulgarische Великден und das Ukrainische
Великдень, wie auch die baltischen Sprachen Lettisch Lieldienas und Litauisch
Velykos, mit der Bedeutung „Großer Tag“ (Große Tage).

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Der österliche Festkreis beginnt in den


westlichen Kirchen seit dem Jahr 1091
mit dem Aschermittwoch, dem eine 40-
tägige Fastenzeit folgt. Diese erinnert an
<Grafik> die 40 Jahre der Israeliten in der Wüste
sowie an die 40 Tage, die Jesus in der
Wüste fastete und betete. Die Fastenzeit,
auch österliche Bußzeit genannt, endet
mit dem 40. Tag am Karsamstag.

Das östliche Christentum rechnet die Sonntage zur Fastenzeit mit hinzu,
zählt aber andererseits die Woche vor dem Ostersonntag nicht mit zu
den 40 Fastentagen, sondern als eigene Zeitperiode.

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Diese letzte Woche vor Ostersonntag, die


Karwoche, beginnt mit dem Palmsonntag,
an dem die Christen den Einzug Jesu in
Jerusalem feiern. Am Gründonnerstag
feiert das Christentum das letzte
Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Am
folgenden Karfreitag wird des Todes Jesu
am Kreuz gedacht, am Karsamstag ist
Grabesruhe, und am dritten Tag, dem
Ostersonntag, wird schließlich die
Auferweckung Jesu von den Toten
gefeiert.

Die Ostkirchen haben bis heute an der Feier als Nachtwache vom Abend bis zum
Morgen festgehalten, während in den meisten Kirchen des Abendlandes bis zur
Wiederherstellung der Osternachtliturgie die „Messe am Tag“ (Hochamt) den
Höhepunkt des Osterfestes bildete.

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Einige heutige Osterbräuche wurden


insbesondere in der früher auf
vermeintlich germanische und keltische
Sonnenkulte zurückgeführt, etwa die dem
christlichen Glauben entstammenden
Osterfeuer und das Osterrad.
Neuheiden feiern Ostern als Ostara-Fest
nach einer angeblich altgermanischen
Göttin Ostara, als deren Symbole sie
Osterei und Osterhase angeben. Diese
Fruchtbarkeitssymbole sind als
Osterbräuche im deutschen Sprachraum
jedoch erst seit dem 17. Jahrhundert
belegt. Ein Hase als Ostersymbol ist in
christlichen Quellen aus Südosteuropa
seit der Spätantike belegt; seine Herkunft
aus einem germanischen Frühlingskult ist
unbelegt.

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In deutschsprachigen Ländern und den


Niederlanden suchen die Kinder bunt
bemalte versteckte Hühnereier und
Süßigkeiten, die vom „Osterhasen“
versteckt wurden. Als Ostergebäck gibt es
einen Kuchen in Hasen- oder Lammform.
Bräuche zum Osterei sind das
Ostereiertitschen, Ostereierschieben,
Ostereierwerfen und Eierschibbeln.
In katholischen Gemeinden werden die
Kirchenglocken zwischen Karfreitag und
der Osternacht nicht geläutet. In einigen
Gemeinden, vorwiegend im
süddeutschen Raum, aber auch in
Luxemburg, ziehen stattdessen Kinder
und Jugendliche mit speziellen Ratschen
oder Klappern durch das Dorf, um zu den
Gottesdiensten und zum Angelusgebet zu
rufen.

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In Frankreich, Österreich aber auch in überwiegend katholischen Regionen


Deutschlands erzählt man den Kindern, dass die Glocken am Karfreitag nach Rom
fliegen und am Ostersonntag zurückkommen, um zu erklären, wieso sie nicht
läuten. Die Glocken würden auf dem Rückweg aus Rom Süßigkeiten für die Kinder
verstecken. Die Suche nach den versteckten Süßigkeiten findet in Frankreich, im
Gegensatz zu den deutschsprachigen Ländern, erst am Ostermontag statt.

In einigen Gegenden ist auch die


Speisensegnung am Gründonnerstag oder am
Karsamstag gebräuchlich, wobei traditionelle
Osterspeisen gesegnet werden. Bei den
Kindern ist das „Eierpecken“ sehr beliebt: Jeder <Grafik>
Teilnehmer erhält ein Ei und stößt es mit jenem
von einem anderen Teilnehmer zusammen.
Derjenige, dessen Ei bis zum Schluss ganz
bleibt, hat gewonnen.

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In Bulgarien, Griechenland, Russland, Serbien und Schweden werden hartgekochte Eier


rot bemalt als Symbol für das neue Leben, das durch das Opfer Christi erworben wurde.
In Russland ist es außerdem üblich, neben Ostereiern traditionelle Osterspeisen
(Kulitsch, Pascha) am Karsamstag weihen zu lassen.

In Tschechien, der Slowakei, Ungarn und


Rumänien wird am Ostermontag ein Brauch
ausgeübt, bei dem die Männer Frauen mit
Wasser, in Ungarn mit Parfüm, besprengen und
mit einer Art handgemachten Rute die mit
<Grafik> bunten Bändern geschmückt ist, „symbolisch“
(d. h. ohne weh zu tun) schlagen. Der
Überlieferung nach soll dies die Gesundheit und
Schönheit der betroffenen Frauen im
kommenden Jahr erhalten. In manchen
Gegenden kann sich die Frau dann am
Nachmittag oder am darauf folgenden Tag
revanchieren, indem sie Männer mit einem
Eimer kalten Wassers übergießt.

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Die Ukraine, Tschechien, die Slowakei und


Polen sowie die sorbischsprachigen
Gebiete in Deutschland (Brandenburg,
Sachsen) sind wohl die Länder mit der
kunstvollsten Eierbemal-Tradition.
Auf den Pisanki (pl.) bzw. Писанки (ukr.)
und velikonoční kraslice (cz.)
(Bemalungen auf den Eiern) werden mit
flüssigem Wachs Ornamente aufgetragen,
die Eier in einer Farbstofflösung gekocht
und in einem mit Gras oder ähnlichem
Material ausgelegten Korb verschenkt.
Für das sorbische Osterei gibt es vier
verschiedene Techniken, die sich
regionalgeografisch unterscheiden.

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Vokabeln

das Ostern die Süßigkeit

das Fest
der Gottesdienst

die Kirche der Hase

feiern das Ei

verstecken
fasten
segnen bemalen

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Vokabeln

das Ostern easter


das Fest party
die Kirche church
feiern to have a party
fasten to fast
segnen to bless
bemalen to paint
verstecken to hide
die Sprache language
das Ei egg
der Hase rabbit
der Gottesdienst church service
die Süßigkeit sweet
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Weitere Vokabeln

Hier ist Platz für weitere Vokabeln:

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Übungen

Schreiben

Richtig oder falsch?


Man kann immer ganz genau wissen, wann Ostern gefeiert wird.
a) Richtig
b) Falsch

Das Wort Ostern hat in jeder Sprache die gleiche Etymologie.


a) Richtig
b) Falsch

Die Fastenzeit erinnert an die Tage, während derer Jesus fastete und betete.
a) Richtig
b) Falsch

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Übungen

Schreiben

Richtig oder Falsch?


Am Ostersonntag fand das letzte Abendmahl statt.
a) Richtig
b) Falsch

Am Karfreitag wird des Todes von Jesus gedacht.


a) Richtig
b) Falsch

Ein Hase als Ostersymbol hat seine Spuren in der Spätantike.


a) Richtig
b) Falsch

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Übungen

Schreiben

Richtig oder Falsch?


In den katholischen Regionen sagt man, dass die Kirchenglocken am Karfreitag
nach Paris geflogen sind.
a) Richtig
b) Falsch
In einigen Gebieten findet die Speisesegnung statt.
a) Richtig
b) Falsch

Das sorbische Osterei kann nur auf eine Weise bemalt werden.
a) Richtig
b) Falsch

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Übungen

Schreiben

Ordne zu.

Mit dem Ostersonntag   wird die Messe am Tag


Der Ort der aufgehenden gehalten.
Sonne   einen Kuchen in Hasenform.
In den Westkirchen   gilt als Symbol der
Als Ostergebäck gibt es  Auferstehung Jesu.
 beginnt die österliche
Freudenzeit.

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Übungen

Schreiben

Vervollständige die Sätze.


Ostern wird …… gefeiert.
a) … wegen der Auferstehung von Jesu Christi …
b) … wegen des schönen Wetters im Frühling …
c) … wegen der Auferstehung von Maria Magdalena …
In der Westkirche werden die Osterdaten …
a) durch den Jahreskalender bestimmt.
b) durch die Kirchengemeinde bestimmt.
c) durch den Frühlingsvollmond bestimmt.
Die Ostkirchen feiern…
a) die ganze Karwoche
b) vom Abend bis zum Morgen.
c) vom Morgen bis zum Abend.
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Übungen

Schreiben

Vervollständige die Sätze.


In den Ostkirchen wird/werden...
a) vor dem Osterfeiern gefastet.
b) vor dem Osterfeiern Geschenke verteilt.
c) vor dem Osterfeiern der Kirche Geld gespendet.
Mit der Karwoche ist..
a) die erste Woche im April gemeint.
b) die Woche nach Ostern gemeint.
c) die letzte Woche vor dem Ostersonntag gemeint.
Der Name Ostern hängt mit…
a) der Himmelsrichtung zusammen.
b) der Morgenröte zusammen.
c) mit der Himmelsrichtung und mit der Morgenröte zusammen.
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Übungen

Schreiben

Beantworte die Fragen.


Welche zwei sind Ostersymbole in Deutschland ?
a) Ei und Gras
b) Hase und Engel
c) Ei und Hase
Was suchen die Kinder an Ostern?
a) Die versteckten Süßigkeiten
b) Die versteckten Eier und Süßigkeiten
c) Die versteckten Eier
Was machen die Kinder in Süddeutschland an Ostern?
a) Sie rufen die Menschen mit Ratschen zum Gottesdienst
b) Sie läuten die Kirchenglocken
c) Sie singen beim Gottesdienst
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Übungen

Schreiben

Beantworte die Fragen.


Was macht man beim Eierpecken?
a) Man stößt sein Ei mit jenem von einem anderen Teilnehmer zusammen
b) Man versteckt sein Osterei
c) Man bemalt sein Osterei rot
Wie könnte man eine Ostertradition in Osteuropa beschreiben?
a) Sie ist für Männern unangenehm.
b) Sie ist für Frauen unangenehm.
c) Sie ist für Kinder unangenehm.
Wo ist die Tradition des kunstvollen Eier-Bemalens besonders verbreitet?
a) in Süddeutschland
b) Dort, wo die sorbischen Sprachen gesprochen werden.
c) in Norddeutschland
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Übungen

Sprechen

Beantworte die Fragen und diskutiere!

1) (Wie) hast du als Kind Ostern gefeiert?

2) (Wie) feierst du Ostern jetzt?

3) Gibt es einige Ostertraditionen, die dir wichtig sind? Wenn ja,


welche?

4) Gibt es Ostertraditionen, die du unnötig findest? Wenn ja,


welche?

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Sprechen

Beantworte die Fragen und diskutiere!

5) Denkst du, dass die Digitalisierung der heutigen Welt auch


Einfluss auf die Ostertraditionen haben könnte?

6) Wie könnte das Osterfeiern in der Zukunft aussehen?

7) Welche Rolle spielen Traditionen überhaupt in deinem Leben?

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Zusammenfassung
Ostertraditionen

1. Lesen Lies‘ einen komplexen Text zum Thema Ostern.

2. Textverständnis Beantworte Fragen zum Text und vertiefe dein Wissen.

3. Diskussion Sprich‘ und diskutiere über Ostertraditionen.

In dieser Stunde hast du mehr über einen wichtigen


europäischen Feiertag erfahren.

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Hausaufgaben

Die folgenden Übungen könnt ihr nach der Stunde


bearbeiten und beispielsweise in einer Privatstunde
besprechen.

Sie sollen dabei helfen, das Gelernte zu vertiefen.

Viel Erfolg!

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Hausaufgaben

Schreiben

Schreibe eine Zusammenfassung.

 Schreibe eine Zusammenfassung mit den für dich


wichtigsten Informationen aus dem Text
Ostertraditionen.
- Wann, wo und wie wird Ostern gefeiert?
- Welche Traditionen kanntest du schon, welche nicht?

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Hausaufgaben

Schreiben

Schreibe eine Geschichte.

 Stell‘ dir vor, dass du eine deutsche Mutter/ein


deutscher Vater bist und für deine Kinder ein
unvergessliches Osterfest vorbereiten willst. Schreibe
eine kleine Geschichte mit 350-500 Wörtern darüber,
wie dieses Ostern sein wird.

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Hausaufgaben

Schreiben

Schreibe einen Essay.

 Schreibe einen Essay, in dem du die Ostertraditionen


deines Heimatlandes mit den Ostertraditionen in
Deutschland vergleichst.

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Übungen

Schreiben

Schreibe einen Essay.

 Ostern ist ursprünglich ein christliches Fest. Sollte


man diesen Aspekt beim Osterfeiern
berücksichtigen? Warum/warum nicht? Bitte schreibe
einen Essay, in dem du zu dieser Frage Stellung
nimmst.

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