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Unerwünschte Kontakte. Die rumänisch-slawischen


Sprach- und Kulturbeziehungen und ihre Entwertung
Von Siegfried Tornow, Berlin

Vorbemerkung Umsiedlungen erinnert, so die Abwanderung der Osma-


nen und sephardischen Juden. Davon abgesehen siedelte
Südosteuropa ist aus seiner langen Geschichte ein reiches
man überhaupt nicht geschlossen, sondern oft verstreut,
Erbe zugefallen, das prähistorische „balkanische“, das rö-
selbst die Dörfer konnten ethnisch gemischt sein, waren
mische aus der Antike, das byzantinische aus dem Mittel-
jedoch grundsätzlich konfessionell einheitlich; die Städte
alter und das osmanische aus der frühen Neuzeit; seit dem
waren multiethnisch und multikonfessionell, die Stadtvier-
19. Jh. können nun die südosteuropäischen Nationen dar-
tel mahalle hingegen konfessionell abgegrenzt. Solche
über frei verfügen, sie können es antreten oder ausschla-
soe. Städte waren noch am Ende des 19. Jh.: Czernowitz:
gen, die Zeugnisse pflegen, vernachlässigen oder zerstö-
51% Deutsche, 19% Ruthenen, 14% Rumänen, 13% Polen;
ren. Zu solchen historischen Zeugnissen gehören nicht
Temesvár: 51% Deutsche, 27% Ungarn, 14% Serben (und
nur die aus der Vergangenheit erhaltenen Texte sondern
Rumänen?); Bitola: 35% Albaner (und Türken?), 29% Sla-
auch die Sprachen selbst: Sie sind – diachronisch beschrie-
wen, 19% Griechen, 12% Aromunen, 6% Juden; Saloniki:
ben – wahre Geschichtsmuseen.
55% Juden, 20% Türken, 12% Griechen, 8% Slawen, 3%
So auch das Rumänische. Allerdings waren die sprachli- „Franken“; Konstantinopel: 43% Türken, 23% Griechen,
chen Verhältnisse in den von Rumänen besiedelten Gebie- 17% Armenier, 5% Bulgaren, 5% Juden (Meyer 1902–8,
ten besonders kompliziert. Einmal weil man von 600 bis ins Brokgauz/Efron 1890–1904).
18. Jh. von einer romanisch-slawischen Symbiose und dem- So kann man wohl annehmen, dass sowohl in den Städten
entsprechend von romanisch-slawischer Zweisprachigkeit als auch weitgehend auf dem Lande Mehrsprachigkeit eher
ausgehen muss und weiter weil in der Moldau und der die Regel als die Ausnahme war. Multiethnischer, uni-
Walachei bis in die Mitte des 17. Jh. bis auf wenige religiö- konfessioneller Kontakt herrschte innerhalb des Dorfs, des
se Übersetzungen und Kaufurkunden alle Texte grund- Stadtviertels, beim Gottesdienst, in den Zünften; multi-
sätzlich auf Kirchenslawisch geschrieben wurden. konfessioneller Kontakt innerhalb der Stadt als ganzer, auf
Dieser slawische Einfluss hat zusammen mit dem griechi- den Handelswegen, auf den Märkten, bei religiösen Fe-
schen und türkischen, denen die südosteuropäischen Spra- sten, die ja von Angehörigen verschiedener Glaubens-
chen insgesamt ausgesetzt waren, das Rumänische ent- richtungen besucht wurden.
scheidend geprägt, so sehr, dass sich daraus ein bis in Um 1800 sprach man in Südosteuropa meist ländliche Dia-
unsere Tage andauerndes ideologisches Problem entwik- lekte oder Stadtmundarten, die von den gebildeten Zeitge-
kelt hat, dem ich hier nachgehen will. nossen mit ziemlicher Verachtung bewertet wurden.
„Es ist eine bemerkenwerte Erscheinung, dass um die un-
1. Ethnische und sprachliche Verhältnisse tere Donau und weiter nach Südwesten sich eine Gruppe
in Südosteuropa um 1800 auseinandergränzender Sprachen zusammengefunden hat,
die bei stammhafter Verschiedenheit nur darin übereinstim-
Die geographischen Termini Südosteuropa und Balkan men, dass sie die verdorbensten ihrer Familien sind. Diese
werde ich wie folgt gebrauchen: Südosteuropa definiere missratenen Söhne sind das Walachische in der romani-
ich kulturhistorisch als das orthodoxe (und muslimische) schen, das Bulgarische in der slawischen und das
Osteuropa südlich des Dnjestr, das mittel- oder unmittel- Albanesische in der griechischen Familie“ (A. Schleicher:
bar unter osmanischer Herrschaft stand, mit anderen Wor- Zur vergleichenden Sprachgeschichte. Bonn 1848, S. 143,
ten den Balkan unter Einschluss der Donaufürstentümer. zitiert bei Schaller 1999: 98–99).
Balkanisch verwende ich hier als linguistischen Begriff für
Diese genetisch verschiedenen Sprachen hatten im Laufe
die südosteuropäischen Sprachen mit starkem Analytismus
der Zeit Gemeinsamkeiten besonders in zwei Bereichen
(s.u.). Südosteuropa umfasst somit das Areal der zentralen
herausgebildet, der Lexik und der Morphosyntax. Die bal-
Balkansprachen Griechisch, Albanisch, Bulgarisch mit
kanische Lexik war vor allem griechischer und türkischer
Makedonisch und Rumänisch mit Moldauisch und Herkunft. Die griechische bezog sich auf die kirchliche
Aromunisch. Terminologie und die damit zusammenhängende Kultur wie
Es ist aber auch das Gebiet anderer Völker wie der Türken das Schulwesen, aber auch auf die Zivilverwaltung,
und Serben, dazu kommt die jüdische, deutsche, ungari- Landwirtschaft und Schifffahrt; die türkische auf den Is-
sche und armenische Diaspora. Vorab ist festzuhalten, dass lam, das Militär, das Hauswesen, Handwerk, Handel, Klei-
auch um 1800 die Siedlungsverhältnisse insgesamt noch dung und Nahrung.
instabil waren. Neben der weit verbreiteten Wander- Die balkanischen morphosyntaktischen Strukturen sind
viehzucht der Walachen sei an die politisch bedingten durch den Analytismus geprägt, der sich durch intensiven
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Sprachkontakt erklären lässt. Analytisch sind auch andere 12 Klöster im 15. Jh. und nochmals 10 im 16. Jh.“ (Trunte
Sprachen wie das Englische oder Persische; für die Balkan- 1998: 212). Bis 1600 wurde in den Donaufürstentümern also
sprachen ist entscheidend, dass sie in für solche Prozesse die beeindruckende Menge von 78 Klöstern gegründet.
verhältnismäßig kurzer Zeit vom synthetischen Ausgangs-
In den moldauischen Klöstern entwickelten sich regelrechte
punkt, der für das Kirchenslawische noch um 900 belegt
Schreiberschulen, neben religiöser wurde auch weltliche
ist, bis etwa 1500 (frühes Neubulgarisch, älteste rumäni-
Literatur in slawischer Sprache gepflegt, so erschien 1444
sche Texte, neugriechische Volkssprache) den analytischen
in Bistriþa eine Ausgabe des „Zakonik“ Stefan Dušans von
Typ herausbilden.
1349. Als später der Buchdruck bei den Serben durch das
Diese Sprachen waren um 1800 in diesem Zustand nicht Vordringen der Türken zum Erliegen kam, wurde die
verschriftlicht. Man schrieb und las damals die Sakral- Walachei zu einem Zentrum des slawischen Buchdrucks:
sprachen Griechisch und seltener aus Russland reim- der Metropolit Maxim holte den Drucker Makarije aus
portiertes Kirchenslawisch, weiter osmanisches Türkisch, Cetinje nach Muntenien, wo er 1508–12 biblische und li-
daneben albanische oder südslawische Literaturdialekte; turgische Bücher druckte.
zum Rumänischen weiter unten. Man bemühte sich um
Ungeachtet ihrer ethnischen Besonderheit waren die Ru-
überregionale Ausdrucksmittel, die sich sowohl mündlich
mänen also rundum eingebettet in die slawisch-orthodoxe
als auch schriftlich verwenden ließen; gewöhnlich kon-
Kultur. Amtssprache war das Kirchenslawische.
kurrierten zwei oder mehrere davon auf einem vornationalen
„Regierungsverordnungen, Kaufmannsprivilegien, Akten
Territorium.
und Urkunden über Grundbesitzverhältnisse, Chroniken,
Als sich um 1800 die nationalen Eliten der Sprachenfrage Geschichtsbücher und Gesetze waren in der kirchen-
annahmen, ging es für sie darum, in dieses vermeintliche slawischen Sprache verfasst“ (Huber 1973: 41). Es war ein
Chaos eine Art Ordnung zu bringen: Man wollte an alte Kirchenslawisch bulgarischer Redaktion, „Urkunden, die
Traditionen anknüpfen, den Sprachen wieder „Dignität und die lokale bulgarische Sprachform repräsentieren..., haben
Anciennität“ verleihen (Steinke 1999: 399). Mit der Spra- sich seit der Mitte des 14. Jh. erhalten. Erst Ende des 15.
che und über sie sollten die Sprecher sich identifizieren, Jh. zeigt die Kanzleisprache erste Rumänismen, im 16. Jh.
über die banale Gegenwart erheben und gleichzeitig von wird das Slavische fehlerhaft... Die bulgarisch-kirchen-
den Sprechern anderer Sprachen abgrenzen. Über den slavische Literatursprache in den Donaufürstentümern
Schulunterricht und die Volksbildung wollte man den Grie- orientierte sich seit dem Ende des 14. Jh. am Vorbild der
chen wieder „anständiges“ Griechisch beibringen, d.h. die Tãrnover Schule und gab deren Einflüsse nach Russland
Sprache Platos und Xenophons, den Bulgaren wieder „rich- weiter. In der zweiten Hälfte des 15. Jh. zeigte sich... eine
tiges“ Slawisch, d.h. Kirchenslawisch. Im Falle der Rumä- Zunahme serbischer Züge in der Literatursprache“ (Trunte
nen war die Sache allerdings komplizierter. 1998: 126).
Die Kenntnis dieser kirchenslawischen Kanzlei- und
2. Die kirchenslawisch-orthodoxe Tradition Kirchensprache war sicher allgemein verbreitet, zumindest
bei den Rumänen bei allen, die lesen und schreiben konnten. Zentren der
Denn was war eigentlich die rumänische Tradition? Das kirchenslawischen Kultur waren die Klöster und bischöfli-
rumänische Mittelalter hat ja sehr spät begonnen. In der chen Verwaltungen, die Kanzleien der Fürstenhöfe und
Walachei konnte sich erst nach den Mongoleneinfällen Bojarensitze aber auch die Kontore der Kaufleute, soweit
und dem damit verbundenen Abzug der Kumanen nach man dort nicht Griechisch schrieb. Es ist anzunehmen, dass
Ungarn eine dauerhafte weltliche und kirchliche Ordnung das Kirchenslawische auch darüber hinaus verständlich
etablieren: 1359 gewährte ihr Konstantinopel die kirchli- gewesen sein muss:
che Unabhängigkeit unter einem Metropoliten in Curtea Erstens dauerte die slawisch-rumänische Symbiose und
Argeº. Die orthodoxe Kirche der Moldau war zunächst Zweisprachigkeit in manchen Gegenden sehr lange an,
nach dem Erzbistum Haliè orientiert und erhielt erst 1401 noch 1900 war die Moldau (einschließlich der Bukowina
einen eigenen Metropoliten in Suceava. und Bessarabiens) zu einem Drittel slawisch;
„1369 wurde auf Anregung des Serben Nikodim... im Banat zweitens wurde der Gottesdienst nicht nur in den Städten
von Severin mit Vodiþa ein erstes Kloster bei den Rumänen und Klöstern, sondern auch auf dem Lande kirchen-
gegründet, um 1377 in Tismana ein zweites... An diesen slawisch abgehalten;
ersten Gründungen wie an den folgenden sind Slaven in drittens war der Anteil an slawischen Wörtern im Rumäni-
hohem Maße beteiligt, so dass in den rumänischen Län- schen vor der Romanisierung im 19. Jh. sehr hoch. Im er-
dern die großen Klöster neben den Fürstenhöfen zu Zen- sten etymologischen Wörterbuch des Rumänischen von
tren der slavischen Kultur werden. Auch die folgenden 20 1870 sind von den 5765 behandelten Lexemen nur 20%
walachischen Klostergründungen... im Verlaufe des 14. und lateinischer Herkunft, 41% slawischer, 18% türkischer, 11%
15. Jh. und nochmals 30 im 16. Jh. sind dem athonitischen griechischer und 10% ungarischer (Cihac 1870–79: viii).
Vorbild verpflichtet... In der Moldau beginnt das Kloster- „Obgleich das Wörterbuch des moldauischen Philologen...
leben unter Beteiligung bulgarischer Mönche 1395 mit der nicht alle Etyma enthält – übrigens auch weitgehend un-
Gründung von Neamþ; es folgen noch 3 im 14. Jh., weitere zuverlässig ist –, sähe eine vollständige Statistik in ihren
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Proportionen nicht wesentlich anders aus; denn wenn ei- dass Eremia Cacavela aus Kreta, der in Leipzig und Wien
nerseits viele Wörter lateinischen Ursprungs fehlen, so studiert hatte und Cantemirs Lehrer war, den Kiewer Lehr-
fehlen andererseits auch sehr viele anderer Herkunft“ körper von Iaºi 1656 durch Griechen ersetzen konnte. „Die
(Tagliavini 1973: 257). Vertreibung der Kiewer signalisierte den Sieg des grie-
Geschrieben wurde das rumänische Kirchenslawisch in der chisch-byzantinischen Kultureinflusses über die durch die
westlichen Kyrillica, aus der später die serbische, kroati- slawische Orthodoxie bestimmte Kulturepoche. Der stän-
sche und rumänische Kyrillica hervorgingen, während dige Zuzug von griechischen Mönchen und Gelehrten führ-
Bulgaren und Russen die östliche Kyrillica verwenden. Es te diesen kulturellen Wandel weiter, bis mit dem Beginn
ist von großer Bedeutung festzuhalten, dass die Rumänen der Fanariotenherrschaft auch die politische Macht in grie-
vom ersten Tage an, da sie Rumänisch schrieben, nämlich chische Hände geriet“ (Huber 1973: 58).
1521, bis zur Einführung der Lateinschrift 1860, also 340 Dieser Wechsel bedeutete jedoch nicht, dass nun das Grie-
Jahre, sich der Kyrillica bedienten. Die Rumänen haben chische die Stelle des Kirchenslawischen einnahm, son-
die kyrillische Schrift nicht nur einfach von den Bulgaren dern das Rumänische profitierte von der kirchenslawisch-
übernommen, sondern schöpferisch weiterentwickelt und griechischen Rivalität und eroberte sich langsam seinen
ihren Bedürfnissen angepasst, so haben wahrscheinlich Platz: erst 1679 wurde das erste rumänische Liturgikon
sie den Buchstaben II für das im Rumänischen häufige / gedruckt, noch 1736 erschien in der Walachei letztmals ein
d•/ geschaffen, den wiederum die Serben von ihnen ent- liturgisches Buch in kirchenslawischer Sprache (Trunte
lehnten. 1998: 375–6).
Wie sehr die Moldau und die Walachei Kernländer der Im Gottesdienst schwankte man lange zwischen den drei
slawischen Orthodoxie in politischer und kultureller Hin- Sprachen. So führte ª erban Cantacuzino (1678–88) in der
sicht waren, zeigt die Tätigkeit Petr Mogilas aus einer mol- Walachei die Liturgie in rumänischer Sprache ein. Ande-
dauischen Fürstenfamilie, Abt des Kiewer Höhlenklosters rerseits hieß es in einer Instruktion des Jerusalemer Patri-
und dann Metropolit von Kiew, dessen „Orthodoxa archen Dositheos Notaras von 1698 in Bezug auf Sieben-
Confessio Fidei“ 1642 auf dem ersten panorthodoxen Kon- bürgen: Wenn auch die Reformierten den Gottesdienst in
zil der Neuzeit in Iaºi approbiert wurde. Mit seiner Unter- rumänischer Sprache feiern, sollte Rumänisch nicht Spra-
stützung wurden 1640 nach dem Vorbild von Kiew Geistli- che der orthodoxen Liturgie sein; denn es sei „klein und
che slawisch-griechisch-lateinische Akademien mit schmal“. Der Bischof solle den Gottesdienst nur slawisch
kirchenslawischer Unterrichtssprache in Tîrgoviºte für die oder griechisch halten, die Volkssprache sei nur beim Evan-
Walachei und in Iaºi für die Moldau gegründet, die nicht
gelium und der Predigt erlaubt (de Vries 1963: 402). Doch
nur für die Rumänen sondern für alle Orthodoxen von zen-
diese Mahnung fruchtete nichts; denn als in der Fanario-
traler Bedeutung waren.
tenzeit das Kirchenslawische endgültig obsolet wurde, ging
man nicht zum Griechischen sondern zum Rumänischen
3. Das Ende der rumänisch-slawischen über.
Symbiose Aber erst nach der Vereinigung der beiden Fürstentümer
Doch um die Mitte des 17. Jh. neigte sich diese 300 Jahre erließ Fürst Alexandru Ioan Cuza 1863 ein Dekret, mit dem
alte Kultur in den Donaufürstentümern ihrem Ende zu. Das das Rumänische definitiv als Liturgiesprache etabliert
hing mit dem allgemeinen Niedergang der kirchenslawisch- wurde.
orthodoxen Kultur jener Zeit sowohl auf dem Balkan als
auch in Russland zusammen. 4. Die Neuorientierung
Bei den Bulgaren war sie so gut wie erloschen, bei den Tagliavini schrieb in seiner „Rumänischen Konversations-
Serben sollte sie sich erst nach dem Neuanfang in Süd- Grammatik“ vor sechzig Jahren: „Da alle rumänischen Druk-
ungarn um 1700 erholen. „Als Matei Basarab um einen ke und Handschriften (bis auf die wenigen Ausnahmen...)
guten Lehrer des Kirchenslawischen zu den Bulgaren bis ca. 1860 mit dem cyrillischen Alphabet geschrieben
schickte, sandte man ihm einen Kroaten mit der Bemer- sind, ist es unentbehrlich für jemand, der rumänisch ge-
kung, dass es nur mehr wenige bulgarische Priester gebe lernt hat, auch die cyrillische Schrift zu kennen“ (Tagliavini
und sie alle recht unwissend seien“ (Trunte 1998: 375). So 1938: 431). Heute kann in Rumänien außer einigen Fach-
tauschte er 1646 an der Schule von Tîrgoviºte das Kirchen- leuten niemand mehr kyrillisch geschriebene rumänische
slawische gegen das Griechische aus, die slawischen Leh- geschweige denn kirchenslawische Texte lesen, weil näm-
rer mussten griechischen weichen. lich zwischen 1640 und 1780 eine langsame aber konse-
Im Großfürstentum Litauen mit den Zentren Kiew und Wilna quente kulturelle Wende stattfand, eine völlige Umorien-
unterlag nach der Kirchenunion von Brest in Folge der tierung der Intelligenz, die schließlich zu einer Uminterpre-
kulturellen Überlegenheit des Westens das Kirchen- tation der nationalen Geschichte führte. An die Stelle der
slawische dem Lateinischen, das Westrussische dem Pol- mittelalterlichen theologischen Weltsicht, die die Walachen
nischen, bis schließlich 1696 der offizielle Sejmerlass er- und Moldauer zusammen mit den orthodoxen Slawen an
ging: „Pisarz ziemskiego s¹du po Polsku, a nie po Rusku der Seite von Byzanz im gottgefälligen Kampf gegen Tür-
pisaæ powinien“ (Damerau 1963: 13). Da wundert es nicht, ken und Katholiken sah, trat eine an die Renaissance erin-
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nernde heidnisch-völkische Interpretation, die die Rumä- Kontinuitätstheorie zu erhärten. Als Auftakt erschienen
nen als Kinder Roms betrachtete; sie tauchte zuerst in den 1780, dem Jahr der Thronbesteigung Josephs II., in Wien
Chroniken auf. die „Elementa linguae daco-romanae sive valachicae“ von
Bezeichnenderweise wurde ja in der Historiographie das S. Micu und ª incai, deren Titel schon Programm war. 1825
Kirchenslawische eher durch das Rumänische ersetzt als kam in Buda das von S. Micu begonnene und von seinen
in der geistlichen Literatur. „Die bis Ende des 15. Jh. nach Nachfolgern beendete „Lesicon românesc-latinesc“ her-
bulgarischen und serbischen Anregungen entstandene aus (Behring 1994: 93–94, 122). Hier wird das Rumänische
und im 16. Jh. unter dem Einfluss des polnischen Huma- mit Hilfe von Latinismen behutsam und diskret moderni-
nismus zur Blüte gelangte moldauische Chronistik in siert (Bochmann 1992: 103). Dieser Prozess lässt sich mit
kirchenslawischer Sprache wurde von Grigore Ureche... dem der Latinisierung der romanischen Sprachen Westeu-
und seinen Nachfolgern rezipiert und in rumänischer Spra- ropas vergleichen, der dort allerdings schon im Mittelalter
che fortgeführt“ (Trunte 1998: 376). begann und ununterbrochen bis in die heutige Zeit fort-
dauert.
Die kulturellen Beziehungen zwischen der Moldau und
Polen waren seit der Zeit des Späthumanismus ziemlich Der Latinisierung fielen auch slawische Elemente zum Op-
eng. Dabei spielten vor allem die Jesuitenkollegien in Gali- fer, die ja den größten Teil der „fremden“ Lexik ausmachten
zien und Podolien eine Rolle. Dort hatten die beiden ersten und von der siebenbürgischen Schule als Barbarismen
großen Chronisten der Moldau studiert und Latein ge- betrachtet wurden: „Par leur haine contre l’époque où les
lernt, Grigore Ureche in Lemberg und Miron Costin in Bar. Roumains avaient vécu sous l’influence slave, Micu, ª incai
Ureches „Letopiseþul Þãrii Moldovei“ (1642–47) war nach et Maior avaient érigé en dogme l’ideé que cette époque
dem Vorbild der „Chronika wszystkiego œwiata“ von Marcin ne méritait pas d’être étudiée. L’influence des Slaves était
Bielski von 1597 verfasst und behandelt die Ereignisse considérée par eux comme désastreuse pour la culture
von der Gründung des Fürstentums Moldau 1359 bis 1594 roumaine et, dans leur esprit, elle était associée a` l’idée de
(Behring 1994: 59). Und hier hieß es erstmals „de la Rîm ne barbarie“ (Densusianu 1997: 16–17).
tragem“, von Rom stammen wir ab (Bochmann 1992: 103). Die zweite Etappe erfolgte anschließend in den Donau-
In Miron Costins Chronik „Letopiseþul Þãrii Moldovei de fürstentümern, wo nach dem Frieden von Adrianopel 1829
la Aron Vodã î ncoace“ (bis 1675) treten dann die ersten die Griechenherrschaft endgültig vom russischen Protek-
Direktentlehnungen aus dem Lateinischen ins Rumänische torat abgelöst wurde. Sie endet etwa 1880 mit der Normie-
auf wie canþelar, gheneral, rãspublicã (Bochmann 1979: rung der Rechtschreibung. Quelle der Modernisierung war
21): in der Moldau also unter dem Späteinfluss des polni- diesmal das Französische. Auf das Griechische verzichte-
schen Humanismus und nicht in Siebenbürgen. te man, obwohl es allen Anforderungen des modernen
Dort formulierte ein halbes Jahrhundert später der unierte Lebens entsprach, „einmal wegen der ablehnenden Ein-
Bischof Inochentie Micu die latinistische These, als er 1735 stellung, die unter vielen Rumänen in der letzten und fin-
in einer Bittschrift an Karl VI. schrieb: „Wir sind seit Kaiser stersten Phase der Phanariotenherrschaft gegen alles Grie-
Trajan die ältesten Bewohner Siebenbürgens“ (Köpeczi chische entstanden war; zum anderen wegen der fehlen-
1990: 419). Hieraus entwickelte sich bekanntermaßen die den Transparenz der griechischen Elemente, die beson-
Kontinuitätstheorie, wonach die Rumänen von den Dakern ders für ein dieser Sprache immer weniger mächtiges und
und Römern abstammen, seit der Spätantike ohne Unter- breiteres Publikum als unmotivierte Einzelwörter wirkten
brechung in den drei Fürstentümern siedeln und ihnen und nur in beschränktem Umfange Ableitungen zuließen“
deshalb die gleichen Rechte wie den anderen Völkern zu- (Bochmann 1979: 46).
stehen. So wollte man den privilegierten Nationen Sieben- Zunächst bediente man sich der vorhandenen Mittel des
bürgens, „den Sachsen, Ungarn und Szeklern, welche die rumänischen Sprachsystems, um Neologismen zu schaf-
Rumänen für späte Eindringlinge hielten, beweisen, dass fen. Obwohl das rumänische Wortbildungssystem durch-
dies vielmehr für jene selbst zutreffe“ (Alexici 1906: 71); aus Ableitungen, Neuprägungen und auch Komposita
darüber hinaus bestand aber offensichtlich auch das star- gestattet, ging man dann trotzdem zu direkten Entlehnun-
ke Bedürfnis, sich von den slawischen Nachbarn abzu- gen aus dem Französischen über. „Ausschlaggebend war
grenzen. dafür die alles erdrückende politische und kulturelle Vor-
Mit der Latinität resp. Romanität war es aber vorerst nicht machtstellung Frankreichs, die dazu führte, dass in den
weit her. Schon das aus dem lat. Romanus lautgesetzlich Augen der jungen Intellektuellen, der Bojarensöhne, aber
entstandene rumîn bedeutet „Leibeigener“, ein Romîn auch der aristokratisch-mondänen Welt, alles als progres-
musste neu gebildet werden, um die Rumänen der drei siv und chic empfunden wurde, was französisch war, das
Fürstentümer zu bezeichnen. Die Romanisierung des Ru- Hergebrachte aber – darunter das türkische, griechische,
mänischen vollzog sich in zwei Etappen: kirchenslawische Lehnwort, aber auch neugebildete Lehn-
Die erste geschah in Siebenbürgen, wo unter der Führung übersetzungen aus traditionellem Sprachgut – als alt, re-
der unierten Kleriker Samuil Micu, Gheorghe ª incai und aktionär oder unmodern“ (Bochmann 1979: 47).
Petru Maior die Siebenbürgische Schule mit historischen Insofern ist es bemerkenswert, dass zu Beginn dieser
und linguistischen Mitteln versuchte, die Latinitäts- und Etappe im ersten Jahrzehnt des „Réglement Organique“
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(1830–39) ein Teil der lateinisch-romanischen Neologis- hätten den Laut /h/ bereits vor dem Kontakt mit den Sla-
men wieder durch slawische Vermittlung, diesmal über das wen gekannt (S. 267), bei der Bildung der Kardinalzahlen
Russische ins Rumänische gelangt ist, Wörter wie clas, von 11–19 sei „die Annahme einer Entlehnung aus dem
finans, comisar, prezident usw. (Bochmann 1979: 79–80). Slawischen nur schwer zu akzeptieren“ (S. 268). Wenn der
Dabei konnte das Rumänische ganz auf der Strecke blei- Autor auch zugesteht, dass der slawische Einfluss nahezu
ben. So versuchte man, seine Einführung als Unterrichts- alle Bereiche des rumänischen Wortschatzes umfasst, muss
sprache zu boykottieren. 1847 beschlossen die Fürsten er doch betonen, dass in dem Beispielsatz iubesc pe
Mihail Sturza für die Moldau und Gheorghe Bibescu für prietenii dragi „die Wörter slawischer, jedoch ausnahms-
die Walachei, in den höheren Klassen der Akademien das los alle grammatischen Morpheme lateinischer Herkunft
Rumänische durch das Französische zu ersetzen. Dieses sind“ (S. 273), als wenn das ein Verdienst wäre.
Vorhaben scheiterte lediglich am Mangel an geeigneten Brâncuº ¸ argumentiert immer noch wie Petru Maior vor
Lehrern, gelang aber z.B. an dem 1833 gegründeten Mäd- 200 Jahren: „Wenn wir auch das nicht leugnen können,
chenpensionat in Bukarest (Fritsche: 1983: 400). Hierher dass sich in die rumänische Sprache Wörter der Slawen
gehört auch, dass einige der größten aus Rumänien stam- hineingemengt haben..., [haben] die Slawen jedoch über-
menden Autoren wie Panait Istrati und Eugen Ionescu Fran- haupt nicht den inneren Aufbau der rumänischen Sprache
zösisch schrieben. berührt, hingegen ist dieser intakt geblieben, so wie er
Die sprachliche Revolution von oben führte zu einer ab- anfangs war, als die Römer, die Vorfahren der Rumänen
surden Situation. Die oberen Schichten schrieben Franzö- nach Dakien kamen. Die Wörter, welche von den Slawen in
sisch, auf dem Lande aber gab es keine Schulen, wer dort die rumänische Sprache gebracht wurden, sind außerdem
lesen und schreiben lernen wollte, musste zu den Priestern auch ziemlich leicht erkennbar, und es wäre einfach, sie
gehen, die wiederum nur Griechisch oder Kirchenslawisch auszumerzen und zu reinigen, wenn sich die Rumänen hier-
alphabetisiert waren. In Panaït Istratis Roman „Die auf einigen könnten“ (Fritsche 1983: 375–6).
Haiduken“, der um 1860 in der Walachei spielt, erzählt das Besonders hoch ist natürlich auf Grund der kulturellen
Mädchen Floarea: „In diesen Jahren lernte ich auch Grie- Verhältnisse der slawische Anteil an der religiösen Lexik:
chisch schreiben und lesen. Und wiederum war es Groza, Es finden sich nur 17 christliche Begriffe lateinischer Her-
dem ich diese Kenntnisse verdankte. Er hatte diese Spra- kunft, die man verschieden interpretieren kann. Brâncuº
che ohne Wissen des Dorfes bei seinen Fahrten nach Buzãu meint: „Die grundlegende religiöse Terminologie im Rumä-
gelernt. ‚Willst du’, fragte er mich eines Tages, ‚Griechisch nischen ist lateinischen Ursprungs“ (Brâncuº ¸ 1999: 261),
lernen? Unsere Sprache hat keine eigene Schrift. Um lesen Trunte dagegen: „Der theologische Wortschatz der Rumä-
und schreiben zu können, muss man zwischen Slawisch nen ist frei von Latinismen“ (Trunte 1998: 106).
und Griechisch wählen. Ich habe Griechisch gelernt, und
jetzt sehe ich mit vier Augen. Mach es so wie ich. Du wirst Ähnlich Puºcariu: „Es fehlen viele christliche Ausdrücke
unglaubliche Dinge kennen lernen!’ ‚Ich will schon, aber lateinischen (oder griechisch-lateinischen) Ursprungs, die
wo? Und wie?’ ‚Bei dem berühmten Kantor Joakim von der im Westromanischen zu den verbreitetsten Wörtern gehö-
Einbaumkirche in Buzãu.’“ (Istrati 1985: 34). ren... Das Fehlen dieser Ausdrücke erklärt sich durch den
Umstand, dass die Rumänen... keine kirchliche Organisati-
on in den Städten und kein mönchisches Leben kannten,
5. Die Uminterpretation der Geschichte wie es sich in den ersten Jahrhunderten des Mittelalters
Seit hundert Jahren ist das Rumänische eine gefestigte entwickelte, sondern nur Dorfgeistliche“ (Puºcariu 1943:
Standardsprache, die inzwischen auch von den Intellektu- 456–7).
ellen des eigenen Landes akzeptiert wird. Wie blicken aber Für manche Autoren beginnt das ganze Unglück mit der
heute, zehn Jahre nach der Wende und in Erwartung des „schief gelaufenen“ Christianisierung, nämlich mit dem
vereinten Europas, die Rumänen zurück auf den Reichtum Beschluss des 8. Ökumenischen Konzils in Konstantino-
und die Vielfalt ihrer sprachlichen Traditionen? pel 869/870, wonach das neu einzurichtende bulgarische
Obwohl der Anteil der Slawismen im Rumänischen heute Erzbistum, das die Siedlungs- bzw. Wanderungsgebiete
bei nur mehr 10% liegt (Hinrichs 1999: 628), ist der slawi- der Rumänen einschloss, dem Patriarchat Konstantinopel
sche Einfluss in jedem Bereich immer noch deutlich zu er- und nicht Rom unterstellt wurde. Dazu schreiben ª imanschi
kennen, Grund genug für einige rumänische Sprachwis- und Agache in dem 1997 von Harald Heppner herausgege-
senschaftler, dagegen anzugehen. In dem 1999 von Uwe benen Sammelband „Die Rumänen und Europa vom Mit-
Hinrichs herausgegebenen Handbuch der Südosteuropa- telalter bis zur Gegenwart“:
Lingustik behandelt Grigore Brâncuº¸ aus Bukarest auf 15 „Für die rumänische Bevölkerung erwies sich dieser Be-
Seiten das Rumänische. Er verwendet viel Mühe darauf, schluss nachträglich von höchster Wichtigkeit, denn in
die slawischen Spuren zu beseitigen: So seien rumänische weiterer Folge war sie angehalten, die lateinische Sprache
Hydronyme keineswegs durch slawischen Einfluss zu er- in den Kulthandlungen aufzugeben und von den Bulga-
klären (Brâncuº· 1999: 266), der postponierte Artikel sei im ren die sogenannte kirchenslawische (’slawonische’) Spra-
Bulgarischen eine vom Rumänischen und Albanischen che, Schrift und Liturgie zu übernehmen. So entfernten sich
unabhängige Erscheinung (S. 267), die Donauromanen die Rumänen von der als häretisch geltenden westlichen
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Romanität und übten sich fortan in einem kulturellen ‘Slawo- 1847 Französisch teilweise Unterrichtssprache in der Walachei
nismus’, der sie von einer unmittelbaren Rezeption abend- 1860 Einführung des lateinischen Alphabets für das Rumä-
ländischer Werte abhielt“ (ªimanschi/Agache 1997: 24). nische
1863 Rumänisch endgültig Liturgiesprache in den Donau-
Auch diese Argumentation hat Tradition. Schon Gheorghe fürstentümern
ª i ncai behauptet, die Orthodoxie habe den Rumänen ge-
1880 Normierung der lateinischen Rechtschreibung.
schadet, indem sie sie von der lateinischen Kirche getrennt
und dadurch die rumänische Sprache verdorben habe
(Fritsche 1983: 376). PD Dr. Siegfried Tornow ist Privatdozent für Slavische
Hier wird einerseits suggeriert, dass die Rumänen über- Sprachwissenschaft des Arbeitsbereichs Geschichte und
haupt jemals Rom unterstellt waren und das Lateinische in Kultur am Osteuropa-Institut der FU Berlin.
der Liturgie verwendet haben, wovon nichts bekannt ist,
weiter wird spekuliert, dass durch die bloße Zugehörigkeit
zur Römischen Kirche und den Gebrauch des Lateinischen
westeuropäische Verhältnisse hergestellt worden wären, Literatur
was ja selbst für katholische, ostmitteleuropäische Länder Alexici, G.: Geschichte der rumänischen Literatur. Leipzig 1906.
wie Polen nur zum Teil zutrifft; andererseits wird die ganze Behring, E.: Rumänische Literaturgeschichte. Konstanz 1994.
kostbare rumänische Tradition vor 1700, die ja auch sol- Bochmann, K.: Der politisch-soziale Wortschatz des Rumäni-
che Schätze wie die weltberühmten bemalten Klöster in schen von 1821 bis 1850. Berlin 1979.
der Moldau hervorgebracht hat, mit einem Schlag abge- Bochmann, K.: La formation du roumain standard. In:
lehnt und verworfen. Sociolinguistica 6. Tübingen 1992.
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869/870 das 8. Ökumenische Konzil unterstellt das neu einzu- Brokgauz/Efron: Enciklopedièeskij slovar’. Sankt Peterburg 1890–
richtende bulgarische Erzbistum dem Patriarchat Kon- 1904.
stantinopel und nicht Rom Cihac, A. de: Dictionnaire d’étymologie daco-romane. Frankfurt/
1359 Gründung der walachischen Metropolie in Curtea M. 1870–9.
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