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Karl Emil Franzos

Bukowina
Die Bukowina war, nach vorübergehender Unabhängigkeit von Galizien unter militärischer
Verwaltung (1775-1786), bis 1848 als ein Kreis Galiziens an einer kräftigen Entwicklung gehindert.
Wenn die Bukowina in dieser Zeit nicht ganz auf das Niveau anderer ostgalizischer Kreise
herabsank, so ist das vor allem der deutschen Bildungsgrundlage zuzuschreiben, die durch die
Militärverwaltung gelegt worden war.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in der Bukowina nur in Czernowitz drei höhere
Erziehungsanstalten: die griechisch-orientalische theologische Lehranstalt, das Gymnasium und
eine der Normalhauptschule angegliederte Unterrealschule. Eine Verlagsanstalt
(Verlagsbuchhandlung Ferdinand Eckhardt in Czernowitz) und ein Kalender (Bukowinaer
Hauskalender) als periodische Publikation waren die literarischen Merkmale der Bukowina. Es ist
auch bezeichnend, dass das Gymnasium, der Verlag und der Kalender deutsch waren. Mit allen drei
Institutionen stand der Dichter Karl Emil Franzos bereits in seiner Gymnasialzeit in enger
Verbindung.
Die revolutionäre Bewegung von 1848 ging auch an der Bukowina und an deren Hauptstadt
nicht ganz spurlos vorüber. Das Land wurde von Galizien getrennt und zu einem selbstständigen
Herzogtum der Habsburgermonarchie erhoben. Damit begann eine raschere Entwicklung, die sich
auch im Ausbau des Schulwesens bemerkbar machte. Das in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
mächtig entwickelte Unterrichtswesen des Landes umfasste neben 150 Volksschulen folgende
Lehranstalten (Stand von 1875): elf Gymnasien und Realgymnasien, davon drei in Czernowitz,
zwei Realschulen, eine Höhere Töchterschule, eine Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt und
eine Staatsgewebeschule in Czernowitz sowie zwei Ackerbauschulen. Eine Landesbibliothek war
1851 und ein Landesmuseum 1863 entstanden. Von größter Bedeutung war ferner, dass 1875 zur
Jahrhundertfeier der Zugehörigkeit der Bukowina zu Österreich die deutsche Franz-Joseph-
Universität in Czernowitz gegründet wurde. Die erwähnte theologische Lehranstalt wurde nunmehr
der neu eröffneten Universität als griechisch-orientalische theologische Fakultät mit rumänischer
Sprache angegliedert. Die beiden weltlichen Fakultäten aber, die für Rechtswissenschaft und für
Philologie, unterrichteten in deutscher Sprache. Karl Emil Franzos schrieb später von Czernowitz
aus für mehrere österreichische und deutsche Zeitungen als Sonderberichterstatter Artikel über die
Eröffnungsfeier dieser Universität.
Karl Emil Franzos
Karl Emil Franzos ist in der Literaturgeschichte eher als Büchner-Herausgeber bekannt denn
als Autor, weil er 1879 als Erster die Gesamtausgabe der Werke Georg Büchners herausgegeben hat.
Dabei hat er auch Büchners bis dahin unbekannt gebliebenes Drama “Woyzeck” zum erstenmal aus
dessen Nachlass entziffert und veröffentlicht. Franzos war aber nicht nur Büchner-Herausgeber. Er war
Autor einer Reihe von Ghettonovellen und -erzählungen, mit denen er sich einen Namen machen
konnte.
Franzos’ Werke, die sich vor allem auf das Ostjudentum, und zwar auf den gallizischen
Chassidimus beziehen, sind wertvolle Zeugnisse für eine heutzutage nicht mehr vorhandene Kultur,
die in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gewaltsam - fast vollkommen - vernichtet
worden war.
Franzos hatte seine Karriere als Autor mit der Schilderung des Ostjudentums in seiner
Heimat begonnen und sich diese Jugendliebe bis zum Tod treu bewahrt, was sein erstes Buch “Aus
Halb-Asien” und sein letzter Roman “Der Pojaz” nachweisen, der im Feuilleton des “Berliner
Tagblattes” in Fortsetzungen erschien, bevor er 1905 in Buchform veröffentlicht wurde. Franzos
konnte dem deutschen Leserkreis durch die Schilderung des osteuropäischen Judentums und der in
Osteuropa wohnenden Völkergruppen einen völlig neuen Stoffbereich eröffnen. Es würde nicht zu
weit gehen, wenn man sagt, dass sein Umgang mit dem Ostjudentum erst in seiner Czernowitzer
Gymnasialzeit begann, wenn auch seine Heimatstadt Czortkow einen großen Einfluss auf die
Entwicklung der Phantasie des Dichters übte.
Franzos kam nach Czernowitz, der damaligen Hauptstadt der Bukowina, in 1859 allein mit
seiner Mutter, um dort nach dem Testament seines verstorbenen Vaters, Heinrich Franzos, ein
“deutsches Gymnasium” zu besuchen. Es war im Frühling 1859, als er, wie er sich im Mannesalter
erinnerte, in den “Vorhof zum Paradies Deutschland”1 eintrat. Seinerzeit genoß das Czernowitzer
Gymnasium einen hohen Ruf als einzige deutsche Mittelschule im Osten.
Am Gymnasium blieb er stets Klassenerster. Aber wichtiger als dieser Umstand, wichtiger
als die Tatsache, dass er dort die Grundlagen für eine Universitätsausbildung erwerben konnte, war
für seine Entwicklung das geistige, kulturelle Ambiente, in dem er sich befand.
Die Bevölkerung des damaligen Czernowitz war ethnographisch sowie linguistisch
vielfältig; die Bildungsschicht und die Handelsleute waren zum großen Teil deutsch, während die
den Hauptstamm der Einwohner bildenden Unterschichten meist rumänisch und ruthenisch waren.
Neben diesen gab es auch Polen und Magyaren, sehr bedeutend war aber die Zahl der Juden, die
mehr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung betrugen. Der künftige Kulturschilderer
“Halbasiens” wählte also den richtigen Ort für seine Lehrjahre, damit er die verschiedensten

1 Franzos, Mein Erstlingswerk, S. 228.


Bevölkerungsgruppen des Ostens in unmittelbarem Zusammenleben beobachten und seine
vielseitigen Sprachkenntnisse erweitern konnte.
Während der Czernowitzer Gymnasialzeit wurde die Grundlage für seine außerordentliche
Verehrung der deutschen Kultur geschafft, die in den Werken von Franzos immer wieder anklingt.
In dieser Zeit begann sein Interesse für die deutsche (und auch europäische) Literatur zu erwachen.
Neben den genannten Dichtern bevorzugte der junge Franzos die deutschen Klassiker, vor
allem Lessing und Schiller, die auf seine Schriften eine große Wirkung ausübten. Seine Eindrücke
von der deutschen Literatur waren der Grund seiner Hochschätzung des deutschen Wesens. Franzos
hatte schon früh die Bedeutung der deutschen Kultur für die Bukowina hervorgehoben.
Judentum
Franzos war - trotz der mosaischen Konfession seiner Familie - an dem ihn umgebenden
Judentum der Gemeinde nicht interessiert. Er betrachtete das (Ost-)Judentum und (Ost-)Juden
seines Heimatstädtchens Czortkow mit Distanz und sogar wenig Beachtung und lernte niemals
Jiddisch, die Alltagssprache der Juden im Osten. Seine Familie hielt nicht auf religiöse Gebote.
Bis er Czortkow verlassen hatte, blieb die Beziehung des jungen Franzos zum Judentum
oberflächlich und seine Angehörigkeit zur jüdischen Religion spielte keine besondere Rolle in
seinen Gefühlen. Auch in Czernowitz fühlte er sich nicht als Fremder, sondern als ein Deutscher
unter Deutschen.
Er bevorzugte in seinen literarischen Schöpfungen vor allem die Gattung der
Ghettogeschichte und schilderte mit scharfer Beobachtung das ostjüdische Milieu, und das mit dem
kritischen Augen eines aufgeklärten und bewussten Deutschen jüdischen Glaubens. Er predigte in
seinen Romanen und Erzählungen die Notwendigkeit einer Europäisierung der Ostjuden und
forderte Verzicht auf den konfessionellen Fanatismus, die Unwissenheit und den Aberglauben.
Diesbezügliche Erlebnisse von Franzos fielen insbesondere in die Zeit seines Czernowitzer
Aufenthaltes.
Die letzten Jahre der Czernowitzer Zeit von Franzos nahmen zwar unter diesen und
ähnlichen Umständen einen “harten” Verlauf, doch war es für ihn eine glückliche Vorbereitungszeit für seine
künftige Laufbahn eines vor allem auf die Schilderung des Ostjudentums spezialisierten Schriftstellers.
Von Czernowitz aus unternahm er öfters lange Exkursionen in die Umgebung; in der benachbarten
‘Judenstadt’ Sadagòra, deren jüdischer Anteil an der gesamten Einwohnerzahl mehr als drei Viertel
ausmachte bekam er einen bleibenden Eindruck, der ihn vor allem in seiner Einstellung zum
orthodoxen Judentum nachhaltig beeinflusste.
Gedichte
Aus der Czernowitzer Gymnasialzeit stammt eine große Anzahl von Gedichten, die meist von der
Jugendliebe von Franzos handeln; diese blieben als handschriftlicher Band erhalten. Dieser mit
“Jugendlieder”2 betitelte Gedichtband, der über genau 160 Seiten verfügt, setzt sich aus vier Teilen
zusammen: I. Liebeslieder (S. 1- S. 72), II. Lenz- und Wanderlieder (S. 73 - S. 100), III. Epigramme
und vermischte Gedichte (S. 101 - S. 136) und IV. Episches (S. 137 - S. 160). Die frühen Gedichte
von Karl Emil Franzos reflektieren häufig eine heiße Sehnsucht nach der unerfüllten Liebe seiner
Jugend, wobei es beispielsweise um die “süß verlebten Stunden”,32 die “verlorene Seligkeit” 3 oder
eine “goldene, längst verklungene Zeit”4 geht. Er erinnert sich gern an seine Heimat im Osten und
ihren “kalten und düsteren Winter”, in dem sich seine Jugendliebe abgespielt hat. Damals war der
junge Franzos auch vom ‘modischen’ Weltschmerz seiner Generation befallen und zog sich gern in
die Einsamkeit zurück, um zu lesen oder zu schreiben. Die Dichter Heine und Lenau zählten zu
seinen Lieblingsdichtern, beides antiklerikale Romantiker.
Dieser Gedichtband “Jugendlieder” ist nicht nur zur Beobachtung der weiteren Entwicklung
des jungen Franzos als Dichter wichtig, sondern ist auch von großer Bedeutung, um erklären zu
können, wie Franzos “vom Sturm und Drang der jugendlichen Lyrik zur epischen
Kulturschilderung” übergangen ist.
Bei Franzos beschränkten sich seine lyrischen Werke - wie auch z. B. bei Gottfried Keller
und Theodor Fontane - vornehmlich auf die Jugendzeit, die sich bis in die letzten Jahre seiner
Gymnasialzeit erstreckt. Seine 1863 geschriebene erste Romanze “Im Walde” wurde 1865 bei dem
Verlag von Rudolf Eckhardt in Czernowitz (Bukowinaer Hauskalender) gedruckt. 5 Ein
Gelegenheitsgedicht, das er anlässlich des Todes des Czernowitzer Gymnasiallehrers Aron Pumnul,
eines Siebenbürger Rumänen, verfasst hatte, erschien 1866 in einer Broschüre “Tränen der
Gymnasialschüler von Czernowitz am Grabe ihres sehr geliebten Professors Aron Pumnul”. Auch
ein im Jahr 1866 abgefasster Vierzeiler, der ursprünglich als letztes (siebentes) Gedicht des
Liederzyklus “Amalie” im erwähnten handschriftlichen Gedichtband (S. 49-62) dient, wurde 1868
im “Bukowinaer Unterhaltungskalender” veröffentlicht6.
Er las schon als Gymnasiast dem Publikum seine Gedichte vor; am 24. Mai 1867 suchte ein
furchtbares Hagelunwetter die Stadt Czernowitz und ihre Umgebung heim, und die Stadt veranstaltete am
4. Juni 1867 einen Konzertabend als Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Verunglückten,
dessen Prolog mit dem aus 8 Stanzen bestehenden Gedicht von Franzos begann. “Den Prolog
sprach der Dichter selbst, und obgleich derselbe bei dieser Gelegenheit zum ersten Male auf den
Brettern der Öffentlichkeit stand, zeigte er sich doch nur wenig befangen, und wurde mit reichem
Beifall belohnt”, teilte die Landeszeitung “Bukowina” am 7. Juni 1867 mit.
Seine erste Erzählung “Menia”, eine Bukowiner Liebesgeschichte aus der Römerzeit, die

2 Jugendlieder von Karl Emil Franzos 1863 – 1867, Czernowitz-Odessa-Wien, 160 Blätter
3 Franzos, Jugendlieder, S. 68
4 Franzos, Jugendlieder, S.71
5 Franzos, Mein Estlingswerk, S. 231
6 Siehe Bucowinaer Unterhaltungskalender 1868, S. 78. Siehe hierzu Jugendlieder von Franzos, S.62
nach Franzos’ eigenen Angaben unter den Mitschülern Aufsehen erregte, schrieb er in seiner
Czernowitzer Zeit; sie wurde 1866 wiederum in den “Bukowinaer Hauskalender” aufgenommen.
Im Gymnasium von Czernowitz lag das Hauptgewicht neben der deutschen Sprache auch auf
den klassischen Sprachen, die Franzos besonders vorzog. Er musste nun an seine Zukunft denken. Es
versteht sich von selbst, dass dieser junge Verehrer deutscher Kultur erwog, nach Wien zu ziehen,
wo er die beste, angesehenste Universität des Reiches besuchen konnnte.
Franzos blieb ständig mit der Bukowina und den Bukowiner Poeten in Verbindung, als er in
Wien und Graz Jura studierte. Während seines Weihnachtsferienaufenthaltes in Czernowitz 1869
wendete er sich seiner ersten Herausgebertätigkeit zu, der Edition einer literarischen Revue für die
Schriftsteller aus der Bukowina, die er jahrelang bereits seit seiner Gymnasialzeit vorbereitet hatte;
er übernahm in diesem Winter seine erste Redaktion, die der “Buchenblätter”. Die Zeitschrift
“Buchenblätter” von Franzos war der vierte Versuch der Bukowiner Dichter, sich ein Organ zu
schaffen, das ihre Geistesprodukte zur Veröffentlichung bringen sollte.
Der erste, der den Namen “Buchenblätter” für ein Album der deutschen Dichtungen der
Bukowiner Dichter wählte, war Wilhelm Cappilleri. Er gab 1864 in Czernowitz das Bändchen
“Buchenblätter” heraus, in dem Gedichte von 15 Poeten aus der Bukowina veröffentlicht wurden.
Als die “Buchenblätter” Cappilleris erschienen, besuchte der junge Franzos noch das Gymnasium.
Die Motivation zur Herausgabe der “Buchenblätter” durch Karl Emil Franzos beruhte auf
seiner Liebe zur Heimat, die sich immer wieder in der Stoffwahl seines Werkes zeigen sollte;
Franzos gehörte tatsächlich zu jenen Dichtern, in deren Schaffen die Heimat und die starken
Eindrücke der Jugend auf heimatlichem Boden von nachhaltigem Einfluss gewesen sind.
Die “Buchenblätter” wurden im Winter 1869/70 veröffentlicht. Deren Erscheinen war
zumindest für die in der Fremde lebenden Landsleute aus der Bukowina sehr erfreulich; ihnen war
es wie “ein liebevoller Gruß aus der Heimat”7. Aber dieser vierte Versuch, in der Bukowina, “dem
fernen, wenig gekannten, [...] viel verrufenen Bärenlande deutsche Poeten zu ermuntern”, blieb
jedoch ohne Folge, obwohl Franzos seine “Buchenblätter” als Jahrbuch geplant hatte. Das Buch mit
dem Oktavformat, das über 104 Druckseiten (und noch dazu 2 Titelseiten, 3 Seiten für die Vorrede
und 2 für das Inhalsverzeichnis) verfügte, war nicht nur schlecht ausgestattet, sondern wies auch
zahlreiche Druckfehler auf.8
Die Novelle “David der Bocher” von Franzos, in der eine unglücklich endende Liebe
zwischen einem intelligenten jüdischen Mediziner und einer polnischen Gräfin behandelt wurde,
wurde im Herbst 1870 in “Das Christusbild” umbenannt und auch inhaltlich teilweise umgearbeitet,
um in “Westermann's Monatsheften” veröffentlicht zu werden.9 “David der Bocher” oder “Das

7 I.N. Brief von Gustav Adolf Nadler an Franzos, datiert: Linz, 10.1.1870
8 Vgl. Bericht über die Veröffentlichung der „Buchenblätter“ in der Wiener „Neuen Freien Presse“ vom 17.6.1870
9 Franzos: Das Christusbild. Eine Geschichte aus Podolien. In: Westerann's Illustrierte Deutsche Monatshefte.
Christusbild” ist die älteste Ghetto-Novelle von Franzos, in der er den Schauplatz seiner gesamten,
künftigen Ghetto-Novellen und -erzählungen, “Barnow”,10 zum ersten Mal auftreten ließ. Die erste
Novellensammlung von Franzos, “Die Juden von Barnow”, beginnt auch mit dieser Novelle “Das
Christusbild”11
Außer der genannten Biographie über Staufe-Simiginowicz und der ersten Ghetto-Novelle
finden sich in den “Buchenblättern” von Franzos noch 7 Gedichte aus seiner Feder, die meistens
1869 in Graz und Czernowitz entsatnden sind,12 und ferner eine umfangreiche, ruthenische Sage in
gebundener Form(“Am Bergeoll. Sage von Caecina”, S. 49-55).
Es ist nebenbei zu bemerken, dass zwei Bukowiner sechzig Jahre später nach dem
Erscheinen der “Buchenblätter” von Franzos einen ähnlichen Versuch unternommen haben: Alfred
Klug und Franz Klang haben im Jar 1932 unter dem gleichen Titel ein literarisches Jahrbuch
herausgegeben, das auch in der Folge nach dem Erscheinen seines ersten Jahrgangs aufzuhören
hatte.13
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Jahre in Czernowitz für Franzos eine prägende
Zeit gewesen sind. Er eignete sich dort die deutsche Kultur an, er sammelte erste Erfahrungen im
literarischen Leben, und mit der Darstellung ostjüdischen Lebens fand er ein Thema, das ihn zeitlebens
beschäftigen sollte.

Braunschweig: Georg Westermann. 9/1870, S. 627-639.


10 Barnow ist der fiktive Name für Franzos' Heumatstadt. Den Namen wählte er, Franzos' eigenen Aussagen nach, weil
“Czortkow [...] der deutschen Zunge Mühe macht“. Siehe hierzu Franzos, Mein Erstlingswerk, S. 238
11 Franzos: Die Juden von Barnow. Novellen. 1. Aufl. Stuttgart und Leipzig: Eduard Hallbergerer 1877
12 Lied des Einsamen, Fraunschönheit, Trost, In sternloser Nacht, Faust's Kirchgang, Jugendliebe und Erwarte nichts.
13 Buchenblätter. Jahrbuch für deutsche Literaturbestrebungen in der Bukowina. Neue Folge. 1. Jg. Czernowitz:
Czernowitzer Buchdruckereigesellschaft 1932