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Bundesanstalt für Straßenwesen

Register-Titel Inhaltsverzeichnis

Sammlung Brücken- und Ingenieurbau

Baudurchführung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen
und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


ZTV-ING

Das Regelwerk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die des Nach-
drucks, der Übersetzung, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der
Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen
bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten.

Quelle: VkBl. 2003, S. 161; VkBl 2006, Heft 14; VkBl 2007, Heft 24; VkBl 2010, S. 300

– Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der Bundesrepublik Deutschland –

Stand: Der regelmäßige Bezug des VERKEHRSBLATT


Die vorliegende Veröffentlichung entspricht in ihrer Form – Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau
dem Stand zum Zeitpunkt der Auslieferung. und Stadtentwicklung wird daher zur Aktualisierung emp-
fohlen.
Eine notwendige Aktualisierung wird zunächst aus-
schließlich in dem regelmäßig 2 x monatlich erscheinen- Haftungsausschluss:
den VERKEHRSBLATT veröffentlicht. Eine Haftung, die über den Ersatz fehlerhafter Druckstücke
hinausgeht, ist ausgeschlossen.

Borgmann GmbH & Co KG


Schleefstraße 14 • D-44287 Dortmund • Tel. (0180) 534 01 40 • FAX (0180) 534 01 20
e-mail: info@verkehrsblatt.de • Internet: www.verkehrsblatt.de
Herstellung: Löer-Druck GmbH, Schleefstraße 14, D-44287 Dortmund
Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 - Vers. 04/2010
BundesanstaltZTV-ING
für Straßenwesen

Baudurchführung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1


ZTV-ING
ZTV-ING

Aufbau und Gliederung der ZTV-ING


Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen
und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING) sind
in 10 Teile gegliedert. Jeder Teil beinhaltet ein
zusammenhängendes Sachgebiet bzw. eine Bau-
gruppe.
Die 10 Teile sind jeweils in einzelne Abschnitte un-
terteilt. Der Text jedes Abschnitts ist in der nächsten
Ebene mit Nummern in der Dezimalklassifikation
untergliedert. Die einzelnen Nummern werden in
durchnummerierte Absätze () unterteilt.
Zu zitieren ist beispielhaft wie folgt: Teil 1 Abschnitt 2
Nr. 2.4 Absatz (5) Satz 6. In Anhängen wird vor den
Text-, Bild, Tabellen- und Fomblatt-Nummern der
Buchstabe des Anhangs ergänzt.

2 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 12/07


Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeines

2 Grundbau

3 Massivbau

4 Stahlbau, Stahl-
verbundbau

5 Tunnelbau

6 Bauverfahren

7 Brückenbeläge

8 Bauwerks-
ausstattung

9 Bauwerke
Sammlung-Nr. S 1056

10 Anhang
ZTV-ING Inhalt

Teil Abschnitt
1 Allgemeines 1 Grundsätzliches
2 Technische Bearbeitung
3 Prüfungen während der Ausführung
2 Grundbau 1 Baugruben
2 Gründungen
3 Wasserhaltung
4 Stützkonstruktionen
3 Massivbau 1 Beton
2 Bauausführung
3 Bauwerksfugen
4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen
5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen
6 Mauerwerk
4 Stahlbau, Stahlverbundbau 1 Stahlbau
2 Stahlverbundbau
3 Korrosionsschutz von Stahlbauten
4 Seile und Kabel
5 Korrosionsschutz von Seilen und Kabeln
5 Tunnelbau 1 Geschlossene Bauweise
2 Offene Bauweise
3 Maschinelle Schildvortriebsverfahren
4 Betriebstechnische Ausstattung
5 Abdichtung
6 Bauverfahren 1 Traggerüste
2 Taktschiebeverfahren
3 Schutzeinrichtungen gegen Witterungseinflüsse
7 Brückenbeläge 1 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
aus einer Bitumen-Schweißbahn
2 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
aus zwei Bitumen-Schweißbahnen
3 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
aus Flüssigkunststoff
4 Brückenbeläge auf Stahl mit einem Dichtungssystem
5 Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl
8 Bauwerksausstattung 1 Fahrbahnübergänge aus Stahl und aus Elastomer
2 Fahrbahnübergänge aus Asphalt
3 Lager und Gelenke
4 Absturzsicherungen
5 Entwässerungen
6 Befestigungseinrichtungen
9 Bauwerke 1 Verkehrszeichenbrücken
2 Bewegliche Brücken
3 Lärmschutzwände
4 Wellstahlbauwerke
10 Anhang 1 Normen und sonstige Technische Regelwerke

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 1


Reg.-Nr. 05.23 ARS 12/2010

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 12/2010

Sachgebiet 05.2: Brücken- und Ingenieurbau;


Grundlagen
Sachgebiet 16.2: Bauvertragsrecht und Verdingungswesen

Bonn, den 23. Juli 2010


S 17/7192.70/11-1249292

Oberste Straßenbaubehörden ben. Inzwischen wurden mehrere Abschnitte aktualisiert


der Länder und ergänzt. Die neue ZTV-ING – Ausgabe April 2010 –
ersetzt die ZTV-ING – Ausgabe Dezember 2007.
(2) Mit ARS Nr. 13/2007 erfolgte die gleichzeitige Fort-
nachrichtlich: schreibung der Regelwerke ZTV-ING, TL/TP-ING und
Bundesanstalt für Straßenwesen M-BÜ-ING. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit wird
die Fortschreibung der einzelnen Regelwerke zukünftig
Bundesrechnungshof jeweils durch ein getrenntes ARS bekannt gegeben. Inso-
fern wird hiermit das ARS Nr. 13/2007 vom 05.12.2007 für
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und den Bereich der ZTV-ING aufgehoben und durch dieses
-bau GmbH ARS ersetzt. Die TL/TP-ING und das M-BÜ-ING werden
parallel dazu mit gesonderten ARS fortgeschrieben.
(3) Nachdem die ZTV-ING durch das ARS Nr. 14/2003
Betreff: Fortschreibung der Zusätzlichen neu strukturiert als Loseblattsammlung bekannt gegeben
Technischen Vertragsbedingungen wurde, wodurch sich die Struktur und Übersichtlichkeit
und Richtlinien für Ingenieurbauten sowie die Fortschreibung einzelner Abschnitte wesentlich
(ZTV-ING) verbessert hat, wird nun mit der Bereitstellung der ZTV-
ING im Internet ein weiterer wesentlicher Schritt zur zeit-
gemäßen und breiten Anwendung der ZTV-ING umgesetzt.
Bezug: Meine Allgemeinen Rundschreiben Straßen- Auf eine Bereitstellung in Papierform wird daher zukünftig
bau (ARS): verzichtet. Bis zur Fertigstellung einer entsprechenden
a) Nr. 8/2003 vom 7. März 2003 Internetplattform des BMVBS werden die ZTV-ING und
– S 25/38.55.00/25 Va 03 die Hinweise zu den ZTV-ING zur Vermeidung weiterer
Verzögerungen vorab auf der Homepage der BASt zum
b) Nr. 14/2003 vom 7. März 2003
kostenlosen Herunterladen bereitgestellt unter:
– S 25/70.13.01/31 Va 03
c) Nr. 13/2007 vom 5. Dezember 2007 www.bast.de / Publikationen / Regelwerke zum Download/
– S 18/7192.70/11-514157 Brücken- und Ingenieurbau
(4) Aus urheberrechtlichen Gründen sind davon zur Zeit
Anlagen: 1. Übersicht über den Stand der ZTV-ING allerdings die Abschnitte der ZTV-ING und der zugehörigen
– Ausgabe April 2010 TL/TP-ING ausgenommen, die von der Forschungsgesell-
schaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) bearbeitet
2. Liste der Hinweise zu den ZTV-ING werden.
– Stand 30. April 2010
Dies betrifft die folgenden Abschnitte der ZTV-ING:
3. Neue Hinweise zu den ZTV-ING
ZTV-ING 5-4 Tunnelbau –
Betriebstechnische Ausstattung
ZTV-ING 7-1 Brückenbeläge auf Beton und auf Stahl
A
bis 7-5
(1) Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen ZTV-ING 8-2 Bauwerksausstattung –
und Richtlinien für Ingenieurbauten ( ZTV-ING ) wurden mit Fahrbahnübergänge aus Asphalt.
ARS Nr. 14/2003 vom 07.03.2003 bekannt gegeben und
Diese können nur über die Homepage des FGSV-Verlages
zuletzt mit ARS Nr. 13/2007 vom 05.12.2007 fortgeschrie-
kostenpflichtig heruntergeladen werden.

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 07/2010 1


ARS 12/2010 Reg.-Nr. 05.23

(5) Das ARS Nr. 14/2003 vom 07.03.2003 bleibt bezüg- C.


lich der grundlegenden Ausführungen zum Inhalt und zur (4) Soweit die „Hinweise zu den ZTV-ING“ für die Maß-
Handhabung der ZTV-ING weiterhin gültig. nahme zutreffend sind und vertragsrechtliche Bedeutung
(6) Die „Übersicht über den Stand der ZTV-ING – Ausgabe haben, sind entsprechende Textpassagen in die Vergabe-
April 2010“ (Anlage 1) und die „Liste der Hinweise zu den unterlagen aufzunehmen.
ZTV-ING – Stand 30. April 2010“ (Anlage 2) ersetzen die
bisher gültige Übersicht bzw. Liste.
(7) Die neuen Blätter „Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage D.
3) sind entsprechend der „Liste der Hinweise zu den ZTV- (1) Ich bitte Sie, folgende Regelungen für den Geschäftsbe-
ING – Stand 30. April 2010“ soweit zutreffend bei der Pro- reich der Bundesfernstraßen einzuführen und – soweit zu-
jektbearbeitung und Ausschreibung zu berücksichtigen. treffend – zukünftigen Bauverträgen zugrunde zu legen:
(8) Die zum Sachgebiet 05 Brücken- und Ingenieurbau • Übersicht über den Stand der ZTV-ING – Ausgabe April
gehörenden ARS, die mit der Fortschreibung der ZTV-ING 2010
und den Hinweisen zu den ZTV-ING aufgehoben werden, • ZTV-ING – Ausgabe April 2010
werden mit gesondertem Schreiben mitgeteilt.
• Liste der Hinweise zu den ZTV-ING – Stand 30. April
2010
B. • entsprechende Hinweisblätter zu einzelnen Abschnitten
(1) Die Aktualisierung der ZTV-ING betrifft folgende Ab- der ZTV-ING
schnitte: (2) Einen Abdruck Ihres Einführungsschreibens erbitte ich
1-2 Allgemeines – Technische Bearbeitung für meine Akten. Im Interesse einer einheitlichen Regelung
würde ich es begrüßen, wenn für Bauvorhaben in Ihrem
3-1 Massivbau – Beton Zuständigkeitsbereich entsprechend verfahren wird.
3-4 Massivbau – Schutz und Instandsetzung von Beton- (3) Bei laufenden Bauverträgen bleibt jeweils die dem
bauteilen Bauvertrag zugrunde liegende Fassung der ZTV-ING bzw.
3-5 Massivbau – Füllen von Rissen und Hohlräumen in TL/TP-ING maßgebend, soweit im Einzelfall nichts anderes
Betonbauteilen vereinbart wird. Daher sind die bisherigen Fassungen der
7-2 Brückenbeläge – Brückenbeläge auf Beton mit einer ZTV-ING in geeigneter Weise zu archivieren.
Dichtungsschicht aus zwei Bitumen-Schweißbah- Dieses Allgemeine Rundschreiben Straßenbau wird im Ver-
nen kehrsblatt, Heft 15/2010 vom 15.08.2010 veröffentlicht.
7-4 Brückenbeläge – Brückenbeläge auf Stahl mit einem Bundesministerium für Verkehr,
Dichtungssystem Bau und Stadtentwicklung
Im Auftrag
8-1 Bauwerksausstattung – Fahrbahnübergänge aus Stahl
und aus Elastomer
Stefan Strick
8-3 Bauwerksausstattung – Lager und Gelenke
8-4 Bauwerksausstattung – Absturzsicherungen
8-5 Bauwerksausstattung – Entwässerungen
8-6 Bauwerksausstattung – Befestigungseinrichtungen
9-1 Bauwerke – Verkehrszeichenbrücken
10-1 Anhang – Normen und sonstige Technische Regel-
werke

(2) Diese Abschnitte sind in der „Übersicht über den


Stand der ZTV-ING“ (Anlage 1) mit dem Stand 04/2010
angegeben. Diese neue Übersicht und die betreffenden
Ergänzungs- und Austauschblätter dokumentieren zu-
sammen mit den als weiterhin gültig gekennzeichneten
Abschnitten den aktuellen Stand der ZTV-ING.
(3) Ebenso sind die neuen Hinweisblätter gemäß der „Liste
der Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage 2) bei den entspre-
chenden Abschnitten der ZTV-ING zu beachten. Nicht mehr
in der Liste aufgeführte Hinweisblätter entfallen.

2 Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 07/2010


Reg.-Nr. 05.23 ARS 13/2007

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 13/2007

Sachgebiet 05.2: Brücken- und Ingenieurbau;


Grundlagen
Sachgebiet 16.2: Bauvertragsrecht und Verdingungswesen

Bonn, den 5. Dezember 2007


S 18/7192.70/11-775664

Oberste Straßenbaubehörden 4. Übersicht über den Stand der TL/TP-ING –


der Länder Ausgabe Dezember 2007
5. Übersicht über den Stand des M-BÜ-ING –
Ausgabe Dezember 2007
nachrichtlich:
6. Vorbemerkungen zum M-BÜ-ING –
Bundesanstalt für Straßenwesen Stand 05. Dezember 2007
7. Liste der im Zusammenhang mit der
Bundesrechnungshof
Fortschreibung der ZTV-ING
und der TL/TP-ING aufgehobenen ARS
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und
-bau GmbH A
(1) Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen
und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING) wurden in
Betreff: Fortschreibung der Zusätzlichen
einigen Abschnitten aktualisiert und ergänzt. Die neue ZTV-
Technischen Vertragsbedingungen ING – Ausgabe Dezember 2007 ersetzt die ZTV-ING –
und Richtlinien für Ingenieurbauten Ausgabe Juli 2006, die mit ARS Nr. 17/2006 vom 07. Juli
(ZTV-ING), der Technischen Liefer- 2006 bekannt gegeben wurde. Das ARS Nr. 17/2006 vom
bedingungen und Technischen 07. Juli 2006 wird hiermit aufgehoben.
Prüfvorschriften für Ingenieur- (2) Das ARS 14/2003 vom 07. März 2003 mit der Be-
bauten (TL/TP-ING) und des Merk- kanntgabe der ZTV-ING – Ausgabe März 2003, bleibt be-
blattes für die Bauüberwachung züglich der grundlegenden Ausführungen zum Inhalt und
zur Handhabung der ZTV-ING weiterhin bestehen.
von Ingenieurbauten (M-BÜ-ING)
Die Anlagen 4. – 7. sind in der ZTV-ING nicht enthalten

(3) Die „Übersicht über den Stand der ZTV-ING – Ausga-


Bezug: Meine Allgemeinen Rundschreiben Straßen- be Dezember 2007“ (Anlage 1) und die „Liste der Hinwei-
bau (ARS): se zu den ZTV-ING – Stand 05. Dezember 2007“ (Anla-
ge 2) sind gegen die bisher gültige Übersicht bzw. Liste
a) Nr. 8/2003 vom 7. März 2003
auszutauschen.
– S 25/38.55.00/25 Va 03
(4) Die neuen grünen Blätter „Hinweise zu den ZTV-ING“
b) Nr. 14/2003 vom 7. März 2003
(Anlage 3) sind entsprechend der „Liste der Hinweise zu
– S 25/70.13.01/31 Va 03
den ZTV-ING – Stand 05. Dezember 2007“ einzuordnen
c) Nr. 17/2006 vom 17. Juli 2006 und bei der Projektbearbeitung und Ausschreibung zu be-
– S 18/7192.70/11-514157 rücksichtigen.
d) Nr. 4/2007 vom 8. März 2007
(5) Mit der „Übersicht über den Stand der TL/TP-ING –
– S 18/7192.70/11-632925
Ausgabe Dezember 2007“ (Anlage 4) werden sowohl Ein-
ordnungshinweise für die bestehenden TL und TP mit dem
Anlagen: 1. Übersicht über den Stand der ZTV-ING – jeweiligen Ausgabejahr wie auch die neu erarbeiteten TL
Ausgabe Dezember 2007 und TP – Ausgabe 2007 bekannt gegeben. Diese Übersicht
ist im Ordner TL/TP-ING abzuheften. Mit dieser Übersicht
2. Liste der Hinweise zu den ZTV-ING – gelten alle dort aufgeführten TL und TP als bekannt gege-
Stand 05. Dezember 2007
ben. Aufgrund des Umfanges der TL/TP-ING wurde hierfür
3. Neue Hinweise zu den ZTV-ING ein 2. Ordner mit Registerblättern für beide Ordner erstellt.

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 12/07 1


ARS 13/2007 Reg.-Nr. 05.23

(6) Die „Übersicht über den Stand des M-BÜ-ING – Aus- (2) Diese Abschnitte sind in der „Übersicht über den Stand
gabe Dezember 2007“ ( Anlage 5 ) wurde an die geänder- der ZTV-ING“ (Anlage 1) mit dem Stand 12/2007 angege-
te Gliederung der ZTV-ING angepasst. Die bisher im ARS ben. Die neue Übersicht und die betreffenden Ergänzungs-
4/2007 vom 08. März 2007 enthaltenen Ausführungen zur und Austauschblätter sind in die ZTV-ING einzuordnen
Anwendung des M-BÜ-ING werden hiermit als „Vorbemer- bzw. dort auszutauschen. Aufgrund des Umfanges der ZTV-
kungen zum M-BÜ-ING“ (Anlage 6) in das Regelwerk über- ING wurde hierfür ein 2. Ordner erstellt.
nommen. Damit kann das ARS 04/2007 vom 08. März (3) Ebenso sind die neuen Hinweisblätter gemäß der „Li-
2007 aufgehoben werden. Ein geändertes Inhaltsverzeich- ste der Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage 2) den ent-
nis mit entsprechenden Deckblättern zum M-BÜ-ING wur- sprechenden Abschnitten der ZTV-ING vorzuheften. Nicht
de erstellt. mehr in der Liste aufgeführte Hinweisblätter entfallen und
(7) Als Anlage 7 sind die zum Sachgebiet 05 Brücken- sind zu entfernen.
und Ingenieurbau gehörenden ARS aufgeführt, die mit der C
Fortschreibung der ZTV-ING und den Hinweisen zu den
ZTV-ING sowie der Fortschreibung der TL/TP-ING und (1) Soweit die „Hinweise zu den ZTV-ING“ vertrags-
der M-BÜ-ING mit Stand Dezember 2007 aufgehoben rechtliche Bedeutung haben, sind entsprechende Text-
werden. passagen in die Vergabeunterlagen aufzunehmen.

B
(1) Die Aktualisierung der ZTV-ING betrifft folgende Ab- D
schnitte: (1) Ich bitte Sie, folgende Regelungen für den Geschäfts-
1-1 Allgemeines – Grundsätzliches (überarbeitet) bereich der Bundesfernstraßen einzuführen und – soweit
zutreffend – zukünftigen Bauverträgen zugrunde zu legen:
2-1 Grundbau – Baugruben (überarbeitet)
• ZTV-ING – Ausgabe Dezember 2007
2-2 Grundbau – Gründungen (überarbeitet)
• Liste der Hinweise zu den ZTV-ING – Stand 5. Dezem-
2-3 Grundbau – Wasserhaltung (überarbeitet) ber 2007
2-4 Grundbau – Stützkonstruktionen (neu; incl. 9-5 alt) • entsprechende Hinweisblätter zu einzelnen Abschnit-
ten der ZTV-ING
3-4 Massivbau – Schutz und Instandsetzung von Beton-
bauteilen (überarbeitet) • Übersicht über den Stand der TL/TP-ING – Ausgabe
Dezember 2007
4-3 Stahlbau, Stahlverbundbau – Korrosionsschutz von
Stahlbauten (neu; Überführung ZTV-KOR-Stahlbau- • Übersicht über den Stand des M-BÜ-ING – Ausgabe
ten) Dezember 2007

4-4 Stahlbau, Stahlverbundbau – Seile und Kabel (neuer • Vorbemerkungen zum M-BÜ-ING – Stand 5. Dezember
Titel) 2007

4-5 Stahlbau, Stahlverbundbau – Korrosionsschutz von Damit gelten alle in den Übersichten zur ZTV-ING und zur
Seilen und Kabeln (neu; neues Deckblatt) TL/TP-ING mit Ausgabejahr enthaltenen Regelungen als
bekannt gegeben. Einen Abdruck Ihres Einführungsschrei-
5-1 Tunnelbau – Geschlossene Bauweise – mit RI-ZFP- bens erbitte ich für meine Akten. Im Interesse einer ein-
TU (überarbeitet) heitlichen Regelung würde ich es begrüßen, wenn für Bau-
5-2 Tunnelbau – Offene Bauweise (überarbeitet) vorhaben in Ihrem Zuständigkeitsbereich entsprechend
verfahren wird.
5-3 Tunnelbau – Maschinelle Schildvortriebsverfahren
(neu) (2) Bei laufenden Bauverträgen bleibt jeweils die dem
Bauvertrag zugrunde liegende Fassung der ZTV-ING bzw.
5-4 Tunnelbau – Betriebstechnische Ausstattung (neu) TL/TP-ING maßgebend, soweit im Einzelfall nichts ande-
5-5 Tunnelbau – Abdichtung (neu) res vereinbart wird.

9-2 Bauwerke – Bewegliche Brücken (neues Deckblatt; (3) Die gemäß der „Übersicht über den Stand der ZTV-
bisher 9-6) ING“ (Anlage 1) neu erstellten oder auszutauschenden
Abschnitte der ZTV-ING sind beim Verkehrsblatt-Verlag,
9-3 Bauwerke – Lärmschutzwände (neues Deckblatt; bis- Dortmund, zu beziehen. Dies gilt auch für die anderen,
her 9-2) hier genannten Regelwerke und Hinweise.
9-4 Bauwerke – Wellstahlbauwerke (neues Deckblatt, neu- Dieses Allgemeine Rundschreiben Straßenbau ist im
er Titel) Verkehrsblatt, Heft 24/2007 vom 31.12.2007 veröffentlicht.
9-5 Bauwerke – Holzbrücken (bisher 9-3; entfällt)
9-6 Bauwerke – Raumgitterwände und -wälle (bisher 9-5; Bundesministerium für Verkehr,
jetzt in 2-4) Bau und Stadtentwicklung
Im Auftrag
10-1 Anhang – Normen und sonstige Technische Regel-
werke (überarbeitet) Hahn

2 Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 12/07


Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten (ZTV-ING)

Übersicht über den Stand der ZTV-ING


Ausgabe April 2010

Teil: Abschnitt: Stand:


1 Allgemeines 1 Grundsätzliches
Seite 1 - 6 12/2007
2 Technische Bearbeitung
Seite 1 - 9 04/2010
3 Prüfungen während der Ausführung
Seite 1 - 8 07/2006

2 Grundbau 1 Baugruben
Seite 1 - 9 12/2007
2 Gründungen
Seite 1 - 7 12/2007
3 Wasserhaltung
Seite 1 - 5 12/2007
4 Stützkonstruktionen
Seite 1 - 6 12/2007

3 Massivbau 1 Beton
Seite 1 – 10 04/2010
2 Bauausführung
Seite 1 - 11 07/2006
3 Bauwerksfugen
Seite 1 - 4 01/2003
4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen
Seite 1 - 45 04/2010
5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Beton-
bauteilen 04/2010
Seite 1 - 25
6 Mauerwerk
Seite 1 - 5 01/2003

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 1


Teil: Abschnitt: Stand
4 Stahlbau, Stahlverbundbau 1 Stahlbau
Seite 1 - 6 01/2003
2 Stahlverbundbau
in Bearbeitung
3 Korrosionsschutz von Stahlbauten
Seite 1 - 82 12/2007
4 Seile und Kabel
in Bearbeitung
5 Korrosionsschutz von Seilen und Kabeln
in Bearbeitung

5 Tunnelbau 1 Geschlossene Bauweise 12/2007


Seite 1 – 34
2 Offene Bauweise 12/2007
Seite 1 - 14
3 Maschinelle Schildvortriebsverfahren 12/2007
Seite 1 - 19
4 Betriebstechnische Ausstattung 12/2007
Seite 1 - 8
5 Abdichtung 12/2007
Seite 1 - 13

6 Bauverfahren 1 Traggerüste
Seite 1 - 3 01/2003
2 Taktschiebeverfahren
Seite 1 - 4 01/2003
3 Schutzeinrichtungen gegen Witterungseinflüsse
Seite 1 - 4 01/2003

7 Brückenbeläge 1 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungs-


schicht aus einer Bitumen-Schweißbahn
Seite 1 - 22 01/2003
2 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungs-
schicht aus zwei Bitumen-Schweißbahnen
Seite 1 - 2 04/2010
3 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungs-
schicht aus Flüssigkunststoff
Seite 1 - 2 01/2003
4 Brückenbeläge auf Stahl mit einem Dichtungs-
system 04/2010
Seite 1 - 2
5 Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl
Seite 1 - 20 01/2003

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 2


Teil: Abschnitt: Stand
8 Bauwerksausstattung 1 Fahrbahnübergänge aus Stahl und aus Elastomer
Seite 1 - 7 04/2010
2 Fahrbahnübergänge aus Asphalt
Seite 1 - 19 01/2003
3 Lager und Gelenke
Seite 1 - 7 04/2010
4 Absturzsicherungen
Seite 1 - 6 04/2010
5 Entwässerungen
Seite 1 - 4 04/2010
6 Befestigungseinrichtungen
Seite 1 - 2 04/2010

9 Bauwerke 1 Verkehrszeichenbrücken
Seite 1 - 12 04/2010
2 Bewegliche Brücken
in Bearbeitung
3 Lärmschutzwände
Seite 1 - 2 12/2007
4 Wellstahlbauwerke
Seite 1 - 2 12/2007

10 Anhang 1 Normen und sonstige Technische Regelwerke


Seite 1 – 21 04/2010

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 3


Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Abteilung Straßenbau

Liste der Hinweise zu den ZTV-ING


Stand: 30. April 2010

Teil / Abschnitt der ZTV-ING: Stand:

1 Allgemeines
1 Grundsätzliches
Abruf der „Zusammenstellung der geprüften bzw. zertifizierten Stoffe, Stoffsysteme und 30.04.2010
Bauteile“ nach ZTV-ING

2 Technische Bearbeitung

3 Prüfungen während der Ausführung

2 Grundbau
1 Baugruben

2 Gründungen

3 Wasserhaltung

4 Stützkonstruktionen

3 Massivbau
1 Beton
Zuordnung von Beton nach alter und neuer Norm 07.03.2003
Anrechnung von Flugasche in Beton für Tunnelinnenschalen 07.07.2006

2 Bauausführung
Anwendung von europäischen techn. Zulassungen für Spannverfahren nach ETAG 013 07.07.2006
Weiterverarbeitung von Betonstahl vom Ring 30.04.2010

3 Bauwerksfugen

4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen


5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen

6 Mauerwerk

Verkehrsblatt-Sammlung S 1056
Stand 30.04.2010 Seite 1 von 3
4 Stahlbau, Stahlverbundbau
1 Stahlbau

2 Stahlverbundbau

3 Korrosionsschutz von Stahlbauten


Hinweise zur Anwendung von Blatt 97 und Blatt 99 der TL/TP-KOR-Stahlbauten 05.12.2007

Hinweise zur Ausführung von Korrosionsschutzarbeiten, Anforderungen an das Personal 30.04.2010

Hinweise und Änderungen zu den Technischen Lieferbedingungen und Technischen 30.04.2010


Prüfvorschriften für Beschichtungsstoffe für den Korrosionsschutz von Stahlbauten
(TL/TP-KOR-Stahlbauten)
Hinweise zum Anhang A und zum Anhang C 30.04.2010

4 Seile und Kabel


5 Korrosionsschutz von Seilen und Kabeln

5 Tunnelbau
1 Geschlossene Bauweise
Hinweise zu Planung, Entwurf und Ausführung 05.12.2007
Hinweise zu Anhang A - Richtlinie für die Anwendung der zerstörungsfreien Prüfung 05.12.2007
von Tunnelinnenschalen (RI-ZFP-TU)

2 Offene Bauweise
Hinweise zu Planung und Entwurf 05.12.2007

3 Maschinelle Schildvortriebsverfahren
Hinweise zu Planung und Entwurf 05.12.2007

4 Betriebstechnische Ausstattung

5 Abdichtung

6 Bauverfahren
1 Traggerüste

2 Taktschiebeverfahren

3 Schutzeinrichtungen gegen Witterungseinflüsse

Verkehrsblatt-Sammlung S 1056
Stand 30.04.2010 Seite 2 von 3
7 Brückenbeläge
1 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer Bitumen-
Schweißbahn
Hinweise zur Anwendung 07.03.2003
Hinweise für die Ausführung von Randanschlüssen der Abdichtung bei Betonbrücken 30.04.2010
gemäß Richtzeichnungen Dicht 20 bis Dicht 25

2 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus zwei Bitumen-


Schweißbahnen
Hinweise für die Ausführung von Randanschlüssen der Abdichtung bei Betonbrücken 30.04.2010
gemäß Richtzeichnungen Dicht 20 bis Dicht 25

3 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus Flüssigkunststoff


4 Brückenbeläge auf Stahl mit einem Dichtungssystem

5 Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl


Hinweise zur Anwendung 07.03.2003

8 Bauwerksausstattung
1 Fahrbahnübergänge aus Stahl und aus Elastomer

2 Fahrbahnübergänge aus Asphalt


3 Lager und Gelenke
4 Absturzsicherungen
Regelungen zum Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen auf Brücken 30.04.2010
und Ingenieurbauten

5 Entwässerungen
6 Befestigungseinrichtungen

9 Bauwerke
1 Verkehrszeichenbrücken
2 Bewegliche Brücken
3 Lärmschutzwände
4 Wellstahlbauwerke

10 Anhang
1 Normen und sonstige Technische Regelwerke

Verkehrsblatt-Sammlung S 1056
Stand 30.04.2010 Seite 3 von 3
Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 1 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 1 Allgemeines

Abschnitt 1 Grundsätzliches

Abruf der „Zusammenstellung der geprüften bzw. zertifizierten Stoffe, Stoff-


systeme und Bauteile“ nach den ZTV-ING

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) führt


u. a. die „Zusammenstellungen und Verzeichnisse
der geprüften bzw. zertifizierten Stoffe, Stoffsyste-
me und Bauteile“ nach den ZTV-ING. Die Zusam-
menstellungen der anerkannten und durch ein
Ü-Zeichen bzw. CE gekennzeichneten Produkte
können über Internet abgerufen werden unter:
• http://www.bast.de
Qualitätsbewertung, Listen, Brücken- und
Ingenieurbau.
oder
• http://www.bast.de/cln_005/nn_42478/DE/
Qualitaetsbewertung/Listen/bruecken-
ingenieurbau/doku-brue-
ingb__node.html__nnn=true

Das Fax-On-DEMAND-System steht nicht mehr


zur Verfügung.

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 3 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 25/70.13.01/31 Va 03 Stand: 07.03.2003

Teil 3 Massivbau
Abschnitt 1 Beton

Zuordnung von Beton nach alter und neuer Norm für die Nachgeltung der alten Regel-
werke

In den ZTV-K 96, 6.7 wird zwischen Beton für ande-


re Bauteile als Kappen und Betonschutzwände und
Beton für Kappen und Betonschutzwände mit Zuga-
be von Luftporenbildnern unterschieden.
Wird im Zuge der Nachgeltung Beton nach DIN
1045:1988-07 und ZTV-K, Ausgabe 1996 bestellt,
darf wie folgt verfahren werden:
• Anstelle von Beton für andere Bauteile als Kap-
pen und Betonschutzwände nach ZTV-K 96 darf
Beton der Expositionsklasse XF2 nach DIN-Fach-
bericht 100 und ZTV-ING, Teil 3, Abschnitt 1 ge-
liefert werden. Abweichend von DIN-Fachbericht
100 darf die Mindestdruckfestigkeitsklasse C30/
37 und der höchstzulässige w/z-Wert 0,50 betra-
gen.
• Anstelle von Beton für Kappen und Betonschutz-
wände nach ZTV-K 96 darf Beton der Expo-
sitionsklasse XF4 nach DIN-Fachbericht 100 und
ZTV-ING, Teil 3, Abschnitt 1 geliefert werden.
Abweichend von DIN-Fachbericht 100 darf die
Mindestdruckfestigkeitsklasse C25/30 betragen.
Aufgrund der veränderten Verantwortlichkeiten für die
Erstprüfung des Betons nach DIN-Fachbericht 100,
muss bei Verwendung von Beton nach neuer Norm
die Übergabe, der Einbau und die Nachbehandlung
des Betons nach DIN 1045-3:2001-07 und ZTV-ING,
Teil 3, Abschnitt 2 erfolgen.

Stand 03/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 3 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 18/7192.70/31-513958 Stand: 07.07.2006

Teil 3 Massivbau
Abschnitt 1 Beton

Zuordnung von Beton nach alter und neuer Norm für die Nachgeltung der alten Regel-
werke

In den ZTV-K 96, 6.7 wird zwischen Beton für ande- • Anstelle von Beton für Kappen und Betonschutz-
re Bauteile als Kappen und Betonschutzwände und wände nach ZTV-K 96 darf Beton der Expo-
Beton für Kappen und Betonschutzwände mit Zuga- sitionsklasse XF4 nach DIN-Fachbericht 100 und
be von Luftporenbildnern unterschieden. ZTV-ING, Teil 3, Abschnitt 1 geliefert werden.
Wird im Zuge der Nachgeltung Beton nach DIN Abweichend von DIN-Fachbericht 100 darf die
1045:1988-07 und ZTV-K, Ausgabe 1996 bestellt, Mindestdruckfestigkeitsklasse C25/30 betragen.
darf wie folgt verfahren werden: Aufgrund der veränderten Verantwortlichkeiten für die
• Anstelle von Beton für andere Bauteile als Kap- Erstprüfung des Betons nach DIN-Fachbericht 100,
pen und Betonschutzwände nach ZTV-K 96 darf muss bei Verwendung von Beton nach neuer Norm
Beton der Expositionsklasse XF2 nach DIN-Fach- die Übergabe, der Einbau und die Nachbehandlung
bericht 100 und ZTV-ING, Teil 3, Abschnitt 1 ge- des Betons nach DIN 1045-3:2001-07 und ZTV-ING,
liefert werden. Abweichend von DIN-Fachbericht Teil 3, Abschnitt 2 erfolgen.
100 darf die Mindestdruckfestigkeitsklasse C30/ Text unverändert Stand 07.03.2003
37 und der höchstzulässige w/z-Wert 0,50 betra-
gen.

Anrechnung von Flugasche in Beton für Tunnelinnenschalen in geschlossener Bau-


weise nach Teil 5, Abschnitt 1

Der Mindestzementgehalt bei Anrechung von Flug- Der Gehalt an Zement und Flugasche (z + f) darf
asche in der Expositionsklasse XF2 gemäß Nr. dabei den in DIN-Fachbericht 100, Tabelle F.2.2,
3.2, Absätze (7) bis (9) beträgt 270 kg/m3. Zeile 3 angegebenen Wert nicht unterschreiten.

Stand 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 3 - Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 118/7192.70/31-513945 Stand: 07.07.2006

Teil 3 Massivbau
Abschnitt 2 Bauausführung

Anwendung von europäischen technischen Zulassungen für Spannverfahren nach


ETAG 013
Für die Anwendung von Spannverfahren mit euro-
päischer technischer Zulassung (CE Kennzeichnung)
nach der europäischen technischen Zulassungs-
leitlinie ETAG 013 sind die jeweiligen nationalen An-
wendungszulassungen des Deutschen Instituts für
Bautechnik (DIBt) zu beachten.

Stand 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 3 - Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 3 Massivbau

Abschnitt 2 Bauausführung

Weiterverarbeitung von Betonstahl vom Ring

(1) Es dürfen nur Betonstähle nach DIN 448, Teil


1 (Ausgabe September 1984) bzw. DIN 448, Teil 2
bis 7 (Ausgabe Juni 1986) oder mit allgemeiner
bauaufsichtlichen Zulassung für diesen Zweck
verwendet werden.
(2) Die Verarbeitung von Betonstahl vom Ring darf
nur durch Betriebe (Fertigteilwerke, Biegebetriebe)
vorgenommen werden, die einen Eignungsnach-
weis hierfür geführt haben und einer Eigen- und
Fremdüberwachung unterliegen.
(3) Die Fremdüberwachung wird durch diejenige
Prüfstelle durchgeführt, welche im Herstellerwerk
des Ringmaterials tätig ist.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 1


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 4 Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 4 Stahlbau
Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Hinweise zur Anwendung von Blatt 97


u. Blatt 99 der TL/TP-KOR-Stahlbauten

Bei der Anwendung von Blatt 97 und Blatt 99 der


TL/TP-KOR-Stahlbauten ist folgendes zu beachten:
(1) Die Stoffe nach Blatt 97 „Beschichtungsstoffe auf
Epoxidharz- und Polyurethangrundlage, schnell-
härtend“ sind alternativ zu Stoffen nach den Blättern
87, 94 und 95 für niedrige Applikations- und Er-
härtungstemperaturen. Die Stoffe sind daher beson-
ders geeignet für Korrosionsschutzbeschichtungen,
die in den Fertigungseinrichtungen von Stahlbau-
firmen appliziert werden, weil die notwendige Verweil-
zeit der beschichteten Bauteile in der Fertigungs-
einrichtung/Halle geringer ist als bei den anderen
Stoffen.
(2) Die Stoffe nach den TL/TP-KOR-Stahlbauten,
Anhang E, TL-Blatt 99 „Pulver-Beschichtungsstoffe
auf feuerverzinktem Stahl“ sind als organische
Schutzschicht feuerverzinkter Bauteile (Duplex-
systeme) wie Geländer und Tragkonstruktionen von
Lärmschutzwänden vorgesehen.
(3) Die Blätter 97 und 99 der TL/TP-KOR-Stahlbau-
ten, Anhang E, sind im Internet über die Startseite
(Homepage) der BASt www.bast.de unter Qualitäts-
bewertung / Listen / Brücken- und Ingenieurbau ver-
öffentlicht.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 4 Stahlbau

Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Hinweise zur Ausführung von Korrosionsschutzarbeiten,


Anforderungen an das Personal

(1) Mit der Überführung der ZTV-KOR-  


Stahlbauten 2002 in den Teil 4 Abschnitt 3 der  
ZTV-ING wurden u. a. Änderungen bei den Anfor-
 
derungen an den Kolonnenführer verbunden, die
sich nicht unmittelbar umsetzen lassen konnten.  
Eine Übergangsphase war daher erforderlich. Der  
Stichtag, an dem die Übergangsphase endet ist  
der 31.12.2010.  
(2) Bis zum 31.12.2010 bleiben die Anforderungen  
der ZTV-KOR-Stahlbauten, Abschnitt 6.1, Ziffern  
(3) und (4) an die Qualifikation aller Personen, die  
mit Arbeiten zur Durchführung von Korrosions-  
schutzmaßnahmen an Brücken betraut werden,  
weiterhin gültig.
 
(3) Ab dem 01.01.2011 soll nur noch eine Be-  
scheinigung des Ausbildungsbeirates des Bundes-  
verbandes Korrosionsschutz e.V. (KOR-Schein)
als Qualifikationsnachweis für Kolonnenführer  
anerkannt werden. Bis zum 31.12.2010 wird den  
Auftraggebern empfohlen, beide Qualifikations-  
nachweise anzuerkennen – sowohl der bisher  
nach den ZTV-KOR-Stahlbauten, Abschnitt 6.1,  
Ziffer (4) erworbene Qualifikationsnachweis für das  
Führungspersonal als auch der KOR-Schein.
 
(4) Für Qualifikationsnachweise, die vor der Ein-  
führung der ZTV-ING Teil 4 Abschnitt 3 sowie die  
im Zeitraum zwischen der Einführung der ZTV-ING
Teil 4 Abschnitt 3 und dem Stichtag in Übereins-
 
timmung mit den ZTV-KOR-Stahlbauten, Ab-  
schnitt 6.1, Ziffer (4) erworben wurden, stellt der  
Ausbildungsbeirat auf Antrag einen KOR-Schein
aus.

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 1


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 4 Stahlbau

Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Hinweise und Änderungen zu den Technischen Lieferbedingungen und Techni-


schen Prüfvorschriften für Beschichtungsstoffe für den Korrosionsschutz von
Stahlbauten (TL/TP-KOR-Stahlbauten)
Bis zur Überarbeitung der TL/TP-KOR-Stahlbauten i) sicherzustellen, dass Zusammensetzung und
sind folgende Regelungen anzuwenden: Eigenschaften der Beschichtungsstoffe und der
Beschichtungssysteme den Anforderungen der
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Nr. 4 TL/TP-KOR-Stahlbauten entsprechen

Hinweis zur Bezeichnung von Abnahmeprüfzeug- TL/TP-KOR-Stahlbauten, Nr. 5


nissen:
Hinweis zu Probenahme bei Abnahmeprüfun-
In Tabelle 1 ist das Abnahmeprüfzeugnis 3.1.B gen 3.2 und Wiederholungsprüfungen
durch das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 und das Ab-
Für Probenahme bei Abnahmeprüfungen 3.2 und
nahmeprüfzeugnis 3.1.C durch das Abnahmeprüf-
Wiederholungsprüfungen sind zwei Möglichkeiten
zeugnis 3.2 zu ersetzen.
zulässig:
Hinweis zu den Grund- und Wiederholungsprüf- a) Der Beschichtungsstoffhersteller sendet die
zeugnissen: Prüfmuster in einem handhabbaren Originalge-
binde an das Prüfinstitut.
Ein Grundprüf- bzw. Wiederholungsprüfzeugnis
muss neben der Darstellung aller Ergebnisse eine b) Das Prüfmuster wird vom Qualitätsbeauftragten
Erklärung der PÜZ-Stelle beinhalten, ob alle An- des Beschichtungsstoffherstellers aus der be-
forderungen des jeweiligen TL-Blattes erfüllt sind treffenden Charge entnommen und in einem
oder nicht. Für den Fall, dass sie nicht erfüllt sind, handhabbaren Behältnis an das Prüfinstitut
soll aufgeführt werden, welche Anforderungen versendet. Bestandteil der Sendung muss das
nicht erfüllt wurden. eigenverantwortlich vom Qualitätsbeauftragten
angefertigte Probenahmeprotokoll (Datum,
Hinweis zum Zusammenstellen von Prüfzeugnis- Probenehmer, Ort der Probenahme, Chargen-
sen: nummer u.a.) sein.
Bei den Grund- und den Wiederholungsprüfungen
Hinweis zur Herstellung von Probenplatten
muss grundsätzlich immer das jeweilige Prüfprog-
ramm in seiner Gesamtheit für einen Prüfauftrag Es ist zulässig, dass ein Beschichtungsstoffhers-
durchgeführt werden. Eine Zusammenstellung ei- teller mit eigenem Personal in einer PÜZ-Stelle die
nes Prüfberichtes/Prüfzeugnisses aus mehreren Probenplatten für eine Prüfung herstellt. Die Pro-
Einzelprüfungen (die z.B. zu unterschiedlichen Zei- benplattenherstellung muss aber im Beisein von
ten, unterschiedlichen Aufträgen bzw. unter- Personal der PÜZ-Stelle erfolgen.
schiedlichen Zusammenhängen durchgeführt wur-
den) ist nicht zulässig. Hinweis zu Rückstellmustern
(I) Nach der Beendigung einer Prüfung sollen rest-
Hinweis zum Zertifizierungsvertrag:
liche Beschichtungsstoffe und Probenplatten min-
Es wird empfohlen, beim Abschluss eines Zertifi- destens 6 Mon. ab dem Ausstellen des Prüf-
zierungsvertrages in § 4 „Pflichten des Herstellers“ zeugnisses in der PÜZ-Stelle aufbewahrt werden.
unter Punkt 2. ergänzend folgende Bedingung ein-
(II) Das Rückstellen von Löse- und Verdünnungs-
zufügen:
mittel für eine eventuelle spätere Identitätsprüfung
ist grundsätzlich nicht erforderlich.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 1


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
Hinweis zur Oberflächenbeschaffenheit von Stahl- TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang E
blechen für Probenplatten:
Änderung zur Zusammensetzung von Löse- und
Bei der Herstellung von Probenplatten ist es zuläs-
Verdünnungsmittel:
sig, handelsübliche gestrahlte Stahlbleche mit ei-
ner Rautiefe (Rz) von mindestens 25 µm zu ver- Die Bestimmung der Art von Löse- und Verdün-
wenden. nungsmittel entfällt.

Probenplatten zur Ermittlung von Eigenschafts- Änderung zur Ermittlung von Eigenschaften im An-
kennwerten und Anforderungen im Trockenfilmzu- lieferungszustand:
stand:
(I) Die Bestimmung des Flammpunktes erfolgt
(I) Jede Prüfung ist an drei Probenplatten durch- nach DIN EN ISO 1523. Bei 2K-Beschichtungs-
zuführen. Alle Ergebnisse sind im Prüfbericht auf- stoffen ist die Prüfung an den Einzelkomponenten
zuführen. Eine Prüfung gilt als bestanden, wenn durchzuführen.
mindestens zwei Probenplatten alle Anforderungen
dieser Prüfung erfüllen. (II) Im Rahmen von Grund- und Wiederholungs-
prüfungen werden keine Viskositätsprüfungen
(II) Abreißprüfungen nach DIN EN ISO 4624 sind durchgeführt. Die Stoffhersteller sollen aber in der
an Probenplatten mit mindestens 3 mm Dicke jeweiligen Ausführungsanweisung (Technisches
durchzuführen. Datenblatt) Kennwerte für die Viskosität der jewei-
ligen einzelnen Stoffkomponenten angeben. Das
Hinweis zur Bestimmung der Löse- und Verdün- Prüfverfahren und die Prüfbedingungen sind dabei
nungsmittel: freigestellt, müssen aber mit den Kennwerten an-
gegeben werden.
Sofern die Bestimmung der Löse- und Verdün-
nungsmittel im Einzelfall nach besonderer Verein-
Änderung beim Blatt 93, 3.1 Trocknungszeit:
barung durchgeführt wird, ist mittels Gaschroma-
tographie nach D 3 zu verfahren. Der Trockengrad 6 wird durch den Trockengrad 4
ersetzt.
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang B
Änderung der Anforderungen an Abreißwerte bei
(I) Die Bestimmung des Aschegehaltes bei den lö-
Systemen auf Restrost:
semittelbasierenden Beschichtungsstoffen entfällt.
(I) Im Anhang E, Blatt 93, Eigenschaften im Tro-
(II) Die Bestimmung einzelner Pigmente im Pig-
ckenzustand unter 4.1, 4.2, 4.3 und 4.4 für das
mentgemisch entfällt.
System 1 wird der Abreißwert von 3 N/mm² durch
(III) Im Rahmen von Grund- und Wiederholungs- 1,5 N/mm² ersetzt.
prüfungen werden keine Viskositätsprüfungen
(II) Im Anhang E, Blatt 94, Eigenschaften im Tro-
durchgeführt.
ckenzustand unter 4.1, 4.2, 4.3 und 4.9 für das
(IV) Wiederholungsprüfungen bei den Blättern 87, System 1 wird der Abreißwert von 5 N/mm² durch
89, 94, 95 und 97 werden um die Prüfungen des 2,5 N/mm² ersetzt.
Verbundes 1 und 2 ergänzt.
Erweiterung des Prüfumfanges bei der Verbund 2
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang C Prüfung:
(I) Der 1. Satz „Die Pigmente dürfen nicht ...“ wird Die Prüfung des Verbundes 2 wird zusätzlich mit
gestrichen und durch folgenden Satz ersetzt: „Pig- einer Deckbeschichtung in RAL 5015 durchgeführt.
mente, die Blei- und oder Chrom VI- haltige Stoffe
enthalten, sind nicht zulässig“. Änderung bei Haftprüfung durch Kreuzschnitt:
(II) Unter 1 ist „Grade 1“ durch „Grad A“ zu erset- (I) Die Anforderung „keine Ablösung“ wird durch
zen. „Kreuzschnittkennwert kleiner oder gleich 1 nach
DIN EN ISO 16276-2“ ersetzt.
TL/TP-KOR-Stahlbauten, Anhang D
(II) Bei den Blättern 75, 81 und 91 wird „Prüfung
Der Anhang D wird vollständig durch den Text auf nach Anhang D Nr. 8.2“ durch „Nach 7 d bei
den Seiten 3 bis 10 ersetzt. Normbedingungen nach DIN EN 23270 Prüfung
nach D 8“ ersetzt.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 2


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

TL/TP-KOR-Stahlbauten (5) Dazu wird ein Teil von Komponente A in ein


Zentrifugenglas genau eingewogen und mit einem
Anhang D geeigneten Lösemittel gelöst. Bei 50 ml Zentrie-
fungenglas wird für ca. 6 g von Komponente A ca.
Prüfverfahren 25 ml Lösemittel verwendet.
(6) Der abgetrennte Feststoffanteil (Pigment) wird
D1 Zusammensetzung im Zentrifugenbecher 3 h bei 105 °C getrocknet.
(7) Zur Bestimmung des Bindemittelanteils werden
D 1.1 Lösemittelbasierende Beschich- in Anlehnung an DIN EN ISO 3251 jeweils ca. 1 g
tungsstoffe nach den Blättern von Stammkomponente und Härter in ent-
75, 77, 81, 86, 87, 89 und 97 sprechende Probeschälchen genau eingewogen
und im Trockenschrank 3 h bei 105 °C getrocknet.
D 1.1.1 Kenndaten (8) Der Anteil an Bindemittel im Härter (BB) ist
Als Kenndaten werden die Massenanteile an Pig- gleich dem nichtflüchtigen Anteil, bei der Stamm-
menten / Füllstoffen, Binde- und Lösemitteln er- komponente ergibt er sich aus der Differenz zwi-
mittelt. schen nichtflüchtigem Anteil und Pigment.
BA = nfAA - PA
D 1.1.2 Ermittlung von Massenanteilen an Pig-
(9) Bei einkomponentigen Beschichtungsstoffen
menten / Füllstoffen, Binde- und Löse-
wird der Anteil an Pigment wie vorstehend be-
mitteln
schrieben durch Trennung mit Zentrifugieren be-
(1) Das Verfahren ist nur dann anzuwenden, wenn stimmt. Der Anteil an Bindemittel ergibt sich wie
in der untersuchten Einzelkomponente bei Tempe- oben aus der Differenz zwischen nichtflüchtigem
raturen bis zu 105°C keine flüchtigen Bindemittel- Anteil und Anteil an Pigment. Der Anteil an Löse-
bzw. Härterbestandteile enthalten sind. mittel ist gleich der Differenz zwischen Einwaage
und nichtflüchtigem Anteil. Die Bestimmung des
(2) Bei zwei Komponenten-Beschichtungsstoffen
nichtflüchtigen Anteils geschieht wie vorstehend
(2K-Stoffen) ist die Ermittlung der Zusammenset-
beschrieben.
zung an den Einzelkomponenten durchzuführen.
(3) In Stammkomponente (Komponente A) und D 1.2 Wasserbasierende Beschich-
Härter (Komponente B) werden die Massenanteile tungsstoffe nach den Blättern
[%] an Bindemittel und Pigment bestimmt und dar-
aus die Massenanteile an Bindemittel und Pigment
91 und 92
in der Mischung berechnet. Der Anteil an Löse-
mittel ergibt sich aus der Differenz zu 100 %. D 1.2.1 Kenndaten
tA

%
B t

tBtB

%
B

Als Kenndaten werden der nichtflüchtige Anteil und


A

∗ + ∗ der Aschegehalt ermittelt.


% Bindemittel Mischung =
A

+
tAt

% t
P B

D 1.2.2 Ermittlung des nichtflüchtigen Anteils


A


% Pigment Mischung = (1) Die Ermittlung des nichtflüchtigen Anteils (nfA)
A

+ ist in Anlehnung an DIN EN ISO 3251 durchzufüh-


ren.
tA Teile A
(2) Es wird 1 g ± 0,1 g des Beschichtungsstoffes in
tB Teile B einen Blechdeckel genau eingewogen und dann
mindestens 30 min abgedunstet.
%BA Massenanteil Bindemittel
in Komponente A (3) Danach wird die Probe 3 h bei 105 °C nach
DIN EN ISO 3251 im Trockenschrank getrocknet.
%BB Massenanteil Bindemittel
in Komponente B
D 1.2.3 Ermittlung des Aschegehalts
%PA Massenanteil Pigment
Die Veraschung wird 2 h bei 800°C in Anlehnung
in Komponente A
an DIN EN ISO 14680-2 durchgeführt.
(4) Die Bestimmung des Massenanteils an Pig-
ment in der Stammkomponente (%PA) geschieht
durch Trennen mittels Zentrifugieren gemäß
DIN EN ISO 14680-1.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 3


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

D 1.3 Lösemittelarme Beschichtungs- Septums mit der Headspace-Vorrichtung das ent-


stoffe nach den Blättern 84, 93, nommene Lösemitteldampfvolumen gaschroma-
tographisch über eine Kapillarsäule getrennt. Das
94 und 95 Chromatogramm kann durch Vergleich mit dem
Chromatogramm der Grundprüfung die Identität
D 1.3.1 Kenndaten der Lösemittel sicherstellen, durch Ermittlung der
Als Kenndaten werden das Festkörpervolumen Flächen der Peaks und entsprechende Eichung
(FKV) und der nichtflüchtige Anteil ermittelt. (Aufstockmethode) können auch Lösemittel quali-
tativ und quantitativ bestimmt werden.
D 1.3.2 Ermittlung des Festkörpervolumens
(1) Das Festkörpervolumen errechnet sich nach ei-
D4 Verarbeitbarkeit
nem vereinfachten Verfahren: (1) Zur Überprüfung der Verarbeitbarkeit wird bei
den angegebenen Stoff- und Objekttemperaturen
100 % - nfA die Streich- und/oder Spritzfähigkeit geprüft. Krite-
FKV = 100% - ∗ ρB rien sind das Spritzbild, erreichbare Nass- und Tro-
ρ fA ckenschichtdicken sowie die Verlaufseigen-
schaften.
FKV Festkörpervolumen [%] (2) Es ist zulässig, die Verarbeitbarkeit im Rahmen
nfA nichtflüchtiger Anteil [Masse %] der Probenherstellung für weitere Prüfungen
durchzuführen. Dies ist im Prüfbericht zu vermer-
ρB Dichte des Beschichtungsstoff [g/ml] ken.
ρ fA Dichte des flüchtigen Anteils [g/ml]
D5 Ablaufneigung
(2) Die Dichte geht mit 0,87 g/ml in die Berech-
nungsformel ein.
D 5.1 Applikation mit dem Rakel
(3) Die Bestimmung der Dichte des Beschich-
tungsstoffes erfolgt nach DIN EN ISO 2811-1. (1) Der verarbeitungsfertige Beschichtungsstoff
(bei 2K-Stoffen gemischt) wird mit einem Rakel auf
D 1.3.3 Ermittlung des nichtflüchtigen eine blanke (frei von Walzhaut, Zunder, Fetten,
Anteils (nfA) Ölen, Überzügen, Beschichtungen und anderen
Verunreinigungen), nichtgestrahlte, waagerecht ge-
(1) Die Ermittlung des nichtflüchtigen Anteils ist in lagerte Probenplatte aufgetragen, die anschließend
Anlehnung an DIN EN ISO 3251 durchzuführen. senkrecht gestellt wird. Bei Verwendung eines Ra-
kels mit mehreren Rinnen wird das Blech mit der
(2) Es wird 1 g ± 0,1 g des Beschichtungsstoffes
dünnsten Schicht nach oben aufgestellt. Es wird
oder bei 2K-Stoffen der Mischung in einen Blech-
beurteilt, ab welcher Schichtdicke Ablaufer-
deckel genau eingewogen und dann mindestens
scheinungen (Läufer, Tränen, Gardinen) auftreten.
1 h abgedunstet.
Als Kennwert wird die Trockenschichtdicke ge-
(3) Danach wird die Probe 1 h bei 105 °C nach messen, wo diese Erscheinungen gerade noch
DIN EN ISO 3251 im Trockenschrank getrocknet. nicht auftreten. Die Schichtdickenmessung nach
DIN EN ISO 2808 erfolgt nach Erreichen des Tro-
D2 IR-Spektroskopie ckengrades 6 gemäß DIN 53150.
(2) Geeignete Rakel und die für die unterschiedli-
Von allen zu prüfenden Beschichtungsstoffen mit
chen Beschichtungsstoffe notwendigen Rinnen-
Ausnahme von Zinkstaub-Grundbeschichtungen
tiefen sind in DIN EN ISO 16862 angegeben.
sind IR-Spektren mittels ATR-Methode an der Be-
schichtung nach 7 d Lagerung bei Normbedingun- (3) Die Prüfung wird bei Normbedingungen nach
gen nach DIN EN 23279 aufzunehmen. Die DIN EN 23270 durchgeführt. 1 h nach Applikation
Schichtdicke der Beschichtung ist anwendungsbe- kann zur Erreichung des Trockengrades 6 die Pro-
zogen zu applizieren. be einer forcierten Trocknung (3 h bei 60 °C) un-
terworfen werden.
D3 GC-Analyse
D 5.2 Applikation durch Spritzauftrag
Die Bestimmung der Lösemittel erfolgt gaschro-
matographisch mit der Headspace-Technik. Dazu Der Beschichtungsstoff wird auf Spritzviskosität
wird der Beschichtungsstoff (bei 2K-Stoffen beide eingestellt und dann keilförmig mit von oben nach
Komponenten getrennt) in ein entsprechendes unten zunehmender Schichtdicke im Kreuzgang
Probefläschchen eingebracht, verschlossen, auf auf eine, blanke, nichtgestrahlte, senkrecht gela-
eine geeignete Temperatur über eine bestimmte gerte Probenplatte (Material wie oben, Konditionie-
Zeitdauer erhitzt und dann nach Durchstoßen des rung bei 23 °C) aufgetragen. Nach erfolgter Trock-

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 4


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
nung wie vorstehend wird die Schichtdicke unmit- D9 Beständigkeit gegen
telbar vor der Zone beginnender Unregelmäßig-
keiten (Läufer, Tränen, Gardinen) gemessen. Feuchtigkeit (kontinuier-
liche Kondensation)
D6 Verarbeitungszeit (Topfzeit) (1) Die Probeplatten werden bei Normbedingun-
(1) Stamm- und Härtungskomponente werden auf gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
23 °C konditioniert und gemischt. (2) Die Probenplatten werden danach über die an-
(2) 250 g der Mischung werden in einen geeigne- gegebene Zeitdauer der Belastung durch konti-
ten Behälter gegeben. Der Behälter wird nach nuierliche Kondensation nach DIN EN ISO 6270-1
DIN EN ISO 9514 in einen wärmeisolierenden unterworfen.
Block eingesetzt und abgedeckt. (3) Dann werden die Probenplatten sofort abge-
(3) Die Verarbeitungszeit ist überschritten, wenn tupft und nach DIN EN ISO 4628-2 auf Blasengrad
die Verarbeitbarkeit nicht mehr gegeben oder stark beurteilt. Bei der Prüfung von Beschichtungsstoffen
eingeschränkt ist. Am einfachsten kann das durch der Blätter 75, 81 (System 2), 91, 93 (System 3),
Applikation mit dem Pinsel festgestellt werden. 94 (System 4), 95 (System 4) Blatt 97 (System 4)
und Blatt 99 wird unmittelbar nach der Belastung
die Prüfung auf Haftung nach D 8 durchgeführt.
D7 Überstreich- und
(4) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
Überspritzbarkeit gen nach DIN EN 23270 wird auf Rostgrad (DIN
(1) Die Prüfung der Überstreichbarkeit ist im je- EN ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN ISO 4628-
weils vorgegebenen Schichtaufbau durchzuführen. 4), Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und die Haft-
Sowohl ein eisenglimmerhaltiger als auch ein ei- festigkeit wie folgt geprüft:
senglimmerfreier Deckbeschichtungsstoff ist je- ― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
weils mit sich selbst zu überstreichen. tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit
(2) Die Überstreich- und/oder Überspritzbarkeit durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN
nach einer bestimmten Trocknungszeit ist möglich, ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros-
wenn es zu keinen Beschichtungsstörungen oder teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1)
schädlichen Wechselwirkungen zwischen der zu Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt,
überbeschichtenden Schicht und dem für die Über- wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab-
beschichtung verwendeten Beschichtungsstoff reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt.
kommt. Störungen oder schädliche Wechsel- Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
wirkungen können sich etwa durch starkes Anlö- rostschicht zulässig.
sen, Anquellen oder "Hochziehen" der zu überbe- ― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
schichtenden Schicht, durch Oberflächenstörungen tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit
(z.B. Runzelbildung, mangelnden Verlauf, Sche- durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN EN
ckigkeit) oder durch Farbveränderungen äußern. ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach
(3) Die Trocknung vor dem Überbeschichten er- DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab-
folgt bei Normbedingungen nach DIN EN 23270. riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions-
brüchen im Randbereich der Bruchfläche (bei
maximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig.
D8 Prüfung der Haftung
durch Kreuzschnitt D 10 Beständigkeit gegen
(1) Es wird ein Kreuzschnitt nach DIN EN ISO Feuchtigkeit in Verbindung
16276-2 in der Beschichtung bis zum metallischen
Untergrund angebracht. Über den Kreuzschnitt mit Schwefeldioxid
wird ein 75 mm langer und 19 mm bis 25 mm brei- (1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun-
ter Streifen aus Tesaband 4651 oder gleichwertig gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
gelegt und mit einer 1 kg schweren Rolle (Länge
der Rolle der Größe der Probenplatte angepasst) (2) Die Probenplatten werden danach über die an-
ohne zusätzlichen Druck 10 mal überrollt. Das Ge- gegebene Zeitdauer der Belastung durch Feuch-
webeband wird unter einem Winkel von 45° ruck- tigkeit in Verbindung mit Schwefeldioxid nach
artig abgezogen. DIN EN ISO 3231, 1,0 l SO2 ausgesetzt.
(2) Die Beurteilung erfolgt auf Ablösung der Be- (3) Nach dem Belastungsende werden die Pro-
schichtung vom metallischen Untergrund oder auf benplatten sofort abgetupft und auf Blasengrad
Ablösungen (Enthaftungen) im Beschichtungssys- nach DIN EN ISO 4628-2 geprüft.
tem. (4) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
gen nach DIN EN 23270 wird auf Rostgrad (DIN

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Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
EN ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN ISO 4628 4), D 13 Beständigkeit gegen
Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und die Haft-
festigkeit wie folgt geprüft: Salzsprühnebel
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys- (1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun-
tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN (2) Danach erhalten die Probenplatten eine Ritz-
ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros- verletzung in der Beschichtung bis zum metalli-
teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1) schen Untergrund von 0,3 mm Breite und 100 mm
Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt, Länge. Der Ritz soll parallel zur Längsseite des
wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab- Bleches verlaufen (Abstand 25 mm von jeder Seite
reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt. der Probenplatte).
Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
rostschicht zulässig. (3) Verzinkte Probenplatten erhalten keine Ritzver-
letzung.
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit (4) Die Probenplatten werden dann der Belastung
durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN EN durch neutralen Salzsprühnebel nach DIN EN
ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach ISO 9227 über einen bestimmten Zeitraum ausge-
DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab- setzt.
riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions- (5) Nach Belastungsende werden die Proben-
brüchen im Randbereich der Bruchfläche (ma- platten sofort abgetupft und auf Blasengrad nach
ximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig. DIN EN ISO 4628-2 geprüft.
(6) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
D 11 Beständigkeit gegen gen nach DIN EN 23270 wird auf Unterrostung an
Chemikalien (Eintauchen der Ritzverletzung, auf Rostgrad (DIN EN
in Chemikalien) ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN ISO 4628-4),
Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und die Haftfes-
(1) Die Probeplatten werden bei Normbedingun- tigkeit wie folgt geprüft:
gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
(2) Die Probenplatten werden danach in Prüfflüs- tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit
sigkeiten gemäß DIN EN ISO 2812-1 168 h bei durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN
23 °C gelagert (Tauchverfahren). Bei den Prüfflüs- ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros-
sigkeiten handelt es sich nach DIN EN ISO 12944- teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1)
6 um: Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt,
― NaOH, 10 % (m/m), in Wasser wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab-
reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt.
― H2SO4, 10 % (m/m), in Wasser und Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
rostschicht zulässig.
― Testbenzin, Aromatengehalt 18 %
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
(3) Nach Belastungsende werden die Proben-
tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit
platten sofort abgetupft und auf Blasengrad nach
durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN EN
DIN EN ISO 4628-2 und sichtbare Veränderungen
ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach
geprüft.
DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab-
riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions-
D 12 Beständigkeit gegen brüchen im Randbereich der Bruchfläche (ma-
Flüssigkeit (Eintauchen ximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig.
in NaCl-Lösung) (7) Die Unterrostung an der Ritzverletzung darf
höchstens an einer Probenplatte und höchstens an
(1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun- einer Stelle ausgehend vom Ritz 3 mm (einseitig)
gen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert. überschreiten. Die Breite des Ritzes geht in die
(2) Die Probenplatten werden danach gemäß DIN Breite der Unterrostung nicht ein. Dabei wird die
EN ISO 2812-2 in 5%iger wässriger NaCl-Lösung Enthaftung an der Ritzverletzung ohne Unterros-
bei 23 °C gelagert. tung nicht berücksichtigt.
(3) Die Belastungsdauer beträgt 3000 h.
(4) Nach Belastungsende werden die Proben-
platten sofort abgetupft und auf Blasengrad nach
DIN EN ISO 4628-2 und sichtbare Veränderungen
beurteilt.

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Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

D 14 Verbund (2) Die Probenplatten mit Grund- und Zwischen-


beschichtung werden bei Normbedingungen 7 d
gemäß DIN EN 23270 konditioniert.
D 14.1 Verbund 1
(3) Danach werden sie 5 d mit Feuchtebelastung
(1) Als Verbund 1 wird die Prüfung der Haftung nach DIN EN ISO 11507 mit Lampen nach
der Zwischenbeschichtung auf bewitterter Grund- TYP II UV-A (340), Verfahren A, Bestrahlungs-
beschichtung bezeichnet. stärke 0,77 W/m² künstliche bewittert.
(2) Die Probenplatten mit Grundbeschichtung wer- (4) Dann wird eine Reinigung mit deionisiertem,
den bei Normbedingungen 7 d nach DIN EN 23270 60 °C warmen Wasser unter Verwendung eines
konditioniert. weichen Schwamms durchgeführt.
(3) Danach werden sie 5 d mit Feuchtebelastung (5) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
nach DIN EN ISO 11507 mit Lampen nach gen gemäß DIN EN 23270 werden die Proben-
TYP II UV A (340), Verfahren A, Bestrahlungs- platten mit Deckbeschichtung überbeschichtet.
stärke 0,77 W/m² künstliche bewittert.
(6) Die Probenplatten werden dann bei Normbe-
(4) Dann wird eine Reinigung mit deionisiertem, dingungen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert.
60 °C warmen Wasser unter Verwendung eines
weichen Schwamms durchgeführt. (7) Danach werden die Probenplatten 720 h einem
Kondenswasser-Wechselklima nach DIN EN ISO
(5) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun- 6270-2, AHT ausgesetzt.
gen gemäß DIN EN 23270 werden die Proben-
platten mit einer Zwischenbeschichtung überbe- (8) Dann erfolgt eine sofortige Bewertung des Bla-
schichtet. Nach 24 h Zwischentrocknung bei sengrades nach DIN EN ISO 4628-2.
Normbedingungen gemäß DIN EN 23270 erfolgt (9) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-
die Überbeschichtung mit einer Deckbeschichtung. gen gemäß DIN EN 23270 ist die Prüfung der Haf-
(6) Die Probenplatten werden dann bei Normbe- tung durch Kreuzschnitt gemäß D 8 durchzuführen
dingungen 7 d nach DIN EN 23270 konditioniert. und der Abreißversuch im Sandwichverfahren nach
DIN EN ISO 4624 vorzubereiten (Aufkleben der
(7) Danach werden die Probenplatten 720 h einem Stempeln). Die Stempel sind mit dem 2K-DP490-
Kondenswasser-Wechselklima nach DIN EN ISO Klebstoff der Fa. 3M oder einem gleichwertigen
6270-2, AHT ausgesetzt. Klebstoff aufzukleben und nach mindestens 24 h
(8) Dann erfolgt eine sofortige Bewertung des Bla- bei Normbedingungen gemäß DIN EN 23270 abzu-
sengrades nach DIN EN ISO 4628-2. reißen.
(9) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun- (10) Beim Kreuzschnitt werden Kreuzschnitt-Kenn-
gen gemäß DIN EN 23270 ist die Prüfung der Haf- werte nach DIN EN ISO 16276-2 und beim Ab-
tung durch Kreuzschnitt gemäß D 8 durchzuführen reißversuch der Abreißwert ermittelt.
und der Abreißversuch im Sandwichverfahren nach (11) Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
DIN EN ISO 4624 vorzubereiten (Aufkleben der
Stempeln). Die Stempel sind mit dem 2K-DP490- ― keine Blasen,
Klebstoff der Fa. 3M oder einem gleichwertigen ― Kreuzschnitt-Kennwert 0 oder 1 und
Klebstoff aufzukleben und nach mindestens 24 h
bei Normbedingungen gemäß DIN EN 23270 abzu- ― Abreißwert größer als 2,5 N/mm².
reißen.
(10) Beim Kreuzschnitt werden die Kreuzschnitt- D 15 Farbbeständigkeit
Kennwerte nach DIN EN ISO 16276-2 und beim
Abreißversuch der Abreißwert ermittelt. D 15.1 Vorbereitung von Probenplatten
(11) Folgende Anforderungen sind einzuhalten: (1) Der Beschichtungsstoff wird mit 100 µm Tro-
― keine Blasen, ckenschichtdicke auf ein angeschliffenen und mit
2K-EP-Grundbeschichtungsstoff (Stoff-Nr. 687.02)
― Kreuzschnitt-Kennwert 0 oder 1 und grundierten Stahlblechen appliziert (Abmessungen
der Bleche nach Typ des Bewitterungsgeräts).
― Abreißwert größer als 2,5 N/mm².
(2) Die Probenplatten sind dann 7 d bei Normbe-
D 14.2 Verbund 2 dingungen gemäß DIN EN 23270 zu konditionie-
ren.
(1) Als Verbund 2 wird die Prüfung der Haftung
der Deckbeschichtung auf bewitterter Zwischenbe-
schichtung bezeichnet.

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Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

D 15.2 Messbedingungen (4) Nach 24 h Konditionierung bei Normbedingun-


des Farbabstandes gen nach DIN EN 23270 wird auf Rostgrad
(DIN EN ISO 4628-3), Rissbildung (DIN EN
(1) Der Farbabstand zweier Proben ist spektral- ISO 4628-4), Abblättern (DIN EN ISO 4628-5) und
photometrisch nach DIN 5033-4 mit folgenden die Haftfestigkeit wie folgt geprüft:
Messparametern zu messen:
― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
― Lichtart D 65, tems bis zu 250 µm wird die Haftfestigkeit
durch Gitterschnittkennwerte nach DIN EN
― Messgeometrie diffus/8°,
ISO 2409 bestimmt. Werden bei handentros-
― Messung ohne Glanzfalle, teten Flächen (St 2 nach DIN EN ISO 8501-1)
Gitterschnittkennwerte größer als 1 ermittelt,
― 10° Normalbeobachter.
wird zusätzlich die Haftfestigkeit durch den Ab-
(2) Der Farbabstand (ΔE*ab) ist nach DIN 6174 zu reißversuch nach DIN EN ISO 4624 bestimmt.
berechnen. Beim Stempelabriss ist der Bruch in der Rest-
rostschicht zulässig.
D 15.3 Farbabstand unbewittert / ― Bei Sollschichtdicken des Beschichtungssys-
RAL-Karte tems größer als 250 µm wird die Haftfestigkeit
durch Kreuzschnittkennwerte nach DIN
(1) Der Farbabstand ist zwischen der unbewitter-
EN ISO 16276-2 und den Abreißversuch nach
ten Probe und der RAL-Farbkarte (Farbregister
DIN EN ISO 4624 bestimmt. Beim Stempelab-
RAL 840 HR) zu bestimmen.
riss sind geringfügige Anteile an Adhäsions-
(2) Die Anforderungen an Farbabstände sind in brüchen im Randbereich der Bruchfläche (ma-
der Tabelle D 1 für 24 RAL-Farben enthalten. Für ximal 10 % der Gesamtfläche) zulässig.
weitere RAL-Farben sind bei Bedarf die zulässigen
Farbabstände gesondert zu vereinbaren. D 17 Wärmebelastbarkeit
D 15.4 Farbabstand D 17.1 Allgemeines
bewittert / unbewittert
Ziel der Wärmebeständigkeitsprüfung ist es, die
(1) Der Farbabstand ist zwischen der bewitterten Beständigkeit der Korrosionsschutzbeschichtungen
und der unbewitterten Probe zu bestimmen. auf der Unterseite von Fahrbahnblechen gegen die
(2) Die Bedingungen der Bewitterung sind wie beim Einbau der Abdichtung auftretende Wärme-
folgt: beanspruchung zu prüfen. Diese thermische Belas-
tung ist bei der Prüfung zu simulieren. Dazu wer-
― DIN EN ISO 11341, Zyklus A, Gleichauf mit den Probenplatten verwendet, die mit einer geeig-
Xenonbogenlampen, neten Prüfeinrichtung einer Wärmebeanspruchung
― Bestrahlungsstärke 550 W/m2 im Wellenlän- gemäß einer Temperatur-Zeitkurve (Bild D 1) aus-
genbereich zwischen 290 nm und 800 nm, da- gesetzt werden.
von 11 % zwischen 290 nm und 400 nm,
D 17.2 Herstellen der Probenplatten
― Schwarzstandardtemperatur 55 °C ± 2 °C,
(1) Zur Herstellung von Probenplatten sind Stahl-
― Bewitterungsdauer 2000 h. bleche der Abmessung 250 x 250 [mm] und einer
(3) Die Anforderungen an Farbabstände sind in Dicke von 3 mm bis 5 mm zu verwenden. Die Ble-
der Tabelle D 1 für 24 RAL-Farben enthalten. Für che sind bis zum Oberflächenvorbereitungsgrad
weitere RAL-Farben sind bei Bedarf die zulässigen von Sa 2½ zu strahlen und möglichst unmittelbar
Farbabstände gesondert zu vereinbaren. danach mit dem jeweiligen, zu prüfenden Be-
schichtungssystem einseitig zu beschichten. Die
einzelnen Schichten sind in der jeweiligen Schicht-
D 16 Langzeitbeständigkeit dicke aufzutragen. Das Auftragen der Zwischen-
(Freibewitterung) bzw. Deckbeschichtung soll jeweils 24 h nach dem
Auftragen der vorherigen Schicht erfolgen. Wäh-
(1) Die Probenplatten werden bei Normbedingun-
rend der Trocknung sind die Probenplatten bei
gen 7 d gemäß DIN EN 23270 konditioniert.
Normbedingungen nach DIN EN 23270 zu kondi-
(2) Danach erfolgt eine 12-monatige Freibewitte- tionieren. Nach Fertigstellung sind die Proben-
rung nach DIN EN ISO 2810 in Stadt- oder Indust- platten 7 d bei Normbedingungen nach DIN
rieklima. EN 23270 zu konditionieren.
(3) Nach Ende der Belastung werden die Proben-
platten sofort nach DIN EN ISO 4628-2 auf Bla-
sengrad beurteilt.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 8


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
Tabelle D 1: Anforderungen an Farbabstände

zulässige Farbabstände ΔE*ab

Stoff-Nr. unbewitterte Probe


bewitterte Probe
zur RAL-Farbkarte
(für xy Bezeichnung RAL-Karte zur unbewitterten Proben
(Farbregister RAL 840 HR)
Blatt-Nr.
einsetzten) Wieder- Abnah- Wieder- Abname-
Grund- Grund-
holungs- meprü- holungs- prüfung
prüfung prüfung
prüfung fung 3.2 prüfung 3.2

6xy.75 braunbeige RAL 1011 ≤ 3,5 ≤ 4,5


6xy.76 patinagrün RAL 6000 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.77 tannengrün RAL 6009 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.78 grünbraun RAL 8000 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.79 kupferbraun RAL 8004 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.80 violettblau RAL 5000 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.81 enzianblau RAL 5010 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.82 himmelblau RAL 5015 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 4,5 ≤ 4,5
6xy.83 verkehrsblau RAL 5017 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.84 wasserblau RAL 5021 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.85 gelborange RAL 2000 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.86 blutorange RAL 2002 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.87 feuerrot RAL 3000 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.88 rubinrot RAL 3003 ≤ 3,5 ≤ 6,5
6xy.89 orientrot RAL 3031 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 3,5 ≤ 6,5 ≤ 6,5
6xy.90 resedagrün RAL 6011 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.91 maigrün RAL 6017 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.93 silbergrau RAL 7001 ≤ 3,5 ≤ 4,5
6xy.94 kieselgrau RAL 7032 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.95 staubgrau RAL 7037 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.96 cremeweiß RAL 9001 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.97 grauweiß RAL 9002 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.98 signalweiß RAL 9003 ≤ 1,5 ≤ 3,5
6xy.99 reinweiß RAL 9010 ≤ 1,5 ≤ 3,5

(2) Je Prüfvariante sollen 3 Probenplatten her- (2) Die Probenplatten sollen auf der unbeschichte-
gestellt werden. 2 Probenplatten sollen wärmebe- ten Seite bestrahlt werden.
lastet werden. Eine Probeplatte dient dem wärme-
belastet / unbelastet Vergleich. D 17.4 Bewertung des Prüfergebnisses
(1) Nach der Wärmebelastung sind die Probenplat-
D 17.3 Prüfung
ten 24 h bei Normbedingungen nach DIN EN 23270
(1) Zum Nachstellen des Temperaturverlaufs ge- zu konditionieren und erst dann bewerten.
mäß der Temperatur-Zeitkurve sollte ein Infrarot-
(2) Zur Bewertung sind die beschichteten Flächen
Hochleistungsstrahlermodul mit programmierbarer
von wärmebelasteten Probenplatten visuell zu be-
Leistungssteuerung (Bild D 2) verwendet werden,
urteilen. Es dürfen keine Blasen oder sonstigen
wobei die Temperatur der Probenplatten auf der
sichtbaren Veränderungen im Vergleich zur unbe-
Beschichtungsseite der Regelparameter ist.
lasteten Probenplatte erkennbar sein.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 9


Hinweise zu ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3
(3) An der Beschichtung der belasteten Proben-
platten und der Vergleichsprobenplatte sind au-
ßerdem eine Gitterschnittprüfung nach DIN EN
ISO 2409 und/oder die Bestimmung der Abreißfes- 200

tigkeit nach DIN EN ISO 4642 durchzuführen.

Temperatur [°C]
150

(4) Sowohl der Gitterschnittkennwert darf Gt 2


nicht überschreiten, als auch der Abreißwert muss 100

mindestens 5 N/mm² bei höchstens 5 % Adhäsi-


onsbruch betragen. 50

D 18 Lagerbeständigkeit 1 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70

Zeit [min]
(1) Zur Überprüfung der Lagerbeständigkeit wer-
den die Beschichtungsstoffe in gut verschlossenen
Gebinden trocken bei Raumtemperatur (20°C bis Bild D 1: Temperatur-Zeitkurve für die Wärmebelastung
23°C) gelagert. Die Lagerung der Gebinde erfolgt
über Kopf (Deckel oder Verschluss des Gebindes
nach unten).
(2) Nach 6 Mon. Lagerzeit werden die Gebinde
geöffnet, der Inhalt gut homogenisiert und Trock-
nungszeit und Ablaufneigung überprüft. Durchfüh-
Proben
rung der Prüfung und Anforderungen/Kennwerte platten mit
unten
werden dem jeweiligen TL-Blatt entnommen. liegender
Beschich-
tung

Bild D 2: Schematische Darstellung der Bestrahlungs-


einrichtung

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 10


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.4.2010

Teil 4 Stahlbau

Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Hinweise zum Anhang A und zum Anhang C

Bis zur Überarbeitung der ZTV-ING Teil 4 Ab-


schnitt 3 sind folgende Regelungen anzuwenden:
Anhang A, Tabelle A 4.3.2, Bauteil-Nr. 3.2
Die Beschichtungssysteme für das Bauteil 3.2
werden um ein Beschichtungssystem nach Blatt
95,(siehe Tabelle 1) ergänzt.
Anhang A, Tabelle A 4.3.2, Bauteil-Nr. 3.3.3
Die Sollschichtdicke vom Beschichtungssystem-
Nr. 1, Spritzverzinkung (zweischichtig) beträgt
40 µm.
Anhang A, Tabelle A 4.3.2, Bauteil-Nr. 3.4.2
Die Beschichtungssysteme für das Bauteil 3.4.2
werden um ein Beschichtungssystem nach Blatt 95
(siehe Tabelle 2) ergänzt.
Anhang A, Tabelle A 4.3.2, Bauteil-Nr 3.6.1
In der Spalte „sonstige Hinweise“ ist der Wert
0,75 mm durch 0,75 m zu ersetzen.
Anhang A, Bild A 4.3.4
Der Hinweis auf Bauart 1 und 3 entfällt.
Anhang A, Bild A 4.3.5
Die Beschreibung wird wie folgt um einen Hinweis
auf Bauart 1 und 3 ergänzt:
Alternativ kann auch die Grundbeschichtung über
die Grundierungsschicht (Bauart 1 und 3) gezogen
werden.
Anhang C
Der Anhang C wird um C 16 Planungshilfen für
Blatt 95 (siehe Seiten 3 und 4) ergänzt.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

Tabelle 1 : Auszug aus Tabelle A 4.3.2, Bauteil Nr. 3.2

Bauteil- zugrundegelegte Beschichtungssystem Soll- Oberflä- Stoffe nach sonstige


Nr. Korrosionsbelastung schicht- chenvorbe- TL/TP-KOR- Hinweise
dicke (μm) reitungsgrad Stahlbauten,
Nr. Anhang E, Blatt-Nr.

17 18
3.2 Lager, Lagerteile, Anker- und Futterplatten ) )

Spritzwasserbereich, 1 Spritzverzinkung 100 Sa 3 --


(Feuchte, Schmutz), 1 ZB EP 80 87
19
Freibewitterung: Kor- 1 DB EP ) 80 87
rosivitätskategorie bis
C 5-l und C 5-M 2 Spritzverzinkung 100 Sa 3 --
19
1 DB EP HS ) 150 94
20
)
3 Spritzverzinkung 100 Sa 3 --
1 ZB EP-Kombi 120 81
1 DB EP-Kombi 120 81

4 Spritzverzinkung 100 Sa 3 --
19
1 DB EP HS ) 150 95

5 1 GB EP-Zinkstaub 70 Sa 2 ½ 87
21
1. ZB EP 80 PMa ) 87 7 20
) )
2. ZB EP 80 87
19 7
1 DB EP ) 80 87 )

6 1 GB EP-Zinkstaub 70 Sa 2 ½ 87 20
1 ZB EP HS 150 PMa )
21
94/95 )
19
1 DB EP HS ) 80 94/95

Tabelle 2 : Auszug aus Tabelle A 4.3.2, Bauteil Nr. 3.4.2

Bauteil- zugrundegelegte Beschichtungssystem Soll- Oberflä- Stoffe nach sonstige


Nr. Korrosionsbelastung schicht- chenvorbe- TL/TP-KOR- Hinweise
Stahlbauten,
dicke (μm) reitungsgrad
Anhang E, Blatt-Nr.
Nr.

25
3.4.2 Übergangskonstruktionen, Fugenkonstruktionen )

starke mechanische 1 1 GB EP-Zinkstaub 70 Sa 2 ½ 87 bei Eisenbahn-


Belastung, Spritz- 1. ZB EP 80 87 Brücken kann
wasserbereich, 2. ZB EP 80 87 eine ZB entfallen
(Feuchte, Schmutz), 3. ZB EP 80 87
Freibewitterung: Kor- 1 DB EP 80 87
rosivitätskategorie
C5-l und C5-M 2 1 GB EP-Zinkstaub 70 Sa 2 ½ 87
1 ZB EP HS 150 94
1 DB EP HS 150 94

3 1 GB EP-Zinkstaub 70 Sa 2 ½ 87 bei Eisenbahn-


1. ZB EP-Kombi 120 81 Brücken kann
2. ZB EP-Kombi 120 81 eine ZB entfallen
1 DB EP-Kombi 120 81

4 1 GB EP-Zinkstaub 70 Sa 2 ½ 87
1 ZB EP HS 150 95
1 DB EP HS 150 95

Seite 2 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Stand: 30.04.2010


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

C 16 Planungshilfen für Blatt 95


2K-Beschichtungsstoffe auf Epoxidharz- und Polyurethan-Grundlage, lösemittelarm (EP/PUR HS)

Allgemeine Stoffbeschreibung: Zweikomponentiger Beschichtungsstoff


Bindemittel: GB und ZB: Epoxidharz + Härter (EP)
DB: Polyacrylat mit Polyisocyanat gehärtet (PUR)
Pigmente: GB: Korrosionsschutzpigmente, Inhibitoren
ZB und DB: Eisenglimmer, Tönpigmente
Festkörperanteil (Vol. %): 1. GB mindestens 65 %, 2. GB mindestens 65 %, ZB mindestens 65 %,
DB mindestens 65 %
Lösemittelanteil: 1. GB maximal 25 %, 2. GB maximal 25 %, ZB maximal 25 %,
DB maximal 25 %
Verdünnungsmittel: Zugabe maximal 5 %
für EP: Stoff-Nr. 695.150
für PUR: Stoff-Nr. 695.151
Zusätzliche Hinweise: Bei der Applikation von Beschichtungsstoffen nach Blatt 95 muss die Objekttempe-
ratur mindestens 5 °C, jedoch mindestens 3 K über dem Taupunkt betragen.
Die Beschichtungsstoffe nach Blatt 95 sind zur Applikation auf einer Feuerverzin-
kung nur nach einer Oberflächenvorbereitung durch Sweep-Strahlen geeignet.
An besonders belasteten Flächen, z. B. Fahrbahnblechunterseiten ist eine zweite
Zwischenbeschichtung vorzusehen.
In Bereichen ohne UV-Einwirkung ist die Ausführung der EP-Deckbeschichtung
möglich.
Die Applikation durch Rollen ist nur in Sonderfällen erlaubt
(siehe Vorbemerkungen ZTV-ING 4-3, C1 (8)).

Tabelle C 4.3.16: Planungshilfen für Stoffe nach Blatt 95

Schutzsystem Mindest-
wartezeit
Anwendungsgebiet Sollschichtdicken Applikation bis zur Folge-
Oberflächen- [µm] beschichtung
Systemaufbau bei ca. 20 °C
vorbereitung
trocken nass

GB: 1. GB
Sa 2½ 80 130
2K-EP-
Aktivpigmente Spritzen
Stoff-Nr. 695.01/02 Streichen
16 h
80 130
2. GB und/oder
Kantenschutz
2K-EP-Aktivpigment
Stoff-Nr. 695.06

Erstschutz ab Werk Sa 2½ 70 100 Spritzen


2K-EP-Zinkstaub
Vollerneuerung auf Stoff-Nr.
der Baustelle 687.03/04/05
Sa 3 100 Spritzen keine
Spritzverzinkung

Be Mindestschichtdicke gemäß Schmelz- keine


Feuerverzinkung
, DIN EN ISO 1461 tauchen
DIN EN ISO 1461

auf nächster Seite fortgesetzt

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 3


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 4 - Abschnitt 3

noch Tabelle C 4.3.16: Planungshilfen für Stoffe nach Blatt 95

Schutzsystem Mindeswarte-
zeit bis zur
Anwendungsgebiet Sollschichtdicken Applikation Folgebe-
Oberflächen- [µm] schichtung bei
Systemaufbau ca. 20 °C
vorbereitung
trocken nass

ZB: 2K-EP-EG
Stoff-Nr. 695.12 80-150 130-230 Spritzen 24 h
bis 695.14 Streichen

DB: 2K-PUR-EG
Erstschutz ab Werk Stoff-Nr. 695.30
bis.695.74 je nach
Vollerneuerung auf Oberflä-
2K-PUR 80-150 130-230
der Baustelle chenzustand Spritzen
Stoff-Nr. 695.75
bis 695.99 und Ver- Streichen
(Farbtöne nach schmutzung Rollen
RAL) reinigen

2K-PUR nach
Blatt 87
mit/ohne EG 80 150
Stoff-Nr. 687.30
bis 687.99
GB: 1. GB: 2K-EP- PSa 2½ 80 150 Spritzen, 16 h
Zinkphosphat PSt 3 Streichen
Stoff-Nr. 687.02 oder
695.01/02
Beschichtung von 2. GB: 2K-EP-
Schweißstößen und Zinkphosphat
Ausbesserung der Stoff-Nr. 695.06
Werksbeschichtung
auf der Baustelle
ZB, DB: siehe oben

Seite 4 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Stand: 30.04.2010


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 5 Tunnelbau
Abschnitt 1 Geschlossene Bauweise

Hinweise zur Planung, Entwurf und


Ausführung

Bei der Anwendung ist folgendes zu beachten:


(1) Die grundsätzliche Planungsentscheidung Ein-
schnitt oder Tunnel, bzw. die Länge des Tunnels ist
in der Regel nach dem „Leitfaden für die Planungs-
entscheidung, Einschnitt oder Tunnel“, vorzunehmen,
den ich mit ARS Nr. 25/1998 eingeführt habe.
(2) Bei der Planung und Ausführung von Berg-
wasserdränagesystemen ist die „Richtlinie für
Bergwasserdränagesysteme von Straßentunneln
(RI-BWD-TU)“ zu beachten. Die Richtlinie steht als
Download unter www.bast.de zur Verfügung.
(3) Aufgrund der jeweiligen örtlichen und geologi-
schen Gegebenheiten können bei der Herstellung
von Tunnelbauwerken zusätzliche Maßnahmen (z.B.
Rohrschirmdecken, Injektionen, Vereisungen, Druck-
luftarbeiten) erforderlich werden. Solche Maßnahmen
sind in den ZTV-ING nicht geregelt. Es ist daher in
jedem Einzelfall zu prüfen, inwieweit weitere techni-
sche und vertragliche Regelungen erforderlich sind.
(4) Die Regelungen beziehen sich auf eine zwei-
schalige Bauweise von Straßentunneln in Spritz-
betonbauweise und einer bewehrten Innenschale.
Abweichende Bauweisen, wie z.B. einschalige Bau-
weise oder unbewehrte Innenschale sind im Einzel-
fall mit mir abzustimmen.
(5) Die Gestaltung der Tunnelportale bestimmt das
äußere Erscheinungsbild eines Tunnels und ist der
umgebenden Landschaft oder Bebauung möglichst
harmonisch anzupassen. Neben den technischen,
wirtschaftlichen und gestalterischen Anforderungen
sind auch die beleuchtungs- und lüftungstechnischen
Gesichtspunkte sowie die Anforderungen an den
Lärmschutz und die passiven Schutzeinrichtungen
im Portalbereich besonders zu beachten.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 5 Tunnelbau
Abschnitt 1 Geschlossene Bauweise

Spritzbetonbauweise
Hinweise zur Richtlinie für die Anwendung der zerstörungsfreien Prüfung von
Tunnelinnenschalen, Ausgabe 2007 (RI-ZFP-TU)

(1) Zur Gewährleistung und Kontrolle eines hohen Messlinien nach Angaben des Auftraggebers.
Qualitätsstandards bei Straßentunneln in ge- Abgerechnet wird je erfasste Messlinie.
schlossener Bauweise soll die Bauteildicke der Eine Messlinie in Tunnelquerrichtung.
Tunnelinnenschale mittels zerstörungsfreier Prüf-
verfahren nach Anhang A auf Fehlstellen bzw. Zerstörungsfreie Messungen durchführen
Minderdicken überprüft werden. Die Messungen des .......... St
AN im Rahmen der Eigenüberwachung sind in Ab- Zerstörungsfreie Messungen der Dicke der
schnitt 1 enthalten. Tunnelinnenschale nach dem Ultraschall- oder
(2) Um die Qualität der Untersuchungsergebnisse Impakt-Echo-Verfahren durchführen. Diese Lei-
sicherzustellen, dürfen mit der Durchführung der stung gilt für alle Querschnittstypen. Die Mess-
Messung nur die von der Bundesanstalt für Stra- ergebnisse sind nach den Vorgaben der An-
ßenwesen (BASt) geprüften Firmen beauftragt wer- wendungsrichtlinie (RI-ZFP-TU) grafisch zu do-
den. Art und Umfang dieser Überprüfung sind in An- kumentieren.
hang A beschrieben. Messlinien nach Angaben des Auftraggebers.
(3) Kontrollprüfungen: Abgerechnet wird je erfasste Messlinie.
Eine Messlinie je Block im Firstbereich in Tun-
Die folgenden Messungen sind Kontrollprüfungen nellängsrichtung.
des Auftraggebers und ergänzend zur Eigenüber-
wachung des Auftragnehmers als Kontrolle der ver- Zerstörungsfreie Messungen durchführen
tragsgemäßen Leistungen durchzuführen. Für die .......... St
Ausschreibung der Leistungen bitte ich folgenden Zerstörungsfreie Messungen der Dicke der
Ausschreibungstext in das Leistungsverzeichnis auf- Tunnelinnenschale nach dem Ultraschall- oder
zunehmen: Impakt-Echo-Verfahren durchführen. Diese Lei-
Hinweis zu den nachfolgenden Positionen: stung gilt für alle Querschnittstypen. Die
Messergebnisse sind nach den Vorgaben der
Die Messungen sind Kontrollprüfungen und wer- Anwendungsrichtlinie (RI-ZFP-TU) grafisch zu
den vom Auftraggeber separat angefordert. dokumentieren.
Zerstörungsfreie Messungen durchführen Messpunkte nach Angaben des Auftraggebers.
.......... St Abgerechnet wird je zusätzlich erfassten Mess-
Zerstörungsfreie Messungen der Dicke der punkt. Zusätzlicher Messpunkt zur Verdichtung
Tunnelinnenschale nach dem Ultraschall- oder des vorgegebenen Rasters.
Impakt-Echo-Verfahren durchführen. Diese Leis-
tung gilt für alle Querschnittstypen. Die Mess-
ergebnisse sind nach den Vorgaben der An-
wendungsrichtlinie (RI-ZFP-TU) grafisch zu do-
kumentieren.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 5 Tunnelbau
Abschnitt 2 Offene Bauweise

Hinweise zu Planung und Entwurf

Bei der Anwendung ist folgendes zu beachten:


(1) Die grundsätzliche Planungsentscheidung Ein-
schnitt oder Tunnel, bzw. die Länge des Tunnels ist
in der Regel nach dem „Leitfaden für die Planungs-
entscheidung, Einschnitt oder Tunnel“, vorzunehmen,
den ich mit ARS Nr. 25/1998 eingeführt habe.
(2) Aufgrund der jeweiligen örtlichen und hydrogeo-
logischen Verhältnisse können bei der Herstellung
von Tunnelbauwerken in offener Bauweise zusätzli-
che Maßnahmen (z.B. Injektionen, Vereisungen,
Druckluftarbeiten) erforderlich werden. Solche Maß-
nahmen sind in den ZTV-ING nicht geregelt. Es ist
daher in jedem Einzelfall zu prüfen, inwieweit weite-
re technische und vertragliche Regelungen erforder-
lich sind.
(3) Als Regelbauweise ist eine Herstellung des
Tunnelbauwerks als geschlossenes oder sohloffenes
Rahmenbauwerk in der Ausführung als wasser-
undurchlässige Betonkonstruktion (WUB-KO) vorge-
sehen, das im Endzustand von den Baubehelfen
getrennt ist.
(4) Die Gestaltung der Tunnelportale bestimmt das
äußere Erscheinungsbild eines Tunnels und ist der
umgebenden Landschaft oder Bebauung möglichst
harmonisch anzupassen. Neben den technischen,
wirtschaftlichen und gestalterischen Anforderungen
sind auch die beleuchtungs- und lüftungstechnischen
Gesichtspunkte sowie die Anforderungen an den
Lärmschutz und die passiven Schutzeinrichtungen
im Portalbereich besonders zu beachten.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 3

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

Stand: 05.12.2007

Teil 5 Tunnelbau
Abschnitt 3 Maschinelle Schildvortriebsverfahren

Hinweise zu Planung und Entwurf

Bei der Anwendung ist folgendes zu beachten:


(1) Die grundsätzliche Planungsentscheidung Ein-
schnitt oder Tunnel, bzw. die Länge des Tunnels ist
in der Regel nach dem „Leitfaden für die Planungs-
entscheidung, Einschnitt oder Tunnel“, vorzunehmen,
den ich mit ARS Nr. 25/1998 eingeführt habe.
(2) Die Regelungen beziehen sich auf 1- oder 2-
schalige Konstruktionen aus Stahlbetontübbingen,
die mittels maschineller Schildvortriebsverfahren
hergestellt werden.
(3) Aufgrund der jeweiligen örtlichen und geologi-
schen Gegebenheiten können bei der Herstellung
von Tunnelbauwerken zusätzliche Maßnahmen (z.B.
Rohrschirmdecken, Injektionen, Vereisungen) erfor-
derlich werden. Solche Maßnahmen sind in den ZTV-
ING nicht geregelt. Es ist daher in jedem Einzelfall
zu prüfen, inwieweit weitere technische und vertrag-
liche Regelungen erforderlich sind.
(4) Die Gestaltung der Tunnelportale bestimmt das
äußere Erscheinungsbild eines Tunnels und ist der
umgebenden Landschaft oder Bebauung möglichst
harmonisch anzupassen. Neben den technischen,
wirtschaftlichen und gestalterischen Anforderungen
sind auch die beleuchtungs- und lüftungstechnischen
Gesichtspunkte sowie die Anforderungen an den
Lärmschutz und die passiven Schutzeinrichtungen
im Portalbereich besonders zu beachten.

Stand 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 25/70.13.01/31 Va 03 Stand: 07.03.2003

Teil 7 Brückenbeläge
Abschnitt 1 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer
Bitumen-Schweißbahn

Hinweise zur Anwendung


Bis zur Überarbeitung des Standardleistungska-
taloges für den Straßen- und Brückenbau, Leistungs-
bereich 124 „Schutz und Instandsetzung von Beton-
bauteilen“, Ausgabe 11/93, ist bei der Grundtext-Nr.
206 der Folgetext 3.1 und bei der Grundtext-Nr. 211
der Folgetext 2.1 nicht mehr anzuwenden.
In Einzelfällen können auch Brückenbeläge mit grö-
ßerer Dicke als der Regeldicke, evtl. durch Anord-
nung einer Zwischenschicht, vorgesehen werden
(analog Anhang A der ZTV-ING, Teil 7, Abschnitt 1).
Hierzu ist meine Zustimmung im Einzelfall erforder-
lich.
Die im Anhang A der ZTV-ING, Teil 7, Abschnitt 1
aufgeführten Bauweisen für die Herstellung eines
Fahrbahnbelages stellen den derzeitigen Kenntnis-
stand dar. Wenn weitere Kenntnisse über die Be-
währung dieser Bauweise vorliegen, wird, sofern dies
geboten erscheint, der Anhang A fortgeschrieben.
Hierzu bitte ich mir einen Erfahrungsbericht bis spä-
testens 31.12.2003 vorzulegen. Fehlanzeige ist er-
forderlich.
Offenporige Deckschichten auf Bauwerken sind u.a.
wegen der problematischen Entwässerung in der
Regel zu vermeiden. Die Anwendung ist auf Ausnah-
men zu beschränken und bedarf meiner Zustimmung
im Einzelfall.

Stand 03/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 1

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 7 Brückenbeläge

Abschnitt 1 Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer


Bitumen-Schweißbahn

Gilt auch für Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus zweilagig aufgebrachten
Bitumendichtungsbahnen (Teil 7 Abschnitt 2)

Hinweise für die Ausführung von Randanschlüssen der Abdichtung bei Beton-
brücken gemäß Richtzeichnungen Dicht 20 bis Dicht 25

1 Allgemeines Möglichkeit des kompletten Ersatzes von Kappen-


mit Raumfugen und Fugenband durch eine fugen-
Diese Hinweise für die Ausführung von Randan-
lose Bauweise in Betracht zu ziehen.
schlüssen der Abdichtung bei Betonbrücken sind
Erläuterungen zu den Richtzeichnungen Dicht 20 Eine notwendige Instandsetzung von Kappen und
bis Dicht 25 des Bundesministeriums für Verkehr, Fahrbahnplatte erfolgt nach den ZTV-ING, Teil 3,
Bau- und Stadtentwicklung. Die Richtzeichnungen Abschnitt 4.
sind für die meisten in der Praxis auftretenden Fäl-
le anwendbar und stellen Standardlösungen dar. 3 Erläuterungen
Die notwendige Anpassung an die örtlichen Gege-
benheiten erfolgt im Rahmen der Entwurfsaufstel- 3.1 Bordstein- oder Kappenteilersatz
lung für eine Belagserneuerung.
Gemeinsames Merkmal ist ein Überlappungsstoß
Diese Hinweise sind aufgegliedert in: zwischen der vorhandenen Dichtungsschicht und
der Dichtungsschicht der Fahrbahn, der unter dem
Bordstein- oder Kappenteilersatz
neu herzustellenden Ortbetonschrammbord aus-
- Randanschlüsse, bei denen der vorhandene gebildet wird.
Bordstein oder der vordere Teil des Schramm-
bordes entfernt und ersetzt wird. Bei Kappen mit Bordstein wird dieser entfernt.
Bei geschädigtem Schrammbord wird dessen vor-
Schrammbordanschluss
derer Teil mittels Trennschnitt in erforderlicher
- Randanschlüsse, bei denen die vorhandene Breite abgetrennt, wobei die untere Bewehrungs-
Kappe erhalten bleibt. lage mit erfasst wird.
Der Fall des vollständigen Kappenersatzes ist Die vorhandene Dichtungsschicht muss möglichst
ausgenommen. Hier sind die Kriterien des Neu- unbeschädigt erhalten bleiben, damit ein Überlap-
baus anzuwenden. pungsstoß mit der anzuschließenden Dichtungs-
schicht der Fahrbahn ausgebildet werden kann.
2 Anwendungsgrenzen
Im Überlappungsstoß ist ein dauerhafter Verbund
Voraussetzung für die technisch und wirtschaftlich herzustellen.
einwandfreie Erneuerung eines schadhaften Fahr-
Der abgeschnittene Teil der Kappe oder der ent-
bahnbelages ist eine vorangehende sorgfältige
fernte Bordstein wird durch einen verankerten und
Bestandsaufnahme.
bewehrten Ortbeton-Schrammbord ersetzt. Die
Bei Kappen mit Raumfugen und Fugenband ist ein entstehende Arbeitsfuge ist auf der Oberseite
Kappenteilersatz wegen des Durchtrennens des nachträglich einzuschneiden und mit geeignetem
Fugenbandes nicht möglich, daher sind nur Lö- Material zu verfüllen.
sungen der Art Schrammbordanschluss zulässig.
Bei Kappen mit Querfugen besteht erhöhte Gefahr
des Eindringens von tausalzhaltigem Oberflä-
chenwasser durch schadhafte Fugen. Daher ist die

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 1

3.2 Schrammbordanschluss 3.2.2 Verwahrung unten


Die Randanschlüsse dieser Art umfassen Ausfüh- Der Anschluss der Dichtungsschicht der Fahrbahn
rungsbeispiele, bei denen keine Notwendigkeit be- nach den ZTV-ING, Teil 7, Abschnitt 1 oder 2 an
steht, die vorhandene Kappe zu verändern, d.h. die vorhandene Dichtungsschicht erfolgt in einer
ganz oder teilweise abzubrechen und zu erneuern. tief liegenden Nut oder einem keilförmigen Aus-
bruch im Kappenbeton.
Hier erfolgt der Anschluss der Dichtungsschicht
der Fahrbahn in einer hoch oder tief liegenden Die Nut wird maschinell mit einer geführten Säge
Verwahrung im Kappenbeton. unmittelbar oberhalb der vorhandenen Dichtungs-
schicht eingeschnitten, wobei der Schnitt waage-
3.2.1 Verwahrung oben recht oder leicht schräg geführt werden kann. Ver-
bleibende Betonreste werden von Hand entfernt.
Die Verwahrung des Abdichtungsstreifens aus
Flüssigkunststoff im Kappenbeton erfolgt in einer Zur Herstellung des keilförmigen Ausbruchs wird
hoch liegenden Nut. zuerst eine horizontale Nut eingeschnitten. Der
Ausbruch erfolgt von der Nut ausgehend durch
Die Grundierung ist auch in der Nut aufzubringen, Stemmen.
damit die Haftung der Dichtungsschicht aus Flüs-
sigkunststoff auf der Unterlage auch hier gleicher- Die vorhandene Dichtungsschicht unter der Kappe
maßen erreicht wird. muss unbeschädigt bleiben, um einen Überlap-
pungsstoß ausbilden zu können.
Um das Eindringen von Feuchtigkeit zwischen
Kappe und Dichtungsschicht aus Flüssigkunststoff Bei einer vorhandenen Kappenabdichtung aus
zu vermeiden, muss die Dichtungsschicht aus Asphaltmastix auf Trennschicht ist eine Ausfüh-
Flüssigkunststoff in der Verwahrung enden. Es ist rung mit hoch liegender Nut zu bevorzugen.
daher darauf zu achten, dass kein Material ober-
halb der Nut verbleibt.

Stand: 30.04.2010 Verkehrsblatt-Sammlung S 1056 Seite 2


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 2

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 7 Brückenbeläge

Abschnitt 2 Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus zweilagig


aufgebrachten Bitumendichtungsbahnen

Gilt auch für Beläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht aus einer Bitumenschweiß-
bahn (Teil 7 Abschnitt 1)

Hinweise für die Ausführung von Randanschlüssen der Abdichtung bei Beton-
brücken gemäß Richtzeichnungen Dicht 20 bis Dicht 25

Siehe die Hinweise zu den ZTV-ING Teil 7 Ab-


schnitt 1.

Stand: 30.04.2010 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 7 - Abschnitt 5

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen


Abteilung Straßenbau, Straßenverkehr

S 25/70.13.01/31 Va 03 Stand: 07.03.2003

Teil 7 Brückenbeläge
Abschnitt 5 Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl

Hinweise zur Anwendung


Es dürfen nur reaktionsharzgebundene Dünnbeläge
verwendet werden, die in der bei der Bundesanstalt
für Straßenwesen (BASt) geführten „Zusammen-
stellung der geprüften Dünnbeläge nach den ZTV-
RHD-ST für die Anwendung auf Bauwerken und Bau-
teilen der Bundesverkehrswege“ aufgeführt sind.
Bei der Beurteilung der Eignung der Baustoffe ist
auch ihre sachgerechte Entfernung und geregelte
Verwertung oder Entsorgung zu berücksichtigen.

Stand 03/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1050 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 8 - Abschnitt 4

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung


Abteilung Straßenbau

Stand: 30.04.2010

Teil 8 Bauwerksausstattung

Abschnitt 4 Absturzsicherung

Nr. 4 Fahrzeug-Rückhaltesysteme

Regelungen zum Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen auf Brücken und


Ingenieurbauten

Die folgenden Regelungen gelten für Schutzein- • Einsatzempfehlungen für Fahrzeug-Rückhalte-


richtungen (SE) und deren Übergangskonstruktio- systeme und
nen, die am Rand von Brücken und Ingenieurbau-
• Einsatzfreigabeverfahren für Fahrzeug-Rück-
ten und im Mittel- und Seitentrennstreifen auf Brü-
haltesysteme in Deutschland
cken vorgesehen sind.
Abweichend von Teil 8 Abschnitt 4 Nr. 1 Absatz (2) Für die Mindestabmessungen von Geländern gilt
gelten die DIN EN 1317 sowie die DIN-Fach- Tab. 8.4.1. Darüber hinaus gilt am Außenrand von
berichte 101 „Einwirkungen auf Brücken“, 102 „Be- Brücken bei Anordnung einer Schutzeinrichtung für
tonbrücken“, 103 „Stahlbrücken“, 104 „Stahlver- die Ermittlung der Höhe des Geländers einschließ-
bundbrücken“ und die Richtlinien für passiven lich Übersteigschutz:
Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rück-
haltesysteme (RPS). Für den Korrosionsschutz gilt hGel+Ü ≥ hSE + h – b – 0,05 ≥ hmin (I) 
Teil 4 Abschnitt 3. mit
Es sind die Anforderungen aus den RPS, dem hGel+Ü: mind. erforderliche Höhe des Geländers
Bauwerksentwurf und die jeweiligen produktspezi- einschließlich Übersteigschutz [m]
fischen Kenngrößen entsprechend der Einsatzfrei-
gabeliste (z.B. Horizontallastklasse A, B, C oder D hSE: Höhe der Schutzeinrichtung über OK Not-
nach DIN-Fachbericht 101, Vertikalkraft, Wir- gehweg [m]
kungsbereich usw.) zu berücksichtigen. Es dürfen
h: mind. erforderliche Geländerhöhe [m] am
nur Systeme verwendet werden, die in der Einsatz-
Brückenrand:
freigabeliste enthalten sind. Die Einsatzfreigabelis-
te wird von der Bundesanstalt für Straßenwesen bei Absturzhöhen < 12 m: 1,00 m
(BASt) geführt. Bis zur Veröffentlichung der Ein- bei Absturzhöhen ≥ 12 m: 1,10 m
satzfreigabeliste können nach DIN EN 1317 positiv
geprüfte Systeme auf Bauwerken einschließlich b: Abstand Hinterkante Schutzeinrichtung in
Kräftemessung und Kräfteauswertung verwendet Höhe OK SE – Vorderkante Geländer [m]
werden. Dabei sollte Folgendes beachtet werden hmin: Mindestgeländerhöhe nach Tab. 8.4.1
(www.bast.de):
Um die Höhe des Geländers zu begrenzen, sollten
• Liste der bei der BASt positiv geprüften Schutz- bei sonst gleicher Eignung möglichst niedrige
einrichtungen, Schutzeinrichtungen verwendet werden.
• Liste der bei der BASt positiv geprüften Über- Bei Anordnung von Schutzeinrichtungen der Auf-
gangskonstruktionen, haltestufe H2 auf Außenkappen sollte die Höhe
• Vollständige Prüfberichte (insbesondere wenn des Geländers maximal 1,20 m betragen.
die Anprallprüfung nicht von der BASt durchge-
hSE ≤ hGel – h + b + 0,05 (II)
führt wurde),
mit
• Vorläufige Einstufungsliste von Schutzeinrich-
tungen auf Bauwerken,

Stand 30.04.2010 Seite 1


Hinweise zu den ZTV-ING - Teil 8 - Abschnitt 4

hGel: gewählte Höhe des Geländers ≥ hmin


und ≤ 1,20 m
Bei Anordnung von Schutzeinrichtungen der Auf-
haltestufe H4b kann von der Höhenbegrenzung
des Geländers abgewichen werden und die erfor-
derliche Höhe des Geländers einschließlich Über-
steigschutz mit (I) ermittelt werden. Dies gilt auch
in begründeten Ausnahmefällen für H-2 Systeme,
wie z.B. bei beengten Verhältnissen mit geringer
Kappenbreite im Bestand.
Die Ausbildung des Übersteigschutzes erfolgt ge-
mäß Richtzeichnung Gel 16.
Die Regelbreite von Außenkappen beträgt mindes-
tens 2,05 m. Bei Straßenbrücken und anderen In-
genieurbauten mit einer Länge von ≥ 20 m zwi-
schen den Flügelenden ist der Handlauf von Ge-
ländern mit Drahtseil entsprechend den Anforde-
rungen in Teil 8 Abschnitt 4 Nr. 2 und Nr. 3 vorzu-
sehen.
Bei Neubauten ist eine Kappenanschlussbeweh-
rung von Ø14, a=20 cm vorzusehen. Die Mindest-
höhe der Kragplatte am Außenrand beträgt 25 cm.
Wird von diesen Regelungen abgewichen (z.B. bei
bestehenden Bauwerken) ist ein gesonderter stati-
scher Nachweis erforderlich.
Die Breite des Notgehwegs auf Außenkappen be-
trägt mindestens 75 cm, auf Mittelkappen und bei
Um- oder Ausbau bestehender Bauwerke ist eine
Verringerung unter Einhaltung einer Mindestbreite
von 50 cm möglich.
Bei der Befestigung von Schutzeinrichtungen auf
Beton ist zum Ausgleich von Unebenheiten eine
Ausgleichsschicht zwischen Betonoberfläche und
Ankerplatte aus Zementmörtel mit Kunststoffzusatz
(PCC) nach ZTV-ING Teil 3 Abschnitt 4, oder eine
wetterbeständige elastische Dichtungsplatte erfor-
derlich.

Stand: 30.04.2010 Seite 2


Reg.-Nr. 05.23 ARS 17/2006

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 17/2006


Sachgebiet 05.2: Brücken- und Ingenieurbau;
Grundlagen
Sachgebiet 16.2: Bauvertragsrecht und Verdingungswesen;
Vergabe- und Vertragsunterlagen

Bonn, den 7. Juli 2006


S 18/7192.70/11-514157
Oberste Straßenbaubehörden
der Länder
Dieses Allgemeine Rundschreiben
wurde mit ARS 13/2007 aufgehoben

nachrichtlich: (2) Das ARS 14/2003 vom 07. März 2003 mit der Be-
Bundesanstalt für Straßenwesen kanntgabe der ZTV-ING, Ausgabe März 2003, bleibt be-
züglich der grundlegenden Ausführungen zum Inhalt und
Bundesrechnungshof zur Handhabung weiterhin bestehen. Die „Übersicht über
den Stand der ZTV-ING“ (Anlage 1) und die „Liste der
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage 2) werden durch neue
-bau GmbH Blätter mit dem Stand 07. Juli 2006 ersetzt.
(3) Zeitgleich mit der aktualisierten Fassung der ZTV-ING,
Ausgabe Juli 2006, wird mit dem gesonderten ARS 16/
Betreff: Fortschreibung der Zusätzlichen 2006 der fortgeschriebene DIN-Fachbericht 100 „Beton“,
Technischen Vertragsbedingungen 2. Auflage, Ausgabe 2005, bekannt gegeben. Dieser wur-
und Richtlinien für Ingenieurbauten de bei der Aktualisierung der ZTV-ING, Ausgage Juli 2006,
berücksichtigt. Er wird durch die ZTV-ING teilweise er-
(ZTV-ING)
gänzt.

Bezug: a) Allgemeines Rundschreiben Straßenbau


Nr. 8/2003 vom 07.03.2003 B.
– S 25/38.55.00/25 Va 03 – (1) Die Aktualisierung der ZTV-ING betrifft folgende Ab-
b) Allgemeines Rundschreiben Straßenbau schnitte:
Nr. 14/2003 vom 07.03.2003
1-1 Allgemeines – Grundsätzliches
– S 25/70.13.01/31 Va 03 –
1-3 Allgemeines – Prüfungen während der Ausführung
3-1 Massivbau – Beton
Anlagen: 1. Übersicht über den Stand der ZTV-ING,
Ausgabe Juli 2006 3-2 Massivbau - Bauausführung
8-1 Bauwerksausstattung – Fahrbahnübergänge aus
2. Liste der Hinweise zu den ZTV-ING,
Stahl und aus Elastomer
Stand 07. Juli 2006
8-5 Bauwerksausstattung – Entwässerung
Hinweise zu den ZTV-ING
10-1 Anhang – Normen und sonstige Technische
Regelwerke
(2) Diese Abschnitte sind in der „Übersicht über den Stand
der ZTV-ING“ (Anlage 1) mit dem Stand 07/2006 angege-
A.
ben. Die neue Übersicht und die betreffenden Abschnitte
(1) Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen sind in den ZTV-ING auszutauschen.
und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING) wurden in
(3) Ebenso sind die neuen Hinweisblätter gemäß der „Li-
einigen Abschnitten aktualisiert. Mit den neuen Abschnit-
ste der Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage 2) den ent-
ten ersetzen die ZTV-ING als Ausgabe Juli 2006 die Aus-
sprechenden Abschnitten der ZTV-ING vorzuheften. Nicht
gabe März 2003, die mit ARS Nr. 14/2003 im Zuge der
mehr in der Liste aufgeführte Hinweisblätter entfallen und
Umstellung auf europäische Regelwerke im Geschäftsbe-
sind zu entfernen.
reich des Bundes eingeführt wurde.

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 07/06 1


ARS 17/2006 Reg.-Nr. 05.23

C.
(1) Soweit die „Hinweise zu den ZTV-ING“ vertrags-
rechtliche Bedeutung haben, sind entsprechende Text-
passagen in die Vergabeunterlagen aufzunehmen.

D.
(1) Ich bitte Sie, die ZTV-ING, Ausgabe Juli 2006, zusam-
men mit den „Hinweisen zu den ZTV-ING“ für den Ge-
schäftsbereich der Bundesfernstraßen einzuführen und
zukünftigen Bauverträgen zugrunde zu legen. Einen Ab-
druck Ihres Einführungsschreibens erbitte ich für meine
Akten. Im Interesse einer einheitlichen Regelung würde
ich es begrüßen, wenn für Bauvorhaben in Ihrem Zustän-
digkeitsbereich entsprechend verfahren wird.
(2) Bei laufenden Bauverträgen bleibt jeweils die dem
Bauvertrag zugrunde liegende Fassung der ZTV-ING maß-
gebend, soweit im Einzelfall nichts anderes vereinbart wird.
(3) Die Austauschblätter gemäß der „Übersicht über den
Stand der ZTV-ING“ (Anlage 1) und die Hinweisblätter
gemäß der „Liste der Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage
2) sind beim Verkehrsblatt-Verlag, Dortmund, zu bezie-
hen.
(4) Dieses Allgemeine Rundschreiben Straßenbau ist im
Verkehrsblatt, Heft 14/2006 vom 30.07.2006 veröffentlicht.
Bundesministerium für Verkehr
Bau und Stadtentwicklung
Im Auftrag

Claus-Dieter Stolle

2 Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 07/06


Reg.-Nr. 05.23 ARS 14/2003

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr. 14/2003

Sachgebiet 05.2: Brücken- und Ingenieurbau;


Grundlagen
Sachgebiet 16.2: Bauvertragsrecht und Verdingungswesen;
Vergabe- und Vertragsunterlagen

Bonn, den 7. März 2003


S 25/70.13.01/31 Va 03

Oberste Straßenbaubehörden
der Länder
A
(1) Mit meinem Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau
nachrichtlich: Nr. 8/2003 vom 07. März 2003 habe ich die Umstellung
auf europäische Regelungen im Brücken- und Ingenieur-
Bundesanstalt für Straßenwesen
bau bekannt gegeben.
Bundesrechnungshof (2) In den „Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingun-
gen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING)“ sollen
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und alle bisherigen ZTV als Loseblatt-Sammlung zusammen-
-bau GmbH gefasst werden. (Anhang 1)
(3) Die ZTV-ING wurden auf Beschluss des Bund/Länder-
Hauptausschusses Brücken- und Ingenieurbau im Unter-
Betreff: Zusätzliche Technische Vertrags- ausschuss Baudurchführung erarbeitet und unter Mitwir-
bedingungen und Richtlinien für kung der ZTV-ING-Geschäftsstelle der Bundesanstalt für
Ingenieurbauten (ZTV-ING), Straßenwesen (BASt) zusammengestellt.
Ausgabe März 2003 (4) Die einzelnen Abschnitte der ZTV-ING wurden von
Arbeitsgruppen erstellt, denen Vertreter der Straßenbau-
Bezug: Meine Allgemeinen Rundschreiben Straßen- verwaltungen der Länder, der Bundesanstalt für Straßen-
bau (ARS): wesen (BASt) und weiterer Verwaltungen sowie der Berei-
che Planung, Bauausführung und Forschung angehören.
a) Nr. 8/2003 vom 7. März 2003
Dabei wurden sowohl die technischen Entwicklungen und
– S 25/38.55.00/25 Va 03
Erfahrungen aus der Bau- und Prüfpraxis berücksichtigt
b) Nr. 14/2001 vom 5. März 2001 wie auch die Stellungnahmen von Straßenbauverwaltungen
– S 25/38.54.01-00/17 Va 01 und Fachöffentlichkeit behandelt.
c) Nr. 14/1999 vom 17. Juni 1999 (5) Teil 7, Abschnitte 1 bis 5 und Teil 8, Abschnitt 2 wer-
– S 25/38.54.01-00/62 Va 99
den von Arbeitskreisen der Forschungsgesellschaft für
d) Nr. 27/1995 vom 19. September 1995 Straßen- und Verkehrswesen e.V. (FGSV) bearbeitet und
– StB 25/38.55.01-00/110 Va 95 mit Erlaubnis der FGSV in die ZTV-ING einbezogen. Alle
anderen Abschnitte werden von Arbeitsgruppen der BASt
bearbeitet.
Anhang: 1. Zuordnung der bisherigen ZTV zu den
ZTV-ING, Ausgabe März 2003 (6) Die einzelnen Abschnitte der ZTV-ING enthalten so-
wohl vertragliche Regelungen für die Lieferung, Prüfung,
2. Handhabung der ZTV-ING bei der Einfüh-
Bauausführung, Abnahme und Abrechnung wie auch Richt-
rung, Ergänzung und Fortschreibung
linien für die Planung, Ausschreibung, Bauvorbereitung,
Baudurchführung und Bauüberwachung.
Anlagen: 1. Übersicht über den Stand der ZTV-ING
(7) Die Technischen Lieferbedingungen und Technischen
2. Liste der Hinweise zu den ZTV-ING Prüfvorschriften für Ingenieurbauten (TL/TP) werden in ei-
Hinweise zu den ZTV-ING nem gesonderten Ordner als TL/TP-ING zusammengefasst.

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/03 1


ARS 14/2003 Reg.-Nr. 05.23

(8) Die ZTV-ING sind im Wesentlichen eine Zusammen- (2) Ich bitte Sie, die ZTV-ING, Ausgabe März 2003, zu-
fassung der bisherigen ZTV mit Neugliederung und An- sammen mit den Anlagen 1 und 2 sowie den „Hinweisen
passung an die europäischen Regelungen für Berechnung zu den ZTV-ING“ unter Beachtung der in meinem Allge-
und Bemessung nach den DIN-Fachberichten 101 bis 104 meinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 8/2003 vom 7. März
und Anpassung an europäische Bauproduktnormen. Für 2003 bekannt gegebenen Stichtagregelung und den Hin-
die ursprünglichen ZTV sind die Verpflichtungen aus den weisen zur Fortführung der Erfahrungssammlung für den
jeweils gültigen EG-Informationsrichtlinien des Europäi- Geschäftsbereich der Bundesfernstraßen einzuführen. Ei-
schen Parlaments und des Rates über ein Informations- nen Abdruck Ihres Einführungsschreibens erbitte ich für
verfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen meine Akten. Im Interesse einer einheitlichen Regelung
Vertragsbedingungen mit deren Einführung bereits beach- würde ich es begrüßen, wenn für Bauvorhaben in Ihrem
tet worden. Zuständigkeitsbereich entsprechend verfahren wird.
(3) Die ZTV-ING sind beim Verkehrsblatt-Verlag, Dort-
B
mund, zu beziehen.
(1) Die ZTV-ING werden als Loseblattsammlung geführt.
(4) Dieses Allgemeine Rundschreiben Straßenbau ist im
Sie bestehen aus 10 Teilen, die z.Zt. in insgesamt 42
Verkehrsblatt, Heft 6/2003 vom 31. März 2003, veröffent-
Abschnitte unterteilt sind. Im Teil 1 sind die allgemein gül-
licht.
tigen Regelungen, wie z.B. Öffnungsklausel, Qualitätssi-
cherung, zusammen gefasst. In Teil 10 werden alle mit- Bundesministerium für Verkehr,
geltenden Regelwerke aufgeführt. Bau- und Wohnungswesen
Im Auftrag
(2) Jedes Blatt der ZTV-ING ist mit Monat und Jahr der
Ausgabe versehen. Hahn
(3) Der aktuelle Stand der ZTV-ING wird jeweils durch die
„Übersicht über den Stand der ZTV-ING“ (Anlage 1) doku-
mentiert. Diese Übersicht wird bei jeder Fortschreibung
der ZTV-ING aktualisiert.
(4) Zu einzelnen Abschnitten der ZTV-ING wurden ergän-
zende „Hinweise zu den ZTV-ING“ erarbeitet. Diese sind
in der „Liste der Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage 2)
zusammengestellt und werden jeweils bei Änderungen und
Fortschreibungen durch ARS aktualisiert.
(5) Die als Anlage 2 beigefügte „Liste der Hinweise zu
den ZTV-ING“ sowie die beigefügten „Hinweise zu den
ZTV-ING“ bleiben Bestandteil des ARS, sind aber den ein-
zelnen Abschnitten der ZTV-ING vorzuheften.
(6) Die Handhabung der ZTV-ING und der zugehörigen
„Hinweise zu den ZTV-ING“ bei künftigen Änderungen oder
Fortschreibungen ist in Anhang 2 näher erläutert.

C
Zur Anwendung der ZTV-ING weise ich auf folgende Punkte
hin:
(1) Die jeweils geltende Ausgabe der ZTV-ING ergibt sich
aus dem Ausgabedatum der „Übersicht über den Stand
der ZTV-ING“ (Anlage 1). Diese Übersicht ist Bestandteil
der ZTV-ING und dort als Vorblatt abzuheften. Die ZTV-
ING sind immer unter Nennung des Ausgabedatums der
„Übersicht über den Stand der ZTV-ING“ in die Vergabe-
unterlagen aufzunehmen.
(2) Soweit die „Hinweise zu den ZTV-ING“ vertragsrecht-
liche Bedeutung haben, sind entsprechende Textpassagen
in die Vergabeunterlagen aufzunehmen.

D
(1) Die folgenden Allgemeinen Rundschreiben Straßen-
bau sind mit der Umstellung der Regelwerke überholt und
werden mit Stichtag 1. Mai 2003 aufgehoben: ARS Nr. 14/
2001, ARS Nr. 14/1999 und ARS Nr. 27/1995.

2 Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/03


Reg.-Nr. 05.23 ARS 14/2003

Anhang 1 zum Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 14/2003 vom 7. März 2003

Zuordnung der bisherigen ZTV zu den ZTV-ING, Ausgabe März 2003:


ZTV-ING Herkunft, Verweis
Teil Abschnitt
1 Grundsätzliches
1 Geltungsbereich bisher ZTV-K 0 Allgemeines
2 Güteüberwachung bisher ZTV-K 14 Überwachung, weitere Abschnitte
3 Abrechnung
4 Abnahme und Mängelansprüche bisher ZTV-K 15 Gewährleistung
2 Technische Bearbeitung
bisher ZTV-K 1.1 Allgemeines
1.2 Prüf- und Genehmigungsverfahren
1 Ausführungsunterlagen
1.3 Standsicherheitsnachweise
1.4 Ausführungszeichnungen
1 Allgemeines
2 Vermessung bisher ZTV-K 1.6 Vermessung
3 Gradiente und Ebenflächigkeit bisher ZTV-K 13 Gradientengenauigkeit u. Ebenflächigkeit
4 Bestandsunterlagen bisher ZTV-K 1.5 Bestandsunterlagen, ARS 21/93 und ARS 17/99
3 Prüfungen während der Ausführung
1 Allgemeines
2 Bestimmung der äußeren Bedingungen bisher ZTV-BEL-B, ZTV-SIB, ZTV-RISS
3 Bestimmung der Abreißfestigkeit bisher ZTV-SIB, Anhang 2
4 Bestimmung der Rautiefe bisher ZTV-SIB, Anhang 4
Anhang A Taupunkttabelle bisher ZTV-SIB, Anhang 10
1 Baugruben bisher ZTV-K 2 Baugruben
2 Grundbau 2 Gründungen bisher ZTV-K 5 Gründungen
3 Wasserhaltung bisher ZTV-K 3 Wasserhaltung
1 Beton bisher ZTV-K 6 Beton, Stahlbeton und Spannbeton.
2 Bauausführung
3 Bauwerksfugen bisher ZTV-K 11.2 Bauwerksfugen
3 Massivbau
4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen bisher ZTV-SIB
5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen bisher ZTV-RISS
6 Mauerwerk bisher ZTV-K 7 Mauerwerk
Stahlbau, 1 Stahlbau bisher ZTV-K 8 Stahlbau
Stahl- 2 Stahlverbundbau
4
verbund- 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten bis auf Weiteres gelten die ZTV-KOR-Stahlbauten
bau 4 Korrosionsschutz von Seilen und Kabeln bis auf Weiteres gelten die RKS Seile
1 Geschlossene Bauweise bisher ZTV-Tunnel, Teil 1
2 Offene Bauweise bisher ZTV-Tunnel, Teil 2
5 Tunnelbau 3 Maschinelle Vortriebsverfahren
4 Ausstattung bis auf Weiteres gelten die RABT
5 Abdichtung
1 Traggerüste bisher ZTV-K 12.1 Traggerüste
Bau-
6 2 Taktschiebeverfahren bisher ZTV-K 12.2 Taktschiebeverfahren
verfahren
3 Schutzeinrichtungen gegen Witterungseinflüsse bisher ZTV-SIB, Anhang 7
Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
1 bisher ZTV-BEL-B, Teil 1
aus einer Bitumen-Schweißbahn
Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
2 bis auf Weiteres gelten die ZTV-BEL-B, Teil 2
Brücken- aus zweilagig aufgebrachten Bitumendichtungsbahnen
7 Brückenbeläge auf Beton mit einer Dichtungsschicht
beläge 3
aus Flüssigkunststoff
bis auf Weiteres gelten die ZTV-BEL-B, Teil 3
4 Brückenbeläge auf Stahl mit einem Dichtungssystem bis auf Weiteres gelten die ZTV-BEL-ST
5 Reaktionsharzgebundene Dünnbeläge auf Stahl bisher ZTV-RHD-ST
1 Fahrbahnübergänge aus Stahl und aus Elastomer bisher ZTV-K 9.3 Übergänge
2 Fahrbahnübergänge aus Asphalt bisher ZTV-BEL-FÜ
Bauwerks- 3 Lager und Gelenke bisher ZTV-K 9.1 Lager, 9.2 Gelenke
8
ausstattung 4 Absturzsicherungen bisher ZTV-K 9.4 Geländer
5 Entwässerungen bisher ZTV-K 4 Entwässerungen
6 Befestigungseinrichtungen bisher ZTV-K 9.5 Tragende Befestigungsmittel im Beton
1 Verkehrszeichenbrücken bisher ZTV-VZB
2 Lärmschutzwände bis auf Weiteres gelten die ZTV-Lsw
3 Holzbrücken
9 Bauwerke bis auf Weiteres gelten die Bedingungen für die Anwendung von
4 Wellstahlrohre
Wellstahlrohren.
bis auf Weiteres gilt das Merkblatt für den Entwurf und die Her-
5 Raumgitterwände und -wälle
stellung von Raumgitterwänden und -wällen
6 Bewegliche Brücken
10 Anhang 1 Normen und sonstige Technische Regelwerke Anhang

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/03 1


Reg.-Nr. 05.23 ARS 14/2003

Anhang 2 zum Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 14/2003 vom 7. März 2003

Handhabung der ZTV-ING bei der Einführung, Ergänzung und Fortschreibung:

(1) Das jeweilige Allgemeine Rundschreiben Straßenbau wird in den Ordner „Allgemeine Rundschreiben Straßenbau
(ARS)“ (grauer Ordner) eingeordnet.
(2) Die „Übersicht über den Stand der ZTV-ING“ (Anlage 1) wird in den Ordner „ZTV-ING“ einsortiert. Sie ist Bestandteil
der ZTV-ING.
(3) Die „Liste der Hinweise zu den ZTV-ING“ (Anlage 2) und die „Hinweise zu den ZTV-ING“ werden ebenfalls in den
Ordner „ZTV-ING“ einsortiert. Sie werden aber nicht Bestandteil der ZTV-ING und sind deshalb farblich grün abgehoben.
Sie werden somit auch nicht Vertragsbestandteil.
(4) Soweit die „Hinweise zu den ZTV-ING“ ergänzende vertragliche Regelungen enthalten, sind entsprechende Text-
passagen in die Vergabeunterlagen aufzunehmen.
(5) Die Handhabung der ZTV-ING bei Änderungen oder Ergänzungen durch weitere „Hinweise zu den ZTV-ING“ bzw. bei
der Fortschreibung der ZTV-ING sind den nachfolgenden Darstellungen zu entnehmen.

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/03 1


Reg.-Nr. 05.23 ARS 14/2003

zu Anhang 2 zum Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 14/2003 vom 7. März 2003

Einführung der ZTV-ING mit ARS:

07.03.2003 Einsortierung in die ZTV-ING


07.03.2003

ARS 14/2003 07.03.2003

Einführung Übersicht
der über den
Stand der Liste
ZTV-ING Hinweise
ZTV-ING der Hinweise
zu den zu den
ZTV-ING ZTV-ING

Teil 1
Abschnitt 1
Anlage 1 zum ARS 14/2003

Anlage 2 zum ARS 14/2003


ZTV-ING Teil 1 Abschnitt 1
Die Einführung der ZTV-ING erfolgt mit ARS 14/2003. ZTV-ING Teil 1 Abschnitt 2
Dieses ARS enthält neben der formalen Bekanntmachung ZTV-ING Teil 1 Abschnitt 3
Anmerkungen zu Inhalt und Handhabung sowie als Anlagen:
- die Übersicht über den Stand der ZTV-ING, ZTV-ING Teil n Abschnitt x
- die Liste der Hinweise zu den ZTV-ING sowie
- Hinweise zu den ZTV-ING.

1. Änderungen oder Ergänzungen


durch weitere „Hinweise zu den ZTV-ING“ mit ARS

xx.09.2003 Das ARS 14/2003 bleibt bestehen

ARS X/2003
xx.09.2003
Änderungen
oder Ergänzungen Übersicht
durch Hinweise über den
zu den ZTV-ING Stand der Liste
ZTV-ING der Hinweise Hinweise
ZTV-ING Teil 2 Abschnitt 1 zu den zu den
ZTV-ING Teil 3 Abschnitt 3 ZTV-ING ZTV-ING
(unverändert)
ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 2
Teil 2
Abschnitt 1

Anlage zum ARS X/2003


ZTV-ING Teil 2 Abschnitt 1
Die 1. Änderungen oder Ergänzungen durch weitere ZTV-ING Teil 3 Abschnitt 3
„Hinweise zu den ZTV-ING“ erfolgen mit ARS X/2003. ZTV-ING Teil n Abschnitt x
Dieses ARS enthält neben der formalen Bekanntmachung
der Ergänzungen oder Änderungen als Anlagen:
- die aktualisierte Liste der Hinweise zu den ZTV-ING sowie
- die neuen Hinweise zu den ZTV-ING.
Die Übersicht über den Stand der ZTV-ING bleibt unverändert.

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/03 1


Reg.-Nr. 05.23 ARS 14/2003

Weitere Änderungen oder Ergänzungen


durch „Hinweise zu den ZTV-ING“ mit ARS

yy.12.2003 Das ARS 14/2003 bleibt bestehen

ARS Y/2003
yy.12.2003
Änderungen Übersicht
oder Ergänzungen über den
durch Hinweise Stand der
zu den ZTV-ING ZTV-ING Liste
der Hinweise Hinweise
ZTV-ING Teil 2 Abschnitt 3 zu den zu den
ZTV-ING Teil 4 Abschnitt 3
(unverändert) ZTV-ING ZTV-ING
ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 2
Teil 2
Abschnitt 3
ARS X/2003
wird ersetzt Anlage zum ARS Y/2003
ZTV-ING Teil 2 Abschnitt 3
Weitere Änderungen oder Ergänzungen durch ZTV-ING Teil 4 Abschnitt 3
„Hinweise zu den ZTV-ING“ erfolgen jeweils durch ein ZTV-ING Teil n Abschnitt x
neues ARS als Ersatz des letzten ARS zu den ZTV-ING.
Dieses ARS enthält neben der formalen Bekanntmachung der Ergänzungen oder Änderungen als
Anlagen wieder:
- die aktualisierte Liste der Hinweise zu den ZTV-ING sowie
- die neuen Hinweise zu den ZTV-ING.
Die Übersicht über den Stand der ZTV-ING bleibt unverändert.

Fortschreibung der ZTV-ING mit ARS:

zz.01.2004 Das ARS 14/2003 bleibt bestehen


zz.01.2004
ARS Z/2004
zz.01.2004
Fortschreibung Übersicht
der ZTV-ING über den
Stand der
ZTV-ING Liste
der Hinweise Hinweise
zu den zu den
ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 3 ZTV-ING ZTV-ING
ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 4
(aktualisiert) Teil 5
Anlage 1 zum ARS Z/2004 Abschnitt 3
ARS Y/2003
wird ersetzt Anlage 2 zum ARS Z/2004
ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 3
Auch bei einer Fortschreibung der ZTV-ING ZTV-ING Teil 5 Abschnitt 4
bleibt das ARS 14/2003 grundsätzlich weiterhin gültig. ZTV-ING Teil n Abschnitt x
Mit Ersatz des ARS Y/2003 durch das neue ARS Z/2004
wird aber jetzt auch die Übersicht über den Stand der ZTV-ING aktualisiert.
Dieses ARS enthält neben der formalen Bekanntmachung der Fortschreibung der ZTV-ING
(bzw. einzelner, ggf auch neuer Abschnitte der ZTV-ING ) als Anlagen wieder:
- die aktualisierte Übersicht über den Stand der ZTV-ING,
- die aktualisierte Liste der Hinweise zu den ZTV-ING und
- die neuen Hinweise zu den ZTV-ING.
Damit gibt es zu den gesamten ZTV-ING grundsätzlich nur 2 parallel geltende ARS !
1. das ARS 14/2003 vom 07.03.2003 zur Einführung und allgemeinen Handhabung sowie
2. das jeweils letzte ARS xx/200x mit den letzten Ergänzungen oder Änderungen. 2

Verkehrsblatt-Dokument Nr. S 1050 - Vers. 03/03 2


3
Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 1 Grundsätzliches

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 1
Allgemeines

Abschnitt 1
Grundsätzliches

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 1 Grundsätzliches

Inhalt Seite

1 Geltungsbereich ....................................... 3
2 Qualitätssicherung .................................. 3
2.1 Grundsätze ................................................ 3
2.2 Überwachung der Baustoffe, Baustoff-
systeme und Bauteile................................. 3
2.2.1 Allgemeines ............................................... 3
2.2.2 Grundprüfung, Eignungsprüfung bzw.
Erstprüfung ................................................ 3
2.2.3 Übereinstimmungsnachweis ...................... 4
2.3 Überwachung der Ausführung und
Prüfung der fertigen Leistung .................... 4
2.3.1 Allgemeines ............................................... 4
2.3.2 Eigenüberwachung .................................... 4
2.3.3 Fremdüberwachung ................................... 4
2.3.4 Kontrollprüfungen ...................................... 5
2.3.5 Zusätzliche Kontrollprüfungen ................... 5
2.3.6 Schiedsuntersuchungen ............................ 5
2.4 Überwachungs- und Zutrittsrechte ............. 5
3 Ausführung ............................................... 6
4 Abrechnung .............................................. 6
5 Abnahme und Mängelansprüche ........... 6
5.1 Abnahme.................................................... 6
5.2 Mängelansprüche ...................................... 6

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 1 Grundsätzliches

1 Geltungsbereich (3) Die bei der Qualitätssicherung durchzuführenden


Prüfungen werden unterschieden nach
(1) Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingun-
a) Grundprüfung, Eignungsprüfung bzw. Erstprüfung
gen und Richtlinien für Ingenieurbauten (ZTV-ING)
gelten für den Bau und die Erhaltung von Inge- b) Prüfungen für den Übereinstimmungsnachweis
nieurbauwerken nach DIN 1076, jedoch nicht für für Baustoffe, Baustoffsysteme und Bauteile
Wasserbauwerke wie z.B. Schleusen, Hebewerke, – als werkseigene Produktionskontrolle (WPK),
Wehre und Düker. Sie sind darauf abgestellt, dass
– als Fremdüberwachung,
die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistun-
gen Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingun- c) Prüfungen für die Überwachung der Ausführung
gen für Bauleistungen Bestandteil des Bauvertrages und der fertigen Leistung
sind. – als Eigenüberwachung,
(2) Die mit rechtem Randstrich gekennzeichneten – als Fremdüberwachung,
Absätze sind Zusätzliche Technische Vertragsbedin-
d) Kontrollprüfungen.
gungen im Sinne von § 1 Nr. 2.d) VOB/B-DIN 1961,
wenn die ZTV-ING Bestandteile des Bauvertrages (4) Die Prüfungen umfassen
sind. – die Probenahmen und Kennzeichnung,
(3) Die im Text kursiv gedruckten und nicht mit rech- – das Schließen der Probenahmestellen,
tem Randstrich gekennzeichneten Absätze sind – das Lagern der Proben,
Richtlinien. Sie sind vom Auftraggeber bei der Auf-
– das versandfertige Verpacken der Proben,
stellung der Leistungsbeschreibung sowie bei der
Überwachung und Abnahme der Bauleistungen zu – den Transport der Proben zur Prüfstelle,
beachten. – das Vorhalten der Prüfgeräte einschließlich Zu-
(4) Die in den ZTV-ING genannten Normen und son- behör und Hilfsmittel,
stigen Technischen Regelwerke sind im Teil 10 Ab- – das Durchführen der Prüfung,
schnitt 1 zusammengestellt. – das Abfassen des Prüfberichtes bzw. des Grund-
(5) Der Teil 1 Allgemeines gilt für alle nach den ZTV- prüfberichtes,
ING ausgeschriebenen Baumaßnahmen. Er wird je – das Lagern der Rückstellproben,
nach Art der Baumaßnahme ergänzt durch die Ver- – das umweltgerechte Entsorgen des Proben-
tragsbedingungen in den jeweiligen Abschnitten der materials.
Teile 2 bis 9. Abweichende Regelungen in den Tei-
len 2 bis 9 haben Vorrang. (5) Die Prüfstellen und Überwachungsstellen müs-
(6) Produkte aus anderen Mitgliedstaaten der Euro- sen anerkannt sein.
päischen Union oder der Türkei oder Ursprungswa- (6) Soweit nachfolgend nicht anders geregelt, wer-
ren aus anderen Vertragsstaaten des Abkommens den die Kosten für die Qualitätssicherung nicht ge-
über den Europäischen Wirtschaftsraum, die diesem sondert vergütet.
Regelwerk nicht entsprechen, werden einschließlich
der im Herstellerstaat durchgeführten Prüfungen und
Überwachungen als gleichwertig behandelt, wenn mit 2.2 Überwachung der Baustoffe,
ihnen das geforderte Schutzniveau – Sicherheit, Ge- Baustoffsysteme und Bauteile
sundheit und Gebrauchstauglichkeit – gleicherma-
ßen dauerhaft erreicht wird. 2.2.1 Allgemeines
Die Qualitätssicherug der Baustoffe, Baustoffsysteme
2 Qualitätssicherung und Bauteile erfolgt durch eine Grundprüfung, Eig-
nungsprüfung bzw. Erstprüfung und einen Überein-
2.1 Grundsätze stimmungsnachweis nach Maßgabe der DIN
18200.
(1) Das Einhalten der festgelegten Anforderungen
an die Herstellung und Verarbeitung von Baustof-
2.2.2 Grundprüfung, Eignungsprüfung bzw.
fen, Baustoffsystemen und Bauteilen und an die fer-
Erstprüfung
tige Leistung ist zu überwachen.
(2) Die nachfolgenden Regelungen können in den (1) Grundprüfungen dienen zum Nachweis der
jeweiligen Abschnitten der Teile 2 bis 9, z.B. aufgrund grundsätzlichen Eignung der Baustoffe, Baustoff-
der Bestimmungen zur Umsetzung harmonisierter systeme und Bauteile für den vorgesehenen Verwen-
technischer Spezifikationen, eingeschränkt oder ge- dungszweck. Art und Umfang der Grundprüfungen
ändert sein. und die Anforderungen an die Beschaffenheit und
Eigenschaften der Baustoffe, Baustoffsysteme und

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 1 Grundsätzliches

Bauteile sind in den jeweiligen Technischen Liefer- die fertige Leistung den vertraglichen Anforderun-
bedingungen (TL) festgelegt. Die Prüfungen sind gen entsprechen.
nach den jeweiligen Technischen Prüfvorschriften b) Die Fremdüberwachung dient dazu festzustellen,
(TP) durchzuführen. ob die personellen und ausstattungsmäßigen
(2) Eignungsprüfungen bzw. Erstprüfungen dienen Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße
zum Nachweis der Eignung der Baustoffe, Baustoff- Eigenüberwachung gegeben sind und ob die fer-
systeme und Bauteile für den vorgesehenen Verwen- tige Leistung den vertraglichen Anforderungen
dungszweck entsprechend den vertraglichen Anfor- entspricht.
derungen. Der Nachweis der Eignung ist rechtzeitig (3) Der Auftragnehmer hat der Überwachungsstelle
vor Beginn der Arbeiten zu erbringen. rechtzeitig die Ausführungszeiten anzuzeigen und
(3) Soweit in den einzelnen Abschnitten nicht anders dies dem Auftraggeber nachzuweisen.
geregelt, ersetzen die Grundprüfungen gemäß den
TL die Eignungsprüfungen. 2.3.2 Eigenüberwachung
(4) Der Prüfbericht ist auf Verlangen vorzulegen.
(1) Art, Umfang und Häufigkeit der Eigenüber-
wachung sind in den jeweiligen Abschnitten der Tei-
2.2.3 Übereinstimmungsnachweis le 2 bis 9 geregelt.
(1) Der Übereinstimmungsnachweis besteht aus ei- (2) Vor Beginn der Bauausführung ist das ausfüh-
ner WPK und einer regelmäßigen Fremdüber- rende und das überwachende Fachpersonal in die
wachung einschließlich einer Erstüberwachung. Ausführungsunterlagen einzuweisen.
a) Die WPK dient dazu festzustellen, ob die Eigen- (3) Während der Bauausführung sind die Aufzeich-
schaften der Baustoffe, Baustoffsysteme oder nungen und Auswertungen auf der Baustelle vorzu-
Bauteile den vertraglichen Anforderungen ent- halten. Sie sind der Überwachungsstelle und auf
sprechen. Verlangen auch dem Auftraggeber vorzulegen. Die
b) Die Fremdüberwachung dient der Feststellung, im Teil 1 Abschnitt 3 sowie in den jeweiligen Abschnit-
ob die personellen und ausstattungsmäßigen Vor- ten der Teile 2 bis 9 dafür vorgesehenen Formblätter
aussetzungen für eine ständige ordnungsgemä- sind zu verwenden.
ße Herstellung und eine entsprechende WPK ge- (4) Vor Abnahme der Baumaßnahme sind die Auf-
geben sind und ob die Bauprodukte den an sie zeichnungen der Eigenüberwachung und die Liefer-
gestellten Anforderungen genügen. scheine dem Auftraggeber zu übergeben. Zu den
(2) Die Übereinstimmung der Baustoffe, Baustoff- Aufzeichnungen gehören die Bautagesberichte, Prüf-
systeme und Bauteile mit den jeweiligen Technischen protokolle und Eigenüberwachungsberichte. Die
Spezifikationen ist für jedes Herstellwerk mit einem Aufzeichnungen müssen mindestens folgende An-
Übereinstimmungszertifikat zu bestätigen. gaben enthalten:
– Lieferwerk und Lieferschein,
(3) Art und Umfang der WPK und der Fremdüber-
wachung und die Anforderungen an die Baustoffe – Bezeichnung der Baustoffe,
sind in den zugehörigen Technischen Spezifikatio- – Übereinstimmungszeichen,
nen (z.B. Normen, Technische Lieferbedingungen) – Chargennummer und Zuordnung zur Einbaufläche,
festgelegt.
– Vergleich von Art und Menge der bestellten und
gelieferten Baustoffe,
2.3 Überwachung der Ausführung – Herstellungsdatum, Bezeichnung und Bauteilzu-
und Prüfung der fertigen Leistung ordnung der Probekörper bzw. der Rückstell-
proben sowie der zugehörigen Prüfergebnisse,
2.3.1 Allgemeines – Zeitabschnitte der einzelnen Arbeiten ,
(1) Das Einhalten der vereinbarten Anforderungen – äußere Bedingungen, z.B. Klimadaten,
an die Ausführung und an die fertige Leistung ist zu – besondere Vorkommnisse,
überwachen.
– Art und Datum der Prüfungen sowie Ergebnisse
(2) Die Überwachung der Ausführung besteht aus und Vergleich mit den Anforderungen,
der Eigenüberwachung und – soweit in den jeweili-
– ggf. Art und Dauer der Nachbehandlung,
gen Abschnitten der Teile 2 bis 9 vorgeschrieben –
der Fremdüberwachung. – Name und Unterschrift des für die Eigenüber-
wachung Verantwortlichen.
a) Prüfungen bei der Eigenüberwachung dienen
dazu festzustellen, ob die Lagerung und Verar-
beitung der Baustoffe und Baustoffsysteme und

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 1 Grundsätzliches

2.3.3 Fremdüberwachung (3) Sollen die Probenahmen, die versandfertige Ver-


packung der Proben und das Schließen der Pro-
(1) Soweit eine Fremdüberwachung der Ausführung
benahmestellen vom Auftragnehmer hilfsweise
vorgesehen ist, hat diese durch hierfür anerkannte
durchgeführt werden, sind für diese Leistungen ge-
Überwachungs- bzw. Güteschutzgemeinschaften
sonderte Positionen im Leistungsverzeichnis vorzu-
oder Überwachungsstellen zu erfolgen.
sehen. Den Versand der Proben und die Prüfungen
(2) Der Auftragnehmer hat mit einer anerkannten veranlasst der Auftraggeber.
Überwachungs- bzw. Güteschutzgemeinschaft oder
(4) Die Kontrollprüfungen sind in den jeweiligen Ab-
einer Überwachungsstelle einen Überwachungs-
schnitten der Teile 2 bis 9 angegeben.
vertrag abzuschließen. Das Recht des Auftraggebers
auf Einsicht in bzw. Auskunft über sämtliche Unter- (5) Die Kosten der Kontrollprüfungen trägt der Auf-
lagen ist sicherzustellen. Der Überwachungsvertrag traggeber.
ist dem Auftraggeber auf Verlangen vorzulegen.
(3) Die Bestätigung der Baustellenmeldung durch 2.3.5 Zusätzliche Kontrollprüfungen
den Fremdüberwacher ist dem Auftraggeber nach (1) Der Auftragnehmer darf zusätzliche Kontroll-
Auftragserteilung unverzüglich zu übergeben. prüfungen verlangen, wenn er vermutet, dass das
(4) Jede Baustelle ist mindestens einmal zu über- Ergebnis einer Kontrollprüfung nicht kennzeichnend
wachen. für die zugeordnete Leistung ist. Die Orte für die Ent-
(5) Bei länger andauernden Baustellen sind weitere nahme und die zuzuordnenden Teilleistungen bestim-
Überprüfungen in angemessenen Zeitabständen men Auftragnehmer und Auftraggeber gemeinsam.
durchzuführen. Die Häufigkeit ist in der Leistungs- (2) Das Recht des Auftraggebers, nach eigenem
beschreibung vorzusehen. Ermessen weitere Kontrollprüfungen durchzuführen,
(6) Der Überwachungsbericht muss mindestens fol- bleibt unberührt.
gende Angaben enthalten: (3) Für die Abnahme und die Berechnung eventuel-
– Bezeichnung von Baustelle, Auftragnehmer, ler Abzüge sind die Ergebnisse der zusätzlichen Kon-
Eigenüberwachungsstelle und anerkannter Über- trollprüfungen für die ihnen zugeordneten Teilleistun-
wachungsstelle, gen maßgebend.

– Kurzbeschreibung der Baumaßnahme, (4) Die Kosten für die verlangten zusätzlichen Kon-
trollprüfungen trägt der Auftragnehmer.
– Ergebnisse der Baustellenprüfung(en).
(7) Der Überwachungsbericht ist dem Auftraggeber 2.3.6 Schiedsuntersuchungen
unverzüglich zu übergeben.
(1) Eine Schiedsuntersuchung ist die Wiederholung
(8) Auf der Baustelle ist ein Kennzeichnungsschild einer Kontrollprüfung, an deren sachgerechter Durch-
deutlich sichtbar anzubringen, das auf die Überwa- führung begründete Zweifel des Auftraggebers oder
chung hinweist. Es muss mindestens folgende An- des Auftragnehmers (z.B. aufgrund eigener Unter-
gaben enthalten: suchungen) bestehen. Sie ist auf Antrag eines Ver-
– „Überwacht nach den ZTV-ING“, tragspartners durch eine anerkannte Prüfstelle vor-
– Zeichen und Anschrift der anerkannten Überwa- zunehmen, die nicht die Kontrollprüfung durchgeführt
chungsstelle. hat. Ihr Ergebnis tritt an die Stelle des ursprüngli-
chen Prüfungsergebnisses.

2.3.4 Kontrollprüfungen (2) Die Kosten der Schiedsuntersuchung zuzüglich


aller Nebenkosten trägt derjenige, zu dessen Ungun-
(1) Kontrollprüfungen werden vom Auftraggeber ver- sten das Ergebnis ausfällt.
anlasst, um festzustellen, ob die Eigenschaften der
Baustoffe, Baustoffsysteme und der fertigen Leistung
den vereinbarten Anforderungen entsprechen. Ihre 2.4 Überwachungs- und Zutritts-
Ergebnisse werden der Abnahme und der Abrech- rechte
nung zugrunde gelegt. Der Auftraggeber darf Rück-
stellproben nehmen. (1) Die Überwachungs- und Zutrittsrechte des Auf-
traggebers gemäß § 4 Nr. 1.(2) VOB/B erstrecken
(2) Die Probenahmen sowie die Prüfungen, die auf
der Baustelle erfolgen, werden in Anwesenheit des sich auch auf Betriebsstätten der Nachunternehmer
Auftragnehmers durchgeführt. Sie finden auch in Ab- und auf Herstell- bzw. Lieferwerke (z.B. Fertigteile,
wesenheit des Auftragnehmers statt, wenn dieser den Stahlbauteile). Der Auftragnehmer hat mit den Nach-
rechtzeitig bekantgegebenen Termin nicht wahr- unternehmern und Herstell- bzw. Lieferbetrieben ent-
nimmt. sprechende Vereinbarungen zugunsten des Auftrag-
gebers zu treffen.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 1 Grundsätzliches

(2) Der Auftraggeber hat das Recht der Einsichtnah-


me in bzw. auf Auskunft über sämtliche Unterlagen
im Zusammenhang mit der Fremdüberwachung.

3 Ausführung
(1) Die Feststellungen über den Zustand fertigge-
stellter Teilleistungen sind in das Bautagebuch ein-
zutragen.
(2) Der Auftraggeber ist berechtigt, die Leistung oder
Teile der Leistung vorzeitig, d.h. vor dem sich aus
dem Vertrag ergebenden Zeitpunkt, in Benutzung zu
nehmen. Der Auftraggeber hat dem Auftragnehmer
die Absicht einer solchen vorzeitigen Benutzung mit-
zuteilen. Die erforderlichen Maßnahmen sind schrift-
lich zu vereinbaren.

4 Abrechnung
Die in der Leistungsbeschreibung vereinbarten Ab-
rechnungsregelungen werden ggf. durch zusätzliche
Regelungen in den jeweiligen Abschnitten der Teile
2 bis 9 ergänzt.

5 Abnahme und Mängelan-


sprüche
5.1 Abnahme
(1) Werden bei der Abnahme Über- bzw. Unter-
schreitungen der in den jeweiligen Abschnitten der
Teile 2 bis 9 angegebenen Grenzwerte festgestellt,
so gilt jede unzulässige Über- oder Unterschreitung
jeweils als ein Mangel.

5.2 Mängelansprüche
Die Verjährungsfrist für die Mängelansprüche be-
trägt 5 Jahre.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 1
Allgemeines

Abschnitt 2
Technische Bearbeitung

Stand: 04/10
ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

Inhalt Seite

1 Ausführungsunterlagen ...................... 3
1.1 Allgemeines ........................................... 3
1.2 Prüf- und Genehmigungsverfahren ....... 3
1.3 Standsicherheitsnachweis ..................... 3
1.3.1 Allgemeines ........................................... 3
1.3.2 Modellstatik ............................................ 4
1.4 Ausführungszeichnungen ...................... 4
1.4.1 Zusammenstellung der Ausführungs-
zeichnungen........................................... 4
1.4.3 Form und Inhalt ...................................... 4

2 Vermessung ......................................... 5

3 Gradiente und Ebenflächigkeit ........... 6


3.1 Begriffsbestimmungen ........................... 6
3.2 Bedingungen für die Sollgradiente......... 6
3.3 Ermittlung der Rohbauisthöhen ............. 6
3.4 Bedingungen für die Ausgleichs-
gradiente ................................................ 6
3.5 Ebenflächigkeit....................................... 6
3.6 Herstellen der Ausgleichsgradiente
und der Ebenflächigkeit ......................... 6
3.7 Mangel ................................................... 7

4 Bestandsunterlagen ............................ 7
4.1 Allgemeines ........................................... 7
4.2 Bestandsübersichtszeichnung ............... 7
4.3 Überarbeitung von Bestandsunterlagen 9

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

1 Ausführungsunterlagen unterlagen auch eine Aufstellung über die finan-


zielle Auswirkung der Änderung vorzulegen.
1.1 Allgemeines (8) Das Inhaltsverzeichnis des Standsicherheits-
nachweises sowie ein Verzeichnis der Ausfüh-
(1) Für die Anforderungen an die Ausführungsun-
rungszeichnungen sind vom Auftragnehmer ent-
terlagen gelten DIN 1045-3, DIN 1052, DIN 4124,
sprechend dem Baufortschritt auf dem jeweils
DIN EN 1537, DIN 4421, DIN 18800-1 und die
neuesten Stand zu halten und dem Auftraggeber
DIN-Fachberichte „Beton“, „Betonbrücken“, „Stahl-
sowie ggf. dem Prüfingenieur in angemessenen
brücken“ und „Verbundbrücken“ sowie die in den
Zeitabständen unaufgefordert zu übergeben.
nachfolgenden Abschnitten der Teile 2 bis 9 ge-
stellten Anforderungen. (9) Der Auftragnehmer ist dafür verantwortlich,
dass geänderte oder auszutauschende Ausfüh-
(2) Spätestens 10 Tage nach der Auftragsertei-
rungsunterlagen dem Auftraggeber jeweils nach-
lung sind vom Auftragnehmer ein im Brücken- und
weislich übermittelt werden.
Ingenieurbau erfahrener und mit entsprechenden
Vollmachten ausgestatteter Ingenieur als Koordi-
nator für die statische und konstruktive Bearbei- 1.2 Prüf- und Genehmigungs-
tung sowie dessen ständiger Vertreter zu benen- verfahren
nen. Der Koordinator für die statische und kons-
truktive Bearbeitung ist gegenüber dem Auftragge- (1) Überträgt der Auftraggeber die Prüfung der
ber verantwortlich für die vertrags-, sach- und ter- Ausführungsunterlagen einem Prüfingenieur, sind
mingerechte sowie vollständige Ausarbeitung der den Bauvertrag beeinflussende Vereinbarungen
Ausführungsunterlagen, für deren Übergabe an zwischen dem Auftragnehmer und dem Prüfinge-
den Auftraggeber, insbesondere aber für das Zu- nieur ohne schriftliche Zustimmung des Auftragge-
sammenwirken mit der Baustelle und den Nachun- bers nicht statthaft.
ternehmern und die Abstimmung der Unterlagen (2) Vom Auftragnehmer geänderte Ausführungs-
verschiedener Bearbeiter. Dazu zählt auch die unterlagen sind stets erneut zu prüfen und zu ge-
durchgängig gleiche Benennung bzw. Bezeich- nehmigen.
nung aller Bauteile und Konstruktionselemente in
allen einzelnen Bearbeitungsschritten. (3) Die Kosten der Prüfung der Standsicherheits-
nachweise sowie der Ausführungszeichnungen
(3) Jeder Wechsel der vom Auftragnehmer bei trägt der Auftraggeber. Er behält sich jedoch vor,
Angebotsabgabe benannten Bearbeitungsstellen Kosten, die infolge mangelhafter Ausarbeitung der
und/oder des Koordinators für die statische und Ausführungsunterlagen für erhöhten Prüfaufwand
konstruktive Bearbeitung oder dessen Vertreters entstehen, dem Auftragnehmer in Rechnung zu
sowie die Hinzuziehung weiterer Bearbeitungsstel- stellen oder die ordnungsgemäße Ausarbeitung
len bedarf der Zustimmung des Auftraggebers. einem vom Auftraggeber bestimmten Ingenieurbü-
(4) Alle Originale der Ausführungsunterlagen sind ro zu Lasten des Auftragnehmers zu übertragen,
vom Auftragnehmer, vom Koordinator für die stati- wenn der Auftragnehmer nach Ablauf einer vom
sche und konstruktive Bearbeitung und vom jewei- Auftraggeber gesetzten angemessenen Frist keine
ligen Verfasser rechtsverbindlich zu unterzeichnen. brauchbaren Unterlagen liefert.

(5) Änderungen in Ausführungsunterlagen sind (4) Sämtliche Ausführungsunterlagen für ein Bau-
vom Aufsteller und vom Koordinator für die stati- teil oder einen Bauabschnitt sind gleichzeitig zur
sche und konstruktive Bearbeitung rechtsverbind- Prüfung einzureichen.
lich für den Auftragnehmer zu unterschreiben. (5) Erforderliche Standsicherheitsberechnungen
(6) Der Auftragnehmer hat die technische Bearbei- für die Bemessung nach besonderen Lasten sind
tung in Anpassung an den Bauzeitenplan – unter gleichzeitig mit den Standsicherheitsnachweisen
Berücksichtigung des Prüf- und Genehmigungsver- für die Verkehrslasten nach DIN-Fachbericht „Ein-
fahrens – mit dem erforderlichen zeitlichen Vorlauf wirkungen auf Brücken“ zur Prüfung vorzulegen.
durchzuführen. Erkennt er, dass die laut Bauzei-
tenplan vorgesehenen Bearbeitungstermine nicht 1.3 Standsicherheitsnachweis
eingehalten werden können, so muss er dies dem
Auftraggeber unverzüglich schriftlich mitteilen.
1.3.1 Allgemeines
(7) Für die Genehmigung von Änderungen der
Abmessungen und/oder der technischen Einzelhei- (1) Standsicherheitsnachweise sind nach Heft
ten des dem Vertrag zugrunde liegenden Bauent- 504/1987 „Standsicherheitsnachweise für Kunst-
wurfes durch den Auftragnehmer ist dem Auftrag- bauten: Anforderungen an den Inhalt, den Umfang
geber spätestens bei Übergabe der Ausführungs-

Stand:04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

und die Form“ der Schriftenreihe Forschung, Stra- ʊ Bewehrungen aus Beton- und / oder Spann-
ßenbau und Straßenverkehrstechnik zu führen. stahl einschließlich zugehöriger Stahllisten,
(2) Anstelle der dort angeführten Vorläufigen Rich- ʊ Träger- bzw. Fertigteilverlegung,
tlinien für das Aufstellen und Prüfen elektronischer
ʊ Betoniervorgänge (Betonierfolge, Betonprüfun-
Standsicherheitsberechnungen gelten die Richtli-
gen, Nachbehandlung),
nien für das Aufstellen und Prüfen EDV-unter-stützter
Standsicherheitsnachweise (Ri-EDV-AP 2001). ʊ Werkstatt- und Montagevorgänge für Stahlbau-
ten einschließlich zugehöriger Stücklisten,
(3) Alle Standsicherheitsnachweise sind in deut-
scher Sprache vorzulegen. ʊ Schweißvorgänge (Schweißfolge, Schweiß-
nahtprüfungen, Werkstoffwahl),
1.3.2 Modellstatik ʊ Lagerkonstruktionen einschließlich Einbauvor-
gang,
Die Durchführung von Modellversuchen als Ersatz
für oder Ergänzung von Standsicherheitsnachwei- ʊ Pressenaufstellung zum Anheben, Absenken
sen bedarf der Genehmigung des Auftraggebers. oder Verschieben des Über- und / oder Unter-
baus,
1.4 Ausführungszeichnungen ʊ Fahrbahnübergänge einschließlich Einbauvor-
gang,
1.4.1 Zusammenstellung der Ausführungs- ʊ Korrosionsschutzmaßnahmen,
zeichnungen
ʊ Einzelheiten des Bauwerks und der Ausstattung
(1) Ausführungszeichnungen sind stets zu liefern (z.B. Fugenanordnung und Fugenausbildung,
für Abdichtungen, Entwässerungen, Gesimskap-
pen, Schutzeinrichtungen, Geländer, Schlepp-
ʊ Baustelleneinrichtung,
platten, Leitungen, Beleuchtungen, Berüh-
ʊ Bauzeiteneinteilung, rungsschutz, Verblendungen, Brückenbesichti-
gungseinrichtungen, Lärmschutz),
ʊ Absteck- und Höhenmaß,
ʊ Aufmaß von Imperfektionen,
ʊ Bauwerksübersicht.
ʊ Anordnung und Lage von Messpunkten für
(2) Je nach Art der auszuführenden Arbeiten und
Kontrollmessungen nach DIN 4107 und
der Baustoffe sind Zeichnungen mit Darstellung
DIN 1076,
ggf. angrenzender Bebauung und sonstiger Anla-
gen, erforderlichenfalls mit Erläuterungsbericht, ʊ Ergebnisse von Messungen (z.B. Verlauf der
insbesondere zu liefern für Luftgeschwindigkeit, -feuchtigkeit, -temperatur,
Verlauf der Bauwerkstemperatur, Verlauf von
ʊ Bauablauf mit Darstellung der einzelnen Bau-
Setzungen, Durchfluss- sowie Wassermengen-
zustände,
erfassung usw.) und Probebelastungen.
ʊ Gründungen,
ʊ Grundwasserabsenkung, Wasserhaltung, 1.4.3 Form und Inhalt
ʊ Baugrubenverbau, (1) Für Form und Ausführung gelten DIN EN ISO
128-20 und DIN ISO 128-24, DIN ISO 3766,
ʊ Ramm-, Bohr- und Verpressarbeiten,
DIN ISO 4066, DIN ISO 6428, DIN 6771-1 und -2
ʊ Bodenaushub, sowie DIN EN ISO 5457 und DIN EN ISO 3098.
ʊ Bodenaustausch, Baugrundverbesserung, Bau- (2) Die Ausführungszeichnungen müssen mikro-
grundverfestigung, Tiefenrüttlung, verfilmbar sein. Hierbei gelten DIN 19052-1 bis -4
und -6 sowie DIN 19053.
ʊ Trag-, Hilfs- und Schutzgerüste, Schutzeinrich-
tungen, (3) Die Ausführungszeichnungen müssen voll-
ständig und in deutscher Sprache beschriftet sein.
ʊ Verankerungen, Abfang- und/oder Auswechsel-
Die Schriftgröße von 3,5 mm sowie die Linienbreite
vorrichtungen,
der Liniengruppe 0,35mm nach DIN ISO 128-24
ʊ Schalungen einschließlich Verlegung und Über- dürfen nicht unterschritten werden. Die Blattgröße
höhung, der Zeichnungen wird durch das Format DIN A 0
begrenzt. Am oberen Rand der Zeichnungen ist
ʊ Hilfsmaßnahmen zum Anheben, Absenken
ausreichend Platz für die Mitverfilmung einer 50 cm
oder Verschieben von Bauteilen oder Bauwer-
ken,

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

langen Maßstableiste freizuhalten, sofern eine tonbrücken“ auch die Hauptschalmaße darzustel-
Maßstableiste nicht bereits im Schriftfeld enthalten len sowie Lage und Größe von Betonier- und Rüt-
ist. tellücken besonders hervorzuheben.
(4) Jede Zeichnung erhält an de rechten unteren (16) Für Bauteile mit hohem Bewehrungsgrad ist
Blattbegrenzung ein Schriftfeld nach Angabe des die Betonstahl- und Spannstahlbewehrung ge-
Auftraggebers. Eintragungen sind nur in den hier- meinsam im vergrößerten Maßstab als Einzelheit
für vorgesehenen Feldern vorzunehmen. darzustellen und durch Einbauanweisungen zu er-
läutern.
(5) Änderungen in Zeichnungen sind im Schriftfeld
entsprechend der zeitlichen Folge mit dem Index a, (17) Der Entwässerungsplan muss das Rohrnetz
b usw., mit dem Datum der Änderung sowie mit ei- (Sammel-, Längs-, Quer- und Fallleitungen) maß-
ner die Änderung betreffenden Erläuterung zu ver- stäblich mit Gefälle und Vorflutverhältnissen dar-
sehen. stellen. Er muss die Einzelheiten und Abmessun-
gen wie z.B. Abläufe, Reinigungsöffnungen,
(6) Bei größeren Bauwerken hat die Zeichnung in
Schlammfänge, Ausdehnungsvorrichtungen, kons-
der Nähe des Schriftfeldes eine schematische
truktive Ausbildung der Auflagerungen bzw. Auf-
Übersichtsskizze des Gesamtbauwerkes zu enthal-
hängungen, Befestigungselemente, Formstücke
ten. Hierin sind die in der Zeichnung dargestellten
und Werkstoffangaben enthalten.
Bauwerksteile lagegerecht einzutragen und be-
sonders kenntlich zu machen. (18) in Zeichnungen von Trag-, Hilfs- und Schutz-
gerüsten müssen vorgegebene Durchfahrtsöffnun-
(7) Für behördliche Vermerke ist über dem Schrift-
gen nach Lage und Größe einschließlich zugehöri-
feld eine Fläche im Format DIN A 5 freizuhalten.
gem Verkehrsraum und Schutzmaßnahmen dar-
(8) Steht eine Zeichnung mit einer anderen in di- gestellt werden.
rektem Zusammenhang, so ist hierauf bei den je-
weils zusammengehörigen Zeichnungen durch be-
sonderen Hinweis aufmerksam zu machen.
2 Vermessung
(1) Der Auftragnehmer hat vom Baubeginn bis zur
(9) Vervielfältigungen sind nach DIN 824 zu falten.
Bauwerksabnahme unter sinngemäßer Anwen-
(10) Ausführungszeichnungen für die Bauwerks- dung der DIN 4107 und DIN 1076 Setzungs- und
übersicht müssen sinngemäß alle die unter Nr. 4.2 Verformungsmessungen durchzuführen. Für die
für Bestandsübersichtszeichnungen geforderten Bewegungsbeobachtungen hat der Auftragnehmer
Angaben enthalten. ein Messprogramm in dreifacher Ausfertigung
rechtzeitig vor Baubeginn zur Genehmigung vorzu-
(11) Die Bewehrung im Bauteil, vorzugsweise in
legen. Das Messprogramm muss alle maßgeben-
Ansichten und Schnitten, ist maßstäblich darzustel-
den Bauzustände berücksichtigen und Aufschluss
len. Die einzelnen Positionen sind im Maßstab he-
über Bewegungen in vertikaler und horizontaler
rauszuziehen und vollständig zu bemaßen.
Richtung sowie Verkantungen geben.
(12) Die Zeichnungen für Beton- und/oder Spann-
(2) Die Messungen sind insbesondere vor und
stahlbewehrung sind nach DIN ISO 3766 zu erstel-
nach Lastwechseln vorzunehmen. Dem Fortschritt
len.
der Hinterfüllung ist dabei Rechnung zu tragen.
(13) Anweisungen und Erläuterungen für die Bau- Traggerüste und sonstige Hilfskonstruktionen mit
ausführung sowie Hinweise auf Richtlinien, Richt- ihren Gründungen sowie etwaiger Baugrubenver-
zeichnungen, Materialgüten usw. sind besonders bau sind in die Messungen einzubeziehen.
hervorzuheben.
(3) Der Auftragnehmer hat Vorschläge für die Fort-
(14) Die Schalungszeichnungen müssen sämtli- führung der Bauwerksvermessung spätestens bis
che konstruktiven Einzelheiten und die geforderten zur Bauwerksabnahme dem Auftraggeber zu über-
Materialgüten oder einzelnen Bauteile enthalten. geben. Bei der Bauwerksabnahme ist dem Auf-
Sie sind so zu vermaßen, dass jedes auf der Bau- traggeber der Höhenfestpunkt zu übergeben.
stelle erforderliche Maß entnommen werden kann.
(4) Vor Ausführung der Abdichtungs- und Belags-
Außer den Schalmaßen sind die NN-Höhen bzw.
arbeiten hat der Auftragnehmer die Höhenlage der
HN-Höhen für die Konstruktion und das umliegen-
Fahrbahntafel durch ein Flächennivellement nach-
de Gelände in ausreichender Anzahl sowie die
zuweisen (siehe Nr. 3.3).
verwendeten Messpunkte und / oder Festpunkte
anzugeben.
(15) In den Bewehrungszeichnungen sind in Er-
gänzung zu DIN 1045-3 und DIN-Fachbericht „Be-

Stand:04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

3 Gradiente und L = Stützweite des zugehörigen Überbaufeldes [cm]


Ebenflächigkeit x = Abstand der betrachteten Stelle vom Auflager-
punkt [cm].

3.1 Begriffsbestimmungen (2) Die Ausgleichsgradiente muss alle folgenden


Bedingungen erfüllen:
(1) Sollgradiente
ʊ Sie muss statisch und fahrdynamisch unbe-
Planmäßig vorgegebene Gradiente der fertigen denklich sein, Lichtraumprofile müssen stets
Fahrbahn. freigehalten werden.
(2) Rohbausollgradiente ʊ Die einwandfreie Entwässerung muss gewähr-
Sollgradiente abzüglich Solldicke von Dichtungs-, leistet sein.
Schutz- und Deckschicht. ʊ An jeder Stelle muss der Ausrundungshalb-
(3) Rohbauistgradiente messer mindestens 2500 m bei einer Messstre-
cke von 20 m betragen. Eine Aneinanderrei-
Vorhandene Gradiente des Überbaus vor Aufbrin- hung von Wannen und Kuppen mit ähnlichen
gung von ständigen Lasten (z.B. Belag, Kappen). Abmessungen (Wellenbildung) ist nicht zuläs-
(4) Ausgleichsgradiente sig.

Unter Berücksichtigung der Rohbauistgradiente ʊ Die Richtung des geforderten Quergefälles ist
bestmögliche Angleichung an die Sollgradiente. beizubehalten. Als Abweichung ist maximal
+ 0,2 % zulässig.

3.2 Bedingungen für die ʊ Die Bauwerksanschlussbereiche sind in die


Gradientenbetrachtung einzubeziehen.
Sollgradiente
(3) Die Ausgleichsgradiente muss vor dem Auf-
Die Sollgradiente muss unter voller ständiger Last
bringen der Kappen ermittelt werden.
zum Zeitpunkt t = ’ unter Berücksichtigung der
noch zu erwartenden Setzungen bei einer Bau-
werkstemperatur von 10 °C und bei einer gleich- 3.5 Ebenflächigkeit
mäßigen Temperaturverteilung im Überbau einge-
Die örtliche Abweichung der Rohbauisthöhe, be-
halten werden.
zogen auf eine Messstrecke von 4 m, darf bei
Fahrbahntafeln höchstens 1 cm, bei Oberflächen
3.3 Ermittlung der Rohbauisthöhen der Kappen höchstens 4 mm betragen.
Die Rohbauisthöhen sind vom Auftragnehmer vor
der Kappen- oder Gesimsherstellung durch ein 3.6 Herstellen der Ausgleichsgra-
Netznivellement zu ermitteln. Hierzu werden vom diente und der Ebenflächigkeit
Auftraggeber vor Beginn der Vermessungsarbeiten
die notwendigen Rastermaße festgelegt, wobei (1) Für das Herstellen der Ausgleichsgradiente
das Raster die Gradiente mit erfassen muss. Die und der Ebenflächigkeit darf nur die Schutzschicht
Rasterpunkte sind vom Auftragnehmer wetterfest mit herangezogen werden. Hierbei darf die Dicke
zu kennzeichnen. der Schutzschicht in einzelnen Punkten 6,5 cm
nicht über- und 2,5 cm nicht unterschreiten. Ist die
Schutzschicht Gegenstand der Leistungsbeschrei-
3.4 Bedingungen für die bung, wird der Mehreinbau nicht vergütet. Beträgt
Ausgleichsgradiente die mittlere eingebaute Dicke weniger als die ver-
traglich vereinbarte, wird die Vergütung im Ver-
(1) Bleibt die Abweichung der Rohbauistgradiente
hältnis der eingebauten zur vertraglichen Dicke
von der Rohbausollgradiente unter Berücksichti-
abgemindert. Diese Regelung gilt bis zu einer mitt-
gung der Verformung aus noch nicht aufgebrach-
leren Mindereinbaudicke von 0,7 cm. Darüber hi-
ten ständigen Lasten sowie aus Kriechen und
nausgehende Mindereinbaudicken gelten als Man-
Schwinden in einem Abweichungsbereich, der sich
gel und bedürfen einer besonderen Regelung. Ist
aus der nachstehenden Formel errechnet, hat der
die Schutzschicht nicht Gegenstand der Leis-
Auftragnehmer dem Auftraggeber eine Ausgleichs-
tungsbeschreibung, gehen alle sich aus der Aus-
gradiente vorzuschlagen.
gleichsgradiente ergebenden Mehr- und Folgekos-
hx = + [ 1 + L * ȟ / 625 ]; ȟ = ( 1 – x / L ) * x / L ten zu Lasten des Auftragnehmers.
Es bedeuten: (2) Sollte ein Abtrag des Betons nicht zu umgehen
sein, so hat der Auftragnehmer nachzuweisen,
hx = Ordinate des Abweichungsbereiches [cm]

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

dass nur Mehrdicken abgetragen werden und die ʊ Stücklisten einschließlich Mengen- und Be-
vertraglich vorgeschriebene Betondeckung der schichtungsflächenberechnung für stählerne
Bewehrung gewährleistet ist. Umfang und Verfah- Bauwerke oder Bauteile,
ren des Abtragens sind vorher mit dem Auftragge- ʊ Korrosionsschutzpläne,
ber festzulegen.
ʊ Kurzdokumentation für Tunnel (Teil 5 Abschnitt 1
(3) Anschließend sind die bearbeiteten Flächen Nr. 12.4 und Abschnitt 2 Nr. 11).
gemäß Teil 3 Abschnitt 4 bzw. Teil 7 Abschnitte 1
bis 3 zu behandeln. Unter dem Fahrbahnbelag und
den Kappen muss der Abfluss des Sickerwassers 4.2 Bestandsübersichtszeichnung
zu den Öffnungen der Abläufe und zu den Tropftül- (1) Als Bestandsübersichtszeichnung gilt eine auf-
len gewährleistet sein. grund der endgültigen Ausführung und den örtli-
(4) Das Herstellen der Ausgleichsgradiente gehört chen Gegebenheiten hergestellte Übersichtszeich-
zu den Leistungen des Auftragnehmers. Die Kos- nung.
ten trägt der Auftragnehmer. (2) Darzustellen sind u.a. Ansichten, Längs- und
Querschnitte, sonstige Schnitte, Grundrisse und al-
le wesentlichen Einzelheiten. Mit zu erfassen sind
3.7 Mangel auch Bauteile und Einbauten, die nicht vom Auf-
Lassen sich die Ausgleichsgradiente und die tragnehmer erstellt wurden, jedoch im Bereich des
Ebenflächigkeit nicht mehr nach den Bedingungen Bauwerkes vorhanden sind und zur Darstellung
der Nr. 3.4 und 3.6 herstellen, gelten diese Abwei- der Bauwerksübersicht gehören. Dazu gehören
chungen als Mangel und bedürfen einer gesonder- auch im Boden und im Bauwerk verbleibende Teile
ten Abwicklung. von Bauhilfsmaßnahmen.
(3) Im Einzelnen müssen u.a. folgende Angaben
4 Bestandsunterlagen enthalten sein.
a) Lagebezeichnungen
4.1 Allgemeines Nordpfeil, Kilometrierung der Kreuzungsstation,
Kreuzungswinkel, Lage und Richtung der über-
(1) Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber spä-
brückten Gleise, Straßen, Leitungen, Gewässer
testens bei Vorlage der Schlussrechnung die Be-
usw., Namen von benachbarten Ortschaften,
standsunterlagen zu übergeben. Die Bauwerksda-
Benennung der Gewässer, Gleis- und/oder
ten müssen zur ersten Hauptprüfung vor der Ab-
Straßenbezeichnungen.
nahme vorliegen.
b) Geometrische Verhältnisse
(2) Als Bestandsunterlagern gelten u.a. Ausfüh-
rungsunterlagen, die entsprechend dem Prüf- und Lichte Höhe, Bauhöhen, lichte Weiten, Stütz-
Genehmigungsverfahren und der Bauausführung weiten; Trassierungselemente im Grund- und
berichtigt sind. Sie dürfen keine ungültig geworde- Aufriss mit NN- bzw. HN-Achsangaben, Gleis-
nen Teile enthalten. Prüf- und Genehmigungsver- abstände; Querprofile mit Darstellung der Licht-
merke sind in die Originale zu übertragen. Die raumprofile einschließlich der Lage des un-
Übereinstimmung mit der Ausführung ist vom Auf- günstigsten Punktes im Grund- und Aufriss un-
tragnehmer auf den Vervielfältigungen zu beschei- ter Berücksichtigung von Durchbiegungen und
nigen. Diese Bescheinigungen sind vor der Mikro- Setzungen; Querneigungen; Maß zwischen
verfilmung auf die Originale zu übertragen. Schienen- bzw. Straßenoberkante und Unter-
kante des Überbaus an der ungünstigsten Stel-
(3) In Ergänzung zu den Unterlagen gemäß Ab-
le; NN- bzw. HN-Höhen an den wichtigsten
satz (2) gehören zu den Bestandsunterlagen:
Bauwerkspunkten.
ʊ Inhaltsverzeichnisse für die Standsicherheits-
c) Baugrund und Gründungen
nachweise,
ʊ Darstellung der Baugrunduntersuchungen
ʊ Zeichnungsverzeichnisse,
nach DIN 4023 einschließlich Lage der Bau-
ʊ Stahllisten einschließlich Mengenberechnung für grundaufschlüsse im Grundriss so wie der
Stahl- und Spannbetonbauwerke oder –bauteile, NN- bzw. HN-Höhen des angetroffenen
Grundwasserspiegels mit Ablesedatum.
ʊ Bauwerksdaten und Bauwerksbuch einschließ-
lich sämtlicher Unterlagen (Pläne in der Höhe ʊ Verlauf des Geländes vor und nach Ausfüh-
des Formates DIN A 4), rung des Bauwerks,
ʊ Bestandsübersichtszeichnung(en),

Stand:04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

ʊ bei Baugrundverbesserungen oder Boden- m) Entwässerungsanlagen mit Neigungsverhält-


austausch die ausgeführte Dicke und die nissen und Anschlüssen an bestehende Lei-
Stoffe einzelner Schichten sowie deren tungen oder Vorfluter
räumliche Ausdehnung,
n) Absturzsicherungen
ʊ bei Flach- und Brunnengründungen die
o) Ausrüstungen für die Unterhaltung und Instand-
Gründungskoten und die rechnerisch größte
setzung der Bauwerke
Bodenpressung in der Aufstandsebene,
p) Sonstige Ausrüstungen (z.B. Verkehrszeichen,
ʊ bei Pfahlgründungen das System, die Pfahl-
Verkehrszeichenbrücken, Fahrleitungsmaste,
durchmesser oder die Querschnittsflächen,
Lärmschutzeinrichtungen, Leitwerke, Beleuch-
die größten und kleinsten Längen, die Nei-
tungen)
gung, die Einbindelänge in den tragfähigen
Untergrund, die Höhenkoten der Unterkan- (4) Bestandsübersichtszeichnungen sind mittels
ten der Pfahlkopfplatten, die Pfahlbelastungen, CAD-System herzustellen und dem Auftraggeber
im Original und als DXF-Datei zu übergeben. An-
ʊ bei Spundwänden das System, die Profilbe-
sonsten gilt für die Form Nr. 1.4.2 sinngemäß. Ori-
zeichnung, Verlauf der Höhenkoten der
ginalzeichnungen dürfen nicht gefaltet werden und
Wandkrone, die größte und kleinste Bohlen-
sind mit gelochten Einhängestreifen zu versehen.
länge, die vorhandene Einbindelänge in den
tragfähigen Untergrund,
Tabelle 1.2.1: Maßstäbe für Längs- und Querschnitte in Ab
ʊ bei Verankerungen das System, die zulässi- hängigkeit von den Bauwerksabmessungen
ge Tragkraft, die Höhenlage der Ankerköpfe,
die Neigung sowie die größten und kleinsten Längsschnitt durch Gesamtbauwerk
Ankerlängen.
Bauwerkslänge [m] Maßstab
d) Gewässer
< 100 1 : 100
Fließrichtung, maßgebende Wasserstände, 100 bis 200 1 : 200
Querprofile, Schifffahrtsöffnungen, Ufer- und > 200 1 : 250
Sohlbefestigungen.
Querschnitte durch Überbauten
e) Leitungen und Widerlagerflügel
Kabel und Leitungen im bzw. am Bauwerk und Breite zwischen
in unmittelbarer Nähe nach Art, Lage, Abmes- den Geländern [m] Maßstab
sungen sowie Betreiber und/oder Eigentümer.
< 20 1 : 50
f) Messpunkte > 20 1 : 100
Lage der verbleibenden Messpunkte im Grund-
und Aufriss wie die zugehörigen Festpunkte.
(5) Längsschnitte sind durch alle tragenden Kons-
g) Geometrische Größen truktionsteile zu führen. Widerlager und anschlie-
Wesentliche geometrische Größen des Bau- ßende Flügel oder andere Stützbauwerke sind mit
werks und aller wesentlichen Konstruktionsteile. darzustellen.

h) Art der Baustoffe mit Baustoffgüten, Festigkeits- (6) Bei veränderlichen Querschnitten sind die
klassen und Expositionsklassen kennzeichnenden Schnitte darzustellen.

i) Bezeichnung der Spannverfahren und der zu- (7) Der Grundriss muss eine Draufsicht auf das
lässigen Spannkraft (getrennt nach Bauteil und fertige Bauwerk einschließlich der Böschungen
Tragrichtung) und auf die Unterbauten enthalten.

j) Tragfähigkeit (8) Die Maßstäbe sind aus Tabelle 1.2.1 zu wäh-


len.
Verkehrslasten nach DIN-Fachbericht „Einwir-
kungen auf Brücken“ und besondere Lastmo- (9) Für den Grundriss ist im Allgemeinen derselbe
delle. Maßstab wie für die Längsschnitte zu wählen. Ein-
zelheiten sind in geeignetem Maßstab darzustel-
k) Abdichtungen, Korrosionsschutz, Beläge und len.
Fugen nach Art und Lage
l) Lager mit Lage der Pressenansatzpunkte, Ge-
lenke, Fahrbahnübergänge, jeweils mit Angabe
des Systems und des Fabrikates; Angaben
über maximale und minimale Dilatationen
und / oder Drehwinkel

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 1 Allgemeines - Abschnitt 2 Technische Bearbeitung

4.3 Überarbeitung von


Bestandsunterlagen
Nach Maßnahmen an bestehenden Bauwerken (z.B.
Instandsetzungen, Verstärkungen, Umbauten)
müssen die Bestandsunterlagen angepasst wer-
den. Es ist zu prüfen, inwieweit die Unterlagen
nach Nr. 4.1 ergänzt bzw. ersetzt werden müssen.
Alle Maßnahmen sind im Bauwerksbuch zu doku-
mentieren.

Stand:04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 1
Allgemeines

Abschnitt 3
Prüfungen während der Ausführung

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung

Inhalt Seite

1 Allgemeines .............................................. 3
2 Bestimmung der äußeren Bedingungen .... 3
3 Bestimmung der Abreißfestigkeit .......... 3
3.1 Geräte und Hilfsmittel ................................ 3
3.2 Durchführung ............................................. 3
3.3 Auswertung ................................................ 3
4 Bestimmung der Rautiefe ....................... 3
4.1 Anwendung ................................................ 3
4.2 Beschreibung des Verfahrens .................... 4
4.3 Geräte und Hilfsmittel ................................ 4
4.4 Durchführung ............................................. 4
4.5 Auswertung ................................................ 4

Anhang A Taupunkttabelle ................................. 5


Anhang B Formblatt B 1.3.1
Äußere Bedingungen ........................ 6
Formblatt B 1.3.2
Abreißfestigkeit ................................. 7
Formblatt B 1.3.3
Rautiefe ............................................ 8

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung

1 Allgemeines Das Gerät muss zusammen mit dem Zugkolben


kalibriert sein. Die zugehörige Betriebsanleitung
Im Rahmen der Überwachung der Ausführung und und das Kalibrierdiagramm müssen auf der Bau-
der Prüfung der fertigen Leistung sind Prüfungen stelle vorliegen.
durchzuführen, für deren Durchführung und deren
– Prüfstempel mit einem Durchmesser von 50 mm.
dabei einzuhaltende Prüfbedingungen einheitliche
Die Dicke der Prüfplatte muss überall größer als
Anweisungen festgelegt sind. Die Prüfungen können
25 mm sein.
sowohl im Rahmen der Eigenüberwachung des Auf-
tragnehmers als auch bei Kontrollprüfungen des – Thermometer zum Messen der Temperatur des
Auftraggebers erforderlich werden. Zur Vereinfa- Prüfgutes.
chung der Handhabung und zur leichteren Auffind-
barkeit werden in diesem Abschnitt die Prüfungen 3.2 Durchführung
aufgeführt, die in mehreren Abschnitten gefordert
werden. Die Anwendungen werden in den jeweili- (1) Die Prüfung ist gemäß DIN EN 1542 durchzu-
gen Abschnitten festgelegt. führen.
(2) Bei einem Bauteil müssen derselbe Prüfer und
2 Bestimmung der äußeren dasselbe Zugprüfgerät eingesetzt werden. Ausnah-
men bedürfen einer besonderen Regelung.
Bedingungen (3) Bei der Bestimmung der Abreißfestigkeit von
(1) Für das Feststellen der äußeren Bedingungen Betonunterlagen und harten Schichten sind die Prüf-
sind vom Auftragnehmer folgende oder gleichwerti- flächen mit dem Kernbohrgerät etwa 10 mm tief senk-
ge Messgeräte vorzuhalten: recht zur Oberfläche nass in die Betonunterlage vor-
– Hygrothermograph, zubohren. Es ist darauf zu achten, dass keine Be-
wehrung beschädigt wird. Ggf. muss die Lage der
– Digitalthermometer, Bewehrung vorher festgestellt werden, und zwar
– Digitalhygrometer. zerstörungsfrei. Die Gesamtbohrtiefe darf nicht grö-
(2) Vor Beginn sowie während der Ausführung der ßer als 50 mm sein. Der Durchmesser der gebohr-
Arbeiten mit Reaktionsharzen sind die Temperatu- ten Prüffläche muss 50 mm betragen.
ren (4) Die Kraftanstiegsgeschwindigkeit beträgt bei Prü-
– der Luft, fungen von

– der Unterlage, – Betonunterlagen und harten Schichten 100 N/s,

– der Stoffe – elastischen und thermoplastischen Schichten 300 N/s.

sowie die Luftfeuchte festzustellen. (5) Die Temperatur der zu prüfenden Schicht muss
mindestens 5°C betragen. Die Temperatur ist zu
(3) Die Taupunkttemperatur der Luft ist gemäß der messen und zu protokollieren.
Tabelle A 1.3.1 zu bestimmen.
(4) Die Messwerte sind gemäß Formblatt B 1.3.1 zu 3.3 Auswertung
protokollieren.
(1) Über jede Abreißprüfung ist ein Protokoll gemäß
(5) Die Anzahl der Messungen sind häufiger zu wie-
Formblatt B 1.3.2 anzufertigen.
derholen, wenn die Temperaturen in die Nähe der
Grenzwerte gelangen. (2) Die Abreißfestigkeit ist auf 0,1 N/mm2 anzugeben.
(3) Der Bruchverlauf ist anzugeben. Bei wechseln-
3 Bestimmung der Abreiß- dem Bruchverlauf sind die jeweiligen Flächenanteile
auf 10 % genau abzuschätzen.
festigkeit
(4) Abrisse, die zu mehr als 25 % in der Klebefuge
erfolgen, bleiben bei der Auswertung unberücksich-
3.1 Geräte und Hilfsmittel tigt, wenn das Ergebnis kleiner als die geforderte Ab-
reißfestigkeit ist.
Die folgenden Geräte und Hilfsmittel sind einzuset-
zen:
– Transportables Zugprüfgerät mindestens der 4 Bestimmung der Rautiefe
Klasse 2 nach DIN 51220, das es gestattet, die
Zugspannung mit annähernd konstanter Kraftan- 4.1 Anwendung
stiegsgeschwindigkeit stoßfrei und senkrecht zur
Prüffläche auf den Prüfstand zu übertragen. (1) Die Rautiefe ist nach dem Sandflächenverfahren
zu bestimmen [1].

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 1 Allgemeines Abschnitt 3 Prüfungen während der Ausführung

(2) Das Verfahren dient der Bestimmung der Rau- (3) Bei einer maximalen Rautiefe von 1,0 mm, 1,5 mm
tiefe auf der Oberseite von horizontalen Betonunter- bzw. 2,0 mm darf der Durchmesser in Abhängigkeit
lagen, Betonersatzsystemen und ggf. alten Ober- vom Volumen die in Tabelle 1.3.1 angegebenen
flächenschutzsystemen. Werte der Mindestdurchmesser nicht unterschreiten.
(3) Die Prüfung ist nach der Oberflächenvorberei-
tung und nach erfolgtem Nachweis der Abreißfestig- Tabelle 1.3.1: Mindestdurchmesser dmin in Abhängigkeit vom Vo-
lumen
keit durchzuführen.
V [cm3]
4.2 Beschreibung des Verfahrens
25 30 35 40 45 50
(1) Eine definierte Sandmenge wird auf der zu prü-
fenden Oberfläche kreisförmig so verteilt, dass die Rt = 1,0 mm dmin [cm] 18 20 21 23 24 25
Vertiefungen gerade gefüllt sind. Rt = 1,5 mm dmin [cm] 15 16 17 18 20 21
(2) Die Rautiefe ist definiert als die Höhe des ge-
Rt = 2,0 mm dmin [cm] 13 14 15 16 17 18
dachten zylindrischen Körpers mit dem Kreisdurch-
messer und dem Sandvolumen.
[1] Kaufmann, N: Das Sandflächenverfahren.
4.3 Geräte und Hilfsmittel Straßenbautechnik 24 (1971), Nr. 3, S. 131-135
Die folgenden Geräte und Hilfsmittel sind einzuset-
zen:
– Gefäß mit bekanntem Hohlraumgehalt zwischen
25 cm3 und 50 cm3 (Schnapsglas: 2 cl = 20 cm3),
– Trockener Quarzsand, Körnung 0,1-0,5 mm,
– Runde Hartholzscheibe (Durchmesser: 5 cm,
Dicke 1 cm) mit einem als Griff dienenden Zap-
fen in der Mitte der Oberseite,
– Zollstock/Meterstab.

4.4 Durchführung
(1) Bei der Durchführung ist folgendermaßen vor-
zugehen:
– Das Gefäß wird mit Quarzsand gefüllt, und der
Inhalt wird auf die trockene und saubere Oberflä-
che geschüttet.
– Der Sand wird mit der Scheibe durch spiralför-
mig sich erweiternde Kreisbewegungen in die Ver-
tiefungen der Oberfläche ohne Druck eingerie-
ben.
– Der Durchmesser des Kreises wird gemessen.
(2) Bei der Auswahl der Stellen für die Einzel-
prüfungen sind örtliche Unstetigkeiten nicht zu be-
rücksichtigen.

4.5 Auswertung
(1) Die Messwerte und die einer Prüfung zugeord-
neten Flächen sind nach Größe und Lage gemäß
Formblatt B 1.3.3 zu protokollieren.
(2) Die Rautiefe Rt [mm] ergibt sich mit dem Sand-
volumen V [cm3] und dem Durchmesser d [cm] des
etwa kreisförmig verteilten Sandes zu:
Rt = 40 * V / (π * d2)

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 1 Teil
ZTV-ING Allgemeines Abschnitt
1 Allgemeines 3 Prüfungen
Abschnitt während
3 Prüfungen der Ausführung
während Anhang A
der Ausführung

Anhang A
Taupunkttabelle

Tabelle A 1.3.1: Taupunkttabelle

Luft-
tempe-
ratur Taupunkttemperaturen in [°C] bei einer relativen Luftfeuchte von
[°C]
45 % 50 % 55 % 60 % 65 % 70 % 75 % 80 % 85 % 90 % 95 %
2 -7,8 -6,6 -5,4 -4,4 -3,2 -2,5 -1,8 -1,0 -0,3 0,5 1,2
4 -6,1 -4,9 -3,7 -2,6 -1,8 -0,9 -0,1 0,8 1,6 2,4 3,2
6 -4,5 -3,1 -2,1 -1,1 -0,1 0,9 1,9 2,7 3,6 4,5 5,4
8 -2,7 -1,6 -0,4 0,7 1,8 2,8 3,8 4,8 5,7 6,5 7,3
10 -1,3 0,0 1,3 2,5 3,7 4,8 5,8 6,8 7,7 8,5 9,3
11 -0,4 1,0 2,3 3,6 4,7 5,8 6,7 7,7 8,6 9,4 10,2
12 0,4 1,8 3,2 4,5 5,6 6,7 7,8 8,7 9,6 10,5 11,3
13 1,3 2,8 4,2 5,4 6,6 7,7 8,7 9,6 10,5 11,4 12,2
14 2,2 3,8 5,1 6,4 7,6 8,7 9,7 10,7 11,6 12,6 13,4
15 3,1 4,7 6,1 7,4 8,5 9,6 10,7 11,7 12,6 13,5 14,4
16 4,1 5,6 7,0 8,3 9,5 10,6 11,7 12,7 13,6 14,6 15,5
17 5,0 6,5 7,9 9,2 10,4 11,5 12,5 13,6 14,5 15,4 16,2
18 5,9 7,4 8,8 10,1 11,3 12,4 13,5 14,6 15,4 16,3 17,3
19 6,8 8,3 9,8 11,1 12,3 13,4 14,5 15,5 16,4 17,4 18,2
20 7,7 9,3 10,7 12,0 13,2 14,4 15,5 16,5 17,4 18,4 19,2
21 8,6 10,2 11,6 12,9 14,2 15,4 16,4 17,4 18,4 19,3 20,2
22 9,5 11,2 12,5 13,9 15,2 16,3 17,4 18,4 19,4 20,3 21,2
23 10,4 12,0 13,5 14,9 16,0 17,3 18,4 19,4 20,4 21,3 22,2
24 11,3 12,9 14,4 15,7 17,1 18,2 19,2 20,3 21,4 22,3 23,2
25 12,2 13,8 15,4 16,7 18,0 19,1 20,2 21,4 22,3 23,3 24,2
26 13,2 14,8 16,3 17,7 18,9 20,1 21,3 22,3 23,3 24,3 25,2
27 14,1 15,7 17,2 18,6 19,8 21,1 22,2 23,3 24,3 25,2 26,1
28 15,0 16,6 18,1 19,4 20,9 22,1 23,2 24,3 25,3 26,2 27,2
29 15,9 17,6 19,0 20,5 21,8 23,0 24,2 25,2 26,2 27,3 28,2
30 16,8 18,4 20,0 21,4 23,7 23,9 25,1 26,1 27,2 28,2 29,1
32 18,6 20,3 21,9 23,3 24,7 25,8 27,1 28,2 29,2 30,2 31,2
34 20,4 22,2 23,8 25,2 26,5 27,9 28,9 30,1 31,2 32,1 33,1
36 22,2 24,1 25,5 27,0 28,4 29,7 30,9 32,0 33,1 34,2 35,1
38 24,0 25,7 27,4 28,9 30,3 31,6 32,8 34,0 35,0 36,1 37,0
40 25,8 27,7 29,2 30,8 32,2 33,5 34,7 35,9 37,0 38,1 39,1

Die Taupunkttabelle gibt an, bei welchen Oberflächentemperaturen in Abhängigkeit von der Lufttemperatur
und der relativen Luftfeuchte Kondensat auftritt. So wird z.B. bei einer Lufttemperatur von 20 °C und einer
relativen Luftfeuchte von 70% auf nichtsaugenden Oberflächen mit Oberflächentemperaturen unter 14,4 °C
Kondensat auftreten.

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING
ZTV-ING
Teil 1 Teil
Allgemeines
1 Allgemeines
Abschnitt
Abschnitt
3 Prüfungen
3 Prüfungen
während
während
der Ausführung
der Ausführung
Anhang B

Formblatt B 1.3.1

Äußere Bedingungen Seite

Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Bauabschnitt

Auftraggeber
Bauwerksname

Auftragnehmer oben

unten

Datum/ Bauteil 1 Lufttemperatur Unterschrift des


Uhrzeit 2 Taupunkttemperatur Auftragnehmers
3 Objekttemperatur
4 relative Luftfeuchte
1 °C
2 °C
3 °C
4 %
1 °C
2 °C
3 °C
4 %
1 °C
2 °C
3 °C
4 %
1 °C
2 °C
3 °C
4 %

Bemerkungen

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 1 Teil
ZTV-ING Allgemeines Abschnitt
1 Allgemeines 3 Prüfungen
Abschnitt während
3 Prüfungen der Ausführung
während Anhang B
der Ausführung

Formblatt B 1.3.2

Abreißfestigkeit Seite
Produkt / Systembezeichnung Bauwerksnummer (ASB)

Baumaßnahme Bauwerksname

Bauabschnitt oben

unten

Herstellungsdatum der Schichten Prüfungsdatum

Zugeordnete Prüffläche Angaben zum Prüfgerät Geprüft wird


Betonunterlage
Geräte Typ-Nr. vorbereitet
Messbereich unvorbereitet
Prüfstempeldurchmesser mm Betonersatzsystem
Prüfstempelfläche mm2 Grundierung/ Versiegelung/
Kratzspachtelung
Angaben zur Prüfung Oberflächenschutzsystem
Dichtungsschicht
Bohrtiefe mm Dünnbelag
Klebstoff Haftschicht
Lastanstiegsgeschwindigkeit
Kraftanstiegsgeschwindigkeit [N/s] Schweißbahn
.... 20 100 Dichtungssystem
50 300 Korrosionsschutzsystem

Temp. d. Abreiß- Abreißfestigkeit Versagensart [% der Bruchfläche]


Nr. Schichten kraft Einzelwert Mittelwert Kohäsionsversagen Adhäsionsversagen
[°C] [N] [N/mm2] [N/mm2] A B C D Y Z A/B B/C C/D D/Y Y/Z

Unterschriften Bezeichnung der


Schichten
A=
B=
C=
D=
Prüfer/ Firma Auftragnehmer Auftraggeber Y = Kleber
Z= Stempel

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING Teil 1Teil
ZTV-ING Allgemeines Abschnitt
1 Allgemeines 3 Prüfungen
Abschnitt während
3 Prüfungen der Ausführung
während Anhang B
der Ausführung

Formblatt B 1.3.3

Kontrollprüfung Rautiefe Seite

Eigenüberwachung

Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname

Auftragnehmer oben

unten

Datum Bauteil/ Einzelwerte Mittlere Unterschrift des


zugeordnete Prüffläche der Rautiefe Rautiefe Auftragnehmers
Rt [mm] Rtm [mm]

1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
1
2
3
Bemerkungen

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 1
Baugruben

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

Inhalt Seite Seite

1 Allgemeines .............................................. 3 8.4 Bauwerkshinterfüllung ............................... 9


2 Grundlagen ............................................... 3 9 Überwachung der Bauausführung /
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen ................... 3 Qualitätssicherung .................................. 9

2.2 Beweissicherung / Zustandserfassung ...... 3


2.3 Emissionen und sonstige
Beeinträchtigungen .................................... 3
2.4 Baugrund und Standsicherheit .................. 4
3 Geböschte Baugruben ............................ 4
4 Baugruben mit Verbau ............................. 4
4.1 Allgemeines ............................................... 4
4.2 Baugrubenwände ....................................... 4
4.2.1 Trägerbohlwände ....................................... 4
4.2.2 Stahlspundwände ...................................... 4
4.2.3 Bohrpfahlwände ......................................... 5
4.2.4 Schlitzwände .............................................. 5
4.2.5 Kombination von Verbauarten ................... 5
5 Baugrubensohle / Planum ....................... 5
6 Verankerung, Vernagelung und
Aussteifung .............................................. 6
6.1 Verpressanker ............................................ 6
6.2 Vernagelung ............................................... 6
6.3 Baugrubenaussteifung ............................... 6
7 Baugruben im Grundwasser ................... 6
7.1 Allgemeines ............................................... 6
7.2 Restwassermengen ................................... 6
7.3 Dichte Baugrubenwände ........................... 7
7.3.1 Allgemeines ............................................... 7
7.3.2 Stahlspundwände ...................................... 7
7.3.3 Bohrpfahlwände ......................................... 7
7.3.4 Schlitzwände .............................................. 7
7.3.5 Dichtwände mit eingehängter
Spundwand ................................................ 7
7.4 Dichte Baugrubensohlen ........................... 7
7.4.1 Allgemeines ............................................... 7
7.4.2 Unterwasserbetonsohle ............................. 7
7.4.3 Tiefliegende Injektionssohle ....................... 8
7.4.4 Hochliegende Injektionssohle .................... 8
8 Aushub, Rückbau und Verfüllen
der Baugrube ............................................ 8
8.1 Aushub der Baugrube ................................ 8
8.2 Rückbau der Baugrube .............................. 8
8.3 Verfüllen der Baugrube / des
Arbeitsraumes ............................................ 8

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

1 Allgemeines (3) Vor Beginn der Baumaßnahmen werden vom


Auftraggeber Art und Umfang der Beweissicherung
(1) Der Teil 2 Abschnitt 1 gilt nur in Verbindung mit festgelegt und der Beweissicherer benannt.
dem Teil 1 Allgemeines.
(4) Führt der Auftraggeber die Zustandserfassung
(2) Es gelten DIN 1054, DIN 4020, DIN 4084, vor Beginn der Baumaßnahmen durch, werden die
DIN 4085, DIN 4123 und DIN 4124 sowie die Zu- Ergebnisse dem Auftragnehmer mit der Leistungs-
sätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und beschreibung übergeben.
Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau
(5) Der Auftragnehmer übernimmt unter Anerken-
(ZTV E-StB) und die Empfehlungen des Arbeitskrei-
nung der Ergebnisse diese Zustandserfassung mit
ses „Baugruben“ (EAB).
der Maßgabe, sie während der Baumaßnahme fort-
(3) Für Wasserhaltungsmaßnahmen gilt der Ab- zuschreiben.
schnitt 3.
(6) Ist der Auftragnehmer mit der Beweissicherung
(4) Mit der Vorerkundung, Erkundung, Planung, beauftragt, hat er im Einvernehmen mit dem Auftrag-
Berechnung und Herstellung dürfen nur solche Per- geber einen unabhängigen Sachverständigen für die
sonen verantwortlich betraut werden, die gründliche Durchführung dieser Maßnahmen einzuschalten. Vor
Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen in der Beginn der Baumaßnahmen sind dem Auftraggeber
Geotechnik nachweisen können. Art und Umfang der Beweissicherung zur Zustim-
(5) Der Fachplaner für Geotechnik/Sachverständi- mung vorzulegen. Die Ergebnisse der Zustandser-
ge für Geotechnik muss nachweislich fachkundig und fassungen sind dem Auftraggeber zeitnah zur Aner-
erfahren auf dem Gebiet der Geotechnik sein. kennung vorzulegen.
(7) Die von den Beweissicherungsmaßnahmen Be-
2 Grundlagen troffenen sind vom Auftragnehmer in Abstimmung mit
dem Auftraggeber rechtzeitig vor Durchführung zu
benachrichtigen.
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen
(8) Nach Beendigung der Bauarbeiten ist eine ab-
(1) Vor Beginn der Bauarbeiten ist die exakte Lage schließende Zustandserfassung durchzuführen und
der betroffenen baulichen Anlagen durch den Auf- die vollständige Beweissicherung dem Auftraggeber
tragnehmer zu überprüfen. zu übergeben.
(2) Bei der Herstellung und Vorhaltung der Baugru- (9) Treten durch das vom Auftragnehmer gewählte
ben dürfen keine für diese baulichen Anlagen unver- Bauverfahren Schäden an benachbarten Bauten
träglichen Verformungen auftreten. oder andere schädliche Auswirkungen auf, ist der
(3) Die Größe der verträglichen Verformungen und Auftraggeber hiervon unverzüglich zu informieren.
ggf. erforderliche Sicherungsmaßnahmen sind in die Der Auftragnehmer muss umgehend geeignete Maß-
Leistungsbeschreibung aufzunehmen. nahmen einleiten.
(4) Soweit Ver- und Entsorgungseinrichtungen die
Baugrubengrundrissfläche durchlaufen oder im un- 2.3 Emissionen und sonstige
mittelbaren Einflussbereich der Baugrubenwände Beeinträchtigungen
und der Verankerung dieser liegen, sind vor Baube-
ginn die notwendigen Maßnahmen (z.B. Umverle- (1) Für die Beurteilung von Erschütterungen gilt
gungen von Leitungen, Behelfsbrücken) auszufüh- DIN 4150.
ren. (2) Die Einhaltung der zulässigen Emissionsgrenz-
(5) Art und Umfang der notwendigen Maßnahmen werte ist durch den Auftragnehmer nachzuweisen.
sind in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen. Bedingt der Bauablauf stärkere Emissionen als die
gesetzlichen Regelungen bzw. einschlägige Normen
erlauben, ist ein Emissionsschutzkonzept vorzule-
2.2 Beweissicherung / gen.
Zustandserfassung (3) Die Zugänglichkeit von Ver- und Entsorgungs-
(1) Die Beweissicherung gliedert sich in Zustands- einrichtungen ist im Rahmen des Baubetriebes zu
erfassungen vor Beginn, während und nach Ab- gewährleisten.
schluss der Baumaßnahmen. (4) Die Art und der Umfang der Reinigung der Ver-
(2) Für Gebäude und sonstige Anlagen, Ver- und kehrswege sind in der Leistungsbeschreibung fest-
Entsorgungsleitungen sowie schützenswerte Vege- zulegen.
tation im Einflussbereich der Baumaßnahmen ist
rechtzeitig vor Baubeginn eine Zustandserfassung
durchzuführen.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

2.4 Baugrund und Standsicherheit nehmer Abweichungen bei der Herstellung der Bau-
grubenwand zu berücksichtigen. Die daraus resul-
(1) Durch geotechnische Untersuchungen nach tierenden Mehrmengen gehen zu Lasten des Auf-
DIN 4020 sind die für die Bauaufgabe maßgeben- tragnehmers.
den Baugrundeigenschaften zu ermitteln. Die cha-
rakteristischen Werte von Bodenkenngrößen sind (5) Die herstellungsbedingten Abweichungen und
unter Berücksichtigung von DIN 1054 und DIN 4020 die sich durch die Beanspruchung bei der jeweiligen
festzulegen. Verbauart ergebenen Verformungen sind bei der
Festlegung der lichten geometrischen Baugruben-
(2) Vor Beginn der Aushubarbeiten ist die Standsi- abmessungen zu berücksichtigen.
cherheit der geplanten Baugrube gemäß DIN 4124
zu belegen. Erforderliche rechnerische Standsicher-
heitsnachweise und Ausführungspläne sind dem 4.2 Baugrubenwände
Auftraggeber in prüffähiger Form vorzulegen.
(3) Die Prüfung erfolgt durch den Auftraggeber oder 4.2.1 Trägerbohlwände
durch einen von ihm beauftragten Prüfingenieur. (1) Trägerbohlwände können vertikal oder auch ge-
(4) In Fällen, in denen die Prüfung durch den Auf- neigt als sogenannter „liegender“ Verbau ausgeführt
tragnehmer erfolgen soll, ist dies in die Leistungs- werden.
beschreibung aufzunehmen. (2) Die Stahlträger sind grundsätzlich mit gleichem
(5) Werden die Ausführungsunterlagen in geprüfter Abstand einzubauen.
Form gefordert, bedarf die Wahl des Prüfingenieurs (3) Bei ungleichen Abständen der Träger sind be-
der Zustimmung des Auftraggebers. Die Prüfkosten sondere Maßnahmen zu treffen, um ein Verdrehen
trägt der Auftragnehmer. der Träger infolge unterschiedlicher Belastung der
Verbohlung zu vermeiden.
3 Geböschte Baugruben (4) Bohlen zwischen Verbauträgern sind durch Hart-
holzkeile mit Verspannung gegen den Boden einzu-
(1) Bei der Herstellung der Böschung ist eine Ge- bauen. Die Keile sind durch aufgenagelte Leisten
fährdung durch abrutschende Massen auszuschlie- gegen Lösen in ihrer Lage zu sichern und regelmä-
ßen. Beim Aushub entstandene Überhänge durch ßig zu überprüfen. Abweichend zur DIN 4124 dürfen
Bauwerksreste, Steine oder Felsbrocken sind sofort nur kantenscharf gesägte Bohlen eingesetzt werden.
zu beseitigen. Steine und Felsreste, die sich aus der Die Bohlen müssen eine Mindestauflagerbreite von
Böschung lösen können, sind regelmäßig zu kon- 1/5 der Trägerbreite aufweisen.
trollieren, wenn erforderlich zu sichern oder zu
beräumen. (5) Bei einer verankerten Trägerbohlwand ohne
Gurtung ist zur Sicherung gegen Ankerausfall am
(2) Baugrubenböschungen sind vor Witterungsein- Kopf des Verbaus umlaufend ein Stahlzugband von
flüssen (Erosion durch Niederschläge, Austrocknung mindestens 100 x 10 mm anzuschweißen. Diese
usw.) zu schützen. Austretendes Schichtenwasser Maßnahme ersetzt nicht den Nachweis „Ausfall ei-
und sich auf den Böschungsflächen sammelndes nes Ankers“.
Oberflächenwasser sind schadlos abzuleiten.
(3) Für die Baugrubensohle gilt Nr. 5. 4.2.2 Stahlspundwände
(1) Es gelten DIN EN 10248 und DIN EN 12063.
4 Baugruben mit Verbau (2) In der Leistungsbeschreibung sind die Anforde-
rungen an das Herstellungsverfahren in Abhängig-
4.1 Allgemeines keit von den örtlichen Randbedingungen festzulegen.
(1) Die nachfolgenden Nrn. behandeln Baugruben (3) Für das Einbringen der Spundbohlen ist ein ge-
ohne Grundwasser. eignetes Führungssystem zu wählen, welches ein
Ausweichen der Spundbohle beim Einbringen ver-
(2) Die Ausführung der Baugruben kann in der Bau- hindert. Dabei sind Lotabweichungen quer zur
weise mit Arbeitsraum oder in der Bauweise ohne Spundwandachse von maximal 1,5 % der Bohlen-
Arbeitsraum erfolgen. länge zulässig. Bei größeren Abweichungen sind die
(3) Wird ein Bauwerk unmittelbar gegen die Bau- Spundbohlen zu ziehen, neu auszurichten und er-
grubenwände betoniert, ist durch geeignete Maßnah- neut einzubringen.
men eine zwängungsarme Bewegung des Bauwerks (4) Auf eine Gurtung kann bei verankerten Spund-
zu ermöglichen (z.B. durch Trennfolien). wänden in Abstimmung mit dem Auftraggeber ver-
(4) Wird das Bauwerk ohne Arbeitsraum direkt ge- zichtet werden, wenn die einzelnen Rammelemente
gen die Baugrubenwand betoniert, hat der Auftrag- verankert und kraftschlüssig im Schloss gerammt

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

wurden und eine durchgehende, flächenhafte Trag- (2) Bei Bezugnahme der DIN EN 1538 auf die ENV
wirkung nachgewiesen ist. 206, ENV 1991, ENV 1992 und ENV 1994 sind die
(5) Der Nachweis kann durch eine einwandfreie DIN-Fachberichte „Beton“, „Einwirkungen auf Brü-
Schlossverhakung, z.B. durch installierte induktive cken“, „Betonbrücken“ und „Verbundbrücken“ anzu-
Näherungsschalter oder mechanische Federstifte, wenden.
erbracht werden. (3) Sofern Schlitzwände zu tragenden Bauteilen des
(6) Die Hilfsmittel zum Einbringen der Spundbohlen endgültigen Bauwerks werden, sind sie entsprechend
(z.B. Niederdruck-/Hochdruck-Spülen) sind statisch den Expositionsklassen, denen das Bauteil zugeord-
zu berücksichtigen. Spülhilfen sind bis maximal 1 m net ist, herzustellen. In diesem Fall muss die Beton-
vor Erreichen der endgültigen Einbautiefe zulässig. deckung 10 cm betragen.
(4) Die Bewehrungskörbe dürfen erst nach Sicht-
4.2.3 Bohrpfahlwände kontrolle durch den Auftraggeber vor Ort eingebaut
werden.
(1) Es gelten DIN EN 1536, DIN-Fachbericht „Bohr-
(5) Vor Baubeginn ist die Eignung der Rezeptur für
pfähle“ und der Teil 3 Abschnitt 1.
die Stützflüssigkeit nachzuweisen. Der Nachweis ist
(2) Bei Bezugnahme der DIN EN 1536 auf die ENV dem Auftraggeber vorzulegen.
206, ENV 1991-1, ENV 1992-1-1 und ENV 1994-1-1
sind die DIN-Fachberichte „Beton“, „Einwirkungen auf (6) Der Auftragnehmer hat vor der Herstellung ei-
Brücken“, „Betonbrücken“ und „Verbundbrücken“ nen Lamelleneinteilungsplan aufzustellen, der min-
anzuwenden. destens folgende Angaben enthalten muss:
– die Bezeichnung und die Breite der Lamellen,
(3) Sofern die Bohrpfahlwände zu tragenden Bau-
teilen des endgültigen Bauwerks werden, sind sie – die planmäßigen Einbindetiefen,
entsprechend den Expositionsklassen, denen das – die Reihenfolge der Herstellung,
Bauteil zugeordnet ist, herzustellen.
– das zulässige Alter der Vorgängerlamelle,
(4) Die Bewehrungskörbe dürfen erst nach Sicht-
kontrolle durch den Auftraggeber vor Ort eingebaut – die Maßnahmen zur Absicherung von offenen
werden. oder noch nicht erhärteten Lamellen.

(5) Der Auftragnehmer hat vor der Herstellung über- (7) Der Auftragnehmer hat den Nachweis über die
schnittener Bohrpfahlwände einen Bohrfolgeplan Entsorgung der anfallenden Suspensionsreste zu
aufzustellen, der mindestens folgende Angaben ent- erbringen.
halten muss:
4.2.5 Kombination von Verbauarten
– die Bezeichnung und die Durchmesser der Pfäh-
le, Bei der Kombination von Verbauarten sind die vor-
genannten Regelungen sinngemäß anzuwenden.
– die planmäßigen Einbindetiefen,
– die Reihenfolge der Herstellung,
5 Baugrubensohle / Planum
– die zulässige Betonfestigkeit der Primärpfähle
beim Herstellen der Sekundärpfähle, (1) Bei bindigem Boden und bei Böden, die bei
Wasser- und/oder Luftzutritt aufweichen oder zerfal-
– die Sicherheitsmaßnahmen zur Absicherung of- len, ist eine mindestens 50 cm dicke Schutzschicht
fener Bohrungen und noch nicht erhärteter Pfäh- in der Baugrube zu belassen. Diese Schutzschicht
le. ist in geeigneter Weise, ggf. von Hand, und abschnitt-
(6) Die Bohrpfahlwände sind mit Bohrschablone weise unmittelbar vor dem Herstellen des Grün-
herzustellen. dungsbauteils auszuheben. Das freigelegte Planum
(7) Vorwüchse sind zu beseitigen, wenn sie den er- ist unmittelbar durch die Aufbringung der Trag-
forderlichen Lichtraum einschränken. konstruktion (Sauberkeitsschicht aus Beton oder Fil-
ter-/Dränschicht oder Tragschicht) zu schützen.
(8) Eine höhere Festigkeitsklasse als C30/37 darf
rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden. (2) Bei verdichtungsfähigen Böden sind Auflocke-
rungen durch ein geeignetes Verdichtungsverfahren
(9) Bei einer Suspensionsstützung hat der Auftrag- zu beseitigen. Falls sich die Auflockerungen durch
nehmer den Nachweis über die Entsorgung der an- Verdichten nicht beheben lassen, kann der Auftrag-
fallenden Suspensionsreste zu erbringen. geber den Ersatz des Bodens durch Beton oder ein
geeignetes Ersatzmaterial verlangen.
4.2.4 Schlitzwände
(3) Bei feinkörnigen, wassergesättigten Böden ist ein
(1) Es gelten DIN EN 1538 in Verbindung mit Befahren der Baugrubensohle und des Planums nicht
DIN 4126 und DIN 4127 sowie Teil 3 Abschnitt 1. zulässig.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

(4) Wenn die planmäßige Gründungssohle tiefer als (5) Abhängig vom Umfang des Wasserandrangs
die tatsächlich angetroffene Felsoberfläche liegt, darf sind zwischen Boden/Fels und Spritzbetonschale flä-
der Fels nur mit Zustimmung des Auftraggebers ab- chenhaft angeordnete Dränmatten/Dränstreifen bzw.
gebaut werden. filterstabil ummantelte Dränrohre zur Ableitung von
(5) Der Termin für die Überprüfung der Baugruben- Oberflächen- und Sickerwasser einzubauen. Zur
sohle ist vom Auftragnehmer so rechtzeitig zu be- Ableitung des mit diesen Elementen gesammelten
nennen, dass ein Fachplaner für Geotechnik/Sach- Wassers sind Durchlauföffnungen durch die Spritz-
verständiger für Geotechnik beteiligt werden kann. betonschale zu führen.
Hierfür hat der Auftragnehmer die Baugrube erfor- (6) In die Leistung einzurechnen ist eine durch das
derlichenfalls wasserfrei zu halten und die notwen- Herstellungsverfahren bedingte Überdicke der Spritz-
digen Hilfseinrichtungen und Arbeitskräfte zur Ver- betonschale von 20 % der Solldicke und der aufgrund
fügung zu stellen. der geotechnischen Situation unvermeidbare Mehr-
aushub bzw. Mehrausbruch bis zu einem Einzel-
volumen von 0,01 m3/m2.
6 Verankerung, Vernagelung
und Aussteifung 6.3 Baugrubenaussteifung
(1) Es gelten die DIN-Fachberichte „Beton“, „Beton-
6.1 Verpressanker brücken“ und „Stahlbrücken“ sowie DIN 1052.
(1) Für die Herstellung und Prüfung gilt DIN 4125. (2) Zur Aufnahme von Horizontalkräften vorgesehe-
Zusätzlich sind die Regelungen des informativen ne Verbände sind an die Baugrubenwände und et-
Anhanges G der DIN 1054 anzuwenden. waige Mittelträgerreihen unverschieblich und kraft-
schlüssig anzuschließen.
(2) Die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen
für die Ankerköpfe und für die Anker sind dem Auf- (3) Rundholzsteifen müssen geradwüchsig und ohne
traggeber vorzulegen. Drehwuchs sein. Hölzerne Steifen dürfen nicht ge-
stoßen werden.
(3) Genehmigt der Auftraggeber die Ausführung ei-
ner in der Leistungsbeschreibung nicht vorgesehe-
nen Rückverankerung, hat der Auftragnehmer hier- 7 Baugruben im Grundwasser
für die schriftliche Zustimmung der betroffenen
Grundstückseigentümer dem Auftraggeber vor Bau- 7.1 Allgemeines
beginn vorzulegen.
(1) Zusätzlich zu Nr. 4 gelten die nachfolgenden
(4) Der Lastfall „Ausfall eines Ankers“ ist nachzu- Regelungen.
weisen. Hierbei sind für die erdstatischen Nachwei-
se die Teilsicherheitsbeiwerte gemäß Lastfall 3 nach (2) Die Anforderungen an die Wasserhaltung sind
DIN 1054 einzuhalten. in Abschnitt 3 geregelt.
(5) Der Verpresskörperüberstand ist auf maximal (3) In der Leistungsbeschreibung sind die Auflagen
1 m zu begrenzen. aus der wasserrechtlichen Genehmigung und die
Ergebnisse der projektbezogenen Gutachten zu be-
(6) Bei Verwendung von Mikropfählen statt Verpress- rücksichtigen.
ankern kann der Auftraggeber Abnahmeprüfungen
für jeden Pfahl entsprechend den Regelungen für (4) Wegen des besonderen Risikos beim Bauen im
Verpressanker fordern. Grundwasser sind für mögliche Störfälle Anweisun-
gen zur sofortigen Schadensbegrenzung auf der
Baustelle vorzuhalten.
6.2 Vernagelung
(1) Es gilt prEN 14490. 7.2 Restwassermengen
(2) Die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (1) Restwasser tritt der technisch dichten Baugrube
für Nägel sind dem Auftraggeber vorzulegen. z.B. durch Fugen und Schlösser zu und muss abge-
(3) Der Aushub (freie Standhöhe bis zur Aufbringung leitet werden. Die Anforderungen an Beschaffenheit
der Spritzbetonschale und/oder Vernagelung) darf und Menge des abzuleitenden Restwassers sind in
nur in der Höhe erfolgen, dass kein Herausrollen, die Leistungsbeschreibung aufzunehmen.
Ausfließen oder ein Ausbruch von Boden und Fels (2) Für die Behandlung und Ableitung bzw. Rück-
auftreten kann. führung der Restwassermengen ist von der zustän-
(4) Die ggf. erforderliche Spritzbetonschale (Flä- digen Wasserbehörde vor Baubeginn eine Geneh-
chensicherung) ist unmittelbar nach dem Freilegen migung einzuholen. Die Verantwortlichkeiten hierzu
aufzubringen. Für deren Ausführung gilt DIN 18551. sind in Abschnitt 3 geregelt.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

(3) Wird das Bauverfahren vom Auftragnehmer ge- (2) Als allseitige Abweichung von der Lotrechten sind
wählt, sind die in der Leistungsbeschreibung vorge- 0,5 % der Schlitzwandhöhe zulässig.
gebene Menge und die Beschaffenheit des abzulei- (3) Bei jeder Lamelle ist eine Lagekontrolle durch
tenden Restwassers nachzuweisen und einzuhalten. ein Geomesssystem (z.B. Inklinometermessung)
durchzuführen und zu protokollieren.
7.3 Dichte Baugrubenwände (4) Die Überschneidung der Lamellen in der Schlitz-
wandsohle muss mindestens 20 cm betragen.
7.3.1 Allgemeines (5) Arbeitsfugen sind wasserdicht auszuführen.
(1) Dichte Baugrubenwände können sowohl als Bau- Nachverpressmöglichkeiten sind vorzusehen.
behelfe als auch im Ausnahmefall als Teil des end-
gültigen Bauwerks dienen. 7.3.5 Dichtwände mit eingehängter
(2) Auf die Dichtigkeit notwendiger Querschotte und Spundwand
deren Anschluss ist besonders zu achten. (1) Es gelten die Nrn. 7.3.2 und 7.3.4.
(2) Spundbohlen sind zur Lagesicherung mit einer
7.3.2 Stahlspundwände Zwangsführung lotrecht in die Schlitze einzubauen.
(1) Die Stahlspundwände sind wasserdicht herzu- Es sind Maßnahmen zu treffen, um ein Versinken
stellen. des Spundwandkopfes in der Dichtflüssigkeit zu ver-
hindern.
(2) In Abhängigkeit von der zulässigen Restwasser-
menge kann es erforderlich sein, zusätzlich Schloss- (3) Die Endschlösser der Spundwände sind gegen
dichtungen o.ä. einzusetzen. Beschädigung durch Schlitzwandgreifer und Eindrin-
gen von Dichtmasse durch ein Schutzprofil, das vor
(3) Es sind Lotabweichungen quer zur Spundwand-
dem Einbau der folgenden Bohle gezogen wird, zu
achse von maximal 1 % der Bohlenlänge zulässig.
schützen.
Bei größeren Abweichungen sind die Spundbohlen
zu ziehen, neu auszurichten und erneut einzubrin- (4) Zur Vermeidung von Gefügestörungen der be-
gen. reits abgebundenen Dichtmasse sind die Spund-
bohlen erschütterungsarm einzubringen.
7.3.3 Bohrpfahlwände
(1) Es sind nur Wände mit überschnittenen Bohr-
7.4 Dichte Baugrubensohlen
pfählen zulässig.
7.4.1 Allgemeines
(2) Bohrpfahlwände als dichte Baugrubenwände
sind mit einem Pfahldurchmesser von mindestens (1) Dichte Baugrubensohlen können durch den Un-
60 cm auszubilden. tergrund selbst (natürliche Dichtsohle) oder durch
den Einbau einer entsprechenden Konstruktion er-
(3) Als allseitige Abweichung der Pfahlachsen von reicht werden, insbesondere durch
der Lotrechten sind 0,5 % der Bohrpfahllänge zuläs-
sig. – eine Unterwasserbetonsohle,

(4) Die Herstellung hat mit Bohrlochverrohrung zu – eine Injektionssohle (hoch- oder tiefliegend) und
erfolgen. – Sonderbauverfahren, wie z.B. Vereisung.
(5) Die Überschneidung benachbarter Pfähle muss (2) Die den Berechnungen zugrunde gelegten
an jeder Stelle mindestens 50 mm betragen. Druckverhältnisse sind inner- und außerhalb der
(6) Bei jeder einzelnen Pfahlbohrung ist vor dem Baugrube durch Grundwasserstandsmessungen vor
Betonieren eine Lagekontrolle am Pfahlfuß mittels und während des Aushubs zu kontrollieren. Inner-
geeigneter Messeinrichtungen durchzuführen und zu halb der Baugrube ist der Grundwasserstand ober-
protokollieren. halb der Dichtsohle zu erfassen.

(7) Bei der Anordnung von mehreren unbewehrten (3) Die Wirksamkeit der Dichtsohle ist vor dem Aus-
Pfählen zwischen bewehrten Pfählen (z.B. 1+3 Sys- hub durch Probelenzung nachzuweisen.
tem) sind die unbewehrten Pfähle im Grundriss in
einer Stützlinie (gewölbeartig) anzuordnen. 7.4.2 Unterwasserbetonsohle
(1) Unterwasserbetonsohlen sind in der Regel
7.3.4 Schlitzwände unbewehrt vorzusehen.
(1) Schlitzwände sind mit einer Nenndicke von min- (2) Der Beton ist im Kontraktorverfahren einzubrin-
destens 60 cm auszubilden. gen.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

(3) Die erforderliche Dicke der Unterwasserbeton- 8 Aushub, Rückbau und


sohle ist für den festgelegten Bemessungswasser-
stand für die Bauzeit nachzuweisen. Verfüllen der Baugrube
(4) Zwischen der Oberkante des Unterwasserbetons
und der Unterkante der Sauberkeitsschicht ist eine
8.1 Aushub der Baugrube
Ausgleichsschicht aus Kies von mindestens 20 cm (1) Für Bodenarbeiten innerhalb der durchwurzelten
Dicke vorzusehen. Die Ausgleichsschicht ist filter- Bodenschicht gelten die Zusätzlichen Technischen
stabil auszuführen und im Randbereich gegen seitli- Vertragsbedingungen und Richtlinien für Land-
ches Ausweichen zu sichern. schaftsbauarbeiten im Straßenbau (ZTV La-StB).
(5) Der Anschlussbereich Sohle/Wand ist vor Ein- (2) Der Abtrag und die Lagerung des Oberbodens
bringen des Unterwasserbetons zu kontrollieren (ggf. müssen gesondert erfolgen. Abtrag und Lagerung
durch Tauchereinsatz). sollen so erfolgen, dass eine Verschlechterung des
(6) Unterwasserbetonsohlen dürfen für den Nach- Bodenmaterials hinsichtlich Qualität und Zusammen-
weis der Auftriebssicherheit des endgültigen Bau- setzung vermieden wird.
werks in der Regel nicht herangezogen werden.
8.2 Rückbau der Baugrube
7.4.3 Tiefliegende Injektionssohle (1) In der Leistungsbeschreibung ist anzugeben, ob
(1) Das Verfahren sieht die Herstellung einer wasser- und in welchem Umfang Elemente der Baugruben-
undurchlässigen Schicht aus Zement- und/oder sicherung im Untergrund verbleiben oder rückgebaut
Kunststoffsuspension (Weichgel) in Lockergestein werden sollen.
vor, damit der darüber verbleibende Erdkörper dem (2) Der Rückbau von Elementen der Baugruben-
darunter angreifenden Grundwasserdruck entgegen- sicherung ist dem Auftraggeber rechtzeitig vor Be-
wirken kann. ginn anzuzeigen.
(2) Wegen der Herstellungsungenauigkeiten sollte (3) Verbleibende Elemente sind einzumessen und
die Injektionssohle nicht mehr als 40 m unter der in die Bestandspläne aufzunehmen.
Bohrebene liegen.
(4) Bei verbleibenden Baugrubensicherungen ist
(3) Bei Höhenabstufungen der Injektionssohle ist an eine dauerhafte Beeinflussung des Grundwassers
der Versatzstelle ein Übergangsblock mit einer zu verhindern.
Überlappungslänge, die mindestens der 2-fachen
Versatztiefe entspricht, auszuführen. 8.3 Verfüllen der Baugrube /
(4) Für die Injektionssohle sind wasserrechtliche des Arbeitsraumes
Genehmigungen hinsichtlich der Zusammensetzung
der vorgesehenen Injektionsmaterialien erforderlich. (1) Die an das Material gestellten Qualitätsanfor-
derungen im Hinblick auf Art und Zusammensetzung
(5) Die Einhaltung der in den Genehmigungen fest- sind vor Ausführung dem Auftraggeber nachzuwei-
gelegten Werte ist auf der Baustelle laufend zu über- sen.
prüfen und zu dokumentieren.
(2) Bei der Verwendung von gebrochenem Material
darf dessen Einbau nicht zu Schäden an der vor-
7.4.4 Hochliegende Injektionssohle
handenen Bauwerksabdichtung und -dränage füh-
(1) Die wie die tiefliegende Injektionssohle herge- ren.
stellte Dichtungsschicht (kein Weichgel) wird anstel- (3) In Verbindung mit den Verdichtungsanforderun-
le der Erdauflast durch Zuganker oder -pfähle ge- gen und den dafür benötigten Verdichtungsgeräten
gen den Auftrieb gesichert. Dies hat den Vorteil, dass ist der Verdichtungserddruck nach DIN 4085 nach-
die Baugrubenwände nicht so tief einbinden müs- zuweisen. Dabei sind insbesondere die verschiede-
sen. nen Bauzustände zu beachten (z.B. einseitige Ver-
(2) Die hochliegende Injektionssohle ist mit einer füllung).
Erdüberdeckung von mindestens 1 m Dicke bis zur (4) Sofern ein Wiedereinbau beim Aushub anfallen-
späteren Baugrubensohle herzustellen. der Böden vorgesehen ist, muss geeignetes Materi-
(3) Der erforderliche Verbund zwischen der Injek- al getrennt gelagert werden. Eine Vermischung mit
tionssohle und der Verankerung ist durch Eignungs- vernässten, organischen oder nicht verdichtungs-
versuche auf der Baustelle nachzuweisen. fähigen Böden ist auszuschließen. Bei bindigem oder
witterungsempfindlichem Bodenmaterial ist das
Niederschlagswasser durch geeignete Maßnahmen
(z.B. Abwalzen mit Gefälle, Folienabdeckung) abzu-
halten.

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 1 Baugruben

(5) Organische, quellfähige oder vernässte Böden


dürfen nicht verwendet werden.
(6) Durch unsachgemäße Zwischenlagerung un-
brauchbar gewordenes Bodenmaterial hat der Auf-
tragnehmer zu beseitigen und durch brauchbares
Verfüllmaterial zu ersetzen. Die Kosten gehen zu
Lasten des Auftragnehmers.
(7) Bei der Wiederherstellung des Geländes gelten
die ZTV La-StB.

8.4 Bauwerkshinterfüllung
(1) Es gilt das Merkblatt über den Einfluss der Hinter-
füllung auf Bauwerke.
(2) Bei verankerten Wänden ist das Spannen bzw.
Entlasten der Anker auf die Hinterfüllarbeiten abzu-
stimmen. Die entsprechenden Einwirkungskombina-
tionen sind bei den Standsicherheitsnachweisen zu
berücksichtigen.

9 Überwachung der Bauaus-


führung / Qualitätssicherung
(1) Während der Bauausführung hat regelmäßig
eine Beobachtung und ggf. auch messtechnische
Kontrolle der Baugrubensicherung durch den Auftrag-
nehmer im Hinblick auf Übereinstimmung mit der
Ausführungsplanung zu erfolgen. Bei Nichtüberein-
stimmung ist umgehend der Auftraggeber zu infor-
mieren und vom Auftragnehmer ein entsprechender
Änderungsplan dem Auftraggeber vorzulegen.
(2) Zur Beurteilung der Bauwerks-Boden-Wechsel-
wirkung können besondere Messeinrichtungen im
Sinne eines Geomessprogramms erforderlich wer-
den (Präzisionsnivellement, Alignement, Inklino-
meter, Druckmessdosen u.a.).

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 2 Gründungen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 2
Gründungen

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 2 Gründungen

Inhalt Seite

1 Allgemeines .............................................. 3
2 Flachgründungen ..................................... 3
3 Tiefgründungen ........................................ 3
3.1 Allgemeines ............................................... 3
3.2 Pfahlgründungen ....................................... 3
3.2.1 Allgemeines ............................................... 3
3.2.2 Verdrängungspfähle ................................... 3
3.2.3 Bohrpfähle.................................................. 4
3.2.4 Mikropfähle ................................................ 5
3.3 Gründungen auf Spundwänden ................. 5
4 Sondergründungen .................................. 5
5 Bodenersatz ............................................. 5
5.1 Allgemeines ............................................... 5
5.2 Bodenersatz mit nichtbindigem Boden ...... 6
5.3 Bodenersatz mit Beton............................... 6
5.4 Unterfangungen ......................................... 6
6 Gründung auf verbessertem /
verfestigtem Baugrund ............................ 6
6.1 Verdichtung ................................................ 6
6.1.1 Oberflächen- und Tiefenverdichtung .......... 6
6.1.2 Dynamische Intensivverdichtung
und Sprengverdichtung .............................. 6
6.2 Verfestigung ............................................... 7
6.2.1 Allgemeines ............................................... 7
6.2.2 Verfestigung durch Bindemittel .................. 7
6.2.3 Verfestigung durch Injektionen
und Verdichtungsinjektionen ...................... 7
7 Überwachung der Bauausführung /
Qualitätssicherung .................................. 7

2 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 2 Gründungen

1 Allgemeines 3 Tiefgründungen
(1) Der Teil 2 Abschnitt 2 gilt nur in Verbindung mit
dem Teil 1 Allgemeines. 3.1 Allgemeines
(2) Es gelten DIN 1054, DIN 4020, DIN 4123, (1) Es gelten die DIN EN 1536 in Verbindung mit
DIN 4124 sowie die Zusätzlichen Technischen Ver- dem DIN-Fachbericht „Bohrpfähle“, DIN EN 12699,
tragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im DIN EN 12794 und DIN EN 14199.
Straßenbau (ZTV E-StB) und die Empfehlungen des (2) Bei Bezug in den vorgenanten Normen auf
Arbeitskreises „Baugruben“ (EAB). EN 206, EN 1991-1, EN 1992, EN 1993 und
(3) Vor Beginn der Baumaßnahme wird durch den EN 1994-1-1 sind die DIN-Fachberichte „Beton“, „Ein-
Auftraggeber festgelegt, in welche Geotechnische wirkungen auf Brücken“, „Betonbrücken“, „Stahl-
Kategorie die Bauwerksgründung einzuordnen ist. brücken“ und „Verbundbrücken“ anzuwenden.
(4) Das Merkblatt über den Einfluss der Hinterfüllung (3) Die Empfehlungen des Arbeitskreises „Pfähle“
auf Bauwerke ist zu beachten. (EA – Pfähle) sind zu beachten.
(5) Die vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten
Angaben zur Gründung aus dem Geotechnischen 3.2 Pfahlgründungen
Bericht gelten nur für den Verwaltungsentwurf und
nur für die dort genannte Gründungsart und Grün- 3.2.1 Allgemeines
dungstiefe. Bei Änderungsvorschlägen oder Neben- (1) Die Tragfähigkeit der Pfähle ist anhand von Pfahl-
angeboten ist vom Auftragnehmer die Gleichwertig- probebelastungen oder von Probebelastungen un-
keit durch einen Fachplaner für Geotechnik/Sach- ter vergleichbaren Verhältnissen nachzuweisen, bzw.
verständigen für Geotechnik nachzuweisen. es kann auf die Erfahrungswerte der DIN 1054 zu-
(6) Der Auftragnehmer hat bei dem von ihm gewähl- rückgegriffen werden, wenn über das mechanische
ten Bauverfahren vor Beginn der Gründungsarbeiten Verhalten des Baugrundes gesicherte Erkenntnisse
eine Zustandserfassung durchzuführen. Hierzu gilt vorliegen. Die Art des Tragfähigkeitsnachweises ist
Abschnitt 1 Nr. 2. in der Leistungsbeschreibung festzulegen.
(7) Für die Ausführungsplanung sind der Rechen- (2) Für Probebelastungen gelten die EA – Pfähle.
gang und die zugehörigen Lastannahmen im Ein- (3) Einzelpfähle oder einreihige Pfahlgruppen unter
vernehmen mit dem Auftraggeber festzulegen. Widerlagern oder Stützen mit längsfesten Lagern
(8) Bei Ausschachtungen an Bauwerken ist in der sind mit Ausnahme bei der integralen Bauweise nicht
Leistungsbeschreibung anzugeben, mit welcher Ab- zugelassen.
grabung (Tiefe und Ausdehnung) vor der bestehen-
den Gründung für die Standsicherheitsnachweise 3.2.2 Verdrängungspfähle
gerechnet werden muss.
(1) Die tatsächliche Lage und Richtung der Pfähle
(9) Der Fachplaner für Geotechnik/Sachverständi-
sind aufzumessen. Der Einfluss der Abweichungen
ge für Geotechnik muss nachweislich fachkundig und
von der Solllage ist statisch nachzuweisen.
erfahren auf dem Gebiet der Geotechnik sein.
(2) Beschädigte Pfahlköpfe dürfen nur mit Geneh-
migung des Auftraggebers abgeschnitten und ersetzt
2 Flachgründungen werden.
(1) Es gelten die DIN-Fachberichte „Beton“, „Einwir- (3) Bei vorgefertigten Verdrängungspfählen aus
kungen auf Brücken“ und „Betonbrücken“. Stahlbeton müssen die Stahleinlagen der Pfähle
(2) Der Termin für die Überprüfung der Gründungs- mindestens 50 cm in das anschließende Bauteil ein-
sohle ist vom Auftragnehmer so rechtzeitig zu be- binden. Der gesunde Beton des Pfahles muss min-
nennen, dass ein Fachplaner für Geotechnik/Sach- destens 5 cm in die Pfahlkopfplatte einbinden.
verständiger für Geotechnik beteiligt werden kann. (4) Bei vorgefertigten Verdrängungspfählen aus Stahl-
Hierfür hat der Auftragnehmer die Gründungssohle und Spannbeton müssen die Beanspruchungen aus
erforderlichenfalls wasserfrei zu halten und die not- Transport und Lagerung berücksichtigt werden.
wendigen Hilfseinrichtungen und Arbeitskräfte zur (5) Der Auftragnehmer hat die nach DIN EN 12699
Verfügung zu stellen. zu führenden Herstellprotokolle dem Auftraggeber
(3) Bei zu erwartenden Setzungsdifferenzen zwi- spätestens am folgenden Arbeitstag zu übergeben.
schen Gründungen ist ggf. eine Vorbelastung, eine Sollten die Bedingungen vereinbarter Randkriterien
messtechnische Setzungskontrolle oder eine Nach- nicht erfüllt werden, ist der Auftraggeber hiervon zu
richtung bzw. Nachrichtmöglichkeit des Überbaues unterrichten und es sind ihm Vorschläge für die wei-
vorzusehen. teren Maßnahmen zu unterbreiten.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 2 Gründungen

3.2.3 Bohrpfähle seinen Fachplaner für Geotechnik/Sachverständigen


für Geotechnik.
(1) Abweichend von DIN EN 1536 sind für die Her-
stellung von Bohrpfählen maximal eine Exzentrizität (8) Die Pfähle müssen einschließlich der Einbindung
von 0,05 x D (D = Pfahldurchmesser) und eine in das anschließende Bauteil aus einwandfreiem
Neigungsabweichung von 0,015 m je Meter Pfahl- dichten Beton bestehen. Ein Entmischen des einge-
länge gegenüber dem Sollwert zulässig. brachten Betons und ein Abreißen der Frischbeton-
säule im Grundwasser sind zu verhindern.
(2) Für die Bemessung der Bohrpfähle sind unab-
hängig von den tatsächlichen Abweichungen die (9) Ortbetonpfähle sind mindestens 50 cm über
vorgenannten Abweichungen zu berücksichtigen. Unterfläche Pfahlkopfplatte bzw. -balken zu betonie-
ren. Dieser Überstand ist nach Aushub der Baugru-
(3) Eine höhere Festigkeitsklasse als C30/37 darf
be für die Pfahlkopfplatte bzw. den Pfahlkopfbalken
rechnerisch nicht in Ansatz gebracht werden.
auf 5 cm genau zu kappen.
(4) Unverrohrte Bohrungen für Pfähle sind nur im
(10) Der Randüberstand der Pfahlkopfplatte über die
Fels und nur mit Zustimmung durch den Auftragge-
Pfähle muss mindestens 30 cm betragen. An der
ber zugelassen.
Unterseite der Pfahlkopfplatte müssen alle Pfähle
(5) Pfahlfuß- und Pfahlschaftaufweitungen sind in einen lichten Abstand von mindestens 60 cm haben.
Abstimmung mit dem Fachplaner für Geotechnik/ Die Pfahlkopfplatte muss mindestens 60 cm dick sein.
Sachverständigen für Geotechnik im Hinblick auf die (11) Die Längsbewehrung ist gleichmäßig über den
Bemessung festzulegen. Umfang zu verteilen. Zum sicheren Einhalten der
(6) Die Übereinstimmung der ausgeführten Pfähle Betondeckung und zur Lagesicherung der Längs-
mit den Vorgaben in den Berechnungs- und Bemes- bewehrung sind mindestens folgende Maßnahmen
sungsansätzen unter Berücksichtigung der angetrof- vorzusehen:
fenen Baugrundverhältnisse und/oder den Angaben – Im Abstand von höchstens 2,50 m sind jeweils
im Geotechnischen Bericht hat der Auftragnehmer zwei Bandstahlringe 5/60 mm mit einem Abstand
dem Auftraggeber durch Vorlage der Baustellenauf- von 25 cm in der Bewehrung anzuordnen und an
zeichnungen gemäß DIN EN 1536 nachzuweisen. diese Ringe entsprechende Bügel mit einem Stab-
(7) Die Überprüfung der Pfahlaufstandsebene und durchmesser von 16 mm als Abstandhalter an-
der notwendigen Einbindelänge in den tragfähigen zuschweißen. Bei maschineller Herstellung des
Baugrund erfolgt durch den Auftraggeber und/oder Bewehrungskorbes dürfen die beiden Bandstahl-

Bild 2.2.1: Beispiele bewährter Schlossformen von Spundbohlen (Maße in mm)

4 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 2 Gründungen

ringe durch einen Ring gleicher Steifigkeit und die (4) Spundbohlen aus den Stahlsorten S 320 GP, S
Bügel durch abstandhaltende Kufen ersetzt wer- 390 GP und S 430 GP dürfen nur verwendet wer-
den, deren Enden nach innen gebogen sind. Der den, wenn dafür allgemeine bauaufsichtliche Zulas-
Fuß des Bewehrungskorbes ist aus gekreuzten sungen des Deutschen Institutes für Bautechnik vor-
Bandstahleisen 5/60 mm mit einer Stahlplatte liegen.
200/200/5 mm herzustellen. (5) In Abänderung der DIN EN 10248-2, Tabelle 15
– Soweit verfahrensbedingt nicht verhindert werden gelten die in Bild 2.2.1 aufgeführten Verhakungs-
kann, dass der Bewehrungskorb in den Unter- maße.
grund absinkt oder beim Ziehen des Bohrrohres (6) Die Spundwände sind im Hinblick auf eine mög-
mitgenommen wird, sind andere Lagesicherun- liche Korrosion auszulegen. Bei Korrosionsbelastung
gen vorzusehen. durch Luft, Boden, Grundwasser und ggf. Gewässer
(12) Leerbohrungen sind beim Ziehen der Verroh- ist Teil 4 Abschnitt 3 anzuwenden. Die Korrosions-
rung bis Oberfläche Bohrplanum mit sandigem Kies schutzmaßnahmen sind in die Leistungsbeschrei-
oder anderem geeigneten Material zu verfüllen und bung aufzunehmen.
ggf. zu verdichten. (7) Für das Einbringen der Spundbohlen ist ein ge-
(13) Der Termin für die Überprüfung der Pfahlauf- eignetes Führungssystem zu wählen, welches ein
standsebene und der notwendigen Einbindelänge in Ausweichen der Spundbohle beim Einbringen ver-
den tragfähigen Baugrund ist vom Auftragnehmer so hindert. Die Spundbohlen sind kraftschlüssig im
rechtzeitig zu benennen, dass der Fachplaner für Schloss zu rammen. Dabei sind Lotabweichungen
Geotechnik/Sachverständige für Geotechnik betei- quer zur Spundwandachse von maximal 0,5 % der
ligt werden kann. Hierfür hat der Auftragnehmer nach Spundwandlänge zulässig. Bei größeren Abweichun-
Abstimmung mit dem Auftraggeber diese Bereiche gen sind die Spundbohlen zu ziehen, neu auszurich-
erforderlichenfalls grundwasserfrei zu halten und die ten und erneut einzubringen.
notwendigen Hilfseinrichtungen und Arbeitskräfte zur (8) Die Bohlen sind in einem Zuge auf endgültige
Verfügung zu stellen. Tiefe einzubringen.
(9) Die Wahl von Einbringhilfen hat in Abstimmung
3.2.4 Mikropfähle mit dem Auftraggeber zu erfolgen.
(1) Es dürfen nur verpresste Mikropfähle ausgeführt (10) Die Spundwandeinbringung ist in Analogie zu
werden. den vorgefertigten Verdrängungspfählen zu proto-
(2) Die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen kollieren. Die Herstellprotokolle sind gemäß
für Mikropfähle sind dem Auftraggeber vorzulegen. DIN EN 12699, Tabellen 2 und 3 anzufertigen und
Vom Auftragnehmer ist anzugeben, welcher Art der spätestens am folgenden Arbeitstag dem Auftragge-
Herstellung, des Lastabtrages und der Bemessung ber vorzulegen.
das von ihm gewählte Pfahlsystem laut Zulassung
genügen muss.
4 Sondergründungen
(3) Der Ansatz und die Aufnahme möglicher Hori-
zontalkräfte durch die Mikropfähle ist auf der Basis (1) Kombinierte Flach- und Tiefgründungen, Senk-
des Geotechnischen Berichtes in Abstimmung mit kasten-, Druckluft- und Schwimmkastengründungen
dem Fachplaner für Geotechnik/Sachverständigen gehören in die Geotechnische Kategorie 3 nach DIN
für Geotechnik festzulegen. 1054.
(2) Für die Berechnung, Bemessung und konstruk-
3.3 Gründungen auf Spundwänden tive Durchbildung gelten zusätzlich zu Nr. 1 die DIN-
Fachberichte „Beton“, „Einwirkungen auf Brücken“,
(1) Bei einer Gründung auf Spundwänden ist die „Betonbrücken“ und „Stahlbrücken“.
Verträglichkeit von Spannungen und Verformungen
für Stahlbauteil und Stahlbetonbauteil durch eine all-
gemeine bauaufsichtliche Zulassung oder einen sta- 5 Bodenersatz
tischen Nachweis zu belegen.
(2) Eine ausreichend kraftschlüssige Einbindung des
5.1 Allgemeines
Spundwandkopfes in das aufgehende Tragglied ist (1) Boden darf nur mit Zustimmung des Auftragge-
durch druck- und schub- sowie zugfesten Verbund bers ersetzt werden.
sicherzustellen. (2) Die Eignung des Bodenersatzes ist vom Auftrag-
(3) Die Spundwände sind nach DIN EN 12063 aus- nehmer nachzuweisen.
zuführen. Dabei sind ungebrauchte Stahlspund- (3) Die Aushubsohle ist vor Einbringen des Boden-
bohlen nach DIN EN 10248 zu verwenden. ersatzes auf die Einhaltung der Berechnungs- bzw.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 2 Gründungen

Bemessungsansätze und/oder der Angaben im stopfverdichtung erfolgen. Hinweise zu den Verfah-


Geotechnischen Bericht zu überprüfen. Bei Ersatz ren der Tiefenverdichtung können dem Merkblatt für
unter Wasser sind hierfür geeignete Maßnahmen die Untergrundverbesserung durch Tiefenrüttler ent-
vorzusehen. nommen werden.
(4) Bei der Tiefenverdichtung ist der Ablauf des Ver-
5.2 Bodenersatz mit nichtbindigem dichtungsverfahrens vom Auftragnehmer zu be-
Boden schreiben und dem Auftraggeber vor Baubeginn vor-
zulegen.
(1) Bodenersatz mit nichtbindigem Boden kann nur
(5) Bei der Verbesserung des Baugrundes mit Hilfe
flächenhaft ausgeführt werden. Die Eignung des
der Tiefenverdichtung ist die Lastausbreitung zu be-
nichtbindigen Bodens ist vom Auftragnehmer durch
achten.
mindestens eine Probe je angefangene 500 m3 oder
beim Wechsel der Entnahmegrube nachzuweisen. (6) Das Arbeitsplanum muss mindestens 50 cm über
der planmäßigen Gründungsebene des Bauwerkes
(2) Der Bodenersatz ist an allen Seiten der Grün-
und mindestens 50 cm über dem Grundwasserspie-
dungsfläche mit einem Überstand zur Fundament-
gel liegen.
fläche auszuführen. Der Überstand muss der Schicht-
dicke des Bodenersatzes entsprechen. (7) Über die Lage und Anzahl der Rüttelpunkte ist
vom Auftragnehmer ein Plan aufzustellen und dem
(3) Der Einbau des nichtbindigen Bodens hat lagen-
Auftraggeber vorzulegen.
weise zu erfolgen.
(8) Die notwendigen Nachweise zur Feststellung der
(4) Die Verdichtungsanforderungen des Bodener-
Wirksamkeit möglicher Hilfsmaßnahmen bei der
satzes müssen in der Leistungsbeschreibung ange-
Tiefenverdichtung (Luft-/Wasserspülung) sind in der
geben werden.
Leistungsbeschreibung anzugeben.
(9) Für das bei der Rüttelstopfverdichtung einzubau-
5.3 Bodenersatz mit Beton ende Bodenmaterial sind vom Auftragnehmer vor
(1) Der Bodenersatz mit Beton kann flächenhaft und Baubeginn entsprechende Eignungsnachweise vor-
punktuell (pfeilerförmig) ausgeführt werden. zulegen.
(2) Der Bodenersatz mit Beton muss in den statisch (10) In der Leistungsbeschreibung ist ein Baugrund-
erforderlichen Grundriss- und Tiefenabmessungen verbesserungsfaktor anzugeben. Der Faktor drückt
ausgeführt werden. den Erfolg der Baugrundverbesserung unter Berück-
sichtigung von Steifemodul bzw. Reibungswinkel des
(3) Bei großen Horizontalkräften ist in den statischen
ursprünglichen und des verbesserten Baugrundes
Nachweisen der Kräfteverlauf vom Fundament über
aus.
dem Bodenersatz aus Beton bis in den Untergrund
zu verfolgen. (11) Vom Auftragnehmer ist vor Baubeginn in Ab-
stimmung mit dem Auftraggeber ein Messprogramm
zum Nachweis des Baugrundverbesserungsfaktors
5.4 Unterfangungen festzulegen.
Es gilt DIN 4123. (12) Vor Beginn der Baumaßnahme sind entspre-
chende Probefelder anzulegen, aus denen der Ab-
6 Gründung auf verbesser- stand der Rüttelpunkte sowie zusätzlich bei der
Rüttelstopfverdichtung die Mengen des einzubauen-
tem/ verfestigtem Baugrund den Bodenmaterials abgeleitet werden können, um
den geforderten Baugrundverbesserungsfaktor zu
6.1 Verdichtung erreichen.
(13) Alle verfahrenstechnischen Parameter sind je
6.1.1 Oberflächen- und Tiefenverdichtung
Rüttelpunkt zu dokumentieren und dem Auftragge-
(1) Die Oberflächenverdichtung des anstehenden ber zeitnah zu übergeben.
Baugrundes kann mit unterschiedlichen Walzen und (14) Nach Abschluss der Tiefenverdichtung ist eine
Rüttlern erfolgen, um die in der Leistungsbeschrei- Oberflächenverdichtung vorzunehmen.
bung vorgegebenen Verdichtungsanforderungen
(Verdichtungsgrad, ggf. Luftporenanteil) zu erreichen.
6.1.2 Dynamische Intensivverdichtung und
(2) Der Nachweis der geforderten Verdichtung ist Sprengverdichtung
durch den Auftragnehmer zu erbringen.
(1) Bei der dynamischen Intensivverdichtung/
(3) Die Verbesserung der Tragfähigkeit von Böden Sprengverdichtung ist durch den Auftragnehmer
kann auch mit Hilfe der Tiefenrüttlung oder der Rüttel- grundsätzlich durch Anlegung von Probefeldern der

6 Verkehrsblatt-Sammlung-Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 2 Gründungen

geplante Verdichtungsablauf zu prüfen und auf die 7 Überwachung der Bauaus-


jeweiligen örtlichen Baugrundverhältnisse abzustim-
men. führung / Qualitätssicherung
(2) Die Auswirkungen der dynamischen Intensiv- (1) Für Emissionen und sonstige Beeinträchtigun-
verdichtung bzw. der Sprengverdichtung auf das gen gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
Umfeld sind messtechnisch zu begleiten und eine (2) In Abhängigkeit von den Randbedingungen kön-
Beweissicherung/Zustandserfassung einzuleiten. Für nen bei Pfählen Integritätsprüfungen erforderlich
die Beweissicherung/Zustandserfassung gilt Ab- werden. Art und Umfang der Prüfungen sind in der
schnitt 1 Nr. 2. Leistungsbeschreibung festzulegen.
(3) Die Arbeitsebene für die durchzuführenden Ar- (3) Die Dokumentationen der Pfahlherstellung sind
beiten muss oberhalb der Gründungsebene bzw. des dem Auftraggeber arbeitstäglich vorzulegen.
Grundwasserspiegels liegen.
(4) Zur Beweissicherung können beim Einsatz von
(4) Nach Abschluss der dynamischen Intensiv- bzw. Düsenstrahlverfahren und Verdichtungsinjektionen
der Sprengverdichtung ist eine Oberflächenverdich- bautechnische Zustandserfassungen nach Ab-
tung vorzunehmen. schnitt 1 Nr. 2 und Hebungskontrollen erforderlich
werden.
6.2 Verfestigung

6.2.1 Allgemeines
Bei der Verfestigung des Bodens verbleibt dieser im
Gründungsbereich. Er wird durch Zugabe von hy-
draulischen Bindemitteln oder durch Injektion geeig-
neter chemischer Substanzen verfestigt.

6.2.2 Verfestigung durch Bindemittel


(1) Bodenverfestigungen unter Verwendung von
Kalk sind unterhalb der Gründungssohle von Inge-
nieurbauwerken nicht zulässig.
(2) Der Nachweis der Festigkeitserhöhung obliegt
dem Auftragnehmer durch Anlegung von Probe-
feldern und Probevermörtelungen.
(3) Für Bodenvermörtelungen mit dem Düsenstrahl-
verfahren gilt DIN EN 12716.

6.2.3 Verfestigung durch Injektionen und


Verdichtungsinjektionen
(1) Es gilt DIN EN 12715.
(2) Die Umweltverträglichkeit und die Festigkeits-
eigenschaften des Injektionsgutes sind gemäß
DIN EN 12715 durch den Auftragnehmer nachzuwei-
sen.
(3) Durch den Auftragnehmer ist das Injektions-
ergebnis (z.B. Festigkeit, verfestigtes Volumen) mit-
tels Einzeluntersuchungen (z.B. Bohrungen) zu über-
prüfen.
(4) Vom Auftragnehmer ist dem Auftraggeber vor
Baubeginn ein Plan über Lage, Abstand und Aus-
richtung der Injektionsstellen vorzulegen.
(5) Bei Verdichtungsinjektionen sind durch Anlegen
von Probefeldern Druck und Menge des einzupres-
senden Mörtels zu überprüfen und der Abstand der
entsprechenden Injektionsstellen vorzugeben.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 3 Wasserhaltung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 3
Wasserhaltung

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 3 Wasserhaltung

Inhalt Seite

1 Allgemeines .............................................. 3
2 Grundlagen ............................................... 3
2.1 Örtliche Verhältnisse .................................. 3
2.2 Baugrund und Hydrogeologie .................... 3
2.3 Wasserrechtsverfahren .............................. 3
2.4 Ausführungsplanung von
Wasserhaltungen ....................................... 3
2.5 Beweissicherung / Zustandserfassung ...... 4
3 Wasserhaltungsverfahren ....................... 4
3.1 Allgemeines ............................................... 4
3.2 Wasserhaltung mit Schwerkraft ................. 4
3.2.1 Offene Wasserhaltung ............................... 4
3.2.2 Geschlossene Wasserhaltung mit
Kleinbrunnen .............................................. 4
3.2.3 Geschlossene Wasserhaltung mit
Brunnen und Tauchpumpen ....................... 4
3.3 Wasserhaltung mit Vakuum ....................... 4
3.3.1 Vakuumflachbrunnen ................................. 4
3.3.2 Vakuumhorizontalbrunnen ......................... 4
3.3.3 Vakuumtiefbrunnen .................................... 4
3.4 Wasserhaltung zur Druckentlastung .......... 5
4 Einleitung von Wasser ............................ 5
4.1 Allgemeines ............................................... 5
4.2 Einleitung in Gewässer .............................. 5
4.3 Einleitung ins Grundwasser durch
Versickerung .............................................. 5
5 Rückbau von Anlagen zur
Wasserhaltung ......................................... 5

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 3 Wasserhaltung

1 Allgemeines Wasseraustritte, Quellen, Wasserstandsganglinien


von Gewässern und Grundwasser, vorhandene
(1) Der Teil 2 Abschnitt 3 gilt nur in Verbindung mit Wasserentnahmen (Trinkwassergewinnungsgebiete,
dem Teil 1 Allgemeines. Heilquellen, sonstige Brunnen) sowie Altlasten u.a.,
(2) Es gelten DIN 1054, DIN 4020 und das Merk- in die Erkundung und Bewertung einzubeziehen. Die
blatt über Wasserhaltungen bei Baugruben mit den Ermittlung der hydrogeologischen Verhältnisse er-
dort verwendeten Begriffsbestimmungen. folgt durch den Auftraggeber.
(3) Die Wasserhaltung umfasst alle Maßnahmen für (3) Die Beschaffenheit des Grundwassers ist im Hin-
das vollständige und sichere Abhalten, Entspannen, blick auf die für die Wasserhaltungsdauer erforderli-
Fassen und Ableiten sowohl des Grund- und Sicker- che Funktionsfähigkeit der Wasserhaltungsanlage
wassers als auch des oberirdisch zufließenden Was- (z.B. Verhinderung von Versinterungen und Ver-
sers, insbesondere alle Maßnahmen zum Trocken- ockerungen) und im Hinblick auf die Einleitung (z.B.
halten der Baugrube, einschließlich der Wiederein- Verunreinigungen) zu untersuchen.
leitung in Gewässer oder ins Grundwasser durch (4) Die Durchführung von weitergehenden geotech-
Versickerung. Dazu gehören: nischen Untersuchungen, insbesondere zur Wasser-
– die Ausführungsplanung, haltung (Probeabsenkung, Laborversuche u.a.), die
– die Herstellung, aufgrund des vom Auftragnehmer vorgesehenen
oder gewählten Verfahrens erforderlich werden, ist
– der Betrieb und vom Auftragnehmer zu tragen und vom Auftragge-
– der Rückbau ber zu genehmigen.
der erforderlichen Anlagen.
(4) Maßnahmen gegen Hochwasser sind in die 2.3 Wasserrechtsverfahren
Leistungsbeschreibung aufzunehmen. (1) Das Wasserrechtsverfahren wird in der Regel
(5) Die zur Wasserhaltung errichteten Anlagen dür- vom Auftraggeber vor Auftragsvergabe an den Auf-
fen nur mit Zustimmung des Auftraggebers in und tragnehmer durchgeführt.
außer Betrieb gesetzt, entfernt oder in ihrem Bestand (2) Die Auflagen der wasserrechtlichen Genehmi-
geändert werden. gung (z.B. genehmigte Wasserentnahmen, Wasser-
(6) Der Fachplaner für Geotechnik/Sachverständi- mengenmessung, Beweissicherung, Einsatz von
ge für Geotechnik muss nachweislich fachkundig und Beobachtungsmethoden u.a.) sind vom Auftrag-
erfahren auf dem Gebiet der Geotechnik sein. nehmer bei der Ausführungsplanung der Wasser-
haltungen zu berücksichtigen.
2 Grundlagen
2.4 Ausführungsplanung von
2.1 Örtliche Verhältnisse Wasserhaltungen
Die örtlichen Verhältnisse, wie Topographie, Bebau- (1) Die Planung von Wasserhaltungen ist von einem
ung, denkmalgeschützte Bebauung u.a., sind im Fachplaner für Geotechnik/Sachverständigen für
Geotechnischen Bericht besonders zu beachten, Geotechnik im Auftrag des Auftragnehmers durch-
wenn Wasserverhältnisse erwartet oder erkundet zuführen.
werden, die für die Herstellung eines Bauwerkes ei- (2) Die Ausführungsplanung von Versickerungsan-
nen dauerhaften oder temporären Eingriff in die lagen ist gemäß Arbeitsblatt DWA-A 138 Planung,
Grundwasserverhältnisse erwarten lassen. Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von
Niederschlagswasser vorzunehmen.
2.2 Baugrund und Hydrogeologie (3) Die Ausführungsplanung von Maßnahmen zur
Wasserhaltung muss das gewählte Verfahren und
(1) Die Ergebnisse der geotechnischen Erkundung
alle Kenngrößen der Wasserhaltung, wie die zu ent-
sind in einem Geotechnischen Bericht mit speziel-
nehmenden Wassermengen, Reichweite der Absen-
len Untersuchungen zur Wasserdurchlässigkeit des
kung, Absenkung des Druckniveaus einschließlich
Bodens und zur Reichweite der Absenkung sowie
der Grundlagen zur Einleitung des Wassers nach
Empfehlungen zur Ausführung der Wasserhaltung
Nr. 4, enthalten, die zur Durchführung der Beweissi-
darzustellen. Diese werden vom Auftraggeber dem
cherung und dem Einsatz von Geomesssystemen
Auftragnehmer für die Angebotsbearbeitung zur Ver-
für die Durchführung einer Beobachtungsmethode
fügung gestellt.
benötigt werden.
(2) Die Erkundung der hydrogeologischen Verhält-
(4) Die Ausführungsplanung ist rechtzeitig vor Be-
nisse ist auf das gesamte Einflussgebiet der Wasser-
ginn der Baumaßnahme dem Auftraggeber vorzule-
haltung zu beziehen, insbesondere sind Vegetation,
gen.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 3 Wasserhaltung

2.5 Beweissicherung / (2) Nach der Herstellung des ersten Brunnens sind
Zustandserfassung durch eine Probeabsenkung die Zahl, Tiefe und die
Abstände der vorgesehenen Brunnen zu überprü-
(1) Die Beweissicherung zum Einfluss der Wasser- fen und mit dem Auftraggeber abzustimmen.
haltung wird vom Auftraggeber bei Beauftragung und
(3) Der Auftragnehmer hat nachzuweisen, dass das
Umsetzung des Verwaltungsentwurfes festgelegt,
Brunnenwasser nach dem Probebetrieb frei von
veranlasst und beauftragt.
Bodenteilchen ist. Das Ergebnis ist in einem Proto-
(2) Bei Umsetzung eines vom Auftragnehmer ge- koll festzuhalten.
wählten Verfahrens oder Nebenangebotes, in das die
(4) Zur Überprüfung der Gesamtfördermengen hat
Wasserhaltung eingebunden ist, hat der Auftrag-
der Auftragnehmer geeichte oder kalibrierte Syste-
nehmer in Abstimmung mit dem Auftraggeber die
me zur Wassermengenerfassung zu verwenden. Die
Beweissicherung von einem Fachplaner für Geo-
Erfassung ist kontinuierlich vorzunehmen und auf-
technik/Sachverständigen für Geotechnik zu veran-
zuzeichnen.
lassen und die Aufwendungen hierfür zu tragen. Die
Ergebnisse der Beweissicherung sind dem Auftrag- (5) Wenn in der Leistungsbeschreibung die Abrech-
geber vorzulegen. Der Umfang der Beweissicherung nung nach kWh oder m3 vorgesehen ist, sind nur
umfasst den Einflussbereich der Grundwasserabsen- vollautomatisch gesteuerte Pumpen zugelassen. Sie
kung und -einleitung sowie die beweissichernde Er- müssen bei Wasserandrang eingeschaltet, nahezu
fassung der Grundwasserstände innerhalb und au- dauernd voll beaufschlagt laufen und kurz vor Tro-
ßerhalb der Baugrube und deren fortlaufende Doku- ckenlaufen abschalten. Die Messung der für die
mentation. Wasserhaltung verbrauchten Energie muss über
gesonderte Zähler erfolgen, die in einem verschließ-
(3) Der Einsatz von Geomesssystemen zur Beweis-
baren Verteilerschrank unterzubringen sind.
sicherung, Dokumentation oder als Teil einer Beob-
achtungsmethode ist mit dem Auftraggeber abzustim- (6) Betriebsstörungen sind dem Auftraggeber unver-
men. züglich mitzuteilen.

3 Wasserhaltungsverfahren 3.3 Wasserhaltung mit Vakuum

3.1 Allgemeines 3.3.1 Vakuumflachbrunnen


(1) Die Herstellung der Vakuumflachbrunnen und die
Wasserhaltungsanlagen sind gegen Funktionsaus-
Wahl des Einbringverfahrens (Einspülen, Einsetzen
fall zu schützen.
in Bohrlöcher o.a.) liegen in der Verantwortung des
Auftragnehmers. Die Art der Einbringung ist dem
3.2 Wasserhaltung mit Schwerkraft Auftraggeber vor Beginn der Arbeiten zur Kenntnis
zu geben.
3.2.1 Offene Wasserhaltung
(2) Vom Auftragnehmer sind alle für die Funktions-
(1) Pumpensümpfe, Sickergräben und Dräns sind fähigkeit der Vakuumanlage erforderlichen Leistun-
außerhalb der Fundamentfläche anzuordnen. gen (Abdichtung am Kopf und ggf. auch im Umfeld
(2) Die offene Wasserhaltung ist an allen Stellen des bei Vakuumverlusten u.a.) zu erbringen.
Wasserzutritts filterstabil zu betreiben. (3) Die Vakuumanlage ist so auszulegen und zu
betreiben, dass jeder Brunnen einzeln abgeschaltet
3.2.2 Geschlossene Wasserhaltung mit werden kann.
Kleinbrunnen (4) Die Vakuumflachbrunnen sind filterstabil herzu-
Die Wasserhaltung mit Kleinbrunnen (Wellpoints) ist stellen.
nach den Kriterien Nrn. 3.3.1 (1) und 3.3.1 (3) her-
zustellen und durchzuführen. 3.3.2 Vakuumhorizontalbrunnen
Es gelten die Festlegungen nach Nr. 3.3.1.
3.2.3 Geschlossene Wasserhaltung mit
Brunnen und Tauchpumpen
3.3.3 Vakuumtiefbrunnen
(1) Der Auftragnehmer hat im Sinne der Qualitätssi-
cherung nach Beendigung der Bohrarbeiten unter Vom Auftragnehmer sind alle zur Herstellung und
Auswertung der Bohrergebnisse sämtlicher Brunnen Funktionsfähigkeit der Vakuumanlage erforderlichen
die Protokolle zu den erbohrten Schichten und Leistungen zu erbringen. Hierzu gehören:
Grundwasserständen einschließlich des Brunnen- – die Abdichtung von Brunnenanlage und ggf. auch
ausbaus vorzulegen. Umfeld gegen Lufteinzug,

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 3 Wasserhaltung

– die Abdichtung von Steigleitungen, Messein- (4) Die Versickerung muss für die Dauer des Be-
richtungen und Elektroinstallationen gegen Un- triebes unter Berücksichtung der chemischen und
terdruck, biologischen Beschaffenheit des Wassers ausrei-
– die Ausführung spezieller Leistungen für die chend bemessen sein.
Wirkungsfähigkeit in geschichteten Böden.
5 Rückbau von Anlagen zur
3.4 Wasserhaltung zur Wasserhaltung
Druckentlastung
(1) Die Anlagen zur Wasserhaltung sind so zurück
(1) Durch eine Wasserhaltung zur Druckentlastung zu bauen, dass keine Veränderung der geotechni-
wird der Grundwasserspiegel abgesenkt bzw. des- schen und hydrogeologischen Situation entsteht und
sen Druckhöhe verringert. Die Wasserhaltung kann dass kein Festigkeitsverlust des Baugrundes auftritt.
durch Brunnen oder Dränung erfolgen, die vertikal, (2) Brunnen, Pumpensümpfe, Sickergräben und
horizontal oder auch schräg eingebaut werden kön- Dräns sind, soweit diese ausnahmsweise im Bereich
nen. des späteren Baukörpers liegen, nach Beendigung
(2) Die Druckentlastung ist in den Planungs- der Wasserhaltung zu verfüllen oder zu verpressen.
grundlagen und im Wasserrechtsverfahren zu be-
rücksichtigen.
(3) Es ist nachzuweisen, dass durch die Druck-
entlastung tiefer liegende Grundwässer nicht nega-
tiv beeinflusst werden und das Spannungsniveau für
den Baugrund einschließlich der darin oder darauf
gegründeten Bauteile verträglich ist.
(4) Sofern ein vom Auftragnehmer gewähltes Ver-
fahren oder ein Nebenangebot, in das die Wasser-
haltung eingebunden ist, umgesetzt wird, sind die
unter Nr. 3.4.1 (3) aufgeführten Nachweise vom Auf-
tragnehmer zu führen.

4 Einleitung von Wasser


4.1 Allgemeines
Die Einleitung oder Versickerung von Wasser muss
der wasserrechtlichen Genehmigung entsprechen.

4.2 Einleitung in Gewässer


Die Vorbehandlung des einzuleitenden Wassers
(Reinigung, Sandfang o.a.) ist in die Leistungs-
beschreibung aufzunehmen.

4.3 Einleitung ins Grundwasser


durch Versickerung
(1) Für Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen
gilt das Arbeitsblatt DWA-A 138.
(2) Gefördertes Wasser ist soweit von der Baugru-
be entfernt zu versickern, dass ein Rückfluss (hy-
draulischer Kurzschluss) ausgeschlossen ist. Ist ein
Rückfluss unvermeidbar, ist dieser bei der Bemes-
sung der Versickerungsanlage zu berücksichtigen.
(3) Die Versickerung muss schadlos für die Nach-
barbebauung oder sonstige Anlagen sowie für die
Ökologie erfolgen.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 2
Grundbau

Abschnitt 4
Stützkonstruktionen

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

Inhalt Seite

1 Allgemeines .............................................. 3
1.1 Grundsätzliches ......................................... 3
1.2 Begriffsbestimmungen ............................... 3
2 Grundlagen ............................................... 3
2.1 Vorhandene bauliche Anlagen ................... 3
2.2 Beweissicherung / Zustandserfassung ...... 3
2.3 Emissionen und sonstige
Beeinträchtigungen .................................... 3
2.4 Baugrund und Standsicherheit .................. 3
3 Stützmauern ............................................. 4
3.1 Allgemeines ............................................... 4
3.2 Winkelstützmauern .................................... 4
3.3 Schwergewichtsmauern ............................. 4
4 Stützwände ............................................... 4
4.1 Allgemeines ............................................... 4
4.2 Stahlspundwände ...................................... 4
4.3 Bohrpfahlwände ......................................... 4
4.4 Schlitzwände .............................................. 4
5 Verbundkonstruktionen und
sonstige Konstruktionen ......................... 4
5.1 Allgemeines ............................................... 4
5.2 Gestapelte Konstruktionen ........................ 4
5.2.1 Gabionen, Blockschichtungen,
Betonelemente ........................................... 4
5.2.2 Raumgitterkonstruktionen .......................... 5
5.3 Rückverhängte Konstruktionen .................. 5
5.3.1 Allgemeines ............................................... 5
5.3.2 Bewehrte Erde ........................................... 5
5.3.3 Geokunststoffbewehrte
Stützkonstruktionen ................................... 5
5.4 Futtermauern und
Spritzbetonsicherungen ............................. 5
6 Ankerwände und
Bodenvernagelungen .............................. 6
6.1 Allgemeines ............................................... 6
6.2 Verankerungen und Ankerwände ............... 6
6.3 Bodenvernagelungen ................................. 6
7 Überwachung der Bauausführung /
Qualitätssicherung .................................. 6

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

1 Allgemeines (5) Schlitzwände


sind Ortbetonschlitzwände nach DIN EN 1538, die
1.1 Grundsätzliches statische und ggf. auch abdichtende Funktionen be-
sitzen.
(1) Der Teil 2 Abschnitt 4 gilt nur in Verbindung mit
dem Teil 1 Allgemeines. (6) Verbundkonstruktionen
(2) Dieser Abschnitt beschreibt ausschließlich sol- umfassen Bauwerke, welche durch eine gemeinsa-
che Konstruktionen, welche der dauerhaften Siche- me Tragwirkung von Fertigteilelementen und einzu-
rung von Geländesprüngen dienen. Temporäre Kon- bauendem oder einzufüllendem Boden eine stütz-
struktionen werden im Abschnitt 1 behandelt. mauerähnliche Ableitung der Erddruckkräfte über die
Sohle in den Baugrund ermöglichen.
(3) Es gelten DIN 1054, DIN 4020, die DIN-Fach-
berichte „Beton“, „Einwirkungen auf Brücken“, „Be- (7) Raumgitterkonstruktionen
tonbrücken“ und „Stahlbrücken“, die Zusätzlichen bestehen aus gestapelten Stahlbeton-Fertigteilele-
Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für menten, die ein räumliches Gitter bilden, welches mit
Erdarbeiten im Straßenbau (ZTV E-StB) und hinsicht- Boden gefüllt wird. Die Fertigteilelemente können
lich der konstruktiven Ausbildung und der Berech- zusätzlich rückverankert sein.
nungs- und Bemessungsansätze die Anforderungen (8) Rückverhängte Konstruktionen
des Merkblattes über den Einfluss der Hinterfüllung
auf Bauwerke. sind mit einer Außenhaut versehene, künstlich auf-
gebaute, bewehrte Erdkörper, die aus Zuggliedern
(4) Für den Beton gelten Teil 3 Abschnitte 1 und 2. (i.d.R. Gitter, Bänder, Stäbe aus Kunststoff oder
(5) Die Stützkonstruktionen sind so anzuordnen bzw. Stahl) und dem einzubauenden Füllboden bestehen.
auszuführen, dass sie durch tausalzhaltige Sprüh- Die Zugglieder sind nicht vorgespannt.
nebel, aggressive Böden und Wässer, Vandalismus (9) Anker
sowie Fahrzeuganprall und Brand nicht beschädigt
werden. sind vorgespannte Elemente, die unabhängig von
einer Baugrundverformung über den Verpresskörper
(6) Für die optische Gestaltung von Stützkonstruk- Zugkräfte in den Baugrund einleiten.
tionen sind die Empfehlungen für die landschafts-
gerechte Gestaltung von Stützbauwerken zu beach- (10) Nägel
ten. sind nicht vorgespannte Elemente zur Bodenbeweh-
(7) Der Fachplaner für Geotechnik/Sachverständi- rung, welche bei Baugrundverformung Zugkräfte
ge für Geotechnik muss nachweislich fachkundig und aufnehmen. Anstehender Boden, vermörtelte Nägel
erfahren auf dem Gebiet der Geotechnik sein. und ggf. Spritzbetonaußenhaut bilden dabei ein Ver-
bundtragwerk.

1.2 Begriffsbestimmungen
2 Grundlagen
(1) Stützmauern
sind Konstruktionen, welche auf Grund ihrer Form 2.1 Vorhandene bauliche Anlagen
und Abmessungen in der Lage sind, Erddruckkräfte
über die Gründungselemente in den Baugrund ab- Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
zugeben.
(2) Winkelstützmauern 2.2 Beweissicherung / Zustands-
bestehen aus einem vertikalen Schenkel (Stützmau- erfassung
er) und aus einem horizontalen Schenkel (Funda- Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.
ment, Sporn oder Konsole). Der horizontale Schen-
kel dient der Aktivierung des Bodengewichtes.
2.3 Emissionen und sonstige
(3) Schwergewichtsmauern
Beeinträchtigungen
sichern einen Geländesprung allein durch ihr Eigen-
gewicht. Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.

(4) Stützwände
2.4 Baugrund und Standsicherheit
sind Konstruktionen, die Erddruckkräfte und ggf.
Wasserdruckkräfte über Querkräfte und Biege- Es gilt Abschnitt 1 Nr. 2.4 (1) bis (3).
momente in den Baugrund und/oder Steifen oder
Anker ableiten.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

3 Stützmauern (6) Die Spundwandschlösser können nach dem Ein-


bringen verschweißt werden, wenn besondere An-
forderungen an die statische Tragwirkung in Längs-
3.1 Allgemeines
richtung, die Qualität von Ansichtsflächen und/oder
(1) Stützmauern sind mit einer dauerhaft wirksamen den Rückhalt von Wasser bestehen.
Dränung auszustatten. Das auf der Böschung anfal- (7) Die Spundwände sind im Hinblick auf eine mög-
lende Oberflächenwasser ist an der Mauerkrone zu liche Korrosion auszulegen. Bei Korrosionsbelastung
fassen und in regelmäßigen Abständen schadlos durch Luft, Boden, Grundwasser und ggf. Gewässer
abzuleiten. Dränrohre müssen für Kontrollen und ist Teil 4 Abschnitt 3 anzuwenden. Für Spundwände
Reinigungen zugänglich sein sowie den daraus re- an Wasserbauwerken sind die Korrosionsschutzan-
sultierenden Beanspruchungen standhalten. forderungen der ZTV-W LB 218 anzuwenden. Die
(2) Bei Ausführungen in Ortbeton sind entsprechen- Korrosionsschutzmaßnahmen sind in die Leistungs-
de Dehnungsfugen vorzusehen. beschreibung aufzunehmen.
(3) Betonierunterbrechungen innerhalb der Mauer (8) Zum Schutz vor Tausalz- und Brandeinwirkungen
sind nicht zulässig. Arbeitsfugen sind nur im Über- sind Spundwände gegebenenfalls mit Vorsatz-
gangsbereich Fundament - Wand zugelassen. schalen auszustatten.

3.2 Winkelstützmauern 4.3 Bohrpfahlwände


Winkelstützmauern sind so zu konstruieren und zu (1) Bohrpfahlwände können je nach statischer oder
bemessen, dass der Eingriff ins anstehende Gelän- konstruktiver Erfordernis, tangierend, überschnitten
de möglichst gering bleibt. Dies ist besonders bei oder aufgelöst ausgeführt werden.
geneigtem Gelände zu beachten. (2) Es gelten Abschnitt 1 Nr. 4 und Abschnitt 2 Nr. 3.
(3) Abweichend zu Abschnitt 2 Nr. 3 können einrei-
3.3 Schwergewichtsmauern hige Pfahlgruppen ausgeführt werden.
Zur Minimierung der Eingriffe in das anstehende Ge-
lände kann eine talseitige Fundamentverbreiterung 4.4 Schlitzwände
(Talsporn) angeordnet werden.
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 4.

4 Stützwände
5 Verbundkonstruktionen und
4.1 Allgemeines sonstige Konstruktionen
(1) Es gelten die Empfehlungen des Arbeitskreises
„Baugruben“ (EAB).
5.1 Allgemeines
(2) Es sind Konstruktionen anzustreben, die ohne Die Standsicherheit dieser Stützkonstruktionen wird
dauerhafte Abstützung (Steifen und Anker) auskom- wesentlich von deren Hinterfüllung beeinflusst.
men. Sind dauerhafte Abstützungen notwendig, sind Materialauswahl und Verdichtung sind besonders
nicht vorgespannte Verankerungen zu bevorzugen. sorgfältig vorzunehmen.
(3) Für verankerte Stützwände gilt Abschnitt 1 Nr. 6.
5.2 Gestapelte Konstruktionen
4.2 Stahlspundwände 5.2.1 Gabionen, Blockschichtungen, Beton-
(1) Es gilt Abschnitt 1 Nr. 4. elemente
(2) Kanaldielen dürfen nicht eingesetzt werden. (1) Es gilt das Merkblatt über Stützkonstruktionen
(3) Es dürfen nur ungebrauchte Spundbohlen ver- aus Betonelementen, Blockschichtungen und Ga-
wendet werden. bionen.
(4) Spundbohlen aus den Stahlsorten S 320 GP, (2) Es sind nur Gabionen aus Drahtgitterbehältern
S 390 GP und S 430 GP dürfen nur verwendet wer- zugelassen.
den, wenn dafür allgemeine bauaufsichtliche Zulas- (3) Die verwendeten Natursteinblöcke und Beton-
sungen des Deutschen Institutes für Bautechnik vor- elemente müssen frost- und witterungsbeständig
liegen. sein.
(5) In Abänderung der DIN EN 10248-2, Tabelle 15 (4) Die Gabionenfüllung muss ein enggestuftes, Kör-
gelten die in Abschnitt 2 Nr. 3 aufgeführten Verha- nungsband mit möglichst hohem Steinanteil aufwei-
kungsmaße. sen, sowie witterungs- und frostbeständig sein. Die

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

Kantenlänge bzw. die Korngröße ist auf die Maschen- (5) Beim Einbau von Stahlzuggliedern ist die Korro-
weite der Körbe abzustimmen. Für die Prüfung der sionswahrscheinlichkeit nach DIN 50929-3 zu prü-
Dauerhaftigkeit des Gesteinsmaterials gilt EN 13242. fen.
Die Körbe sind nach dem Grundsatz der Hohlraum-
minimierung zu verfüllen und sicher zu verschließen. 5.3.3 Geokunststoffbewehrte Stützkonstruk-
(5) Die Fugen der Bauelemente sind versetzt anzu- tionen
ordnen.
(1) Bei geokunststoffbewehrten Stützkonstruktionen
(6) Die Kipp- und Gleitnachweise sind für die Sohl- werden Geokunststoffe als Zugglieder und i.d.R.
fuge und alle maßgebenden Lagerfugen zu führen. auch für die Außenhaut verwendet.
(7) Die Gründung muss tragfähig und frostsicher (2) Es gelten die Technischen Lieferbedingungen für
erfolgen. Geokunststoffe im Erdbau des Straßenbaues (TL
Geok E-StB).
5.2.2 Raumgitterkonstruktionen (3) Der Füllboden ist nach den Kriterien der Emp-
(1) Es gilt das Merkblatt für Raumgitterkonstrukti- fehlungen für den Entwurf und die Berechnung von
onen. Erdkörpern mit Bewehrungen aus Geokunststoffen
(EBGEO) auszuwählen und nach den Vorgaben der
(2) Raumgitterkonstruktionen sind auf einem statisch
ZTV E-StB lagenweise verdichtet einzubauen.
nachgewiesenen Fundament frostsicher zu gründen.
(4) Der Einbau der Geokunststoffe ist in Überein-
(3) Das Mindestmaß der Betondeckung für die Fer-
stimmung mit dem Merkblatt über die Anwendung
tigteilelemente beträgt min c = 4 cm.
von Geokunststoffen im Erdbau des Straßenbaus
(4) Wirken Verkehrslasten auf die Raumgitterkon- vorzunehmen.
struktion ein, sind die Fertigteilelemente mit einer
Mindestabmessung von 20 cm und einem Mindest- (5) Die Nachweise in den Grenzzuständen der Trag-
durchmesser der Bewehrung von 10 mm auszufüh- fähigkeit und Gebrauchstauglichkeit sind nach den
ren. EBGEO zu führen. Verformungen vorhandener Front-
elemente und deren Auswirkung auf die Konstrukti-
(5) Staudruck aus Hangwasser ist durch eine dau- on und den Baugrund sind zu berücksichtigen.
erhaft wirksame Dränung zu verhindern. Dränrohre
müssen für Kontrollen und Reinigungen zugänglich (6) Ergänzende Hinweise enthalten das Merkblatt
sein sowie den daraus resultierenden Beanspruchun- über die Anwendung von Geokunststoffen im Erdbau
gen standhalten. des Straßenbaus und die EBGEO.

(6) Für Auswahl, Einbau und Verdichtung des Verfüll-


und Hinterfüllbodens gelten die ZTV E-StB. 5.4 Futtermauern und
Spritzbetonsicherungen
5.3 Rückverhängte Konstruktionen (1) Futtermauern und Spritzbetonsicherungen sol-
len das (insbesondere frost- und witterungsbeding-
5.3.1 Allgemeines te) Ablösen von Teilen einer ansonsten standsiche-
Es gilt DIN EN 14475. ren Böschung verhindern. Diese Art der Oberflächen-
sicherung kann zusätzlich mit Nägeln oder Ankern
kombiniert werden.
5.3.2 Bewehrte Erde
(2) Eine dauerhaft wirksame Entwässerung der
(1) Beim Verfahren Bewehrte Erde werden Stahlbän-
Rückseite ist zwingend vorzusehen.
der als Zugglieder verwendet.
(3) Bei Futtermauern wird die Entwässerung i.d.R.
(2) Die Bewehrungselemente sind mit böschungs-
durch trockenes Versetzen der Steine erreicht.
seitigen Anschlusselementen (Stahlbetonplatten,
Vermörtelte Fugen erfordern Dränmatten oder Ein-
Stahlgitter etc.) als Außenhaut zu verbinden.
kornbeton in einer Mindestdicke von 15 cm und
(3) Die Aufstandsfläche des bewehrten Erdkörpers Dränrohre. Bei Spritzbetonsicherungen sind Ent-
ist unter Berücksichtigung der Anforderungen der wässerungsöffnungen und ggf. Entwässerungs-
ZTV E-StB an bewehrte Stützkonstruktionen vorzu- bohrungen auszuführen.
bereiten. Die böschungsseitigen Anschlusselemente
sind auf einem unbewehrten Streifenfundament zu
gründen.
(4) Der Füllboden muss wasserdurchlässig und wit-
terungsbeständig sein und ist lagenweise verdichtet
einzubauen, wobei die Außenhaut nicht durch zu
hohen Verdichtungsdruck beansprucht werden darf.

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING Teil 2 Grundbau Abschnitt 4 Stützkonstruktionen

6 Ankerwände und
Bodenvernagelungen
6.1 Allgemeines
(1) Bei betonangreifenden Böden und Wässern
entsprechend DIN-Fachbericht „Beton“ bzw.
DIN 4030-1 sind mit dem Sachverständigem für
Geotechnik/Fachplaner für Geotechnik ggf. zusätz-
liche Untersuchungen und Maßnahmen festzulegen.
(2) Es sind geeignete Entwässerungssysteme vor-
zusehen, die einen Aufstau von Wasser dauerhaft
unterbinden.
(3) Verankerte oder vernagelte Stützkonstruktionen,
die in die Geotechnische Kategorie 3 nach DIN 4020
eingestuft sind, sind mit Messeinrichtungen zur Über-
wachung der Bauwerksdeformationen zu versehen.
Die Messeinrichtungen sind in die Leistungsbeschrei-
bung aufzunehmen.

6.2 Verankerungen und Ankerwände


(1) Ankerwände können als geschlossene oder auf-
gelöste Ankerwand ausgeführt werden.
(2) Für Ankersysteme gilt Abschnitt 1 Nr. 6.
(3) Die Ausführung der Ankerköpfe muss den Ein-
satz einer Spannpresse bei der Bauwerksprüfung
ermöglichen.

6.3 Bodenvernagelungen
Es gilt Abschnitt 1 Nr. 6.

7 Überwachung der Bauaus-


führung / Qualitätssicherung
Es gelten Abschnitt 1 Nr. 9 sowie Abschnitt 2 Nr. 7.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 1
Beton

Stand:04/10
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

Inhalt Seite

1 Allgemeines .......................................... 3

2 Anforderungen an die
Ausgangsstoffe .................................... 3
2.1 Gesteinskörnungen ................................ 3
2.2 Zemente ................................................. 3
2.3 Zugabewasser ....................................... 3
2.4 Zusatzstoffe ........................................... 3
2.5 Zusatzmittel............................................ 3

3 Anforderungen an die Betonzu-


sammensetzung ................................... 3
3.1 Verwendung von Gesteinskörnungen.... 3
3.2 Verwendung von Zusatzstoffen ............. 4
3.3 Verwendung von Zusatzmitteln ............. 4
3.4 Betontemperatur .................................... 5
3.5 Chloridgehalt .......................................... 5

4 Anforderungen in Abhängigkeit
von Expositionsklassen ...................... 5

5 Anforderungen an den Frischbeton... 6

6 Anforderungen an den Festbeton ...... 6

7 Festlegung des Betons ....................... 7


7.1 Beton nach Zusammensetzung ............. 7
7.2 Beton nach Eigenschaften ..................... 7

8 Lieferung von Frischbeton ................. 7


8.1 Angaben des Betonherstellers für den
Verwender.............................................. 7
8.2 Lieferschein für Transportbeton ............. 7
8.3 Lieferschein für Beton von Fertigteilen .. 7
8.4 Konsistenz bei Lieferung ....................... 7

9 Produktionslenkung ............................ 8
9.1 Betonzusammensetzung und
Erstprüfung ............................................ 8
9.2 Lagerung der Baustoffe ......................... 8
9.3 Verfahren der Produktionslenkung ........ 8

10 Prüfungen von Frisch- und


Festbeton .............................................. 8
10.1 Bestimmung des Wassergehalts
durch Darren .......................................... 8
10.2 Prüfung des
Wassereindringwiderstands ................... 8

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

1 Allgemeines 2.4 Zusatzstoffe


(1) Der Teil 3 Abschnitt 1 gilt nur in Verbindung mit Für nicht genormte Betonzusatzstoffe ist dem Auf-
dem Teil 1 Allgemeines. traggeber die allgemeine bauaufsichtliche Zulas-
sung vorzulegen.
(2) Es gilt DIN-Fachbericht „Beton“, in dem
DIN EN 206-1 und die in DIN 1045-2 festgelegten
Änderungen und Ergänzungen zusammengefasst 2.5 Zusatzmittel
sind.
Für nicht genormte Zusatzmittel ist dem Auftrag-
(3) Bei Bezugnahme auf DIN 1045-1 in dem DIN- geber die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung
Fachbericht „Beton“ ist stattdessen der DIN- vorzulegen.
Fachbericht „Betonbrücken“ anzuwenden.
(4) Hochfester Beton und selbstverdichtender Be- 3 Anforderungen an die
ton dürfen nur mit Zustimmung des Auftraggebers
verwendet werden. Betonzusammensetzung
(5) Für Beton für Fertigteile gelten DIN-Fach-
bericht „Beton“ und DIN 1045-4. 3.1 Verwendung von Gesteins-
körnungen
2 Anforderungen an die (1) Die Gesteinskörnungen bis einschließlich
8 mm Größtkorn sind in mindestens zwei getrenn-
Ausgangsstoffe ten Korngruppen, Gesteinskörnungen größer als
8 mm Größtkorn in mindestens drei getrennten
2.1 Gesteinskörnungen Korngruppen zuzugeben.

(1) Es dürfen nur Gesteinskörnungen nach (2) Das Größtkorn der Gesteinskörnung ist unter
DIN EN 12620 und DIN EN 13055-1 verwendet Berücksichtigung der Betondeckung, der kleinsten
werden. Querschnittsabmessung und des kleinsten Ab-
standes der Bewehrungsstäbe auszuwählen.
(2) Für die Gesteinskörnung gilt zusätzlich folgen-
des: (3) Ergänzend zur Richtlinie des Deutschen Aus-
schusses für Stahlbeton (DAfStb) „Vorbeugende
ʊ Der Anteil leichtgewichtiger organischer Verun- Maßnahmen gegen schädigende Alkalireaktion im
reinigungen darf für die grobe Gesteinskörnung Beton“ (Alkali-Richtlinie) sind alle Bauwerke im Be-
0,05 M.-% und für die feine Gesteinskörnung reich von Bundesfernstraßen der Feuchtigkeits-
0,25 M.-% nicht überschreiten. klasse WA zuzuordnen.
ʊ Die Kornform von groben Gesteinkörnungen (4) Die Gesteinskörnung muss hinsichtlich des
muss für gebrochenes Korn mindestens der Ka- Frost-Tau-Widerstandes mindestens der Kategorie
tegorie SI20 entsprechen. F2 entsprechen.
ʊ Die Kornzusammensetzung der groben Ge-
(5) Der Nachweis des Frost-Tau-Widerstandes in
steinskörnung muss enggestuft sein. Kornge-
der Expositionsklasse XF2 und XF4 gilt nur dann
mische und natürlich zusammengesetzte (nicht
als erbracht, wenn bei der Prüfung gemäß
aufbereitete) Gesteinskörnungen 0/8 dürfen
nicht verwendet werden. DIN EN 1367-6 (Natriumchloridverfahren) der
Masseverlust 8 M.-% nicht überschreitet.

2.2 Zemente (6) Grobe Gesteinskörnung, deren Masseverlust


bei der Prüfung gemäß DIN EN 1367-6 8 M.-%
(1) Für nicht genormte Zemente ist dem Auftrag- überschreitet, kann in den Expositionsklassen XF2
geber die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und XF4 nur eingesetzt werden, wenn im Beton-
vorzulegen. versuch nach DIN V 18004
(2) Es sind Zemente nach DIN EN 197-1, ʊ die Abwitterung 500 g/m² nicht überschreitet
DIN EN 197-4, DIN 1164-10 oder DIN 1164-11 zu und
verwenden.
ʊ die visuelle Prüfung der Prüfoberfläche keine
Hinweise auf Verwitterung mehrerer Gestein-
2.3 Zugabewasser körner gibt.

Wenn die Eignung des Wassers zur Betonherstel- Die Festbetonprüfung kann mit dem Plattenverfah-
lung untersucht wurde, müssen die Ergebnisse ren oder dem CDF - Verfahren nach
dem Auftraggeber vorgelegt werden.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

DIN CEN/TS 12390-9 an gesägten Flächen durch- wenn in einer Eignungsprüfung nachgewiesen
geführt werden. wird, dass
(7) Höhere Abwitterungen als 500 g/m² können im ʊ der Sättigungswert des Flugaschebetons 85%
Einzelfall dann vereinbart werden, wenn ein aus- nicht überschreitet und
reichender Frost-Tausalz-Widerstand in Expositi- ʊ der Sättigungswert des Flugaschebetons klei-
onsklasse XF4 durch ergänzende Untersuchungen ner ist, als der entsprechende Wert des Refe-
bestätigt wird. renzbetons.
Der Sättigungswert ist die kapillare Wasserauf-
3.2 Verwendung von Zusatzstoffen nahme nach 24 h bezogen auf die Wasserauf-
(1) Werden Spanngliedverankerungen verwendet, nahme unter Druck von 150 bar gemäß Heft 422
bei denen der Spannstahl in direktem Kontakt zum des Deutschen Ausschuss für Stahlbeton. Die
Beton steht (z.B. Besen- und Fächerverankerun- Wasseraufnahme ist dabei an flachen Probekör-
gen), dürfen nur Betonzusatzstoffe nach DIN- pern mit einer Höhe von 30 (± 2) mm und einer
Fachbericht „Beton“ Abschnitt 5.2.5.1 verwendet Grundfläche von mindestens 300 cm² zu bestim-
werden. men. Die Probekörper des Flugaschebetons und
des Referenzbetons müssen gleiche Form und
(2) Insgesamt darf der Gehalt an Flugasche Abmessungen haben. Als Nachweiszeitpunkt ist
60 M.-% bezogen auf den Zementgehalt, nicht das Bemessungsalter anzusetzen.
überschreiten.
(11) Die Eignungsprüfung zur Anrechnung von
(3) Die anrechenbare Flugaschemenge darf Flugasche nach Absatz (10) ist mit den Ausgangs-
80 kg/m³ nicht überschreiten. stoffen durchzuführen, die im Bauteil zur Anwen-
(4) Für Gründungsbauteile, wie z.B. Bohrpfähle, dung kommen. Der Flugaschebeton und der Refe-
darf einem Beton mit CEM III/B Flugasche zuge- renzbeton sind mit identischen Ausgangsstoffen
geben werden. Für weitere Anwendungsbereiche Zement, Gesteinskörnung und Betonzusatzmittel
bedarf die Zugabe von Flugasche zu Beton mit für die Expositionsklassen XD2 und XF2 herzustel-
CEM III/B der Zustimmung des Auftraggebers. len. Im Flugaschebeton darf die Flugaschemenge f
nach Absatz (3) mit kf = 0,40 auf den Wasserze-
(5) In Beton für Kappen (Expositionsklassen XF4 mentwert w/zeq = (w/(z+0,4 f)) angerechnet wer-
und XD3) darf Flugasche nicht angerechnet wer- den.
den.
(12) Die Eignungsprüfung nach den Absätzen (10)
(6) Die Anrechnung von Flugasche in der Exposi- und (11) ist dem Auftraggeber mit der Erstprüfung
tionsklasse XF2 darf bei Betonen mit CEM I und vorzulegen. Aus dem Lieferschein muss die Über-
CEM II/A-Zementen erfolgen. Die Anrechnung bei einstimmung des Betons mit dieser Eignungsprü-
Verwendung anderer Zementarten bedarf der Zu- fung eindeutig hervorgehen.
stimmung des Auftraggebers.
(7) Die Anrechnung von Flugasche in der Exposi- 3.3 Verwendung von Zusatzmitteln
tionsklasse XF4 bedarf der Zustimmung des Auf-
traggebers. (1) Aus einer Wirkungsgruppe darf nur ein Beton-
zusatzmittel verwendet werden.
(8) Silikastaub darf dem Beton nur in Form einer
homogenen Suspension zugegeben werden. Aus- (2) Betonzusatzmittel mit Wirkstoffgruppen Sac-
genommen hiervon ist das Betontrockengemisch charose und Hydroxycarbonsäure dürfen nicht
für Spritzbeton. verwendet werden. Dies gilt auch für Mischproduk-
te, die diese Wirkstoffgruppe enthalten.
(9) Eine gleichzeitige Verwendung von Flugasche
und Silikastaub bedarf der Zustimmung des Auf- (3) Verzögerungszeiten über 12 h sind mit dem
traggebers. Dies bezieht sich auch auf Flugasche Auftraggeber abzustimmen.
und Silikastaub als Bestandteil des Zements. (4) Bei Nachdosierung von Fließmittel darf der Be-
(10) In Beton von Tunnelinnenschalen nach Teil 5 ton nicht so weit angesteift sein, dass die zum
Abschnitt 1 darf abweichend von DIN-Fachbericht Zeitpunkt vor der Erstdosierung an der Baustelle
„Beton“ in der Expositionsklasse XF2 Flugasche gemessene Ist-Konsistenz unterschritten wird. Auf
mit dem k-Wert-Ansatz auf den Mindestzementge- der Baustelle ist dies durch Messung des Aus-
halt und Wasserzementwert angerechnet werden, breitmaßes vor der Nachdosierung sicherzustellen.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

Tabelle 3.1.1: Luftgehalt des Frischbetons

Größtkorn Mittlerer Mindest-Luftgehalt 1) in Vol.-% für Beton der Konsistenz


C1 C2 bzw. F2 und F3
[mm] • F4 3)
ohne FM oder BV C1 mit FM oder BV
8 5,5 6,5 2) 6,5 2)
16 4,5 5,5 2) 5,5 2)
32 4,0 5,0 2) 5,0 2)
1
) Einzelwerte dürfen diese Anforderungen um höchstens 0,5 Vol.-% unterschreiten.
2
) Wenn bei der Erstprüfung nachgewiesen wird, dass die Grenzwerte für die Luftporenkennwerte am Festbeton entsprechend
Merkblatt eingehalten werden, gilt ein um 1% niedrigerer Mindestluftgehalt. Für diesen Nachweis darf der Luftgehalt des Frischbe-
tons bei einem Größtkorn von 8 mm 6,0 Vol.-%, von 16 mm 5,0 Vol.-% und von 32 mm 4,5 Vol.-% nicht
überschreiten.
3
) Bei der Ausbreitmaßklasse F6 sind die Luftporenkennwerte am Festbeton entsprechend Merkblatt nachzuweisen.

(5) Bei Verwendung von Luftporenbildern gilt das 4 Anforderungen in Abhän-


Merkblatt für die Herstellung und Verarbeitung von
Luftporenbeton der Forschungsgesellschaft für gigkeit von Expositions-
Straßen- und Verkehrswesen. Für den Luftgehalt klassen
im Frischbeton unmittelbar vor dem Einbau in das
(1) Bauwerke, die im Sprühnebel- und Spritzwas-
Bauteil gilt Tabelle 3.1.1. Verluste von Luftporen
serbereich von Verkehrsflächen (Straßen, Rad-
während des Förderns, insbesondere bei Pump-
und Gehwege) stehen, sind als tausalzbeans-
förderung, sind durch entsprechende Vorhaltema-
prucht anzusehen.
ße zu berücksichtigen. Zu deren Festlegungen
sind ggf. bei den ersten Betonagen zusätzliche (2) Die Grenzwerte der Betonzusammensetzung
Luftgehaltsbestimmungen nach der Pumpe vorzu- ergeben sich aus den Expositionsklassen nach
nehmen. DIN-Fachbericht „Beton“.
(6) Fließmittel der Wirkstoffgruppen Polycarboxy- (3) In der Expositionsklasse XF2 darf der w/z-Wert
lat und Polycarboxylaether dürfen nur mit den glei- 0,50 nicht überschreiten.
chen Betonausgangsstoffen, mit denen die Erst-
(4) Abweichend von dem DIN-Fachbericht „Beton“
prüfung durchgeführt wurde und nur in den Beton-
muss für Widerlager, Stützen, Pfeiler, Überbauten,
temperaturbereichen, die in der Erstprüfung zu-
Gründungen wie z.B. Bohrpfähle, Tunnelsohlen,
grunde lagen, verwendet werden.
Tunnelwände, Tunnelschalen, Trogsohlen und
Trogwände in den Expositionsklassen XF2, XF3,
3.4 Betontemperatur XD2 oder XA2 – sofern ohne Luftporenbildner –
die Mindestdruckfestigkeitsklasse C30/37 nach
Bei Tunnelinnenschalen von zweischalig ausge- 28 d betragen.
führten Tunneln in geschlossener Bauweise sowie
Tunnelwänden und –decken von Tunneln in offe- (5) Abweichend von dem DIN-Fachbericht „Beton“
ner Bauweise darf die Frischbetontemperatur an muss für Kappen in den Expositionsklassen XF4
der Einbaustelle 25°C nicht überschreiten, sofern und XD3 die Mindestdruckfestigkeitsklasse C25/30
nicht andere Nachweise geführt werden. nach 28 d und der maximale w/z-Wert 0,50 betra-
gen.

3.5 Chloridgehalt (6) Die Verwendung von CEM-II-M-Zementen


nach DIN-Fachbericht „Beton“, Tabelle F.3.2 be-
Der höchstzulässige Chloridgehalt im Beton ist darf der Zustimmung des Auftraggebers.
durch die Einhaltung der Anforderungen an die
Ausgangsstoffe nachzuweisen. (7) Für Beton von Kappen und Betonschutzwän-
den dürfen als Zemente CEM III nur Zemente
CEM III/A mit einem Hüttensand-Massenanteil von
höchstens 50 M.-% verwendet werden.
(8) Portlandpuzzolanzement darf nur verwendet
werden, wenn der Hauptbestandteil Puzzolan

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

Trass nach DIN 51043 ist. (12) Bei partieller Freilegung von Gründungsbau-
teilen muss die Frostbeanspruchung mit Expositi-
(9) Für die Zugabe und die Anrechnung von Flug-
onsklasse XF2 berücksichtigt werden.
asche und Silikastaub gilt Nr. 3.2 abweichend von
dem DIN-Fachbericht „Beton“. (13) Die Längen der Einfahrtbereiche von Tunneln
sind im Einzelfall festzulegen.
(10) Abweichend von dem DIN-Fachbericht „Be-
ton“ muss der Luftgehalt im Frischbeton an der
Einbaustelle die Anforderungen nach Tabelle 3.1.1 5 Anforderungen an den
erfüllen.
Frischbeton
(11) Für die Zuordnung von Bauteilen zu den Ex-
positionsklassen bei Frost- und Tausalzeinwirkun- (1) Soll der Wassergehalt zur Bestimmung des
gen gelten die folgenden Festlegungen: w/z-Wertes am Frischbeton ermittelt werden, muss
er durch Darren nach Nr. 10.1 bestimmt werden.
ʊ Vorwiegend horizontale und direkt mit tausalz-
haltigem Wasser oder Schnee beaufschlagte (2) Fließmittel darf grundsätzlich nur Beton der
Betonflächen sind den Expositionsklassen XF4 Konsistenzklasse F2 oder steifer bzw. C2 oder
und XD3 zuzuordnen. steifer zugegeben werden. Frischbeton der Konsis-
tenzklasse F3 bzw. C3 darf Fließmittel nur dann
ʊ Nicht vorwiegend horizontale Betonflächen im zugegeben werden, wenn diese Konsistenzklasse
Spritzwasserbereich sind den Expositionsklas-
durch verflüssigende Zusatzmittel eingestellt wur-
sen XF2 und XD2 zuzuordnen. Es müssen
de.
konstruktive Maßnahmen zum Ableiten von
tausalzhaltigem Spritzwasser getroffen werden. (3) Betone mit sehr fließfähiger Konsistenz der
ʊ Betonflächen, die ausschließlich durch Sprüh- Ausbreitmaßklasse F6 dürfen nur mit Zustimmung
nebel beansprucht werden, wie z.B. Überbau- des Auftraggebers verwendet werden.
ten oder Pfeiler und Widerlager unterhalb von
hohen Talbrücken, sind den Expositionsklassen
XF2 und XD1 zuzuordnen.
6 Anforderungen an den
ʊ Betonschutzwände sind aufgrund der besonde-
Festbeton
ren Beanspruchung durch Verkehr den Exposi- (1) Die Betondruckfestigkeit zur Ermittlung der
tionsklassen XF4 und XD3 zuzuordnen. Druckfestigkeitsklasse wird, falls Absatz (2) nicht
ʊ Gründungen sind der Expositionsklasse XD2 zur Anwendung kommt, im Alter von 28 d be-
zuzuordnen. stimmt.

ʊ Trogsohlen, in denen die Fahrbahn auf einem (2) Für Bauteile, deren kleinste Abmessung min-
Aufbau nach der Richtlinie für die Standardisie- destens 0,60 m beträgt und bei denen Zwang und
rung der Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO) Eigenspannungen aus abfließender Hydratations-
verlegt wird, und Tunnelsohlen sind der Exposi- wärme zu berücksichtigen sind, darf in Anlehnung
tionsklasse XD2 zuzuordnen, wenn sie als wei- an die DAfStb-Richtlinie „Massige Bauteile aus Be-
ße Wanne ausgeführt werden. Bei außenlie- ton“ der Nachweis der Druckfestigkeitsklasse im
gender Folienabdichtung sind sie der Expositi- Alter von 56 d geführt werden und in den Expositi-
onsklasse XD1 zuzuordnen. onsklassen XD2, XD3, XF2, XF3 oder XA2 – so-
fern ohne Luftporen – die Mindestdruckfestigkeits-
ʊ Tunnelinnenschalen von zweischalig ausge-
klasse C30/37 betragen, wenn die nachfolgenden
führten Tunneln in geschlossener Bauweise
sowie Tunnelwände und -decken von Tunneln Bedingungen erfüllt werden:
in offener Bauweise, die nicht mit Wasserdruck ʊ Das über 28 d hinausgehende Prüfalter wird in
beaufschlagt sind oder mit außenliegender Fo- der Bemessung nach DIN-Fachbericht „Beton-
lie ausgeführt werden, sind den Expositions- brücken“ oder DIN-Fachbericht „Verbundbrü-
klassen XF2 und XD1 zuzuordnen. Tunnelwän- cken“ berücksichtigt.
de von Tunneln in offener Bauweise, die als
wasserundurchlässige Betonkonstruktion aus- ʊ Die Festigkeitsentwicklung r = ƒcm,2/ƒcm,28 des
geführt werden, sind den Expositionsklassen Betons ist langsam oder sehr langsam
XF2 und XD2 zuzuordnen. (r < 0,30).

ʊ Die Einfahrtbereiche von Tunneln in geschlos- ʊ In Bauteilen der Expositionsklassen XF2 muss
sener Bauweise und in offener Bauweise sind entweder CEM III/A oder CEM III/B oder einer
den Expositionsklassen XF2 und XD2 zuzuord- der Zemente CEM I oder CEM II/A in Kombina-
nen. tion mit Flugasche als Betonzusatzstoff ver-
wendet werden, wobei der Mindestflugasche-
Für andere Einwirkungen aus der Umgebung gilt gehalt 20 M.-% von (z + f) beträgt. Dabei ist für
DIN-Fachbericht „Beton“. die Anrechnung der Flugasche als Betonzu-

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

satzstoff Nr. 3.2 zu beachten. Der Mindestze- (2) Darüber hinaus muss in besonderen Fällen
mentgehalt (z + f) muss 300 kg/m³ betragen. (z.B. Sichtbeton, LP-Beton) der Auftragnehmer
ʊ In Bauteilen ohne Frostangriff mit oder ohne beim Hersteller folgende Angaben einholen und
Tausalz muss entweder CEM III/A, CEM III/B, dem Auftraggeber mindestens zwei Wochen vor
CEM II/B-V oder ein anderer Zement in Kombi- Betonierbeginn vorlegen:
nation mit Flugasche als Betonzusatzstoff ver- ʊ Einwaage an Zement, Wasser, Zusatzmitteln,
wendet werden, wobei der Mindestflugasche- Zusatzstoffen und Gesteinskörnungen – ge-
gehalt 20 M.-% von (z + f) beträgt. Dabei ist für samt und getrennt nach Fraktionen – je m³ Be-
die Anrechnung der Flugasche als Betonzu- ton aus der laufenden Produktionskontrolle
satzstoff Nr. 3.2 zu beachten. Der Mindestze- oder der Erstprüfung sowie
mentgehalt (z + f) muss 300 kg/m³ betragen.
ʊ die zulässigen Variationen in der Betonzusam-
ʊ Im Betonierplan nach Abschnitt 2 wird angege- mensetzung nach dem DIN-Fachbericht „Be-
ben, wie das über 28 d hinausgehende Prüfal- ton“, Abschnitt 9.5.
ter im Hinblick auf Ausschalfristen, Nachbe-
handlungsdauer und Bauablauf berücksichtigt (3) Über einen Wechsel des Zementwerkes, der
wird. Zementart, der Festigkeitsklasse des Zementes,
der Herkunft (Gewinnungsstelle) der Gesteinskör-
ʊ Der Auftragnehmer fragt die Angaben zum nung, der Betonzusatzmittel und/oder der Beton-
Prüfalter des Betons sowie die Auswirkung des zusatzstoffe ist der Auftraggeber mindestens
über 28 d hinausgehenden Prüfalters auf Bau-
2 Wochen vor dem Betonierbeginn schriftlich zu in-
ablauf, Nachbehandlungsdauer und Dauerhaf-
formieren.
tigkeit beim Hersteller an und legt sie zusam-
men mit den Angaben nach Nr. 8.1, Absätze (1) (4) Bei besonderen Baumaßnahmen können auch
und (2) mindestens zwei Wochen vor Betonier- längere Fristen für die Vorlage festgelegt werden.
beginn dem Auftraggeber vor.
ʊ Auf dem Lieferschein wird gesondert angege- 8.2 Lieferschein für Transportbeton
ben, dass die Druckfestigkeitsklasse im Alter
von 56 d bestimmt wird. (1) Der Lieferschein für Transportbeton muss die
in der Tabelle 3.1.2 aufgeführten Angaben unver-
(3) Der Absatz (2) darf für Brückenkappen nicht
schlüsselt und, soweit gefordert, automatisch aus-
angewendet werden.
gedruckt enthalten.
(2) Die Zeilen 1 bis 12 der Tabelle 3.1.2 enthalten
7 Festlegung des Betons allgemeine Angaben, die Zeilen 13 bis 22 Angaben
aus der Erstprüfung oder Produktionskontrolle und
die Zeilen 23 bis 27 Einwaagen im Fahrzeug.
7.1 Beton nach Zusammensetzung (3) Die Angaben in den Zeilen 23 bis 28 der Ta-
Beton nach Zusammensetzung bedarf der Zu- belle 3.1.2 dienen der Überprüfung
stimmung des Auftraggebers.
ʊ der Vorgaben aus den Grenzwerten der Beton-
zusammensetzung bzw.
7.2 Beton nach Eigenschaften ʊ der Angaben gemäß Nr. 8.1 (2) sowie
(1) Alle sichtbar bleibenden Betonoberflächen sind ʊ der Zugabe der Gesteinskörnung in 2 bzw. 3
in Sichtbeton auszuführen (siehe Abschnitt 2). Kornfraktionen.
(2) Für die Betonzusammensetzung enthält das
Merkblatt Sichtbeton des Deutschen Beton- und Bau- 8.3 Lieferschein für Beton von
technikverein E.V. entsprechende Empfehlungen.
Fertigteilen
Den Fertigteilen ist ein Versandlieferschein beizu-
8 Lieferung von Frischbeton fügen, der als Dokumentation über den verwende-
ten Beton die Angaben gemäß Tabelle 3.1.3
enthält.
8.1 Angaben des Betonherstellers
für den Verwender
(1) Der Auftragnehmer muss die Angaben nach
8.4 Konsistenz bei Lieferung
dem DIN-Fachbericht „Beton“, Abschnitt 7.2 a) bis (1) Eine planmäßig vorgesehene nachträgliche
g) beim Hersteller anfragen und mindestens zwei Wasserzugabe ist nur bei Beton für Ortbetonpfähle
Wochen vor dem Betonierbeginn dem Auftragge- erlaubt. Sie bedarf der Zustimmung des Auftrag-
ber vorlegen. gebers.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

(2) Bei Übergabe des Betons muss die Frischbe- ckene und abgekühlte Probe ist zu wiegen. Der
tonkonsistenz: entstandene Masseverlust entspricht der Gesamt-
wassermenge der Probe.
ʊ bei Festlegung einer Konsistenzklasse inner-
halb der Grenzen der Konsistenzklasse oder (3) Es sind zwei Versuche durchzuführen. Unter-
ʊ bei Festlegung eines Zielwertes der Konsistenz scheiden sich die Ergebnisse beider Versuche um
innerhalb der festgelegten Grenzen mehr als 20 g, ist ein dritter Versuch notwendig.
Für die Beurteilung ist der arithmetische Mittelwert
liegen. aus zwei bzw. drei Versuchen maßgebend.
(4) Die Kernfeuchte der Zuschläge muss berück-
9 Produktionslenkung sichtigt werden.

9.1 Betonzusammensetzung und 10.2 Prüfung des Wassereindring-


Erstprüfung widerstands
(1) Die Ergebnisse der Erstprüfung sind dem Auf- Wenn der Wassereindringwiderstand von Beton für
traggeber 2 Wochen vor Beginn der Betonierarbei- wasserundurchlässige Betonkonstruktionen ge-
ten vorzulegen. Die Erstprüfung darf bei Betonier- prüft werden soll, ist die Prüfung nach Teil 5 Ab-
beginn nicht mehr als 3 Monate zurückliegen, so- schnitt 2 durchzuführen.
fern nicht eine stetige Herstellung nachgewiesen
wird, die nicht länger als 3 Monate unterbrochen
ist.
(2) Bei besonderen Baumaßnahmen können auch
längere Fristen für die Vorlage vereinbart werden.

9.2 Lagerung der Baustoffe


Eine Verschmutzung der Gesteinskörnung ist zu
verhindern. Der Boden der Boxen ist als feste Un-
terlage herzustellen.

9.3 Verfahren der Produktions-


lenkung
Der Wassergehalt der feinen Gesteinskörnung
(Sand mit einem Größtkorn von weniger als 4 mm)
ist kontinuierlich zu messen. Die ermittelten Was-
sermengen sind bei der Wasserzugabe und im
Stoffraum entsprechend zu berücksichtigen.

10 Prüfungen von Frisch- und


Festbeton

10.1 Bestimmung des Wassergehalts


durch Darren
(1) Die Zeit zwischen Herstellung des Frischbe-
tons und Prüfbeginn darf 1 h nicht überschreiten.
(2) Eine Probemenge von mindestens 5.000 g
Frischbeton ist in das Darrgefäß auf 1 g genau
einzuwägen und unter ständigem Rühren rasch
und scharf zu trocknen, bis keine Klumpen mehr
zu beobachten sind und kein Dampf mehr aufsteigt
(Kontrolle mit Glasplatte). Die Wärme soll mög-
lichst großflächig zugeführt werden, so dass die
Probe nach spätestens 20 min trocken ist. Die tro-

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 1 Beton

Tabelle 3.1.2: Angaben auf dem Lieferschein für Transportbeton

Lfd. Angaben auf dem Lieferschein Auto- Vordruck bzw.


Nr. matischer handschrift-
Ausdruck licher Eintrag

1 Name, Anschrift und Telefonnummer des Transportbetonwerkes x


2 Lieferscheinnummer x
3 Datum und Uhrzeit des Beladens x
4 Kennzeichnung des Lieferfahrzeuges x
5 Name des Käufers x
6 Bezeichnung und Ort der Baustelle x
Einzelheiten oder Verweise auf die Festlegung, z.B. Codenummer,
7 x x
Bestellnummer
Bauaufsichtliches Übereinstimmungszeichen unter Angabe von
8 x
DIN EN 206-1, DIN 1045-2 und ZTV-ING
9 Name und Zeichen der Zertifizierungsstelle x
10 Uhrzeit des Eintreffens des Betons auf der Baustelle x
11 Uhrzeit des Beginns des Entladens x
12 Uhrzeit des Beendens des Entladens x
13 Betonfestigkeitsklasse und ggf. abweichendes Prüfalter (56 d) x
14 Expositionsklasse(n) und Feuchtigkeitsklasse x
15 Festigkeitsentwicklung x
Art der Verwendung des Betons (unbewehrter Beton, Stahlbeton,
16 x
Spannbeton)
17 Konsistenzklasse oder Zielwert der Konsistenz x
18 Herkunft, Art und Festigkeitsklasse des Zements x
19 Herkunft und Art der Zusatzmittel und Zusatzstoffe x x1)
20 Zusätzliche Anforderungen, z.B. verlängerte Verarbeitungszeit x
21 Nennwert des Größtkorns der Gesteinskörnung x
22 Rohdichteklasse bei Leicht- oder Schwerbeton x
23 Einwaage je Kornfraktion x
24 Einwaage Zement x
25 Einwaage Zusatzstoff x
26 Einwaage Wasser (Zugabewasser + Eigenfeuchte) x
27 Einwaage Zusatzmittel x x1 )
28 Gesamtmenge Beton im Fahrzeug x

1
) Bei Dosierung auf der Baustelle. Bei Fließbeton sind zusätzlich der Zeitpunkt der Fließmittelzugabe, die geschätzte Restmenge in
der Mischtrommel vor der Zugabe und die Konsistenz vor Zugabe des Fließmittels anzugeben.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 2
Bauausführung

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

Inhalt Seite Seite

1 Allgemeines ............................................... 3 7.2 Befördern des Betons zur Baustelle ........... 9


2 Bauliche Durchbildung ............................. 3 7.3 Oberflächenbearbeitung ............................. 9
2.1 Mindestabmessungen für Bauteildicken ..... 3 7.4 Nachbehandlung und Schutz .................... 10
2.2 Öffnungen ................................................... 3 7.4.1 Allgemeines .............................................. 10
2.3 Spannstahlbewehrung ................................ 3 7.4.2 Nachbehandlungsmittel ............................ 10
2.3.1 Allgemeines ................................................ 3 7.4.3 Nachbehandlungsdauer ............................ 10
2.3.2 Konstruktive Anforderungen ........................ 3 7.5 Anti-Graffiti-Systeme ................................. 10
2.3.3 Vorspannen ................................................. 5 8 Maßabweichungen .................................. 10
3 Dokumentation und Bauleitung ............... 5 8.1 Maßabweichungen für die
3.1 Projektbeschreibung ................................... 5 Tragsicherheit ........................................... 10
3.2 Umfang der bautechnischen Unterlagen .... 5 8.2 Maßabweichungen für die
Betondeckung ........................................... 10
4 Gerüste, Schalungen und Einbauteile .... 5
9 Überwachung .......................................... 11
4.1 Allgemeine Anforderungen .......................... 5
9.1 Allgemeines .............................................. 11
4.2 Gerüste ....................................................... 5
9.2 Überwachung des Vorspannens ............... 11
4.3 Schalungen ................................................. 5
9.3 Überwachung des Betonierens ................. 11
4.3.1 Allgemeine Anforderungen .......................... 5
4.3.2 Schalung für sichtbar bleibende
Betonflächen ............................................... 5
4.3.3 Schalung für erdberührte oder nicht
sichtbar bleibende Betonflächen ................. 6
4.4 Einbauteile .................................................. 6
4.5 Trennmittel .................................................. 6
4.6 Ausrüsten und Ausschalen ......................... 6
5 Bewehren ................................................... 6
5.1 Allgemeine Anforderungen .......................... 6
5.2 Biegen der Bewehrung ............................... 6
5.3 Schweißen von Betonstahl ......................... 6
5.4 Bewehrungsstöße ....................................... 7
5.5 Einbau der Bewehrung ............................... 7
6 Vorspannen ............................................... 7
6.1 Allgemeines ................................................ 7
6.2 Herstellung der Spannglieder ..................... 7
6.3 Einbau der Spannglieder ............................ 7
6.3.1 Allgemeines ................................................ 7
6.3.2 Spannglieder mit nachträglichem
Verbund ....................................................... 7
6.4 Vorspannen der Spannglieder .................... 7
6.4.1 Allgemeines ................................................ 7
6.4.2 Spannglieder mit nachträglichem
Verbund ....................................................... 8
6.5 Korrosionsschutz ........................................ 8
6.5.1 Allgemeines ................................................ 8
6.5.2 Einpressmörtel ............................................ 8
6.5.3 Einpressen von Zementmörtel .................... 8
7 Betonieren ................................................. 9
7.1 Allgemeines ................................................ 9

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

1 Allgemeines betonkonstruktionen nicht belastet werden. Ist eine


Belastung unvermeidbar (z.B. beim Absenken des
(1) Der Teil 3 Abschnitt 2 gilt nur in Verbindung mit Traggerüstes), ist ein genauer Riss- und Bruch-
dem Teil 1 Allgemeines. sicherheitsnachweis zu führen.

(2) Es gilt DIN 1045-3. Sie gilt auch für Bauwerke (4) Der für den Endzustand festgelegte Vorspann-
und Bauteile, die nach DIN-Fachbericht „Betonbrü- grad gilt für alle Bauzustände.
cken“ entworfen und bemessen werden.
2.3.2 Konstruktive Anforderungen
(3) Bei Bezugnahme in DIN 1045-3 auf DIN 1045-1
ist statt dessen der DIN-Fachbericht „Betonbrücken“ (1) Spanngliedstützbügel sind durch Quer- und Dia-
bzw. der DIN-Fachbericht „Verbundbrücken“ anzu- gonalstäbe so auszusteifen, dass sie bei Montage
wenden. der Spannglieder und beim Betonieren mit Sicher-
heit nicht ausweichen können. Die Durchmesser sind
(4) Für Fertigteile gilt DIN-Fachbericht „Betonbrü-
in Abhängigkeit von der Höhe der Bündellage nach
cken“
Tabelle 3.2.1 zu wählen.
(5) Die folgenden Regelungen gelten auch für die
Betonbauteile des Stahlverbundbaus.
Tabelle 3.2.1: Mindestdurchmesser der Spanngliedstützbügel
(6) Die folgenden Regelungen dienen auch der Qua-
litätssicherung der Bauausführung. Ein besonderer
Qualitätssicherungsplan für die Verarbeitung von Höhe der obersten Mindestdurchmesser
Beton ist im Regelfall nicht erforderlich. In besonde- Bündellage über der Spannglied-
ren Fällen, z.B. für die Verarbeitung von besonde- Schalungsboden [m] stützbügel [mm]
ren Betonen oder die Ausführung besonders schwie- ≤ 1,0 16
riger Bauwerke, kann es jedoch sinnvoll sein, einen
Qualitätssicherungsplan zu fordern. Das Erfordernis > 1,0 20
ist dann in der Leistungsbeschreibung vorzusehen.
(2) Die Ankerwendeln müssen zentrisch und unver-
schieblich befestigt sein.
2 Bauliche Durchbildung
(3) Für den kleinsten zulässigen Krümmungshalb-
2.1 Mindestabmessungen für messer der Spannglieder im Bauwerk sind die An-
forderungen gemäß DIN-Fachbericht „Betonbrücken“
Bauteildicken – jedoch mindestens der in der Zulassung angege-
Es gelten die Mindestabmessungen für Bauteildicken bene Wert – einzuhalten. Bei Krümmungshalbmes-
nach Tabelle 3.2.2. sern unter 10 m an den Hochpunkten darf ein maxi-
maler Unterstützungsabstand von 80 cm nicht über-
schritten werden, und die Hüllrohre sind in Halb-
2.2 Öffnungen
schalen zu verlegen.
Der Bauablauf ist so zu planen, dass Öffnungen, die (4) Die Verbindungsmittel der Spanngliedunter-
ein nachträgliches Zubetonieren erfordern, vermie- stützung sind im Spannbewehrungsplan anzugeben.
den werden. Unvermeidbare Öffnungen und deren
nachträgliches Schließen sind in den Ausführungs- (5) Für die Quervorspannung von Fahrbahnplatten
unterlagen im Detail darzustellen. sind nur Spannglieder ohne Verbund zu verwenden.
Die Spannglieder sind an den Plattenenden zu ver-
ankern. Die Endverankerungen sind so auszubilden,
2.3 Spannstahlbewehrung dass ein späteres beidseitiges Nachspannen mög-
lich ist. Teile der Verankerung dürfen nicht in den
2.3.1 Allgemeines Kappenbeton eingreifen.
(1) Auf dem Lieferzeugnis des Spannstahles ist die (6) Der Überstand des Tragwerks von der Auflager-
Abweichung der Spannstahlquerschnitte vom Nenn- linie bis zu den Außenflächen der Verankerungen
wert zu bescheinigen. Abweichungen von mehr als muss so groß gewählt werden, dass im Bereich der
± 2 % vom Nennwert sind vor Beginn der Spann- Auflagerlinie bereits eine gleichmäßige Eintragung
arbeiten dem Auftraggeber mitzuteilen und bei der der Spannkräfte in den Stegen gegeben ist. Bei
Dehnwegberechnung zu berücksichtigen. Wendel- oder Fächerverankerung gilt die theoreti-
(2) Liegt die Abweichung innerhalb der Toleranz von sche Einleitungsstelle als Spanngliedende.
± 2 %, reicht dies als pauschale Angabe auf dem (7) Zwei Drittel der Spannglieder zur Abdeckung der
Lieferzeugnis aus. maximalen Feldmomente sind über die benachbar-
(3) Bevor der Verbund wirksam ist, dürfen Spann- ten Auflagerlinien zu führen.

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

Tabelle 3.2.2: Mindestabmessungen für Bauteildicken

Unterbauten Sauberkeitsschicht (Unterbeton) 10 cm


Kammerwände an der Einspannstelle 30 cm
Wände und Rippen:
– Wandhöhen ≤ 1,50 m unten und oben 30 cm
– Wandhöhen ≥ 4,00 m unten 50 cm, oben 30 cm
Zwischenwerte sind geradlinig zu interpolieren.
Hohlpfeilerwände außen 30 cm,
innen 20 cm
Aussteifende horizontale Scheiben und Platten 15 cm
Überbauten, Fahrbahnplatten und Platten über Fertigteilen 20 cm
nicht erdbe- (Dies gilt auch für die Ortbetonergänzungen über
rührt Fertigteilplatten bei Stahlverbundbrücken.)
Fertigteilplatten für Ortbetonergänzungen 10 cm
Kragplatten am Außenrand bei Quervorspannung 23 cm
Untere Platten von Hohlkästen und Plattenbalken, 18 cm
Kragplatten am Außenrand ohne Quervorspannung
Flansche von Trägern 15 cm
Obergurtflansche von Fertigteilen im Verbund
mit Ortbetonplatte:
– im Bauzustand am Rand 10 cm
– im Bauzustand am Anschnitt 12 cm
Untergurtflansche von Fertigteilen am Außenrand 20 cm
Stege bei Hohlkästen und Plattenbalken *):
– Konstruktionshöhe ≤ 1,00 m 30 cm
– Konstruktionshöhe ≥ 4,00 m 50 cm

Überbauten Stege bei: Hohlkästen *) Plattenbalken *)


nicht erdbe- – Konstruktionshöhe ≤ 1,00 m 30 cm 30 cm
rührt, extern
– Konstruktionshöhe ≥ 4,00 m 40 cm 50 cm
vorgespannt

Überbauten, Rahmen, Gewölbe, Überbauten mit Überschüttung:


erdberührt – Ortbeton, Fertigteile 30 cm
– werkmäßig hergestellte Fertigteile 25 cm
– werkmäßig hergestellte Fertigteile für Durchlässe
mit lichten Weiten < 2,00 m 20 cm
Stützwände Wandhöhe über Fundament *):
– < 1,50 m bei Einwirken von Verkehrslasten nach DIN-
Fachbericht „Einwirkungen auf Brücken“ bzw. DS 804
oder bei ansteigendem Gelände unten und oben 30 cm
– ≥ 1,50 m unten und oben 30 cm
– ≥ 4,00 m unten 50 cm, oben 30 cm
*) Bei werkmäßig hergestellten Fertigteilen kann die Bauteildicke um 5 cm verringert werden.
Zwischenwerte sind geradlinig zu interpolieren.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

2.3.3 Vorspannen Festlegungen einzubauen. Bei der Bemessung des


Gerüsts müssen durch Vorspannung bewirkte Ver-
Die Quervorspannung im Bereich der Arbeitsfugen
formungen und Verschiebungen berücksichtigt wer-
darf im zuerst betonierten Abschnitt auf eine Länge,
den.
die mindestens gleich der Länge der in Querrichtung
auskragenden Platte ist, höchstens jedoch zur Hälf- (2) Für etwaige erforderliche Schalungsüber-
te, aufgebracht werden. Die restliche Quervorspan- höhungen gelten die Angaben des Tragwerkplaners
nung in diesem Bereich erfolgt erst mit der Quervor- für Bauwerk und Gerüst.
spannung des nachfolgenden Abschnitts.
4.3 Schalungen
3 Dokumentation und
4.3.1 Allgemeine Anforderungen
Bauleitung
(1) Die Anordnung der Schalungen muss den ord-
nungsgemäßen Einbau von Bewehrung und Spann-
3.1 Projektbeschreibung
gliedern sowie das ordnungsgemäße Verdichten des
Im Regelfall gilt aufgrund der in der DIN 1045-3, Ta- Betons ermöglichen.
belle 3 getroffenen Zuordnung für die Überwachung (2) Die Schalung muss so beschaffen sein, dass der
der Ausführung die Überwachungsklasse 2. Für in Beton beim Ausschalen weder erschüttert noch be-
der Ausführung besonders schwieriger Bauwerke
schädigt wird.
(z.B. große Talbrücken im Taktschiebeverfahren)
kann es jedoch auch erforderlich werden, bei niedri- (3) Es wird Schalung aus Holz, Stahl sowie aus Ta-
geren Festigkeiten als C55/67 einen erhöhten Über- feln, die ggf. mit Kunststoff beschichtet sind, zuge-
wachungsaufwand nach Überwachungsklasse 3 zu lassen. Die Verwendung von Schalung aus ande-
fordern. Das Erfordernis ist dann in der Leistungs- rem Material (z.B. Hartfaserplatten, Wellblechtafeln,
beschreibung vorzusehen. Streckmetall, Stahlbetonplatten) ist nicht zugelassen.
(4) Betonkanten sind durch Dreikantleisten zu bre-
3.2 Umfang der bautechnischen chen.
Unterlagen (5) Eine Verankerung der Schalung mit Rödeldraht
ist nicht zugelassen. Schalungsanker, die durchge-
(1) Das vorgesehene Bauverfahren und mögliche hende Hohlräume hinterlassen, dürfen bei drücken-
Auswirkungen auf den Bauablaufplan sind anzugeben. dem Wasser nicht verwendet werden. Veranke-
(2) Je ein Abdruck der Zulassungsbescheide für rungslöcher sind sorgfältig mit Feinbeton im passen-
Spannstahl und Spannverfahren sind der örtlichen den Farbton sauber begrenzt oder mit vertieft einge-
Bauüberwachung des Auftraggebers unaufgefordert klebten zementgebundenen Stopfen wasserundurch-
vor Beginn der Arbeiten auszuhändigen. Je eine wei- lässig zu schließen. Die vorgesehene Ausführung ist
tere Ausfertigung ist dem Standsicherheitsnachweis mit dem Auftraggeber abzustimmen.
bei der Vorlage zur Prüfung beizufügen.
(6) Verbleibende Ankerteile müssen mindestens
(3) Die Protokolle über die Eigenüberwachung bzw. 4 cm unter der Betonoberfläche in kegelförmigen
werkseigene Produktionskontrolle über Spannstahl Aussparungen enden. Abstandhalter aus Holz sind
und Zubehörteile, wie z.B. Verankerungen, sind dem nicht zugelassen.
Auftraggeber rechtzeitig zu übergeben. Die Proto-
(7) Vor dem Betonieren sind die Schalung und ihre
kolle über die Fremdüberwachung sind auf Anforde-
Verankerung vom Auftragnehmer auf ihre Funktions-
rung vorzulegen.
fähigkeit zu kontrollieren. Während des Betonierens
sind sie ständig zu beobachten, damit bei einem et-
4 Gerüste, Schalungen und waigen Nachgeben sofort Gegenmaßnahmen getrof-
Einbauteile fen werden können.

4.1 Allgemeine Anforderungen 4.3.2 Schalung für sichtbar bleibende Beton-


flächen
Schalungen und Gerüste müssen so steif sein, dass
die zulässigen Maßabweichungen des Bauwerks (1) Bei besonderen Anforderungen an die Gestal-
eingehalten werden. tung ist die Anordnung und Ausbildung der Scha-
lung an Sichtflächen (z.B. Richtung der Schalbret-
ter, Stöße, Stoßdichtungen, Schalungsklappen und
4.2 Gerüste -öffnungen) schematisch darzustellen. Die Erstellung
(1) Lager der Gerüste sind von sachkundigem Per- des Planes ist in diesen Fällen in der Leistungsbe-
sonal in Übereinstimmung mit den Zeichnungen und schreibung vorzusehen.

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

(2) Die Schalung ist bis 30 cm unter Geländeober- (3) Nicht mit Kunststoff beschichtete neue Schalung
fläche herzustellen. für Sichtflächen ist vor dem ersten Gebrauch mit
(3) An sichtbar bleibenden Betonflächen sind Anker Zementschlämme zu behandeln, zu reinigen und
nach einem regelmäßigen Raster anzuordnen. Ihre mindestens zweimal mit Trennmittel zu streichen oder
Anzahl ist durch geeignete Ausbildung der Schalung zu spritzen.
möglichst zu beschränken.
(4) Verleimtes Holz ist bei Brettschalung nicht zu- 4.6 Ausrüsten und Ausschalen
gelassen. (1) Die Ergebnisse der Erhärtungs- oder Reifegrad-
(5) Bei einer Brettschalung sind scharfkantige, un- prüfungen sind dem Auftraggeber fortlaufend zu über-
beschädigte, mindestens 8 cm und höchstens 12 cm geben.
breite Bretter zu verwenden. Ungehobelte Bretter (2) Schalung mit einspringenden Flächen ist sobald
müssen mindestens 24 mm, gehobelte mindestens wie möglich zu entfernen, wobei die Festigkeit des
22 mm dick sein. Rundungen sind mit Riemchen zu Betons zu berücksichtigen ist.
schalen. Brettstöße sind gegeneinander zu verset-
zen.
(6) Tafelschalung muss in dem Raster ihrer Stöße
5 Bewehren
der Bauwerksform angepasst und ggf. auch in der
5.1 Allgemeine Anforderungen
Neigung nachgeschnitten werden. Ergänzungen der
Schalung durch Brettstreifen oder Zwickel sind an (1) Montagebewehrung darf nicht auf die statische
Sichtflächen nicht zulässig. Als Schaltafeln dürfen nur Bewehrung angerechnet werden.
gleichartige steife Platten, als Sichtbetonvorsatz- (2) Kosten für Überlängen, Muffenstöße und Schwei-
schalung nur gleichartige dünne Platten als Auflage ßungen werden nicht gesondert vergütet.
auf einer steifen Unterschalung verwendet werden.
(3) Beton- und Spannstahl müssen die Anforderun-
(7) In Gesimsen sind Verankerungslöcher nicht zu- gen von DIN-Fachbericht „Betonbrücken“ erfüllen
gelassen. Für Gesimsflächen ist Schalung ohne oder über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulas-
Längsfugen zu verwenden. sung verfügen.

4.3.3 Schalung für erdberührte oder nicht


sichtbar bleibende Betonflächen
5.2 Biegen der Bewehrung
Das Biegen ist so durchzuführen, dass sich ein kon-
(1) Später hinterfüllte oder nachträglich verblende-
stanter Krümmungshalbmesser ergibt.
te Flächen und Innenflächen dürfen mit ungehobel-
ten Brettern oder Schaltafeln hergestellt werden.
(2) Die Schalung ist restlos zu entfernen. Das gilt 5.3 Schweißen von Betonstahl
auch für Schalung in Hohlräumen und für Schalung (1) Schweißverbindungen dürfen nur von geschul-
aus Hartschaumstoff oder ähnlichem Material zwi- tem Personal hergestellt und überprüft werden.
schen Überbauende und Kammerwand oder Schür-
(2) Geschweißte Stöße dürfen mit dem Nennquer-
zen.
schnitt des (kleineren) gestoßenen Stabes in Rech-
nung gestellt werden. Die von der nicht vorwiegend
4.4 Einbauteile ruhenden Belastung verursachte Schwingbreite der
Stahlspannung darf nicht mehr als 58 N/mm2 betra-
Die Verwendung von Einbauteilen aus Leichtmetall
gen.
(z.B. Aluminium) ist nicht zulässig.
(3) Bei übereinander liegenden Stäben von Über-
lappungsstößen sind diese im Bereich der Stoß-
4.5 Trennmittel enden (≈l0/3) für die Kraft aller gestoßenen Stäbe zu
(1) Es dürfen nur bewährte Trennmittel (Schalungs- bemessen. Die Bügelschenkel sind mit der Veranke-
öle usw.) verwendet werden, die keine Flecken am rungslänge nach DIN-Fachbericht „Betonbrücken“
Beton hinterlassen. Sie dürfen sich auch nicht nach- oder nach den Regeln für Bügel nach DIN-Fachbe-
teilig auf nachfolgend vorgesehene Oberflächen- richt „Betonbrücken“ im Bauteilinneren zu verankern.
schutzsysteme auswirken. In allen anderen Überlappungsstößen genügt eine
konstruktive Querbewehrung.
(2) Damit Bewehrungsstähle und Spannglieder nicht
verunreinigt werden, ist Holzschalung mit einem (4) Heftschweißungen sind nicht zulässig.
Trennmittel so rechtzeitig zu behandeln, dass die- (5) Bewehrungsstäbe dürfen nicht in Krümmungen
ses bis zum Verlegen der Bewehrung in das Holz oder im Bereich von Krümmungen geschweißt wer-
eingedrungen ist. den.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

(6) Schweißarbeiten innerhalb der Schalung sind nur 6.3 Einbau der Spannglieder
bei Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen für
Schalung und Bewehrung zulässig. 6.3.1 Allgemeines
Je Steg ist mindestens eine Rüttellücke anzuordnen.
5.4 Bewehrungsstöße Mehr als 3 Spannglieder dürfen nicht ohne Rüttel-
(1) Die Länge und Lage von Übergreifungsstößen lücke nebeneinander verlegt werden. Die Breite der
müssen der Bemessung und den Bewehrungszeich- Rüttellücke muss mindestens 10 cm betragen. Bei
nungen entsprechen. Wenn die auf die Baustelle Trägern mit mehr als 2 m Höhe oder bei mehrlagiger
gelieferten Stablängen den Bewehrungszeichnungen Anordnung der Spannglieder muss die Breite zusätz-
nicht entsprechen, dürfen Änderungen nur mit Ge- lich auf den Durchmesser der Fallrohre bzw. des
nehmigung des Tragwerksplaners oder der überwa- Pumpenschlauches abgestimmt sein.
chenden Stelle vorgenommen werden.
6.3.2 Spannglieder mit nachträglichem
(2) Es dürfen nur solche mechanischen Verbin-
Verbund
dungsmittel, wie z.B. Muffen, verwendet werden, für
die eine bauaufsichtliche Zulassung gemäß den An- Entlüftungs- bzw. Entwässerungsöffnungen sind mit
wendungen der DIN-Fachberichte „Betonbrücken“ geeigneten Formstücken anzuschließen.
und „Verbundbrücken“ vorliegt.
6.4 Vorspannen der Spannglieder
5.5 Einbau der Bewehrung
6.4.1 Allgemeines
(1) Als Abstandhalter sollen nur solche aus Beton
verwendet werden. Sie müssen alkalibeständig sein (1) Vor Beginn des Betonierens muss der örtlichen
und eine minimale, dem Gewicht der Bewehrung Bauüberwachung die geprüfte und genehmigte
angepaßte punktförmige Abstützung an der Scha- Spannanweisung vorliegen. In der Spannanweisung
lung aufweisen sowie an der Bewehrung befestigt muss der Wirkungsgrad der Pressen angegeben
sein. Anzahl, Anordnung und Art der Abstandhalter werden, wenn die Spannkraft nicht direkt am Spann-
sind auf den Bewehrungszeichnungen anzugeben. kraftaufnehmer gemessen wird.
Es sind mindestens 4 Abstandhalter je Quadratme- (2) Die Spannanweisung muss mindestens folgen-
ter einzulegen. de Angaben enthalten:
(2) Eingebaute Bewehrung darf nach dem Ausrich- a) Spannglieder mit sofortigem Verbund
ten nur über lastverteilende Bohlen betreten werden. – Spannglieder und Spanngeräte,
(3) Die Kontrolle der Bewehrung ist mindestens 3 – Reihenfolge, in der die einzelnen Spannglieder
Arbeitstage vor Beginn des Betonierens bei der Bau- gespannt werden müssen,
überwachung des Auftraggebers zu beantragen.
– Pressendruck oder Pressenkraft, die nicht
(4) Treten infolge zu kurz angesetzter Fristen für die überschritten werden dürfen,
Kontrolle und Mängelbeseitigungen Verzögerungen
– am Ende des Spannvorgangs zu erwartende
beim Bauablauf ein, werden diese nicht für eine Frist-
Pressendrücke oder -kräfte,
verlängerung anerkannt. Ebenso können hieraus kei-
ne Mehrforderungen abgeleitet werden. Dies gilt auch – größte zulässige Spannung der Spannglieder
für vorgezogene Teilkontrollen. und Schlupf in den Verankerungen,
– Art und Reihenfolge, in der die einzelnen
6 Vorspannen Spannglieder abzulassen sind,
– die zum Zeitpunkt des Ablassens erforderli-
6.1 Allgemeines che Betonfestigkeit,

Spannstahl und Verankerungen bzw. Spannglieder – Gebrauchstauglichkeit von wiederverwend-


einschließlich Kopplungen müssen durch ein Ü-Zei- baren Ankerteilen.
chen gekennzeichnet sein. b) Spannglieder mit nachträglichem Verbund
– Anzahl der Stäbe oder Drähte in den einzel-
6.2 Herstellung der Spannglieder nen Spanngliedern,

Werden Spannglieder unter Baustellenbedingungen – Betonfestigkeit, die vor Aufbringen der Vor-
hergestellt, ist der Spannstahl so zu liefern, dass die- spannung erreicht sein muss,
ser umgehend verarbeitet werden kann. – Reihenfolge, in der die Spannglieder gespannt
werden müssen und Stellen, von denen aus
gespannt werden sollte,

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

– gegebenenfalls der Zeitpunkt des Ablassens (2) Die endgültige Vorspannung darf nur aufgebracht
des Traggerüstes während des Spannens, werden, wenn unverzüglich Zementmörtel einge-
– an der Presse zu erreichende Spannkraft, presst werden kann. Unvorhergesehene Ereignisse,
die ein Einpressen verhindern, sind dem Auftragge-
– Spannweg gemäß Ausführungsunterlagen, ber sofort mitzuteilen.
– Höchstwert des Schlupfes,
(3) Maßnahmen für den Korrosionsschutz nicht ver-
– Anzahl, Art und Lage der Kopplungen. presster Spannglieder für das Vorspannen bei Beton-
(3) Die Manometer der Spannvorrichtungen müssen temperaturen unter 5 °C (wie z.B. Sicherstellen ei-
den Druck unmittelbar an der Presse anzeigen. Vor ner geeigneten Bauwerkstemperatur durch Schutz-
Beginn der Spannarbeiten sind sämtliche Spann- maßnahmen) sind mit dem Auftraggeber abzustim-
geräte unter Beachtung der Betriebsanleitung auf ihre men.
Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Der vorgesehene
Beginn der Spannarbeiten ist der Bauüberwachung 6.5 Korrosionsschutz
rechtzeitig mitzuteilen.
(4) Zur Vermeidung von Schwind- und Temperatur- 6.5.1 Allgemeines
rissen ist zum frühestmöglichen Termin ein Teil der
(1) Spannglieder in Hüllrohren oder in Spannkanälen
Spannkraft aufzubringen.
von Beton, Kopplungen und Ankerkörper müssen
(5) In das Spannprotokoll sind u.a. einzutragen: gegen Korrosion geschützt werden.
– Betonfestigkeit zum Zeitpunkt des Spannens, (2) Abweichend von DIN 1045-3 muss der tempo-
– Ergebnis der Funktionsprüfung der Spanngeräte, räre Korrosionsschutz mit besonderen Maßnahmen
– Luft- und Bauwerkstemperatur, sichergestellt werden, wenn die Zeitspanne zwischen
Herstellung der Spannglieder (Lieferung von Fertig-
– alle verwendeten Geräte (z.B. Spannstühle und spanngliedern auf die Baustelle oder Verrohren des
Zusatzgeräte) einschließlich Dehnwegkorrektur Spannstahles auf der Baustelle) und Einpressen 6
entsprechend den technischen Anweisungen des Wochen überschreitet.
Zulassungsinhabers,
(3) Wird bei Spanngliedern mit sofortigem Verbund
– alle Merkmale der Spanngeräte (z.B. Gerätetyp,
als Korrosionsschutzmaßnahme ein Schutzmittel ver-
Gerätenummer, Prüfprotokolle, nutzbare Kolben-
wendet, darf dieses den Verbund nicht beeinträchti-
fläche),
gen und keine schädliche Wirkung auf den Stahl oder
– das am jeweiligen Spannglied eingesetzte Spann- Beton haben.
gerät,
(4) Bei Spanngliedern mit nachträglichem Verbund
– Zeitpunkt und Art des Absenkens der Traggerüste, ist die Zeitspanne zwischen Herstellen des Spann-
– Unregelmäßigkeiten und besondere Vorkomm- gliedes und Einpressen des Zementmörtels eng zu
nisse, begrenzen. Im Regelfall ist nach dem Vorspannen
– gemessener Schlupf, unverzüglich Zementmörtel in die Spannkanäle und
Verankerungsbereiche einzupressen.
– Reihenfolge, in der die Spannglieder gespannt
wurden. (5) Vor dem Einpressen müssen die Hüllrohre frei
von Eis sein.
Vorstehende Forderungen gelten auch beim Aufbrin-
gen eines Teils der Spannkraft.
6.5.2 Einpressmörtel
(6) Das Spannprotokoll ist unmittelbar nach dem
Spannen dem Auftraggeber zu übergeben. Das Fließvermögen des Einpressmörtels nach DIN
EN 447 ist mit dem Eintauchversuch nach DIN EN
(7) Überstehende Spannstahlenden dürfen erst nach
445 zu prüfen.
Durchführung des gesamten Spannvorgangs abge-
trennt werden. Das Abtrennen darf nur mittels Trenn-
6.5.3 Einpressen von Zementmörtel
scheibe erfolgen.
(1) Die Arbeitsanweisung für das Einpressen ist ge-
6.4.2 Spannglieder mit nachträglichem mäß der Richtlinie zur Überwachung des Herstellens
Verbund und Einpressens von Zementmörtel in Spannkanäle
des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) aufzu-
(1) Muss infolge einer Unregelmäßigkeit (z.B. grö- stellen. Die Arbeitsanweisung muss vor Beginn des
ßerer Schlupf als in der Zulassung festgelegt) der Spanngliedeinbaus auf der Baustelle vorliegen.
Spannvorgang wiederholt werden, müssen die ver-
wendeten Keile durch ungebrauchte ersetzt werden, (2) Vor dem Einpressen muss sichergestellt werden
falls der Zulassungsbescheid nicht ausdrücklich eine – dass betriebsbereite Geräte zur Verfügung ste-
andere Regelung vorsieht. hen (einschließlich einer Einpresspumpe auf Ab-

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

ruf, um Unterbrechungen des kontinuierlichen teils ist vor dem Betonieren mit dem Auftraggeber
Einpressens des Mörtels zu verhindern), festzulegen. Die Anzahl ist im Betonierplan zu ver-
– eine ununterbrochene Versorgung mit Druck- merken.
wasser und Druckluft, (2) Für alle sichtbar bleibenden Betonflächen gelten
– ein ausreichender Vorrat aller erforderlichen Stof- folgende Anforderungen:
fe, um z.B. Überlauf zu berücksichtigen, – fluchtgerechte, einheitliche, geschlossene, ebe-
– dass die Spannkanäle frei sind von schädlichen ne und porenarme Oberfläche ohne Mörtelwülste
Stoffen (z.B. Wasser, Eis), und -grate,

– dass in Zweifelsfällen Verpressversuche an re- – kein Abmehlen oder Absanden der Oberfläche,
präsentativen Spannkanälen vorab durchgeführt – einheitliche Farbtönung aller Sichtflächen einzel-
worden sind, ner Bauwerksteile,
– dass der Mörtelfluss ungehindert erfolgen kann. – Maßhaltigkeit und fehlerfreie Kanten der Bau-
werksteile,
(3) Die Arbeitsanweisung für das Einpressen muss
– zweckmäßige, unauffällige Anordnung und ein-
– die Eigenschaften der Geräte und des Einpress- wandfreie Ausführung von Arbeitsfugen.
materials,
– die Reihenfolge der Ausblas- und Waschvor- 7.2 Befördern des Betons zur Bau-
gänge,
stelle
– die Reihenfolge der Verpressvorgänge und Prü-
fungen am Einpressmörtel (Fließvermögen, Ent- (1) Im Luftporenbeton muss der vereinbarte Luft-
mischungen), porengehalt bei Übergabe vorhanden sein.
– die für jede Verpressung vorzubereitende Men- (2) Die kontinuierliche Lieferung muss gewährleistet
ge an Einpressmörtel, sein.
– Vorkehrungen zur Reinhaltung der Spannkanäle, (3) Während der Betonlieferung muss eine Kom-
munikationsmöglichkeit zwischen Baustelle, Misch-
– Anweisungen für Störfälle und schädliche klima- werk und Transportfahrzeug bestehen.
tische Bedingungen,
– Festlegungen für ein erforderlichenfalls zusätzli-
7.3 Oberflächenbearbeitung
ches Verpressen.
enthalten. (1) Nichtgeschalte horizontale Flächen von Überbau-
ten, Trögen und Kappen sind mit Oberflächenrüttlern
(4) Das Fließvermögen ist ergänzend zur DIN EN abzuziehen.
446 mindestens bei den ersten 3 ausgepressten
(2) Ist steinmetzmäßiges Bearbeiten vorgesehen,
Spannkanälen am Austrittsende zu prüfen, und das
muss die Betondeckung gemäß DIN-Fachbericht
Ergebnis ist im Protokoll festzuhalten. Unterschei-
„Betonbrücken“ bei feiner Bearbeitung um minde-
den sich die Spannglieder um mehr als 100 % in
stens 2 cm vergrößert werden. Die Zementhaut ist
ihrer Länge oder in dem zu verpressenden Quer-
vollständig zu beseitigen, und das Grobkorn ist auf-
schnitt, ist eine Prüfung an diesen Spanngliedern
zuschlagen. Der Zeitpunkt der Bearbeitung ist auf die
im oben genannten Umfang zu wiederholen.
Erhärtung des Betons abzustimmen.
(5) Dem Auftraggeber sind Kopien der Überwa-
(3) Die Betonkanten einschließlich ihrer Abfasung
chungsprotokolle zu übergeben.
sind vor dem steinmetzmäßigen Bearbeiten der Flä-
chen durch Scharrierschlag zu sichern. Die Schar-
7 Betonieren rierschläge sind rechtwinklig zur Oberfläche und so
dicht zu setzen, dass die Zementhaut dazwischen
7.1 Allgemeines entfernt wird.
(4) Falls ein Nacharbeiten der Betonflächen erfor-
(1) Es ist ein Betonierplan aufzustellen, der dem Auf-
derlich wird, ist die Art der Nachbesserung im Ein-
traggeber zur Genehmigung vorzulegen ist. Der
vernehmen mit dem Auftraggeber festzulegen.
Betonierplan muss insbesondere Angaben über den
Beton, die Betonierfolge, den Einbau und die Ver- (5) Bei Spannbetonbauteilen ist ausgetretener Ein-
dichtungsmaßnahmen sowie die Nachbehandlung pressmörtel restlos zu entfernen.
enthalten. Die Anzahl der Erhärtungsprüfungen im (6) Aus Betonflächen herausragende Metallstücke
Rahmen der Eigenüberwachung bei z.B. vom Auf- und Entlüftungsröhrchen sind bis 3 cm unter der
tragnehmer gewünschtem frühzeitigen Ausschalen, Oberfläche sorgfältig zu entfernen, und die verblei-
Vorspannen oder vorzeitiger Belastung eines Bau- benden Öffnungen sind mit geeignetem Mörtel zu

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

schließen. Unter Fahrbahnabdichtungen dürfen sie 8 Maßabweichungen


mit der Oberkante des Betons abschließen.
8.1 Maßabweichungen für die Trag-
7.4 Nachbehandlung und Schutz sicherheit
7.4.1 Allgemeines (1) Mit Ausnahme der Betondeckung können in Ab-
hängigkeit vom Nennmaß l der Abmessungen des
(1) Der Beton ist im Zuge der Nachbehandlung durch Betonquerschnitts (Gesamtdicke eines Balkens oder
geeignete Maßnahmen vor einem übermäßigen Ver- einer Platte, Breite eines Balkens oder Steges, seit-
dunsten von Wasser über die Betonoberfläche zu liche Abmessungen einer Stütze) folgende Maß-
schützen. Dabei sind schädigende Temperatur- und abweichungen (Grenzabmaß) ∆l als zulässig ange-
Windeinflüsse besonders zu berücksichtigen. Der sehen werden:
Nachbehandlungsumfang und die Nachbehandlungs-
dauer sind so auszulegen, dass die Temperatur- für I ≤ 150 mm: ∆l = ± 3 mm
differenz im Bauteil möglichst gering gehalten wird. für I = 400 mm: ∆l = ± 10 mm
(2) Eine Nachbehandlung gemäß DIN 1045-3, für I ≥ 2500 mm: ∆l = ± 20 mm
8.7.2(2) ist nicht zugelassen. Zwischenwerte dürfen linear interpoliert werden
(2) Für die zulässigen Maßabweichungen beim Ver-
7.4.2 Nachbehandlungsmittel
legen der einzelnen Spannglieder gelten die Werte
(1) Für geschalte Betonoberflächen sind Nachbe- der Tabellen 3.2.3 und 3.2.4.
handlungsmittel nicht zugelassen.
(2) An horizontalen Betonoberflächen dürfen Nach- Tabelle 3.2.3: Zulässige Maßabweichungen in Richtung der Bau-
behandlungsmittel des Typs BH oder BM gemäß den teilhöhe
Technischen Lieferbedingungen für flüssige Beton-
nachbehandlungsmittel (TL NBM-StB) eingesetzt Bauteilhöhe d0 [cm] Maßabweichung
werden.
≤ 20 ± d0 / 40
(3) Nachbehandlungsmittel sind grundsätzlich nicht
zulässig in Arbeitsfugen und bei Oberflächen, die be- 20 < d0 ≤ 100 ± 5 mm
schichtet werden sollen. > 100 ± 10 mm

7.4.3 Nachbehandlungsdauer
(1) Gegen Frosteinwirkung sind Schutzmaßnahmen Tabelle 3.2.4: Zulässige Maßabweichung in Richtung der Bau-
so lange zu treffen, bis eine Würfeldruckfestigkeit des teilbreite (senkrecht zur Tragrichtung)
Betons von mindestens 5 N/mm2 erreicht ist.
Bauteilbreite b [cm] Maßabweichung
(2) Abweichend von DIN 1045-3 muss der Beton bei
Umweltbedingungen, die den Expositionsklassen
XC3, XC4, XF, XD und XA entsprechen, so lange Balken ≤ 20 ± 5 mm
nachbehandelt werden, bis die Festigkeit des
20 < b ≤ 100 ± 10 mm
oberflächennahen Betons 70 % der charakteristi-
schen Festigkeit des verwendeten Betons erreicht Platten
hat. Ohne einen genauen Nachweis sind die Werte und Balken > 100 ± 20 mm
der DIN 1045-3, Tabelle 2 zu verdoppeln.

8.2 Maßabweichungen für die


7.5 Anti-Graffiti-Systeme
Betondeckung
(1) Die Art der Anti-Graffiti-Systeme (AGS), perma-
nent, semipermanent oder temporär, ist in der Leis- (1) Für die Maßabweichungen der Betondeckung gilt
tungsbeschreibung vorzusehen. DIN- Fachbericht „Betonbrücken“.

(2) Es dürfen nur AGS verwendet werden, die im (2) Zur Erfüllung der Anforderungen an die Eben-
„Verzeichnis der geprüften Anti-Graffiti-Systeme flächigkeit der Kappenoberfläche gemäß Teil 1 Ab-
(AGS)“ bei der Bundesanstalt für Straßenwesen ge- schnitt 2 beträgt das Vorhaltemaß der Betondeckung
führt sind. an den nicht betonberührten Flächen von Brücken-
kappen 10 mm. Das Nennmaß der Betondeckung
(3) Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche beträgt des Betonstahls beträgt dann nom c = 50 mm.
für permanente AGS 2 Jahre, für semipermanente
und temporäre AGS 1 Jahr. (3) Die Schrammbordhöhe darf, abweichend von der

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 07/06


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 2 Bauausführung

Richtlinie für passive Schutzeinrichtungen an Stra-


ßen (RPS), 7,5 cm betragen.

9 Überwachung
9.1 Allgemeines
(1) Soll der Frost-Tausalz-Widerstand eines Betons
überprüft werden, ist die Prüfung in der Leistungs-
beschreibung vorzusehen.
(2) Grundsätzlich kann der Frost-Tausalz-Wider-
stand nur an einem Beton der Expositionsklasse XF4
geprüft werden. Die Prüfung kann nur an gesondert
hergestellten Probekörpern durchgeführt werden.
(3) Zur Prüfung des Frost-Tausalz-Widerstandes von
Betonen der Expositionsklasse XF4 ist das CDF-Ver-
fahren nach der E DIN EN 12390-9, einzusetzen.
Die Abwitterung nach 28 Frost-Tau-Wechseln darf
für einen Beton mit ausreichendem Frost-Tausalz-
Widerstand nicht größer als 1500 g/m2 sein.
(4) Die Prüfung darf nur von Prüfstellen durchgeführt
werden, die über ausreichende Erfahrung mit dem
CDF-Verfahren verfügen.

9.2 Überwachung des Vorspannens


(1) Der Fachbauleiter hat die Verlege-, Spann- und
Einpressarbeiten ständig zu überwachen. Der Auf-
steller der statischen Berechnung muss auf Verlan-
gen des Auftraggebers zu den Verlege- und Spann-
arbeiten auf der Baustelle hinzugezogen werden.
(2) Dem Auftraggeber sind Kopien der Überwa-
chungsprotokolle zu übergeben.

9.3 Überwachung des Betonierens


(1) Bei Verwendung von Beton der Überwachungs-
klassen 2 und 3 hat der Auftragnehmer dem Auftrag-
geber rechtzeitig nachzuweisen, dass die Baustelle
einer dafür anerkannten Überwachungsstelle gemel-
det ist.
(2) Beton für die Expositionsklasse XF1 ist stets in
die Überwachungsklasse 2 einzuordnen.
(3) Für jeden verwendeten Beton ist die Druckfestig-
keit an mindestens 3 Probekörpern zu bestimmen.
Dies gilt auch für die Lieferung geringer Mengen.

Stand: 07/06 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 11


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 3 Bauwerksfugen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 3
Bauwerksfugen

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 3 Bauwerksfugen

Inhalt Seite

1 Allgemeines .................................................. 3
2 Arbeitsfugen ................................................. 3
3 Raumfugen ................................................... 3
4 Scheinfugen ................................................. 3
5 Pressfugen ................................................... 3
6 Koppelfugen ................................................. 3
7 Anforderungen an Fugenbänder ................ 3
7.1 Allgemeines ................................................... 3
7.2 Verbindungen von Fugenbändern
auf der Baustelle ............................................ 3
7.3 Gütesicherung bei auf der Baustelle
hergestellten Verbindungen von Elastomer-
Fugenbändern ................................................ 4

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 3 Bauwerksfugen

1 Allgemeines (2) Liegen die Fugenbänder innen, sind längs der


Fugenränder Leisten in die Schalung einzulegen. An
(1) Der Teil 3 Abschnitt 3 gilt nur in Verbindung mit der Luftseite sind Dreiecksleisten einzulegen.
dem Teil 1 Allgemeines.
(2) Vor dem Aufstellen der Standsicherheitsbe- 6 Koppelfugen
rechnung sind dem Auftraggeber Fugenpläne ein-
zureichen. Koppelfugen sind wie Arbeitsfugen gemäß Nr. 2 zu
(3) Werden zur Ausbildung von Fugen Hartschaum- behandeln und zusätzlich ausreichend zu verzahnen.
einlagen verwendet, sind diese durch widerstands-
fähige Platten, gegen die sich die Abstandshalter der 7 Anforderungen an Fugen-
Bewehrung ohne Eindrücke abstützen können, ab-
zudecken. Bei Bewegungsfugen sind Schalungs- bänder
hilfen restlos zu entfernen.
(4) Weichfaserplatten sind als Fugeneinlagen nicht
7.1 Allgemeines
zugelassen. (1) Es sind grundsätzlich Elastomer-Fugenbänder
(5) Fugeneinlagen müssen mit den angrenzenden nach DIN 7865 zu verwenden. Fugenbänder aus
Fugenbändern materialverträglich sein. thermoplastischen Kunststoffen nach DIN 18541 kön-
nen nur als Fugenabschlussbänder (Typ FA) einge-
setzt werden.
2 Arbeitsfugen (2) Die Werkstoffeigenschaften von Elastomer-Fu-
(1) Arbeitsfugen müssen mit Schalungsfugen über- genbändern müssen mindestens DIN 7865-2, die von
einstimmen. Für die Behandlung der Arbeitsfugen gilt Fugenabschlussbändern aus thermoplastischen
DIN 1045-3. Der Beton ist so aufzurauen, dass die Kunststoffen mindestens DIN 18541 -2 entsprechen.
Kuppen der groben Zuschlagskörner frei liegen. Sinn- (3) Die Prüfzeugnisse und Bescheinigungen der
gemäß gelten diese Bestimmungen auch für Eigenüberwachung bzw. werkseigenen Produktions-
unplanmäßige Arbeitsfugen, die z.B. durch Witte- kontrolle und der Fremdüberwachung sind dem Auf-
rungseinflüsse oder Geräteausfall entstehen. traggeber nach Auftragserteilung unaufgefordert vor-
(2) Nach dem Umsetzen ist der die Arbeitsfuge über- zulegen.
greifende Teil der Schalung so fest und dicht an den
(4) Innenliegende Fugenbänder sind in ihrer Lage
erhärteten Beton anzupressen, dass Verunreinigun-
auf die konstruktiven Erfordernisse der Bewehrungs-
gen und sonstige Beeinträchtigungen der Sicht-
führung abzustimmen und so zu befestigen, dass sie
flächen vermieden werden.
sich nicht verschieben können. Außenliegende Fu-
genbänder sind vor Beschädigungen, z.B. beim
3 Raumfugen Hinterfüllen, zu schützen.
Raumfugen sind mit genügend druckfesten und
feuchtigkeitsunempfindlichen Einlagen herzustellen. 7.2 Verbindungen von Fugen-
bändern auf der Baustelle
4 Scheinfugen (1) Auf der Baustelle sind nur rechtwinklige, stumpf
(1) Scheinfugen sind hinsichtlich der Bewehrungs- gestoßene Verbindungen nach den Herstellerricht-
führung wie Betongelenke auszuführen. Der Beton- linien auszuführen. Verschneidungen, wie Ecken,
querschnitt ist um mindestens ein Drittel zu schwächen. T-Stücke und Kreuzungen, sind werkseitig herzu-
(2) Als Fugeneinlagen sind feuchtigkeitsunempfind- stellen.
liche Einlagen zu verwenden. (2) Alle Anker und Rippen der Fugenbänder müs-
(3) Bei schwindbehinderten Bauteilen mit Beton- sen in Anschluss- und Stoßbereichen durchlaufen
dicken bis zu 1 m ist ein Abstand von Scheinfugen und fachgerecht sowie wasserdicht gefügt werden.
zwischen 5 m und 8 m, bei größeren Betondicken (3) Kleber, Klebebänder und ähnliche Hilfsstoffe für
zwischen 4 m und 6 m einzuhalten. Bei nicht schwind- das Fügen von Fugenbändern sind unzulässig.
behinderten Bauteilen können größere Fugenab-
(4) Elastomer-Fugenbänder sind durch Vulkanisa-
stände vorgesehen werden.
tion mit beidseitiger Laschenverstärkung zu verbin-
den.
5 Pressfugen
(5) Die Herstellung einer Verbindung erfolgt nach der
(1) Pressfugen sind je nach Beanspruchung mit Ver- Vulkanisier-Anleitung des Fugenbandherstellers, die
zahnung oder ebenflächig auszuführen. Die erhär- auf der Baustelle vorhanden und für den Auftragge-
tete Betonfläche erhält einen Bitumenanstrich. ber einsehbar sein muss.

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 3 Bauwerksfugen

(6) Die Verbindungen sind durch einen Monteur des


Fugenbandherstellers auszuführen. Ist dies in be-
gründeten Ausnahmefällen, die der Zustimmung des
Auftraggebers bedürfen, nicht möglich, muss der Auf-
tragnehmer den Mitarbeiter (Vulkaniseur), der die
Verbindungen ausführt, schriftlich benennen. Der
Vulkaniseur ist durch den Fugenbandhersteller ein-
zuweisen. Die Einweisung ist dem Auftraggeber
schriftlich nachzuweisen und darf nicht länger als 2
Jahre zurückliegen.
(7) Für Verbindungen, die auf der Baustelle hergestellt
werden, hat der Auftragnehmer im Beisein des Auf-
traggebers eine Gütesicherung nach Nr. 7.3 durchzu-
führen. Die Ergebnisse der Prüfungen sind zu proto-
kollieren und dem Auftraggeber zu übergeben.
(8) Die Aufwendungen für die Herstellung von Bau-
stellenverbindungen sowie ihre Prüfung und Abnah-
me gehören zur Leistung des Auftragnehmers. Die
Kosten trägt der Auftragnehmer.
(9) Fugenbänder aus thermoplastischen Kunststof-
fen sind durch thermisches Schweißen miteinander
zu verbinden. Für die schweißtechnische Ausführung
sind DIN 1910-3, die Merkblätter des Deutschen
Vereins für Schweißtechnik e.V. sowie die Herstel-
lerrichtlinien zu beachten.
(10) Im Hinblick auf die Vielfalt der eingesetzten
Weichmacher muss die Verträglichkeit der zu ver-
bindenden Fugenbänder aus thermoplastischen
Kunststoffen unterschiedlichen Typs oder verschie-
dener Hersteller nachgewiesen sein.

7.3 Gütesicherung bei auf der Bau-


stelle hergestellten Verbindun-
gen von Elastomer-Fugenbändern
(1) Vor der Herstellung einer Verbindung hat der Vul-
kaniseur auf der Baustelle im Beisein des Auftrag-
gebers eine Probeverbindung anzufertigen. Mit der
Probeverbindung werden die Vorgehensweise, die
Geräte und die Hilfsstoffe überprüft. Die Probe-
verbindung ist auf ihre äußere und innere Beschaf-
fenheit hin zu überprüfen. Das Elastomer der Ver-
bindung muss bei einer Prüfung nach Augenschein
eine gleichmäßige Oberfläche haben und frei von
Mängeln, wie Rissen, Falten und Poren, sein.
(2) Zur Überprüfung der inneren Beschaffenheit ist
die Probeverbindung mindestens dreimal parallel in
Längsrichtung des Fugenbandes aufzuschneiden.
Zeigt die Vulkanisationsstelle eine porige Struktur,
Fehlstellen und/oder lassen sich Teile der Bandage
ablösen, ist die Verbindung mangelhaft.
(3) Tritt eine mangelhafte Probeverbindung auf, dür-
fen weitere Baustellenverbindungen erst nach Fest-
stellung der Ursachen für die mangelhafte Probe-
verbindung und nach Herstellung einer einwandfreien
Probeverbindung ausgeführt werden.

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 4
Schutz und Instandsetzung
von Betonbauteilen

Stand: 04/10
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Inhalt Seite Seite

1 Allgemeines .......................................... 5 2.4.3 Behandlung der Bewehrung ................. 12


2.4.4 Behandlung freiliegender Einbauteile... 12
1.1 Grundsätzliches ..................................... 5
2.4.5 Behandlung von Bewegungsfugen....... 12
1.2 Begriffsbestimmungen ........................... 5
2.4.6 Behandlung von Rissen........................ 12
1.3 Anwendung ............................................ 6
2.4.7 Säubern der Betonunterlage ................ 12
1.3.1 Allgemeines ........................................... 6
2.5 Prüfung der Abreißfestigkeit ................. 14
1.3.2 Zuordnung der Bauteile ......................... 6
2.6 Bestimmung der Feuchte der
1.3.3 Betonersatzsysteme .............................. 7 Betonunterlage ..................................... 14
1.3.4 Oberflächenschutzsysteme ................... 7
2.7 Abrechnung .......................................... 14
1.4 Bestandsaufnahme ................................ 7 2.8 Freigabe der Betonunterlage ................ 14
1.4.1 Allgemeines ........................................... 7
3 Beton.................................................... 14
1.4.2 Umfang .................................................. 7
1.4.3 Schadensbeurteilung ............................. 7 3.1 Allgemeines .......................................... 14
1.5 Baugrundsätze ....................................... 7 3.2  Anwendung ........................................... 14
1.6 Baustoffe und Baustoffsysteme ............. 9 3.3 Baugrundsätze ..................................... 15
1.7 Ausführung............................................. 9 3.3.1 Allgemeines .......................................... 15
1.7.1 Allgemeines ........................................... 9 3.3.2 Vorbereitung der Betonunterlage ......... 15
1.7.2 Anforderungen an Unternehmen und 3.4 Baustoffe und Baustoffsysteme ............ 15
Personal ................................................. 9
3.5 Ausführung ........................................... 15
1.7.3 Angaben zur Ausführung ..................... 10
3.5.1 Allgemeines .......................................... 15
1.7.4 Bearbeitungsabschnitte ....................... 10
3.5.2 Betonunterlage ..................................... 15
1.7.5 Äußere Bedingungen ........................... 10
3.5.3 Baustoffe .............................................. 15
1.7.6 Nachbehandlung .................................. 10
3.5.4 Einbau................................................... 15
1.7.7 Dokumentation ..................................... 10
3.5.5 Nachbehandlung .................................. 15
1.8 Qualitätssicherung ............................... 10
3.6 Qualitätssicherung ................................ 15
1.8.1 Erstprüfung/Eignungsprüfung/
3.6.1 Erstprüfung/Grundprüfung .................... 15
Grundprüfung ....................................... 10
3.6.2 Überwachung der Stoffherstellung ....... 15
1.8.2 Überwachung der Stoffherstellung ...... 10
3.6.3 Überwachung der Ausführung .............. 15
1.8.3 Überwachung der Ausführung ............. 10
1.8.4 Kontrollprüfungen................................. 10 4 Spritzbeton .......................................... 16
1.8.5 Zusätzliche Kontrollprüfungen ............. 11
4.1 Allgemeines .......................................... 16
1.9 Abrechnung.......................................... 11
4.2 Anwendung ........................................... 16
2 Vorbereitung der Betonunterlage .... 11 4.3 Baugrundsätze ..................................... 16
4.4 Baustoffe und Baustoffsysteme ............ 16
2.1 Allgemeines ......................................... 11
4.5 Ausführung ........................................... 16
2.2 Anwendung .......................................... 11
4.5.1 Allgemeines .......................................... 16
2.3 Baugrundsätze ..................................... 11
4.5.2 Anforderungen an das Personal ........... 17
2.4 Ausführung........................................... 12
4.5.3 Baustoffe .............................................. 17
2.4.1 Allgemeines ......................................... 12
4.5.4 Betonunterlage ..................................... 17
2.4.2 Vorbereitungsverfahren ....................... 12
 4.5.5 Einbau................................................... 17

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Seite Seite
4.5.6 Nachbehandlung...................................17 6.5.3 Betonunterlage ..................................... 20
4.5.7 Abreißfestigkeit .....................................17 6.5.4 Äußere Bedingungen ........................... 20
4.6 Qualitätssicherung ................................17 6.5.5 Konsistenz ............................................ 20
4.6.1 Eignungsprüfung...................................17 6.5.6 Luftgehalt .............................................. 20
4.6.2 Überwachung des Bereitstellungs- 6.5.7 Nachbehandlung .................................. 20
gemisches .............................................17
6.5.8 Trockenrohdichte .................................. 21
4.6.3 Überwachung der Ausführung ..............17
6.5.9 Abreißfestigkeit ..................................... 21
5 Spritzmörtel/-beton mit 6.6 Qualitätssicherung ................................ 21
Kunststoffzusatz (SPCC) ...................17
6.6.1 Grundprüfung ....................................... 21
5.1 Allgemeines ..........................................17 6.6.2 Überwachung der Stoffe und
Stoffsysteme ......................................... 21
5.2 Anwendung ...........................................18
6.6.3 Überwachung der Ausführung ............. 21
5.3 Baugrundsätze ......................................18
6.6.4 Kontrollprüfungen ................................. 21
5.4 Baustoffe und Baustoffsysteme ............18
5.5 Ausführung ...........................................18 7 Reaktionsharzmörtel /
Reaktionsharzbeton (PC)................... 21
5.5.1 Anforderungen an das Personal ...........18
5.5.2 Baustoffe ...............................................18 7.1 Allgemeines .......................................... 21
5.5.3 Betonunterlage .....................................18 7.2 Anwendung........................................... 21
5.5.4 Einbau der Bewehrung .........................18 7.3 Baugrundsätze ..................................... 22
5.5.5 Schalung ...............................................18 7.4 Baustoffe und Baustoffsysteme ........... 22
5.5.6 Spritzen .................................................18 7.5 Ausführung ........................................... 22
5.5.7 Frischmörtelrohdichte ...........................18 7.5.1 Allgemeines .......................................... 22
5.5.8 Nachbehandlung...................................19 7.5.2 Baustoffe .............................................. 22
5.5.9 Trockenrohdichte ..................................19 7.5.3 Betonunterlage ..................................... 22
5.5.10 Abreißfestigkeit .....................................19 7.5.4 Äußere Bedingungen ........................... 22
5.6 Qualitätssicherung ................................19 7.5.5 Witterungsschutz .................................. 22
5.6.1 Grundprüfung ........................................19 7.5.6 Trockenrohdichte .................................. 22
5.6.2 Überwachung der Stoffe und 7.5.7  Abreißfestigkeit ..................................... 22
Stoffsysteme .........................................19
7.6 Qualitätssicherung ................................ 22
5.6.3 Überwachung der Ausführung ..............19
7.6.1 Grundprüfung ....................................... 22
5.6.4 Kontrollprüfungen .................................19
7.6.2 Überwachung der Stoffe und
Stoffsysteme ......................................... 22
6 Zementmörtel/Beton mit
Kunststoffzusatz (PCC) ......................19 7.6.3 Überwachung der Ausführung ............. 22
7.6.4 Kontrollprüfungen ................................. 23
6.1 Allgemeines ..........................................19
6.2 Anwendung ...........................................19 8 Oberflächenschutzsysteme (OS) ...... 23
6.3 Baugrundsätze ......................................20
8.1 Allgemeines .......................................... 23
6.4 Baustoffe und Baustoffsysteme ............20
8.2 Anwendung........................................... 23
6.5 Ausführung ...........................................20
8.2.1 Allgemeines .......................................... 23
6.5.1 Allgemeines ..........................................20
8.2.2 Auswahl ................................................ 23
6.5.2 Baustoffe ...............................................20
8.2.3 Farbpalette ........................................... 25


Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Seite Seite
8.3 Baustoffe und Baustoffsysteme ........... 25 Formblatt D 3.4.4
Bestimmung der Schichtdicke
8.4 Ausführung........................................... 25
der hauptsächlich wirksamen
8.4.1 Allgemeines ......................................... 25 Oberflächenschicht (hwO) an
Bohrkernen ................................. 36
8.4.2 Baustoffe .............................................. 25
Formblatt D 3.4.5
8.4.3 Betonunterlage..................................... 25 Bestimmung der Schichtdicke
8.4.5 Einbauteile ........................................... 25 der hauptsächlich wirksamen
Oberflächenschicht (hwO) über
8.4.6 Hydrophobierung (OS-A) ..................... 25 die Verbrauchsmenge ................ 37
8.4.7 Schichtdicke (OS-B bis OS-F) ............. 25 Anhang E Formblatt E 3.4.1
8.4.8 Abreißfestigkeit .................................... 26 Frischmörtelrohdichte
SPCC ......................................... 38
8.4.9 Witterungsschutz ................................. 26
Formblatt E 3.4.2
8.5 Qualitätssicherung ............................... 26 Prüfung am Frischmörtel
8.5.1 Überwachung der Ausführung ............. 26 PCC ............................................ 39
8.5.2 Kontrollprüfungen................................. 27 Formblatt E 3.4.3
Bestimmung der Trockenrohdichte
SPCC, PCC, PC ......................... 40
Anhang A Bestimmung der Betonfeuchte Anhang F Hinweise zur Zertifizierung ......... 44
nach der Carbid-Methode
(CM-Gerät)................................. 28

Anhang B Bestimmung der Qualität von


Hydrophobierungen ................... 31
Formblatt B 3.4.1
Hydrophobierungsmessung....... 32

Anhang C Formblatt C 3.4.1


Ausgeführte Schutz- und
Instandsetzungsmaßnahmen
an Betonbauteilen ...................... 33

Anhang D Bestimmung der Schichtdicken


von Oberflächenschutz-
systemen ................................... 34
Formblatt D 3.4.1
Dokumentation von Verbrauchs-
bzw. Einbaumengen von Ober-
flächenschutzsystemen (OS)..... 33
Formblatt D 3.4.2
Bestimmung der Schichtdicke
der hauptsächlich wirksamen
Oberflächenschutzschicht (hwO)
durch Differenzdickenmessung . 34
Formblatt D 3.4.3
Bestimmung der Schichtdicke
der hauptsächlich wirksamen
Oberflächenschicht (hwO) mit
dem Keilschnittverfahren ........... 35

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

1 Allgemeines (11) Feinspachtel


Dient dem Porenschluss sowie dem Glätten der
Oberfläche und wird in ein bis zwei Lagen aufgeb-
1.1 Grundsätzliches racht. Er kann Bestandteil des Betonersatz- oder
(1) Der Teil 3 Abschnitt 4 gilt nur in Verbindung mit des Oberflächenschutzsystems sein.
dem Teil 1 Allgemeines. (12) Grundierung
(2) Die Grenzwerte und Toleranzen beinhalten Ggf. erforderliche Zwischenschicht für den Einbau
sowohl die Streuungen bei der Probennahme und von Oberflächenschutzschichten.
die Vertrauensbereiche der Prüfverfahren als auch
die arbeitsbedingten Ungleichmäßigkeiten, soweit (13) Haftbrücke
im Einzelfall keine andere Regelung getroffen ist. Zwischenschicht zur Verbesserung der Haftung
(3) Die Nrn. 1 und 2 gelten für alle Arten von Be- des Betonersatzes.
tonersatz- und Oberflächenschutzsystemen. In (14) Hauptsächlich wirksame Oberflächen-
den Nrn. 3 bis 8 werden jeweils ergänzende An- schutzschicht (hwO)
gaben gemacht.
Für die Funktion des Oberflächenschutzsystems
maßgebenden Schichten.
1.2 Begriffsbestimmungen
(15) Hydrophobierung
(1) Abreißfestigkeit
Nichtfilmbildender, wasserabweisender Oberflä-
Im Abreißversuch ermittelte Zugfestigkeit innerhalb chenschutz.
der Betonunterlage, des Betonersatz- oder des
Oberflächenschutzsystems bzw. Haftzugfestigkeit (16) Kohäsionsbruch
zwischen diesen Schichten. Bruch innerhalb einer Schicht.
(2) Adhäsionsbruch (17) Korrosionsschutz der Bewehrung
Bruch zwischen zwei Schichten. Besteht aus mindestens zwei Grundbeschichtun-
(3) Arbeitsfuge gen und schützt die Bewehrung vor Korrosion,
wenn die Betondeckung durch den Betonersatz
Ansatzstelle durch Arbeitsunterbrechung im Beton- nicht ausreichend ist oder durch die stoffliche Zu-
ersatz- oder Oberflächenschutzsystem. sammensetzung des Betonersatzes kein Korrosi-
(4) Ausgleichsschicht onsschutz gewährleistet ist.

Schicht zur Herstellung einer ebenen und profilge- (18) Kunststoffzusatz


rechten Oberfläche. Zusatz in Form von Kunststoffdispersion, wasser-
(5) Beschichtung dispergierbarem Kunststoffpulver oder wasser-
emulgierbarem Reaktionsharz.
Schicht auf der Oberfläche, die allen Unebenheiten
folgt bzw. Unebenheiten weitgehend ausgleicht. (19) Lage

(6) Betonersatz Wird in einem Arbeitsgang hergestellt. Eine oder


mehrere Lagen gleicher Zusammensetzung bilden
Ersatz von fehlendem bzw. geschädigtem Beton. eine Schicht.
(7) Betonersatzsystem (20) Maximalschichtdicke dmax
Besteht aus Stoffen des Betonersatzes sowie ggf. Schichtdicke der hwO, die nicht überschritten wer-
aus der Haftbrücke, dem Korrosionsschutz und den darf (Anforderungen z.B. an Wasserdampfdif-
dem Feinspachtel. fusionseigenschaften).
(8) Betonunterlage (21) Mindestschichtdicke dmin
Beton oder Betonersatzsysteme unter dem jeweils
Schichtdicke der hwO, die nicht unterschritten
herzustellenden Betonersatz- oder Oberflächen- werden darf (Anforderungen z.B. an CO2-
schutzsystem.
Diffusionswiderstand, Rissüberbrückungseigen-
(9) Charge schaften).
In einem Arbeitsgang hergestellte Einheit. (22) Oberflächennaher Beton
(10) Einbauten Beton in Bereichen bis unter die Bewehrung.
Teile (z.B. Fahrbahnübergänge, Entwässerungs- (23) Oberflächenschutz
einrichtungen), die mit der Betonunterlage fest Maßnahmen zum Schutz der Betonoberfläche
verbunden sind.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

durch Hydrophobierung oder Beschichtung. 1.3 Anwendung


(24) Oberflächenschutzsystem (OS-System)
Besteht aus den Stoffen der einzelnen Schichten 1.3.1 Allgemeines
des Oberflächenschutzes. Es beinhaltet ggf. den (1) Dieser Abschnitt bezieht sich auf den oberflä-
Feinspachtel. chennahen Beton. Eine weitergehende Anwen-
(25) Polymer Concrete (PC) dung ist möglich. Erforderlichenfalls sind gesonder-
te Untersuchungen, z.B. Standsicherheitsnachwei-
Mörtel/ Beton aus Gesteinskörnungen und Reakti- se, Nachweise über den Verbund bzw. die Mitwir-
onsharzen als Bindemittel. (Reaktionsharzmör- kung des Betonersatzes, durchzuführen.
tel/Reaktionsharzbeton).
(2) Oberflächennahe Risse sind nach Nr. 2.4.6 zu
(26) Polymer Cement Concrete (PCC) behandeln. Alle anderen Risse sind nach Ab-
Zementmörtel/Beton mit Kunststoffzusatz. schnitt 5 zu behandeln.

(27) Riss (3) Bei Betonfahrbahntafeln gilt dieser Abschnitt


nur für die Instandsetzung der Betonoberfläche .Zu
Trennung im Betongefüge und in Fugen. Es wird den Abdichtungsmaßnahmen für Betonfahrbahnta-
zwischen oberflächennahen Rissen und Trennris- feln siehe Teil 7.
sen unterschieden:
(4) Die Anwendung erstreckt sich auch auf Beton-
ʊ Oberflächennahe Risse erfassen nur geringe bauteile, die während des Aufbringens und Er-
Querschnittsteile und sind häufig netzartig aus- härtens des Betonersatzsystems oder des Oberflä-
gebildet. chenschutzsystems durch Verkehr dynamisch
ʊ Trennrisse erfassen wesentliche Teile des beansprucht werden. Insbesondere bei Be-
Querschnitts (z.B. Zugzone, Steg) oder den Ge- tonersatz aus Beton bzw. Spritzbeton können Ver-
samtquerschnitt. kehrsbeschränkungen erforderlich werden.

(28) Rückseitige Durchfeuchtung


1.3.2 Zuordnung der Bauteile
Von der Rückseite des Bauteils zur instandzuset-
zenden Bauteilfläche transportiertes Wasser. (1) Die Einwirkungsbereiche werden unterschie-
den in Spritzwasserbereich, Sprühnebelbereich
(29) Schicht und sonstigen Bereich. Die Abgrenzung dieser Be-
Besteht aus einer oder mehreren Lagen gleicher reiche ist fließend. Bauwerksgeometrie und Lage
Zusammensetzung. der Bauteile zu den Fahrbahnen müssen beson-
ders berücksichtigt werden.
(30) Sollschichtdicke ds
(2) Zum Spritzwasserbereich zählen z.B. Kappen,
Aufgrund statistischer Annahmen über den Ver- Schutz- und Leiteinrichtungen und Teilbereiche
brauch ermittelte Schichtdicke, die nach Ausfüh- von Trogwänden, Stützwänden, Widerlagerwän-
rung im Mittel mindestens erreicht werden muss. den, Tunnelwänden, Stützen, Pfeilern, Pylonen
und Zügelgurten. Die Expositionsklasse des
(31) Sprayed Polymer Cement Concrete
Spritzwasserbereichs entspricht
(SPCC)
ʊ XF2 in Verbindung mit XD2 und XC4 oder
Im Spritzverfahren aufzubringender Zementmörtel/
Beton mit Kunststoffzusatz. ʊ XF4 in Verbindung mit XD3 und XC4
(32) Spritzwasserbereich nach DIN-Fachbericht „Beton“.
Bereich, der mit Tausalzsole beaufschlagt werden (3) Dem Sprühnebelbereich sind alle Bauteile
kann. zuzuordnen, die im Einwirkungsbereich des Tau-
salzsprühnebels, aber außerhalb des Spritzwas-
(33) Sprühnebelbereich
serbereiches liegen. Zum Sprühnebelbereich zäh-
Bereich, der mit Tausalzsprühnebel, jedoch nicht len z.B. Überbauten, Pfeiler und Widerlager auch
mit Spritzwasser, beaufschlagt werden kann. unterhalb von hohen Talbrücken und Tunnelde-
cken. Die Expositionsklasse des Sprühnebelbe-
(34) Wirkstoffgehalt reichs entspricht XF2 in Verbindung mit XD1 und
Wirksamer Anteil einer Hydrophobierung. XC4 nach DIN-Fachbericht „Beton“.
(35) Wirkstoffmenge (4) Bauteile, die weder im Spritzwasser- noch im
Sprühnebelbereich liegen, sind dem sonstigen Be-
Auf die Betonunterlage aufgebrachte Menge des reich zuzuordnen. Die Expositionsklasse dieses
wirksamen Anteils einer Hydrophobierung. Bereichs entspricht XF2 in Verbindung mit XD1
und XC3 nach DIN-Fachbericht „Beton“. Hierzu
zählen z.B. lnnenflächen von Hohlpfeilern, Wider-

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

lagern und Hohlkästen. zutreffenden Kriterien, z.B. aus der Tabelle 3.4.1,
heranzuziehen. Dabei sind Prüfungen, Beobach-
tungen und Erfahrungen so einzusetzen, dass Ver-
1.3.3 Betonersatzsysteme
kehrssicherheit, Tragfähigkeit, Gebrauchsfähigkeit
(1) Betonersatzsysteme dienen der Instandset- und Dauerhaftigkeit beurteilt werden können. Um-
zung geschädigter Betonbauteile, zur Herstellung fang und Ausmaß der Untersuchungen richten sich
von Ausgleichsschichten oder zum Füllen von nach Art und Größe der Schäden am Bauteil und
Fehlstellen im Beton. nach der Bedeutung des Bauwerks.
(2) Der Baustoff für den Betonersatz kann be-
stehen aus: 1.4.2 Umfang
ʊ Beton, (1) Bei Schäden größeren Ausmaßes muss die
Bestandsaufnahme mindestens umfassen:
ʊ Spritzbeton,
ʊ Art und Zweck des Bauwerks, Schäden, Bau-
ʊ Spritzmörtel/-beton mit Kunststoffzusatz jahr, Bestandszeichnungen, zwischenzeitliche
(SPCC), Veränderungen sowie
ʊ Zementmörtel/Beton mit Kunststoffzusatz
ʊ Bezeichnung und Lage der betroffenen Bau-
(PCC) oder teile, Bewehrung, Baustoffe, Abmessungen und
ʊ Reaktionsharzmörtel/Reaktionsharzbeton (PC). Schadensbild
(2) Bei geringen Schäden reicht in der Regel ein
1.3.4 Oberflächenschutzsysteme Prüfbericht nach der Richtlinie zur einheitlichen
Erfassung, Bewertung, Aufzeichnung und Auswer-
(1) Bei der Planung von OS-Systemen ist zu be- tung von Ergebnissen der Bauwerksprüfungen
achten, dass nur eine ausreichend dichte und di- nach DIN 1076 (RI-EBW-PRÜF) aus.
cke Betondeckung, bei Neubauten nach DIN-
Fachbericht „Betonbrücken“ sowie bei Erhal-
tungsmaßnahmen aus alkalisch wirkenden Beton- 1.4.3 Schadensbeurteilung
ersatzsystemen nach diesem Abschnitt, Gewähr
Aufgrund der Prüfungen und des Schadensbildes
für eine langfristige Dauerhaftigkeit von Betonbau- sind:
werken bietet.
ʊ Aussagen über die Ursachen der Schäden zu
(2) OS-Systeme sind nicht gleichwertig gegenüber
treffen,
einer ausreichend dichten und dicken Betonde-
ckung, weil sie nur eine zeitlich begrenzte Wirk- ʊ die Notwendigkeit und die Zweckmäßigkeit
samkeit besitzen und der ständigen Erhaltung einer Schutz- und Instandsetzungsmaßnahme
bedürfen. festzustellen und
(3) Ein Oberflächenschutz bei vorhandenen Bau- ʊ Erfordernisse als Grundlage für ein material-
werken ist unter Berücksichtigung der Gesamt- spezifisches Schutz- und Instandsetzungskon-
situation eines Bauwerks vorzusehen, zept zusammen zu stellen.
ʊ wenn die Risiken weitergehender Wasserauf-
nahme und Schadstoffeindringung (Karbonati- 1.5 Baugrundsätze
sierung bzw. Chloridanreicherung) untersucht
worden sind und keine anderen wirtschaftlichen (1) Vor dem Aufbringen des Betonersatz- oder
Erhaltungsmaßnahmen ausgeführt werden kön- OS-Systems ist die Betonunterlage nach Nr. 2
nen oder vorzubereiten.

ʊ bei bereichsweise instandgesetzten Bauteilen (2) Die Ebenheit der instandgesetzten Betonflä-
bzw. Bauwerken. chen ist den umgebenden Bereichen anzupassen.

(4) Bei Anwendung von OS-Systemen auf Beton (3) Durch die Instandsetzungs- und Schutzmaß-
mit Hinweis auf Gefährdung durch Alkali-Zuschlag- nahmen darf die Funktionsfähigkeit von Bewe-
Reaktion ist darauf zu achten, dass sich die Ver- gungsfugen nicht beeinträchtigt werden.
hältnisse im Bauteil nicht ungünstig verändern.

1.4 Bestandsaufnahme

1.4.1 Allgemeines
Zur Beurteilung des Bauwerkszustandes sind in
Abhängigkeit von der Bauwerkssituation die jeweils

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 7


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Tabelle 3.4.1: Beispiele für Untersuchungsmethoden und -kriterien zur Ermittlung des Ist-Zustandes eines Bauwerks

Kriterien zur Beschreibung des Ist- Untersuchungsmethoden, Untersuchungsergebnisse und


Zustandes Hilfsmittel Bewertung
1 Umgebungs- und Nutzungsbedingungen
Mechanische Einwirkungen (z.B. Inaugenscheinnahme Bewertung im Einzelfall
1.1 Fahrzeuganprall, Überlastung)

Physikalische und chemische Einwir- Messungen, Erkundungen Angabe über Art und Umfang der
kungen (z.B. von Temperatur, Feuch- Einwirkungen, Bewertung im Einzelfall
1.2 te, Frost, Tausalzen, Gasen, Ölen,
Fetten)
Einwirkung aus Betrieb (Reinigung, Auswertung von Protokollen, Häufigkeit und Art der Reinigung,
1.3 Wartung) (z.B. Streckenwartung) Reinigungsmittel, Bewertung im
Einzelfall

Zugänglichkeit Örtlich Feststellungen Bewertung im Einzelfall (Hinweis


auf Zugänglichkeit und/oder Unzugäng-
1.4 lichkeiten, evtl. Geräte und Beleuch-
tung)

2 Bauwerks- und Bauteileigenschaften


Trag- und Verformungseigenschaften Vermessung, Schwingungsmessungen, Bewertung im Einzelfall
2.1 Nachrechnung, Probebelastung

2.2 Brückenklasse, Statische Systeme Bauwerksbuch, Bauwerksakten Bewertung im Einzelfall


Herstellungsbedingungen (z.B. Witte- Bautagebuch, Wetteramt, Bewertung im Einzelfall
2.3 rung, Besonderheiten) Bauwerksakten

Optischer Eindruck Inaugenscheinnahme, Lokalisierung und Ausmaß,


(z.B. Abplatzung, Risse, Rostfahnen, Rissaufnahme (z.B. mit Risslupe) Bewertung im Einzelfall
2.4 Ausblühungen, Verschmutzungen,
Absandungen)
Gefüge (Hohlstellen, Fehlstellen) Inaugenscheinnahme, Abklopfen, Lokalisierung und Ausmaß,
2.5 Endoskopie, Ultraschall, Radar, Bewertung im Einzelfall
Impakt-Echo
Betondeckung Magnetisches Verfahren, Wirbelstrom- Bewertung durch Vergleich mit Teil 3
2.6 verfahren, Radar, Anbohren Abschnitt 1

2.7 Verformung, Zwang, Pressungen Messungen und Berechnungen Bewertung im Einzelfall


Entwässerung, Abdichtung, Belag, Inaugenscheinnahme, Abklopfen, Bewertung nach dem Zustand und
2.8 Fugen ggf. Öffnen und/oder Messen dem Grad der Funktionsfähigkeit

2.9 Fahrbahnübergänge

3 Baustoffeigenschaften
Druckfestigkeit Zerstörungsfreie Prüfung (Schmidt- Nennfestigkeit, Vergleich mit
Hammer). In begründeten Einzelfällen: geforderten Werten
3.1 Zerstörende Prüfung durch Entnahme
von Bohrkernen
Abreißfestigkeit gemäß DIN EN 1542 Geregeltes Abreißprüfgerät Vergleich mit geforderten Werten.
a) Oberfläche Falls nicht ausreichend, Überprüfung
3.2 b) ggf. tieferliegende Schichten (Profil- des Festigkeits- und Verformungsver-
aufnahme) haltens
Korrosion der Bewehrung Inaugenscheinnahme, Endoskopie, Zur Bewertung sind sowohl die
Potenzialmessung Absolutwerte als auch die
gegenseitigen Abhängigkeiten der
einzelnen Baustoffeigenschaften in
3.3
ihrer Gesamtheit zu berück-
sichtigen. Grenzwerte einzelner
Baustoffeigenschaften werden
daher nicht angegeben.
Karbonatisierung Indikatorverfahren, z.B. Phenolphthalein
3.4 (Bruchfläche)

Chloridbelastung Indikatorverfahren (Bruchfläche),


3.5 chemische Analyse

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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1.7 Ausführung
(4) Betonersatz- und OS-Systeme müssen folgen-
de Eigenschaften haben:
1.7.1 Allgemeines
ʊ ein der Betonunterlage angepasstes Festig-
keits- und Verformungsverhalten, (1) Schutz- und lnstandsetzungsmaßnahmen sind
terminlich so einzuplanen, dass sie bei günstiger
ʊ einen abreiß- und scherfesten Verbund mit der
Witterung durchgeführt werden können.
Betonunterlage bzw. der Schichten untereinan-
der (ggf. auch unter dynamischer Be- (2) Müssen Schutz- und Instandsetzungsarbeiten
anspruchung), bei ungünstigen Witterungsbedingungen aus-
geführt werden, sind witterungsbedingte Schutz-
ʊ keine Beeinträchtigung der Gebrauchsfähigkeit
einrichtungen nach Teil 6 Abschnitt 3 vorzusehen.
und der Dauerhaftigkeit der Betonunterlage,
(3) Schutz- und Instandsetzungsarbeiten dürfen
ʊ einen hinreichender Frost- und Tausalzwider-
nur innerhalb materialbedingter Grenzwerte ausge-
stand gemäß den Anforderungen,
führt werden.
ʊ Schutz der Bewehrung gegen Korrosion (gilt
nur für Betonersatzsysteme),
1.7.2 Anforderungen an Unternehmen und
ʊ Alterungs-, Volumen-, Alkali- und Wasserbe- Personal
ständigkeit sowie Wasserundurchlässigkeit und
(1) Die Arbeiten dürfen nur von Arbeitskolonnen
Wasserdampfdurchlässigkeit und ggf. Bitumen-
ausgeführt werden, die über die erforderliche Qua-
beständigkeit,
lifikation verfügen.
ʊ Verträglichkeit der verwendeten Baustoffe un-
(2) Bei Arbeiten mit Kunststoffen oder kunst-
tereinander,
stoffmodifizierten Baustoffen muss eine von Auf-
ʊ hemmende Wirkung gegen das Eindringen von tragnehmer benannte sachkundige Fachkraft, z.B.
Schadgasen (z.B. CO2 und SO2), der Kolonnenführer, nachweislich eine Prüfung
über den Umgang mit diesen Baustoffen erfolg-
ʊ hinreichende Verträglichkeit mit vorhandenen
reich abgelegt haben. Dies ist:
Betonersatz- und OS-Systemen,
ʊ bei inländischen Bietern durch eine Beschei-
ʊ praxisgerechte Verarbeitungszeit, breite Klima-
nigung des Ausbildungsbeirats „Schutz und In-
spanne,
standsetzung im Betonbau“ beim Deutschen
ʊ baustellengerechte Verarbeitbarkeit, auch bei Beton- und Bautechnik-Verein E.V. (SIVV-
Arbeiten in Zwangslagen (Überkopfarbeit), Schein),
ʊ leichte Überarbeitbarkeit, ʊ bei ausländischen Bietern durch einen gleich-
wertigen Qualifikationsnachweis
ʊ geringe Verschmutzungsneigung,
zu belegen.
ʊ ausreichende Abriebfestigkeit bei dem System
OS-F. (3) Eine Nachschulung ist im Abstand von höch-
stens drei Jahren entsprechend den Vorgaben des
(5) Durch Beschichtungen dürfen im Beton der zu Ausbildungsbeirates „Schutz und Instandsetzung
schützenden Bauteile keine bauphysikalisch und / im Betonbau“ durchzuführen.
oder chemisch ungünstigen Verhältnisse geschaf-
fen werden, die Folgeschäden verursachen kön- (4) Wird als Betonersatz Spritzbeton oder Spritz-
nen. beton mit Kunststoffzusatz verwendet, sind die
zusätzlichen Anforderungen an den Düsenführer
nach den Nrn. 4.5.2 bzw. 5.5.1 zu beachten.
1.6 Baustoffe und Baustoffsysteme
(5) Die sachkundige Fachkraft muss während der
(1) Die Eignung der Baustoffe und Baustoffsy- Ausführung der Arbeiten ständig an der Arbeits-
steme ist vom Auftragnehmer nachzuweisen. stelle anwesend sein.
(2) Als Zugabewasser ist Trinkwasser zu verwenden. (6) Bei besonders schwierigen oder wichtigen Ar-
(3) Es dürfen nur Stoffe und Stoffsysteme ver- beiten kann es erforderlich sein, zusätzliche Quali-
wendet werden, die in der bei der Bundesanstalt fikationsnachweise für die sachkundige Fachkraft
für Straßenwesen (BASt) geführten Zusammen- und das Personal in Form von Referenzen über
stellung der zertifizierten Stoffe und Stoffsysteme entsprechende ausgeführte Arbeiten oder in Form
aufgeführt sind. von Nachweisen über besondere handwerkliche
Schulungen zu fordern.
(4) Angaben über Baustoffe und Baustoffsysteme
sind im Baustoff- bzw. Bieterangabenverzeichnis
zu fordern.

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1.7.3 Angaben zur Ausführung 1.8 Qualitätssicherung


Die Instandsetzung mit SPCC-, PCC-, PC- und
OS-Systemen muss nach den Angaben zur Aus- 1.8.1 Erstprüfung / Eignungsprüfung /
führung im allgemeinen bauaufsichtlichen Prüf- Grundprüfung
zeugnis (abP) bzw. gemäß DIN V 18026, An- (1) Für Beton ist eine Erstprüfung nach Ab-
hang A erfolgen. schnitt 1 durchzuführen.
(2) Für Spritzbeton ist eine Eignungsprüfung nach
1.7.4 Bearbeitungsabschnitte DIN 18551 durchzuführen.
Bearbeitungsabschnitte sind so zu wählen, dass (3) Für SPCC, PCC und PC ist die Grundprüfung
eine mit den Angaben zur Ausführung überein- nach den zugehörigen Technischen Lieferbedin-
stimmende Durchführung der Arbeit sichergestellt gungen (TL) und Technischen Prüfvorschriften
ist. (TP) durchzuführen.
(4) Für OS-Systeme ist eine Erstprüfung nach
1.7.5 Äußere Bedingungen DIN V 18026 durchzuführen.
(1) Betonersatz- und OS-Systeme dürfen nur in-
nerhalb der in den Angaben zur Ausführung und / 1.8.2 Überwachung der Stoffherstellung
oder DIN-Normen angegebenen Grenzwerte für
Temperatur und Feuchte von Luft, Betonunterlage Die Überwachung für die Herstellung der Stoffe für
und Baustoff aufgebracht werden. Dies gilt auch die Betonersatz- und OS-Systeme erfolgt bei
für einzelne Arbeitsgänge zur Herstellung von Tei- ʊ Beton nach Abschnitt 1,
len der Betonersatz- und OS-Systeme.
ʊ Spritzbeton nach DIN 18551,
(2) Der Auftragnehmer hat die Messwerte im
Rahmen der Eigenüberwachung zu protokollieren ʊ SPCC, PCC und PC nach den zugehörigen TL,
und sie dem Auftraggeber zu übergeben. ʊ OS-System nach DIN V 18026.
(3) Zur Aufnahme der Messwerte sind vom Auf-
tragnehmer die Geräte gemäß Teil 1 Abschnitt 3 1.8.3 Überwachung der Ausführung
auf der Baustelle vorzuhalten.
(1) Art, Umfang und Häufigkeit der Eigenüberwa-
(4) Lufttemperatur und relative Luftfeuchte sind chung sind in den Nrn. 2 bis 8 geregelt.
während der Ausführung kontinuierlich aufzuzeich-
nen. Die Messungen sind danach so lange fortzu- (2) Da bei kleineren Schutz- und Instandset-
führen, wie die Stoffe des Betonersatz- bzw. OS- zungsmaßnahmen ggf. der Aufwand für die Eigen-
Systems durch Witterungseinflüsse geschädigt überwachung nicht in einem wirtschaftlichen Ver-
werden können. hältnis zu der auszuführenden Leistung steht, kann
in solchen Fällen die Eigenüberwachung, abge-
(5) Vor Beginn der Ausführung ist die Temperatur stimmt auf die jeweilige Maßnahme, in der Häufig-
der Betonunterlage bzw. der bereits eingebauten keit bzw. in der Art der Prüfung reduziert werden.
Schichten des Betonersatz- bzw. OS-Systems Dies ist in der Leistungsbeschreibung vorzusehen.
– bei Schichtarbeit und Wetteränderung auch
mehrmals täglich – zu kontrollieren. (3) Für die Ausführung ist eine Fremdüberwa-
chung vorzusehen. Der Auftragnehmer hat der
fremdüberwachenden Stelle rechtzeitig die Aus-
1.7.6 Nachbehandlung führungszeiten anzuzeigen und dies dem Auftrag-
(1) Mit der Nachbehandlung ist so rechtzeitig zu geber nachzuweisen.
beginnen, dass die geforderten Eigenschaften des (4) Bei zeitlich kurzen Schutz- und Instandset-
Instandsetzungssystems uneingeschränkt erreicht zungsmaßnahmen kann von einer Fremdüber-
werden. wachung abgesehen werden. Dies ist in der Lei-
(2) Sofern für die einzelnen Betonersatz- und OS- stungsbeschreibung vorzusehen.
Systeme nichts Anderes geregelt ist, gelten die
Angaben zur Ausführung. 1.8.4 Kontrollprüfungen
(3) Nachbehandlungsmittel sind nicht zugelassen. Kontrollprüfungen werden vom Auftraggeber in Ab-
hängigkeit von Bedeutung und Umfang der Bau-
1.7.7 Dokumentation maßnahme durchgeführt, ggf. im Zusammenhang
mit der Überwachung der Ausführung.
Entsprechend der Ausführung sind das Bau-
werksbuch (siehe Anhang C) und die vorhandenen
Bestandsunterlagen zu aktualisieren.

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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1.8.5 Zusätzliche Kontrollprüfungen sowie ggf. Freilegen von Bewehrung,


Die den Ergebnissen aus zusätzlichen Kontroll- ʊ Entfernen von Rostprodukten an freiliegender
prüfungen zuzuordnenden Teilflächen sind von Bewehrung und anderen Metallteilen,
Auftragnehmer und Auftraggeber vorher gemein-
ʊ Säubern der Betonunterlage von Staub und
sam festzulegen. Die einer zusätzlichen Kontroll-
losen Teilen,
prüfung zuzuordnende Summe der Teilflächen soll
nicht kleiner als 20% der Fläche sein, die der ur- ʊ Entfernen von Wasser.
sprünglichen Kontrollprüfung zugeordnet war.
(5) Die vorbereiteten Bereiche müssen eine ge-
eignete Form haben, die einen einwandfreien Ein-
1.9 Abrechnung bau und eine ausreichende Verdichtung gewähr-
leistet.
(1) In der Leistungsbeschreibung ist vorzusehen,
ob die Abrechnung nach Einbaufläche, Gewicht, (6) Der Auftragnehmer hat durch die Wahl geeig-
Dicke, Bestandszeichnungen und/oder örtlichen neter Verfahren und Geräte sicherzustellen, dass
Aufmaßen erfolgen soll. durch die Vorbereitungsarbeiten die Eigenschaften
der Betonunterlage nicht nachteilig verändert wer-
(2) Bei Abrechnung nach Fläche werden dem den.
Aufmaß und der Abrechnung bei Maßnahmen
nach den Nrn. 2 bis 7 die tatsächlich bearbeiteten
Flächen mit ihren mittleren Tiefen bzw. mittleren 2.2 Anwendung
Dicken zugrunde gelegt.
(1) Die Auswahl der geeigneten Vorbereitungs-
verfahren (siehe Nr. 2.4.2) richtet sich nach dem
2 Vorbereitung der Zustand der vorhandenen Betonoberfläche und
danach, wie die in den Nrn. 3 bis 8 aufgeführten
Betonunterlage Anforderungen an die Betonersatz- und OS-
Systeme am besten erfüllt werden.
2.1 Allgemeines (2) Die Umweltverträglichkeit der gewählten Vor-
bereitungsverfahren einschließlich der Entsorgung
(1) Die Betonunterlage ist so vorzubereiten, dass von Abfällen ist zu gewährleisten.
zwischen dem aufzubringenden Betonersatz- oder
OS-System und der Betonunterlage ein fester und (3) Die ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle
dauerhafter Verbund erzielt wird. Hierzu muss die ist vom Auftragnehmer nachzuweisen. Die Beseiti-
Betonunterlage gleichmäßig fest und frei von tren- gung hat auf eine dafür zugelassene Deponie zu
nenden Substanzen, scharfen Schalungskanten erfolgen.
und Graten sein.
(4) Soll Bewehrung freigelegt werden, sind die Be-
(2) Die instand zu setzenden Bereiche sind mit arbeitungsabschnitte auch nach statischen Ge-
gerade verlaufenden Kanten zu begrenzen. Die sichtspunkten festzulegen.
Ausbruchufer sind bis in eine Tiefe von etwa
10 mm annähernd rechtwinklig zur Bauteiloberflä-
che und im weiteren Verlauf schräg unter etwa 45° 2.3 Baugrundsätze
auszuführen. (1) Ort, Umfang und Tiefe der Abtragsflächen
(3) Die Vorbereitung der Betonunterlage, auf wel- bedürfen der Zustimmung des Auftraggebers und
che die Betonersatzsysteme aufgebracht werden sind durch Auftragnehmer und Auftraggeber ge-
sollen, muss eine raue Oberfläche ergeben. Das meinsam festzulegen.
fest eingebettete grobe Gesteinskorn muss kuppe- (2) Mit dem Abtragen des geschädigten Betons
nartig frei liegen. Weitere Anforderungen sind in darf nur auf Anordnung des Auftraggebers begon-
den Nrn. 3 bis 8 für die jeweiligen Betonersatz- und nen werden, und dies darf nur unter seiner Über-
OS-Systeme aufgeführt. wachung erfolgen.
(4) Die Vorbereitung der Betonunterlage für das (3) Wird geschädigter Beton über das vertraglich
Aufbringen von Betonersatz- oder OS-Systemen festgelegte Maß hinaus abgetragen oder wird eine
besteht aus: andere Betondeckung festgestellt, ist eine zusätz-
ʊ Entfernen von Beschichtungen und Nach- liche Beurteilung – auch in statischer Hinsicht –
behandlungsfilmen sowie von Verunreinigun- erforderlich.
gen, (4) Es ist sicherzustellen, dass beim Abtragen
ʊ Entfernen von Zementschlämmen und minder- keine Spannglieder beschädigt werden. Fehlstellen
festen Schichten, im Bereich von Spanngliedern sind dem Auftrag-
geber unverzüglich zu melden. Die Beschädigung
ʊ Abtragen von schadhaftem Beton / Betonersatz von Betonstahl ist zu vermeiden.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 11


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(5) Bei Anzeichen auf mögliche Schädigungen der (4) Bei Verwendung von Epoxidharz darf der Be-
Spannglieder sind eingehende Untersuchungen zu ton damit nicht verunreinigt werden.
veranlassen.
(5) Der erhärtete Korrosionsschutz muss dicht
(6) Freigelegte Bewehrung darf nur mit Geneh- sein und die Bewehrung vollständig umhüllen.
migung des Auftraggebers entfernt werden.
(6) Das Aufbringen der nächsten Schicht darf erst
(7) Die Vorbreitungsarbeiten an der Betonunterla- nach Aushärtung des Korrosionsschutzes erfolgen.
ge sind so einzuplanen und durchzuführen, dass
die Schichten des Betonersatzsystems oder des
OS-Systems unverzüglich nach Beendigung der 2.4.4 Behandlung freiliegender Einbauteile
Vorbereitungsarbeiten auf die tragfähige Betonun- Für Einbauteile sind in der Leistungsbeschreibung
terlage aufgetragen werden können. ggf. besondere Regelungen vorzusehen.
(8) Die Beschädigung von Anschlussbereichen ist
zu vermeiden. 2.4.5 Behandlung von Bewegungsfugen
(1) An den Fugenflanken sind jegliche Verunreini-
2.4 Ausführung gungen, schadhafter Beton und alte Fugenfüllun-
gen restlos zu entfernen.
2.4.1 Allgemeines (2) Ist die Breite der Fuge nicht ausreichend, sind
die Fugenflanken unter Beachtung der Betonde-
(1) Die Zweckmäßigkeit des ausgewählten Vorbe- ckung parallel einzuschneiden. Die Fugenbreite ist
reitungsverfahrens ist zu Beginn der Ausführung auf die zu erwartenden Bewegungen abzustim-
an geeigneten Stellen durch die Bearbeitung von men. Sie muss jedoch mindestens 15 mm be-
Probeflächen und bei Anwesenheit des Auftragge- tragen.
bers nachzuweisen, und die Abreißfestigkeit ist zu
bestimmen.
2.4.6 Behandlung von Rissen
(2) Größe, Anzahl und Vergütung der Probeflä-
chen sind in der Leistungsbeschreibung anzuge- (1) Nach der Vorbereitung ist die Betonunterlage
ben. erneut im Hinblick auf Risse zu untersuchen. Diese
sind zu dokumentieren.
2.4.2 Vorbereitungsverfahren (2) Einzelne oberflächennahe Risse bis ca.
0,2 mm Breite sind im Allgemeinen unbedenklich
(1) Verfahren für die Vorbereitung von Betonun- und brauchen nicht behandelt zu werden. Die
terlagen sind in der Tabelle 3.4.2 aufgeführt. Risstiefe kann, sofern sie aus den Rissursachen
(2) Beim Vorbereiten der Betonunterlagen durch nicht abschätzbar ist, durch Kernbohrungen kleine-
Fräsen darf der Abtrag je Arbeitsgang höchstens ren Durchmessers ermittelt werden. Geht jedoch
5 mm betragen. von oberflächennahen Rissen eine weitergehende
Schädigung aus (z.B. Abbrechen der Rissränder),
sind die Risse nach Abschnitt 5 zu behandeln.
2.4.3 Behandlung der Bewehrung
(3) Risse mit mehr als 0,2 mm Breite oder solche,
(1) Kann ein hinreichend dichter Betonersatz nach die größere Querschnittsteile erfassen, sind nach
Nrn. 3, 4, 5 oder 6 mit ausreichender Betonde- Abschnitt 5 zu behandeln.
ckung bei der Instandsetzungsmaßnahme her-
gestellt werden, ist keine zusätzliche Korrosions- (4) Werden Risse festgestellt, die die Standsi-
schutzmaßnahme durch Beschichten der Beweh- cherheit des Bauwerks gefährden können, ist der
rung vorzunehmen. Auftraggeber zu benachrichtigen.

(2) Loser Rost an freiliegender oder durch Vorbe- (5) Offene Arbeitsfugen sind wie Risse zu behan-
reitungsarbeiten freigelegter Bewehrung ist zu deln.
entfernen.
(3) Lässt sich ein hinreichend dichter Betonersatz 2.4.7 Säubern der Betonunterlage
mit ausreichender Betondeckung nicht herstellen, (1) Jede vorbereitete Betonunterlage ist unmittel-
ist die Bewehrung unmittelbar nach vorausgegan- bar vor dem Aufbringen einer nachfolgenden Lage
gener Entrostung mit einem Korrosionsschutz zu oder Schicht von Staub und losen Teilen zu säu-
beschichten. In der Regel ist ein mineralischer bern. Wasser ist zu entfernen.
Korrosionsschutz aufzubringen. Die Entrostung
muss dem Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2½ (2) Beim Absaugen mit Staubsaugern dürfen nur
(ggf. PSa 2½) gemäß DIN EN ISO 12944-4 ent- Industriesauger eingesetzt werden, die auch Flüs-
sprechen. sigkeiten und grobe Teile aufnehmen können.

12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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Tabelle 3.4.2: Verfahren für die Vorbereitung von Oberflächen

Verfahren Anwendungszweck Anwendungsbereich Anforderungen Mindest-


umfang der Nach-
bearbeitung
Art Gerät, Material, Stoff 1 2 3 4 5

1 Stemmen Hammer von Hand x x x örtlich, für kleine Flächen Beschädigungen des Strahlen
Betonstahls sind zu
Meißel vermeiden; besondere
Vorsicht bei Spannglie-
Meißel Pressluft a) dern
oder elek-
trisch

Nadelpistole x x (x)
g)
2 Bürsten rotierende Stahlbürste x x (x) Anwendungsbereich ist Säubern
g) geräteabhängig
3 Fräsen Walzen-Fräse x x x großflächige Abtragung Betonabtrag je Arbeits- Strahlen ein-
(z.B. Feinfräse mit 5 mm k) k) auf waagerechten Ober- gang ” 5 mm; höhen- schließlich unbe-
Meißelabstand oder l) flächen gleiche Überlappungen handelt verbliebe-
Diamantfräse) der Fräsbahnen ” 5 cm; ner kleinerer
Einsatz eines elektroni- Flächen
schen Messgerätes
4 Schleifen Schleifgerät x x örtlich, für kleine Flächen Säubern
5 Flamm- Gerät zur thermischen x x waagerechte und senk- Gemäß DIN 32539, aber Säubern nach
strahlen und mechanischen rechte Flächen mit Geschwindigkeit • mechanischer
Behandlung b) 1,0 m/min und mechani- Belastung
schen Vortrieb
6 Staubfreies Gerät mit festen Strahl- x x (x) x geräteabhängig auf
Strahlen mittel bei gleichzeitigem c) waagerechten und/oder
Absaugen senkrechten Flächen
7a Strahlen Druckluftstrahlen mit x x (x) x waagerechte und senk- Staubschutz erforderlich; Säubern
festem Strahlmittel c) rechte Flächen Gefahrstoffverordnung
beachten;
Druckluft ölfrei d)
7b Nebelstrahlen x x (x) (x) waagerechte und senk- Staubschutz kann entfal- Säubern
c) h) rechte Fläche len
7c Druckstrahlen mit Was- x x (x) (x) waagerechte und senk- Druckluft ölfrei d) Säubern
ser-Sand-Gemisch und c) h) rechte Flächen
Feuchtstrahlen
7d Druckwasserstrahlen x x (x) (x) waagerechte und senk- Säubern
(• 80 MPa) e) h) rechte Flächen
8a Säubern Abblasen mit Druckluft x vorzugsweise auf nicht Druckluft ölfrei d) Staub-
waagerechten Flächen schutz erforderlich
8b Absaugen mit Industrie- x Regelverfahren auf Verwendete Sauger
saugern großen waagerechten müssen Wasser und
Flächen grobe Teile aufnehmen
können
8c Wasserstrahlen, Dampf- (x) x
strahlen, Heißwasser- Entfernen von atmos-
f)
strahlen phärischen Verunreini-
gungen auf der Betonun-
terlage

Anwendungszweck c) Der Grad des Betonabtrags ist abhängig vom Druck und
1 = Entfernen der Reste von Beschichtungen und Nach- von der Art und Menge des Strahlmittels
behandlungsfilmen sowie von oberflächigen Verunrei- d) Ölfrei: Die eingesetzten Baukompressoren müssen Ölaus-
nigungen scheider mit einem nachgewiesenen Wirkungsgrad von
2 = Entfernen von Zementschlämmen und minderfesten höchstens 0,01 ppm Restölgehalt haben.
Schichten e) Der Grad des Betonabtrags ist druckabhängig.
3 = Abtragen von schadhaftem Beton/Betonersatz sowie f) Die Reste von Beschichtungen können nicht immer entfernt
Freilegen der Bewehrung
werden.
4 = Entfernen von Rostprodukten an freiliegender Beweh-
g) Nicht für zu beschichtende Bewehrung und andere Metall-
rung und anderen Metallteilen teile
5 = Säubern der Betonunterlage von Wasser, Staub und h) Ggf. trocken nachstrahlen
losen Teilen
k) Der Abtrag von höchstens 5 mm ist unbedingt einzuhalten,
Erläuterungen: da bei größerem Abtrag eine tiefergehende Zerstörung des
a) Gefahr der tiefergreifenden Zerstörung des Betons Betons wahrscheinlich ist.
b) Die thermisch geschädigten Bereiche des Betons sind l) Nicht zum Freilegen der Bewehrung
zu entfernen.

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(3) Beim Abblasen mit Druckluft sind nur Bau- (7) Werden Einzelwerte unterhalb des zulässigen
kompressoren nach der Tabelle 3.4.2 zugelassen, kleinsten Einzelwertes gefunden, ist durch mindes-
d.h. ölfrei mit Staubschutz. tens zwei Einzelprüfungen in örtlicher Nähe (Ent-
fernung bis zu 1 m) festzustellen, ob es sich um
Ausreißer handelt. Sind die zusätzlichen Werte
2.5 Prüfung der Abreißfestigkeit einwandfrei, wird der zunächst gefundene Wert
(1) Die Abreißfestigkeit der Betonunterlage ist im verworfen. Sind die zusätzlichen Werte ebenfalls
Rahmen der Eigenüberwachung im Beisein des kleiner als der zulässige kleinste Einzelwert, ist
Auftraggebers nach Teil 1 Abschnitt 3 zu ermitteln. durch ein geeignetes Flächenraster der fehlerhafte
Die Ergebnisse sind dem Auftraggeber vorzulegen. Bereich einzugrenzen.

(2) Auf Betonfahrbahnplatten sind nach der Vor- (8) Die Bewertung der Ergebnisse hat nach Teil 1
bereitung je angefangene 1.000 m2 Einbaufläche Abschnitt 3 zu erfolgen. Der Auftraggeber ent-
neun Abreißversuche durchzuführen. Erfolgt die scheidet über das weitere Vorgehen.
Vorbereitung durch Stemmen, sind je angefangene
250 m2 Gesamtfläche sechs Abreißversuche 2.6 Bestimmung der Feuchte der
durchzuführen.
Betonunterlage
(3) Auf anderen Betonunterlagen als Betonfahr-
bahnplatten sind nach der Vorbereitung je ange- (1) Die Feuchte der Betonunterlage darf die in den
fangene 500 m2 Einzelfläche sechs Abreißversu- Angaben zur Ausführung angegebenen Grenzwer-
che durchzuführen. te nicht überschreiten.

(4) Die Prüfung der Abreißfestigkeit entfällt bei: (2) Die Feuchte der Betonunterlage ist mit dem
CM-Gerät (siehe Anhang A) zu bestimmen.
ʊ einer Gesamteinbaufläche von höchstens
50 m2 bei Leistungen nach den Nrn. 3 bis 7,
wenn sich die Gesamteinbaufläche aus meh- 2.7 Abrechnung
reren Einzelflächen zusammensetzt, (1) Für die Vorbereitung der Betonunterlage ist die
ʊ einer Gesamteinbaufläche von Beschichtungen Abrechnungseinheit m2 vorzusehen.
von höchstens 250 m2, (2) Für das Vorbereiten von Bewegungsfugen,
ʊ Hydrophobierungen. offenen Arbeitsfugen und Rissen ist die Abrech-
nungseinheit m vorzusehen.
(5) Die Abreißversuche sind gleichmäßig über die
Gesamteinbaufläche zu verteilen. (3) Für einen evtl. erforderlichen Korrosionsschutz
der Bewehrung und anderer Metallteile kann auch
(6) Die Abreißfestigkeit der Betonunterlage muss die Abrechnung auf Nachweis vorgesehen werden.
den Werten der Tabelle 3.4.3 entsprechen.

Tabelle 3.4.3: Geforderte Abreißfestigkeiten der Betonunter- 2.8 Freigabe der Betonunterlage
lage (Mindestwerte)
Mit dem Aufbringen des vorgesehenen Betoner-
satz- oder OS-Systems darf erst nach Freigabe der
System Mittelwert Zulässiger vorbereiteten Fläche durch den Auftraggeber be-
kleinster gonnen werden.
Einzelwert
2 2
ȏN/mm Ȑ ȏN/mm Ȑ

1 Betonersatzsysteme 1,5 1,0


3 Beton
2a OS-B 0,8 0,5
3.1 Allgemeines
Oberflächenschutzsysteme *)

2b OS-D 1,0 0,6


(System ohne Der Baustoff ist Beton nach Abschnitt 1.
Feinspachtel)

2c OS-C, OS-D, 1,3 0,8 3.2 Anwendung


OS-E
(Systeme mit (1) Mit Beton können Instandsetzungen innerhalb
Feinspachtel)
aller Bereiche gemäß Nr. 1.3.2 ausgeführt werden,
sofern die Einbaudicke mindestens 5 cm beträgt.
2d OS-F 1,5 1,0
(2) An Betonunterseiten und auf stark geneigten
Flächen ist wegen der ungünstigen Einbaumög-
*) Systembezeichnung siehe Nr. 8 lichkeiten in der Regel der Einsatz von Betoner-
satzsystemen nach Nrn. 4, 5, 6 oder 7 angebracht.

14 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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3.3 Baugrundsätze und/oder Verdübelung mit dem alten Beton not-


wendig wird, ist im Einzelfall zu entscheiden.

3.3.1 Allgemeines (3) Es ist eine Haftbrücke aus dickflüssigem Ze-


mentmörtel, aus PCC oder aus Epoxidharz aufzu-
(1) Die Schichtdicke beträgt mindestens 5 cm. bringen.
(2) Kann durch den Betonersatz eine Betonde- (4) Sofern die Ausbildung der freiliegenden Be-
ckung gemäß DIN-Fachbericht „Betonbrücken“ wehrung den Auftrag einer Haftbrücke verhindert,
(min c = 4,0 cm) planmäßig nicht erreicht werden, ist die Betonunterlage vor dem Einbau des Betons
soll ein Korrosionsschutz der Bewehrung und ein gemäß (5) vorzuässen.
geeignetes OS-System nach Nr. 8 aufgebracht
werden. (5) Die Betonunterlage muss vor dem Aufbringen
einer Haftbrücke aus Zementmörtel oder aus PCC
(beginnend etwa 24 h vorher) vorgenässt werden.
3.3.2 Vorbereitung der Betonunterlage Sie muss zur Zeit des Aufbringens der Haftbrücke
Die Vorbereitung der Betonunterlage erfolgt ge- matt feucht sein.
mäß Nr. 2. (6) Eine Haftbrücke aus Zementmörtel ist einzu-
bürsten.
3.4 Baustoffe und Baustoffsysteme (7) Das Auftragen von PCC oder Epoxidharz hat
nach den Angaben zur Ausführung gemäß TL BE-
(1) PCC- und Epoxidharz-Haftbrücken müssen PCC zu erfolgen.
den Technischen Lieferbedingungen für Beton-
ersatzsysteme aus Zementmörtel/Beton mit (8) Der Beton ist auf die noch frische Haftbrücke
Kunststoffzusatz (PCC) (TL BE-PCC) entsprechen. einzubauen, d.h. sie darf oberflächlich nicht ange-
trocknet sein. Die Bearbeitungsabschnitte sind
(2) Haftbrücken aus Zementmörtel müssen aus entsprechend zu wählen.
Wasser und zu gleichen Gewichtsteilen aus Ze-
menten gemäß Abschnitt 1 und Sand 0/2 mm
bestehen. 3.5.5 Nachbehandlung
(1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist
3.5 Ausführung eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich.
(2) Der Beton ist gemäß Abschnitt 2 nachzube-
3.5.1 Allgemeines handeln, jedoch mindestens 5 d.

(1) Bei Sichtbetonflächen ist die Oberflächen-


struktur der Instandsetzungsbereiche der umge- 3.6 Qualitätssicherung
benden Betonoberfläche anzupassen.
(2) Betonkanten sind durch Dreikantleisten zu 3.6.1 Erstprüfung/Grundprüfung
brechen.
(1) Die Erstprüfung ist nach Abschnitt 1 durchzu-
führen.
3.5.2 Betonunterlage
(2) Die Grundprüfung für PCC- und Epoxidharz-
Freiliegende Bewehrung ist nach Nr. 2.4.3 zu be- Haftbrücken ist gemäß TL BE-PCC durchzuführen.
handeln.
3.6.2 Überwachung der Stoffherstellung
3.5.3 Baustoffe
(1) Für Beton gilt Abschnitt 1.
Alle erforderlichen Prüfzeugnisse und Zulassungen
(2) PCC- und Epoxidharz-Haftbrücken müssen
sind rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten dem Auf-
einer laufenden werkseigenen Produktionskontrolle
traggeber vorzulegen.
und Fremdüberwachung gemäß TL BE-PCC unter-
liegen.
3.5.4 Einbau
(1) Insbesondere an senkrechten und stark ge- 3.6.3 Überwachung der Ausführung
neigten Flächen muss die Schalung ausgesteift
(1) Für Beton gilt Abschnitt 2.
und dicht sein. Die Fuge zwischen Schalung und
altem Beton ist besonders abzudichten. (2) Die Anzahl der Probewürfel ist in Abhängigkeit
von Art und Umfang der Baumaßnahme in der Lei-
(2) Ob im Betonersatz aus statischen oder kon-
stungsbeschreibung vorzusehen.
struktiven Gründen eine zusätzliche Bewehrung

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 15


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(3) Die Prüfung der Konsistenz ist bei jeder Mi- soll ein Korrosionsschutz der Bewehrung und ein
schung bzw. Transportbetonlieferung durchzuführen. geeignetes OS-System nach Nr. 8 aufgebracht
werden.
(4) Senkrechte Flächen und Unterseiten sind nach
ausreichender Erhärtungszeit im Beisein des Auf-
traggebers zur Feststellung von Hohlstellen durch Tabelle 3.4.4: Schichtdicken von Spritzbeton
Abklopfen zu überprüfen.
Einsatzbereich Schicht-
dicke [cm]
4 Spritzbeton
Ersatz von fehlendem oder geschädig-
• 3,0
tem Beton
4.1 Allgemeines
(1) Spritzbeton ist Beton nach DIN 18551. Erhöhung der Betondeckung der Beweh-
rung bei Bauteilen mit nicht vorwiegend
(2) Bei Einsatz im Spritzwasser- und Sprühnebel- • 5,0
ruhender Belastung
bereich muss der Spritzbeton mindestens die An- (z.B. Brückenüberbauten)
forderungen der Expositionsklassen XF2 und XD2
erfüllen. Für die Betonzusammensetzung gilt Ab- Erhöhung der Betondeckung der Beweh-
schnitt 1. rung bei Bauteilen mit vorwiegend ru- • 3,0
hender Belastung (z.B. Unterbauten von
(3) Eine Haftbrücke ist nicht erforderlich. Brücken, Stützwänden)

4.2 Anwendung
4.4 Baustoffe und Baustoffsysteme
(1) Spritzbeton kann als Betonersatz nach Nr. 1.3
(1) Es ist Zement nach DIN EN 197-1 oder nach
bei allen Betonbauteilen verwendet werden, mit
DIN 1164 zu verwenden, wobei die Anwendungs-
Ausnahme von waagerechten oder schwach ge-
bereiche nach DIN-Fachbericht „Beton“ zu be-
neigten Flächen, die von oben angespritzt werden
achten sind.
müssten (z.B. Oberseiten von Fahrbahnplatten der
Brücken). (2) Es ist Gesteinskörnung nach DIN EN 12620
und DIN V 20000-103 zu verwenden. Darüber
(2) Bei Bauteilen, die nicht vorwiegend ruhend
hinaus gilt Abschnitt 1, Nr. 3.1. Für Schichtdicken
beansprucht werden, sind bei der Instandsetzung
von weniger als 5 cm ist Gesteinskörnung mit ei-
Verkehrsbeschränkungen (in der Regel LKW-
nem Größtkorn bis zu 8 mm zu verwenden, bei
Fahrverbot) zu veranlassen oder es sind beson-
Schichtdicken von mindestens 5 cm darf das
dere Eignungsprüfungen durchzuführen.
Größtkorn bis zu 16 mm betragen.
(3) Die Dicke der einzelnen Spritzlagen beträgt im
4.3 Baugrundsätze Allgemeinen 2 cm bis 5 cm, mindestens jedoch
(1) Es können sowohl Nass- als auch Trocken- das 3-fache des Größtkorns.
spritzverfahren angewendet werden. (4) Die Verwendung von Betonzusatzstoffen
(2) Rückprall darf in keinem Fall als Bestandteil und -mitteln bedarf der vorherigen Zustimmung
des Bereitstellungsgemisches wiederverwendet des Auftraggebers.
werden. Die ordnungsgemäße Entsorgung des
Rückpralls ist vom Auftragnehmer nachzuweisen.
4.5 Ausführung
(3) Schichtdicken von Spritzbeton sind der Tabelle
3.4.4 zu entnehmen. 4.5.1 Allgemeines
(4) Bei Erhöhung der Betondeckung mit Schicht- (1) Spritzbeton darf nur aufgebracht werden, wenn
dicken von mindestens 5 cm ist eine verdübelte die Temperatur der Auftragsfläche mindestens 3 C
Bewehrung anzuordnen. beträgt.
(5) Es darf nur Korrosionsschutz nach den Tech- (2) Sind während der Ausführung Luft- und Bau-
nischen Lieferbedingungen für im Spritzverfahren teiltemperaturen unter 3 C zu erwarten, sind die
aufzubringende Betonersatzsysteme aus Ze- Arbeiten einzustellen oder besondere Maßnahmen
mentmörtel/Beton mit Kunststoffzusatz (SPCC) zu ergreifen, die ein Absinken der Temperaturen
(TL BE-SPCC) verwendet werden. unter diese Grenzwerte verhindern.
(6) Kann durch den Betonersatz eine Beton- (3) Werden Spritzbetonarbeiten bei heißer Witte-
deckung gemäß DIN-Fachbericht „Betonbrücken“ rung durchgeführt, sind Vorkehrungen zu treffen,
(min c = 4,0 cm) planmäßig nicht erreicht werden, damit die Temperatur der Betonunterlage 25°C

16 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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nicht überschreitet. 1,0 N/mm2 an keiner Stelle der Einbaufläche un-


terschritten werden dürfen.
4.5.2 Anforderungen an das Personal (2) Werden Einzelwerte von weniger als
1,0 N/mm2 gefunden, ist durch mindestens zwei
Es dürfen nur Düsenführer eingesetzt werden, die
Einzelprüfungen in örtlicher Nähe (Entfernung bis
eine Prüfung erfolgreich abgelegt haben. Als
zu 1 m) festzustellen, ob es sich um einen Ausrei-
Nachweis der Qualifikation des Düsenführers gilt
ßer handelt. Sind die zusätzlichen Werte einwand-
bei inländischen Bietern die Bescheinigung des
frei, wird der zunächst gefundene Wert verworfen.
Ausbildungsbeirats „Schutz und Instandsetzung im
Bleibt der Wert bestehen, ist durch ein geeignetes
Betonbau“ beim Deutschen Beton- und Bautech-
Flächenraster der fehlerhafte Bereich einzugren-
nik-Verein E.V. (sog. Düsenführerschein), bei aus-
zen.
ländischen Bietern ein gleichwertiger Qualifika-
tionsnachweis. (3) Die Bewertung der Ergebnisse hat nach Teil 1
Abschnitt 3 zu erfolgen. Der Auftraggeber ent-
scheidet über das weitere Vorgehen.
4.5.3 Baustoffe
Alle erforderlichen Nachweise sind rechtzeitig vor
Beginn der Arbeiten dem Auftraggeber vorzulegen. 4.6 Qualitätssicherung

4.5.4 Betonunterlage 4.6.1 Eignungsprüfung

(1) Freiliegende Bewehrung ist nach Nr. 2.4.3 zu (1) Die Eignungsprüfung ist nach DIN 18551
behandeln. durchzuführen.

(2) Die Betonunterlage ist vor dem Aufbringen des (2) Bei Änderungen der Ausgangsstoffe oder der
Spritzbetons gemäß Nr. 3.5.4 vorzunässen. Zusammensetzung des Spritzbetons, der Spritz-
einrichtung oder der maßgeblichen Baustellenver-
(3) Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustel- hältnisse während des Bauablaufs sind neue Eig-
len, dass bereits vorbereitete Flächen vor Auftrag nungsprüfungen durchzuführen.
des Spritzbetons nicht wieder verunreinigt werden.
Dies gilt insbesondere im Hinblick auf Einflüsse
aus Spritzarbeiten in benachbarten Arbeitsab- 4.6.2 Überwachung des Bereitstellungs-
schnitten. gemisches
Das Bereitstellungsgemisch muss einer laufenden
4.5.5 Einbau werkseigenen Produktionskontrolle und Fremd-
überwachung gemäß DIN 18551 unterliegen.
(1) Die Bewehrung ist so zu befestigen, dass sie
ihre Lage beibehält und beim Spritzen wenig fe-
dert. 4.6.3 Überwachung der Ausführung

(2) Bei größeren zeitlichen Abständen zwischen (1) Die Ausführung muss einer Eigen- und Fremd-
den einzelnen Spritzlagen sind temporäre, in der überwachung gemäß DIN 18551 unterliegen.
Regel wasserzuführende, Nachbehandlungsmaß- (2) Die fertiggestellten Flächen sind nach ausrei-
nahmen durchzuführen. Ein Helligkeitsumschlag chender Erhärtungszeit im Beisein des Auftragge-
der jeweiligen Spritzbetonoberfläche von dunkel bers zur Feststellung von Hohlstellen durch Ab-
nach hell infolge Austrocknung darf zu keinem klopfen zu überprüfen.
Zeitpunkt auftreten.
(3) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange-
fangene 250 m2 Gesamteinbaufläche mittels fünf
4.5.6 Nachbehandlung gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab-
(1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh-
eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich. ren. Die Prüfung muss im Beisein des Auftragge-
bers erfolgen.
(2) Die Spritzbetonflächen sind unmittelbar nach
der Herstellung gemäß Abschnitt 2 Nr. 7.4.3 nach-
zubehandeln, jedoch mindestens 5 d. 5 Spritzmörtel/-beton mit
Kunststoffzusatz (SPCC)
4.5.7 Abreißfestigkeit
(1) Die Abreißfestigkeit zwischen der Betonunter- 5.1 Allgemeines
lage und dem Spritzbeton muss im Mittel minde-
stens 1,5 N/mm2 betragen, wobei Einzelwerte von (1) SPCC-Betonersatzsysteme bestehen aus dem
Betonersatz und ggf. dem Korrosionsschutz. Eine

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Haftbrücke ist nicht erforderlich. jeweiligen Chargen maßgebenden Werksprüf-


zeugnisse nach DIN EN 10204 vorzulegen.
(2) Ein SPCC-Betonersatzsystem darf nur mit zu-
gehöriger und für den vorgesehenen Verwen- (2) Die Gebinde müssen nach TL BE-SPCC ge-
dungszweck geeigneter Spritzanlage angewendet kennzeichnet und unbeschädigt sein. Die zulässige
werden. Lagerungsdauer darf nicht überschritten werden.
Beim Mischen dürfen nur ganze Gebinde der Tro-
ckenkomponente verwendet werden. Wenn die
5.2 Anwendung Flüssigkomponente beim Nassspritzverfahren nicht
(1) SPCC kann als Betonersatz innerhalb aller in ganzen Gebinden zugegeben wird, sind geeig-
Bereiche gemäß Nr. 1.3.2 verwendet werden, mit nete Dosiereinrichtungen zum Abfüllen zu verwen-
Ausnahme von waagerechten oder schwach ge- den.
neigten Flächen, die von oben gespritzt werden (3) An der Mischanlage ist die Mischanweisung
müssten (z.B. Oberseiten von Fahrbahnplatten der gut lesbar anzubringen.
Brücken).
(2) In speziellen Anwendungsfällen können be- 5.5.3 Betonunterlage
sondere Anforderungen an das Betonersatzsystem
gestellt werden, deren Einhaltung durch zusätzlich (1) Freiliegende Bewehrung ist nach Nr. 2.4.3 zu
zu vereinbarende Prüfungen nachzuweisen ist. behandeln.
(2) Die Betonunterlage ist vor dem Aufbringen des
5.3 Baugrundsätze SPCC gemäß Nr. 3.5.4 vorzunässen.
(3) Durch geeignete Maßnahmen ist sicherzustel-
(1) Es können sowohl Nass- als auch Trocken-
len, dass bereits vorbereitete Flächen vor Auftrag
spritzverfahren entsprechend der Grundprüfung
des SPCC nicht wieder verunreinigt werden. Dies
nach TL BE-SPCC angewendet werden.
gilt insbesondere im Hinblick auf Einflüsse aus
(2) Rückprall darf in keinem Fall als Bestandteil Spritzarbeiten in benachbarten Arbeitsabschnitten.
des Bereitstellungsgemisches wiederverwendet
werden. Die ordnungsgemäße Entsorgung des
Rückpralls ist vom Auftragnehmer nachzuweisen. 5.5.4 Einbau der Bewehrung

(3) Die Schichtdicke beträgt mindestens 1 cm und Die Bewehrung ist so zu befestigen, dass sie ihre
höchstens 5 cm. Lage beibehält und beim Spritzen wenig federt.

(4) Kann durch den Betonersatz eine Beton-


deckung gemäß DIN-Fachbericht „Betonbrücken“ 5.5.5 Schalung
(min c = 4,0 cm) planmäßig nicht erreicht werden, Ist eine Schalung erforderlich, muss sie so ausge-
soll ein Korrosionsschutz der Bewehrung und ein bildet werden, dass sie nicht federt und sich beim
geeignetes OS-System nach Nr. 8 aufgebracht Spritzen kein Rückprall innerhalb der Schalung
werden. festsetzen kann.

5.4 Baustoffe und Baustoffsysteme 5.5.6 Spritzen


(1) Die Baustoffe und Baustoffsysteme müssen (1) Die zulässigen Längen der Förderleitungen
den TL BE-SPCC entsprechen. sind den Angaben zur Ausführung zu entnehmen.
(2) Der Größtkorndurchmesser der Gesteinskör- (2) Die Spritzdüse ist so zu führen, dass ein gut
nung muss auf die erforderliche Schichtdicke ab- verdichteter Mörtel/Beton mit gleichmäßigem Ge-
gestimmt sein und darf höchstens 1/3 der Schicht- füge bei geringem Rückprall entsteht, Spritzschat-
dicke und/oder höchstens 8 mm betragen. ten vermieden und ggf. freiliegende Stahleinlagen
ausreichend umhüllt werden.

5.5 Ausführung (3) Die Dicke der einzelnen Spritzlagen ist den
Angaben zur Ausführung zu entnehmen.

5.5.1 Anforderungen an das Personal


5.5.7 Frischmörtelrohdichte
Es gilt Nr. 4.5.2
Die Frischmörtelrohdichte darf den Bezugswert
in den Angaben zur Ausführung höchstens um
5.5.2 Baustoffe 0,07 kg/dm3 über- oder unterschreiten.
(1) Vor Einbau des SPCC-Betonersatzsystems
sind dem Auftraggeber auf Verlangen die für die

18 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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5.5.8 Nachbehandlung Grenzwerte gelangen, die in den Angaben zur


Ausführung festgelegt sind.
(1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist
eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich. (4) Beim Nassspritzverfahren ist beim Mischen der
Komponenten die Einhaltung des in den Angaben
(2) Die Nachbehandlung ist nach Art und Dauer
zur Ausführung angegebenen Mischungsver-
entsprechend den Angaben des Stoffherstellers in
hältnisses zu kontrollieren. Die ausreichende Ho-
den Angaben zur Ausführung unter Beachtung der
mogenisierung der fertigen Mischung und die
jeweiligen Umgebungsbedingungen, mindestens
gleichmäßige Förderung sind zu überprüfen.
jedoch 3 d, durchzuführen.
(5) Beim Trockenspritzverfahren sind die gleich-
mäßige Zusammensetzung des SPCC und die
5.5.9 Trockenrohdichte Förderung zur Auftragsfläche zu überprüfen.
Die Trockenrohdichte ist an drei Bohrkernscheiben (6) Die fertig gestellten Flächen sind nach ausrei-
von mindestens 15 mm Dicke zu ermitteln. Sie darf chender Erhärtungszeit im Beisein des Auftragge-
den Bezugswert in den Angaben zur Ausführung bers zur Feststellung von Hohlstellen durch Ab-
um nicht mehr als 0,04 kg/dm3 unterschreiten. klopfen zu überprüfen.
(7) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange-
5.5.10 Abreißfestigkeit fangene 250 m2 Gesamteinbaufläche mittels fünf
Es gilt Nr. 4.5.7 sinngemäß. gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab-
reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh-
ren. Die Prüfung hat im Beisein des Auftraggebers
5.6 Qualitätssicherung zu erfolgen.
(8) Die Trockenrohdichte ist jeweils an einem
5.6.1 Grundprüfung Bohrkern aus jedem Satz der Abreißfestig-
keitsprüfung, jedoch je Bauwerk an mindestens
Die Grundprüfung ist nach TL BE-SPCC durchzu-
drei Bohrkernen, zu ermitteln.
führen.

5.6.4 Kontrollprüfungen
5.6.2 Überwachung der Stoffe und
Stoffsysteme Bei einer Baumaßnahme mit einer Gesamteinbau-
fläche von höchstens 50 m2 können die Kontroll-
SPCC-Betonersatzsysteme müssen einer laufen-
prüfungen entfallen.
den werkseigenen Produktionskontrolle und
Fremdüberwachung gemäß TL BE-SPCC unterlie-
gen.
6 Zementmörtel/Beton mit
Kunststoffzusatz (PCC)
5.6.3 Überwachung der Ausführung
(1) Vor Einbau ist an den gelieferten Baustoffen
vom Auftragnehmer im Rahmen der Eigenüberwa- 6.1 Allgemeines
chung zusätzlich zu Nr. 1.8.3 folgendes zu prüfen: (1) PCC-Betonersatzsysteme bestehen aus dem
ʊ Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer- Betonersatz und in der Regel aus der Haftbrücke
schein und Verpackungsaufschrift), sowie ggf. dem Korrosionsschutz und dem Fein-
spachtel.
ʊ unbeschädigter Zustand der Verpackung,
(2) Als PCC-Betonersatzsysteme dürfen nur sol-
ʊ vorschriftsmäßige Lagerung, che verwendet werden, die für den vorgesehenen
Verwendungszweck geeignet sind.
ʊ Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs-
sige Lagerungsdauer,
ʊ Ü-Zeichen. 6.2 Anwendung
(2) Die Frischmörtelrohdichte ist je angefangene (1) Mit PCC-Betonersatzsystemen können In-
100 m2 Einbaufläche, mindestens jedoch einmal je standsetzungen innerhalb aller Bereiche gemäß
Arbeitstag, mit an der Einbaustelle hergestellten Nr. 1.3.2 ausgeführt werden. Der Einbau kann
Proben gemäß TL BE-SPCC zu ermitteln. auch unter dynamischer Beanspruchung erfolgen.
(3) Vor Beginn der Ausführung sind die Tempera- (2) Es werden folgende Anwendungsfälle unter-
turen der Unterlage zu messen. Die Messungen schieden:
sind während der Ausführung zu wiederholen, ʊ PCC I
wenn die gemessenen Werte in die Nähe der
waagerechte und schwach geneigte Obersei-

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 19


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ten, dynamisch beansprucht (z.B. befahrbare (2) Die Gebinde müssen nach TL BE-PCC ge-
Flächen unter Belägen), kennzeichnet und unbeschädigt sein. Die zuläs-
sige Lagerungsdauer darf nicht überschritten wer-
ʊ PCC II den. Beim Mischen dürfen nur ganze Gebinde der
beliebige Lage der Auftragsfläche, dynamisch Trockenkomponente verwendet werden. Wenn die
(z.B. Kappen, Brückenuntersichten) oder nicht Flüssigkomponente nicht in ganzen Gebinden
dynamisch (z.B. Stützwände, Widerlager) be- zugegeben wird, sind geeignete Dosiereinrichtun-
ansprucht. gen zum Abfüllen zu verwenden.
(3) In speziellen Anwendungsfällen können be- (3) An der Mischanlage ist die Mischanweisung
sondere Anforderungen an das Betonersatzsystem gut lesbar anzubringen.
gestellt werden, deren Einhaltung durch zusätzlich
zu vereinbarende Prüfungen nachzuweisen ist.
6.5.3 Betonunterlage

6.3 Baugrundsätze (1) Bei Verwendung einer Epoxidharzhaftbrücke


darf die Feuchte der Betonunterlage die in den
(1) Die Schichtdicke beträgt mindestens 1 cm und Angaben zur Ausführung angegebenen Grenz-
höchstens 5 cm. werte nicht überschreiten.
(2) In besonderen Fällen (z.B. bei tieferen Aus- (2) Bei Verwendung einer PCC-Haftbrücke ist die
bruchstellen) kann die Schichtdicke bis zu 10 cm Betonunterlage vor dem Aufbringen der Haftbrücke
betragen. gemäß Nr. 3.5.4 vorzunässen.
(3) Wenn durch den Betonersatz eine Beton-
deckung gemäß DIN-Fachbericht „Betonbrücken“ 6.5.4 Äußere Bedingungen
(min c = 4,0 cm) planmäßig nicht erreicht werden
kann, ist ein Korrosionsschutz der Bewehrung und Epoxidharzhaftbrücken dürfen nur verarbeitet wer-
ein geeignetes OS-System nach Nr. 8 erforderlich. den, wenn die Temperatur der Betonunterlage und
die Temperatur der zu verwendenden Stoffe je-
weils mindestens 3 K höher sind als die Taupunkt-
6.4 Baustoffe und Baustoffsysteme temperatur und wenn die Temperatur der Betonun-
terlage mindestens 8 °C beträgt.
(1) Die Baustoffe und Baustoffsysteme müssen
den TL BE-PCC entsprechen.
6.5.5 Konsistenz
(2) Der Größtkorndurchmesser der Gesteinskör-
nung muss auf die erforderliche Schichtdicke ab- Die Konsistenz ist nach TL BE-PCC zu ermitteln.
gestimmt sein und darf höchstens 1/3 der Schicht- Das Ausbreitmaß darf nicht mehr als 15% vom
dicke und/oder höchstens 8 mm betragen. zugehörigen Bezugswert der Angaben zur Ausfüh-
rung abweichen.

6.5 Ausführung
6.5.6 Luftgehalt

6.5.1 Allgemeines (1) Der Luftgehalt des Frischmörtels ist gemäß


TL BE-PCC zu ermitteln.
(1) Bei Verwendung einer Haftbrücke muss der
Betonersatz auf die noch frische Haftbrücke auf- (2) Der Luftgehalt darf nicht mehr als 2 % absolut
getragen werden. Die Haftbrücke darf oberflächlich bzw. 50 % relativ (der kleinere Toleranzbereich ist
nicht angetrocknet sein. maßgebend) vom Bezugswert der Angaben zur
Ausführung abweichen.
(2) Bei Sichtbetonflächen ist die Oberflächen-
struktur der Instandsetzungsbereiche der umge-
benden Betonoberfläche anzupassen. 6.5.7 Nachbehandlung

(3) Kanten sind durch Dreikantleisten zu brechen. (1) Für die Dauerhaftigkeit des Betonersatzes ist
eine sorgfältige Nachbehandlung unerlässlich.
(4) Die Verdichtung hat bei PCC I in der Regel mit
maschinellen Verdichtungsgeräten zu erfolgen. (2) Die Nachbehandlung ist nach Art und Dauer
entsprechend den Angaben des Stoffherstellers in
den Angaben zur Ausführung unter Beachtung der
6.5.2 Baustoffe jeweiligen Umgebungsbedingungen, jedoch min-
(1) Vor Einbau des PCC-Betonersatzsystems sind destens 3 d, durchzuführen.
dem Auftraggeber auf Verlangen die für die jewei-
ligen Chargen maßgebenden Werksprüfzeugnisse
nach DIN EN 10204 vorzulegen.

20 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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6.5.8 Trockenrohdichte reichender Erhärtungszeit im Beisein des Auftrag-


gebers zur Feststellung von Hohlstellen durch
Die Trockenrohdichte ist an drei Bohrkernscheiben
Abklopfen zu überprüfen.
von mindestens 15 mm Dicke zu ermitteln. Sie darf
den Bezugswert in den Angaben zur Ausführung (7) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange-
um nicht mehr als 0,04 kg/dm3 unterschreiten. fangene 250 m2 Gesamteinbaufläche mittels fünf
gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab-
reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh-
6.5.9 Abreißfestigkeit ren. Die Prüfung hat im Beisein des Auftraggebers
Es gilt Nr. 4.5.7 sinngemäß. zu erfolgen.
(8) Die Trockenrohdichte ist jeweils an einem
6.6 Qualitätssicherung Bohrkern aus jedem Satz der Abreißfestig-
keitsprüfung, jedoch je Bauwerk an mindestens
drei Bohrkernen, zu ermitteln.
6.6.1 Grundprüfung
Die Grundprüfung ist nach TL BE-PCC durch- 6.6.4 Kontrollprüfungen
zuführen.
Bei einer Baumaßnahme mit einer Gesamteinbau-
fläche von höchstens 50 m2 können die Kontroll-
6.6.2 Überwachung der Stoffe und prüfungen entfallen.
Stoffsysteme
PCC-Betonersatzsysteme müssen einer laufenden
werkseigenen Produktionskontrolle und Fremd-
7 Reaktionsharzmörtel / Reak-
überwachung gemäß TL BE-PCC unterliegen. tionsharzbeton (PC)

6.6.3 Überwachung der Ausführung 7.1 Allgemeines


(1) Vor Einbau ist an den gelieferten Baustoffen (1) PC-Betonersatzsysteme bestehen aus dem
vom Auftragnehmer im Rahmen der Eigenüberwa- Betonersatz, der Haftbrücke und ggf. dem Korrosi-
chung zusätzlich zu Nr. 1.8.3 folgendes zu prüfen: onsschutz.
ʊ Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer- (2) Als PC-Betonersatzsysteme dürfen nur solche
schein und Verpackungsaufschrift), verwendet werden, die für den vorgesehenen Ver-
ʊ unbeschädigter Zustand der Verpackung, wendungszweck geeignet sind.

ʊ vorschriftsmäßige Lagerung,
7.2 Anwendung
ʊ Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs-
sige Lagerungsdauer. (1) PC-Betonersatzsysteme sollen nur in Aus-
nahmefällen und nur bei kleinen Flächen (nicht
(2) Bei Verwendung einer Epoxidharzhaftbrücke größer als etwa 1 m2) angewendet werden, wenn
ist vom Auftragnehmer zur Bestimmung der Feuch- bei lnstandsetzungsmaßnahmen hydraulisch er-
te der Betonunterlage ein CM-Gerät mit Zubehör härtende Betonersatzsysteme ausgeschlossen
vorzuhalten. werden müssen (z.B. aus Zeitgründen und bei zu
(3) Vom Frischmörtel / -beton sind je Arbeitstag geringer Schichtdicke).
eine Konsistenzprüfung und eine Prüfung des (2) Mit PC-Betonersatzsystemen können Instand-
Luftgehalts gemäß TL BE-PCC durchzuführen. setzungen innerhalb aller Bereiche gemäß
(4) Vor Beginn der Ausführung sind die Tempera- Nr. 1.3.2 ausgeführt werden. Der Einbau kann
turen der Unterlage und der zu verwendenden auch unter dynamischer Beanspruchung erfolgen.
Stoffe zu messen. Die Messungen sind während (3) Es werden folgende Anwendungsfälle unter-
der Ausführung zu wiederholen, wenn die gemes- schieden:
senen Werte in die Nähe der Grenzwerte gelan-
gen, die in den Angaben zur Ausführung festgelegt ʊ PC I
sind. waagerechte und schwach geneigte Obersei-
ten, dynamisch beansprucht (z.B. befahrbare
(5) Beim Mischen der Komponenten des PCC ist Flächen unter Belägen),
die Einhaltung des in den Angaben zur Ausführung
angegebenen Mischungsverhältnisses zu kontrol- ʊ PC II
lieren. Die ausreichende Homogenisierung der beliebige Lage der Auftragsfläche, dynamisch
fertigen Mischung ist zu überprüfen. (z.B. Kappen, Brückenuntersichten) oder nicht
dynamisch (z.B. Stützwände, Widerlager) be-
(6) Die instand gesetzten Flächen sind nach aus-

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 21


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ansprucht. 7.5.5 Witterungsschutz


PC-Betonersatzsysteme sind gemäß den Angaben
7.3 Baugrundsätze zur Ausführung ausreichend lange gegen Nässe
zu schützen.
PC-Betonersatzsysteme können in Schichtdicken
ab 5 mm ausgeführt werden.
7.5.6 Trockenrohdichte

7.4 Baustoffe und Baustoffsysteme Die Trockenrohdichte ist an Bohrkernscheiben von


mindestens 15 mm Dicke nach den TL BE-PC zu
(1) Die Baustoffe und Baustoffsysteme müssen ermitteln. Sie darf den Bezugswert in den Angaben
den Technischen Lieferbedingungen für Betoner- zur Ausführung um nicht mehr als 0,04 kg/dm3
satzsysteme aus Reaktionsharzmörtel / Reak- unterschreiten.
tionsharzbeton (PC) (TL BE-PC) entsprechen.
(2) Der Größtkorndurchmesser der Gesteinskör- 7.5.7 Abreißfestigkeit
nung darf höchstens 1/3 der Schichtdicke und/oder
höchstens 8 mm betragen. Es gilt Nr. 4.5.7 sinngemäß.

7.5 Ausführung 7.6 Qualitätssicherung

7.5.1 Allgemeines 7.6.1 Grundprüfung

(1) Der Betonersatz ist auf die noch frische Haft- Die Grundprüfung ist nach TL BE-PC durch-
brücke aufzubringen. zuführen.

(2) Bei Sichtbetonflächen ist die Oberflächen-


struktur der Instandsetzungsbereiche der umge- 7.6.2 Überwachung der Stoffe und
benden Betonoberfläche anzupassen. Stoffsysteme

(3) Kanten sind durch Dreikantleisten zu brechen. PC-Betonersatzsysteme müssen einer laufenden
werkseigenen Produktionskontrolle und Fremd-
überwachung gemäß TL BE-PC unterliegen.
7.5.2 Baustoffe
(1) Vor Einbau des PC-Betonersatzsystems sind 7.6.3 Überwachung der Ausführung
dem Auftraggeber auf Verlangen die für die jewei-
ligen Chargen maßgebenden Werksprüfzeugnisse (1) Vor Einbau ist an den gelieferten Baustoffen
nach DIN EN 10204 vorzulegen. vom Auftragnehmer im Rahmen der Eigenüberwa-
chung zusätzlich zu Nr. 1.8.3 folgendes zu prüfen:
(2) Die Gebinde müssen nach TL BE-PC gekenn-
zeichnet und unbeschädigt sein. Die zulässige ʊ Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer-
Lagerungsdauer darf nicht überschritten werden. schein und Verpackungsaufschrift),
Beim Mischen dürfen nur ganze Gebinde verwen- ʊ unbeschädigter Zustand der Verpackung,
det werden.
ʊ vorschriftsmäßige Lagerung,
(3) An der Mischanlage ist die Mischanweisung
gut lesbar anzubringen. ʊ Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs-
sige Lagerungsdauer.

7.5.3 Betonunterlage (2) Vor Beginn der Ausführung sind die Tempe-
raturen der Unterlage und der zu verwendenden
Die Feuchte der Betonunterlage darf die in den Stoffe zu messen. Die Messungen sind während
Angaben zur Ausführung angegebenen Grenz- der Ausführung zu wiederholen, wenn die gemes-
werte nicht überschreiten. senen Werte in die Nähe der Grenzwerte gelan-
gen, die in den Angaben zur Ausführung festgelegt
7.5.4 Äußere Bedingungen sind.

PC-Betonersatzsysteme dürfen nur verarbeitet (3) Beim Mischen der Komponenten des PC ist
werden, wenn die Temperatur der Betonunterlage die Einhaltung des in den Angaben zur Ausführung
und die Temperatur der verwendeten Stoffe jeweils angegebenen Mischungsverhältnisses zu kontrol-
mindestens 3 K höher sind als die Taupunkttempe- lieren. Die ausreichende Homogenisierung der
ratur und wenn die Temperatur der Betonunterlage fertigen Mischung ist zu überprüfen.
mindestens 8 °C beträgt. (4) Die instand gesetzten Flächen sind nach aus-
reichender Erhärtungszeit im Beisein des Auftrag-

22 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

gebers zur Feststellung von Hohlstellen durch ʊ mechanische Beanspruchung,


Abklopfen zu überprüfen.
ʊ Wasserdampfdurchlässigkeit,
(5) Die Prüfung der Abreißfestigkeit ist je ange-
ʊ Rissüberbrückung.
fangene 50 m2 Gesamteinbaufläche mittels drei
gleichmäßig über die Einbaufläche verteilter Ab- (2) Bei der Auswahl von OS-Systemen ist folgen-
reißversuche nach Teil 1 Abschnitt 3 durchzufüh- des zu beachten:
ren. Die Prüfung hat im Beisein des Auftraggebers
a) Für Brückenuntersichten sind in der Regel Sy-
zu erfolgen.
steme OS-D bis OS-F nicht zu verwenden, da
(6) Die Trockenrohdichte ist jeweils an einem durch rissüberbrückende Beschichtungen die Kon-
Bohrkern aus jedem Satz der Abreißfestig- trolle vorhandener Risse (Hinweise auf Schä-
keitsprüfung, jedoch je Bauwerk an mindestens digungen) nur eingeschränkt möglich ist.
drei Bohrkernen, zu ermitteln.
b) Folgende OS-Systeme sind für den vorbeugen-
den Oberflächenschutz bevorzugt anzuwenden:
7.6.4 Kontrollprüfungen
ʊ Hydrophobierung (OS-A) oder
Bei einer Baumaßnahme mit einer Gesamteinbau-
ʊ Beschichtung (OS-B oder OS-C).
fläche von höchstens 10 m2 können die Kontroll-
prüfungen entfallen. (3) Systeme mit ausreichender Wasserdampf-
durchlässigkeit sind zu bevorzugen.

8 Oberflächenschutzsysteme (4) Bauteile dürfen nicht allseitig mit Systemen


beschichtet werden, die keine ausreichende Was-
(OS) serdampfdurchlässigkeit aufweisen.
(5) In der Leistungsbeschreibung sind anzugeben:
8.1 Allgemeines ʊ Systembezeichnung nach Tabelle 3.4.5,
(1) Es werden folgende Arten von OS-Systemen
ʊ Einwirkungsbereich von Tausalzen (nur bei
unterschieden:
Systemen OS-C und OS-D) nach Nr. 1.3.2.
ʊ Hydrophobierung (OS-A) und
ʊ Beschichtungen (OS-B bis OS-F).
(2) Wegen der zeitlich begrenzten Wirksamkeit
von OS-Systemen können diese nicht als gleich-
wertig gegenüber einer ausreichend dichten und
dicken Betondeckung angesehen werden.
(3) Anhang F enthält Hinweise zur Zertifizierung
der Baustoffe und Baustoffsysteme.

8.2 Anwendung

8.2.1 Allgemeines
(1) Es dürfen nur die in Tabelle 3.4.5 beschriebe-
nen OS-Systeme für die jeweils zugeordneten
Anwendungsbereiche verwendet werden.
(2) Ist mit einer Feuchteanreicherung hinter einer
vorgesehenen Beschichtung zu rechnen, ist durch
gesonderte Untersuchungen festzustellen, ob der
Einsatz eines OS-Systems sinnvoll ist.

8.2.2 Auswahl
(1) Bei der Auswahl von OS-Systemen sind ins-
besondere folgende Kriterien zu beachten:
ʊ Funktion des Bauteils,
ʊ Einwirkungsbereich von Tausalzen,

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 23


7
System- 7 7 7 OS-D I (OS 5b) ) 7 7

24
OS-A (OS 1) ) OS-B (OS 2) ) OS-C (OS 4) ) 7 OS-E (OS 9) ) OS-F (OS 11) )
bezeichnung OS-D II (OS 5a) )
Kurzbe- Hydrophobierung Beschichtung für nicht Beschichtung mit erhöh- Beschichtung mit mindes- Beschichtung mit erhöhter Beschichtung mit erhöhter Rissüber-
schreibung begeh- und befahrba- ter Dichtigkeit für nicht tens geringer Rissüber- Rissüberbrückungsfähigkeit brückungsfähigkeit für begeh- und
1
re Flächen begeh- und befahrbare brückungsfähigkeit ) für für nicht begeh- und befahr- befahr-bare Flächen
Flächen nicht begeh- und befahr- bare Flächen
bare Flächen

Anwen- Bedingter Feuchte- Freibewitterte Beton- Freibewitterte Freibewitterte Betonflä- Freibewitterte Betonflächen. Freibewitterte Betonflächen. Geeig-
dungsberei- schutz bei freibe- flächen mit ausrei- Betonflächen chen. Geeignet für Bau- Geeignet für Bauteile mit net für Bauteile mit oberflächen-
che witterten Betonflä- chendem Wasserab- teile mit oberflächenna- oberflächennahen Rissen nahen Rissen und/oder Trennrissen
1
chen, z.B. Brü- fluss hen Rissen ) und/oder Trennrissen und planmäßiger mechanischer
2
cken-kappen Beanspruchung )
Tabelle 3.4.5: Oberflächenschutzsysteme

Bindemittel- Silan Polymerdispersion I. Polymer/Zement- Polyurethan Polyurethan,


gruppen Siloxan Mischpolimerisat (gelöst) Gemisch 2-K Polymethylmethacrylat 2-K Polymethylmethacrylat,
der hwO Polyurethan II. Polymerdispersion mod. Epoxidharze mod. Epoxidharze,
Wasseremulgierte Epoxidharze Polymerdispersion jeweils Aufbau a) oder b)
Für Hydrophobierung Silan/Siloxan
3 3
Aufbau Hydrophobierung 1. Hydrophobierung 1. Feinspachtel ) I. 1. Feinspachtel ) a)
3
Keine filmbilden- 2. Ggf. Grundierung 2. Ggf. Grundierung 1. Ggf. Feinspachtel ) 2. I.d.R. Grundierung 1. Grundierung
den Formulierun- 3. Mindestens zwei Mindestens zwei 2. Mind. zwei elast- 3. Mind. zwei elastische 2. Elastische füllstofffreie Ober-
gen zulässig Oberflächenschutz- Oberflächenschutz- sche Oberflächenschutzschich- flächenschutzschicht,
4
schichten (hwO) chichten (hwO) Oberflächenschutz- ten (hwO) ) nicht abgstreut (hwO)
schichten (hwO) 4. Ggf. Deckschicht 3. Verschleißfeste, gleichmäßig
5
II. gefüllte Deckschicht ),
3)
1. Feinspachtel abgestreut (hwO)
6
2. I.d.R. Grundierung 4. Ggf. Deckversiegelung )
3. Mindestens zwei
Oberflächenschutz b)

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


schichten (hwO) 1. Grundierung
4. Ggf. Deckschicht 2. Verschleißfeste, gleichmäßig
gefüllte Oberflächen-
5
schutzschicht ) , abgestreut
(hwO)
3. Deckversiegelung
4. Ggf. Abstreuung und zweite
5. Deckversiegelung

1
) Mit entsprechendem Nachweis auch für Bauwerke mit Trennrissen.
2
) Bei starkem innerstädtischen Fußgängerverkehr bestehen erhöhte Anforderungen an den Verschleiß (ggf. Abstreuung aus Korund oder Chromerzschlacke erforderlich)
3
) Dispersionsspachtel u.a. erfordern eine gesondert zu vereinbarende Prüfung.
4
) Bei Spritzauftrag mehrlagig auch in einem Arbeitsgang
5
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

) Nur durch Abstreuen gefüllte Schicht ist nur bei gelegentlichem Begang zulässig
6
) Systeme mit Deckversiegelung sind ohne Versiegelung komplett zu prüfen, Griffigkeit, Verschleiß und Rissüberdeckung zusätzlich mit Versiegelung
7
) Bezeichnung der OS-Systeme gemäß DAfStb-Richtlinie Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

Stand: 04/10
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

8.2.3 Farbpalette Abnahmeprüfzeugnis an Proben aus jeder zweiten


Charge durchzuführen.
(1) Für pigmentierte Beschichtungen sind nur
anorganische Pigmente zu verwenden. (4) Bei einer Beschichtungsfläche von weniger als
5000 m2 kann auf ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2
(2) Für die letzte Schicht von pigmentierten Be-
nach DIN EN 10204 verzichtet werden.
schichtungen sind nur folgende Farbtöne zu ver-
wenden:
8.4.3 Betonunterlage
– RAL 1024 (ockergelb),
(1) Die Oberflächenbeschaffenheit der Betonun-
– RAL 3009 (oxidrot),
terlage muss das Aufbringen einer geschlossenen
– RAL 6011 (resedagrün), annähernd gleichmäßigen und fest haftenden
Schicht ermöglichen.
– RAL 7023 (betongrau),
(2) Die Feuchte der Betonunterlage darf die in den
– RAL 7032 (kieselgrau),
Angaben zur Ausführung angegebenen Grenzwer-
– RAL 9010 (reinweiß). te nicht überschreiten.
(3) Sind zum Aufbringen des OS-Systems Anfor-
8.3 Baustoffe und Baustoffsysteme derungen an die Rautiefe gestellt, ist die Rautiefe
bei waagerechten Oberseiten nach Teil 1 Ab-
(1) Für OS-Systeme dürfen nur Baustoffe und schnitt 3 zu bestimmen, bei senkrechten Flächen
Baustoffsysteme verwendet werden, die das CE- und Unterseiten z.B. durch Vergleichsmuster.
Zeichen gemäß DIN EN 1504-2 und ein Ü-Zeichen
gemäß DIN 18026 tragen.
8.4.4 Äußere Bedingungen
(2) Hinweise zur Zertifizierung werden in An-
hang F gegeben. (1) OS-Systeme dürfen nur aufgebracht werden,
wenn die Temperatur der Betonunterlage und die
Temperatur der verwendeten Stoffe jeweils minde-
8.4 Ausführung stens 3 K höher sind als die Taupunkttemperatur
und wenn die Temperatur der Betonunterlage min-
destens 8 °C beträgt.
8.4.1 Allgemeines
(2) Bei flüssigen Hydrophobierungen darf die
(1) Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber den Temperatur der Betonunterlage 8°C nicht unter-
Beginn und die Fertigstellung jedes Auftragens schreiten und 25 °C nicht überschreiten.
einer Hydrophobierung sowie jeder Lage einer Be-
schichtung anzuzeigen. Der Auftraggeber behält
sich das Recht vor, jede Lage oder Schicht einzeln 8.4.5 Einbauteile
freizugeben. Einbauteile (z.B. Fugenbänder, Fugenverguss)
(2) Sollen vor Beginn der Ausführung von OS- dürfen nicht durch Bestandteile der OS-Systeme
Systemen am Bauwerk, neben den in Nr. 8.4.6 beschädigt oder in ihren Eigenschaften verändert
geforderten, Vergleichsflächen angelegt werden werden.
(insbesondere bei OS-Systemen ohne Feinspach-
tel), ist dies in der Leistungsbeschreibung vorzu- 8.4.6 Hydrophobierung (OS-A)
sehen.
(1) Flüssige Hydrophobierungen sind flutend, in
der Regel in mehreren Arbeitsgängen, aufzubrin-
8.4.2 Baustoffe gen.
(1) Der Auftragnehmer muss für alle Stoffe vor (2) Für Bauwerke mit einer Beschichtungsfläche
deren Applikation auf der Baustelle dem Auf- von mindestens 500 m² sind vor der Hydrophobie-
traggeber ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2 nach- rung am Bauwerk in Abstimmung mit dem Auftrag-
DIN EN 10204 vorlegen. Der Prüfumfang ist in der geber Vergleichsflächen festzulegen und im Bei-
DIN V 18026 festgelegt. An der Liefercharge sind sein des Auftraggebers zu hydrophobieren. Die
die Prüfungen A bis D durchzuführen. Die Anforde- Qualität der Hydrophobierung ist zu prüfen.
rungen sind in der DIN V 18026 festgelegt.
(3) An den hydrophobierten Vergleichsflächen
(2) Das Abnahmeprüfzeugnis ist von einem von kann die Qualität der Hydrophobierungen entspre-
der Fertigungsabteilung unabhängigen Abnahme- chend Anhang B bestimmt werden.
beauftragten auszustellen und muss von einer
anerkannten Prüfstelle bestätigt werden.
8.4.7 Schichtdicke (OS-B bis OS-F)
(3) Werden mehrere Chargen für den vorgesehe-
(1) Die Mindestschichtdicke dmin und die Maximal-
nen Zweck gefertigt, sind die Prüfungen für das

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 25


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

schichtdicke dmax der hwO werden je nach System folgendes zu prüfen:


nach DIN V 18026 angegeben.
ʊ Übereinstimmung mit der Bestellung (Liefer-
(2) Um die Mindestschichtdicke sicher zu erzielen, schein und Verpackungsaufschrift),
sind für die Untergrundrauheiten, Materialeigen-
ʊ unbeschädigter Zustand der Verpackung,
schaften und Verarbeitungsverfahren Materialzu-
schläge notwendig. ʊ vorschriftsmäßige Lagerung,
(3) Bei Bestimmung der Schichtdicke durch Mes- ʊ Verfallsdatum bzw. Herstelldatum und zuläs-
sung ist die Mindestschichtdicke der hwO bei 95 % sige Lagerungsdauer.
der Messwerte zu erreichen. 5 % der Messwerte
(2) Müssen zur Herstellung des OS-Systems
dürfen Minderdicken von bis zu 0,7 dmin aufweisen.
Die Maximalschichtdicke darf an keiner Stelle Komponenten auf der Baustelle gemischt werden,
überschritten werden. ist die Einhaltung des in den Angaben zur Ausfüh-
rung angegebenen Mischungsverhältnisses zu
(4) Die bei der Messung entstandenen Fehlstellen kontrollieren. Die ausreichende Homogenisierung
sind zu überarbeiten. der fertigen Mischung ist zu prüfen.
(5) Bei der Bestimmung der Schichtdicke über den (3) Der Verbrauch an Stoffen zur Herstellung von
Verbrauch darf die ermittelte Schichtdicke d nicht OS-Systemen ist für jeden Arbeitsabschnitt und
kleiner als die Sollschichtdicke ds und nicht größer jede Schicht gemäß Formblatt D 3.4.1 zu protokol-
als die Maximalschichtdicke dmax sein. Die Soll- lieren.
schichtdicke ds ergibt sich aus der Summe von
Mindestschichtdicke dmin und Schichtdickenzu- (4) Die Prüfung der Schichtdicke ist im Beisein
des Auftraggebers zum jeweils frühestmöglichen
schlag dz. Für dz sind pauschal 60 μm anzusetzen.
Zeitpunkt durchzuführen.
(5) Bei dem System OS-B und ggf. OS-C ist die
8.4.8 Abreißfestigkeit
Dicke der hwO je Arbeitsabschnitt, mindestens
(1) Die Abreißfestigkeit des OS-Systems muss jedoch je abgeschlossener Tagesleistung, über die
Tabelle 3.4.6 entsprechen. entsprechende Verbrauchsmenge nach Anhang D
zu bestimmen. Die mittlere Auftragsschichtdicke
(2) Bei OS-Systemen mit Feinspachtel ist der
muss gleich oder größer als die Sollschichtdicke
Feinspachtel zusätzlich zu prüfen, und es sind die
sein.
Werte der Tabelle 3.4.6 einzuhalten.
(6) Die Dicke der hwO der Systeme OS-D bis OS-
Tabelle 3.4.6: Abreißfestigkeiten (Mindestwerte)
F ist je angefangene 350 m2, mindestens jedoch je
abgeschlossene Tagesleistung, durch Messen der
Schichtdicke an mindestens 40 gleichmäßig über
Mittelwert Kleinster die Fläche verteilten Stellen (bei Bohrkernentnah-
System [N/mm2] Einzelwert me an jeweils fünf Stellen von acht Bohrkernen)
[N/mm2]
nach Anhang D zu ermitteln.
OS-A - - (7) Bei dem System OS-C ist in der Leistungsbe-
OS-B bis OS-D 0,8 0,5 schreibung festzulegen, ob die Schichtdicke durch
Messen (wie bei den Systemen OS-D bis OS-F)
OS-E 1,0 0,6 oder über die Verbrauchsmenge (wie bei dem
OS-F 1,5 1,0 System OS-B) zu prüfen ist. Das Verfahren zur
Bestimmung der Schichtdicke der Systeme OS-D
Feinspachtel 1,3 0,8
bis OS-F ist in der Leistungsbeschreibung festzu-
legen.
8.4.9 Witterungsschutz (8) Bei Hydrophobierungen ist für Beschichtungs-
flächen von mindestens 500 m² in Abstimmung mit
OS-Systeme sind gemäß den Angaben zur Aus-
dem Auftraggeber je angefangene 100 m2 behan-
führung ausreichend lang gegen ungünstige Witte-
delter Fläche nach Ablauf der in den Angaben zur
rungseinflüsse zu schützen.
Ausführung angegebenen Wartezeit die Qualität
der Hydrophobierung im Beisein des Auftragge-
8.5 Qualitätssicherung bers an einer Messfläche zu prüfen. Messergeb-
nisse sind dem Auftraggeber zu übergeben.

8.5.1 Überwachung der Ausführung (9) Die Prüfung der Qualität der Hydrophobierung
kann nach Anhang B erfolgen. An der Messfläche
(1) Vor Aufbringen des OS-Systems ist an den sollte der Mittelwert der Messungen unter den
gelieferten Stoffen vom Auftragnehmer im Rahmen gleichen Messbedingungen den auf der Ver-
der Eigenüberwachung zusätzlich zu Nr. 1.8.3 gleichsfläche gemessenen Wert um nicht mehr als

26 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen

25 % überschreiten.

(10) Die Prüfung der Abreißfestigkeit des Fein-


spachtels ist im Beisein des Auftraggebers je an-
gefangene 350 m2 Gesamteinbaufläche an einem
Satz aus drei gleichmäßig über die Einbaufläche
verteilten Stellen nach Teil 1 Abschnitt 3 durch-
zuführen.

8.5.2 Kontrollprüfungen
Die Prüfung der fertigen Beschichtungen erfolgt
nach Augenschein. Werden Abreißprüfungen
durchgeführt, sind je angefangene 350 m2 be-
schichteter Fläche an drei gleichmäßig über die
Einbaufläche verteilten Stellen Einzelprüfungen
der Abreißfestigkeit des fertigen OS-Systems nach
Teil 1 Abschnitt 3 durchzuführen.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 27


ZTV-ING Teil 3Teil
ZTV-ING Massivbau Abschnitt
3 Massivbau 4 Schutz
Abschnitt und Instandsetzung
4 Schutz von Betonbauteilen
und Instandsetzung Anhang A
von Betonbauteilen

Anhang A ca. 2 cm lösen (ca. 100 bis 150 g, vgl. Tabelle


A 3.4.1).
ʊ Mit Hammer die Bruchstücke in der Mörser-
Bestimmung der Betonfeuchte schale zerkleinern (dabei einzelne Gesteins-
nach der Carbid-Methode körner nicht zerschlagen).
(CM-Gerät) ʊ Probenmaterial über Analysensieb absieben.
ʊ Erforderliche Einwaage (siehe Tabelle A 3.4.1)
A1 Beschreibung des auf der elektronischen Waage abwiegen.
Verfahrens ʊ Zuerst Stahlkugeln, dann die Einwaage verlust-
frei in die Druckflasche geben.
(1) Betonstücke werden in einer Mörserschale
zerkleinert, abgesiebt und abgewogen. Die Ein- ʊ Unter leichter Neigung der Druckflasche eine
waage wird zusammen mit einer definierten Menge Ampulle Calciumcarbid vorsichtig in die Flasche
Calciumcarbid (Glasampulle mit 5 g) in eine Druck- gleiten lassen.
flasche gegeben. Zusätzlich eingefüllte Stahlku- ʊ Deckel mit Manometer auf die Flasche setzen
geln bewirken nach mehrmaligem, kräftigem und mit Spannhebeln verschließen. Diese Vor-
Schütteln der Druckflasche die Zerstörung der gänge sind zur Vermeidung von Feuchteverän-
Glasampulle. Die Vermischung von Prüfgut und derungen zügig durchzuführen!
Calciumcarbid ermöglicht die chemische Reaktion
zwischen dem im Prüfgut vorhandenen Wasser ʊ Glasampulle durch kräftiges kreisendes Schüt-
und dem Calciumcarbid, so dass sich Acetylengas teln (mind. 1 min) der Druckflasche zertrüm-
bildet. Der entstehende Gasdruck ist abhängig mern.
vom Feuchtegehalt des Probenmaterials und wird
ʊ Das kräftige kreisende Schütteln ist alle 5 min
am Manometer abgelesen.
bis zur Endablesung zu wiederholen.
(2) Der dem abgelesenen Druck zuzuordnende
ʊ Aus den Tabellen A 3.4.2 bis A 3.4.4 den zum
Feuchtegehalt in Gew.-% ist aus den Tabellen
abgelesenen Druck zugeordneten Feuchtege-
A 3.4.2 bis A 3.4.4 zu entnehmen.
halt in Abhängigkeit von Einwaage und Größt-
(3) Die Werte aus den Tabellen A 3.4.2 bis A 3.4.4 korn ermitteln.
sind in Verbindung mit Druckflaschen zu verwen-
ʊ Nach Versuchende Druckflasche vorsichtig
den, bei denen der Volumeninhalt 1 Liter ent-
öffnen (Achtung Druck!) und Acetylengas ent-
spricht. Bei Verwendung von Druckflaschen mit
weichen lassen (Achtung! Kein offenes Feuer!).
einem abweichenden Volumeninhalt ist das abwei-
chende Druckverhältnis zu berücksichtigen. ʊ Inhalt vorsichtig ausschütten (Achtung! Ätzkalk
und Glassplitter!) und Flasche mit trockener
Flaschenbürste säubern.
A2 Geräte und Hilfsmittel
ʊ Stahlkugeln mit trockenem Tuch reinigen. De-
Folgende Geräte und Hilfsmittel sind einzusetzen: ckel mit Manometer an der Unterseite (Gummi-
dichtung) säubern.
ʊ CM-Druckflasche mit Manometer,
ʊ Elektronische Waage (Wägegenauigkeit 0,1 g),
Tabelle A 3.4.1: Erforderliche Einwaage
ʊ Analysensieb mit 2 mm Maschenweite
(DIN ISO 565), Geschätzter Erforderliche Einwaage
ʊ Mörserschale (mit Manschette gegen Weg- Feuchtegehalt [g]
springen des Prüfgutes), Größtkorn Größtkorn
[Gew.-%] Bis 4 mm > 4 mm
ʊ Stahlkugeln, Calciumcarbid-Ampullen, Stopp-
uhr, 1,0 bis 2,5 50 50
3,0 bis 5,0 20 20
ʊ Hammer und Meißel und
5,5 bis 7,0 20 10
ʊ sonstiges Zubehör.
>7,0 10 10

A3 Durchführung A4 Besondere Fehlerquellen


Die einzelnen Arbeitsschritte sind:
ʊ Es können folgende Fehler auftreten:
ʊ Mit Hammer und Meißel Bruchstücke aus dem
ʊ Temperatur der Druckflasche weicht stark von
zu untersuchenden Beton bis zu einer Tiefe von
der Umgebungstemperatur ab.

28 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang A
ʊ Druckflasche ist nicht gasdicht verschlossen
(z.B. beschädigte Dichtung, Materialreste unter
der Gummidichtung).
ʊ Calciumcarbid-Ampulle bereits vor dem Ein-
bringen undicht (hellbraune Verfärbung).

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 29


ZTV-ING Teil 3 Teil
ZTV-ING Massivbau Abschnitt
3 Massivbau 4 Schutz
Abschnitt und Instandsetzung
4 Schutz von Betonbauteilen
und Instandsetzung Anhang A
von Betonbauteilen

Tabelle A 3.4.2: Druck ȏbarȐ bei Einwaage 50 g Feuchtegehalt


Druck bei Größkorn bis 4 mm nach 15 min nach 20 min nach 25 min ȏGew.-%Ȑ
— — 0,330 1,0
— — 0,495 1,5
— — 0,655 2,0
— — 0,820 2,5
Druck ȏbarȐ bei Einwaage 20 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
— 0,380 0,390 3,0
— 0,500 0,510 3,5
— 0,615 0,625 4,0
— 0,735 0,745 4,5
— 0,855 0,865 5,0
— 0,970 0,980 5,5
— 1,090 1,100 6,0
— 1,325 1,335 7,0
Druck ȏbarȐ bei Einwaage 10 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
0,825 0,830 0,895 8,0

Tabelle A 3.4.3: Druck ȏbarȐ bei Einwaage 50 g Feuchtegehalt


Druck bei Größkorn bis 8 mm nach 15 min nach 20 min nach 25 min ȏGew.-%Ȑ
— — 0,335 1,0
— — 0,510 1,5
— — 0,685 2,0
— — 0,860 2,5
Druck ȏbarȐ bei Einwaage 20 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
— 0,405 0,415 3,0
— 0,550 0,560 3,5
— 0,690 0,700 4,0
— 0,835 0,845 4,5
— 0,975 0,985 5,0
— 1,120 1,130 5,5
Druck ȏbarȐ bei Einwaage 10 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
0,475 0,480 0,485 5,5
0,530 0,535 0,540 6,0

Tabelle A 3.4.4: Druck ȏbarȐ bei Einwaage 50 g Feuchtegehalt


Druck bei Größkorn größer 8 mm nach 15 min nach 20 min nach 25 min ȏGew.-%Ȑ
— — 0,340 1,0
— — 0,605 1,5
— — 0,870 2,0
— — 1,130 2,5
Druck ȏbarȐ bei Einwaage 20 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
— 0,580 0,585 3,0
— 0,750 0,755 3,5
— 0,915 0,925 4,0
— 1,085 1,095 4,5
— 1,255 1,270 5,0
Druck ȏbarȐ bei Einwaage 10 g
nach 15 min nach 20 min nach 25 min
0,715 0,725 0,730 5,5
0,845 0,850 0,855 6,0

30 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang B

Anhang B ʊ Reinigung der Betonoberfläche im Bereich der


Messfläche mit einer Waschlösung etwa inner-
halb einer Minute. Danach sofortiges und sorg-
Bestimmung der Qualität von fältiges Abspülen der Waschlösung und Ab-
trocknen mit Zellstoff.
Hydrophobierungen
ʊ Ausreichendes Füllen der Geber mit Elektrolyt-
flüssigkeit, Kontrolle der Messkette und kor-
B1 Anwendung rektes Aufsetzen bzw. Anbringen der Geber.
Das Verfahren kann an waagerechten, geneigten ʊ Durchführung der Messung. Während der Mes-
und vertikalen Flächen angewendet werden. sung dürfen die Geber weder angefasst noch
bewegt werden. Die Ablesung der Messwerte
hat nach 15 bzw. 60 min zu erfolgen. Die
B2 Beschreibung des Messdaten sind auf dem beigefügten Formblatt
Verfahrens B 3.4.1 zu protokollieren.
(1) Dem Messverfahren liegt das physikalische ʊ Die Einzelmesswerte werden nach 15 min ab-
Prinzip des Stromtransports in elektrolytischen gelesen, und es wird der Mittelwert berechnet.
Lösungen zugrunde. Überschreitet der Mittelwert nicht den Grenz-
(2) Zur Messung werden spezielle Messgeber auf wert für 15 min, ist die Messung abgeschlossen.
der Betonoberfläche angebracht, die unter defi-
ʊ Wird der Grenzwert für 15 min überschritten,
nierten Bedingungen Elektrolytflüssigkeit (in der
Regel Kalkwasser) an den Beton abgeben. Die Art sind die Messwerte nach 60 min aufzunehmen
der Geber und ihre Anbringung richtet sich nach und es ist der Mittelwert zu berechnen.
der Lage der Betonfläche im Raum (Oberseite,
Unterseite, vertikale Fläche).
B5 Auswertung
(3) Durchbricht die Elektrolytflüssigkeit die hydro-
phobierte Schicht des Betons, fließt ein Strom, der (1) Die Messungen sind auf dem Formblatt
mit dem Messgerät aufgenommen wird. Die aufge- B 3.4.1 auszuwerten. Dazu sind die je Messfläche
nommenen Messwerte hängen nur von der Größe aufgenommenen vier Messwerte der Einzelmes-
und Anzahl der in der hydrophobierten Zone im sungen sowie der daraus berechnete Mittelwert
Bereich der Messflächen enthaltenen Fehlstellen einzutragen.
ab. Messwerte sowie Lage und Form der ggf. zu-
(2) Der berechnete Mittelwert ist dem einzuhal-
sätzlich ermittelten Messwert-Zeit-Kurve sind cha-
rakteristisch für die Hydrophobierungsqualität. tenden Grenzwert gegenüberzustellen.
(3) Der einzuhaltende Grenzwert nach 15 min ist:
B3 Hydrophobierungs- ʊ 150 bei waagerechter Lage der Geber (recht-
eckige Geber) oder
prüfgerät
ʊ 300 bei senkrechter Lage der Geber (runde
(1) Zum Hydrophobierungsprüfgerät gehören je-
Geber).
weils mindestens vier Messgeber für waagerechte
und vertikale Flächen sowie sonstiges Zubehör zur (4) Überschreitet der berechnete Mittelwert den
Reinigung der Betonoberfläche, zum Anbringen Grenzwert nach 15 min nicht, ist die Messung ab-
der Geber und zur Durchführung der Messungen. geschlossen und die ausreichende Qualität der
(2) Bezugsquellen für das Gerät können bei der Hydrophobierung nachgewiesen.
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erfragt
(5) Wird der Grenzwert überschritten, sind die
werden.
Messwerte 60 min nach Beginn der Messung auf-
zunehmen. Der einzuhaltende Grenzwert nach
B4 Durchführung 60 min ist:
Die Prüfung hat mit jeweils vier Gebern auf einer ʊ 230 bei waagerechter Lage der Geber (recht-
vorbereiteten Messfläche von 40 x 40 [cm] und eckige Geber) oder
entsprechend der Betriebsanleitung für das Hydro- ʊ 460 bei senkrechter Lage der Geber (runde
phobierungsprüfgerät zu erfolgen. Dabei ist insbe- Geber).
sondere zu beachten:
(6) Überschreitet der berechnete Mittelwert den
Grenzwert nach 60 min nicht, ist die ausreichende
Qualität der Hydrophobierung nachgewiesen

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 31


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang B

Formblatt B 3.4.1

Hydrophobierungsmessung Seite

Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname

Auftragnehmer oben
unten
Betoniert am................................................................................................................................. (nur Jahr und Monat)
Hydrophobiert am .................................................mit .....................................................................................(Produkt)
geprüft am............................................ durch .................................................Fa. ..........................................................
Geberlage senkrecht waagerecht Elektrolyt. Kalklauge Sonstiges
Wetterlage
In der letzten Woche vor der Prüfung ............... ............im allgemeinen trocken feucht ..............°C
Wetter bei der Prüfung .............................. im allgemeinen feucht trocken ..............°C
Betonoberfläche rau eben offenporig dicht
Lage Messort 1 ..........................................................................................................................................................
Lage Messort 2 ..........................................................................................................................................................
Lage Messort 3 ..........................................................................................................................................................
Lage Messort 4 ..........................................................................................................................................................

Messort 1 Messort 2
Kontrollwert vor .............nach der Prüfung.................... Kontrollwert vor .............nach der Prüfung....................
Messwert nach 15 min Messwert nach 15 min
................../......................./....................../......................... ................../......................./......................../.......................
Mittelwert nach 15 min ................................................... Mittelwert nach 15 min ...................................................
Messwert nach 60 min Messwert nach 60 min
................/......................../....................../.......................... ................../....................../......................../.......................
Mittelwert nach 60 min ……………………………………. Mittelwert nach 60 min …………………………………...
bestanden ja nein bestanden ja nein
Messort 3 Messort 4
Kontrollwert vor .............nach der Prüfung.................... Kontrollwert vor .............nach der Prüfung....................
Messwert nach 15 min Messwert nach 15 min
................../......................./....................../......................... ................../......................./......................../.......................
Mittelwert nach 15 min ................................................... Mittelwert nach 15 min ...................................................
Messwert nach 60 min Messwert nach 60 min
................/......................../....................../......................... ................../....................../......................../.......................
Mittelwert nach 60 min …………………………………… Mittelwert nach 60 min ……………………………………
bestanden ja nein bestanden ja nein

Forderung aus 8.5.1 (9) Beispiel


Mittelwert Vergleichsfläche ............... Mittelwert Vergleichsfläche = 180
Zuschlag 25% ............... Zuschlag 25% = 45
Bezugswert (Mittelwert der Messfläche) ............... Bezugswert (Mittelwert der Messfläche) ” 225

32 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang C

Formblatt C 3.4.1
Seite
Ausgeführte Schutz- und Instandsetzungsmaßnahmen
an Betonbauteilen
Baumaßnahme Bauwerksnummer
(ASB)

Straßenbau-
Verwaltung

Bauamt Bauwerksname

AM/SM oben

unten

Bauteil(e)

Schaden
Schadenursache

Auftragnehmer

Vorbereitung der
Unterlage

Betonersatzsystem
(einschl. evtl. Korrosions-
schutz)
Baustoffe
Lieferfirma
Oberflächenschutzsystem
Baustoffe
Lieferfirma
Nachbehandlung
(Art, Material)

Ausführungszeit

Besonderheiten bei der Aus-


führung

Abnahmedatum

Anlagen Fotos Pläne

Auftragnehmer Datum Auftraggeber

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 33


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

Anhang D Oberflächenschutzschicht gesetzt und die Schicht-


dicke an der Messuhr abgelesen.

Bestimmung der Schichtdicken


von Oberflächenschutzsystemen

D1 Anwendung
(1) Die nachfolgend beschriebenen Verfahren
dienen der Bestimmung der Schichtdicke der
hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutz-
schichten (hwO) der Systeme OS-B bis OS-F ge-
mäß Tabelle 3.4.5.
(2) Die Angaben beziehen sich immer auf die
Trockenschichtdicke der hwO. Die Kontrolle der
Schichtdicken auf der Baustelle erfolgt je nach
System entweder nach Verbrauch oder durch di-
rekte Messung.

D2 Bestimmung der Trocken-


schichtdicke durch Mes-
sung

D 2.1 Allgemeines
(1) Die Messung der Trockenschichtdicke bedingt Bild D 3.4.1: Schichtdickenprüfgerät der Bundesanstalt für
eine örtlich begrenzte Zerstörung der Oberflächen- Materialforschung und –prüfung (BAM)
schutzschicht. Es können folgende Verfahren an-
gewendet werden:
D 2.3 Keilschnitt-Verfahren
ʊ Differenzdickenmessung in Anlehnung an
Die Oberflächenschutzschicht wird mit einer
DIN 50933, Schneidvorrichtung unter einem vorgegebenen
ʊ Keilschnitt-Verfahren nach DIN 50986, Winkel eingeschnitten, die Projektion der Schnitt-
flanke mit einem Messmikroskop gemessen und
ʊ Messung an Bohrkernen. die Schichtdicke trigonometrisch berechnet. Die
Durchführung erfolgt nach DIN 50986.
(2) Die Mindest- bzw. Maximalschichtdicken der
hwO ergeben sich für jedes OS-System nach un-
terschiedlichen Kriterien. Die Dicken sind im Rah- D 2.4 Messung an Bohrkernen
men der Grundprüfung von der Prüfstelle festzule-
gen. Die Messung an Bohrkernen erfolgen an 8 gleich-
mäßig über die Fläche entnommenen Bohrkernen
(Durchmesser höchstens 50 mm). Durch den Bohr-
D 2.2 Differenzdickenmessung vorgang örtlich eingetretene Veränderungen der
Schichtdicke sind zu beachten und ggf. durch ge-
(1) Die Messung erfolgt durch Durchstechen der eignete Maßnahmen zu entfernen. Die Schichtdi-
Oberflächenschutzschicht mit einer Messsonde. cke wird an fünf gleichmäßig verteilten Stellen mit
(2) Das Messverfahren muss eine Messgenauig- Hilfe einer Messlupe oder eines Messmikroskops
keit von 10 μm erlauben. Geeignet ist z.B. ein im bestimmt.
Bild D 3.4.1 dargestelltes Schichtdickenprüfgerät.
(3) Das Gerät ist vor jeder Messreihe auf einer D 2.5 Auswertung
ebenen Glasplatte zu justieren. Die Messung ist
Jede Prüfung ist entsprechend Formblatt D 3.4.2,
senkrecht zur Beschichtungsoberfläche durchzu-
Formblatt D 3.4.3 bzw. Formblatt D 3.4.4 auszu-
führen. Mit hervorstehender Nadelspitze ist das
werten.
Gerät mit mäßigem Druck in die Oberflächen-
schutzschicht bis zu einem spürbaren Widerstand
einzustechen. Anschließend wird die kreisförmige
Aufstandsfläche des Gerätes vorsichtig auf die

34 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

D3 Bestimmung der Schicht-


dicke über die Ver-
brauchsmenge

D 3.1 Beschreibung und Durchfüh-


rung des Verfahrens
(1) Über die Verbrauchsmenge kann nur eine
über die Fläche gemittelte Schichtdicke bestimmt
werden. Aussagen über die Gleichmäßigkeit der
Schichtdicke sind nicht möglich.
(2) Zu ermitteln ist die zu einer bestimmten Fläche
A [m2] (z.B. Tagesleistung) zugehörige Ver-
brauchsmenge Mv [kg]. Mit den in den Angaben
zur Ausführung enthaltenen Angaben über die
Dichte des flüssigen Stoffes pfl, [g/cm3] und dem
Festkörpervolumen FV [%] ergibt sich die mittlere
Auftragsschichtdicke d [μm] zu

M v FV 10
d= [μm].
p fl A

D 3.2 Auswertung
(1) Jede Prüfung ist entsprechend Formblatt
D 3.4.5 auszuwerten.
(2) Die Sollschichtdicke ergibt sich aus:
ds = dmin + dz [μm].
Für dz sind pauschal 60 μm einzusetzen.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 35


36
Formblatt D 3.4.1
Seite
Dokumentation von Verbrauchs- bzw. Einbaumengen von Oberflächenschutzsystemen (OS)
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Datum Bauteil zugeordnete Chargen-Nr. Länge Breite Fläche Einbaugewicht Unterschriften
Einbaufläche des Stoffes [m] [m] [m²] Schicht bzw. [kg] [kg/m²] Auftragnehmer Auftraggeber
Lage 1)

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


) H = Hydrophobierung OS (1) = hauptsächlich wirksame Oberflächenschutzschicht 1. Lage / Schicht
1
FS = Feinspachtel OS (2) = hauptsächlich wirksame Oberflächenschutzschicht 2. Lage / Schicht
G = Grundierung D = Deckversiegelung

Stand: 04/10
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D
Formblatt D 3.4.2

Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite

Stand: 04/10
durch Differenzdickenmessung
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber

Oberflächenschutzsystem Messwerte und Auswertung


Mindestschichtdicke dmin = Pm
1 1
0,7 * dmin = Pm Schicht- Auswertung ) Schicht- Auswertung )
OS- Mess- Mess-
dicke dicke
Maximalschichtdicke dmax = Pm stellen stellen
d [Pm] a b c d d [Pm] a b c d

Lage der zugeordneten Prüffläche Lage der einzelnen Messstellen je Prüfung 1 21


(ggfs. in Zeichnung eintragen) 2 22
3 23
1 6 11 16 21 26 31 36
4 24

5 10
b b
2 7 12 17 22 27 32 37
5 25

5
b
3 8 13 18 23 28 33 38
Größe der zugeordneten Prüffläche 6 26

5
b
4 9 14 19 24 29 34 39
7 27
Länge l m 5 10 15 20 25 30 35 40
8 28

b b
10 5
Breite b m 9 29
2
Fläche m l l l l l l l l l
16 8 8 8 8 8 8 8 16 10 30
Prüfgerät l
11 31

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


12 32
2
Eine Prüfung je angefangene 350 m 13 33
mindestens jedoch je Tagesleistung 14 34
Prüfung Nr. Name des Prüfgutes Beauftragte Firma 15 35
16 36
Prüfungsdatum 17 37
18 38
Fertigstellungsdatum
19 39
des Prüfgutes
20 40
Unterschriften Summe (1-20) Summe (21-40)
1
) Zutreffendes ankreuzen Soll
a: dmax t d t dmin Gesamtsumme a t 38
b: dmin > d t 0,7 * dmin Gesamtsumme bd2
------------------------------------------- ------------------------------------------- ----------------------------------------------- c: d  0,7 * dmin Gesamtsumme c=0
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber d: d ! dmax Gesamtsumme d=0

37
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D
38
Formblatt D 3.4.3

Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite


mit dem Keilschnittverfahren
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber

Oberflächenschutzsystem Messwerte und Auswertung


Mindestschichtdicke dmin = Pm
1 1
Schicht- Auswertung ) Schicht- Auswertung )
OS- 0,7 * dmin = Pm Mess- Mess-
dicke dicke
Maximalschichtdicke dmax = Pm stellen stellen
d [Pm] a b c d d [Pm] a b c d

Lage der zugeordneten Prüffläche Lage der einzelnen Messstellen je Prüfung siehe Formblatt 3.4.2 1 21
(ggfs. in Zeichnung eintragen) 2 22
Į tan Į 3 23
45° 1 4 24
26,6° 0,5 5 25
21,8° 0,4 6 26
Größe der zugeordneten Prüffläche 5,7° 0,1
7 27
Länge l m 4,3° 0,075
8 28
Breite b m d = a * tan Į 9 29
2
Fläche m a Projektion der Schnittkante 10 30
Į Schnittwinkel 11 31
Prüfgerät
12 32

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


Eine Prüfung je angefangenen 350 m² 13 33
mindestens jedoch je Tagesleistung 14 34
Prüfung Nr. Name des Prüfgutes Beauftragte Firma 15 35
16 36
Prüfungsdatum 17 37
18 38
Fertigstellungsdatum
19 39
des Prüfgutes
20 40
Unterschriften Summe (1-20) Summe (21-40)
1
) Zutreffendes ankreuzen Soll
a: dmax t d t dmin Gesamtsumme a t 38
b: dmin > d t 0,7 * dmin Gesamtsumme bd2
------------------------------------------- ------------------------------------------- -----------------------------------------------
c: d  0,7 * dmin Gesamtsumme c=0
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber
d: d ! dmax Gesamtsumme d=0
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

Stand: 04/10
Formblatt D 3.4.4

Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite

Stand: 04/10
an Bohrkernen
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Oberflächenschutzsystem Messwerte und Auswertung
Mindestschichtdicke dmin = Pm
1 1
Schicht- Auswertung ) Schicht- Auswertung )
OS- 0,7 * dmin = Pm Mess- Mess-
dicke dicke
Maximalschichtdicke dmax = Pm stellen stellen
d [Pm] a b c d d [Pm] a b c d

Lage der zugeordneten Prüffläche Lage der einzelnen Bohrkerne je Prüfung 1 1


(ggfs. in Zeichnung eintragen) 2 2
3 3

4
b
I IV VII
4 4

Bohrkern I
Bohrkern V

4
b
III VI
5 5

b
4
II V VIII
Größe der zugeordneten Prüffläche 1 1

4
b
2 2
Länge l m
l l l l l l 3 3
Breite b m 6 6 6 6 6 6
2 4 4
l

Bohrkern II
Fläche m
Bohrkern VI

5 5

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


Prüfgerät 1 1
Je Bohrkern fünf Messungen gleichmäßig verteilt an der Mantelfläche
2 2
2
Eine Prüfung je angefangene 350 m 3 3
mindestens jedoch je Tagesleistung
4 4
Bohrkern III
Bohrkern VII

Prüfung Nr. Name des Prüfgutes Beauftragte Firma 5 5


1 1
Prüfungsdatum
2 2
Fertigstellungsdatum 3 3
des Prüfgutes 4 4
Bohrkern IV
Bohrkern VIII

5 5
1)
Unterschriften Zutreffendes ankreuzen Soll
a: dmax t d t dmin ¦ a t 38
b: d t 0,7 * dmin ¦bd2
-------------------------------------------- ------------------------------------------- -------------------------------------------- c: d  0,7 * dmin ¦c=0
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D

39
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber d: d ! dmax ¦d=0
40
Formblatt D 3.4.5

Bestimmung der Schichtdicke der hauptsächlich wirksamen Oberflächenschutzschicht (hwO) Seite


über die Verbrauchsmenge
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Oberflächenschutzsystem Mindestschichtdicke dmin = Pm Sollschichtdicke
Mindestschichtdicke dmax = Pm ds = dmin + dz = Pm
(Sofern die Angaben zur Ausführung keine Angaben zum Zuschlag dz dz = 60 Pm
OS- enthalten, ist dz = 60 Pm anzusetzen.)

Lage der zugeordneten Prüffläche Festkörpervolumen FV= % Eine Prüfung je Arbeitsabschnitt,


FV * 10
(ggf. in Zeichnung eintragen) Dichte des flüssigen Stoffes Ufl = g/cm³ = mindestens jedoch je Tages-
Ufl
(entsprechend Angaben zur Ausführung) leistung

Mv * FV * 10 Mittlere Auftragsschichtdicke d [Pm]


d= [Pm] t ds
A * Ufl
Mv Verbrauchsmenge [kg] Nr. Mv A Mv/A d
A zugehörige Fläche [m²]
Größe und Daten der zugeordneten Prüfflächen

Prüfung Länge Breite Fläche Fertigstellungsdatum des


Prüfdatum
Nr. [m] [m] [m²] Prüfgutes

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


2

6
Name des Prüfgutes Beauftragte Firma
7

Unterschriften
....................................................................... ........................................................................... ..............................................................
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

Stand: 04/10
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang D
Formblatt E 3.4.1
Seite

Stand: 04/10
Frischmörtelrohdichte SPCC
Bauwerksnummer Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
Prüfdatum
Prüfgut
zugeordnete Fläche

Hersteller Durchführung an gespritzten Proben; Spritzpfanne 46 cm * 46 cm * 4 cm

Chargen-Nr. Häufigkeit: mindestens 1x je Arbeitstag; 1 Prüftag je angefangene 100 m²


Über- oder Unterschreitung des Bezugwertes der Angaben zur Ausführung höchstens 0,07 kg/dm³

Prüfdatum Gewicht Spritzpfanne Rohdichte [kg/dm³]


Mischung Mörtel-
leer voll zulässig
Nr. Volumen gewicht
[kg] [kg] Ist Soll Abweichungen ± 0,07 kg/dm³
[dm³] [kg]

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


2
3

Soll ± 0,07 kg/dm³

Unterschriften

Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

41
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang E
42
Formblatt E 3.4.2
Seite
Prüfung am Frischmörtel PCC
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
PCC Prüfdatum
Mischungsverhältnis Trockenkomponente : Wasser = 1 : _ _ _
Material Mischdauer _ _ _ sec
Hersteller Ausbreitmaß mit Hubtisch gemäß DIN 18555; Ausbreittisch nach DIN EN 1015-3 (Glasplatte d = 30 cm)
15 Hubschläge
Konsistenz
Häufigkeit: 3x je Arbeitstag;
Abweichungen vom Bezugswert der Angaben zur Ausführung höchstens 15%
Messung nach dem Druckausgleichsverfahren nach DIN 18555 (LP-Topf); Prüfgerät mit Druckkammer
Chargen-Nr. Luftgehalt und 1 dm³ Probenbehälter; Verdichtung im Vibrationsverfahren; Häufigkeit: 3x je Arbeitstag
Abweichungen vom Bezugswert der Angaben zur Ausführung höchstens 2% absolut bzw. 50% relativ
Prüfdatum Konsistenz [mm] Luftgehalt [Vol.-%]
Mischung
Nr. zulässig zulässig
Ist Soll 1) Abweichungen Ist Soll 1) Abweichungen
” 15% ” 2% abs. / ” 50% rel.
1
2

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


zugeordnete Fläche
3

Unterschriften
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

1
) Sollwert gemäß Angaben zur Ausführung
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang E

Stand: 04/10
Formblatt E 3.4.3
Seite

Stand: 04/10
Bestimmung der Trockenrohdichte SPCC, PCC, PC
Bauwerksnummer (ASB) Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber
SPCC, PCC, PC Prüfdatum

Prüfgut Bemerkungen

Hersteller Mörteltemperatur / Untergrundtemperatur


Chargen-Nr.
Prüfung an SPCC, PCC, PC
zugeordnete Fläche Durchführung nach DIN 52170
r t = mt / V Trocknung bei 110°C bis zur Gewichtskonstanz, Volumenbestimmung durch Tauchwägung
Proben: Scheiben aus Bohrkernen der Abreißprüfung, Durchmesser = 50 mm, Dicke mindestens 15 mm
Häufigkeit: 1x je Satz Abreißprüfung, mindestens 3x je Bauwerk
Unterschreitung des Bezugswertes aus den Angaben zur Ausführung höchstens 0,04 kg/dm³
Prüfdatum Trockenrohdichte [kg/dm3]
Mischung Volumen Masse
Nr. [dm³] [kg] Ist Soll 1) Abweichungen Unterschreitung ” 0,04 kg/dm³
SPCC

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


PCC 1

PC 2
Nicht betroffene Produkte
streichen
3

Unterschriften
Prüfer Auftragnehmer Auftraggeber

1
) Sollwert gemäß Angaben zur Ausführung

43
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang E
ZTV-ING Teil 3Teil
ZTV-ING Massivbau Abschnitt
3 Massivbau 4 Schutz
Abschnitt und Instandsetzung
4 Schutz von Betonbauteilen
und Instandsetzung Anhang F
von Betonbauteilen

Anhang F ʊ Gefahrenkennzeichnung gemäß Sicherheitsda-


tenblatt.

Hinweise zur Zertifizierung F2 Oberflächenschutzsysteme


F1 Allgemeines F 2.1 Zusammensetzung der Stoffe
(1) Siehe F 1.1
F 1.1 Zusammensetzung der Stoffe
(2) Es sind nur anorganische Pigmente zu ver-
(1) Alle Stoffe müssen mindestens 6 Monate la- wenden.
gerfähig sein.
(3) Für den Feinspachtel und OS-D I müssen Ze-
(2) Die vom Hersteller angegebene Sollfüllmenge ment nach DIN EN 197 und Gesteinskörnung nach
darf um nicht mehr als 3 % über- oder unterschrit- DIN EN 12620 verwendet werden.
ten werden.
(4) Verschleißschichten von OS-F-Systemen müs-
sen geeignete Füllstoffe und anorganische Ab-
F 1.2 Lieferform und Verpackung streumaterialien enthalten.
(1) Alle Stoffe sind werksmäßig abgepackt und in
eindeutig gekennzeichneten Verpackungseinhei- F 2.2 Lieferform und Verpackung
ten zu liefern.
Siehe F 1.2
(2) Die Stoffe müssen so verpackt sein, dass
schädigende äußere Einflüsse bis zur Verarbeitung
verhindert werden. F 2.3 Angaben auf der Verpackung
(3) Die Lieferung muss in aufeinander abgestimm- bzw. dem Beipackzettel
ten Gebinden erfolgen, deren Inhalt in einem Ar- (1) Siehe F 1.3
beitsgang gemischt werden kann.
(2) Die Stoffe sind durch zusätzliche Angaben auf
(4) Großgebinde dürfen verwendet werden, wenn der Verpackung zu kennzeichnen:
mit einer Dosiereinrichtung die Entnahme aufei-
nander abgestimmter Teilmengen sicher gestellt ʊ Hinweis auf die Angaben zur Ausführung,
ist. ʊ zu verwendende Feinspachtel und
ʊ Größtkorn bei OS-D.
F 1.3 Angaben auf der Verpackung
bzw. dem Beipackzettel F 2.4 Prüfungen
In Übereinstimmung mit der EN 1504 und
(1) Soll der Feinspachtel im Verbund mit einem
DIN V 18026 ist auf der Verpackung anzugeben:
PCC verwendet werden, ist zusätzlich die Ver-
ʊ Bezeichnung des Instandsetzungssystems, bundkörperprüfung auf Abreißfestigkeit nach Tem-
peratur-Wechsel-Beanspruchung durchzuführen.
ʊ Handelsname des Instandsetzungssystems und
seiner Komponenten, (2) Abweichend von DIN V 18026 hat die
Applikation bei Tmin = 8 °C für die Prüfungen der
ʊ Name und Anschrift des Herstellers,
Haftzugfestigkeit und Gitterschnittkennwert nach
ʊ Angabe des Herstellerwerkes, Temperaturwechsel- und Frost-Tausalz-Bean-
spruchung im Vergleich zur unbehandelten Probe
ʊ Chargennummer, Herstelldatum und Lage- zu erfolgen und anschließend sind nach der
rungsdauer oder Verfallsdatum, Applikation der letzten Lage / Schicht die Probe-
ʊ Hinweis auf Lagerungsbedingungen, körper 2 d bei Tmin = 8°C und anschließend 12 d
im Laborklima vor der Witterungsprüfung zu
ʊ Sollfüllmenge in kg bzw. l, lagern.
ʊ bei mehrkomponentigen Stoffen, Angabe der (3) Die Prüfung erfolgt jeweils für das System mit
zugehörigen Komponente(n) und des Mi- dem Farbton RAL 7032 – kieselgrau.
schungsverhältnisses (ggf. min./max. Flüssig-
keitszugabemenge), (4) Systeme mit Deckversiegelung sind ohne Ver-
siegelung zu prüfen. Griffigkeit, Verschleiß und
ʊ besondere Verarbeitungsbedingungen,
ʊ Grenztemperaturen und ggf. Grenzfeuchte für
die Verarbeitung und

44
32 Stand: 04/10
Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4 Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen - Anhang F
Rissüberbrückung sind zusätzlich mit Versiegelung
zu prüfen.

F 2.5 Aufnahme in die Zusammenstel-


lung der zertifizierten Oberflä-
chenschutzsysteme
Zur Aufnahme in die bei der BASt zu führende
„Zusammenstellung der zertifizierten Oberflächen-
schutzsysteme" ist vom Hersteller:
ʊ eine Kopie des Übereinstimmungszertifikates,
gemäß DIN V 18026,
ʊ die ausgefüllte Anlage A, gemäß DIN V 18026
und
ʊ die ausgefüllte Anlage B, gemäß DIN V 18026
einzureichen.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 45


Bundesanstalt für Straßenwesen

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 5
Füllen von Rissen und Hohlräumen
in Betonbauteilen

Stand: 04/10
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen

Inhalt Seite Seite


8.2 Anwendung ................................................10
1 Allgemeines ............................................... 3
8.3 Polyurethan ................................................10
1.1 Grundsätzliches........................................... 3 8.4 Ausführung .................................................11
1.2 Begriffsbestimmungen ................................ 3 8.5 Prüfungen ..................................................11

2 Bauprodukte und Bauarten ...................... 4 9 Tränkung (T) ............................................ 11


2.1 Baugrundsätze ............................................ 4 9.1 Allgemeines ...............................................11
2.2 Rissfüllstoff .................................................. 4 9.2 Anwendung ................................................11
2.3 Ausführung .................................................. 5 9.3 Ausführung .................................................11
2.3.1 Allgemeines ................................................. 5 9.4 Prüfungen ..................................................12
2.3.2 Anforderungen an Unternehmen und
Personal ...................................................... 5
Anhang A Erläuterungen zum Füllen von
2.3.3 Angaben zur Ausführung ............................. 5 Rissen und Hohlräumen ................. 13
2.3.4 Grundsätzliches zur Ausführung von
Injektionsarbeiten ........................................ 5 Anhang B Formblatt B 3.5.1
Sammelblatt Abschlussbericht........ 18
2.3.5 Abschlussbericht ......................................... 6
Formblatt B 3.5.2
3 Qualitätssicherung .................................... 6 Allgemeine Angaben ....................... 19
3.1 Allgemeines ................................................. 6 Formblatt B 3.5.3
Tagesprotokoll ................................ 20
3.2 Baustoffe, Baustoffsysteme und Bauteile ... 6
Formblatt B 3.5.4
3.3 Überwachung der Ausführung .................... 6 Riss-Protokoll-Nr. ............................ 21
3.3.1 Eigenüberwachung ...................................... 6 Anhang C Formblatt C 3.5.1
3.3.2 Überwachung durch eine anerkannte Ausgeführte Füllungen von Rissen in
Überwachungsstelle .................................... 7 Betonbauteilen
(Anlage zum Bauwerksbuch) .......... 22
3.3.3 Kontrollprüfungen ........................................ 7
Anhang D Anordnung von Packern ................. 23
4 Abrechnung ............................................... 8
Anhang E Hinweise zur Zertifizierung ............. 24
5 Abnahme .................................................... 8

6 Injektion mit Epoxidharz (EP-I) ................ 8


6.1 Allgemeines ................................................. 8
6.2 Anwendung ................................................. 8
6.3 Ausführung .................................................. 9
6.4 Prüfungen .................................................... 9

7 Injektion mit Zementleim (ZL-I) oder


Zementsuspension (ZS-I) ......................... 9
7.1 Allgemeines ................................................. 9
7.2 Anwendung ................................................. 9
7.3 Zementleim und Zementsuspension ......... 10
7.4 Ausführung ................................................ 10
7.5 Prüfungen .................................................. 10

8 Injektion mit Polyurethan (PUR-I) .......... 10


8.1 Allgemeines ............................................... 10

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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1 Allgemeines Komponente C: ggf. weitere Zusatzmittel


– Zementsuspension (ZS)
Komponente A: Feinstzement, Zusatzstoffe
1.1 Grundsätzliches Komponente B: Wasser, ggf. demineralisiert,
(1) Der Teil 3 Abschnitt 5 gilt nur in Verbindung ggf. Zusatzmittel
mit dem Teil 1 Allgemeines. Komponente C: ggf. weitere Zusatzmittel
(2) Oberflächennahe, vor allem netzartige, größe- ʊ Polyurethan (PUR)
re Flächen erfassende Risse, können bei Rissbrei- Komponente A: polyolhaltig
ten bis ca. 0,2 mm auch nach Teil 3, Abschnitt 4 Komponente B: isocyanathaltig
behandelt werden.
(8) Hohlräume
(3) Dieser Abschnitt kann je nach Stoff spezifi-
schen Anwendungsbedingungen auch für das Verursacht durch mangelhafte Verdichtung, Entmi-
Füllen von Rissen in Betonbauteilen angewendet schung (Grobkornanreicherungen) und/oder Aus-
werden, die während der Ausführung der Arbeiten waschungen im Betongefüge.
aus Verkehr dynamisch beansprucht werden. Im (9) Injektion (I)
Einzelfall können Verkehrsbeschränkungen erfor-
derlich sein. Füllen von Rissen und Hohlräumen unter Druck über
Packer.

1.2 Begriffsbestimmungen (10) Injektionsdruck

(1) Arbeitsabschnitt Nennwert des Förderdrucks, mit dem der Rissfüllstoff


zum Packer gefördert wird.
In einem Arbeitsabschnitt wird eine gleichartige
Arbeit von einer Kolonne nach gleicher Vorge- (11) Injektionsgerät
hensweise ohne nennenswerte Unterbrechung Gerät zum Füllen von Rissen. Für eine einkompo-
durchgeführt. nentige Injektion besteht es aus Druckerzeuger,
(2) Angaben zur Ausführung Materialbehälter, Transportschlauch und An-
schlussteil zum Packer. Für eine zweikomponenti-
Verbindliche Anweisung für die Ausführung der ge Injektion kommen Dosier- und Mischeinrichtung
Arbeiten gemäß der DIN V 18028, Anhang A. hinzu.
(3) Begrenzt dehnfähige Verbindung/Füllung (12) Injektionsschlauch
Ist eine dehnfähige Verbindung deren Verfor- Mit Austrittsöffnungen versehener Schlauch, der der
mungseigenschaften vom Rissfüllstoff bestimmt Förderung und Injektion von Rissfüllstoff in Arbeits-
werden. fugen dient.
(4) Einkomponentige Injektion (13) Injektionsverfahren
Der aus den Komponenten fertig gemischte Riss- Umfasst
füllstoff wird vom Injektionsgerät unter Druck zum
Packer gefördert. ʊ Injektionsgerät,

(5) Feinstzement ʊ ggf. Anlage(n) zur Herstellung des Rissfüllstof-


fes als Stoffgemisch,
Zement hergestellt mit 95 % Korngrößenanteilen
d 16 μm. ʊ Packer, ggf. Injektionsschlauch,

(6) Füllart ʊ ggf. Verdämmung.

Es wird zwischen Injektion (I) und Tränkung (T) (14) Kraftschlüssige Verbindung/Füllung
unterschieden. Eine zug- und druckfeste Verbindung mit vom Riss-
(7) Rissfüllstoff (Füllgut) füllstoff abhängigen Festigkeitseigenschaften.

Stoffgemisch zum Füllen von Rissen und Hohl- (15) Packer


räumen in Betonbauteilen, in der Regel bestehend Übergangsstück zwischen Injektionsgerät und Bauteil,
aus: befestigt auf der Bauteiloberfläche (Klebepacker) oder
ʊ Epoxidharz (EP) in Bohrlöchern (Bohrpacker), mit Ventil versehen.
Komponente A: Harz (16) Riss, Rissarten
Komponente B: Härter
Trennung im Betongefüge und in Fugen. Es wird
ʊ Zementleim (ZL) zwischen oberflächennahen Rissen und Trennrissen
Komponente A: Zement, Zusatzstoffe unterschieden:
Komponente B: Wasser, ggf. demineralisiert,
ggf. Zusatzmittel ʊ Oberflächennahe Risse erfassen nur geringe

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Querschnittsteile und sind häufig netzartig aus- reichs im Betongefüge voraus.


gebildet.
(3) Durch Tränkung können mit geeignetem Riss-
ʊ Trennrisse erfassen wesentliche Teile des füllstoff Risse in oberflächennahen Bereichen gefüllt
Querschnitts (z.B. Zugzone, Steg) oder den werden. Mit dieser Füllart lassen sich Risse auf
Gesamtquerschnitt. waagerechten bzw. wenig geneigten Flächen von
oben schließen.
(17) Rissbreite
(4) Der Einsatz von Injektionsschläuchen ist eine
Abstand der Rissufer senkrecht zum Rissverlauf.
Vorsorgemaßnahme. Sie ersetzt in keinem Fall die
(18) Rissbreitenänderung fachgerechte Ausbildung von Arbeitsfugen
und / oder Anordnung von Fugendichtungsbändern
Die Rissbreiten können sich über die Zeit ändern.
oder -blechen. Der Injektionschlauch darf als vor-
Wiederkehrende Änderungen können
beugende Maßnahme nur zur Behebung etwaiger
ʊ kurzzeitig (z.B. infolge von Verkehrslasten), Mängel in kritischen Betonierbereichen vorgesehen
werden. Der Rissfüllstoff wird im Regelfall erst bei
ʊ täglich (z.B. infolge von Sonneneinstrahlung), einer auftretenden Undichtheit injiziert.
ʊ langzeitig (z.B. jahreszeitlich meteorologisch (5) Der Injektionsschlauch ist Bestandteil des In-
bedingt) jektionsverfahrens. Es dürfen nur Injektionsschläu-
auftreten. che verwendet werden, deren Eignung durch eine
hierfür anerkannte Prüfstelle nachgewiesen ist.
(19) Rissflanken
(6) Zur Abdichtung von Arbeitsfugen mit Injekti-
Die Begrenzungsflächen des Risses. onsschläuchen dürfen nur die Rissfüllstoffe EP,
(20) Rissufer PUR und ZS eingesetzt werden.
Die Schnittlinie von Bauteiloberfläche und der
Rissflanke. 2.2 Rissfüllstoff
(21) Rissursachen (1) Es dürfen nur Rissfüllstoffe und zugehörige
Injektionssysteme nach Nrn. 6 bis 9 verwendet wer-
Beanspruchungen aus Lasten, Zwang und/oder
den, die der DIN V 18028 entsprechen und die in
Eigenspannungen, welche zur Überschreitung der
der von der Bundesanstalt für Straßenwesen
örtlichen Zugfestigkeit des Betons führen.
(BASt) geführten Zusammenstellung der zertifizier-
(22) Tränkung (T) ten Rissfüllstoffe und zugehörigen Injektionsverfah-
ren enthalten sind.
Füllen von Rissen ohne Druck.
(2) Der Auftragnehmer muss für alle Stoffe vor
(23) Verdämmung
deren Applikation auf der Baustelle dem Auf-
Abdichtung von Rissen auf der vorbereiteten Bau- traggeber ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2 nach
teiloberfläche, die das Auslaufen von Rissfüllstoff DIN EN 10204 vorlegen. Der Prüfumfang und die
verhindert. Anforderungen sind in der DIN V 18028 festgelegt.
Die zulässigen Abweichungen sind in der
(24) Zustand von Rissen/Rissufern/Rissflanken
DIN V 18028, festgelegt.
Angaben über Feuchte, Verschmutzungen
(3) Das Abnahmeprüfzeugnis ist von einem von
und/oder Aussinterungen im Riss.
der Fertigungsabteilung unabhängigen Abnahme-
(25) Zweikomponentige Injektion beauftragten auszustellen und muss von einer
anerkannten Prüfstelle bestätigt werden.
Die Einzelkomponenten des Rissfüllstoffes werden
in einem an den Packer unmittelbar angeschlos- (4) Werden mehrere Chargen für den vorgesehe-
senen Mischkopf gemischt. nen Zweck gefertigt, sind die Prüfungen für das
Abnahmeprüfzeugnis an Proben aus jeder zweiten
Charge durchzuführen.
2 Bauprodukte und Bauarten (5) Für Bauwerke mit einer Risslänge unter
1000 m kann auf ein Abnahmeprüfzeugnis 3.2
2.1 Baugrundsätze nach DIN EN 10204 verzichtet werden.

(1) Die Füllart und der verwendete Rissfüllstoff (6) Angaben über Baustoffe sowie über Hilfsstoffe
sind abhängig von Mindestrissbreiten auf der Bau- und Hilfsmittel sind im Baustoff- bzw. Bieterangaben-
teiloberfläche. Beim Füllen von Hohlräumen gilt verzeichnis zu fordern.
diese Bedingung sinngemäß.
(2) Eine Injektion von Hohlräumen setzt für den
Rissfüllstoff die Durchgängigkeit des Schadensbe-

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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2.3 Ausführung Arbeiten oder in Form von Nachweisen über be-


sondere fachgewerkliche Schulungen zu fordern.
Dies ist in der Leistungsbeschreibung anzugeben.
2.3.1 Allgemeines
(1) Vor Beginn der Bauausführung hat der Auf- 2.3.3 Angaben zur Ausführung
tragnehmer das ausführende und überwachende
Fachpersonal in die Angaben zur Ausführung ein- Das Füllen von Rissen und Hohlräumen muss nach
zuweisen. den Angaben zur Ausführung gemäß DIN V 18028
erfolgen.
(2) Bei der Vorbereitung der Betonunterlage für das
Verdämmen und die Wiederherstellung des ur-
sprünglichen Zustandes von oberflächennahem 2.3.4 Grundsätzliches zur Ausführung von
beschädigtem Beton gelten die Regelungen im Injektionsarbeiten
Abschnitt 4. (1) Das Füllen von Rissen ist so durchzuführen,
(3) Der Feuchtezustand ist gemäß Tabelle A 3.5.1 dass das Entweichen von Wasser und/oder Luft im
zu benennen und hinsichtlich des zulässigen An- Zuge der Injektion sichergestellt ist.
wendungsbereiches gemäß Tabelle A 3.5.2 unmit- (2) Die Anordnung von Packern richtet sich nach
telbar vor der Ausführung zu überprüfen. Anhang D. Größere Abstände als nach Anhang D
(4) Müssen die Arbeiten bei ungünstigen Witter- sind nicht zulässig.
ungsbedingungen ausgeführt werden, sind Schutz- (3) An dickeren Bauteilen mit wesentlich größeren
einrichtungen gemäß Teil 6 Abschnitt 3 vorzuse- erforderlichen Wirkungszonen der Packer, als es
hen. dem Grenzwert gemäß Anhang D entspricht, ist bei
(5) Die Injektionsstelle muss zugänglich sein. Verwendung der Klebepacker nur Rissfüllstoff mit
einer den längeren erforderlichen Injektionszeiten
(6) Das Füllen von Rissen und Hohlräumen darf entsprechenden Temperatur abhängigen Verar-
nur innerhalb Rissfüllstoff spezifischer Anwen- beitbarkeitsdauer einzusetzen. Ggf. sind bau-
dungsbedingungen ausgeführt werden, deren Ein- werksspezifische Eignungsprüfungen durchzufüh-
haltung durch Messungen zu kontrollieren ist. ren.
(4) Die Anordnung von Packern zum Füllen von
2.3.2 Anforderungen an Unternehmen und Hohlräumen richtet sich nach der Geometrie der
Personal Schadstelle. Sie kann in Anlehnung an Anhang D
(1) Bei Arbeiten mit Kunststoffen oder Kunststoff festgelegt werden. Bei Gefügeschäden mit nicht
modifizierten Baustoffen muss eine vom Auftrag- bestimmbarer Verteilung im Beton sind die Packer
nehmer benannte, sachkundige Fachkraft z.B. der in einem der Schadensart entsprechend gewählten
Kolonnenführer nachweislich eine Prüfung über Raster anzuordnen.
den Umgang mit diesen Baustoffen erfolgreich (5) Bei der Verwendung von Bohrpackern ist si-
abgelegt haben. Dies ist: cherzustellen, dass tragende Bewehrung durch die
ʊ bei inländischen Bietern durch eine Beschei- Herstellung von Bohrlöchern nicht beschädigt wird.
nigung des Ausbildungsbeirats „Schutz und In- Bei Injektion von dickwandigen Bauteilen über
standsetzung im Betonbau“ beim Deutschen Bohrpacker sind diese in Bohrlöchern zu befesti-
Beton- und Bautechnik-Verein E.V. (SIVV- gen, die die Rissflanke, von der Bauteiloberfläche
Schein) gemessen, in unterschiedlichen Tiefen kreuzen. Die
Anordnung der Bohrpacker richtet sich dann sinn-
ʊ bei ausländischen Bietern durch einen gleich- gemäß nach Anhang D. Die Wirksamkeit von
wertigen Qualifikationsnachweis Bohrpackern mit größerem Durchmesser als
zu belegen. 14 mm zur Vergrößerung der Wirkzone ist in Bau-
werks spezifischen Eignungsprüfungen nachzu-
(2) Ein Nachweis der Einweisung in das angewen- weisen. Bei Bohrlöchern ist die Durchgängigkeit
dete Injektionsverfahren ist vorzulegen. des Bohrlochs ggf. durch Reinigungsmaßnahmen
(3) Die sachkundige Fachkraft muss während der sicherzustellen.
Ausführung der Arbeiten ständig an der Arbeitsstel- (6) Verbleibende Teile von Bohrpackern müssen
le anwesend sein. aus nichtrostenden Werkstoffen bestehen. Diese
(4) Bei besonders schwierigen oder für die Dauer- Anforderung gilt auch für Klebepacker, sofern sie
haftigkeit des Bauteils wichtigen Arbeiten, insbe- nach Abschluss der Arbeiten auf der Bauteilober-
sondere bei Spannbetonbauwerken und statisch fläche verbleiben sollen.
relevanten Arbeiten, kann es erforderlich sein, (7) Das Entfernen von Bohrpackern ist vertraglich
zusätzliche Qualifikationsnachweise für die sach- zu vereinbaren. Die Bohrpacker müssen hierfür aus-
kundige Fachkraft und weiteres Personal in Form gebildet sein (z.B. Sollbruchstellen).
von Referenzen über entsprechende ausgeführte

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(8) Falls eine Verdämmung auf der Bauteiloberfläche ʊ Bericht(e) der Überwachung der Ausführung
vorgesehen ist, muss sie so sorgfältig erfolgen, durch eine anerkannte Überwachungsstelle,
dass die Injektion ohne Unterbrechungen infolge
ʊ falls erforderlich, Angaben zum Verkehr,
von Leckagen durchgeführt werden kann. Geeignete
schnellhärtende Reparaturmaterialien für Leckstel- ʊ besondere Vorkommnisse.
len müssen stets vorgehalten werden.
(9) Falls das Entfernen der Verdämmung vorgese-
hen ist, muss die Verdämmung unter Vermeidung 3 Qualitätssicherung
von größeren Beschädigungen der ursprünglichen
Oberflächenstruktur des Bauteils erfolgen. Beschä-
digungen infolge unsachgemäßer Entfernung sind 3.1 Allgemeines
auf Kosten des Auftragnehmers zu beseitigen. Die in diesem Abschnitt und in DIN V 18028 ange-
(10) Eine Wiederherstellung des ursprünglichen gebenen Grenzwerte und Toleranzen beinhalten
Zustandes der Bauteiloberfläche ist, sofern erforder- sowohl die Streuungen bei der Probenahme und die
lich, in der Leistungsbeschreibung vorzusehen. Vertrauensbereiche der Prüfverfahren als auch die
arbeitsbedingten Ungleichmäßigkeiten, soweit im
(11) Der Injektionsdruck ist Rissfüllstoff spezifisch Einzelfall keine andere Regelung getroffen ist.
und Füllart spezifisch gemäß den Angaben zur
Ausführung zu begrenzen.
3.2 Baustoffe, Baustoffsysteme
(12) Bei einkomponentigen Injektionen dürfen
Teilmengen aus einem Gebinde nicht verwendet und Bauteile
werden. Gemischte Gebindeinhalte dürfen zur In- (1) Der Übereinstimmungsnachweis erfolgt gemäß
jektion und Nachinjektion nur innerhalb der tempe- DIN V 18028.
raturbedingten Gebindeverarbeitbarkeitsdauer ein-
gesetzt werden. Eine Beeinflussung der Gebinde- (2) Das Übereinstimmungszertifikat wird gemäß
verarbeitbarkeitsdauer durch Kühlung ist bei hohen DIN V 18028 ausgestellt. Die Ausstellung erfolgt
Lufttemperaturen zulässig. durch eine von der BASt anerkannte Zertifizie-
rungsstelle.
(13) Innerhalb einer für den verwendeten Rissfüll-
stoff in den Angaben zur Ausführung angegebenen (3) Hinweise zur Zertifizierung werden im An-
Verarbeitbarkeitsdauer ist über alle vorhandenen hang E gegeben.
Packer eine Nachinjektion vorzunehmen.
(14) Die Verlegung des Injektionsschlauches er- 3.3 Überwachung der Ausführung
folgt gemäß den Angaben zur Ausführung.
3.3.1 Eigenüberwachung
2.3.5 Abschlussbericht
(1) Art, Umfang und Häufigkeit der Eigen-
(1) Nach Abschluss der Arbeiten hat der Auftrag- überwachung der Ausführung regelt Tabelle 3.5.1.
nehmer einen Abschlussbericht gemäß Form-
(2) Zur Aufnahme aller im Rahmen der Eigen-
blatt B 3.5.1 zu erstellen. Dieser muss mindestens
überwachung zu erfassenden Messwerte sind die
ʊ eine Übersicht über Füllart, Rissfüllstoffdaten, erforderlichen Geräte vom Auftragnehmer auf der
Gesamtverbrauch, Baustelle vorzuhalten. Hierzu gehört insbesondere
ein Digital-Thermometer.
ʊ die Ergebnisse der Eigenüberwachungs- und ggf.
Kontrollprüfungen sowie (3) Je nach Umfang der Arbeiten und Bedeutung
des Füllens der Risse für das Bauwerk ist in die
ʊ Angaben zur Ausführung umfassen.
Aufzeichnungen gemäß Teil 1 Abschnitt 1 die Men-
(2) Soweit vom Auftraggeber, in Abhängigkeit vom ge und die Chargennummer des tatsächlich in die
Umfang der Arbeiten und von der Bedeutung des Risse und Hohlräume gefüllten Rissfüllstoffes so-
Füllens für das Bauwerk, nicht auf eine Erfassung wie ggf. die Zuordnung der Chargennummer zum
ausdrücklich verzichtet wurde, ist in dem Ab- jeweiligen Riss oder zum Bauteilabschnitt, aufzu-
schlussbericht Folgendes aufzunehmen: nehmen.
ʊ Darstellung der gefüllten Risse und Bauteilab- (4) Über die Arbeiten hat der Auftragnehmer im
schnitte mit Angabe des Fülldatums und Ver- Rahmen seiner Eigenüberwachung täglich Auf-
brauchsmengen, zeichnungen und Protokolle unter Verwendung der
Formblätter nach Anhang B anzufertigen, die ggf.
ʊ Übersicht über die Witterungsverhältnisse und durch Fotografien zu ergänzen sind. Alle Aufzeich-
Bauwerkstemperaturen, ggf. Zusammenstellung nungen und Protokolle sind für den Auftragnehmer
der täglichen max. und min. Temperaturen, An- von der sachkundigen Fachkraft nach Nr. 2.3.2 zu
gaben zur Wetterlage, unterzeichnen.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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(5) Da bei kleineren Injektionsarbeiten der Auf- 3.3.2 Überwachung durch eine anerkannte
wand für die Eigenüberwachungen ggf. nicht im Überwachungsstelle
wirtschaftlichen Verhältnis zu der auszuführenden
Für die Ausführung ist eine Fremdüberwachung
Leistung steht, können die Eigenüberwachungs-
vorzusehen. Der Auftragnehmer hat der fremd-
prüfungen, abgestimmt auf die jeweilige Maßnah-
überwachenden Stelle rechtzeitig die Ausführungs-
me, in der Häufigkeit bzw. in der Art der Prüfungen,
zeiten anzuzeigen und dies dem Auftraggeber
reduziert werden. Die reduzierten Eigenüberwa-
nachzuweisen.
chungsprüfungen sind in der Leistungsbeschrei-
bung festzulegen.

Tabelle 3.5.1: Art, Umfang und Häufigkeit der Eigenüberwachung der Ausführung

Prüfungen
Gegenstand, Vorgang Einzelheiten Anforderungen Häufigkeit
Rissfüllstoff jede Lieferung
Verdämmstoffe Lieferung DIN V 18028 bzw. jede Ver-
Packer packungseinheit
Bedingungen gemäß den Angaben nach jeder
Hilfsstoffe Lagerung zur Ausführung bzw. sonstigen Lieferung bzw.
Hilfsmittel
Vorschriften nach Festlegung

Angaben zur
liegt vor
Ausführung
Bautechnische Unterlagen vor Beginn der
Protokolle, Art der Leistungsbeschreibung Arbeiten
Aufzeichnung
Vollständigkeit
gemäß Angaben zur Ausführung vor Beginn der
Technische Ausrüstung Arbeiten, dann
Funktionskontrolle nach Angaben zur
Ausführung
Risszonen
Vorbereitung der bei jedem Riss
Ausführung Packer, Abstand gemäß Angaben zur Ausführung
Verdämmung
Einhaltung der Rissfüllstoff spezifi-
Rissmerkmale nach Bedarf
schen Anwendungsbedingungen
Ausführungsbedingungen Witterungs-
mehrmals täglich
bedingungen
Bauteil- gemäß Angaben zur Ausführung
bei jedem Riss
temperaturen
Füllen Durchführung kontinuierlich
Protokolle und
nach Abschluss
Aufzeichnung Berichte gemäß vollständig und nachvollziehbar
der Arbeiten
Anhang B

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3.3.3 Kontrollprüfungen 4 Abrechnung


(1) Die Kontrollprüfungen dienen der Feststellung (1) Beim Füllen von Hohlräumen ist die Abrech-
der nung in getrennten Positionen für die Injektion (z.B.
ʊ Vollständigkeit, Anordnung, Anzahl und Länge der Bohrlöcher; mit
und ohne Verdämmung; Instandsetzung der Be-
– Flüssigkeitsdichtheit und tonoberfläche usw.) und für die injizierte Rissfüll-
– Kraftschlüssigkeit stoffmenge vorzunehmen.
der Füllung. (2) Sofern keine andere Regelung getroffen wur-
de, ist die für den einzelnen Riss gemessene größ-
(2) Die Vollständigkeit der Füllung gilt als nachge- te Rissbreite der Abrechnung des gesamten Ris-
wiesen, wenn Bohrkerne mit einem Füllgrad von min- ses zugrunde zu legen.
destens 80 % gefüllt sind. Dies wird an Schnittflä-
chen von in Scheiben geschnittenen Bohrkernen
oder an in der Rissebene gespaltenen Bohrkernen 5 Abnahme
sichtbar gemacht. Systembedingte Poren sind hier-
bei als gefüllt zu werten. (1) Unterliegen die behandelten Flächen einer di-
rekten Verkehrsbelastung, ist der Zustand der
(3) Die Flüssigkeitsdichtheit von gefüllten Rissen Oberfläche vor der Belastung zu dokumentieren.
und Hohlräumen kann optisch festgestellt werden.
(2) Für nur aufwändig zugängliche Bereiche sind in
(4) Die Kraftschlüssigkeit der Füllung kann bei der Leistungsbeschreibung Regelungen über Teilab-
Rissen, die vorher nennenswerte Rissbreitenände- nahmen vorzusehen.
rungen aufwiesen, durch Wegänderungsmessung
nach Aushärten des Rissfüllstoffes zerstörungsfrei
festgestellt werden. Die zu wählende Messmethode 6 Injektion mit Epoxidharz
ist in Tabelle A 3.5.3 beschrieben. Der Messzeit-
raum ist abhängig von der Art der Rissbreitenände-
(EP-I)
rungen.
(5) Die Kraftschlüssigkeit der Füllung ist nachge- 6.1 Allgemeines
wiesen, wenn im Bereich der gefüllten Risse keine (1) Zur Injektion mit EP zum kraftschlüssigen Ver-
Wegänderungen auftreten, die die Dehnfähigkeit binden von Rissflanken und Füllen von Hohlräumen
des Betons überschreiten. In nicht einsehbaren dürfen nur kalthärtende, zweikomponentige und
Bereichen kann ein Nachweis erforderlich werden. lösemittelfreie Harze, die in der Zusammenstellung
Die Verformungseigenschaften des gerissenen der zertifizierten Epoxidharze und Injektionsverfah-
oder ungerissenen Betons sind dabei zu beachten. ren enthalten sind, eingesetzt werden.
Zu dieser Feststellung ist u. U. eine Vergleichsmes-
sung am ursprünglich ungerissenen Beton erfor- (2) Die Festigkeitseigenschaften der durch EP-I
derlich. hergestellten Verbindungen werden durch den
Bauwerksbeton bestimmt (siehe Nr. A 1.3).
(6) Zerstörende Prüfungen sollten nur in Ausnah-
mefällen vorgesehen werden.
(7) Die Vollständigkeit der Füllung und Qualität des 6.2 Anwendung
Rissfüllstoffes im Beton können nur durch Entnah- (1) Die EP-I ist bei Trennrissen und bei oberflä-
me von Bohrkernen festgestellt werden. Eine sol- chennahen Rissen geeignet, wobei der Rissverlauf
che Kontrollprüfung sollte daher nur in begründe- beliebig sein kann. Die folgenden Anforderungen
ten Fällen (z.B. bei Unregelmäßigkeiten während sind unabhängig voneinander einzuhalten:
der Ausführung oder bei wiederholt festgestellten
Undichtheiten, bei optisch von außen erkennbaren – Die Mindest-Rissbreite beträgt 0,10 mm.
Mängeln in der Füllung oder bei fehlender Kraft-
– Für kurzzeitige Rissbreitenänderungen sind
schlüssigkeit) durchgeführt werden.
¨w ” 0,10 * w bzw. ¨w ” 0,03 mm einzuhalten.
(8) Die Bohrkerne mit Durchmessern von 50 mm Der kleinere Wert ist maßgebend.
oder kleiner sind aus charakteristischen Bereichen
– Die zulässigen täglichen Rissbreitenänderun-
der gefüllten Risse zu entnehmen. Ihre Anzahl und
gen sind abhängig von der Festigkeitsentwick-
Länge richten sich nach dem Umfang der Maßnah-
lung des Epoxidharzes. Die täglichen Rissbrei-
me und der Bedeutung der Erfüllung der vertraglich
tenänderungen sind nicht begrenzt, wenn die
zugesicherten Eigenschaften der Füllung für das
Festigkeitsentwicklung innerhalb von 10 h
Bauwerk oder Bauteil (z.B. nach dem Ausmaß der
3,0 MPa überschreitet und eine Nachinjektion bei
Undichtheiten).
der größten Rissbreite erfolgt.
(2) Bei der Anwendung von EP-I müssen alle Risse
ab einer Rissbreite von 0,05 mm voll gefüllt sein.

8 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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(3) Für Risse, die in wesentlichen Bereichen des 7 Injektion mit Zementleim
Rissverlaufes eine Rissbreite unter 0,10 mm haben,
ist die Wirksamkeit von EP-I durch eine Erstprüfung
(ZL-I) oder Zement-
nicht nachgewiesen. suspension (ZS-I)
(4) Nach Aushärtung von Epoxidharz sind wieder-
holte Füllungen nicht mehr erfolgreich möglich. 7.1 Allgemeines
(5) Für Risse in Arbeitsfugen siehe Nr. A 2 Ab- (1) Zur Injektion mit ZL und ZS zum kraftschlüssi-
satz (4). gen Verbinden von Rissflanken und Füllen von
(6) Wegen der vergleichsweise geringen Steifigkeit Hohlräumen dürfen nur Füllgutgemische ver-
von EP soll EP-I bei Hohlräumen im Beton nur dann wendet werden, die in der Zusammenstellung der
eingesetzt werden, wenn diese klein sind. Die Stoff zertifizierten Zementleime bzw. Zementsuspensio-
spezifischen Anwendungsbedingungen für Risse nen und Injektionsverfahren enthalten sind.
sind sinngemäß einzuhalten. (2) Die Festigkeit der durch ZL-I und ZS-I herges-
tellten Verbindungen wird in der Regel durch die
Festigkeit der Zementleime oder -suspensionen
6.3 Ausführung
bestimmt (siehe Nr. A 1.3). Die Festigkeitseigenschaf-
(1) Risse und Hohlräume sind vollständig zu füllen. ten der ZL oder ZS sind der jeweiligen Anwendung
(2) Die niedrigste Anwendungstemperatur beträgt entsprechend zu fordern.
8 °C.
(3) Allseitig zugängliche Risse sind allseitig zu ver- 7.2 Anwendung
dämmen. Der Riss ist mit Packern zu bestücken und (1) Die ZL-I ist ausschließlich geeignet bei Trenn-
zu injizieren. Bei Bauwerken mit kurzzeitigen oder rissen. ZS-I ist geeignet bei Trennrissen und ober-
täglichen Rissbreitenänderungen muss die Ver- flächennahen Rissen, wobei der Rissverlauf belie-
dämmung mit einem hierfür in den Angaben zur big sein kann. Die Rissfüllstoff spezifischen An-
Ausführung vorgesehenen Stoff erfolgen. wendungsbedingungen für ZL oder ZS zum Füllen
(4) Treten bei EP-I nennenswerte Unterbrechun- von Rissen gemäß der DIN V 18028 und die fol-
gen auf, die auf ein vom Auftragnehmer zu vertre- genden Anforderungen sind während der Ausfüh-
tendes Versagen der Verdämmung zurückzuführen rung zu prüfen und einzuhalten:
sind, kann der Auftraggeber weitere Injektionsarbei- – Die Mindest-Rissbreite auf der Bauteiloberfläche
ten bis zur Beseitigung der Ursachen untersagen. beträgt bei ZL-I 0,80 mm und bei ZS-I 0,25 mm.
Die Folgekosten trägt der Auftragnehmer.
– Bei der Anwendung von ZL-I müssen Bereiche
(5) Soll auf eine Verdämmung verzichtet werden, des Rissverlaufs ab einer Rissbreite im Gefüge (an
ist dies in der Leistungsbeschreibung vorzusehen. der Risswurzel) von 0,20 mm, bei einer Anwen-
(6) Bei größeren täglichen Rissbreitenänderungen dung von ZS-I ab einer Rissbreite von 0,05 mm
(Überschreitung der für kurzzeitige Rissbreiten- gemäß der DIN V 18028 voll gefüllt sein.
änderungen angegebenen Anforderungen nach (2) Für Risse, die in wesentlichen Bereichen des
Nr. 6.2) ist der Injektionszeitpunkt so zu wählen, Rissverlaufes bei ZL-I eine Rissbreite unter 0,80 mm
dass eine Nachinjektion bei den größten Rissbrei- und bei ZS-I unter 0,25 mm haben, ist die Wirksam-
ten erfolgen kann (siehe Nr. A 2). keit durch eine Erstprüfung nicht nachgewiesen.
Bei einer besonders sorgfältigen Vorbehandlung
6.4 Prüfungen der Risse (mit Vornässung) und einer besonders
sorgfältigen Injektion können auch Risse ab einer
(1) Die Erstprüfungen müssen gemäß der Rissbreite von 0,20 mm mit ZS-I voll gefüllt wer-
DIN V 18028 erfolgen. Die Ergebnisse der Erstprü- den.
fung sind anzugeben.
(3) Nach vorangegangenen Füllungen mit Kunst-
(2) Die Kontrollprüfungen dienen der Feststellung stoffen in Rissen und Hohlräumen ist ZL-I oder ZS-I
der Kraftschlüssigkeit und der Vollständigkeit (Füll- nicht zulässig.
grad) der Füllung.
(4) Eine Wiederholung der Füllung mit ZL-I oder ZS-I
als Bindemittel ist möglich.
(5) Die ZL-I oder ZS-I kann bei kurzzeitigen Riss-
breitenänderungen und während der Erhärtungs-
phase bei täglichen Rissbreitenänderungen nicht
eingesetzt werden.
(6) Bei Anwendung von ZL-I und ZS-I zum Füllen
von durchgängigen Hohlräumen gelten die Füll-

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 9


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen

grenzen für die Hohlraumabmessungen gemäß DIN V 18028 erfolgen. Die Ergebnisse sind anzu-
Absatz (1) sinngemäß. geben.
(2) Die Kontrollprüfungen dienen der Feststellung
7.3 Zementleim und der Vollständigkeit (Füllgrad) und der Kraftschlüs-
Zementsuspension sigkeit der Füllung.

(1) Die ZL und ZS müssen außer den in Nr. A 3.1


genannten die folgenden Eigenschaften aufwei- 8 Injektion mit Polyurethan
sen: (PUR-I)
– den Anwendungsbedingungen entsprechende
Mahlfeinheit und Kornverteilung des Zements und
aller verwendeten wasserunlöslichen Zusatzstoffe 8.1 Allgemeines
und Zusatzmittel, (1) Zur Injektion mit PUR zum begrenzt dehnfähi-
– Unempfindlichkeit gegenüber dem Feuchtezu- gen Verbinden von Rissflanken und zum abdich-
stand der Rissflanke und des Betongefüges. tenden Füllen von Hohlräumen dürfen nur zwei-
komponentige PUR, die in der Zusammenstellung
(2) Zur Herstellung von ZL und ZS müssen Rühr- der zertifizierten Polyurethane und Injektions-
werke eingesetzt werden, die das zur Erzielung der verfahren enthalten sind, eingesetzt werden.
geforderten Mischungsstabilität notwendige Auf-
schließen aller Bestandteile gewährleisten. (2) Zur vorübergehenden Verminderung einer un-
ter Druck stehenden Wasserzufuhr gemäß Tabelle
(3) Die Injektionsfähigkeit des Zementleims bzw. A 3.5.2 kann der Einsatz von einem schnellschäu-
der Zementsuspension während der Verarbeitbar- menden PUR (SPUR) erforderlich werden.
keitsdauer muss durch geeignete Maßnahmen
(Umwälzen, Filtern, Begrenzen der Zementleim- (3) Das zum Injektionsverfahren gehörende SPUR
bzw. der Feinstzementsuspensions-Temperatur) in ist kein dehnfähiger Rissfüllstoff und hat auch keine
entsprechenden Anlagen oder im Injektionsgerät, dauerhaft abdichtende Wirkung.
aufrecht erhalten werden.
8.2 Anwendung
7.4 Ausführung (1) Die PUR-I ist ausschließlich geeignet bei
(1) Risse und Hohlräume sind vollständig zu fül- Trennrissen, wobei der Rissverlauf beliebig sein
len. kann. Die Polyurethane spezifischen Anwen-
dungsbedingungen zum Füllen von Rissen gemäß
(2) Die niedrigste Anwendungstemperatur be- der DIN V 18028 und die Anforderungen sind wäh-
trägt 5 °C. rend der Ausführung gemäß Nr. 2.3.1 zu prüfen
(3) Bei Injektionen von Hohlräumen kann eine voll- und einzuhalten.
flächige Verdämmung des Bauteils, z.B. durch (2) Die Dehnfähigkeit des im Riss ausgehärteten
Spritzmörtel bzw. -beton oder Spritzmörtel bzw. PUR muss bei Rissbreiten zwischen 0,30 mm und
-beton mit Kunststoffzusatz gemäß Teil 3 Ab- 0,50 mm mindestens 5,0 % und bei Rissbreiten
schnitt 4 erforderlich sein. über 0,50 mm mindestens 10,0 % betragen. Dies
(4) Die Injektion erfolgt über Klebe- oder Bohrpacker. gilt bei mittleren Bauwerkstemperaturen von ca.
Diese müssen so ausgebildet sein, dass eine Ent- 15 °C.
mischung von ZL oder ZS während der Injektion nicht (3) Die Dehnfähigkeit von PUR ist begrenzt. Die
eintritt und dass deren Austreten nach Abschluss Rissfüllstoff abhängigen Dehnfähigkeiten sind in
der Arbeiten verhindert wird. den Angaben zur Ausführung enthalten. Sie sind
(5) Herkömmliche Packer mit Kugelrückschlagven- bei niedrigeren Bauwerkstemperaturen deutlich
til erfüllen die vorgenannten Bedingungen in der geringer.
Regel nicht. (4) Für Rissbreiten unter 0,30 mm sind die zugehö-
(6) Bei der Anwendung der ZL-I und ZS-I sind rigen Dehnfähigkeiten in der Erstprüfung des In-
trockene Risse gemäß den Angaben zur Ausfüh- jektionsverfahrens nicht nachgewiesen.
rung vorzubehandeln. Bei der Ausführung einer (5) Aus kurzzeitigen oder langzeitigen Rissbreiten-
Hohlrauminjektion muss Wasser aus einer unmit- änderungen ergeben sich keine Anforderungen. Eine
telbar vorher durchgeführten Vornässung der Risse wiederholte Injektion der Risse ist mit PUR möglich.
entwichen sein.

8.3 Polyurethan
7.5 Prüfungen
(1) Das PUR muss außer den in Nr. A 3.1 genann-
(1) Die Erstprüfungen müssen gemäß ten die folgenden Eigenschaften aufweisen:

10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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– Bereits bei geringem Wasserzutritt zum noch (8) Bei größeren erforderlichen Harzmengen kön-
nicht reagierten Harzgemisch soll eine Poren- nen mit Zustimmung des Auftraggebers Geräte für
bildung mit einer Zellwandstruktur entstehen, die zweikomponentige Injektion eingesetzt werden,
welche die Dichtheitskriterien erfüllt. die dokumentieren, dass das Mischungsverhältnis
der Einzelkomponenten bei verschiedenen Witte-
– Keine Versprödung bei Wasserzutritt vor oder
rungsverhältnissen gewährleistet ist.
nach Ablauf der Reaktion.
(9) Für eine erneute Injektion von undicht gewor-
– Ausreichende Haftfestigkeit an Rissflanken mit
denen Rissen und Hohlräumen sind neue Bohrpa-
beliebigen Feuchtigkeitszuständen.
cker zu setzen.
– Ausreichende Dehnfähigkeit zwischen den
Rissflanken.
8.5 Prüfungen
– Keine aus dem ausgehärteten Harz entwei-
chenden Bestandteile, z.B. Weichmacher. (1) Die Erstprüfungen müssen gemäß der
DIN V 18028 erfolgen. Die Ergebnisse der Erstprü-
(2) Das SPUR muss zur vorübergehenden Vermin- fung sind anzugeben.
derung der Wasserzufuhr bei unter Druck wasser-
führenden Rissen außer den in Nr. A 3.1 genannten (2) Die Kontrollprüfungen dienen der Feststellung
Eigenschaften die folgenden aufweisen: der Vollständigkeit (Füllgrad) und der Flüssigkeits-
dichtheit der Füllung.
– Sehr kurze Reaktionszeiten bei Wasserzutritt.
– Feinzellige Schaumbildung mit starker Volu- 9 Tränkung (T)
menvergrößerung.

8.4 Ausführung 9.1 Allgemeines


Zur Tränkung von Rissen mit EP dürfen nur EP nach
(1) Die PUR-I ist zur Erleichterung der optischen
Nr. 6 eingesetzt werden. Zur Tränkung von Rissen
Füllkontrolle ohne Verdämmung über Bohrpacker
mit ZL oder ZS dürfen nur die ZL oder ZS nach Nr. 7
auszuführen.
eingesetzt werden.
(2) Risse und Hohlräume sind vollständig zu füllen.
Sie müssen gegen Flüssigkeiten dicht sein. Wegen
der begrenzten Dehnfähigkeit von PUR sind die In- 9.2 Anwendung
jektionsarbeiten unter Beachtung der Polyurethan (1) Es gelten folgende Rissfüllstoff spezifischen
abhängigen Temperaturgrenzen zum Zeitpunkt der Anwendungsbedingungen:
größten Rissbreiten auszuführen (siehe Nr. A 1.4).
– Die Tränkung darf nur von oben auf annähernd
(3) Die niedrigste Anwendungstemperatur beträgt horizontalen Flächen erfolgen.
6 °C. Eine niedrigere Anwendungstemperatur ist
ggf. gemäß den Angaben zur Ausführung möglich. – Die Mindestrissbreite beträgt bei der EP-T ca.
0,20 mm, bei der ZS-T ca. 0,40 mm und bei der
(4) Das Injektionsgerät muss die in Nr. A 3.2 defi- ZL-T ca. 0,80 mm.
nierten Eigenschaften haben und für die einfache
Verarbeitung der erforderlichen Harzmengen ge- ʊ Eine wiederholte Tränkung ist nicht zulässig.
eignet sein. Wird PUR-I einkomponentig ausgeführt,
ist der Zutritt von Luftfeuchte zum fertiggemischten (2) Durch Tränkung können nur oberflächennahe
PUR während der Verarbeitung wirksam zu ver- Bereiche von Rissen gefüllt werden. Die ursprüngli-
hindern. che Tragfähigkeit des ungerissenen Querschnitts
wird daher nur teilweise wiederhergestellt, was bei
(5) Ein etwaiges Verdämmen ist in der Leistungs- der Beurteilung einer erneuten Rissbildung zu be-
beschreibung zu vereinbaren. rücksichtigen ist. Aus gleichem Grunde stellt die
Tränkung bereits bei geringen Rissbreitenänderun-
(6) Wird bei unter Druck wasserführenden Rissen
gen in der Regel keine geeignete Maßnahme dar.
eine vorangehende Füllung mit SPUR gemäß Nr. 8.3
erforderlich, ist diese auf die zur Herabsetzung des (3) Zum Tränken in Abhängigkeit vom Feuchtezu-
Wasserzutritts erforderlichen Rissabschnitte zu be- stand siehe Tabellen A 3.5.1 und A 3.5.2.
grenzen, um mit PUR optimale Füllgrade zu errei-
chen.
9.3 Ausführung
(7) Eine Vorinjektion mit SPUR ist nur auf begrün-
dete Ausnahmefälle zu begrenzen. Der Einsatz von (1) Die Risse müssen mindestens bis zu einer Tiefe
SPUR ist nur im hinteren Drittel des Bauteilquer- von 5 mm bzw. bis zur 15-fachen Rissbreite (der
schnitts zulässig. Die PUR-I hat unmittelbar an- kleinere Wert ist maßgebend) getränkt sein.
schließend über zusätzliche Bohrpacker zu erfol- (2) Die niedrigste Anwendungstemperatur für EP-T
gen. beträgt 8 °C und für ZL-T bzw. ZS-T 5 °C.

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 11


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(3) Risse sind vor der Tränkung mit geeigneten


Verfahren (z.B. Industriesaugern) zu säubern.
(4) Das Säubern ist in der Leistungsbeschreibung
vorzusehen.
(5) Zur Erzielung der erforderlichen Fülltiefe muss
innerhalb der von der Bauwerkstemperatur abhän-
gigen Verarbeitbarkeitsdauer des Rissfüllstoffes für
eine ausreichende Zufuhr des Rissfüllstoffes zum
Riss gesorgt werden. Auf die Möglichkeit einer Ent-
lüftung des Risses ist zu achten.
(6) Bei breiteren Rissen können auf der Bauteil-
oberfläche parallel zum Rissverlauf Maßnahmen zur
Erzielung eines ständigen Rissfüllstoffvorrates ge-
troffen werden (z.B. Risse entsprechend dem
Rissverlauf nachschneiden). Die Einzelheiten der
Ausführung der EP-T, ZL-T und ZS-T und die Maß-
nahmen zur Wiederherstellung des ursprünglichen
Zustandes der Bauteiloberfläche sind in der Leis-
tungsbeschreibung vorzusehen.
(7) Bei der Anwendung der ZL-T und ZS-T sind
trockene Risse gemäß den Angaben zur Ausfüh-
rung vorzubehandeln. Bei der Ausführung einer
Hohlraumfüllung muss Wasser aus einer unmittel-
bar vorher durchgeführten Vornässung der Risse
entwichen sein.

9.4 Prüfungen
(1) Umfang und Häufigkeit der Fremdüberwachung
der Ausführung sind in der Leistungsbeschreibung
vorzusehen.
(2) Im Rahmen einer Kontrollprüfung kann die
Fülltiefe zuverlässig nur durch zerstörende Prüfun-
gen festgestellt werden und ist daher auf begründete
Fälle zu beschränken.

12 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in
Betonbauteilen - Anhang A

Anhang A kein vollständiges Füllen der Risse, so dass


bereits wesentlich geringere Beanspruchungen
als diejenigen, die zur Rissbildung geführt ha-
Erläuterungen zum Füllen von ben zum erneuten Aufreißen des Querschnitts
führen.
Rissen und Hohlräumen
– EP-I
Auch einwandfrei injizierte Tragwerksabschnit-
A1 Bestandsaufnahme te können nur Beanspruchungen bis in die Grö-
ßenordnung der ursprünglich rissverursachen-
A 1.1 Allgemeines den Beanspruchungen ertragen. Beim Füllen
von gerissenen Arbeitsfugen muss stets von
(1) Risse sind zu erfassen und zu dokumentieren. einer geringeren Zugfestigkeit des instandge-
(2) Unter Einbeziehung der wahrscheinlichen setzten gegenüber dem ungestörten Quer-
Rissursachen sind besonders die zum Zeitpunkt der schnittsbereich ausgegangen werden. Die
Ausführung zu erwartenden Rissbreitenänderungen Auswirkungen von noch zu erwartenden Be-
und zugehörigen Bauwerkstemperaturen abzu- anspruchungen müssen in Kenntnis dieser Ei-
schätzen. genschaften beurteilt werden.
– PUR-I
A 1.2 Umfang
Die begrenzte Dehnfähigkeit der mit PUR ge-
(1) Umfang der Untersuchungen und Art der Do- füllten Risse ist abhängig von der Rissbreite
kumentation richten sich nach Rissbild und Bedeu- und Bauteiltemperatur. Die in Nr. 8.2 enthalte-
tung der Risse für das Bauwerk. nen Angaben sind Mindestanforderungen; die
aktuellen Dehnfähigkeiten sind den Angaben zur
(2) Bei Rissbildungen geringeren Ausmaßes
Ausführung zu entnehmen. Noch zu erwartende
reicht in der Regel ein Prüfbericht nach DIN 1076
Rissbreitenänderungen müssen dementspre-
aus.
chend sorgfältig abgeschätzt werden.
(3) Bei Rissbildungen größeren Ausmaßes oder
– ZL-I, ZS-I
bei Rissen mit erheblicher Bedeutung für Tragfä-
higkeit, Gebrauchsfähigkeit oder Dauerhaftigkeit Während die Zugfestigkeit von Verbindungen, die
des Bauwerks oder Bauteils, z.B. bei Überbauten mit EP-I hergestellt werden, vorwiegend durch die
von Spannbetonbrücken, muss die Bestandsauf- Qualität des Bauwerksbetons bestimmt wird,
nahme alle relevanten Merkmale von Tabelle A hängt diese bei Injektion mit Zementleim und
3.5.3 umfassen. Darüber hinaus kann die Erfassung Zementsuspension in der Regel maßgebend von
von weiteren Einzelheiten, z.B. besonderen, lage- den Eigenschaften des Rissfüllstoffes ab; diese
bedingten Witterungseinflüssen, Angaben zum sind für den jeweiligen Anwendungsfall den An-
Verkehrsaufkommen und zur Verkehrsentwicklung, gaben zur Ausführung der einzelnen Verfahren
erforderlich sein. zu entnehmen.
(4) Hohlräume im Beton können gemäß Teil 3 Ab- (2) Falls vorangegangene Maßnahmen nicht zum
schnitt 4 erfasst und dokumentiert werden. Zur Be- Erfolg geführt haben, ist zu prüfen, auf welche Ur-
schränkung von Kernbohrungen auf ein Mindestmaß sachen dies zurückzuführen ist.
an Kerndurchmesser wird auf die Möglichkeit von
(3) Konnten die Rissfüllstoff spezifischen Anwen-
endoskopischen Untersuchungen in Bohrlöchern
dungsbedingungen nicht eingehalten werden, sind
kleineren Durchmessers hingewiesen. Art und
gleichartige neue Maßnahmen nur in besonderen
Umfang der Untersuchungen sollten sich nach den
Fällen angebracht. So kann eine Wiederholung von
Anwendungszielen der Füllung gemäß Nr. A 2 rich-
PUR-I zur Erreichung besserer Füllgrade begrün-
ten.
det sein; durch eine erneute Injektion mit ZS kön-
nen schließlich auch bei nochmaligem Aufreißen
A 1.3 Rissursachen der gefüllten Risse so geringe Rissbreiten erzielt
werden, dass sie den Anforderungen an den Kor-
(1) Eine sachgerechte Entscheidung über In- rosionsschutz der Bewehrung und auch an überwie-
standsetzungsmaßnahmen setzt die Kenntnis der gende Dichtheit des Bauteils (Selbstheilen der Risse
Schadensursachen voraus. Für das Füllen von mit geringer Breite) genügen.
Rissen ist in Abhängigkeit vom Verfahren im Hinb-
lick auf die Dauerhaftigkeit der Maßnahme Folgen- (4) Als wiederkehrende Rissursachen sind solche
des zu beachten: Einwirkungen auf das Bauteil zu betrachten, die zur
erneuten Überschreitung der Zugfestigkeit des Be-
– EP-T, ZL-T, ZS-T tons in der Umgebung kraftschlüssig injizierter Ris-
Diese Verfahren gewährleisten im Allgemeinen se führen

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 13


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in
Betonbauteilen - Anhang A

A 1.4 Messung von Rissbreiten und A 1.6 Schadensbeurteilung


Rissbreitenänderungen (1) Der Einfluss von Rissen in Betonbauteilen auf
(1) Rissbreiten sollten mit einer Genauigkeit von Tragfähigkeit, Gebrauchsfähigkeit und Dauerhaf-
0,10 mm angegeben werden. Hierzu genügt es in tigkeit ist auf der Grundlage von Beobachtungen,
der Regel, einen optischen Vergleich der Rissbreite Prüfungen, statischen Berechnungen und Erfah-
mit der Breite einer kalibrierten Linie, z.B. eines rungen zu beurteilen. Aufgrund dieser Beurteilung,
Linienbreitenmaßstabs, durchzuführen. Die Benut- zusammen mit den aus den Bauwerksakten und
zung einer Risslupe setzt bei Betonbauteilen Er- dem Bauwerksbuch hervorgehenden Angaben
fahrung voraus. und Daten, ist über die Ursache der Rissbildungen,
die Notwendigkeit, die Ziele und die Art des Füllens
(2) Die zu Rissbreitenänderungen gehörenden von Rissen gemäß Tabelle A 3.5.1 und ggf. über
Wegänderungen lassen sich u.a. mit folgenden das Risiko des Entstehens neuer Risse eine Aus-
Methoden erfassen: sage zu treffen. Für die Ausführung der Arbeiten
– Risslupe sind ggf. besondere Hinweise zu geben.

Auf der gut vorbereiteten Betonoberfläche dünn (2) Eine Bewertung der Risse kann nach der
aufgestrichene Gipsmarken bilden nach dem Richtlinie zur einheitlichen Erfassung, Bewertung,
Reißen sehr glatte Risse, deren Breite mit der Aufzeichnung und Auswertung von Ergebnissen
Risslupe gut ablesbar ist. Durch mehrfache Ab- der Bauwerksprüfungen nach DIN 1076 (RI-EBW-
lesungen mit einer Genauigkeit von 0,01 mm PRÜF) durchgeführt werden.
lassen sich langsame Rissbreitenänderungen (3) Für die Beurteilung von Hohlräumen im Beton
u U. auch langzeitig verfolgen. und deren Bedeutung für das Bauwerk gelten auch
– Labormethoden die Hinweise in Abschnitt 4.

Diese auf mechanischem oder elektrischem (4) Bei der Erfassung von Rissmerkmalen ist mit
Prinzip beruhenden Methoden können nur von besonderer Sorgfalt zu verfahren, um eine qualifi-
entsprechend geschultem und erfahrenem Per- zierte Beurteilung der Notwendigkeit und der Art
sonal angewandt werden. Hierbei können auch des Füllens vornehmen zu können.
sehr kurzzeitig eintretende Änderungen mit ei- (5) Die wichtigsten Rissmerkmale (Rissbreite und
ner Genauigkeit von 0,001 mm registriert wer- Rissbreitenänderungen) sind bei Bauwerken im
den. Freien witterungsbedingten Änderungen unterwor-
(3) Bei Überbauten von Massivbrücken entstehen fen. Die Erfassung dieser Merkmale muss daher
tägliche Rissbreitenänderungen, u.a. in Abhängig- mindestens mit der Angabe folgender weiterer
keit von der Sonneneinstrahlung. Größte Änderun- Daten verbunden sein:
gen sind bei Sonnenschein in den Sommer- – Datum, Uhrzeit,
monaten zu erwarten, nicht jedoch bei starker Be-
wölkung und hohen Lufttemperaturen. Bei statisch – Witterungsbedingungen, d.h. Lufttemperatur,
unbestimmten Systemen tritt das tägliche Minimum Bewölkung, Regen, auch an den Vortagen,
der Rissbreite von 7 bis 9 Uhr und das Maximum – Bauteiltemperatur im maßgebenden, d.h. die
von 19 bis 21 Uhr auf. Beim Maximum der Rissbreite Rissmerkmale beeinflussenden Bereich (Die
verursacht auch der Verkehr die Extremwerte der Temperatur ist vor Beginn der Injektionsarbeiten
kurzzeitigen Rissbreitenänderungen. nicht nur auf der Bauteiloberfläche, sondern auch
(4) Risse in Bauwerken mit behinderter Verfor- im Bauteilinneren etwa 4 cm unter der Bauteil-
mung (z.B. Tunnelbauwerke) haben ihre maximale oberfläche zu messen.).
Rissbreite in der kalten Jahreszeit bei niedrigen (6) Bei der Beobachtung von Tagesrissbreitenän-
Temperaturen. derungen müssen die entsprechenden Angaben
mehrmals täglich erfasst werden. Bei verkehrsbe-
A 1.5 Bohrkernentnahmen dingten Rissbreitenänderungen kann eine Charakte-
risierung des Verkehrs zur besseren Bewertung
An Bohrkernen lassen sich Rissart, Zustand der der Ergebnisse erforderlich sein. Die Messzeit-
Risse und der Rissflanken sowie vorangegangene räume sollten so gewählt werden, dass aus den
Maßnahmen feststellen. Ihre Entnahme stellt stets Ergebnissen ausreichende Rückschlüsse auf die
eine Störung dar und sollte daher auf Ausnahme- kurzzeitigen und täglichen Rissbreitenänderungen
fälle beschränkt bleiben. Eine Bohrkernentnahme zum Zeitpunkt der vorgesehenen Füllung möglich
kann häufig durch Betrachtung aller einwirkenden sind.
Einflüsse ersetzt werden.

A 2 Anwendung
(1) Das Füllen von Rissen ist vorzusehen, wenn

14 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


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Betonbauteilen – Anhang A

eines oder mehrere der folgenden Ziele erreicht – ausreichende Eigenfestigkeit ,


werden müssen:
– hohe Alterungsbeständigkeit,
– Hemmen oder Verhindern des Zutritts von kor-
– nicht korrosionsfördernd,
rosionsfördernden Stoffen in Betonbauteile
durch Risse (Schließen). – Verträglichkeit mit allen Stoffen, mit denen es
in Berührung kommt.
– Beseitigen von rissebedingten Undichtheiten
des Betonbauteils (Abdichten).
– Herstellen einer zug- und druckfesten Verbindung A 3.2 Injektionsgerät
beider Rissflanken (kraftschlüssige Verbindung). (1) Injektionsgeräte für einkomponentige und für
– Herstellen einer begrenzt dehnfähigen Verbin- zweikomponentige Injektionen sollen folgende Ei-
dung beider Rissflanken (begrenzt dehnfähige genschaften haben:
Verbindung). – einfache Bedienung, einfache Überprüfbarkeit
(2) Kraftschlüssiges und dehnfähiges Verbinden der Funktionsfähigkeit,
der Rissflanken beinhaltet das Schließen und Ab- – geringe Störanfälligkeit,
dichten der Risse.
– regelbarer bzw. begrenzbarer Druck im von der
(3) Das Herstellen einer kraftschlüssigen Verbin- Füllart abhängigen Arbeitsbereich des Injekti-
dung und einer begrenzt dehnfähigen Verbindung onsgerätes,
schließen sich im allgemeinen gegenseitig aus.
Festigkeit und Dehnfähigkeit der Verbindungen – einfache Reinigung und Wartung.
sind Rissfüllstoff abhängig. (2) Injektionsgeräte für zweikomponentige Injek-
(4) Das Erreichen eines oder mehrerer Ziele kann tionen müssen zusätzlich folgende Eigenschaften
durch Beton- oder Rissfüllstoff schädigende oder haben:
die Haftfestigkeit mindernde Einlagerungen im – hohe Dosiergenauigkeit bei unterschiedlichen
Riss, einschließlich selten zu erwartender Aussinte- Witterungsbedingungen,
rungen an den Rissflanken, teilweise oder voll-
ständig verhindert werden. – geringe Anfälligkeit gegen fehlerhafte Bedienung
(Verstellung des Dosierverhältnisses, Zuschal-
(5) Für vergleichbare Anwendungsziele kann das tung von Reinigungsmitteln usw.).
Füllen im Bereich von Hohlräumen vorgesehen
werden.
(7) Die Anwendungsbereiche der einzelnen Riss-
A 3.3 Injektionsschlauch
füllstoffe und Füllarten richten sich nach dem Der Injektionsschlauch soll folgende Eigenschaften
Feuchtezustand der Risse und den Rissbreiten auf haben:
der Bauteiloberfläche. Für die zur Kennzeichnung
des Feuchtezustandes verwendeten Begriffe gel- – ausreichender Querschnitt und Durchlässigkeit
ten die Merkmale nach Tabelle A 3.5.1. des Injektionskanals und der Austrittsöffnungen
nach dem Betonieren,
(8) Die in Tabelle A 3.5.2 definierten Anwen-
dungsbereiche gelten sinngemäß für Injektionen – Verhinderung des Eindringens von Zementleim
von Hohlräumen im Beton. beim Betoniervorgang oder von zurückdrücken-
dem Rissfüllstoffes nach der Injektion,
– Austritt des Rissfüllstoffes aus dem Schlauch
A 3 Füllen von Rissen im einbetonierten Zustand bereits bei geringem
Druck,
A 3.1 Rissfüllstoff – Sicherstellung der Nachinjizierbarkeit innerhalb
Der Rissfüllstoff soll folgende Eigenschaften ha- der Verarbeitbarkeitsdauer des Rissfüllstoffes,
ben:
– Robustheit der Schläuche und des Befesti-
– füllartangepasste Viskosität, gungssystems beim Einbau des Schlauches
sowie beim Einbau des Konstruktionsbetons,
– gute Verarbeitbarkeit innerhalb füllartabhängig
definierter Grenzen, – Aufschwimmsicherheit beim Betonieren.
– ausreichende Mischungsstabilität,
– geringer reaktionsbedingter Volumen schwund, A4 Füllen von Hohlräumen
– ausreichende Haftfestigkeit am Betongefüge Für das Füllen von Hohlräumen ist in Abhängigkeit
(Rissflanke), vom Verfahren im Hinblick auf die erreichbaren
Anwendungsziele Folgendes zu beachten:

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 15


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Betonbauteilen - Anhang A

ʊ EP-I Tabelle A 3.5.2: Anwendungsbereiche der Rissfüllstoffe


und Füllarten
Diese Methode ist nur geeignet zum Füllen von
trockenen Hohlräumen mit kleinem Volumen in Anwen- Feuchtezustand von Rissen,
der Größenordnung von weniger als 100 cm3. Die dungsziel Rissufern und Rissflanken
im Gefüge hergestellte Verbindung wird zwar wasserführend
kraftschlüssig, die Maßnahme dient jedoch we-
gen des geringen E-Moduls von EP nicht der 1 „druck- unter
trocken ) feucht 2
Verfestigung. In diesem Sinne können mit EP-I los“ Druck )
auch nur lokale Verbundstörungen behoben EP-I
werden. PUR-I PUR-I PUR-I PUR-I
ZL-I ZL-I ZL-I ZL-I
ʊ PUR-I 1 schließen ZS-I ZS-I ZS-I
ZS-I
Falls die Standsicherheit durch die Hohlräume EP-T
im Beton nicht beeinträchtigt ist, können diese in ZL-T ZL-T
der Regel durch Rasterinjektion abdichtend mit ZS-T ZS-T
PUR gefüllt werden. EP-I
PUR-I PUR-I PUR-I PUR-I
ʊ ZL-I, ZS-I 2 abdichten
ZL-I ZL-I ZL-I ZL-I
Hohlräume und haufwerkporiges Betongefüge ZS-I ZS-I ZS-I ZS-I
können mit ZL und ZS bei beliebigen Feuchte- kraft- EP-I
zuständen verfestigend gefüllt werden. Die 3 schlüssig ZL-I ZL-I ZL-I ZL-I
Wahl des Rissfüllstoffes richtet sich nach der verbinden ZS-I ZS-I ZS-I ZS-I
Struktur der Hohlräume im Betongefüge unter begrenzt
Beachtung des unterschiedlichen Eindringver- 4 PUR-I PUR-I PUR-I PUR-I
dehnfähig
mögens von ZL und ZS. Für die obere Grenze verbinden
der zu füllenden Hohlräume sind unter Berück-
1
sichtigung der Druckfestigkeit des Rissfüllstof- ) Bei der Anwendung der ZL-I, ZS-I, ZL-T und ZS-T sind
fes die Belange der Standsicherheit maßge- trockene Risse gemäß den Angaben zur Ausführung
bend. vorzubehandlen.
2
) Zusammen mit Maßnahmen zur Druckminderung, z.B.
Entlastungsbohrungen, Wasserhaltung und rückwärti-
Tabelle A 3.5.1: Feuchtezustand von Rissen, Rissufern und ges Abdichten.
Rissflanken

Begriff Merkmal
– Wasserzutritt nicht möglich,
– Beeinflussung des Rissbe-
reiches durch Wasser nicht
feststellbar,
1 trocken1) – Wasserzutritt möglich, jedoch
seit ausreichend langer Zeit
ausschließbar,
– Rissufer/-flanken optisch fest-
stellbar trocken.2 )
– Farbtonveränderung im Riss-
bereich durch Wasser, jedoch
kein Wasseraustritt,
– Anzeichen von Wasseraustritt
in der unmittelbar zurück-
2 feucht
liegenden Zeit (z. B. Aussin-
terungen, Kalkfahnen),
– Rissufer/-flanken optisch fest-
stellbar feucht oder matt-
feucht. 2 )
– Wasser in feinen Tröpfchen
3 „drucklos“ im Rissbereich erkennbar,
wasserführend – Wasser perlt aus dem Riss.

unter Druck – Zusammenhängender Wasser-


4
wasserführend film tritt aus dem Riss aus.
1
) Beton mit umgebungsbedingter Ausgleichsfeuchte
2
) Beurteilung der Rissflanken an Trockenbohrkernen

16 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in
Betonbauteilen – Anhang A

Tabelle A 3.5.3: Erfassung von Rissmerkmalen

Merkmal Erfassungs- bzw. Dokumentation der Ergebnisse


Untersuchungsmethode

1 Rissart Inaugenscheinnahme, Unterscheidung gemäß Definition


ggf. Bohrkernentnahme 1)

Zeichnerische Darstellung, ggf. pauschale


2 Rissverlauf Inaugenscheinnahme
Angaben (z.B. Biegerisse in Abständen von
....... ,
Netzrisse mit Maschenweite von ....... )

Angaben mit Datum, ggf. Messort bei Riss-


3 Rissbreite Linienstärkenmaßstab, Riss-
breiten-änderungen nach Zeilen 4.1 und 4.2
lupe (Genauigkeit 0,05 mm)
auch mit Uhrzeit und Witterungsbedingungen,
ggf. Bauteiltemperatur 3)

Wegänderungen, z.B. mit Höchständerung mit Datum, Uhrzeit und


4.1 kurzzeitig
Wegaufnehmer Witterungsbedingungen

Änderungen zwischen Morgen- und Abend-


Wegänderungen, z.B. mit
4.2 täglich messwert mit einem Zeitabstand von ca. 12 h,
Messuhr, Setzdehnungs-
Riss- mit Datum, Witterungsbedingungen und Bau-
messer, Wegaufnehmer
breiten- teiltemperatur
änderung

Kleben von (ggf. kalibrierten) Änderungen in großen Zeitabständen (u.U.


4.3 langzeitig Marken, Setzdehnungsmes- mehrere Monate) mit Angabe des Datums
sung und der Witterungsbedingungen, ggf. Bauteil-
temperatur 3)

Inaugenscheinnahme, Er-
kundungen einschl. Herstel- Unterscheidung gemäß Definition, ggf. Ab-
5 Rissursache(n) lungsbedingungen, Verwer- schätzung der Wahrscheinlichkeit wiederkeh-
tung der Ergebnisse von render
Zeile 1 bis 4, ggf. Berech- Rissursachen
nungen

6 Zustand der Risse Inaugenscheinnahme, Angaben gemäß Definition in Tabelle A 3.5.1


bzw. der Rissflanken ggf. Bohrkernentnahme 1) 2)

7 Vorangegangene Bauwerksbuch, Erkundun- Angaben über frühere Maßnahmen, z.B. Fül-


Maßnahmen gen len der Risse

1
) Bohrkernentnahme nur in Ausnahmefällen und mit geringem Durchmesser (50 mm)
2
) Ermittlung des Feuchtegehaltes durch Inaugenscheinnahme oder mit Labormethoden
3
) Angabe der Bauteiltemperatur ist notwendig, sofern die Witterungsbedingungen keine
Rückschlüsse zulassen (z.B. Straßentunnel o. ä.)

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 17


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in
Betonbauteilen - Anhang B
Formblatt B.3.5.1

Sammelblatt Abschlussbericht Seite

Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname

oben
Auftragnehmer
unten
Füllart …EP-I …PUR-I …ZL-I …ZS-I …EP-T …ZL-T …ZS-T

Bauteil(e)

B e g i n n ... ... . ... ... ... .. ... ... .. . ... ... ... .. ... ... .. . ... ... . Ende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . der Arbeiten

Umfang der Maßnahme Rissfüllstoffverbrauch ca. . . . . . . . . . . . . . . . . . . kg; Risslänge ca. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . m


Anlagen Anlagen-Nr. Umfang
(Seitenzahl)
Angaben zur Ausführung … gemäß DIN 18028 Anlage A
… gemäß Vereinbarung

… Allgemeine Angaben (Formblatt)


… Tagesprotokolle (Formblatt)
… Rissprotokoll (Formblatt)
… Berichte über weitere Prüfungen
… Darstellung der gefüllten Risse
… Übersicht über die Witterungsverhältnisse
… Angaben zum Verkehr
… Berichte über besondere Vorkommnisse
… Fremdüberwachungsberichte
… Entsorgungsnachweise
…
…

Datum.................................... ... ... Unterschrift .............................................................................


(Auftragnehmer)

Zusätzliche Anlagen
… Kontrollprüfungen
… Anhang C (Anlage zum Bauwerksbuch)
…
…

Auf Vollständigkeit geprüft……………………………………………………


(Auftraggeber)

18 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in
Betonbauteilen - Anhang B

Formblatt B 3.5.2

Allgemeine Angaben Seite

Baumaßnahme Bauwerksnummer (ASB)

Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname
oben
Auftragnehmer
unten
Füllart … EP-I … PUR-I … ZL-I … ZS-I … EP-T … ZL-T … ZS-T

Ausführendes Unternehmen
Bauleiter ………………………………………………………………………………………………………………………………
sachkundige Fachkraft z.B. Kolonnenführer
……………………………………………………………………………………………………………………...
Einweisung des Personals am …………………… durch ……………………………………………………………………..
Angaben zur Ausführung … nach DIN 18028 … nach Vereinbarung
Unterlagen
… Auszug Bauwerksprüfung
… Angaben zu
… Rissart
… Beschreibung der Rissverläufe … Darstellung der Rissverläufe
… Rissbreiten … Zustand der Risse
… Rissbreitenänderung ( … kurzzeitig … täglich … langzeitig)
… vorangegangene Maßnahmen … Zugänglich
Besonders vereinbarte Ausführungsbedingungen (Nr. 2.3.1)

Eigenüberwachung
Durchführung durch …………………………………………………………………………………………………………………
Messort(e) ………………………………………………………….………………………………………………………………….

Geräte
… Thermometer … Ausrüstung gemäß Angaben zur Ausführung vollständig
… Hygrothermograph … Lagerung der Stoffe gemäß Angaben zur Ausführung

Fremdüberwachung
Überwachende Stelle ………………………………………………………………………………………………………………..

Vertrag von ……………………….. Baustelle der fremdüberwachenden Stelle gemeldet am …………………………


Baustellenbesuch in der Leistungsbeschreibung vorgesehen … ja … nein
Bestätigung liegt vor … ja … nein
Rissfüllstoff
Bezeichnung ………………………………………………………………………………………………………………………..
Lieferwerk / Abfüller ………………………………………………………………………………………………………………

Injektionsgerät … einkomponentig … zweikomponentig


Packer … geklebt … gebohrt … Ventil
Injektion … einseitig … beidseitig
Verdämmung
… keine … einseitig … beidseitig
… verbleibend … teilweise zu entfernen … vollständig zu entfernen

… Instandsetzung … …
Stoff …………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Reperaturstoff für Verdämmung ………………………………………………………………………………………………………..
......................................................................................................................................................................................................

Datum ……………………… Unterschrift …………………..…………… gesehen ………………………………………


(Auftraggeber)

Stand: 04/10 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 19


ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in
Betonbauteilen - Anhang B

Formblatt B 3.5.3

Tagesprotokoll Seite
Bauwerksnummer
Baumaßnahme
(ASB)
Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname
oben
Auftragnehmer
unten
Füllart … EP-I … PUR-I … ZL-I … ZS-I … EP-T … ZL-T … ZS-T

lfd. Nr. …………………… zugehörige Rissprotokolle ………………………...………………………………………

Ausgeführte Tätigkeiten
… Vorbereitung … Füllen … Nacharbeiten
Umfang der Maßnahme Rissfüllstoff ca. ……………………….. kg

Meteorologische Daten
…………………. Uhr …………………. Uhr …………………. Uhr
klar … … …
leicht bewölkt … … …
stark bewölkt … … …
Regen … … …
º
Lufttemperatur c …………………… ………………….. ………………….
Luftfeuchte % ............................ ………………….. ………………….
Nr. der zugehörigen Messstreifen ……………………………………………………………………………………….
…………………………………………………………………………………………………………………………………..
Angaben zum Verkehr ………………………………………………………………………………………………………
..................................................................................................................................................................................

Prüfungen / Erfassungen im Rahmen der Eigenüberwachung der Ausführung

… Funktionsprüfung der Injektionsgeräte gemäß Angaben zur Ausführung …………………………………………...


… Aushärtungsprüfungen, Anzahl …………………………………………………………………………………………..…..
… Rückstellproben, Anzahl ……………………………………………………………………………………………….……….
… sonstige Prüfungen, Bezeichnungen ………………………………… Anzahl ………………………………………..
… Rissmerkmale … Rissbreitenänderung … Zustand der Risse
… Kontrollen der Stofflieferung (Vergleich mit Bestellung)

Rissfüllstoff … Lieferschein … Gebindekennzeichnung … Menge


(CE– und Ü-Zeichen)
Nr. ......................
… Chargen-Nr(n). ………………………………………………………………………

Verdämmung … Lieferschein … Kennzeichnung … Menge


Nr. ......................

Reperaturstoff … Lieferschein … Kennzeichnung … Menge


Nr. ………………

… Lagerung

Erläuterung / Abweichung von Vorgaben / besondere Vorkommnisse

Anwendungsbedingungen erfüllt … ja … nein

Datum ……………………… Unterschrift …………………..…………… gesehen ………………………………………


(Auftraggeber)

20 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


Formblatt B 3.5.4

Stand: 04/10
Riss-Protokoll-Nr. Seite
Bauwerksnummer Baumaßnahme
Bauabschnitt Bauteil
Auftragnehmer Auftraggeber

Füllart … EP-I … PUR-I … ZL-I … ZS-I … EP-T … ZL-T … ZS-T Nr. des Tagesprotokolls ..…..….……..

Bauteile …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….
3
Riss- Riss- Bauteil- Prüfung der Beginn Ende Nr. des Packers Verbrauch Bemerkungen )
Nr. breite temperatur Vorbereitung Uhr Uhr [ kg]
° 1 2 2
[mm] [ c] ) ) Injektion )

2
Nachinjektion )

Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056


Gesehen (Auftraggeber)
Datum Auftragnehmer

21
1 2 3
) Untergrund, Verdämmung, Packer ) Bestätigung der Ausführung durch Ankreuzen ) Besondere Vorkommnisse und Prüfungen (Aushändigung = A, Rückstellprobe = R)
ZTV-ING Teil 3 - Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in Betonbauteilen - Anhang B
ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 5 Füllen von Rissen und Hohlräumen in
Betonbauteilen - Anhang C

Formblatt C 3.5.1 (Anlage zum Bauwerksbuch)

Ausgeführte Füllungen von Rissen


Seite
in Betonbauteilen
Bauwerksnummer
Baumaßnahme
(ASB)
Bauabschnitt

Auftraggeber Bauwerksname

oben
Auftragnehmer
unten
Bauteil(e)

Schaden

Schadensursache

Füllart … Injektion … Kraftschlüssige … Injektion … Kraftschlüssige


Verbindung Verbindung
… begrenzt dehnfähige … begrenzt dehnfähige
Verbindung Verbindung
… einkomponentig … einkomponentig
… zweikomponentig … zweikomponentig
… Tränkung … Tränkung

Injektionsgerät

Bezeichnung
Rissfüllstoff

1
(Produktname) )
Chargen-Nr.
Hersteller /
Abfüller

Verdämmung … verbleibend … verbleibend


… teilweise entfernt … teilweise entfernt
… vollständig entfernt … vollständig entfernt
… Oberfläche nachgearbeitet … Oberfläche nachgearbeitet
Besonderheiten
bei der Ausführung
Weitere Instandsetzungs-
maßnahmen

Ausführungszeit

Kosten

A b n a h m e . ... ... ... ... .. ... ... .. . ... ... ... .. ... ... .. . . Ablauf der Gewährleistung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fotos. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Plän e …… .. … ..

…………………………………. …………………………………… ……………………………….


Aufgestellt Datum Unterschrift

1
) Produktname gemäß DIN V 18028

22 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 04/10


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 6 Mauerwerk

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 3
Massivbau

Abschnitt 6
Mauerwerk

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 6 Mauerwerk

Inhalt Seite

1 Allgemeines ............................................. 3
2 Mauerwerk aus künstlichen Steinen ..... 3
3 Mauerwerk aus Natursteinen ................. 3
3.1 Material ...................................................... 3
3.2 Abmessungen ........................................... 3
3.3 Steinbearbeitung ....................................... 3
3.3.1 Allgemeines ............................................... 3
3.3.2 Bruchrau .................................................... 4
3.3.3 Bossiert ..................................................... 4
3.3.4 Gespitzt ..................................................... 4
3.3.5 Scharriert ................................................... 4
3.3.6 Gebeilt oder geflächt ................................. 4
3.4 Fugeneinteilung ......................................... 4
3.5 Versetzen .................................................. 4
3.6 Verfugen .................................................... 5

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 6 Mauerwerk

1 Allgemeines 3 Mauerwerk aus Natur-


(1) Der Teil 3 Abschnitt 6 gilt nur in Verbindung mit steinen
dem Teil 1 Allgemeines.
(2) Die verwendeten Steine müssen verwitterungs- 3.1 Material
beständig sein. Auf Verlangen hat der Auftragnehmer (1) Werden in der Leistungsbeschreibung verschie-
Steinmuster mit Zeugnissen einer anerkannten Prüf- dene Farben gefordert, so sind die Anteile der Farb-
stelle vorzulegen. Der Auftraggeber behält sich eine arten in den Steinschnittplänen darzustellen und dem
Zwischenabnahme der Steine im Steinbruch, im Auftraggeber zur Zustimmung vorzulegen. In der
Werk oder an der Verwendungsstelle vor. Regel muss bei einem Mauerwerk dieselbe Gesteins-
(3) Der Mauerwerks-, Versetz- und/oder Steinschnitt- art verwendet werden.
plan einschließlich Fugenausbildung ist von dem Auf- (2) Schadhafte Steine dürfen nicht eingebaut wer-
tragnehmer, der die Unterkonstruktion herstellt, den. Für Deckschichten und Abdeckplatten ist be-
gleichzeitig mit den zugeordneten Schalungs- sonders ausgesuchtes Material zu verwenden.
zeichnungen vorzulegen.
(4) Mörtel und Steine sind so aufeinander abzustim- 3.2 Abmessungen
men, dass Ausblühungen verhindert werden. Ggf.
sind dem Mörtel entsprechende Zusatzmittel beizu- (1) An Brücken müssen Ecksteine von Widerlagern
geben. und Pfeilerköpfen in der Mehrzahl über zwei Schich-
ten des anschließenden Mauerwerks durchbinden.
(5) Sichtbare Flächen sind vor Verunreinigungen
Die Länge der Steine muss mindestens das Einein-
(z.B. beim Betonieren benachbarter Bauteile) zu
halbfache der Steinhöhe, überwiegend jedoch das
schützen.
Zwei- bis Vierfache betragen. Ecksteine müssen
(6) Verblendmauerwerk ist mit dem Konstruktions- nach jeder Seite der Ecke eine Länge von minde-
beton durch Hammerkopfanker und einbetonierte stens der eineinhalbfachen Höhe haben.
Ankerschienen mit bauaufsichtlicher Zulassung zu
(2) Wird das Mauerwerk im Verbund mit dem Beton
verbinden. Hierbei sind mindestens 8 Anker je m2
ausgeführt, so ist für die Läufer eine Tiefe von 18 bis
bei einem Schienenabstand von 50 cm anzuordnen.
25 cm, für die Binder eine Einbindetiefe von 40 bis
Sämtliche Verankerungsteile müssen aus nicht ro-
45 cm vorzusehen. Der Anteil der Binder soll etwa
stendem Stahl der Stahlsorte A 4 bzw. A5, Werk-
30 % der Steine betragen.
stoff-Nr. 1.4401 bzw. 1.4571 nach DIN EN 10088 bzw.
DIN EN ISO 3506 bestehen. (3) Gewölbesteine müssen Keilform entsprechend
der radialen Lage der Stoßfugen haben. Bei Gewöl-
besteinen sind Unterwinkelungen an den Lager- und
2 Mauerwerk aus künstlichen Stoßfugenflächen nicht erlaubt. Ferner dürfen für eine
Steinen Tiefe von 10 cm, gerechnet ab Vorderkante des Stei-
nes, keine größeren Erhöhungen als 5 mm auftre-
(1) Steine müssen maßhaltig sein und dürfen we- ten. Obere und untere Leibung müssen in der plan-
der Risse noch beschädigte Kanten aufweisen. Für mäßigen Krümmung an der Sichtfläche des Bogens
Bauwerksecken sind Formsteine zu verwenden. Die verlaufen.
Ecksteine von Ziegelmauerwerk sind bei nicht recht-
winkligen Bauwerksecken dem vorhandenen Win-
kel entsprechend zu schneiden. Spitze Kanten mit 3.3 Steinbearbeitung
dem Winkel ≤ 80° sind mit 5 cm Kantenlänge zu bre-
3.3.1 Allgemeines
chen. Die Steine sind vollfugig mit jeweils gleicher
Fugendicke und -breite zu vermauern. Mörtelzusatz- (1) Die Kanten der Steine müssen am Haupt voll
mittel bedürfen der Zustimmung des Auftraggebers. sein. Keilansätze, Bohrlöcher oder deren Spuren dür-
Bei Verblendmauerwerk ist ein mindestens 3 cm brei- fen an den Sichtflächen nicht in Erscheinung treten.
ter Zwischenraum zwischen Mauerwerk und Kon- Auch soll der Einsatz der Bearbeitungswerkzeuge
struktion herzustellen und in jeder Schicht mit Mauer- möglichst nicht erkennbar sein.
mörtel nach DIN 1053-1 sorgfältig auszufüllen. (2) Lager- und Stoßflächen sind so zu bearbeiten,
(2) Werden Fugen ausgekratzt, sind sie mit Mörtel dass die Steine mit einer Fugendicke und -breite von
nach einem Farbmuster, dem der Auftraggeber zu- 1,5 cm versetzt werden können. Die Lagerflächen
gestimmt hat, zu verfugen und zu glätten. müssen parallel zueinander und in Richtung der Ge-
steinsschichtung angelegt werden. Die Lager- und
Stoßflächen sind auf 8 bis 10 cm Tiefe eben zu be-
arbeiten. Gesägte Lager- und Rückflächen sind durch
Spitzhiebe aufzurauen.

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 3


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 6 Mauerwerk

(3) Bei Brücken sowie an betonten Ecken von Stütz- (3) Keilschichten zur oberen Begrenzung schräg ab-
wänden sollen Schichtsteine und Ecksteine einen aus schliessender Sichtflächen müssen an der schwäch-
größerer Entfernung erkennbaren Bearbeitungsun- sten Stelle mindestens noch 2/3 der niedrigsten
terschied zeigen. Dabei kommen für das Schichten- Schichthöhe aufweisen. Die Stoßfugen sind unregel-
mauerwerk gröbere Bearbeitungsarten wie bruch- mäßig gegeneinander zu versetzen. Sie müssen
rauh, bossiert und gespitzt in Betracht. Ecksteine senkrecht auf den Lagerfugen stehen und in über-
erhalten dann eine verfeinerte Sichtflächenbear- einanderliegenden Schichten einen Abstand haben,
beitung, z.B. scharriert, gesägt und gebeilt. Die der mindestens der Schichthöhe entspricht. Deh-
Leibungsfläche von Gewölbesteinen ist mit Rücksicht nungsfugen des Bauwerks sind auch im Bereich der
auf das Versetzen auf dem Traggerüst zu stocken Werksteinverkleidung geradlinig anzulegen.
oder fein zu spitzen.
(4) Lagerfugen müssen bei Trennfugen oder Ver-
schneidung zweier Mauerflächen in gleicher Höhe
3.3.2 Bruchrau
durchlaufen.
Kanten, welche die Ansichtsflächen der Steine be-
(5) Sofern bei Stützwänden an steilen Straßen die
grenzen, müssen geradlinig sein (Ausnahme vgl. Nr.
Anordnung rechtwinklig zur Straßenneigung gestell-
3.2 Absatz (3)) und in einer Ebene liegen. Erhebun-
ter Dehnfugen im Beton nicht mehr zweckmäßig er-
gen in der Ansichtsfläche dürfen höchstens 3 cm
scheint, können diese auch lotrecht ausgeführt wer-
über, Vertiefungen höchstens 1 cm unter der Ebene
den. Das Mauerwerk muss dann im Bereich der
der Umrandungskanten liegen.
Dehnungsfugen auf ca. 1,30 m Breite in reinem Kalk-
mörtel aus hydraulischem Kalk gemauert werden,
3.3.3 Bossiert ohne dass die Dehnungsfuge des Betons auch durch
Bossierte Steine sollen bruchraue Spaltflächen und die Verblendung hindurchzugehen braucht. Die
bis etwa 30 % der Sichtfläche natürliche Bossen ha- Verankerungen der Verblendung sind außerhalb des
ben. Sie dürfen über die Ebene der Umrandungs- mit Kalkmörtel gemauerten Teils anzuordnen.
kanten nicht mehr als 1/10 der Steinhöhe, jedoch nicht
mehr als 5 cm vorspringen. Mulden dürfen nicht hin-
3.5 Versetzen
ter der Ebene der Umrandungskanten zurückliegen.
(1) Die Steine sind mit gleichbleibender Fugendicke
3.3.4 Gespitzt und -breite in Zementmörtel zu versetzen. Läufer und
Binder müssen regelmäßig auf das Mauerwerk ver-
Gespitzte Flächen dürfen stellenweise noch die durch teilt werden. Natursteinmauerwerk muss mindestens
das Spalten entstandene Oberflächenbeschaffenheit bis 30 cm unter Gelände reichen. Bei Verblendmauer-
zeigen. Strichartig verlaufende Spitzhiebe sind nicht
werk ist der Zwischenraum zwischen Naturstein und
zulässig. Die Kanten dürfen keine ausgesprungenen
Konstruktion mit Mauermörtel nach DIN 1053-1 sorg-
Stellen haben.
fältig auszufüllen.

3.3.5 Scharriert (2) Bei längeren Arbeitsunterbrechungen muss die


Oberfläche des Mauerwerks abgedeckt und gegen
An senkrechten und überstehenden Flächen soll der Witterungseinflüsse geschützt werden. Dies gilt auch
Scharrierschlag senkrecht, sonst jedoch innerhalb für frisches Mauerwerk oder frischen Hintermaue-
einer Steinfläche in einer Richtung verlaufen. rungsbeton. Mauerwerk in direktem Verbund darf
nicht mehr als 3 bis 4 Steinschichten über den
3.3.6 Gebeilt oder geflächt Hintermauerungsbeton hochgeführt werden. Es ist,
Bei gebeilten Flächen sollen die Hiebe in einer Rich- wenn nötig, gegen horizontales Verschieben ohne
tung verlaufen. gesonderte Vergütung zu sichern. Wenn Binder, z.B.
im Bereich von Auflagerbänken, nicht eingebaut wer-
den können, sind auf 1 m2 Mauerwerk in den Lager-
3.4 Fugeneinteilung fugen mindestens 4 beidseitig mit Rundhaken ver-
(1) Die Lagerfugen verlaufen im Allgemeinen waa- sehene Rundstahlanker mit einem Stabdurchmesser
gerecht, bei Gewölbesteinen radial, bei bergseitigen von 6 mm einzulegen, die mindestens 15 cm in den
Stützwänden bis höchstens 8 % Längsneigung par- Beton einbinden.
allel zur Trassenneigung, sofern nicht Muster- bzw. (3) Gewölbesteine sind zunächst trocken auf dem
Richtzeichnungen oder besondere Angaben in der Traggerüst zu versetzen und gegeneinander mit Hart-
Leistungsbeschreibung maßgebend sind. holz zu verkeilen. An den äußeren Fugenrändern sind
(2) Unmittelbar übereinander liegende, gleichhohe 2 cm dicke Holzleisten einzulegen. Erst nach voller
Schichten sind zu vermeiden. Wechselsteine müs- Belastung des Traggerüstes sind die Fugen satt aus-
sen zwei Schichten erfassen. zustopfen und die Keile wieder zu ziehen. Die Rand-

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


ZTV-ING Teil 3 Massivbau Abschnitt 6 Mauerwerk

leisten werden vor dem Verfugen entfernt. Die Auf-


mauerung über Gewölben darf erst nach dem Ab-
senken des Traggerüstes vorgenommen werden.

3.6 Verfugen
(1) Bei Schichtenmauerwerk sind alle Fugen in den
Sichtflächen 4 cm tief auszukratzen sowie mit Mör-
tel nach DIN 1053-1 und einem Farbmuster, dem der
Auftraggeber zugestimmt hat, sorgfältig zu verfugen.
Der Fugenmörtel soll in getrocknetem Zustand im
allgemeinen heller sein als die Steine. Zum Einfär-
ben sind Zugaben von Kalk (Kalk-Zement-Mörtel),
sonst nur zementechte Farben zu verwenden.
(2) Der Fugenmörtel ist kräftig in die Fuge einzu-
drücken. Anschließend ist der überschüssige Mörtel
im allgemeinen mit einem Holzspan abzustreifen, so
dass die Fugensichtfläche rau bleibt. Ein Fugeisen
darf zum Glätten der Fugensichtflächen nur mit Zu-
stimmung des Auftraggebers verwendet werden.

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 4 Stahlbau, Stahlverbundbau Abschnitt 1 Stahlbau

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 4
Stahlbau, Stahlverbundbau

Abschnitt 1
Stahlbau

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 4 Stahlbau, Stahlverbundbau Abschnitt 1 Stahlbau

Inhalt Seite

1 Allgemeines .............................................. 3
2 Werkstoffe ................................................ 3
3 Konstruktion ............................................. 3
4 Schweißverbindungen............................. 4
5 Seile........................................................... 5
6 Fertigung .................................................. 5
7 Montage .................................................... 6

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


ZTV-ING Teil 4 Stahlbau, Stahlverbundbau Abschnitt 1 Stahlbau

1 Allgemeines – Aussteller des Zeugnisses,


– Besteller,
(1) Der Teil 4 Abschnitt 1 gilt nur in Verbindung mit
dem Teil 1 Allgemeines. – Hersteller mit Angabe des Walzwerkes,

(2) Dieser Abschnitt gilt auch für Stahlbauteile des – Empfänger,


Stahlverbundbaus. – Erzeugnis,
(3) Es gelten für den Brückenbau DIN 18800-7 so- – Werkstoff (Stahlsorte),
wie die DIN Fachberichte „Stahlbrücken“ und „Ver- – Norm mit Ausgabedatum,
bundbrücken“. Für den sonstigen konstruktiven Inge-
– Schmelzennummer,
nieurbau gelten DIN 18800-1 bis - 4 mit der zugehö-
rigen Anpassungsrichtlinie Stahlbau, sowie je nach – Probennummer,
Anwendungsfall DIN 18801, DIN 18806-1 und DIN – Erschmelzungsverfahren,
18808. Außerdem gelten allgemein DASt-Ri 007 und
– Lieferzustand,
DASt-Ri 009.
– Abmessungen des Walzproduktes,
(4) Für die Bemessung der Unterbauten ist dem Auf-
traggeber innerhalb von 6 Wochen nach Auftragser- – Maßprüfung und Sichtkontrolle für äußere Be-
teilung die Berechnung der Auflagerkräfte und der schaffenheit,
Lagerwege zur Prüfung einzureichen. Diese Anga- – chemische Zusammensetzung – Schmelzenana-
ben dürfen gegenüber der endgültigen Berechnung lyse (14 Elemente; DIN 18800-1),
nur für den Lastfall Eigengewicht bis zu 10 % abwei-
– Ergebnisse Zugversuch (Streckgrenze, Zugfestig-
chen. Außerdem sind die Höhenlage der Unterkante
keit, Bruchdehnung),
der Lagerkonstruktion sowie die Lastangriffspunkte
und -richtungen anzugeben. – Ergebnisse Kerbschlagbiegeversuch,
(5) Die Mengen- und Beschichtungsflächenberech- – ggfs. Baumann-Abdrucke,
nung ist gemäß DS 804 aufzustellen. – Ultraschallprüfung,
– Aufschweißbiegeversuch nach SEP 1390 für
2 Werkstoffe Nenndicken ab 30 mm,
– Erklärung des Ausstellers über die Erfüllung der
(1) Es gelten DIN EN ISO 3506, DIN EN 10025 un- vertraglich formulierten Anforderungen.
ter Berücksichtigung der BN 918 002, DIN EN 10088,
DIN EN 10155 unter entsprechender Berücksichti-
gung der BN 918 002 und die allgemeinen bauauf- 3 Konstruktion
sichtlichen Zulassungen für nicht rostende Stähle. (1) Es gilt DIN EN ISO 12944-3.
(2) Für Bauwerke und Bauwerksteile mit nicht vor- (2) Aussteifungen, Verstärkungs- und Ausrüstungs-
wiegend ruhender Beanspruchung sind nur Werk- teile sind möglichst nach innen zu legen. Das gilt
stoffe zu verwenden, die den Anforderungen der BN auch für Dickenabstufungen von Deck- und Unter-
918 002 entsprechen und durch eine anerkannte gurtblechen der Hohlkästen.
Stelle geprüft wurden. Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1
C nach DIN EN 10204 ist dem Auftraggeber vorzule- (3) Montageöffnungen sind in den Zeichnungen dar-
gen. Für tragende Bauteile von Brücken sind Stähle zustellen und so anzuordnen, dass hochbeanspruch-
der Gütegruppe G4 entsprechend DIN EN 10025 te Querschnitte nicht geschwächt werden. Sie sol-
nicht zugelassen. len möglichst mit den Einstiegsöffnungen identisch
sein. Die Blechstöße von orthotropen Platten sind
(3) Für Straßen- und Wegbrücken dürfen Prüfung und
zu schweißen.
Abnahme nach BN 918 002 sowie Ausstellung eines
Abnahmeprüfzeugniss 3.1 C nach DIN EN 10204 nur (4) Die Mindestabmessungen nach Tabelle 4.1.1
durch eine anerkannte Prüfstelle erfolgen. Die Aufwen- dürfen ergänzend zu DIN-Fachbericht „Stahlbrücken“
dungen für die Prüfung gehören zur Leistung des nicht unterschritten werden.
Auftragnehmers und werden nicht gesondert vergü- (5) Für Fußgängerbrücken gelten die Mindestab-
tet. Das Prüfprogramm ist vor der Materialbestellung, messungen des DIN-Fachberichtes „Stahlbrücken“.
die Abnahmezeugnisse sind vor Beginn der Fertigun-
gen dem Auftraggeber vorzulegen. (6) Überbau und Kammerwand sind so steif auszu-
bilden, dass die Differenz der gegenseitigen vertika-
(4) Das Abnahmezeugnis muss mindestens die fol- len Verschiebungen der Fugenufer höchstens 5 mm
genden Angaben enthalten: beträgt. Dieses Maß ist nachzuweisen. Es schließt
– Bezeichnung/Titel (Abnahmeprüfzeugnis 3.1 C auch die Durchbiegung des Endquerträgers der
nach DIN EN 10204), Brücke unter Verkehrslast ein.

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Tabelle 4.1.1: Mindestabmessungen Schweißverbindungen an Hauptträger- und Fahr-


bahnelementen (siehe DIN-Fachbericht „Stahlbrü-
1 U-Stähle 120 mm Höhe cken“) sind zu den Anforderungen der Bewertungs-
gruppe B gemäß DIN EN 25 817 folgende zusätz-
2 I-Stähle 140 mm Höhe liche Anforderungen nach Tabelle 4.1.2 einzuhalten:
3 Zwischenlängsträger, 8 mm Dicke
einwandige Rippen Tabelle 4.1.2: Zusätzliche Anforderungen
4 Stege und Gurte von Voll-
wandhauptträgern ≤ 1,50 m zu Unregel- zusätzliche
Konstruktionshöhe 10 mm Dicke Nr. mäßigkeiten Anforderungen
5 Stege und Gurte von Voll- 3 Porosität einzelne kleine
wandhauptträgern ≥ 1,50 m und Poren Poren zulässig
Konstruktionshöhe 12 mm Dicke
4 Porennest Größtmaß der Summe : 2%
6 Stege, Gurte und Boden-
5 Gaskanal, keine größeren Schlauch-
bleche von Hohlkasten- Schlauchporen poren
trägern 10 mm Dicke
10 schlechte Stirnlängskante muss
7 Bleche von Fachwerkstäben Passung, sicher erfasst sein, ge-
mit Hohlquerschnitten 8 mm Dicke Kehlnähte ringer Wurzelrückfall
8 Seiten- und Deckbleche ist stellenweise zulässig.
sonstiger Bauteile mit Hohl- b ≤ 0,3 + 0,10 a, jedoch
querschnitten 5 mm Dicke maximal 1 mm.
b = Spaltbreite bzw.
9 Abdeckbleche 5 mm Dicke Wurzelrückfall
10 Schrammborde und Schot- 11 Einbrandkerbe a) Stumpfnaht:
terbegrenzungen 14 mm Dicke geringe örtlich zu-
lässig, h ≤ 0,5 mm
b) Kehlnaht:
4 Schweißverbindungen Senkrecht zur Span-
nungsrichtung sind
(1) Der Auftragnehmer muss über den großen Eig-
Einbrandkerben nicht
nungsnachweis nach DIN 18800-7 mit den erforder-
zulässig; örtlich auf-
lichen Erweiterungen für den jeweiligen Anwen-
getretene sind flach
dungsbereich verfügen.
anzuschleifen.
(2) Die eingesetzten Schweißer müssen die Schwei-
ßerprüfung nach DIN EN 287-1 erfolgreich abgelegt 18 Kantenversatz Maximal 2 mm;
haben und eine entsprechende Bescheinigung besit- scharfe Übergänge sind zu
überarbeiten.
zen. Der Einsatzbereich des Schweißers in der Ferti-
gung muss dem Geltungsbereich der vorliegenden 24 Zündstelle außerhalb der Schweißfuge
Schweißerprüfung entsprechen. Schweißer, die Kehl- unzulässig.
nahtschweißungen ausführen, müssen auch ein Kehl-
26 Mehrfachun- nicht zulässig
nahtprüfstück geschweißt haben. Zusätzlich ist der
regelmäßig-
Schweißbetrieb verpflichtet, sich über Arbeitsproben zu
keiten im
vergewissern, dass der Schweißer die an das Bauteil
Querschnitt
gestellten Qualitätsanforderungen erfüllen kann.
(3) Für die Schweißnahtvorbereitungen gilt DIN EN feste Ein- nicht zulässig
29692. schlüsse
(4) Die Grenzwerte von Imperfektionen sind nach Ange- Diese und die dadurch
DIN EN 25817 zu bewerten. Schweißnähte in Bau- schmolzene wärmebeeinflusste Zone
werksteilen mit nicht vorwiegend ruhender Belastung Schweißspritzer sind zu entfernen.
müssen mindestens die Anforderungen der Bewer-
tungsgruppe B (hoch) erfüllen.
(5) Bei Schweißverbindungen an Bauteilen, für die (6) Systematische, sich ständig wiederholende Im-
ein Betriebsfestigkeitsnachweis zu führen ist, und bei perfektionen sind unzulässig. Die Zuordnung der Er-

4 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


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gebnisse in die Bewertungsgruppen ist nach dem (10) Die tatsächliche Spaltbreite geschweißter Bau-
Bewertungskatalog DIN EN 25817 des Deutschen stellenstöße darf nicht mehr als 2 mm von der in
Verbandes für Schweißtechnik durchzuführen. der Ausführungszeichnung vorgesehenen abwei-
(7) Für die Prüfung von Schweißverbindungen im chen. Ein unplanmäßiger Höhenversatz ist durch
Stahlbrückenbau mit Röntgen- und Gammastrahlen konstruktive Maßnahmen zu verhindern.
ist DIN EN 1435 maßgebend. Die Durchstrahlungs- (11) Einwandige Steifen sind umlaufend anzu-
filmbilder müssen der Bildgüteklasse B nach DIN EN schweißen. Unterbrochene Nähte dürfen nicht aus-
462-3 entsprechen. Die Anforderungen richten sich geführt werden.
nach Prüfklasse B der DIN EN 1435.
(12) Bei Luft- und/oder Bauwerkstemperaturen un-
(8) Ultraschallprüfungen sind in Anlehnung an das ter 0° C darf nur mit Einverständnis des Auftragge-
Merkblatt Herstellung und Prüfung von Verbindun- bers und unter besonderen Maßnahmen geschweißt
gen; zerstörungsfreie Prüfung der Schweißverbin- werden.
dungen (AD-Merkblatt HP 5/3) der Arbeitsgemein-
schaft Druckbehälter durch einen qualifizierten
Werkstoffprüfer durchzuführen. Die Anforderungen
5 Seile
richten sich nach der Prüfklasse B. Die Zuordnung Es gelten die Technischen Lieferbedingungen für
der Ergebnisse in die Bewertungsgruppe der DIN EN vollverschlossene Brückenseile (TL Seile).
25817 ist nach den Empfehlungen zur Bewertung
von Ultraschallbefunden an Schmelzschweißverbin-
dungen (DVS-Merkblatt 0704) durchzuführen. 6 Fertigung
(9) Bei Stumpfstößen von Blechen dürfen unter- (1) Der Beginn der Fertigung in der Werkstatt und
gelegte Stahlbleche als Schweißhilfe anstelle von auf der Baustelle ist dem Auftraggeber rechtzeitig
Kupferschienen oder Keramikplättchen nur mit Zu- mitzuteilen.
stimmung des Auftraggebers verwendet werden. (2) Die Fertigungsüberwachung der Stahlkonstruk-
Werden diese Bleche zugelassen, so sind (mit Aus- tion und des Korrosionschutzes im Werk werden im
nahme in dichten unzugänglichen Hohlkästen) die Auftrag des Auftraggebers durch eine anerkannte
Ränder dicht zu verschweißen. Überwachungsstelle durchgeführt.

Bild 4.1.1: Zulässige Maßabweichungen für Platten und Steifen

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 5


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(3) Der Fertigstellungstermin ist dem Auftraggeber


so frühzeitig anzugeben, dass die Stahlkonstruktion
vor dem Verladen kontrolliert werden kann.
(4) Die Maßabweichungen bei der Herstellung sind
rechnerisch zu berücksichtigen. Sie dürfen die Wer-
te nach Bild 4.1.1 nicht überschreiten. Die Unter-
schreitung der zulässigen Werte ist durch Aufmaß,
auch beim abschnittsweisen Bauen, nachzuweisen.
Umfang, Art und Zeitpunkt des Aufmaßes ist mit dem
Auftraggeber abzustimmen. Die Ergebnisse sind ta-
bellarisch und graphisch darzustellen und den zu-
lässigen Werten gegenüberzustellen. Die Protokolle
aller Messungen und Prüfungen sind dem Auftragge-
ber fortlaufend zu übergeben.

7 Montage
(1) Der Auftragnehmer hat sich spätestens vor Be-
ginn der Montage von der richtigen Lage der Unter-
bauten zu überzeugen und das Messprotokoll dar-
über dem Auftraggeber auszuhändigen.
(2) Für alle wichtigen Montageschritte auf der Bau-
stelle ist dem Auftraggeber vor Beginn der Arbeiten
eine detaillierte Montageanweisung rechtzeitig vor-
zulegen. Hieraus muss die Folge der einzelnen Ar-
beitsgänge erkennbar sein. Ferner ist anzugeben,
welche Kontrollen während des Baufortschrittes (z.B.
Durchbiegungsmessungen, Auflager-, Seilkrafter-
mittlungen) durchgeführt werden. Das Ergebnis der
Kontrollen ist den Sollwerten gegenüberzustellen und
dem Auftraggeber vorzulegen.
(3) Montage- und Arbeitshilfen an der Trag-
konstruktion bedürfen der Zustimmung des Auftrag-
gebers und sind in den Ausführungsunterlagen dar-
zustellen.
(4) Es dürfen nur Pressen verwendet werden, die
sich auch unter Last in jeder Stellung festlegen las-
sen.
(5) Verunreinigungen und Beschädigungen der Un-
terbauten sind bei der Montage durch geeignete
Maßnahmen zu verhindern, erforderlichenfalls sind
sie im Einvernehmen mit dem Auftraggeber zu besei-
tigen.

6 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 4 Stahlbau, Stahlverbundbau Abschnitt 2 Stahlverbundbau

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 4
Stahlbau, Stahlverbundbau

Abschnitt 2
Stahlverbundbau

Stand 01/03 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 4 Stahlbau, Stahlverbundbau Abschnitt 2 Stahlverbundbau

In Vorbereitung

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 01/03


Inhaltsverzeichnis

Bundesanstalt für Straßenwesen


ZTV-ING Teil 4 Stahlbau, Stahlverbundbau Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Zusätzliche Technische
Vertragsbedingungen und Richtlinien
für Ingenieurbauten

ZTV-ING

Teil 4
Stahlbau, Stahlverbundbau

Abschnitt 3
Korrosionsschutz von Stahlbauten

Stand: 12/07 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 1


ZTV-ING Teil 4 Stahlbau, Stahlverbundbau Abschnitt 3 Korrosionsschutz von Stahlbauten

Inhalt Seite Seite

1 Allgemeines .............................................. 3 7 Prüfungen ............................................... 12


1.1 Grundsätzliches ......................................... 3 7.1 Allgemeines ............................................. 12
1.2 Begriffsbestimmungen ............................... 3 7.2 Qualitätssicherung der Beschichtungs-
1.3 Anforderungen ........................................... 4 stoffe und -systeme .................................. 12
7.2.1 Allgemeines ............................................. 12
1.4 Hinweise zur korrosionsschutzgerechten
Gestaltung.................................................. 4 7.2.2 Grundprüfungen, Eignungsprüfungen ..... 12
7.2.3 Abnahmeprüfzeugnis ............................... 12
2 Vorbereitung der Korrosionsschutz- 7.3 Überwachung der Ausführung ................. 12
maßnahmen .............................................. 4
7.3.1 Eigenüberwachung .................................. 12
3 Oberflächenvorbereitung ........................ 4 7.3.2 Kontrollprüfungen .................................... 13
3.1 Vorbereitungsverfahren ............................. 4
8 Abnahme ................................................. 13
3.2 Zwischenreinigung ..................................... 5
3.3 Anforderungen an die Oberflächen ............ 5 9 Mängelansprüche .................................. 13

4 Beschichtungsstoffe und -systeme ....... 5 Anhang A Beschichtungssysteme .................. 15


4.1 Allgemeines ............................................... 5 Anhang B Protokolle und Hinweise zur
Ausführung ..................................... 35
4.2 Beschichtungsstoffe ................................... 5
Formblatt B.4.3.1
4.3 Beschichtungssysteme .............................. 6
Prüfprotokoll für den Korrosionsschutz
4.3.1 Allgemeines ............................................... 6 Allgemeine Angaben ...................... 35
4.3.2 Fertigungsbeschichtungen ......................... 6 Formblatt B.4.3.2
4.3.3 Kantenschutz ............................................. 6 Prüfprotokoll für den Korrosionsschutz
4.3.4 Verzinken ................................................... 6 Applikationsbedingungen ............... 36
4.3.5 Dünnbeläge und reaktionsharzgebundene Formblatt B.4.3.3
Mörtelbeschichtungen ................................ 7 Prüfprotokoll für den Korrosionsschutz
Schichtdickenmessung .................. 37
5 Ausführung der Korrosionsschutz- Formblatt B.4.3.4
arbeiten ..................................................... 7 Kontrollflächen-Protokoll
5.1 Allgemeines ............................................... 7 Allgemeine Angaben ...................... 38
5.2 Anforderungen an das Personal ................ 8 Formblatt B.4.3.5
5.3 Verarbeitungsbedingungen ........................ 8 Kontrollflächen-Protokoll
Angaben beim Anlegen .................. 39
5.4 Lagerfähigkeit ............................................ 8
Formblatt B.4.3.6
5.5 Baustellenschweißstöße ............................ 8 Kontrollflächen-Protokoll
5.6 Kontrollflächen ........................................... 9 Erläuterungen zur Auswertung ....... 40
5.7 Kennzeichnung .......................................... 9 Formblatt B.4.3.7
Kennzeichnung des Korrosions-
6 Schutzmaßnahmen bei der Ausführung – schutzes am Bauwerk .................... 41
Entsorgung von Strahlschutt ................. 9 Formblatt B.4.3.8
6.1 Allgemeines ............................................... 9 Dokumentation von Teilerneue-
rungen ............................................ 42
6.2 Schutzmaßnahmen bei Strahlarbeiten ...... 9
6.2.1 Grundsatzforderungen ............................... 9 Anhang C Planungshilfen für Korrosions-
schutzarbeiten an Stahlbauten ....... 43
6.2.2 Anforderungen an die Einrüstungen ........ 10
Anhang D Entsorgung von Strahlschutt .......... 63
6.3 Schutzmaßnahmen bei der Applikation ... 11
Anhang E Richtlinien für Kontrollprüfungen
6.4 Entsorgung von Strahlschutt .................... 11
bei Korrosionsschutzarbeiten
6.4.1 Allgemeines ............................................. 11 (RKK) ............................................. 79
6.4.2 Vorgehensweise ...................................... 11
6.4.3 Nachweisverfahren .................................. 12

2 Verkehrsblatt-Sammlung Nr. S 1056 Stand: 12/07


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1 Allgemeines dichten Anschlüssen zum Bauwerk.


(9) Kontrollflächen
1.1 Grundsätzliches Dienen zur Klärung der Ursachen von etwaigen
(1) Der Teil 4 Abschnitt 3 gilt nur in Verbindung mit Mängeln am Korrosionsschutz. Sie werden an Stel-
Teil 1 Allgemeines.