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ZALAI MÚZEUM 3.

1991

Mader, Brigitta:

Die frühmittelalterliche Fundsituation in Friaul


(Aspekte zur slawischen Siedlungschronologie)
Vor nahezu 100 Jahren bemerkte MUCH (1898,130) in Brücke geschlagen wurden; als um 700 Rauberbanden und
seinem Artikel „Die frühgeschichtlichen Funde aus den schliesslich ein ganzes Slawenheer auf Veranlassung und
österreichischen Alpenlandern" in der Abhandlung über gegen Bezahlung des ruhmsüchtigen Herzogs Ferdulf in
die Emailfibeln von Perau und verwandte Erscheinungen: Friaul einbrachen und als Herzog Pemmo in den dreissiger
„Auch jenseits der südlichen Granze treffen wir, freilich Jahren des 8. Jhs. den Slawen, die in ungeheurer Zahl er-
noch seltener, auf verwandte Erscheinungen. Dort fand schienen waren, in Lauriana eine blutige Niederlage berei-
Tischler im Museum zu Udine ein Schildohrgehânge mit tete, mit ihnen aber danach noch am Schlachtfeld Frieden
grünem und weissem Email, welches aus Caporiaco, also schloss (P. DIACONUS Buch V, Kap. 22, 23; Buch VI,
aus dem Gebiet des einstigen langobardischen Herzog- Kap. 24,44).
thums Forum Julii (Cividale) stammt", und er meint weiter: Da hören wir aber auch von Tributzahlungen der Slawen
„MitdieserAufzâhlungderbisjetztbekanntenemaillierten an die Langobarden, die etwa ein Jahrhundert láng bis in die
Scheibenfibeln und Ohrgehânge sind die Funde dieser Art Zeit von Herzog Ratchis (739—744) das Land der Slawen,
offenbar keineswegs erschöpft; wahrscheinlich liegen noch das Zellia genannt wird, bis zum Orte Meclaria besassen (P.
manche, unscheinbar wie sie sind, in öffentlichen und per- DIACONUS Buch IV, Kap. 39.)
sönlichen Sammlungen, andere wird der Erdboden noch Trotzdem es nicht gelungen ist, allé bei Paulus Diaconus
herausgeben..." genannten geographischen Angaben zu lokalisieren—so-
Und tatsachlich ist es nient bei diesem einen erwahnten wohl Lauriana, das an der Grenze zu Karantanien (MENIS
Fund aus Caporiacco nordwestlich von Udine auf halbem 1969,148) vermutét wird, als auch Zellia und Meclaria, die
Weg nach San Daniele del Friuli geblieben. Inzwischen sich höchstwahrscheinlich auf das untere Gailtal und Thörl
sind auf Friauler Gebiet mehrere Fundstellen mit frühmit- Maglern beziehen (WOLFRAM 1979, 76 u. Anm. 9.),
telalterlichem Material, das, nachdem es von DINKLAGE konnten nicht mit Sicherheit identifiziert werden — kann
(1943,3 ff.) als frühdeutsch und von SOMEDA DE MAR- jedoch auf grund der eindeutigen Lokalisierung derübrigen
CO (1955,20) als langobardisch angesehen wurde, heute Örtlichkeiten angenommen werden, dass die Slawen nur
allgemein als slawisch gilt und zur sogenannten „Köttla- bis an die, von der slowenischen Forschung als langobar-
cher Kultur" bzw. dem Karantanisch-Köttlacher Kultur- discher Limes bezeichneten Linie (KOS 1932,31., GRA-
kreis gezahlt wird, bekannt geworden. FENAUER 1956,241. ff.), die sich von Invillino über Ge-
Schon PAULUS DIACONUS berichtet in seiner Storia mona, Ragogna, Artegna, Osopo und Nimis bis nach Cor-
Langobardorum von slawischen Vorstössen in das frühmit- nions erstreckt, vorgestossen sind.
telalterliche Friaul, das im Norden an das alpenslawische Wie aber zeigt sich dieser östlich des sogenannten Lan-
Fürstentum Karantanien und im Osten an die, ebenfalls von gobardischen Limes liegende В ereich Friauls aus archàolo-
P. DIACONUS ganz selbstverstandlich als „patria Sclavo- gischer Sicht? Lassen sich die genannten slawischen Ein-
rum" bezeichnete Carniola (P. DIACONUS, Buch VI, brüche anhand von Bodenfunden nachvollziehen bzw.
Kap. 51)grenzte. Hinweise auf eine in der Folge stattgefundene slawische
Da hören wir von zahlreichen kriegerischen Auseinan- Besiedlung ableiten?
dersetzungen zwischen Langobarden und Slawen, so, als in Der Vergleich des fur den betreffenden Zeitraum — al-
den sechziger Jahren des 7. Jh. Amerrit, der Sohn des gé- so des 7. und vor allém 8. Jhs. — in Frage kommenden
gén die Awaren gefallenen Herzogs Lupo, mit slawischer typischen Materials des Karantanisch-Köttlacher Kultur-
Hilfe die Macht über Friaul wiedererlangen wollte, aberbei kreises, d.h. von Formen, die laut P. KOROSEC (1975.9 ff
Nemas (Nimis) scheiterte; als kurz darauf die Slawen in 1977,79 ff u. 1979) der Kulturgruppe mitKeramik und der
einem neuerlichen Überfall auf Cividale zogen und von Karantanischen Kulturgruppe, datiert vom Ende des 6.
Herzog Wechtari bei Broxas (Brischis) an der Natisone bzw. Beginn des 7. bis ins 8. Jh., und nach VINSKI (1966,
42 Mader, Brigitta

632 f.) der âlteren Phase der Köttlacher Kultur von der wenige Jahre spáter (788) durch den Sturz der Agilolfinger
zweiten Hâlfte des 8. Jhs. bis Mitte des 9. Jhs. angehören, kara.
von GIESLER (1980,85 ff.) jedoch zum Vorköttlach-Ho- Vergegenwârtigen wir uns jedoch wieder die Umstande,
rizont, den er erst in die Mitte des 9. Jhs. stellt, gerechnet unter denen diese ohnehin kargen Funde getatigt wurden:
werden, mit den fur Friaul vorliegenden friihmittelalterli- 1880 trat in Luincis zufállig eine W—О orientierte,
chen Funden, die in der italienischen Terminologie unter weibliche Bestattung mit einem Paar Bronzeohrringe zu
dem weitgefassten Begriff „altomedievale", der den Zeit- Tagé (BROZZI 163,68 und 1989,53 u. Taf. 10/1; SRIBAR
raum vom Fall des Impérium Romanum bis zum 10. Jh. 1973,110 ff u. Taf. 2/3, SRIBAR—STARE 1974,462 ff.
umspannt, fallen, zeigt jedoch in Hinblick auf mögliche u.Taf. 1/3), imbenachbarten Clavais wurden 1897 anlásslich
slawische Spuren nur recht bescheidene Resultate. von Feldarbeiten in ca. 90 cm Tiefe zahlreiche ebenfalls
Es kann namlich in diesem Zusammenhang lediglich ein W—О orientierte Skelette aufgedeckt, wobei eine Bestat­
Тур, und zwar jener des einfachen Schláfenringes aus tung ein weiteresPaarLunulaohrgehange erbrachte (BROZ­
Bronzedraht mit 3 Schlaufen am Bogengrund in Betracht ZI 1963,70 und 1989, 32,35 u. Taf. 10/2; SRIBAR 1973,
gezogen werden. Leider aber sind derartige Kopfschmuck- 114 ff, u. Taf. 2/1 und SRIBAR—STARE 1974,462 ff. u.
ringe, sieht man von Muggia Vecchia bei Triest, das heu- Taf. 1/1) und in Andrazza am Ursprung des Tagliamento
te zur Region Friaul gehört, im Grundé aber schon zu Ist- stiess man wieder zufállig 1890 auf ein Grab, das neben
rien zahlt, ab, nur an 4 Stellen, nâmlich in Gorizia, Godo bei einer kleinen, durchlochten Scheibe, möglicherweise einer
Gemona, Pradamano im Síiden von Udine und Invillino be- Münze als Anhánger, und einer Nadel, einen mitPünktchen
kannt. Darüber hinaus stammt einzig das Exemplar von In- und einer Zick-Zacklinie verzierten Lunulaohrring, von
villino aus langjahrigen, systematischen Grabungen im Be- dem nur mehr eine Fotographie existiert, enthielt (BROZ-
reich der Burganlage am Monte Santino, wo es sich in ZI 1963,70 und 1989, 32 ff. u. Taf. 10/3; SRIBAR 1973,
einem Grab einer innerhalb der Kastellmauern angelegten 111 ff. u. Taf. 2/2; SRIBAR—STARE 1974,462 ff. u. Taf.
Friedhofsanlagedes 8. Jhs. fand (FINGERLIN, GARBSCH, 1/2). Hier angeschlossene Grabungen ergaben weitere Be-
WERNER 1968,122 u. Fig. 6/23). stattungen mit autochton-romanischem und langobardi-
schem Material (BROZZI 1981,62 und 1989,54 f.; BIER-
Die anderen 5 Schlàfenringe traten hingegen zufállig zu BRAUER1986,293 f.). Der Lunulaohrring aus Mossa, un-
Tagé. In Godo 1876 als Streufund (BROZZI1963,70 und weit von Gorizia, der 1960 ebenfalls in romanisch—lango-
1989, 57 f.), in Gorizia, mündlichen Überlieferungen zu- bardischem Milieu zum Vorschein kam, stellt wieder einen
folge, angeblich in zwei Gràbern in unmittelbarer Nâhe der Zufallsfunddar (BROZZI 1963,68ff.,$RIBAR 1973,111
Stadt (KOROSEC 1956, 462 und Taf. II; SVOUSAK- ff. u. Taf. 2/4).
KNIEIC 1976, 21 und Taf. 11/1—4; BROZZI 1989, 68)
Trotzdem aber veranlassten gerade diese Funde die slo-
und in Pradamano 1987 anlásslich einer Notgrabung, wo-
wenische Forschung zur Annahme einer álteren, ins 8. Jh.
bei in ca. 1 m Tiefe 19 Gráber, die vorwiegend spátrömi-
zu setzenden, slawischen Siedlungsschicht im nördlichen
sches Material enthielten, aufgedeckt wurden (BUORA
Friaul (Karnien) und die Ohrringe von Mossa und Buja süd-
1988, 387 f).
lich von Gemona, wo SRIBARs (1987,309) Angaben zu-
Aus der bereits erwáhnten, an Beigaben eher armen und folge in jüngster Zeit ein weiteres Exemplar dieser ge-
in autochton-romanische Richtung deutenden Nekropole schmiedeten Halbmondohrringe anlásslich von Notgra-
von Invillino (BROZZI 1989, 55 f. u. Abb. 10/8) stammt bungen infolge des Erdbebens von 1976 im Bereich der
auch ein OhrgehángeausEisen, das seiner Form undpunkt- Kirche San Lorenzo in Monte gefunden wurde (MENIS
förmigen Verzierung nach an die geschmiedeten, halb- 1982, 17 ff.), werden in Zusammenhang mit dem soge-
mondförmigen Ohrringe aus Mossa, Andrazza, Luincis nannten Langobardischen Limes und einer ersten noch in
und Clavais erinnert, die üblicherweise ebenfalls ins 8. Jh. langobardische Zeit zurückgehende slawische Besiedlung,
datiert werden. SRIBAR sieht in diesen Ohrgehángen, die die den Osten Friauls erfasste, gesehen (SRIBAR 1974,
er als slowenisch anspricht, eine typologische Sondergrup- 481 und 1984—85, 55 f.; GRAFENAUER 1987,5 f.).
pe (Gruppé E im Katalog der Ausstellung „Der Karanta- Angesichts der vorliegenden archáologischen Situation
nisch-Köttlacher Kulturkreis" und bei SRIBAR 1976,462 und in der Hoffnung auf planmássige Grabungen scheint es
ff.), die an âhnliche Beispiele aus Kârnten, Krain, der Stei- mir im Moment aber sinnvoller den Ausführungen des slo-
ermark, dem slowenischen Küstenland und Istrien an- wenischen Historikers PLETERSKI zu folgen, der das lan-
knüpft und den Ausgangspunkt zur Entstehung und Ent- gobardisch—slawische Verháltnis eher friedlich sieht, auf-
wicklung der spáteren klassischen Köttlacher Lunulaohr- grund der topographischen Gegebenheiten — jeder kann
gehânge bildet (SRIB AR 1976,480, u. 1973,110 ff). Auch sich selbst vom unwegsam gebirgigen Ostrand Friauls
V. STARE (1983,505) stellt die genannten Ohrringe in die überzeugen — nur wenig Kontakté vermutét und erst ab
Übergangszeit zur Karantanisch-Kötüacher Kultur, also Beginn des 9. Jhs., nachdem auch Istrien dem Frankenreich
ins 8. Jh., und vermutét, wieauch$RIB AR (1974,477), Zu- angehörte, mit slawischen Ansiedlungen in Friaul und Ist-
sammenhánge mit 774, dem Fali des Langobardenreiches rien rechnet (PLETERSKI 1985, 351 ff.).
und der damit verbundenen Eingliederung Friauls ins Fran- Demnach hàtte es kaum die Notwendigkeit einer befe-
kenreich, unter dessen Oberherrschaft auch Karantanien stigten Militárgrenze gegen diebenachbarten Slawen gége-
Die frühmittelalterliche Fundsituation in FHaul (Aspekte zur slawischen Siedlungschronologie) 43

ben. Dies deckt sich aber auch ganz mit den Grabungsresui- ten es auch gewesen sein, die in der Folge der bei Paulus Di-
taten von Invillino. aconus geschilderten Slaweneinbrüche im Osten Friauls
Die Forschungen im castrum Ibligo ergaben nâmlich, ansâssig wurden.
dass hierim 5.—7. Jh. eineromanisch—autochtone Bevöl- In diesem Fall jedoch sollten sich hier Ortsnamen fin-
kerungsgruppe siedelte, die wahrscheinlich den Mittel- den, die fur das Alpenslawische typische phonetische und
punkt von mehreren romanischen Siedlungen im oberen morphologische Merkmale aufweisen und somit die An-
Tagliamentotal — wo sich übrigens auch Luincis, Clavais wesenheitjener frühmittelalterlichen Slawenbezeugen wur-
und Andrazza befinden — bildete, wâhrend die langobar- den.
dische Komponente im castrum schwach vertreten ist. Leider aber ist meine Suche nach derartigen Toponymen
(BffiRBRAUER 1985,19). in Friaul negatív verlaufen. Sâmtliche Ortsnamen slawi-
Laut BIERBRAUER scheint eine Überinterpretation scher Herkunft wie z. В.: Platischis (1206 Platischis, aus
der bei PAULUS DIACONUS erwâhnten Fakten und Er- blatiSce zu blato „Sumpf 0, Gradisca (mehrfach in Friaul
eignisse vorzuliegen, denn im Grunde spricht jener nur vertreten) aus: gradiSce zu grad „Burg"), Prapotischis (aus:
vom Rtickzug der Langobarden angesichts des Awaren- prapotisce zupraprot„Farnkraut"), Sella (aus: selo „Dorf '),
sturms, nicht aber von langobardischen Militárlagern. Eben- Mocilo oder Mocila („feuchte Gegend"), Le Loche di Tri-
co wenig berichtet er auch von slawischen Ansiedlungen, vignano (aus loka „Wiese"), Podpec (ital. Bordon, Í534
sondern lediglich von deren Vorstössen und kriegerischen Popechni, aus: pod „unter" undpeő „Fels", in slowenischen
Auseinandersetzungen mit den Langobarden. Dialekten auch „Höhle"), Ravne (1632,1642 Raunia, zu ra­
Zieht man in diesem Zusammenhang in Betracht, dass ven „eben, flach"), Debel(l)is (zu debel „dick, dicht"), Vi-
sich die halbmondförmigen Ohrgehànge aus Andrazza, socco (zu visok „hoch"), Rupa (zu rupa „Loch, Grube"),
Luincis, Clavais und Mossa keineswegs eindeutig glei- Patocco (zu potok „Bach"), Dolegna (aus: dolenjane zu dol
chen, sondem vielmehr eher als „weitschichtig" verwandt „Tal") zeigen nâmlich bereits viel jüngere bzw. schon dem
bezeichnet werden können — SRIBAR selbst bemerkte, Slowenischen zuzuordnende Merkmale. Es fehlen auch
dass eigentlich nur die Schmiedetechnik deren einziges ge- Hydronyme auf — ika (Bagni di Lusnizza aus luznica;
meinsames Merkmal ware (1973,110)—und tragt weiters Ugovizza zu slow, ukati „brausen, tosen"; Stermizza aus
dem Umstand Rechnung, dass âhnliche, aus romanisch— strmica zu strm „schriff, steil"), ebenso wie Ortsnamen aus
autochtonen Fundstellen stammende, Lunulaohrringe in Personennamen auf — ilci und Toponyme, die aus alten
Ficmano, südlich von Cividale (BROZZI1971,71 ff. und Personennamen gebildet sind (Perovizza zu Pero) (DESI-
1989, 65 f. u. Taf. 8/1) und Mainizza bei Farra d'Isonzo NAN 1977, 1982; FRAU 1978; ZUANELLA 1980 ff.;
(BROZZI 1989,70 u. Taf. 10/4; BUORA 1981,32 ff.) vor- MADER 1988, 38).
liegen, so finden die von Brozzi jüngst geâusserten Zwei- Es lassen sich daher auch aus dem vorliegenden Ortsna-
fel an der slawischen Herkunft dieser halbmondförmigen, menmaterial keinerlei Hinweise auf eine friihe slawische
geschmiedeten Ohrringe, die er lieber als autochton—ro- Einwanderungsphase ableiten.
manisch einstufen würde, immer mehr Berichtigung. Und Allerdings könnte es hier, wo heute ebenfalls eine slo-
eigentlich weist auch schon SRIBAR (1974,480) indirekt wensprachige Minderheit ansâssig ist, durchaus zu einer
in diese Richtung, wenn er meint „Obwohl wir diese Ohr- áhnlichen Erscheinung wie in Kârnten gekommen sein, da
ringe als slowenisch bezeichnen, müssen wir doch die wir es auch dort von alters her mit einer gemischtsprachi-
Möglichkeit zulassen, dass bei ihrer Gestaltung und An- gen Situation (romanisch—slawisch bzw. deutsch—sla­
wendungsweise auch das ethnische Element der Ursiedler wisch) zu tun haben. In Kârnten unterlag nâmlich das al­
zum Ausdruck kam." penslawische Namengut im Laufe der Zeit phonetischen
Vielleicht sollte man sich daher überhaupt zur Ausglie- Verânderangen, die durch die sprachliche Weiterentwick-
derung dieser Fundstücke aus dem Karantanisch—Köttla- lung und spâterenZuzug slowenisch sprechenderBevölke-
cher Material Friauls entschliessen. rungsgruppen verursacht wurden. Altertümliche, alpensla­
Ganz sicher aber sind diese Ohrgehànge nicht als slowe- wische Namenformen aber konnten nur durch eine „recht-
nisch anzusehen, denn zu diesem frühen Zeitpunkt kann zeitig" erfolgte Entlehnung ins Deutsche bewahrt werden.
von slowenisch noch nicht die Rede sein. Linguistisch ge- Ohne diese Ubernahme hâtten wir heute beispiels weise nur
sehen scheint sich das Slowenische nâmlich erst im Laufe mehr die slowenische Bezeichnung Pece ( 1854 Pecani, Pe-
des 10. Jhs. herauszubilden, denn dieFreisinger Denkmâler, ce), aus der eingedeutschten Form Pöckau aber, die auf
die allgemein bereits als slowenischerTextangesehen wer- Pekt'jane (1238 Peccah) zuriickgeht, wissen wir um die al­
den, zeigen immer noch ziemlich altertümliche Ziige, die penslawischen Wurzeln dieses Toponyms. Genauso verhalt
mit dem Alpenslawischen iibereinstimmen (POHL 1974, es sich auch mit Jesenice in Slowenien, das im Deutschen
9), also mit jenem archaischen Slawisch, das sich in der Assling heisst.
seit Ende des 6. Jhs. den Ostalpenraum besiedelnden sla- Derartige Beispiele fur Entlehnungen aus dem Slawi­
wischen Bevolkerung entwickelte. schen ins Italienische bzw. Friaulische, die geeignet wâren,
Da die Slowenen als Nachfolger der Alpenslawen ange- die alpenslawische Herkunft der Toponyme zu dokumen-
sehen werden, diirfte an dieser Stelle nur der Terminus „al- tieren, fehlen jedoch in Friaul ebenfalls (MADER 1988,
pensíawisch" Anwendung finden. Und Alpenslawen miiss- 39.).
44 Mader, Brigitta

Umgekehrt aber deuten die slowenischen Bezeichnun- bei Palmanova genannt, die als „villa Sclavorum" bezeich-
gen für Aquileia — Oglej, Grado — Gradez, Udine — Vi- net wird (DESINAN 1977,146). DieNeugründungen wer-
dem und Cividale — Cedad auf eine sehr £rüh stattgefun- den Aquileia aber schon 1001 in einem Diplom von Ottó
dene Entlehnung hin, da jené den gleichen Lautgesetzen III.ausdrücklichzuerkannt(KOS 1915,1V, l).Leiderwer-
folgend aus dem Lateinischen bzw. Vulgarlateinischen ab- den in dieser Urkunde die betreffenden Ortschaften nicht
geleitet wurden, wie sonst slowenische Formen über das namentlich genannt, doch wird als sicher angenommen,
Urslawische aus dem Indogermanischen stammen (KATI- dass jené mit den zahlreichen Ortsnamen slawischer Her-
Ctó 1980,28 f.). kunft, wie z. B. Gradisca, Gradiscutta, Goricizza, Gorizzo,
Aber so gut auch jené zur áltesten slawischen Entlehn- Belgrado, Sella, Lonca, Glaunicco, Lestizza oder Santa
schicht gehörenden Toponyme zu den bei Paulus Diaconus Marizza, die im wesentlichen im Bereich zwischen Torre
in Bezúg auf die Slawen erwahnten historischen Ereignis- und Tagliamento bzw. Palmanova, Udine, Spilimbergo
se passen würden, bezeugen sie doch nur, dass schon sehr und Latisana mit einer auffallenden Konzentration um
früh romanisch—slawische Kontakté bestanden haben. Sie Codroipo auftreten, in Verbindung zu setzen sind. Darüber
sagen aber nichts über eine frühe, also schon im 7. Jh. ein- hinaus gebén die mit slawisch pust „öde, leer, verlassen"
setzende slawische Besiedlung des Friauler Ostens aus. gebildeten Toponyme, wie Pustotta, Pustotis, Pustote usw.,
Es zeigt sich also, dass weder aufgrund des archáologi- die besonders auf mittelalterlichen Landkarten zu finden
schen, noch des toponomastischen Materials eine in lango- sind (PELLEGRINI 1972, 74) ebenso wie die hàufigen,
bardische Zeit zurückgehende, erste slawische Besied- vom Ethnikon Sclav- abzuleitende Ortsnamen wie Scla-
lungswelle nachgewiesen werden kann. vons, Sclaunicco oder Sclavagnestis (DESINAN 1977,
Die Vorfahren der heute im Osten Friauls ansassigen 148) Aufschluss über Ausmass und Verbreitung dieser in
Slowenen scheinen erst auf wesentlich spatere, sicher nicht der zweiten Halfte des 10. Jhs. stattgefundenen slawischen
vor dem 10. Jh. anzusetzende Besiedlungsphasen zuriick- Besiedlung.
zugehen. Das deckt sich aber einerseits auch mit den histo- Vergegenwàrtigen wir uns nun das archáologische Ma-
rischen Fakten, die von einer slowenischen Besiedlung der terial dieser Zone, so zeigen sich klare Übereinstimmungen
Táler des Isonzó, Natisone und Torre im 12. und 13. Jh. mit den eben angeführten historischen Gegebenheiten und
sprechen (LEICHT 1923, 77) und andererseits mit den linguistischen Resultaten (MADER 1988,40).
áltesten urkundlichen Belegen slawischer Ortsnamen, die Praktisch das gesamte Fundgut—in Aquileia vierLunu-
aus dem 11. (Canale del Ferro), 12. (Torre- und Natisone- iaohrgehànge, drei geschmiedete mit Tremolierstichver-
tal) und 14. Jh. (Resia- und Kanaltal) stammen (DESINAN zierung und einer mit schwarz-weissem Grubenemail, so-
1982,39). wie eine bronzene Emailscheibenfibel mit Agnus Dei-Mo-
Einer völlig anderen Situation stehen wir hingegen im tiv; allé angeblich Grabfunde aus dem unmittelbaren Bere-
Falle des, aus dem Zentralbereich Friauls stammenden, ich von Aquileia (KOROSEC 1956,459 ff. u. Taf. 1/1—8;
frühmittelalterlichen Fundmaterials gegenüber. Trotzdem SRIBAR 1973,119 u. 121; BROZZI1963,68 u. 71); in Ca-
auch hier nicht immer Fundberichte bzw. - umstande in poriacco der eingangs erwâhnte halbmondförmige Ohrring
ausreichender Form zur Verfügung stehen, sind wir doch, mit Emaileinlage, der 1889 anlâsslich von Feldarbeiten
vor allém unterstützt durch die historische Quellén aber zufállig zum Vorschein kam (KOROSEC 1955,247 ff. u.
auch die Ergebnisse der Ortsnamenforschung in den betref- Taf. 3/5; SRIBAR 1973,119 u. 121; BROZZI1963,68); in
fenden Gebieten imstande, das gesamte zu Tagé getretene Turrida vor allém wieder Lunulaohrgehünge aus Bronze
archáologische Material nicht nur in ethnischer, sondern sowohl mitEmail- als auch Tremolierstichverzierung, aber
auch chronologischer Hinsicht eindeutig zuzuordnen. auch ein einfacher Kopfschmuckring aus Draht mit drei
Diesen Umstand verdanken wir den Einbrüchen der Un- aufgeschobenen Blechbeeren (eine davon nur mehr zur
garn, die von 899 bis 952 mehrmals über die strada alta, die Halfte vorhanden) und Drahtwicklung, weiters eine Schei-
von der Isonzonrücke bei Savogna nach Codroipo führt und ben- und eine gleicharmige Bügelfibel, die aus einer 30
spater in historischen Dokumenten áuch als „strada Hunga- Grâber umfassenden Nekropole stammen, die 1923 un-
rorum" bezeichnet wird, in Italien einfielen und weite Tei- weit der Pfankirche San Odorico in 60 cm Tiefe aufgedeckt
le Friauls verwüsteten und entvölkerten. Besonders von wurde (KOROSEC 1955, 247 ff. und Taf. I, II; SRIBAR
dieser Invasion betroffen war die Friauler Ebene (Bassa 1973,110 ff. u. Taf. I, П; BROZZI 1963,66 u. 68; SIVEC
Friulana) zwischen den Flüssen Torre und Tagliamento 1975,72 u. 75 u. Taf. 1/11); und vermutlich aus Tarcento
(STIH 1983,192.,PASCHINI 1934,185). ein fast identisches Gegenstück zu einem der gravierten,
In der Folge waren es dann vor allém die Patriarchen von geschmiedeten Halbmondohrringe von Turrida (KORO-
Aquileia, nâmlich Roduald und Johannes (MENIS 1969, SEC 1955,252; SRIBAR 1974,110 u. 118 u. Taf. 2/6) —
183), die sich um die Repopulation der verheerten Gebie- kann der von GIESLER (1980, 94) vorgeschlagenen
te bemühten, und zu diesem Zweck slawische Bauern in der Spâtphase der Köttlacher Kultur, mit der jener von der
sogenannten „Vastata Hungarorum" ansiedelten (MENIS zweiten Halfte des 10. Jhs. bis etwa zur Mitte des 11. Jhs.
1969,185). rechnet, zugeordnet werden.
Erstmals urkundlich werden die neuen Siedler im Jahre Als zeitgleich sind ebenfalls die Lunulaohrgehânge mit
1031 in Verbindung mit der Ortschaft Mereto di Capitolo Emaileinlage aus Corno di Rosazzo auf halbem Weg von
Die frühmittelaUerlicke Fundsituation in Friaul (Aspekte zur slawischen Siedlungschronologie) 45

Gorizia nach Cividale, anzusehen, wo man 1951 im Hof des fur die „Vastata Hungarorum" urkundlich genannten sla-
Pfarrhauses durch Zufall auf 7 W—О orientíerte Bestattun- wischen Personennamen, die ebenfalls zum Teil altertùm-
gen in 70 cm Tiefe stiess (BROZZI1963,68 u. 70; KORO- lich sind, von Interresse zu sein.
SEC1955,250ff.u. Taf. 3/1—3; SRIBAR 1974,109,119 Wir finden nàmlich 1170 und 1390 den im Alpenslawi-
u. 121). schen vertretenen Namen Prédigojő (DESINAN 1977,
Ein weiterer Beweis fiir die in ottonischer Zeit stattge- 204; MADER 1986,76) und stossen im Inventarverzeich-
fundene slawische Besiedlung wurde vor wenigen Jahren nis des Klosters Santa Maria von Aquileia aus dem Jahre
auch fur Pordenone, wo iibrigens heute noch ein Stadtteil 1181 unter anderem auf Stojanó, Stanislav7, Vitigojó,
den Namen Sclavons tràgt, erbracht. Dobrogojó, Stan7 sowie mit -gostó, -bor7 und -goj6 gebild-
Hier wurden anlâsslich von Restaurierungsarbeiten im te Personennamen, die ebenfalls bereits im Alpenslawi-
Laubengang des Palazzo Richieri (Corso Vittoria) 1985 schen belegt sind, wobei -goj6 als ein fur das Alpenslawi-
Reste von menschlichen Bestattungen entdeckt. Die an- sche besonders typischer Wortstamm gilt (KRONSTEI-
geschlossene Grabung ergab 11 W—О orientíerte Bestat- NER1981,25ff.u. 108).
tungen, wovon 5 Beigaben, darunter Kopfschmuckringe Vor allem dieser schon im Alpenslawischen vertretenen
aus Bronze mit Knöpfchen- und S förmigen Enden, zwei Personennamen wegen, aber auch aufgrund des Nasalvor-
gleicharmige Bügelfibeln, wieauch schon in Turrida, zwei kommens, ware man vielleicht geneigt, Karantanien, wo
Eisenmesser und einen einfachen, offenen Fingerring aus âhnliche Alpenslawismen noch bis ins 13. und 14. Jh. fass-
Bronze (BROZZI 1987, 222 ff. u. Fig. 1—11), enthielten. bar sind (KRONSTEINER 1981,114 u. Karte 7), als Her-
Zum Abschluss sei mir noch ein kurzer Exkurs über die kunftsgebiet den Vorzug zu geben.
mögliche Herkunft dieser slawischen Siedler in Friaul ge- Dieser Gedanke findet bis zu einem gewissen Grad auch
stattet. von archâologischer Seite Unterstiitzung, da die auf Friau­
Zieht man die historisch—politische Situation, die Bil- ler Boden zutage getretene Funde in typologischer Hinsicht
dung Grosskarantaniens 976 und die Ausbreitung des Pat- zum Teil Zusammenhange mit dem aus der Gegend von
riarchats von Aquileia ab Mitte des 10. Jhs. in Betracht, so Villach stammenden Fundmaterial aufweisen ($RIB AR—
könnten die slawischen Siedler sowohl aus Karantanien als STARE 1974, 480). Gleichzeitig aber spricht gerade das
auch Krain in die Friauler Ebene gekommen sein. Beigabenmaterial aus dem Grâberfeld von Turrida, wieder
Linguistisch gesehen stellen die frimer angefuhrten Bei- mehr fur eine Verbindung mit Krain (SRIBAR—STARE
spiele der slawischen Ortsnamen in der „Vastata Hungaro- 1974,480). Allerdings stellt man sich den Weg der Migra­
rum" junge, in phonetischer wie morphologischer Hin- tion aus Krain in die Friauler Ebene über den Norden durch
sicht, bereits dem Slowenischen nahestehende Bildungen das Kanaltal und den Tagliamento entlang vor (SRIBAR—
dar. Allerdings mit einer Ausnahme: in Lonca ist der alte STARE 1974, Abb. 1.).
Nasal oN erhalten! Da aile mit „loNka" („Wiese") gebilde- Es ware daher nicht völlig undenkbar, dass möglicher-
ten Toponyme den Nasal und noch nicht dessen sloweni- weise einzelne, spàtalpenslawische Gruppén aus Karanta­
sche Entsprechung о („loka") aufweisen (vg. DESINAN nien an der Wiederbesiedlung der von den Ungarn verwii-
1982, 302), haben die von Aquileia angesiedelten Bauern steten Gebiete Friauls beteiligt waren (MADER 1988,41).
damais offenbar noch das nasale oN gesprochen. Dieser Woher aber die slawischen Siedler immer auch stammen
Umstand alléin ist jedoch keineswegs so ungewöhnlich, da mogen, so scheint doch die vorliegende archâologische Si­
der Prozess der Denasalisierung nicht überall gleichzeitig tuation in Friaul dafur zu sprechen, dass jene Siedler, die in
zum Abschluss kam. Beispiele aus abgeschiedenen Al- ottonischer Zeit im Anschluss an den Ungarnsturm ihre
pentalern zeugen bis ins 14. Jh. hinein von Nasalen. Gera- neuen Wohnsitze bezogen, sicherlich der ersten massiven
de dièse Beobachtung aber scheint in Verbindung mit den slawischen Besiedlungswelle angehörten.
46 Mader, Brigitta

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Die friihmittelalterliche Fundsituation in Friaul (Aspekte zur slawischen Siedlungschronologie) 47

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Abb. 1.

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