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МИНИСТЕРСТВО ОБРАЗОВАНИЯ И НАУКИ РОССИЙСКОЙ ФЕДЕРАЦИИ

Федеральное государственное бюджетное образовательное учреждение


высшего профессионального образования

«Воронежский государственный архитектурно-строительный


университет»

З.Е. Фомина, В.И. Чечетка

Theoretische Grammatik
der deutschen Sprache

ТЕОРЕТИЧЕСКАЯ ГРАММАТИКА
НЕМЕЦКОГО ЯЗЫКА

УЧЕБНОЕ ПОСОБИЕ

Воронеж 2015

1
УДК 803.0:910(07)
ББК 81.2 Нем: 26.89я7

Ф762

Рецензенты:
кафедра иностранных языков
Губкинского института (филиала) ФГБОУ ВПО «Московский
государственный открытый университет им. В.С. Черномырдина;
Т.В. Коновалова, канд. филол. наук, доцент кафедры иностранных языков
Воронежской государственной лесотехничской академии

Фомина, З.Е.
Теоретическая грамматика немецкого языка: учеб. пособие для
Ф762 аспирантов и студентов ПСПК /З.Е. Фомина, В.И. Чечетка;
Воронежский ГАСУ. - Воронеж, 2015. – 110 c.

Учебное пособие разработано в соответствии с действующими


государственными стандартами и программой по данному курсу. Материал
пособия рассчитан для активного усвоения и самостоятельного изучения
дисциплины «Теоретическая грамматика немецкого языка» и рассчитан на 77
часов (36 часов аудиторных занятий и 41 час самостоятельной работы).
Пособие включает теоретический и практический материалы: лекции,
планы семинарских занятий, практические задания, контрольные вопросы,
тесты для самостоятельной оценки качества освоения дисциплины.
Учебное пособие предназначено для аспирантов и студентов, обуча-ющихся по
программе «Переводчик в сфере профессиональной коммуника-ции».
Библиогр.: 104 назв.

УДК 803.0:910(07)
ББК 81.2нем: 26.89я7

Печатается по решению учебно-методического совета


Воронежского ГАСУ

ISBN 978-5-89040-523-4 © Фомина З.Е., Чечетка В.И., 2015


© Воронежский ГАСУ, 2015

2
ВВЕДЕНИЕ

Данное пособие по теоретической грамматике немецкого языка


предназначено для аспирантов и студентов, обучающихся по дополнительной
специальности «Переводчик в сфере профессиональной коммуникации», а
также может быть рекомендовано в качестве дополнительной литературы и для
студентов 2-3 курсов дневной формы обучения.
Целью курса «Теоретическая грамматика немецкого языка» является
изучение его грамматического строя, основанное на методологических прин-
ципах отечественного и зарубежного языкознания.
Задачами курса являются формирование теоретической базы для
будущей профессиональной деятельности переводчиков, обобщение и система-
тизация теоретических положений, создание предпосылок для самостоятельной
научно-исследовательской работы студентов.
Пособие состоит из шести частей. В первой части содержится
лекционный материал, во второй – дан материал для практических и семи-
нарских занятий, в последующих частях – практические упражнения и тестовые
задания, которые позволят студентам более эффективно организовать процесс
изучения и усвоения учебной дисциплины, предназначенные для закрепления
полученных знаний на практическом материале и призванные повысить
интерес обучающихся к немецкому языку.

3
TEIL I

THEORETISCHE GRUNDLAGEN
DER DEUTSCHEN GRAMMATIK

Vorlesung 1

Thema: Die Grammatik und der grammatische Bau

Schwerpunkte:
1. Die Grammatik als eine Lehre.
2. Der grammatische Bau der Sprache.
3. Das Wort „Grammatik“.
4. Die praktische und theoretische Grammatik.
5. Die Grammatik als ein System.
6. Die Beziehungen der Grammatik zu anderen Wissenschaften.
7. Die diachronische und synchronische Betrachtung der Grammatik.
8. Die Ebenen der Grammatik - Morphologie und Syntax.

Schlüsselbegriffe: Grammatik, Phonetik/ Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexiko-


logie, Wortbildung.

Die Grammatik ist die Lehre vom grammatischen Bau der Sprache. Der
grammatische Bau wird auch Grammatik genannt. Unter dem grammatischen Bau der
Sprache versteht man die Gesamtheit, das System der Formen einer Sprache. Das
Wort “Grammatik” ist griechischer Ursprung - die Kunst zu schreiben.
Man unterscheidet die praktische und die theoretische Grammatik. Die ersten
griechischen Grammatiken waren von rein praktischer Natur: das Ziel dieser
Grammatiken bestand darin, orthographisch und stilistisch richtig schreiben zu
lehren. Die Schulgrammatiken von heute verfolgen eigentlich ähnliche Ziele, ins
besonders die Grammatiken der Muttersprache.
Die praktische Grammatik einer Fremdsprache setzt sich zum Ziel nicht nur
schreiben, sondern auch richtig sprechen zu lehren. Aus diesem Grund enthält die
praktische Grammatik eine Reihe von Regeln, die durch Übungen befestigt werden.
Vor der theoretischen Grammatik steht ein anderes Ziel, eine andere
Aufgabe: vor allem die Grammatik als ein System darzustellen. Die grammatischen
Formen bilden ein System, in dem verschiedene Beziehungen ausgedrückt sind. Die
theoretische Grammatik erschließt diese Beziehungen, sowie die Beziehungen
zwischen den grammatischen Formen und deren Inhalt.
Die theoretische Grammatik verfolgt doch ein Ziel: sie hat die verschiedenen
Auffassungen von dieser oder jener Erscheinung kritisch zu bewerten. Manche von
diesen Auffassungen sind diskutabel: welche Stelle nimmt, zum Beispiel, der Artikel
im System der Wortarten ein? Welche sind die Hauptfunktionen des Artikels?
Welche Bedeutung hat die Konstruktion „sein+Partizip II“ der transitiven Verben?
Usw. Es gibt verschiedene Meinungen über diese und andere Fragen und Problemen.

4
Die Grammatik ist kein geschlossenes System. Die grammatikalischen Ebenen
sind mit den phonetisch-phonologischen Ebenen eng verbunden. Eng ist auch die
Verbindung der Grammatik mit der lexikalischen Ebene.
Die Verbindung der Grammatik mit der Phonetik und Phonologie äußert sich
folgenderweise: 1. Die Rolle der Betonung in der Grammatik der russischen Sprache
(´okna – Plural, okna´ - Singular, Genitiv) oder der deutschen Sprache (überse´tzen,
´übersetzen). 2. Die Rolle der Intonation für die Gestaltung des Satzes in jeder
Sprache ist großartig: Feuer! Hilfe! Die Intonation hilft bei dem Unterscheiden der
Sätze nach der Zielstellung und nach dem Satzbau. Die Intonation ist ein wichtiges
Mittel der kommunikativen Gliederung des Satzes und der emotionellen Färbung des
Satzes. In manchen linguistischen Werken (Grammatik der russischen Sprache) wird
die Phonetik als Teil der Grammatik betrachtet. Aber die moderne Phonetik,
besonders die Phonologie, ist eine selbständige Wissenschaft und es wäre nicht
zweckmäßig, diese Wissenschaften zu vereinigen.
Mit der Lexik ist die Grammatik vor allem durch die Wortbildung verbunden.
Die Grammatik und die Wortbildung verfügen über die gleichen Mittel: über Suffixe
und Präfixe. Sie dienen sowohl zur Wortformveränderung als auch zur Bildung neuer
Wörter (also, zur Formbildung und zur Wortbildung). Die wortbildenden Suffixe
bestimmen die Zugehörigkeit eines Wortes zu einer Wortart, anders gesagt, sie
bestimmen das grammatische Geschlecht des Substantivs – in diesen beiden Fällen ist
das die Grammatik, aber die Wortbildung ist zugleich einer der Wege zur
Bereicherung des Wortschatzes - das ist schon die Lexik (z.B.: Gnade, gnädig;
Meister, Meisterschaft, meisterhaft usw.).
In einer Reihe der grammatischen Werke wird die Wortbildung als Teil der
Grammatik betrachtet - z.B., in der Akademiegrammatik der russischen Sprache, in
manchen in Russland und Deutschland erschienenen alten Grammatiken der
deutschen Sprache wie z.B., in der deutschen Grammatik von O.I. Moskalskaja, E.W.
Gulyga und M.D. Natanson u.a., auch in einigen in Deutschland erschienenen
Grammatiken.
Andere Sprachforscher betrachten die Wortbildung als einen Teil der Lexiko-
logie (z.B., in der „Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache“ von M.D. Stepanowa
und I.I. Tschernyschewa, in der “Deutschen Wortkunde“ von W. Schmidt).
Es gibt aber auch Werke, die speziell der Wortbildung gewidmet sind: „Die
Wortbildung der deutschen Sprache der Gegenwart“ von M.D. Stepanowa, „Deutsche
Wortbildung“ von Walter Hensen, „Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache“
von Wolfgang Fleischer u.a.
Die Grammatik ist auch deshalb mit der Lexik aufs engste verbunden, weil die
Bildung und der Gebrauch der grammatikalischen Formen von bestimmten
lexikalischen Gruppen abhängig sind, z.B.:
1. Unterschiedlicher Gebrauch des Artikels von verschiedenen Klassen der
Substantive vor Gattungsnamen und vor Stoffnamen oder Eigennamen (Pluralia-
tantum: Eltern, Masern; Singulariatantum: Gold, Milch u.a.);
2. Die Steigerungsmöglichkeiten der Adjektive: schön – schöner – am
schönsten (die, der, das schönste), aber eisern, golden, viereckig usw.);
3. Die Semantik der Wörter spielt eine große Rolle beim Satzbau, wo die
Fügungsmöglichkeiten (die Valenz) der Wörter von großer Bedeutung (sind) ist.
5
Nicht jedes Wort, z.B., kann mit den Pronomen „man“ und „es“ verbunden werden
(unmöglich - man bellt). Die Fügungsmöglichkeiten lassen sich nur solche Wörter in
einen Satz verbunden, die inhaltlich zueinander gehören (unmöglich - der Tisch lernt;
Das Boot ist mutig).
Dem Problem der lexikalischen Füllung der einzelnen syntaktischen Konstruk-
tionen wird in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit geschenkt. Bis zur jüngsten Zeit
herrschte die diachronische Betrachtung der Grammatik. Die Grammatik wurde in
ihrer Entwicklung untersucht. Es wurde die geschichtliche Entwicklung dieser oder
jener grammatischen Kategorie verfolgt, um ihren Gebrauch in der Gegenwarts-
sprache besser zu zeigen. Sehr oft aber verfielen dabei manche Autoren in ein Extrem:
die historische Betrachtung wurde Zweck und Ziel. Die grammatischen Tatsachen
verschiedener Zeiten wurden auf diese Weise einander nahegebracht und sogar
identifiziert. Heute hat sich die Meinung durchgesetzt, dass man die Grammatik der
Gegenwart synchronisch studieren soll, d.h. man soll nur das System der gegen-
wärtigen Grammatik und ihre Gesetze, die für die moderne Sprache gelten, denn beim
diachronischen Studium der Grammatik geht der Systemcharakter der Sprache verloren.
Die Grammatik als ein Formensystem besteht aus zwei Ebenen: der morpho-
logischen und der syntaktischen.
Die morphologische Ebene hat ihrerseits 2 Einheiten: die minimale Einheit ist
das Morphem, die höchste bzw. maximale - die Wortform.
Die syntaktische Ebene hat auch 2 Einheiten: die Wortfügung und den Satz.
Die beiden Ebenen sind miteinander aufs engste verbunden: einzelne grammatische
Wortformen (morphologische Einheiten) fungieren sowohl in der Wortfügung, als
auch im Satz, der die zentrale syntaktische Einheit darstellt. Dementsprechend
zerfallen die meisten Grammatiken in 2 Teile: die Morphologie oder Wortlehre und
die Syntax oder Satzlehre.
Die Morphologie ist die Lehre von der Veränderung und der Bedeutung der
Wortformen. Im Mittelpunkt der Morphologie stehen die Wortarten (Redeteile) und
ihre grammatischen Kategorien.
Die Syntax ist die Lehre vom Satz, seiner Struktur, von den Satzarten, von den
Bestandteilen des Satzes (den Satzgliedern) und von den Wortfügungen.
Die Materialien (der Stoff) aber wird in verschiedenen Grammatiken
unterschiedlich verteilt. Die Morphologie wurde von den Junggrammatiken sehr eng
aufgefasst, als reine Formenlehre. Dementsprechend enthält die Morphologie, z.B., in
der deutschen Grammatik von Hermann Paul (Band 2) nur Deklinationsarten, Typen
der Pluralbildung, Konjugationsarten. Der Gebrauch der Formen wird schon in der
Syntax betrachtet (Bde. 2, 3, 4).
In ein anderes Extrem fällt der moderne deutsche Sprachforscher Johannes
Erben. Er betrachtet die Morphologie als Funktionslehre und untersucht in der
Morphologie nicht nur den Gebrauch der Wortformen, sondern auch die Typen der
zusammengesetzten Sätze, die Arten der Nebensätze anhand verschiedener
Konjunktionen.
Auch Hans Glinz („Die innere Form des Deutschen“) verzichtet auch auf
jegliche Einteilung in Morphologie und Syntax.
In der russischen Sprachwissenschaft ist man bestrebt, die Form von der
Bedeutung und vom Gebrauch nicht zu trennen. Aus diesen Gründen wird in der
6
Morphologie der Gebrauch des Artikels und der Zeitformen behandelt. Und dabei
entstehen verschiedene Streitfragen. Wohin gehört, z.B., die Kasuslehre? Ist sie ein Teil
der Morphologie oder der Syntax? Wo soll der Konjunktiv behandelt werden? usw.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 2

Thema: Die Entwicklung der deutschen wissenschaftlichen Grammatik

Schwerpunkte:
1. Die ersten deutschen wissenschaftlichen Grammatiken.
2. Die historische – vergleichende Methode.
3. Der Strukturalismus und seine Methoden.
4. Die Theorie von Leo Weisgerber.
5. Die deutschen Grammatiken in der 2. Hälfte des XX Jhs.

Schlüsselbegriffe: die wissenschaftliche Grammatik, die Erforschung, die historische


Betrachtung, die Hinwendung, die Funktionslehre, der systematische Aufbau, der
Abriss, der Sprachzustand, die Wechselbeziehungen, die Form und die Funktion, das
Begriffssystem, die Kommunikation, die sprachliche Zwischenwelt, der Weltbild.

Die ersten Werke der deutschen wissenschaftlichen Grammatik standen unter


starkem Einfluss der lateinischen Grammatik. Die erste deutsche Grammatik von
Johann Clajus erschien im XVI Jahrhundert und war lateinisch geschrieben. Die
Grammatiken der deutschen Sprache von Laurentius Albertus und Albert Ölinger
(XVI Jahrhundert) waren auch in der lateinischen Sprache geschrieben. Diese
Grammatiken waren hauptsächlich an Ausländer gerichtet. Sie verfolgen aber auch
das Ziel, Muttersprachler ohne Fehler frei schreiben zu lehren. Die entstandenen
deutschen Grammatiken des XVI und XVII Jahrhunderts haben für uns einen rein
historischen Wert.
Die wissenschaftliche Erforschung der deutschen Grammatik beginnt im XVIII
Jahrhundert. Hier kann man die Tätigkeit von J.C.Gottschet und J.Adelung nennen.
Diese Wissenschaftler haben in ihren Arbeiten nicht nur die grammatischen Regeln
aufgestellt, sondern auch diese Regeln erklärt und begründet.

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Die wissenschaftliche Grammatik der deutschen Sprache des XIX Jahrhunderts
entwickelte sich unter dem starken Einfluß der historisch-vergleichenden Methode.
Die Begründung und Entwicklung dieser Methode ist mit den Namen Franz Bopp
und Jakob Grimm (Deutschland), Rasmus Rask (Dänemark) und Alexandr
Wostokow (Russland) verbunden.
Unter dem Einfluss der historisch-vergleichenden Methode entwickelt sich die
historische Betrachtung der deutschen Grammatik. Da ist die deutsche Grammatik
von J. Grimm zu nennen. Der deutsche Wissenschaftler J. Grimm wird mit Recht
Vater der deutschen Philologie genannt.
Im XIX Jahrhundert erscheint eine Reihe von deutschen Grammatiken, die
auch heute von Bedeutung sind. In den meisten diesen Werken wird die Grammatik
vom historischen Standpunkt aus beleuchtet. Unter ihnen sind „Deutsche
Grammatik“ von Johann Christian Heyse und die „Neuhochdeutsche Grammatik“ (in
2 Bänden) von Friedrich Blatz zu nennen. Ende des XIX Jahrhunderts erschienen
große und bedeutende wissenschaftliche Grammatiken. Hermann Paul schreibt seine
„Deutsche Grammatik“ in 5 Bänden. Otto Behagel hat „Deutsche Syntax“ in 4
Bänden geschaffen. Dann ist „Deutsche Grammatik“ von Wilhelm Wilmanns zu
nennen. Besonders interessant ist für die Grammatik der Gegenwart der 3. Band
dieser Grammatik, der dem Verb gewidmet ist. In obengenannten Werken werden
alle sprachlichen Tatsachen bis auf Einzelheiten registriert. Diese Werke bleiben bis
heute gute Nachschlagebücher.
Anfang des XX Jahrhunderts erfolgt die Hinwendung zur Sprache der
Gegenwart. Vor allem sind 3 Werke von John Ries zu nennen: „Was ist Syntax?“,
„Zur Wortgruppenlehre“, „Was ist ein Satz?“. J. Ries forderte eine Einteilung der
Syntax in 2 Hauptteile: in die Wortgruppenlehre und die Satzlehre, da die
syntaktischen Einheiten, die Wortgruppenlehre und der Satz durchkreuzen und zu
verschiedenen Ebenen der syntaktischen Systemen gehören.
Unter dem Einfluss von J.Ries und H.Paul steht eine der besten deutschen
Grammatiken von Ludwig Sütterlin „Die deutsche Sprache der Gegenwart“. Es ist
ein Versuch, die Grammatik nicht ein starres System darzustellen, sondern die
Verbindung der Grammatik mit der Lexik zu erschließen. L.Sütterlin versucht in
seinem Werk, die Redeteile und die Nebensätze von verschiedenen Standpunkten aus
zu klassifizieren.
In den letzten Jahren des XX Jahrhunderts sind folgende Werke in Deutschland
erschienen: Die „Kleine Grammatik der deutschen Sprache“ von Walter Jung verfolgt
rein praktische Ziele. Seine „Grammatik der deutschen Sprache“ ist eine Bearbeitung
der „Kleinen deutschen Grammatik“. Walter Jung geht in diesem Werk vom Satz aus,
da er ihn als natürliche Grundlage der Rede charakterisiert, und dann behandelt er
systematisch immer kleinere sprachliche Bestandteile des Satzes.
Johannes Erben in seinem Werk „Abriss der deutschen Grammatik“ fasst die
Grammatik als Funktionslehre auf. Sein Buch enthält einen neun systematischen
Aufbau der Grammatik. Der Abriss beschreibt den Sprachzustand der Gegenwart, ist
also eine synchronische Darstellung. Der Verfasser gibt eine neue Einteilung des
Stoffes, hauptsächlich auf dem Gebiet der Wortarten, die er zu verallgemeinernd sucht.
Wilhelm Schmidt schreibt eine Einführung in die funktionale Sprachlehre
„Grundfragen der deutschen Grammatik“. Der Verfasser versucht, die vielseitigen
8
und vielschichtigen Wechselbeziehungen zwischen Formen und Funktionen
darzustellen. So sind in den Kapiteln, die sich mit den Wortarten und den Flexionen
beschäftigen, die syntaktischen Beziehungen mitbehandelt worden.
Der Strukturalismus in Deutschland war durch eine Gruppe von
Sprachwissenschaftlern vertreten. Sie arbeiten an einer wissenschaftlichen
Grammatik der deutschen Gegenwartssprache und veröffentlichen eine Reihe von
Arbeiten - Studi– Grammatica. Die Verfasser stehen auf der theoretischen Basis der
amerikanischen generativen Grammatik (Erzeugungsgrammatik) von N. Chomsky.
Der Grundgedanke der generativen Grammatik ist der, dass die Grammatik ein
mathematischer Apparat sei, der alle Sätze der Sprache hervorbringt. Diese Forscher
sind bestrebt, mathematisch-logische Methoden anzuwenden, um eine exakte
Beschreibung der Sprache zu ermöglichen.
Die Methoden des Strukturalismus versuchte der Schweizer Linguist Hans
Glinz in seinen Arbeiten anzuwenden. Vor allem sei sein größtes Werk genannt: „Die
innere Form des Deutschen“. Er ist bestrebt, eine neue wissenschaftliche Auffassung
des deutschen Sprachbaues zu geben. Er kritisiert scharf das Begriffssystem der
traditionellen Grammatik. H. Glinz klassifiziert neu die Wortarten und bezeichnet sie
terminologisch neu. H. Glinz stützt sich auf das Experiment, in dem er einige nicht
umfangreiche Texte untersucht und auf Grund dieser Texte Verschiebeprobe,
Ersatzprobe und Weglassprobe durchführt. Er vergleicht den Sprachforscher mit
einem Chemiker oder Physiker. Diese Proben zeigen, dass einige Wörter eine Gruppe
bilden und erst als solche Gruppe ein Satzelement sind.
Eine zweite Gruppe von Sprachwissenschaftlern in Deutschland steht unter
starkem Einfluss von Leo Weisgerber. Die Sprache ist für Leo Weisgerber vor allem
kein Mittel der Kommunikation, sondern eine sprachliche Zwischenwelt, die
zwischen dem menschlichen Denken und den Dingen der realen Wirklichkeit steht
und das ganze Weltbild des Menschen bestimmt. Die Grammatik gibt nicht die
Verhältnisse der Außenwelt wider, sondern deckt gewisse Inhalte auf. Darum fordert
L. Weisgerber die Schaffung einer inhaltbezogenen Grammatik. In der Tat aber
spiegeln die grammatische Kategorien reale Beziehungen und Sachverhalte der
objektiven Wirklichkeit wider, obwohl diese Sachbezogenheit nicht primitiv
geradlinig aufgefasst werden darf.
In der 2. Hälfte des XX Jahrhunderts sind in Deutschland einige Grammatiken
erschienen, von denen vor allem 2 zu nennen sind: „Der große Duden. Grammatik
der deutschen Gegenwartssprache“ und „Die deutsche Sprache“ von Hennig
Brinkmann. Im „Großen Duden“ finden wir einen reichen Sprachstoff und eine neue
Beleuchtung syntaktischer Fragen (eine interessante Theorie der obligatorischen und
fakultativen Satzglieder), die Anwendung der Abstrichmethode und die Aufstellung
syntaktischer Modelle, die hier „Grundformen“ genannt werden. Das Buch von H.
Brinkmann ist ein theoretisches Werk. Er betrachtet in seiner Arbeit vor allem die
Leistungen der Wortarten und ihren Formenkreis. H. Brinkmann behandelt nur 4
Wortarten: das Substantiv, das Adjektiv, das Beziehungswort und das Verb.
Besondere Aufmerksamkeit gibt er in seinem Buch dem Satz. Die Gliederung des
Satzes beleuchtet er vielfältig und vielseitig. Aber einzelne Fragen sind im Werk
subjektiv und teils idealistisch charakterisiert.

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In den letzten 50 Jahren ist eine Reihe von grammatischen Werken der
Germanisten erschienen. Besonders wertvoll sind die Arbeiten von W.G. Admoni
„Einführung in die Syntax der deutschen Gegenwartssprache“ (in russischer Sprache)
und „Der deutsche Sprachbau“. Der Autor versucht in seinen Arbeiten mit der
traditionellen Linguistik nicht zu brechen, sondern die Errungenschaften der
Grammatik des XIX Jahrhunderts zu verwerten. Aber viele Erscheinungen auf dem
Gebiet der Morphologie und der Syntax werden neu beleuchtet. Sehr wichtig ist die
Idee des Verfassers über den Aspektreichtum der sprachlichen Erscheinungen.
Interessant sind auch die Arbeiten von O.I. Moskalskaja. Die Verfasserin führt in
ihrer „Morphologie“ verschiedene Auffassungen über die grammatischen Erschei-
nungen an, um später ihre eigene Meinung darzulegen. Die geschichtliche Entwicklung
der grammatischen Kategorien wird systematisch verfolgt. Das Werk von K.I.
Kruschelnitzkaja „Otscherki po sopostawitelnoj grammatike nemezkogo i russkogo
jasykow“ ist die erste komparative Grammatik der deutschen und russischen Sprache.
Die Verfasserin untersucht nur jene grammatischen Erscheinungen der deutschen
Sprache, die sich von denen der russischen unterscheiden (Modus, Genus) oder die
im Russischen fehlen (Artikel). Sie stützt sich dabei auf die von ihr selbst
ausgearbeitete Theorie der kommunikativen Gliederung des Satzes.
Von den praktisch-theoretischen Grammatiken ist die Grammatik von E.I.
Schendels zu nennen. Das ist die erste russische praktische Grammatik, die für die
Studenten der Fremdspracheninstitute und Universitäten gedacht ist.
Interessant ist und bedeutend das neue Buch von O.I. Moskalskaja „Grammatik
der deutschen Gegenwartssprache“. Es beschreibt nicht nur das große System der
deutschen Gegenwartssprache sondern führt auch in die Probleme der modernen
deutschen Grammatikforschung ein. Das Buch ist in 3 Teile gegliedert. Der 1. Teil
gibt eine kürze Übersicht über die Geschichte der deutschen Grammatikforschung
und die wichtigsten Forschungsrichtungen. Der 2. Teil behandelt die Morphologie,
der 3. Teil - die Syntax. Der 2. Teil beginnt mit einer Erörterung des vieldiskutierten
und strittigen Begriffs der Wortarten und der verschiedenen Kriterien - semantischen,
syntaktischen und morphologischen - Kriterien ihrer Ausgliederung. O.I.
Moskalskaja entwickelt ihr eigenes System für die Wortarten im Deutschen. Das
Grundprinzip in der Darlegung von O.I. Moskalskaja ist das Prinzip der Opposition
im grammatischen System. Der 3. Teil - die Syntax beginnt mit allgemeinen
Bemerkungen zur Wesensbestimmung des Satzes und zur Satzdefinition. Der Satz
wird von O.I. Moskalskaja als Gesamtheit der Rede aufgefasst. Interessant und
wertvoll ist das Problem der Modellierung des Satzes dargelegt.
In den letzten Jahren des XX Jhs ist noch ein Buch von O.I. Moskalskaja
erschienen – „Problemy sistemnogo opisanija sintaksisa“. Das Ziel des Buches: die
Ausarbeitung der Prinzipien der systemhaften Beschreibung der Syntax des Satzes.
Der Autor beschreibt die Struktur und die Semantik des einfachen Satzes.
In den Werken von W.G. Admoni „Sintaksis sowremennogo nemezkogo
jasyka“ - und „Puti raswitija grammatitscheskogo stroja w nemezkom jasyke“ wird
die Gesamtheit der Formen gegeben, die die strukturelle Festigkeit und eine biegsame
Aufgliederung der syntaktischen Einheiten versichern.
Die Arbeit von E.I. Schendels «Deutsche Grammatik» entspricht dem
Programm der normativen Grammatik, aber will auch den Regelmechanismus der
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deutschen Sprache feststellen und zugleich erklären. Das Buch hat drei Prinzipien: 1.
Die Grammatik ist lexikbezogen. 2. Die Grammatik ist funktionsbezogen: sprachliche
Mittel aus unterschiedlichen Ebenen beteiligen sich an der Erfüllung einer
kommunikativen Aufgabe – sie bilden eine funktionale Gemeinschaft oder das
grammatisch-lexikalische Feld. 3. Die Grammatik ist stilbezogen. In allen
funktionalen Stilen, Genres und Textsorten begegnet man die grammatischen
Besonderheiten, die in dem gegebenen Stil Norm sind. Der Sprecher kann seine
Gedanken und seine Information sprachlich am treffendsten gestalten. Darum muss er
seine richtige Stil und situationsgerechte Wahl unter den funktional verwandten
Mitteln treffen. Dieses Prinzip bedingte in diesem Buch die Stoffwahl.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 3

Thema: Die Hautprobleme der theoretischen Grammatik

Schwerpunkte:
1. Grammatische Kategorien.
2. Die Wortform.
3. Die syntaktischen und analytischen Mittel.
4. Die grammatischen Ebenen und Einheiten.
5. Das Zentrum und die Peripherie der Grammatik.
6. Grammatische Oppositionen.
7. Neutralisation in der Grammatik.

Schlüsselbegriffe: die grammatische Kategorie, der Begriff, die grammatische


Bedeutung, der Ausdruck, die Modalität, die Bestimmtheit und die Unbestimmtheit,
die Wortform, das Paradigma, der Umlaut, der Ablaut, die Brechung, die Nullform,
die Wortbildung, die Wurzel, der Stamm, das Morphem, die Idiomatik, die
Opposition, die Ausgangsform.

Im Mittelpunkt der Morphologie stehen Kategorien – verallgemeinernde Begriffe,


die eine grammatische Bedeutung aufweisen und ihren Ausdruck in der gramma-
tischen Form finden. Die grammatische Bedeutung begleitet die lexikalische Bedeutung
des Wortes und tritt unabhängig von derselben auf. Jedes Wort verkörpert eine
11
Einheit der lexikalischen und grammatischen Bedeutung. Dank der lexikalischen
Bedeutung besitzt das Wort die Fähigkeit, Gegenstände und Erscheinungen der
objektiven Wirklichkeit zu nennen (W. Schmidt. Lexikalische und aktuelle Bedeutung.
Ein Beitrag zur Theorie der Wortbedeutung). Die grammatische Bedeutung drückt
mannigfaltige Beziehungen sowohl zwischen den Erscheinungen und Gegenstände
der objektiven Wirklichkeit als auch zwischen den Erscheinungen und dem Standpunkt
des Sprechers aus. Dementsprechend teilt W. Admoni die grammatischen Kategorien
in: 1. Logisch-grammatische Kategorien 2. Kommunikativ-grammatische Kategorien
3. Strukturell-grammatische Kategorien ein (W. Admoni. Der deutsche Sprachbau).
1. Logisch-grammatische Kategorien drücken Beziehungen zwischen den
Erscheinungen und Gegenständen der objektiven Wirklichkeit aus. Das sind Zahl und
Kasus der Substantive, teils Steigerungsstufen der Adjektive.
2. Kommunikativ-grammatische Kategorien drücken Beziehungen zwischen
den Erscheinungen und Gegenständen der objektiven Wirklichkeit vom Standpunkt
des Sprechers aus. Dazu gehören: die Kategorie der Zeit, der Person, des Genus, der
Modalität, der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit, teils Steigerungsstufen der
Adjektive und Adverbien (vgl., z.B.: Dieses Haus ist hoch – Dieses Haus ist höher
als jenes. Im ersten Fall spielt der Standpunkt des Sprechers keine Rolle, im zweiten
– entscheidet der Sprecher selbst).
3. Strukturell-grammatische Kategorien dienen der formalen Organisierung der
Redeeinheiten. W. Admoni rechnet dazu die Rahmenkonstruktion. Zu ihnen könnte
man das Geschlecht, die Zahl und den Kasus des Adjektivs zu rechnen, die eigentlich
inhaltlich unmotiviert sind (die entgegengesetzte Meinung hat M.D. Stepanova).
Die verallgemeinernde Bedeutung wird zur grammatischen Kategorie, wenn
sie eine bestimmte Form hat (M.M. Guchman).
Die grammatischen Kategorien kann man also folgenderweise definieren: die
grammatische Kategorie ist eine Einheit der grammatischen Form und der gram-
matischen Bedeutung.
Die grammatischen Kategorien haben zwei Seiten. 1) Der Terminus „Kategorie“
wird inbezug auf die Bedeutung und inbezug auf die Form gebraucht (P.S. Kus-
nezov). 2) Jedes flektierbare Wort besitzt ein System von grammatischen Formen.
Das sind Formen eines Wortes, Wortformen: Ich lese, er liest, wir lesen, lies, du hast
(hattest, habest, hättest) gelesen, er wird lesen, würde lesen, wird gelesen u.a. Die
Gesamtheit der Wortformen einer Kategorie oder mehrerer miteinander verbundenen
Kategorien bilden ein PARADIGMA. Die grammatischen Formen werden durch
bestimmte Mittel ausgedrückt. So wird, z.B., die Form der 3. Person Singular Präsens
“Er liest“ durch zwei Mittel ausgedrückt: durch den Flexion t und durch die
Brechung. Die Form des Perfekts „Ich habe gelesen“, “Er hat gelesen“ wird durch
das Hilfsverb „haben“ und Partizip II des Hauptverbs ausgedrückt. Die gramma-
tischen Formen und dementsprechend die grammatischen Mittel werden eingeteilt: in
synthetische und die analytischen Formen und Mittel.
Die synthetischen Mittel verändern die lautliche Gestalt der Wortform. Es gibt
2 Arten der synthetischen Mittel:
die innere Flexion und
die äußere Flexion.

12
Zu der inneren Flexion gehören: Umlaut, Ablaut, Brechung und Konsonanten-
wechsel. Der Umlaut dient: 1. zur Bildung der Pluralformen der Substantive: Garten-
Gärten, Mutter-Mütter; 2. zur Bildung der Steigerungsstufen der Adjektive: lang-
länger-längst; 3. zur Bildung der 2.und 3.Person Singular Präsens Indikativ der
starken Verben: ich fahre-DU FÄHRST, ER, SIE, ES FÄHRT; 4. zur Bildung des
Präteritums Konjunktiv der starken Verben: ich las-ICH LÄSE. Im Fall GARTEN-
GÄRTEN, MUTTER-MÜTTER ist der Umlaut das einzige Merkmal des Plurals, aber
im Fall WALD-WÄLDER tritt eine Übercharakterisierung auf.
Die Brechung dient: 1. zur Bildung des Präteritums Indikativ der 2.und 3.
Person Singular der starken Verben: ich lese - DU LIEST - ER, SIE, ES LIEST; 2. zur
Bildung des Imperativs der starken Verben: LIES!
Der Ablaut dient zur Bildung des Präteritums und des Partizips II der starken
Verben. Er tritt bei der Bildung der Grundformen der starken Verben auf: nehmen-
NAHM-GENOMMEN, leiden-LITT-GELITTEN. Im letzten Fall tritt noch Konso-
nantenwechsel auf.
Zu äußeren Flexionen gehören: Präfixe, Suffixe, Endungen. Es gibt nur ein
einziges Präfix GE-, das zur Bildung des Partizips II dient. Es gibt folgende Suffixe:
1. Pluralsuffixe der Substantive: -e, -er, -en, -s; 2. Suffixe der Steigerungsstufen der
Adjektive: -er, -st; 3. Ein Suffix des Präteritums der schwachen Verben: -te; 4. Ein
Suffix des Partizips I: -end; 5. Suffixe des Partizips II: -en, -(e)t; 5.Ein Suffix des
Konjunktivs: -e. Zu der äußeren Flexion gehören auch Flexionen im engen Sinne des
Wortes: Kasusendungen und Personalendungen. Die Flexionen im engen Sinne des
Wortes drücken Beziehungen zwischen den Wörtern im Satz oder in der Wortfügung
aus. Präfixe, Suffixe, Flexionen sind Affixe.
In der Grammatik gibt es einen Begriff der „Nullform“, des “Nullsuffixes“, der
“Nullflexion“: (der) Wagen-(die) Wagen, (dem, den) Arbeiter. Von einer Nullform
spricht man dann, wenn es in der Sprache ein System von Formen gibt, mit denen wir
diese entsprechende Form vergleichen können. Wir sprechen von einem Nullsuffix
bei der Pluralbildung, weil es entsprechende pluralbildende Suffixe gibt: -e, -en, -er, -
s. Wenn es solche Suffixe nicht gäbe, dürften wir nicht von einem Nullsuffix
sprechen (der) Wagen-(die) Wagen. Während Affixe (Suffixe) markierte Formen
bilden, sind Nullformen nicht markierte Formen.
Alle diese Mittel dienen zur Wortformveränderung. Die Wortformveränderung
wird von der Wortbildung unterscheiden, obwohl bei der Wortbildung auch dieselben
Mittel auftreten: der Umlaut, die Brechung, der Ablaut, der Konsonantenwechsel.
Suffixe, Präfixe, z.B., warm-Wärme, Erde-irdisch, verlieren-Verlust, sprechen-
Spruch, dienen hier hauptsächlich zur Wortbildung und bilden neue Wörter, aber sie
erfüllen auch verschiedene Funktionen: grammatische Mittel dienen zur Bildung
grammatischer Formen innerhalb eines Wortes, wortbildende Mittel gestallten neue
Wörter. Der Träger der lexikalischen Bedeutung ist die Wurzel. Suffixe, Präfixe und
die Wurzel bilden den Stamm des Wortes. Man teilt die Wortform in Morpheme. Das
MORPEM ist das kleinste bedeutungstragende Teil der Wortform. Im Wort FRISCH
oder SCHÖN gibt es nur ein Morphem, FRISCHE, SCHÖNHEIT – 2 Morpheme,
ERFRISCHEN, FREUNDLICHER – 3 Morpheme.
Die Morpheme können lautlich zusammenfallen: -ER in den Wörtern
ARBEITER, WÄLDER, FREUNDLICHER; oder – EN in den Wörtern: STUDENTEN
13
(Plural), STUDENTEN (Genitiv, Dativ, Akkusativ Singular); LESEN, GELESEN, die
KLEINEN Kinder usw.
Morpheme, die lautlich zusammenfallen und zur Bildung verschiedener
Formen dienen, werden Homo (nym) morpheme genannt.
Wenn die Wortformen aus verschiedenen Wurzeln gebildet sind, werden sie
suppletive Formen genannt. In der deutschen Sprache gibt es sehr wenig suppletive
Formen. Das sind: Steigerungsstufen einiger Abjektive und Adverbien: gut-besser-
best-; viel-mehr-meist-; gern-lieber-liebst-. Kasusformen der Personalpronomen: ich-
mir-mich; wir-uns. Formen des Verbs „sein“: bin-sei, bist-ist-war; sind-seid.
a. Die analytischen Mittel.
Zu den analytischen Mitteln gehören die Hilfsverben „haben, sein, werden“
und der Artikel. Über das Problem der analytischen Formen gibt es eine reiche
Literatur (M. M. Guchman, W. M. Schirmunski).
Die analytischen (Formen) Mittel bilden in Verbindung mit dem Vollwort
(Verb bzw. Substantiv) die analytische Form: Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und
II (Indikativ und Konjunktiv), Konditionalis I und II, alle Formen des Passivs,
Infinitiv I Passiv, Infinitiv 2 (Aktiv und Passiv), Verbindungen Artikel+Substantiv.
Die analytischen Formen stellen eine besondere Art von Spracheinheiten dar.
Die analytische Form besteht mindestens aus 2 Komponenten und zwar aus dem
Hilfswort und dem Vollwort. Eine verbale analytische Form kann mehrere Hilfs-
wörter enthalten: wird gearbeitet haben (Futurum II). Das Hilfswort büßt in dieser
Verbindung seine lexikalische Bedeutung ein; man könnte in diesem Zusammenhang
die Hilfsverben und den Artikel als Homonyme der selbständigen Wörter betrachten.
Die Hilfsverben schreiben dem Vollwort grammatische Bedeutung zu: die Person, die
Zahl, den Modus, die Zeit. Die Hilfswörter dürfen aber nicht dem Morphem gleich-
gesetzt werden, da das Morphem ein Teil des Wortes ist. Das Morphem ist nicht
abwandlungsfähig, während das Hilfswort konjugiert bzw. dekliniert werden kann.
Das Vollwort ist der einzige Träger der lexikalischen Bedeutung, aber seine
Form ist auch grammatisch relevant (wesentlich). Vgl.: Er wird lesen -Futurum; Der
Schriftsteller wird gelesen (Präsens Passiv). Die Komponenten der analytischen Form
sind getrennt und beweglich. Zwischen den Bestandteilen der analytischen Form
können sich andere Wörter befinden. Hier wirken das Gesetz der Distanzstellung der
Komponenten im selbständigen Satz und das Gesetz der umgekehrten Folge der
Komponenten dieser Formen im Nebensatz. Z.B.: Ich habe gestern viel gelesen;
…dass ich gestern viel gelesen habe.
Die analytische Form entbehrt der Ganzheit des Wortes. Die Hauptbesonder-
heit der analytischen Form besteht darin, dass sie eine neue grammatische Bedeutung
ausdrückt. Diese neue grammatische Bedeutung entsteht nur in der Verbindung der
beiden Komponenten (Hilfsverb+Vollverb) und tritt als Bedeutung des unzerlegbaren
Ganzen auf.
Die grammatische Bedeutung der analytischen Formen ist keine einfache
Summe der grammatischen Bedeutung der beiden Komponenten. Das Perfekt – Ich
habe gelesen – drückt die Vergangenheit aus und aktiv, während das Hilfsverb und
das Partizip II getrennt eine andere Bedeutung hätten: „habe“ bezeichnet Präsens und
das Partizip II „gelesen“ hat passive Bedeutung und die Vorzeitigkeit und eine
abgeschlossene Handlung aus.
14
Die Partizipien II der intransitiven Verben mit kursiver Bedeutung - geblüht,
geschlafen – werden selbständig nicht gebraucht und fungieren nur als Bestandteile
einer analytischen Form.
Die Umdeutung der Komponenten der analytischen Formen, was ihre Unzer-
legbarkeit bedingt, und die gegenseitige grammatische Verknüpfung der Kompo-
nenten bei der Herausbildung der grammatischen Bedeutung wird grammatische
Idiomatik genannt (Guchman). Die Idiomatik der analytischen Formen und die
Idiomatik der phraseologischen Einheiten ist qualitativ verschieden: die phraseolo-
gischen Einheiten sind einmalige Bildungen (Pech haben), die grammatische Formen
sind grammatische Muster, welche von allen Wörtern derselben Wortart gebildet
werden (geschrieben haben, gegangen sein).
Also, die analytischen Formen sind grammatisch und lexikalisch unzerlegbar,
syntaktisch bilden sie ein Satzglied, strukturell bilden sie Verbindungen von 2 Wortarten.
Merkmale der analytischen Formen:
1. Eine besondere gegenseitige Verknüpfung der Komponenten, die unzer-
legbar sind;
2. Grammatische Idiomatik;
3. Geltung für das gesamte lexikalische System der Wortart (des Verbs);
4. Aufnahme in das Paradigma.
Synthetische und analytische Formen können gleichwertig sein. Folglich kann
die grammatische Kategorie auf zweierlei Art ausgedrückt werden:
Grammatische Bedeutung
Vergangenheit
Ich schrieb, reiste
Grammatische Form Grammatische Kategorie
Präteritum
Grammatische Mittel
Ablaut; Suffix –t
Grammatische Bedeutung
Vergangenheit
Grammatische Form Grammatische Kategorie
Ich habe geschrieben, gereist Perfekt
Grammatische Mittel
haben, sein; das Partizip II
Mittel und Form dürfen nicht identifiziert werden. Die grammatischen Mittel
sind konstante Merkmale (konstante Größen), die die grammatischen Formen
kennzeichnen. Variabel ist ihre lexikalische Füllung. Das Vorhandensein der
konstanten Merkmale gibt die Möglichkeit, bestimmte grammatische Modelle
festzustellen. Also, ein grammatisches Modell ist die Vereinigung von konstanten
Merkmalen ohne variable Elemente.
Z.B.: Modell des Präteritums der schwachen Verben: Wurzel + -te.
Modell des Perfekts: haben, sein im Präsens + Partizip II.
Die grammatischen Kategorien und dementsprechend die grammatischen
Formen sind korrelativ, d.h. sie gehören in das System der Grammatik nur dann,
wenn es mindestens 2 Formen gibt. Das transitive Verb kennt die Kategorie des

15
Genus, weil es seinen Ausdruck in den 2 gegenstehenden Formen des Aktivs und des
Passivs findet. Das intransitive Verb aber kennt die Kategorie des Genus nicht.
Die Bedeutung der korrelativen grammatischen Kategorien ist polar, gegen-
übergestellt: Singular-Plural; Aktiv-Passiv; Bestimmtheit-Unbestimmtheit usw.
Solche Oppositionen sind binär (zweigliedrig). In der Grammatik wird gestritten, ob
die Oppositionen unbedingt binär seien. Manche Linguisten – wie A.W. Isatschenko
– behaupten, dass alle Oppositionen binär sind, weil wir die Ausgangsform (oder
Grundform) die anderen Formen gegenüberstellen:
Konjunktiv – Komparativ
Indikativ – Positiv
Imperativ – Superlativ.
M.M. Guchman aber behauptet, dass nicht alle Oppositionen binär sind. Sie
können aus 3, 4, 5, 6 und sogar 8 Gliedern bestehen: Viergliedrige Opposition –
Kasussystem; Sechsgliedrige Opposition – das System der Zeitformen; Achtgliedrige
Opposition – die Konjunktivformen mit Konditionalis I und II.
Die Polarität wird oft formell durch die Gegenüberstellung markierter und
nicht markierter Formen zum Ausdruck gebracht. Dabei ist die Ausgangsform oft
nicht markiert, z.B., Singular ist nicht markiert, Plural ist markiert usw.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 4

Thema: Die grammatischen Ebenen und Einheiten

Schwerpunkte:
1. Die Sprache als ein System.
2. Das synchronische und das diachronische Studium der Sprache.
3. Die grammatischen Ebenen.
4. Die grammatischen Einheiten.
5. Das Zentrum und die Peripherie der Grammatik.
6. Die grammatische Bedeutung.
7. Die grammatischen Kategorien vom semantischen Standpunkt aus .

16
Schlüsselbegriffe: die Ebene, die Einheit, die Synchronie, die Diachronie, der Absatz, der
Subtext, der Text, die Semantik, die grammatische Bedeutung, die Zielstellung, das
Thema – das Gegebene – das Bekannte, das Rhema – das Neue – das Unbekannte.

Die Sprache ist ein System. Diese Idee stammt von Ferdinand de Saussure.
Hanz Glinz behauptet, dass die Sprache kein starres System ist. Nach seiner Meinung
ist die Sprache auch kein geschlossenes System. Die Sprache entwickelt sich immer.
Nach der Meinung von F.de Saussure kann man behaupten, dass die Sprache
synchronisch und diachronisch studieren sein soll.
Die Synchronie ist keine Gegenwart. Die Linguisten sind nicht einig in der
Frage, wie groß der synchronische Schritt sein soll: 50-70 oder 100 Jahre?
Die Sprache besteht aus mehreren Ebenen. Diese Theorie der Ebenen ist die
aktuellste. Der französische Sprachwissenschaftler Emil Benveniste entwickelte diese
Theorie auf dem IX. Kongress der Linguisten. Die ebenen hat er mit Einheiten
verbunden. Er unterscheidet: 1. Phonematische Ebene, repräsentiert durch Phoneme.
Das ist eine einseitige Einheit; 2. Ebene des Zeichens, repräsentiert durch das
Morphem und Wort; 3. Kategoriematische Ebene – repräsentiert durch den Satz.
E. Benveniste hat hervorgehoben, dass der Satz eine Einheit der Rede ist. Nicht
alle Sprachwissenschaftler sind damit einverstanden. So, z.B., ist E.W. Gulyga
dagegen dieser Behauptung, sie meint, dass der Satz eine Einheit der Sprache ist.
Nach der Meinung von E. Benveniste ist der Satz die höchste Einheit der Rede
ist. Also, er spricht von der Hierarche in der Sprache, d.h. auch in der Grammatik.
Vom Morphem an sind alle Einheiten zweiseitig oder bilateral: d.h. sie haben
den Plan der Form (des Ausdrucks) und den Plan des Inhalts (der Bedeutung).
Das System der Ebenen hat einen hierarchischen Charakter. Schematisch ist es
folgenderweise darzustellen:
Satz.
Der zusammengesetzte Satz.
Der einfache Satz..
Wort.
Morphem.
Phonem.
Manche Linguisten behaupten, es gäbe eine spezielle ebene – Ebene der
Wortbildung (z.B., Bulygina), aber die Wortbildung verfügt über dieselben Einheiten
(wie das Morphem oder das Wort), ist folglich keine Ebene.
Einige Stilisten finden stilistische Ebenen, aber Stilistik verfügt über keine
eigenen Einheiten.
Über dem einfachen Satz steht der zusammengesetzte Satz. Die generative
Grammatik (die erzeugende Grammatik) behauptet, dass der zusammengesetzte Satz
eine Erzeugung von den einfachen Sätzen ist.
Manche Linguisten behaupten: über den zusammengesetzten Satz gibt es noch
höhere Ebenen und noch höhere Einheiten: der Absatz, der Subtext, der Text usw.,
die eine syntaktische Ganzheit bilden. Aber die anderen Sprachwissenschaftler sind
damit nicht einverstanden. Nach ihren Meinungen sind solche Einheiten nicht die
sprachliche, sondern schon Redeeinheiten.

17
Jede Ebene hat ihre Besonderheiten. Die grammatischen Ebenen haben ein
Zentrum und eine Peripherie. Diese Idee wurde in der letzten Zeit von den Vertretern
der Prager Schule ausgearbeitet. Im Zentrum der Morphologie liegen die gramma-
tischen Kategorien. Diese grammatischen Kategorien sind den linguistischen Einheiten
eigen – der Satz und das Wort sind mit den grammatischen Kategorien verbunden.
Die grammatische Kategorie ist bilateral – ein verrallgemeinder Begriff, der eine
Form und eine Bedeutung hat, d.h. zweiseitig. Die grammatische Kategorie ist also
zweiseitig, hat eine Form und eine Bedeutung. Die Form ist die materielle Hülle der
grammatischen Kategorie. Sie kann ohne Wortform nicht existieren. Nach M.M.
Guchman haben die grammatischen Kategorien einen hierarchischen Charakter und
muß man Kategorien der 1.Stufe und Kategorien der 2.Stufe unterscheiden.
Kategorien der 1. Stufe: Kasus, Zahl, Person, Modus, Tempus u.a.
Kategorien der 2. Stufe: der Nominativ, das Präsens, der Plural u.a.
O.I. Moskalskaja ist mit diesem Schema nicht einverstanden und schlägt das
folgende Schema vor:
Kategorie der 1. Stufe – Wortarten
Kategorien der 2. Sufe – verallgemeinernde Begriffe – Kasus, Zahl, Person,
Tempus, Modus und Nominativ, Präsens, der Plural usw. und nennt sie
Grammeme oder kategorielle Formen.
Was ist die grammatische Bedeutung? Semantik bezieht sich auf die objektive
Wirklichkeit. Semantik wird im Sinne “Bedeutung” gebraucht. Sie ist in der Lexik
und in der Grammatik. Die grammatische Bedeutung wird auf die Beziehungen
gerichtet – das ist der Ausdruck der Beziehungen. Vom semantischen Standpunkt aus
sind die grammatischen Kategorien nicht einheitlich:
1. Die Kategorien, die die Beziehungen der objektiven Wirklichkeit ausdrücken (der
Kasus, die Zahl). A.M. Peschkowski nennt sie objektive Kategorien, W. Admoni –
logisch – grammatische Kategorien.
2. Die Kategorien, die die Beziehungen zwischen der Wirklichkeit der Aussage und
dem Sprecher ausdrücken. A.M. Peschkowski nennt sie subjektiv-objektive
Kategorien, W. Admoni – kommunikativ-grammatische Kategorien.
3. Strukturell-grammatische Kategorien. W. Admoni rechnet dazu die Rahmen-
konstruktion, aber das ruft die Frage hervor, ob es überhaupt eine Kategorie ist?
E.I. Schendels führt andere Beispiele: das Geschlecht (teilweise, aber gehört
zur logisch-grammatischen Kategorie) der Adjektive.
K.G.Kruschelnitzkaja unterscheidet auch 3 Arten von grammatischen Kategorien:
1. Bedeutungen, die objektiven Beziehungen zwischen den Erscheinungen der realen
Welt bezeichnen – beziehen sich auf die Denotaten (Gegenstände) unabhängig von
dem Sprechenden: z.B., die Zahl.
2. Bedeutungen, die die Beziehungen der Aussage zur Wirklichkeit bezeichnen, sind
also durch den Redeakt bedingt: Person, Modus, Zeit.
3. Bedeutungen, welche Beziehungen des Sprechers zur Aussage bezeichnen.
Diese Bedeutungen haben einen einschätzenden Wert, sie äußern sich in der
Zielstellung des Satzes: eine Mitteilübung, eine Frage, eine Aufforderung und in der
kommunikativen Gliederung des Satzes: Bestimmtheit und Unbestimmtheit;
Sicherheit/Annahme; Thema (das Bekannte, das Gegebene)/Rhema (das Neue).

18
Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 5

Thema: Die grammatische Synonymie

Schwerpunkte:
1. Die Vieldeutigkeit der grammatischen Formen
2. Die grammatische Synonymie
3. Die Arten der grammatischen Synonymie von E.I. Schendels
4. Die kontextualen Synononyme
5. Die Neutralisation von polaren Bedeutungen
6. Die Doppelfirmen der grammatischen Mittel

Schlüsselbegriffe: die Synonymie, die Vieldeutigkeit, die Hauptbedeutung, die


Nebenbedeutung, Präsens – Futuralis, Präsens historicum, kontextuelle Synonyme,
die polare Bedeutung, die Doppelformen – verschiedene Varianten der gram-
matischen Mittel.

Die meisten grammatischen Formen sind vieldeutig. Die Vieldeutigkeit ist aufs
engste mit der grammatischen Synonymie verbunden. Dabei ist es festzustellen, daß
ein und derselbe Inhalt durch mehrere Formen ausgedrückt wird. Das kann man aus
folgenden Beispielen sehen:
Genitiv
Zugehörigkeit Zeit Art und Weise
der Mantel eines schnellen
einer Frau Tages Schritten (gehen)
Befehl
Imperativ Präsens Partizip II Infinitiv
Steh auf! Du stehst auf! Aufgestanden! Aufstehen!
Die Vieldeutigkeit der grammatischen Formen bewirkt die grammatische
Synonymie. In obenangeführten Beispielen ist ein Inhalt durch verschiedene
grammatische Formen ausgedrückt, also, durch grammatische Synonyme.
E.I. Schendels unterscheidet folgende Arten der grammatischen Synonymie: 1.
Die Hauptbedeutungen zweier Formen fallen zusammen. Diese Synonyme gehören
ins System der Grammatik. Sie werden systemhafte Synonyme genannt. Die
19
Synonymie dieser Art tritt ohne Kontext oder im minimalen (neutralen) Kontext auf.
Als Beispiel dienen Perfekt und Präteritum: Gestern las ich den ganzen Abend =
habe gelesen. –Woher hast du denn die herrlichen Rosen bekommen? –„Oh”,-sagte
sie, „ich fand einen riesigen Strauß in meinem Zimmer“ (B. Kellerman). Hier könnte
auch die Form „habe gefunden“ erscheinen. Jede dieser Formen hat aber ihre
sekundären Bedeutung, wo die Synonymie aufgehoben wird: das Perfekt kann die
Vorzeitigkeit in der Zukunft ausdrücken und Präteritum hat in der erlebten Rede die
Bedeutung der Gegenwart oder Zukunft.
2. Die Hauptbedeutung einer Form und die Nebenbedeutung einer anderen Form
fallen zusammen. Z.B., Futur I – Präsens Futuralis-Präteritum in der erlebten Rede;
Präteritum – Präsens historikum;- Imperativ – Präsens - Futur I. Es entstehen
synonymische Reihen, in denen eine Form dominiert.
3. Nebenbedeutungen fallen zusammen: Präsens – Du reist nicht! =Futurum I – Du
wirst nicht reisen!
Die 2. und 3. Gruppe der Synonymie werden kontextuelle Synonyme genannt.
Die grammatischen Synonyme sind keine vollen Synonyme, sie unterscheiden auch
stilistisch voneinander. Die Synonymie entsteht oft durch die Aufhebung oder
Neutralisation von polaren Bedeutungen. Z.B., Präsens und Präteritum sind polare
Formen. Aber Präsens historicum und Präteritum sind Synonyme. Auch in der
erlehten Rede beim Ausdruck der Gegenwart und Zukunft werden Präsens und
Präteritum zu Synonymen. Konjunktiv und Indikativ werden in manchen Neben-
sätzen als Synonyme gebraucht, z.B. in den ohne dass – Sätzen und damit – Sätzen.
Grammatische Synonyme sind verschiedene grammatische Formen, die eine
ähnliche grammatische Bedeutung ausdrücken oder deren grammatische Bedeutung
sich unter der Einwirkung von verschiedenen Faktoren berühren.
Verschiedene Varianten (Doppelformen) der grammatischen Mittel sind keine
Synonyme: z.B.: dem Land – dem Lande; die Porträt – die Porträts; wird – wurde usw.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 6

Thema: Die Wortarten

Schwerpunkte:
1. Der grundlegende Begriff für die Grammatik – die grammatische Kategorie.
20
2. Ordnung des Wortschatzes in Wortklassen.
3. Die Eigenschaften jeder Wortart.
4. Die Stellung jeder Wortart.
5. Die Zahl der Wortarten – verschiedene Meinungen.

Schlüsselbegriffe: die Wortart, die Wortklasse, der Wortschatzes, die Allgemein-


bedeutung, die Kriterien der Gliederung, der Namen, Autosemantika, Synsemantika.

Die grammatische Kategorie der Wortarten ist ein grundlegen – der Begriff für
die Grammatik. Sie ordnet den Wortschatz in Wortklassen (Substantive, Adjektive,
Verben usw.) und ermöglicht somit die Beschreibung seines Funktionierens beim Sprechen.
Wortarten sind also Wortklassen, worin die gesamte Grammatik den Wortschatz
einer Sprache gliedert. Die Zugehörigkeit des Wortes zu einer bestimmten Wortart
wird durch den Charakter seines Funktionierens in der Sprache bestimmt. Jede
Wortart besitzt ihre lexikalischen, morphologischen und syntaktischen Eigenschaften.
Das Substantiv (Dingwort) hat eine Allgemeinbedeutung, das Adjektiv (Eigenschaft-
wort) bezeichnet Eigenschaften, das Verb (Vorgangs-, Zustandswort) - einen Vorgang
oder einen Zustand.
Jede Wortart besitzt immer eine bestimmte syntaktische Stellung. Das Verb
erscheint als Prädikat, das Adjektiv steht vor dem Substantiv usw.
Einige Wortarten können in mehreren syntaktischen Positionen erscheinen. Das
Substantiv kann als Subjekt, Objekt, Attribut, Adverbiale und Prädikat in
verschiedenenen Kasusformen erscheinen.
Über die Zahl der Wortarten und Kriterien ihrer Gliederung gibt es keine einzige
Meinung. Bei der Ausgliederung der Wortarten werden 3 Kriterien berücksichtigt:
semantische, morphologische und syntaktische. Es gibt keine einheitliche Klassifi-
kation der Wortarten. Einige Sprachwissenschaftler stützen auf die morphologische
Form des Wortes und unterscheiden 5 Wortarten – Verben, Nomen, Adjektive,
Pronomen und Partikel (H. Glinz).
Andere Linguisten betrachten die Ausgliederung der Wortarten von der syn-
taktischen Funktion des Wortes aus und unterscheiden 6 Wortarten: Substantiv, Verb,
Adjektiv, Beziehungswort, Umrißwort, Konjunktion (H. Brinkmann) oder Substantiv,
Adjektiv, Verb, Stellvertreter und Begleiter des Substantivs, Fügewort (W. Schmidt).
G. Helbig und J. Buscha unterscheiden 4 Wortklassen: Verb, Substantiv, Adjektiv,
und Adverb. Neben diesen 4 Wortklassen unterscheiden sie noch 3 Gruppen von
Funktionswörtern, die 6 Klassen von Funktionswörtern enthalten: Artikelwörter,
Präpositionen, Konjunktionen, Partikeln, Modalwörter, Satzäquivalente.
O.I. Moskalskaja teilt die Wortarten in 2 Hauptgruppen: 1. Eigentliche (selb-
ständige) Wortarten (Autosemantika) und 2. Funktionswärter (Synsemantika). Zu den
eigentlichen gehören:
1. benennende oder nominative Wortarten (Substantiv, Verb, Adjektiv, Adverb);
2. verweisende Wortarten (Pronomen);
3. zählende (Nummerale).
Zu den Funktionswörtern gehören Präpositionen, Konjunktionen, Kopula,
Partikel (mit syntaktischer Funktion). Insgesamt - 14.

21
E.I. Schendels unterscheidet: 1. Vollwörter (Substantiv, Adjektiv, Pronomen,
Verb, Nummerale, Adverb, Modalwort); 2. Hilfswörter (Präposition, Konjunktionen,
Partikel, Artikel); 3. Interjektion-insgesamt 12 Wortarten).

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 7

Thema: Das deutsche Verbsystem

Schwerpunkte:
1. Das Verb – Allgemeines.
2. Das führende Glied - das Kernwort in verbalen Wortfügungen.
3. Das strukturelle Zentrum des Satzes.
4. Die Satzrahmen.
5. Klassifikation des Verbs: morphologische, strukturell-semantische und syntaktische.
6. Klassifikation des Verben nach dem Aspekt: terminative oder begrenzte,
kursive oder nicht begrenzte, neutrale oder potenzial-kombinative Verben.

Schlüsselbegriffe: die Tätigkeit, die Handlung, die Konjugation, die Mehrteiligkeit,


das Modalverb, die Klassifikation, das Hilfsverb, die Valenz, die Aktionsart.

Das Verb stellt Begriffe als Tätigkeiten (Handlungen) dar. Die Personalform
des Verbs erfüllt eine ganz besondere Funktion im Satz - die Funktion des Prädikats.
Es hat 5 grammatische Kategorien: die Person, die Zahl, die Zeit, den Modus und den
Genus. Die Veränderung oder die Abwandlung des Verbs wird Konjugation genannt.
Das Verb ist als das strukturelle Zentrum des Satzes, über einen großen
Formenreichtum. Darunter sind die konjugierbaren Formen, 3 Personalformen im
Singular und Plural, 6 Zeitformen, 3 Modi (Indikativ, Imperativ, Konjunktiv), 3
Genera (Aktiv, Passiv, Stativ). Als nicht konjugierbaren Formen des Verbs gilt man
Infinitiv I und II Aktiv, Infinitiv I und II Passiv und Partizipien I und II.
Das Verb bezeichnet einen Vorgang oder einen Zustand und zeigt die gegen-
wärtige, vergangene oder zukünftige Handlung. Das Verb zeigt außerdem, ob ein reales
Ereignis gemeint ist oder nicht, ob der Sprechende selbst wirkt oder die Handlung auf
das Subjekt gerichtet ist. Die Hauptbesonderheit des deutschen Verbs ist seine Mehr-
teiligkeit im Satz (2, 3 Teile). Diese Teile des Verbs bilden als Prädikat des Satzes
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einen Satzrahmen. Der Satzrahmen wird erzielt: 1. Durch die analytischen Verbal-
formen; 2. Durch die Verbindung des Modalverbs mit der Nominalform; 3. Durch
trennbare Vorsilben und Zusammensetzungen; 4. Durch phraseologische Bildungen.
Klassifikation des Verbs
Das Verb wird klassifiziert: vom semantischen, morphologischen und
syntaktischen Standpunkten aus.
Die morphologische Klassifikation – die Einteilung der Verben nach den
Flexionsformen beruht auf den 3 Grundformen (Stammformen) des Verbs. Es gibt
von diesem Standpunkt aus 2 Hauptgruppen (starke und schwache Verben) und 3
kleine Gruppen (die Verben mit dem Präsensumlaut, die Verben Präterito - Präsentia,
die unregelmäßigen Verben).
Strukturell - semantische Klassifikation teilt alle Verben im Deutschen in 2
große Gruppen ein: 1. Vollverben; 2. Nichtvollverben: Hilfsverben der Zeit, kopu-
lative Verben, Modalverben.
Die Vollverben sind ihrer lexikalischen Bedeutung nach, sehr mannigfaltig. Sie
umfassen: Verben der Bewegung (gehen, fahren), Zustandsverben (liegen, sitzen),
Verben, die den Übergang aus einem Zustand in einen anderen bezeichnen
(einschlafen, erachten, aufstehen). Die Ausscheidung dieser Gruppen ist sehr wichtig
für die Wahl der Hilfsverben bei der Bildung des Perfekts und Plusquamperfekts.
Eine besondere Gruppe bilden die Verben des Sagens, der Gefühle und des
Wissens (sagen, mitteilen, fühlen, wissen, erkennen usw.). Diese Verben sind für die
Wahl des Modus im abhängigen Nebensatz von Bedeutung. Eine eingehende
Einteilung in solche lexikalische Gruppen fällt in das Gebiet der Lexikologie, und
zwar der Semasiologie (Theorie der semantischen Felder - J. Trier).
Die syntaktische Klassifikation der Verben stützt sich auf den Begriff der Valenz.
Eine eigenartige Klassifikation der Verben nach der Valenz gibt H. Brinkmann in
seiner „Deutschen Grammatik“. Die Valenz ist die Fähigkeit des Verbs, weitere
Stellen im Satz zu fordern. Die Stellen selbst, die für weitere Bezeichnungen offen
sind, nennt der Verfasser „Mitspieler“. Bei allen drei Grundwortarten (Substantiv,
Adjektiv, Verb) unterscheidet er geschlossene und offene Wörter. Geschlossene
Wörter besitzen die für die Wortart vorgesehene Stelle allein; die offenen Wörter
verlangen die Verbindung mit anderen Wörtern und bilden eine Wortgruppe. Das
Substantiv und das Adjektiv haben nur eine offene Stelle. Das Verb kann 3 offene
Stellen haben. H. Brinkmann unterscheidet vom Standpunkt der Valenz eine
Hierarchie der Stellen beim Verb. Das sind: 1. Nullstellige Verben (unpersönliche
Verben): es friert, mir graut. Ihr Merkmal ist, dass sich mit dem Verbum kein
Substantiv verbindet. 2. Beschränkt einstellige Verben. Das sind auch unpersönliche
Verben, sie haben eine starre Stelle, die mit einem Substantiv oder einem Inhaltssatz
besetzt werden kann: Der Versuch ist missglückt. Es kommt vor, dass ich ihn treffe.
3. Einstellige Verben (subjektive Verben). Diese Verben verfügen über das gesamte
Formensystem des Aktivs, das außerhalb der Opposition zum Passiv steht: der Vater
schläft. Die Rose blüht. 4. und 5 erweitern einstellige Verben: 4. Ich folge dir. Ich
danke Ihnen. 5. Zuerst gedachten wir des Toten. Das sind objektive Verben mit dem
Dativobjekt, das eine Person bezeichnet und auch eine kleine Gruppe von Verben, die
für einen Genitiv offen sind. 6. Zweistellige Verben (transitive Verben): Hast du den
Brief geschrieben? Die transitiven Verben sind für das Verbalsystem am wichtigsten.
23
Die Verbindung zwischen dem Subjekt und dem zweiten Mitspieler – dem
Akkusativ ist sehr eng. Die beiden Stellen (Subjekt im Nominativ und Objekt im
Akkusativ) treten in eine umkehrbare Beziehung. Zweistellige Verben verfügen über
das Aktiv-und Passivsystem. 7. Erweitert zweigliedrige Verben: Man hat ihn des
Diebstahl beschuldigt. Diese erweitert zweistelligen Verben bilden einen konservativen
Rest. Das sind Verben des gerichtlichen Verfahrens. 8. Dreistellige Verben: Ich habe
ihn das Haus übertragen. Diese Verben haben den Austausch von Mitteilungen (sagen,
zeigen, erklären u.a.) und von Eigentum zum Inhalt. In diesen Verben gipfelt die
Hierarchie. Diese Klassifikation ist für die Modellierung der Sätze von großer Bedeutung.
Klassifikation der Verben nach dem Aspekt
In der Linguistik unterscheidet man noch eine Klassifikation der Verben –
Klassifikation nach dem Aspekt, da die lexikalische Bedeutung der Verben aufs
engste mit den verschiedenen Bedeutungen des Aspekts verbunden ist. Der Aspekt
zeigt den Charakter des Verlaufs der Handlung. Dementsprechend werden die Verben
in 3 Gruppen eingeteilt. Das sind: 1. Terminative oder begrenzte Verben; 2. Kursive
oder nicht begrenzte Verben; 3. Neutrale oder potential-terminative Verben.
Die terminativen Verben enthalten in ihrer lexikalischen Bedeutung eine
Abgrenzung der Handlung. Es wird angegeben, ob die Handlung erst beginnt oder
endet. Manche terminative Verben zeigen das Resultat der Handlung: bringen,
finden, kommen, sterben, sich legen, sich setzen, aufstehen, einschlafen usw. Als
Mittel der terminativen Verben dienen wortbildende Präfixe. Aus diesem Grund
betrachtet man den Aspekt als lexikalisch-grammatische Kategorie.
Kursive Verben zeigen eine dauernde Handlung, ohne die Grenze des Verlaufs
anzugeben. Sie bezeichnen nur den Prozess. Zu ihnen gehören: schlafen, sitzen,
leben, suchen, blühen, lieben, hassen usw.
Die Bedeutung der neutralen Verben hängt vom Kontext ab. Sie können
sowohl als terminative als auch kursive fungieren. Zu den neutralen Verben gehören:
bauen, lesen, nähen, schreiben u.a.
Der Aspekt der Verben ist entsprechend für die grammatische Charakteristik
der Partizipien und in geringerem (weniger) Maße für den Gebrauch und die
Bedeutung der Zeitformen. Man darf den Aspekt mit der Aktionsart nicht
verwechseln. Die Aktionsart ist im Russischen eine grammatsche Kategorie, die mit
dem System der Zeitformen aufs engste verbunden ist: die Zeitformen im Russischen
sind zugleich Formen der Aktionsart.
Die deutschen terminativen, kursiven und neutralen Verben haben alle
Zeitformen, obwohl es einen Unterschied in der Bedeutung der Zeitformen gibt: Ich
bringe Ihnen die heutige Zeitung – Gegenwart, aber kann auch die Zukunft
bezeichnen, weil „bringen“ ein terminatives Verb ist. Ich bringe, komme, finde –
bezeichnen oft eine vollendete Gegenwart. Ich wohne auf dem Lande – bedeutet eine
dauernde Handlung in der Gegenwart.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.

24
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 8

Thema: Allgemeine Charakteristik der grammatischen Kategorien des Verbs

Schwerpunkte:
1. Die grammatischen Kategorien des Verbs.
2. Die Kategorie der Person.
3. Die Kategorie der Zahl.
4. Die Kategorie des Modus.
5. Die Kategorie der Zeit.
6. Die Kategorie des Genus.

Schlüsselbegriffe: der Kommunikationsprozess, die Zählbarkeit, die Unzählbarkeit,


der Modus, das Modalfeld, die Modusinhalt.

Das Verb verfügt über 5 grammatische Kategorien: Person, Zahl (Numerus),


Zeit (Tempus), Modus (Aussageweise), Genus (Richtung der Handlung).
Diese grammatischen Kategorien sind den finiten Formen des Verbs eigen. Finite
Formen des Verbs beziehen sich auf die Teilnehmer des Gesprächs und zeigen durch
die Personalendungen, ob die Aussage für die Sprecher (1. Person) oder Hörer (2.
Person) gilt oder für eine andere Person bzw. Einen anderen Gegenstand, von dem
die Rede ist (3. Person) die Personalform bestimmt also das Subjekt macht die Rolle
im Gespräch. Da die Personal Form des Verbs das Verb in dem Kommunikations-
prozess einbezieht, ist die Kategorie der Person eine kommunikative – grammatische
Kategorie. Die Kategorie der Person ist dem meisten Verben eigen, doch gibt es
Verben - unpersönliche Verben – die infolge ihrer lexikalischen Bedeutung nur in der
3. Person Singular gebraucht werden: Es regnet, es schneit usw.
Die Kategorie der Zahl beim Verb ist von der Kategorie der Zahl des
Substantivs (Subjekts) abhängig, das die Zählbarkeit und die Unzählbarkeit
substantivische Begriffe – Gegenstände und Personen – erfasst und nur durch diese
Begriffe mittelbar auf die Handlungen übertragen wird: das Heft liegt – die Hefte
liegen – zählbar sind – die Hefte.
Sowohl die Person als auch die Zahl werden syntetisch durch Personal-
endungen bezeichnet. Der Modus zeigt das Verhältnis zwischen der Aussage und der
Wirklichkeit vom Standpunkt des Sprechers. Die Modi bilden den Hauptkern der
syntaktischen Kategorie der Modalität, des Modalfeldes und werden demnach
ausführlich in der Syntax behandelt. In der deutschen Sprache gibt es 3 Modi: den
Indikativ, den Konjunktiv und den Imperativ. Der Indikativ weist darauf hin, daß die
25
Aussage der Wirklichkeit entspricht. Er wird objektiver Modus genannt. Die
Opposition zum Indikativ bilden die 2 subjektiven Modi – der Konjunktiv und der
Imperativ. Der Konjunktiv stellt in der Regel die Aussagen nur mögliches, irreales,
gewünschtes dar. Es drückt auch die mittelbare Wiedergabe aus. Demnach lassen sich
2 selbständige Bedeutungen abgrenzen:
1. Die Bezeichnung irreal-bedingten oder nur vorgestellten Geschehens. Diese
Bedeutung wird durch präteritale Zeitformen ausgedrückt: durch Präteritum,
Konditionalis I, Plusquamperfekt, Konditionalis II.
2. Die Bezeichnung der mittelbaren Wiedergabe fremder Aussage. Die indirekte Rede
wird vorwiegend durch präsentische Zeitformen ausgedrückt: Präsens, Perfekt, Futur I.
Zu beiden Modusinhalten kann eine heischende Komponente hinzutreten und
Forderung oder realen Wunsch ausdrücken. Diese Bedeutung wird durch Präsens
Konjunktiv ausgedrückt, das stilistisch begrenzt ist. Das Präsens Konjunktiv in der
optativsimperativischen Funktion wird im feierlichen gehobenen Stil gebraucht, auch
in der wissenschaftlichen Prosa: es feue sich, wer da atmet im rosigen Licht!
(Schiller). Es ruhe das Gewahr! ES sei erwähnt...
Im System des deutschen Verbs steht das Präsens Konjunktiv isoliert. Der
Gebrauch des Konjunktivs ist unterschiedlich, je nachdem er im selbständigen Satz
oder im Nebensatz vorkommt. Im Nebensatz werden verschiedene modale
Bedeutungen durch das Zusammen 1. Des Konjunktivs 2. der entsprechenden
Konjunktion und 3. der Struktur des Satzgefüges ausgedrückt: Sie standen ratlos um
den Wagen herum, wie wenn Sie vom Monde gefallen waren-irreale komparative
Bedeutung (K. Tucholski).
In einigen Nebensätzen wird die irreal-potentiale Modalität abgeblasst, der
Konjunktiv wird strukturbedingt gebraucht, z.B., in den “ohne dass-Sätzen“: und die
Nacht rückte vor, ohne dass eine Veränderung eingetreten wäre (Th. Mann). In
solchen Sätzen wird der Konjunktiv durch den Indikativ ersetzt.
Der Imperativ drückt eine Aufforderung des Sprechers aus. Während alle
finiten Formen des Verbs sowohl den Infinitiv als auch den Konjunktiv kennen, ist
der Imperativ lexikalisch beschränkt (begrenzt). Er kann weder den unpersönlichen
Verben noch von den Modalverben gebildet werden. Ausnahme: der Imperativ wird
nur von den Verben “wollen” und “lassen” gebildet: Wollet! Hoffet! Liebet! Und die
Erde gehört euch wieder (Deutsches Friedensbuch).
Die Verbindung ”wollen+wir” +Infinitiv – kann als analytische Form des
Infinitivs (1. Person Plural) betrachtet werden. Dieses Verb bezeichnet eine
Aufforderung und ist der Verbindung “Lasst uns gehen” Synonym (Johannes Erben.
Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur).
Das Paradigma des Imperativs ist defektiv. Es gibt nur 3 Formen – eine
Singularform: Lies!; eine Pluralform: Lest! Und sogenannte Höflichkeitsform, die
sich sowohl auf eine Person als auch auf mehrere Personen bezieht: Lesen Sie! Der
Imperativ kennt keine Zeitformen: Er bezieht sich auf die Zukunft, sehr oft auf die
nächste Zukunft.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.

26
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 9

Thema: Die Zeitformen des Verbs

Schwerpunkte:
1. Das Präsens und seine Bedeutungen.
2. Präteritum und Perfekt.
3. Plusquamperfekt.
4. Futurum I und II.

Schlüsselbegriffe: der Zeitpunkt, der Redemoment, die Handlung, der Redeakt, die
Fähigkeit, die Bedeutung, die Gleichzeitigkeit in der Gegenwart oder Zukunft,
systemhafte Synonyme, die universellste Zeitform, die direkte oder inderekte Rede,
das Satzgefüge, die Identifizierung, das Tempussystem.

1. Das Präsens drückt vor allem Geschehnisse aus, die in der Gegenwart
ablaufen, also 1. bezeichnet es den Zeitpunkt, der mit dem Redemoment zusammen-
fällt; 2. z.B.: „Wenn ich an dich denke, geschieht es mit mir oft: ich sehe dich die
Treppe hinuntergehen…, sehe dich einkaufen…(Heinrich Böll). In diesem Beispiel
drückt das Präsens eine dauernde, sich wiederholende Handlung aus. Also, das
Präsens umfasst auch Zeitabschnitte, die durch den Augenblick des Redeaktes
hindurchlaufen. Da das Präsens über die Gegenwart hinausreicht, hat es die
Fähigkeit, Zukünftiges und Vergangenes zu bezeichnen.
3. Besonders oft tritt die futurale Bedeutung der terminativen Verben auf: Ich
bringe Ihnen meinen Artikel. Gewöhnlich aber entsteht die futurale Bedeutung unter
der Einwirkung des Kontextes, sehr oft wird das Präsens Futur von temporalen
Adverbialbestimmungen begleitet – bald, morgen usw.: Ich schicke meinen Enkel in
einer halben Stunde. Präsens futuralis ist ein kontextuales Synonym des Futurs;
4. Präsens ist auch ein kontextuales Synonym des Präteritums, indem es zur
Belebung der Erzählung dient: Nun kam der Schrecken zum Aufbruch. Schrille
Damenschreie mischen sich mit den dumpfen Bestürzungsrufen von Männern. Neben
mir höre ich „Hilfe!“ rufen (Th.Mann).
Im modernen Deutsch werden Episoden, Kapitel, sogar ganze Erzählungen und
Romane im Präsens historicum geschrieben „Im Westen nichts Neues“ (Remarque),
„Kleiner Mann – was nun?“ (Hans Fallada u.a.). Auch in der Ballade ist das Präsens
historicum die vorherrschende Tempusform. Wenn man 2 gleiche Zeitformen
27
gebraucht, bezeichnet Präsens die Gleichzeitigkeit in der Gegenwart oder Zukunft.
Relative und absolute Bedeutungen fallen zusammen.
5. Eine besondere Bedeutung des Präsens ist die Bezeichnung der Sachverhalte, die
sich nicht auf den Redemoment beziehen und allgemeine Geltung haben. Diese
Bedeutung nennt man generelles Präsens: Die Erde dreht sich um die Sonne. Der
Mensch lebt nicht nur sein persönliches Leben, sondern auch das seiner Epoche und
Zeitgenossenschaft (Th.Mann).
Manche Sprachwissenschaftler (E.Koschmieder) behaupten, dass manche
(einige) Bedeutungen des Präsens mit der Hauptbedeutung nicht verbunden sei. Das
Präsens hat aber einen allumfassenden Charakter, und das generelle Präsens ist von
diesem allgemeinen Charakter abgeleitet. Die zeitlichen Bedeutungen des Präsens
verblasen, wenn das Präsens in der 2. Person Singular von einer besonderen
Intonation begleitet, einen kategorischen Befehl ausdrückt, z.B.: Du schweigst! Das
ist ein kontextuales Synonym des Imperativs.
2. Präteritum und Perfekt
Das sind systemhafte Synonyme, da ihre Hauptbedeutung – die Bezeichnung
einer Handlung in der Vergangenheit – zusammenfallen. Im minimalen Kontext
bezeichnen sie eine Handlung in der Vergangenheit. Das Präteritum ist die
universellste Zeitform der Vergangenheit. Es ist die Hauptform bei der Wiedergabe
von zusammenhängenden vergangenen Handlungen in Erzählungen, Berichten.
H. Brinkmann nennt Präteritum „eine Form der Erinnerung“ (Die deutsche Sprache).
Wenn eine Handlung der anderen folgt und diese Folge der natürlichen Folge
der Wirklichkeit entspricht, so erscheint das Präteritum: Ich goss mir ein, tat Zucker
in den Kaffee, rührte um und trank (H.Böll).
Im Präteritum stehen gewöhnlich die Verben „haben, sein, werden“,
Modalverben, die Verben „scheinen, brauchen, pflegen“ (mit dem Infinitiv) und die
Verben, die die direkte oder indirekte Rede einleiten. Im Gespräch und in der
direkten Rede wird fast ausschließlich das Perfekt gebraucht, aber das Präteritum
kommt auch vor: „Woher hast du denn die herrlichen Rosen bekommen?“ Christa
erhob sich. –„Oh“, sagte sie, «ich fand einen riesigen Strauß auf meinem Zimmer“
(B.Kellermann).
Das Präteritum ist mit der Gegenwart nicht verbunden. In einem bestimmten
Kontext, und zwar in der erlebten Rede bezeichnet das Präteritum die Gegenwart und
die Zukunft. Seine Hauptbedeutung verblasst, und es tritt als kontextuelles Synonym
des Präsens, des Futurs bzw. Des Konditionalis I auf, z.B.: Aber er blickt mehrere
Male zurück. Was ging da vor? (Willi Bredel). In diesem Fall kann hier auch das
Präsens erscheinen.
Im relativen Gebrauch bezeichnet das Präteritum die Gleichzeitigkeit in der
Vergangenheit. Diese Bedeutung kommt im Satzgefüge zum Ausdruck: Solange er
neben mir ging, war die ganze Natur entzaubert (Heinrich Heine). Die relative
Bedeutung fällt mit der absoluten zusammen.
Perfekt ist die Zeitform im Gespräch und in den kurzen Mitteilungen. Man
gebraucht Perfekt besonders wenn es die Verbindung mit der unmittelbaren
Gegenwart bezeichnet oder wenn das Resultat der Handlung in der Gegenwart
hervorgehoben wird: Es hat geläutet, die Stunde beginnt.

28
Besonders oft wird das Perfekt in Fragen und Antworten gebraucht: Was ist
geschehen? –Eine Tasse ist gefallen. Diese resultative Bedeutung kommt besonders
zum Ausdruck, wenn das Perfekt von terminativen und neutralen Verben gebildet wird.
Das Geschehen, das durch das Perfekt ausgedrückt wird, wirkt in der
Gegenwart nach: Einmal, es ist schon zwei Jahre her, habe ich ein Eisenbahnunglück
mitgemacht, -alle Einzelheiten stehen mir klar vor Augen (Thomas Mann).
Das Perfekt drückt die Vorzeitigkeit in der Gegenwart aus, d.h. die
Vorzeitigkeit zum Redemoment: Ich kann ihn zum Telefon nicht rufen, er ist eben
fortgegangen. Die Bedeutung der Vorzeitigkeit in der Gegenwart überschneidet sich
mit der schon genannten absoluten. Das Präteritum kommt in diesem Fall nicht vor.
Relativ wird das Perfekt auch zum Ausdruck der Vorzeitigkeit in der Zukunft
gebraucht: Wenn aber späterhin der Liebende sein Mädchen verloren hat, dann
kommt er wieder zu der wohlbekannten Linde, und seufzt, und weint (H. Heine). Hier
ist das Perfekt dem Futurum II Synonym.
In der Linguistik wurde viel über die Bedeutungsunterschiede des Präteritums
und des Perfekts gestritten. In den deutschen Grammatiken des XVIII und XIX
Jahrhunderts, die unter dem großen Einfluss der lateinischen Grammatik waren,
herrschte die Identifizierung des Perfekts mit der perfektiven Aktionsart. Zu einer
solchen Auffassung trug auch die Herkunft des Perfekts bei. Sogar die Termini
„Perfekt“ und „Imperfekt“ statt Präteritum spiegeln diese Auffassung wider.
Die Theorie der Identifizierung der vergangenen Zeitformen mit den
Aktionsarten wurde stark kritisiert (O.I. Moskalskaja, G.M. Birkenhof u.a.). Auch in
Deutschland erschienene Grammatiken sucht man nach anderen Kriterien. Noch W.
Willmanns hat bemerkt, dass das Perfekt gebraucht wird, um eine Aussage als
wesentlich und bedeutend hervorzuheben (Deutsche Grammatik). In diesem Sinne
findet W. Willmanns das Perfekt um sehr wirksam am Schluss des Romans „Leiden
des jungen Werters“: „Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn begleitet“.
Hier spielen auch rhythmische Gründe mit. Das Perfekt kommt in den Anmerkungen
des Verfassers vor. Eine Erzählung, ein Kapitel beginnt gewöhnlich mit dem Präteri-
tum, aber man findet auch das einleitende Perfekt oder das einleitende Plusquamperfekt.
Im Perfekt wird nicht erzählt, es hebt einen Vorgang wegen seiner Bedeutung
für die Gegenwart als isolierter Faktor hervor. Wenn das Präteritum gewählt wird, so
wird das dargestellte Ereignis als Glied einer zeitlichen Reihe aufgefasst, in der andere
Ereignisse vorausgehen und folgen. Aus diesem Grund empfehlt W. Willmanns das
Präteritum zu wählen, wenn man Augenzeuge eines Vorfalls waren. Wenn man aber
vom Vorfall nur gehört hat, dann soll man das Perfekt gebrauchen (W. Willmanns).
H. Brinkmann hebt hervor, dass das Perfekt ein Geschehnis nicht in
Verbindung mit anderen Geschehnissen der Vergangenheit bezeichnet. Die Grenzen
zwischen Perfekt und Präteritum verwischen sich in süddeutschen Dialekten, wo das
Präteritum in lebendiger Rede wenig gebraucht wird. Umgekehrt neigt gehobene
Sprache dazu, unter gewissen Bedingungen das Perfekt durch das Präteritum ersetzen
(H. Brinkmann. Die deutsche Sprache).
Im Zeitungsstil überschneiden sich beide Zeitformen. Also, liegt der
Unterschied zwischen dem Präteritum und dem Perfekt:
1. im verschiedenen Bedeutungsumfang;
2. in der Gebrauchssphäre;
29
3. im stilistischen Wert.
3. Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt ist eine relative Zeitform, die die Vorzeitigkeit in der
Vergangenheit bezeichnet. Wenn die Reihenfolge der Handlungen im Bericht der
Reihenfolge der Handlungen in der objektiven Wirklichkeit nicht entspricht, d.h.
wenn über das Frühergeschehene später ausgesagt wird, ist das Plusquamperfekt
obligatorisch (M.D. Natanson): Die Dächer waren weiß. In der Nacht hatte es
geschneit. Ein schwaches Abendrot färbte den Himmel. Es hatte nicht mehr geregnet
(E.M. Remarque).
Im Nebensatz erscheint das Plusquamperfekt mit den Konjunktionen, die die
Vorzeitigkeit nicht deutlich zum Ausdruck bringen, und zwar mit den Konjunktionen
„als“ und „wenn“. Mit der Konjunktion „nachdem“ ist das Plusquamperfekt
obligatorisch. In diesem Fall tritt die Übercharakterisierung hervor. Mit den anderen
Konjunktionen, die das zeitliche Verhältnis genau angeben, ist der Gebrauch der
Zeitformen frei.
Im absoluten Gebrauch berichtet das Plusquamperfekt eine vergangene
Handlung aus. Wenn eine ganze Episode als Vorgeschichte dargestellt wird, so
beginnt die Vorgeschichte mit dem Plusquamperfekt – die ersten 2-3 Sätze im
Plusquamperfekt, dann geht der Autor zum Präteritum über.
4. Futur I und II
Die Zeitformen erfüllen 2 verschiedene Funktionen:
1. Temporale und
2. Modale.
Das Futurum I wird vorwiegend absolut gebraucht, es bezeichnet zukünftige
Handlungen. Im relativen Gebrauch drückt Futur I die Gleichzeitigkeit in der Zukunft
aus. In beiden Fällen ist dem Futurum I das Präsens Synonym.
Das Futurum II ist eine relative Zeitform. Es bezeichnet die Vorzeitigkeit in
der Zukunft. Das Synonym des Futurs II ist das Perfekt: Du wirst schaffen…Aber
wenn du es geschaffen haben wirst, werde ich nicht mehr bei dir sein (H.Fallada);
Welch ein Glück? Nun wird er, bevor in die Grube fährt, Franklin und der Freiheit
einen Dienst erwiesen haben (Leonhard Frank).
Futur I und II drücken die Modalität des Satzes aus und zwar einer Annahme.
Dabei ändert sich ihre temporale Bedeutung.
Das Futurum I bezeichnet eine Annahme in der Gegenwart, das Futurum II – in
der Vergangenheit: Sonst ist er sehr schweigsam. Er wird seine Gründe haben
(F.Wölf). Das Kind ist verschwunden. Paris ist groß. Es wird sich ein Obdach
gefunden haben (Anna Seghers).
Das Futur I drückt auch einen kategorischen Befehl aus. Die modale Funktion
des Futurs II ist verbreiteter als die temporale. Die beiden Funktionen des Futurs I
und II sind so auseinandergegangen, dass man sie als Homonyme betrachten könnte.
W. Admoni behauptet, dass die futurale Bedeutung mit der modalen verbunden
ist, dass die Bezeichnung der Zukunft eine natürliche für alle anderen modalen
Gebrauchsweisen bildet (W. Admoni. Der deutsche Sprachbau)
H. Brinkmann meint, daß die Hauptbedeutung des Futurs I die Erwartung ist.
Von dieser Bedeutung erheben sich zwei scheinbar entgegengesetzte Varianten:

30
Aufforderung und Vermutung, aber diesen Bedeutungen liegt auch die Erwartung
zugrunde (H.Brinkmann. Die deutsche Sprache. Gestalt und Leistung).
Die modale Bedeutung ist auch mit der Kategorie der Person verbunden: die
Annahme ist für die 3. Person charakteristisch, die imperative Bedeutung für die 2.
Person. Also, das Tempussystem im Deutschen ist sehr kompliziert, weil sich die
Zeitformen in ihrem Gebrauch überschneiden.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 10
Thema: Das Genus

Schwerpunkte:
1. Zwei Genera des Verbs.
2. Ausnahmefälle bei der Passivbildung.
3. Zwei Arten der passiven Konstruktionen.
4. Die Rolle der Präpositionen „von“ und „durch“ beim Passiv.
5. Die Theorie der Umkehrbarkeit und ihre Kritik.
6. Das eingliedrige Passiv.
7. Die Konstruktion „sein+Partizip II“.
8. Zustandspassiv und Stativ.

Schlüsselbegriffe: das Genus, die Opposition, das Aktiv, das Passiv, die Aktivität, die
Passivität, die kommunikative Gliederung, die partizipiale Konstruktion, das
Zustandspassiv, das Stativ.

Im Deutschen gibt es 2 Genera des Verbs, die eine zweigliedrige Opposition


bilden: das Aktiv (die Tätigkeitsform, die Norm- oder Grundrichtung) und das Passiv
(die Leideform, die Umkehr- oder Gegenrichtung).
Das Genus charakterisiert nicht die Handlung selbst, sondern das Verhältnis
zwischen dem Subjekt und der Handlung: die Richtung des Prozesses im Aktiv ist
zentrifugal und im Passiv – zentripetal (M.M. Guchman). Anders gesagt, zeigt das
Aktiv, daß die Handlung vom Subjekt ausgeht und auf das Objekt gerichtet ist. Das
Subjekt ist der Träger der Handlung, das Agens. Das Passiv zeigt, dass das Subjekt
der Einwirkung einer Handlung unterworfen ist, es ist Patiens.
31
Das Genus ist nur den transitiven Verben eigen, intransitive Verben kennen
diese Opposition nicht. Aber auch nicht alle transitiven Verben bilden das Passiv,
z.B., die Verben „besitzen, bekommen, kriegen, enthalten, kennen, wissen, treffen“
im Sinne «begegnen».
Die Formen des verbalen Genus bestimmen den syntaktischen Bau, die
Gestaltung des Satzes. Darauf folgt, dass die morphologische Kategorie des Genus
aufs engste mit der Lexik und der Syntax verbunden ist.
Es gibt 2 Arten der passiven Konstruktionen: das zweigliedrige Passiv und das
dreigliedrige Passiv. Das zweigliedrige Passiv besteht aus dem Subjekt und Prädikat.
Das Agens der Handlung braucht nicht genannt zu sein. Gerade die Möglichkeit, das
Agens völlig auszuschalten, ist für das Passiv charakteristisch. Man stellt einen
Prozess dar, ohne den Träger der Handlung der Träger zu nennen: Viele Häuser
werden neu angestrichen. Aus diesem Grund wird das Passiv besonders oft in der
wissenschaftlichen Prosa und in der Publizistik gebraucht. Damit gewinnt das Passiv
in der modernen deutschen Sprache seine stilistische Daseinsberechtigung. Das
zweigliedrige Passiv ist gebräuchlicher als das dreigliedrige. Es umfasst 75% aller
passivischen Konstruktionen.
Das dreigliedrige Passiv besteht aus dem Subjekt, dem Prädikat und dem
präpositionalen Objekt, dass das Agens der Handlung bezeichnet. Das präpositionale
Objekt, das in dem Passivmodell zum ständigen Merkmal wird, ist eine präposi-
tionale Gruppe mit der Präposition „von“ und “durch“. Es ist eine Tendenz die Prä-
position „von“ zu gebrauchen, wenn der Urheber der Handlung ein abstrakter Begriff
ist. Aber diese Tendenz darf keinesfalls als eine Regel aufgefasst werden, da wir auch
„durch“ bei Lebewesen und „von“ bei abstrakten Begriffen finden (Gerhard Helbig.
Zum Problem der Genera des Verbs in der deutschen Gegenwartssprache), z.B.: In
denen Ruhe wird der Bürger durch einen Satiriker, der Autor durch den Kritiker
gestört (J.W. von Goethe); Diesmal wird Diederich durch Emmy gerettet (H. Mann).
Die Präposition “von“ gebraucht man oft mit Substantiven, die einen
psychischen oder physischen Zustand bezeichnen: Plötzlich wurde Marion von
Unruhe und Angst erfasst (B. Kellermann).
Die Formen des Aktivs und des Passivs bilden einerseits eine Opposition und
drücken polare Bedeutungen aus, sie zeigen Aktivität und Passivität des Subjekts.
Andererseits drücken die Aktiv-und Passivkonstruktionen einen und denselben
Sachverhalt, eine und dieselbe Erscheinung der objektiven Wirklichkeit aus: Der
Architekt Neumann hat dieses schöne Gebäude erbaut. – Dieses schöne Gebäude ist
vom Architekten Neumann erbaut worden. Der Sachverhalt ist derselbe, es ändert sich
aber die Sehweise des Sprechers und die damit verbundene Gliederung des Satzes.
In den meisten dreigliedrigen Passivsätzen bezeichnet das Agens – das Neue,
der Patiens, das passive Subjekt – das Gegebene: Die Frau wurde von den Nachbarn
zu Bett gebracht (A. Seghers).
Beim zweigliedrigen Passivsatz ist das passive Subjekt (Patiens) gewöhnlich
das Gegebene und das prädikative Verb – das Neue: In unserer Hochschule soll ein
Klub eröffnet werden.
Es sei aber betont, dass nicht die morphologischen Formen des Aktivs und des
Passivs, sondern die entsprechenden syntaktischen Konstruktionen zur kommunika-
tiven Gliederung des Satzes beitragen. Damit erörtern wir ein sehr wichtiges Problem
32
– die Theorie der Umkehrbarkeit. Laut dieser Theorie kann jeder aktive Satz mit
einem transitiven Verb durch einen Passivsatz ersetzt werden und demnach jeder
Passivsatz lässt sich in einen aktiven verwandeln.
Die Theorie der Umkehrbarkeit wurde in der linguistischen Literatur einer
Kritik unterworfen. M.M. Guchman behauptet, dass diese Theorie schon aus dem
Grunde nicht stichhaltig sei, weil sie sich hauptsächlich auf das dreigliedrige Passiv
stützt, das in den indoeuropäischen Sprachen weniger verbreitet im Vergleich zum
zweigliedrigen Passiv ist.
Das zweigliedrige Passiv entspricht dem unbestimmt-persönlichen Satz mit
dem Pronomen “man“. Bei der Umwandlung muss man im Auge behalten, dass die
zweigliedrige Konstruktion mit Passiv gebräuchlicher als die adäquaten Sätze mit
„man“ ist.
Wenn der Träger der Handlung kein Lebewesen ist, lassen sich die Passivsätze
nicht ins Aktiv verwandeln: Sein Kopf wurde gequetscht, und das Blut rann heftig
über alle Gliedmaßen (Th. Mann).
Bei der Umwandlung der dreigliedrigen passivischen Konstruktionen ändert
sich die Mitteilungsfunktion (der kommunikative Wert) der Aussage: Ich habe diesen
Artikel (das Neue) übersetzt. Dieser Artikel wurde von mir (das Neue) übersetzt.
Also, liegt der Unterschied zwischen diesen 2 Arten der Konstruktionen in der
kommunikativen Wertung der Aussage. Aus diesem Grunde kann das Genus als eine
kommunikativ-grammatische Kategorie betrachtet werden.
Eine besondere Stelle im System des deutschen Verbs nimmt das sogenannte
„eingliedriges Passiv“ ein, das auch das unpersönliche Passiv genannt wird. Das
eingliedrige Passiv wird sowohl von transitiven als auch von intransitiven Verben
gebildet: Es wird getanzt. Es wird gelacht.
„Es“ ist formales Subjekt, morphologisch – ein unpersönliches Pronomen.
Dieses Pronomen fehlt, wenn der Satz mit einem Nebensatzglied beginnt: An der Tür
wurde geklopft. Da er schon steckenblieb, wurde im Publikum gelacht (H. Mann).
Diese Konstruktion hat keine passive Bedeutung und gehört nicht in das System des
Passivs (G. Helbig unterschtützt diese Meinung). M.M. Guchman nennt solche Kon-
struktionen wie “Es wird gedacht“ usw. als Homonyme des Passivs. Das eingliedrige
Passiv zeigt weder die Richtung der Handlung noch die Passivität des Subjekts. Es
gestaltet, einen Vorgang ohne Erwähnung des Patiens darzustellen und in solchen
Sätzen hebt man der Prozess stärker als im unbestimmt-persönlichen Satz hervor.
In der modernen deutschen Sprache gibt es eine Reihe von Wendungen, die
eine passive Bedeutung haben, aber keine passive Form: Er hat ES hundert Male
GESAGT bekommen. Das Geschäft kam zum Abschluss. In der Grammatik „Der
Große Duden“ werden sie „Ersatzform des Passivs“ genannt. Diese Konstruktionen
liegen an der Grenze der Grammatik und Lexik.
In der gegenwärtigen deutschen Sprache ist eine prädikative Konstruktion
verbreitet, die aus dem Verb “sein“ und Partizip II eines transitiven Verbs gebildet
ist. Sie wird „partizipiale Konstruktionen mit “sein“ genannt. Das Subjekt ist Träger
eines Zustandes: Das Land ist befreit. Die Partizipialkonstruktion ist ein
zusammengesetztes nominales Prädikat: das Verb “sein“ ist die Kopula, das Partizip
II übt die Funktion eines prädikativ gebrauchten Adjektivs aus, ist also Prädikativ.

33
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dem prädikativen Adjektiv und
dem prädikativen Partizip II. Das Adjektiv drückt eine Eigenschaft oder einen
Zustand aus, das Partizip II und die ganze Konstruktion bezeichnen das Ergebnis
eines Prozesses, einen Zustand, der als Resultat einer Handlung eingetreten ist. Vgl.:
Das Land ist frei. – Das Land ist befreit./ Das Fenster ist offen. – Das Fenster ist
geöffnet usw.
Der nominale Charakter der Partizipialkonstruktion ist besonders klar, wenn
das Partizip II adjektiviert ist: Die Lider ihrer Augen waren vom kalten Wasser
gerötet (Th. Mann). Die Grenze zwischen dem verbalen und adjektivierten Partizip
ist fließend.
In einigen syntaktischen Strukturen, und zwar in Nebensätzen mit den Kon-
struktionen „als“und “nachdem“, in Verbindung mit Temporaladverbien und manch-
mal im Großkontext bekommt die partizipiale Konstruktion mit „sein“ einen aus-
gesprochenen verbalen Charakter und ist dann ein kontextuelles Synonym des Passivs.
Wenn das Partizip II von terminativen und neutralen Verben gebildet ist, ist die
partizipiale Konstruktion dem Perfekt bzw. dem Plusquamperfekt Synonym und
zwar: IST+Partizip II ist dem Perfekt Passiv Synonym, WAR+Partizip II dem
Plusquamperfekt Passiv Synonym: Nachdem wir alle ausgerottet sind, werden Sie,
Herr, uns rächen (H. Mann); Als der letzte Zahn gezogen war, lag Hanno acht Tage
krank (Th. Mann).
Manche Sprachwissenschaftler, wie W. Willmanns, L.R. Sinder und T.W.
Strojewa, erklären diese Gebrauchsweise der Partizipialkonstruktion “sein“+Partizip
II durch die Fortlassung der Form „worden“.
Wenn das Partizip II von kursiven Verben gebildet ist, ist die partizipiale
Konstruktion ein kontextuales Synonym des Präsens bzw. des Präteritums Passiv: Er
ist heute hier erwartet – Er wird heute hier erwartet; Das Konzert war stark besucht
– Das Konzert wurde stark besucht.
Die partizipiale Konstruktion mit “sein“ hat also 2 Bedeutungen: a) sie hat
nominalen Charakter; b) sie hat verbalen Charakter und ist ein kontextuelles
Synonym des Passivs.
Aus dem obengenannten kann man folgende Schlussfolgerungen machen:
1. Wenn das Partizip II von transitiven und neutralen Verben gebildet ist, ist
sie dem Perfekt und Plusquamperfekt Passiv Synonym;
2. Wenn das Partizip II von kursiven Verben gebildet ist, ist die Konstruktion
dem Präsens bzw. dem Präteritum Passiv Synonym.
Die Beziehung der Partizipialkonstruktion mit “sein“ hängt also vom
lexikalischen Charakter des Partizips II und vom Kontext ab.
Die Frage der Bedeutung der partizipialen Konstruktion mit “sein“ und ihre
Stelle im System der deutschen Sprache ist eines der umstrittensten Probleme. W.G.
Admoni ist der Meinung, dass die Zustandsform eine syntaktische Fügung sei, gibt
aber zu, dass sie sich mit dem Perfekt und Plusquamperfekt des Passivs berührt (Der
deutsche Sprachbau).
Sehr verbreitet ist die Theorie des Zustandspassivs. F. Blatz meint, dass neben
dem Passiv, das mit Hilfe von „werden“ gebildet wird und den “Eintritt eines
Geschehens bezeichnet“, die zweite Form des Passivs existiert, die mit Hilfe von
“sein“ gebildet wird und das „Bestehen eines dauernden Zustandes bezeichnet“
34
(Neuhochdeutsche Grammatik mit Berücksichtigung der historischen Entwicklung
der deutschen Sprache). Die Vertreter dieser Theorie sind also der Meinung, daß es 2
Arten des Passivs gibt. Demnach ergibt sich folgende Opposition:
Vorgangspassiv
Aktiv------Passiv
Zustandspassiv
In den deutschen Grammatiken ist eine neue Theorie entwickelt worden. Die
partizipiale Konstruktion mit „sein“, wird nach dieser Theorie, nicht als eine Abart
des Passivs betrachtet, sondern ein besonderes Genus – Stativ (Seinsform), das dem
Aktiv (Tatform und dem Passiv (Leideform) gegenübergestellt ist. Hans Glinz nennt
Aktiv – einfach, Passiv – bewirkt, Stativ – gegeben. E.I. Schendels stellt folgende
dreigliedrige Opposition auf:
Passiv
Aktiv
Stativ
Die Vertreter der Theorie „Zustandspassivs“ und des „Stativs“ betrachten die
partizipiale Konstruktion als eine verbale analytische Form. Dieser Konstruktion aber
fehlt die grammatische Idiomatik: sowohl das Verb “sein“ als auch das Partizip II
behalten ihre grammatischen Kategorien.
Die partizipiale Konstruktion bildet kein volles Paradigma: nur selten wird sie
im Perfekt, Plusquamperfekt und Futurum gebraucht. Sie ist auch lexikalisch
begrenzt: viele transitive Verben bilden kein „Zustandspassiv“, z.B., aufwenden,
ausüben, beglückwünschen, befragen, bewundern, bieten, bitten, brauchen,
entdecken, erinnern, fragen, hindern, loben, nicken, schulden, reden, sehen, senden,
zeigen (G. Helbig. Zum Problem der Genera).
Die Vertreter dieser Theorie heben selbst hervor, dass sich das Partizip II in
dieser Funktion dem Adjektiv nähert (G. Helbig, H. Glinz).
Die partizipiale Konstruktion mit “sein“ ist also keine morphologische
analytische Form, sondern eine freie syntaktische Fügung und fällt in die Kompetenz
der Syntax.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

35
Vorlesung 11
Thema: Das Substantiv

Schwerpunkte:
1. Allgemeines über das Substantiv.
2. Die Einteilung der Substantive in Konkreta und Abstrakta.
3. Die Konkreta und ihre strukturell-semantischen Gruppen.
4. Die Abstrakta und ihre strukturell-semantischen Gruppen.
5. Die grammatischen Kategorien des Substantivs.
6. Die Kategorie des Geschlechts(des Genus).
7. Kategorie der Zahl(des Numerus).
8. Kategorie des Kasus(des Falls).
9. Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit.

Schlüsselbegriffe: die Konkreta, die Abstrakta, der Eigenname, der Sammelname,


der Stoffname, die Kategorie des Geschlecht (des Genus), der Zahl (des Numerus),
des Kasus (des Falls), der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit, die Einheit – die
Mehrheit, das Singulariatantum – das Pluraliatantum, die Homonymie, die Vielheit,
die Kongruenz, die Rektion, das Begleitwort, der Nullartikel.

Das Substantiv bezeichnet Gegenstände im weiten Sinne des Wortes. Man teilt
Substantive nach der Beziehung, die sie zum sinnlich Wahrgenommenen haben, in: 1.
Konkreta und 2. Abstrakta, ein.
a. Konkreta sind alle mit den Sinnen wahrnehmbaren Dinge, Gegenstände im engen
Sinne des Wortes. Sie zerfallen in 4 strukturell-semantische Gruppen:
Gattungsnamen (Appelativa). Sie bezeichnen Personen, Tiere, Pflanzen, Dinge
als Einzelnes und als Gesamtheit. Die meisten Gattungsnamen sind zählbar.
Gattungsnamen bilden den Ausgangspunkt, die Gründlage für das ganze System
der semantisch-grammatischen Substantivklassen (W. Admoni. Der deutsche
Sprachbau).
Eigennamen. Sie bezeichnen Einzelwesen (Personennamen) und Einzeldinge.
Sie heben ein Einzelwesen oder eine Gruppe aus der Masse der Übrigen heraus.
Über die Beschaffenheit dieses Einzelwesens sagt der Name nichts aus. Die
Eigennamen haben eine individualisierte Bedeutung und sind in der Regel
unzählbar.
Sammelnamen (Kollektiva). Sie drücken, in der Einzahl gebraucht, eine
Mehrzahl von Lebewesen und Dingen aus. Sammelnamen sind zugleich Einheit
und Vielheit: das Gebirge, die Herde, das Volk.
Stoffnamen. Sie bezeichnen eine Stoffmasse. Jeder Teil hat den gleichen Namen
wie das Ganze. Stoffnamen haben generalisierende Bedeutung und sind unzählbar.
b. . Abstrakta sind Verdinglichungen von Eigenschaften, Vorgängen, Maßen und
Beziehungen. Viele Abstrakta sind unzählbar und haben generalisierende
Bedeutung: Treue, Güte, Hass, Liebe usw.
Diese strukturell-semantische Klassifikation ist wichtig für den Gebrauch des
Artikels, für die Pluralbildung und für die Wortbildung. Zu Grunde dieser
36
Klassifikation liegen die Begriffe Zählbarkeit – Unzählbarkeit; Individualisierung-
Generalisierung; Teilbarkeit – Unteilbarkeit.
Bei der Einordnung der Substantive gibt es Schwankungen. Das Wort “Leitung“,
z.B., ist einerseits abstrakt, andererseits konkret–ein Röhrensystem (die Art und
Kunst, etwas zu leiten). Auch tritt ein Wechsel von einer Gruppe in eine andere ein.
So werden Eigennamen zu Gattungsnamen, z.B., MOZART ist die Bezeichnung für
einen genialen Komponisten. Oder Röntgen, Diesel – von Namen der Erfinder.
Eine andere Einteilung der Substantive gibt O.I. Moskalskaja. Die strukturell-
semantische Gruppen der Substantive sind aufs engste mit den grammatischen
Kategorien der Substantive verbunden.
Die grammatischen Kategorien des Substantivs. Das Substantiv verfügt über 4
grammatische Kategorien. Das sind:
die grammatische Kategorie des Geschlechts (des Genus),
der Zahl (des Numerus),
des Kasus (des Falls) und
Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit.
Das Geschlecht (das Genus) – wird morphologisch durch den Artikel, durch
wortbildende Suffixe und syntaktisch (im Satz oder in der Wortgruppe) durch die
Kongruenz des Adjektivs und der Nummeralien bzw. Pronomen ausgedrückt. Das
grammatische Geschlecht ist jedem Substantiv eigen. Gewöhnlich hat jedes
Substantiv ein bestimmtes Geschlecht, aber das Substantiv ist ziemlich reich an
Doppelformen. Oft ist mit verschiedenem Geschlecht verschiedene Bedeutung
verbunden, z.B., das Tor – der Tor; die Heide – der Heide usw.
Das Genus als eine grammatische Kategorie hat seine Besonderheiten. Das sind:
1. Nur bei Lebewesen hat das grammatische Geschlecht seine Bedeutung;
2. Das Geschlecht spiegelt weder Erscheinungen noch Beziehungen der
objektiven Wirklichkeit wider;
3. In den meisten Fällen hängt das grammatische Geschlecht nicht von der
Bedeutung des Subjekts ab;
4. Das Substantiv lässt sich nicht nach Genus verändern, jedes Substantiv
gehärt zum bestimmten Geschlecht. Wörter mit verschiedenem Geschlecht sind nicht
Formen eines Wortes, wie es z.B., beim Kasus oder bei der Zahl der Fall ist;
5. Dem Geschlecht fehlt die Gegenüberstellung der Formen, die den anderen
grammatischen Kategorien eigen ist. Das grammatische Geschlecht hat folglich nicht
alle Merkmale der grammatischen Kategorie.
Das grammatische Geschlecht ist aber aufs engste mit dem ganzen System des
Substantivs verbunden: mit der Deklination der Substantive, mit der Pluralbildung,
mit der syntaktischen Gestaltung der Substantivgruppe, mit der Wortbildung. Die
meisten Suffixe der abgeleiteten Substantive dienen nicht nur zur Bildung neuer
Wörter, sie charakterisieren auch das Geschlecht der Substantive: -er, -ler, -ner, -keit,
-heit usw. Das Suffix –in ist am weitesten verbreitete „Motivierungssuffix“(movieren
– verändern nach dem Geschlecht). Unter Motivierung versteht man die Bildung
einer Bezeichnung für eine Frau aus einer männlichen Personenbezeichnung: Sie ist
eine gute Ärztin.
Die Tendenz, Frauenberufe mit Hilfe von Motivierungssuffixen zu bezeichnen,
überschneidet sich mit der Tendenz das weibliche Geschlecht bei Berufs-
37
bezeichnungen und Titeln zu unterdrücken, z.B., seine Tochter ist Schlosser, auch
Aktivist der Frauenbewegung.
Das grammatische Geschlecht erfüllt in der Sprache eine stilistische Funktion,
indem es Nichtlebewesen personifiziert, z.B.
EIN FICHTENBAUM
steht einsam
Im Norden auf kahler Höh….
Er träumt von EINER PALME,
Die fern im Morgenland
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.
M.J. Lermontow ändert die ganze Semantik des Gedichtes in seiner
Übersetzung, in der er die Gegenüberstellung Fichtenbaum – Palme aufhebt.
Die Kategorie der Zahl (des Numerus) drückt Beziehungen der objektiven
Wirklichkeit aus. Diese Kategorie ist lexikalisch bedingt, d.h. sie hängt von der
Semantik des Substantivs ab. Es gibt zählbare und unzählbare Substantive. Die
zählbaren Substantive kennen 2 korrelative Zahlformen: den Singular und den Plural.
H. Brinkmann spricht in seiner Arbeit “Die deutsche Sprache“ von der
Fähigkeit des Substantivs, etwas als Einheit oder Vielheit zu setzen.
Nicht alle Substantive haben die Fähigkeit, Einheit und Mehrheit zu unter-
scheiden. Die unzählbaren Substantive haben nur eine Form – des Singulars. Wie H.
Brinkmann behauptet, verdient diese Form nicht den Namen, den man ihr gibt. Vom
Singular dürfte man nur dann sprechen, wenn ihm ein Plural entgegengesetzt ist.
Jedoch nennt die traditionelle Grammatik solche Substantive – Singulariatantum.
Dazu gehören die unzählbaren Abstrakta: Liebe, Mut und die Stoffnamen: Tee, Salz
usw. Einige Unzählbare Substantive haben eine Form, aber diese Substantive im
Plural haben eine andere Bedeutung. Es sei also nicht die Form des entsprechenden
Substantivs. Als Beispiel kann das Substantiv die „Schönheit“ dienen:
Singular:
Schönheit – 1.nur Sg; die schöne Beschaffenheit, das Schönsein;
Schönheit – 2.eine mst weibliche Person, die sehr schön ist;
Schönheit – 3.etw., das schön ist (Schönheiten des Landes, des Ortes usw).
Plural:
Schönheit – 1. - Ohne Plural
Schönheiten – 2. Krasawizy
Schönheiten – 3. J-m die Schönheiten des Landes (Gegenstände,
Ortschaften) zeigen.
In diesem Fall könnte man von der Homonymie sprechen – (3.Sg. gebraucht
man nicht) – 3. Schönheiten – ist ein Pluraliatantum. Die Pluraliatantum sind
unzählbar: Eltern, Geschwister, Ferien, Memorieren, Masern, Pochen, Alpen usw.
Bei diesen Substantiven ist die Vorstellung einer Vielheit ausgedrückt. Die
Unterscheidung zwischen Einzahl und Mehrzahl wird in manchen Fällen unwirksam,
sie wird neutralisiert, z.B.: Er hat ein kühnes Auge, ein scharfes Ohr. Der Gegner tritt
zurück usw.

38
Der Singular ist die Ausgangsform (Ausgangspunkt), die Grundform. Man
könnte den Singular die Nullform betrachten, aber er wird durch den Artikel
bezeichnet.
Der Plural wird durch 3 grammatische Mittel ausgedrückt:
durch Suffixe;
durch den Umlaut;
durch den Artikel.
Manchmal kommt die Kategorie der Zahl nur im Satz zum Ausdruck: Vor dem
Gesetz steht ein Türhüter – von Saal zu Saal stehen aber Türhüter (F. Kafka).
Es gibt 3 Prinzipien der Klassifikation der Pluralbildung:
1. In vielen in Deutschland erschienenen Grammatiken wird die Pluralbildung
zusammen mit der Deklination betrachtet. Man geht folglich von der Deklination aus
(Der Große Duden). Bei der Beschreibung dieser Kategorien sollte man sie
auseinanderhalten, weil in der gegenwärtigen deutschen Sprache die Pluralbildung
und die Deklination keine einheitliche Erscheinung darstellen.
2. Verschiedene Typen der Pluralbildung unterscheidet man je nach dem plural-
bildenden Suffix. Man unterscheidet 4 Arten der pluralbildenden Suffixe: -e, -en, -er, -s.
3. Die Ausdrucksmittel der substantivischen Kategorie der Zahl sind vorwiegend
morphologischen Art. Bei der Pluralbildung der Substantive treten sowohl die
äußeren Mittel (die pluralbildenden Morpheme – Pluralsuffixe) als auch die inneren
Mittel (der Umlaut) auf. Die Kasusendung –n im Dativ Plural determiniert auch die
Kategorie der Zahl (des Numerus).
Man unterscheidet aber eine Gruppe von Substantiven, die keine
Gegenüberstellung von Singular und Plural ausdrücken, z.B., Maskulina und Neutra
mit den Grundmorphemen –er,-el,-en (der Dreher-die Dreher, der Deckel-die
Deckel, der Wagen-die Wagen, das Mittel-die Mittel usw). Neutra mit den
Grundmorphemen –chen,-lein (das Mädchen-die Mädchen, das Bildlein-die Bildlein
usw.: die Sammelnamen mit dem Präfix ge- und dem Suffix –e (das Gebäude-die
Gebäude). In solchen Fällen wird die Kategorie der Zahl durch den Artikel
(analytisch) oder durch die Kongruenz mit dem Prädikat (synthetisch) ausgedrückt.
Außer diesen grammatischen Mitteln gibt es im Deutschen verschiedene
andere Mittel zum Ausdruck der Kategorie des Numerus:
1. Phonetische Mittel (durch die Betonung: der Motor-die Motoren);
2. Lexikalische Mittel (durch andere sinnverwandte Wörter: der Rat-die
Ratschläge, der Dank-die Danksagungen, das Lob-die Lobsprüche usw.);
3. Durch die Umschreibung des Plurals (mit Hilfe der bestimmten und
unbestimmten Zahlwörter: zehn Jungen, ein wenig Sahne usw.);
4. Mit Hilfe der Wortfügungen: Tag für Tag, Schritt für Schritt;
5. Suppletiv (von verschiedenen Wurzeln: Mensch – Leute);
6. Mit Hilfe der Pluralsuffixe besonderer Art: Genus-Genera, Modus-Modi,
Terminus-Termini usw.
Die Kategorie des Kasus (des Falls). Die deutschen Substantive verfügen über
4 Kasusformen, die durch alle syntaktischen Funktionen des Substantivs ausgeübt
werden: der Nominativ, der Genitiv, der Dativ, der Akkusativ.

39
Der Nominativ (Werfall) heißt gerade Kasus, die anderen 3 – oblique Kasus.
Das Kasussystem des Substantivs bezeichnet man als seine Deklination. Zur Angabe
des Kasus dienen der Artikel und die Kasusendungen (Flexionen).
Deklinationsendungen gehören zu den synthetischen Ausdrucksmitteln der
Kategorie des Kasus. Als analytische Ausdrucksmittel gelten Artikel und
Präpositionen. Der Artikel dient zur Unterscheidung der Kasusformen. Die Endungen
des Artikels sind reicher als Kasusendungen. Und gerade die Endungen des Artikels
realisieren demnach die substantivische Kategorie des Kasus (der, des, dem, den; die,
der, der, die; das, des, dem, das; die der, den, die).
Die Präpositionen regieren die bestimmten Kasus. Deshalb wird die Kategorie
des Kasus auch durch die Hilfswörter (Präpositionen) ausgedrückt: der Form nach,
mit Lust und Liebe (Dativ), ohne Mantel, durch Jahre (Akkusativ), anlässlich des
Feiers, während des Aufenthaltes (Genitiv).
Eine große Rolle bei der Bestimmung des Kasus spielen auch die syntaktischen
Ausdrucksmittel. Das sind: Kongruenz, Rektion und syntaktische Funktionen des
Substantivs im Satz.
Das attributive Adjektiv und Partizip, das attributiv gebrauchte Pronomen und
Zahlwörter kongruieren mit den Substantiven in Kasus, Numerus und Genus.
Eine Reihe bestimmter Wortarten – das Verb, das Adjektiv, die Präpositionen
regieren verschiedene Kasus. Diese Fähigkeit der Wortarten nennt man in der
linguistischen Literatur die Rektion: beschuldigen (Genitiv), lehren (Akkusativ).
Manchmal hat das Substantiv weder Kasusendungen, noch Artikel, noch
Attribute, noch andere Begleitwörter im Satz. In solchen Fällen ist das einzige Mittel
zur Unterscheidung der Kasusform die syntaktische Funktion des Substantivs: Wissen
ist Macht, Erdbeben in China usw. Die syntaktische Rolle des Substantivs im Satz
erkennt man durch die Fragestellung.
Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit. Diese Kategorie wird
durch die Verbindung des Substantivs mit dem Artikel ausgedrückt. Den Begriff der
Bestimmtheit realisiert der bestimmte Artikel, den Begriff der Unbestimmtheit – der
unbestimmte Artikel und der Nullartikel.
Der Artikel ist das Hauptzeichen dieser Kategorie. Der unbestimmte Artikel
bezeichnet einen Gegenstand auf dem Hintergrunde mehrerer Gegenstände, die ihm
gleich sind. Der bestimmte Artikel – ohne diesen Hintergrund und als etwas
Einzigartiges. Der unbestimmte Artikel sondert aus, der bestimmte Artikel bezeichnet
die schon ausgesonderten oder einzigartigen Gegenstände.
Die Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit wird durch die
grammatische Bedeutung des Artikels determiniert, durch seine relevanten
Bedeutungskomponenten: „Bestimmtheit“ und “Unbestimmtheit“.
O.I. Moskalskaja nennt diese Sema “Informiertheit” des Sprechers und Hörers
und ”Nichtinformierheit”.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.

40
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 12

Thema: Die Syntax als Lehre vom Satz

Schwerpunkte:
1. Die Syntax - als eine Lehre vom Satz.
2. Der Satz - als der Mittelpunkt der Syntax.
3. Die Definitionen des Satzes.
4. Die Merkmale des Satzes.
5. Strukturtypen der Sätze.
6. Die Satzmodellierung.

Schlüsselbegriffe: die Syntax, der Satz, das Satzglied, der Sprachbau, das Syntagma,
der Kern, die Modalität, die Verbform, das Modell, das Schema, der Mechanismus,
die Beschaffenheit.

Die Syntax ist die Lehre vom Satz. Sie befasst sich auch mit den Komponenten
des Satzes – den Satzgliedern und ihrer Fügungspotenz, den Fügungsmitteln, mit
deren Hilfe einzelne Wörter und Wortfügungen (Wortgruppen) den Satz gestalten.
Unter Syntax versteht man auch (aus dem griech syntaxiz = Ordnung), das
syntaktische System der Sprache oder den syntaktischen Sprachbau.
Der Satz. Im Mittelpunkt der Syntax steht der Satz. Es gibt viele Definitionen
des Satzes. Die Grundeinheiten der Syntax sind außerdem Satz – Wort, Wortfügung
(-gruppe), dann Phoneme, Morpheme auf der unteren Ebene. Auf diese Grundein-
heiten gestützt, bilden sich andere Einheiten der Syntax: Satzglieder, Syntagmen,
Satzfügungen.
Es gibt viele Definitionen des Satzes: “Der Satz ist eine Sinneinheit innerhalb
eines größeren Gedankenzusammenhangs” (K. Boost, “Neue Untersuchungen zum
Wesen und zur Struktur des Satzes”). “Ein Satz ist nur Sinnvoll, wenn er sachlich
etwas meint, wenn er ausdrückt, was der Sprechende meint” (B. Snell, “Der Aufbau
der Sprache”).
Der Satz ist eine intonatorisch und grammatisch geformte Spracheinheit, die als
Hauptmittel zur Gestaltung und der Mitteilung eines relativ abgeschlossenen Inhalts
dient und das Verhältnis zwischen Aussage und Wirklichkeit vom Standpunkt des
Sprechers wiedergibt (Gylyga, Natanson, Syntax der deutschen Gegenwartssprache).
Der Satz ist die minimale Einheit der Rede (O.I. Moskalskaja, Grammatik der
deutschen Gegenwartssprache).

41
Der Satz ist eine kommunikative Redeeinheit, mit deren Hilfe der Sprecher den
Hörer etwas mitteilt, nach etwas fragt, seinen Willen äußert. Die Merkmale des
Satzes sind (nach E.I. Gulyga):
1. Die kommunikative Funktion;
2. Die Zweigliedrigkeit und die Beziehung zwischen dem Subjekt und Prädikat
nennt man das prädikative Subjekt - Objekt - Verhältnisse (macht den Kern des
Satzes aus);
3. Die Modalität, der Zeitbezug, Personenbezug, Genusbezug, die für die
Aussage erforderlich sind;
4. Die relative inhaltliche Abgeschlossenheit;
5. Der verbale Charakter des Prädikats (mit dem konjugierbaren Teil - Verbum
finitum) an der 2. Stelle;
6. Die intonatorische und grammatische Gestaltung (die Intonation ist das
wichtige Mittel der kommunikativen Gliederung des Satzes).
Der kürzeste vollständige Satz besteht aus einer Verbform: Sprich! Kommt!
Auch Einzelwörter und Wortgruppen können Satzcharakter haben: Wunderbar!
Fertig! Guten Tag! Vorsicht, Stufen! Ferienzeit - Reisezeit.
Das prädikative Verhältnis (die Prädikativität) zeigt, dass dem Subjekt ein
positives oder ein negatives Merkmal zugeordnet wird. Das prädikative Verhältnis
äußert sich in der Verbindung des Subjekts mit dem Prädikat und ist nur dem Satz eigen.
W. Admoni schreibt: “Die prädikative Beziehung hat eine entscheidende
Bedeutung für die Struktur des Satzes, da sie und nur sie eine geschlossene,
kommunikativ selbständige Fügung der Wörter bildet. Deswegen sind Subjekt und
Prädikat die Hauptglieder des Satzes”.
Morphologisch drückt sich die prädikative Beziehung in der Kongruenz des
Prädikativs mit dem Subjekt aus (in Zahl und Person), das Prädikativ - in Zahl,
Geschlecht und Kasus. Er ist Lehrer. Sie ist Lehrerin. Wir sind Lehrer.
In der modernen Sprachforschung unterscheidet man verschiedene Struktur-
typen der Sätze auf Grund der Methode der Satzmodellierung. Das Modell ist ein
abstraktes Schema, das die wesentlichen Züge einer komplizierten (strukturierten)
Erscheinung darstellt. Das Satzmodell hilft, den Mechanismus des Satzes zu
verstehen und lehrt uns eine uneingeschränkte Zahl der Sätze zu bilden.
W. Admoni hat 12 logische - grammatische Satztypen vorgeschlagen. Der
Ausgangspunkt dieser Einteilung waren die Art des Prädikats und zum Teil des
Subjekts (W. Admoni, Die Aspekte des Satzes):
1. Modell 1: S+P Studenten studieren. 2. Modell 2: S+P (vt) + 0 (Akk)
Erzeuger + Handlung + Gegenstand der Handlung. Modell 3: S + P1 (Kapula) + P2
(Prädikativ im Nominativ: Die Rose ist eine Blume. Modell 4: S +P1 (Kopula) + P2
(Adjektiv): Die Rose ist schön (die Beschaffenheit eines Gegenstandes. Modell 5: S
+P1 (Kopula) + Gen. Prädikativ: Er ist dieser Meinung (inneren Zustand des
Subjekts). Modell 6: S + Pk + Adverbiales (Temporal, Lokal): Er ist da, zu Hause am
Tage. Modell 7: S + PMv + Inf: Er muss spielen. Modell 8: S + haben + (Akk): Er
hat Angst (einen Zustand des Subjekts); Es gibt + Objekt. Modell 9: Es + K+ S vom:
die Existenz des Subjekts = zweiglieder Satz: Er war einmal ein Alter. Modell 10: Es
+ P - unpersönlicher Satz: Mich hungert. Es regnet. Modell 11: Genitiv + Kopula +

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Wort quantitativer Bedeutung: Der Gäste waren viele Partitiver Satz. Modell 12:
Kühle Nacht, helles Licht - eingliedriger Satz = Nominativwort, - gruppe.
Unabhängig von W. Admoni entwickelt dasselbe Prinzip der Satzmodellierung
H. Brinkmann. Es handelt sich vor allem um die Unterscheidung von Verbal-,
Adjektiv- und Substantivsätzen. H. Brinkmann unterscheidet 4 Modelle: 1.
Vorgangssatz: Es regnet. Er lächelt (int.v.) 2. Handlungssatz: Die Kinder malen ein
Bild (vt) 3. Adjektivsatz: Er ist krank. Seine Meinung ist richtig. 4. Substantivsatz:
Das ist Berlin. Berlin ist die Hauptstadt der BRD.
Heutzutage gibt es keine Einstimmigkeit in den Fragen der Satzmodellierung.
So, z.B., unterscheidet W. Jung nach der Form, d.h. nach der Stellung der
Personalform des Verbs:
1. Kernsätze - Verb an der 2. Stelle. Man spricht von Kernstellung des
Prädikats. 2. Stirnsätze - Verb am Anfang, in Stirnstellung. 3. Spannsätze - Verb am
Ende das Subjekt in Spannstellung: Die Reise, die wir morgen antreten, wird schwer.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 13
Thema: Die Satzarten

Schwerpunkte:
1. Arten der Sätze nach dem Bau, nach der emotionellen Färbung, nach der
Zahl der Hauptglieder.
2. Die verbalen und nominalen Sätze.
3. Aussagesätze, Fragesätze, Befehlsätze(Aufforderungs-, Ausrufesätze,
Imperativsätze, Befehlsätze).
4. Die syntaktischen Felder.
5. Klassifikation der Sätze
6. Satzmodalität.

Schlüsselbegriffe: der Mechanismus, die Verbal-, Adjektive-und Substantivsätze, die


Einstimmigkeit, der Kernsatz, der Stirnsatz, der Spannsatz, Imperative.

Die Germanisten unterscheiden die Sätze:


1. Nach der Zieleinstellung, Redeabsicht: Aussagesätze, Frage-, Befehl-
(Aufforderungs-, Heischesätze);
43
2. Nach dem Bau. 1. Einfache unerweiterte: S + P 2. Erweiterte: S + P + Ng
Elementarsätzen 3. Zusammengesetzte, bestehen aus 2, 3, 4 prädikativen Einheiten
und mindestens aus 2.
Jede dieser Satzarten kann nach ihrer emotionellen Färbung. 1. neutral und 2.
emotional gefärbt sein. Die ersten sind Aussage und Fragesätze und die zweiten
Ausrufesätze, die verschiedene Schattierungen der Aufforderung ausdrücken: Befehl,
Kommando, Rat, Bitte, Warnung, Abweisung, Verbot.
Bei jeder Zieleinstellung kann der Satz ein emotionell neutraler Satz oder ein
Ausrufesatz sein: Es ist hier dunkel! Tritt hinein! Was sagst du?!
3. Nach der Zahl der Hauptglieder unterscheidet man zweigliedrige und
eingliedrige Sätze. Die zweigliedrigen Sätze sind mit 2 grammatischen Zentren:
Subjekt (oder Subjektgruppen) und Prädikat. Alle Modelle dieser Art werden in 3
Gruppen (“Blöcke” nach Moskalskaya) eingeteilt:
1. Die 1. Gruppe umfaßt Sätze mit dem nominalen Prädikat.
2. Die 2. Gruppe umfaßt die Sätze mit dem verbalen Prädikat. In den verbalen
Bereich gehören die Aktanten des Verbs: alle das Verb umgebenden Elemente:
Objekte, Adverbialen, Prädikatsattribute. Ihre Zahl hängt von der Valenz des Verbs
ab. Je nach der Zahl der strukturbildenden Elemente unterscheidet Schendels 2, 3, 4,
5 stellige Modelle: Modell 1 (zweistellige): S + P; Modell 2 (3-stellige): S + P + O
(Ak., D. Präs., Objekt, Gen.):
Er nahm sich eines Jungen an. Modell 3: S + P + Modal -, Lokal-,
Temporalbestimmung; Modell 4 (auch 3 stellige) S + P + Attribut. : Er trat glücklich
ein; Modell 5 ( 4 stellige) S +P + Objekt D. + Objekt, Akk.; S + P + O + Adverbiale:
Er trug das Gedicht mit Begeisterung vor; Modell 6 (5 stellige) S + P + 3
Ergänzungen: Er legte dem Professor die Prüfung in Grammatik ab.
3. Die 3. Gruppe der Satzmodelle bilden zweigliedrige Sätze mit der Kompo-
nente Es: Modell 1 (Naturerscheinungen): Es blitzt (zweistellig) Modell 2 (drei-
stellig): Es gibt viele Leute. Es ist spät. Es riecht nach Flieder; Modell 3 (vierstellig):
Es geht ihm besser (menschliches Befinden); Mit seiner Gesundheit steht es gut.
Es schwankt: Es friert mich. Aber: mich friert. 1. Es tut mir leid, ihn krank zu
sehen - Ihn krank zu sehen tut mir leid 2. Am Abend wird getanzt - Es wird am Abend
getanzt.
Die eingliedrige Sätze haben nur ein grammatisches Zentrum. Sie werden in 1.
Verbale 2. Nominale eingeteilt.
1. Verbale eingliedrige Sätze bestehen aus.
a) einem Verb im Imperativ: Lies! Lest!
b) einem Infinitiv: Aufstehen! Lesen! Schlafen!
c) einem Partizip: Aufgepasst! Stillgestanden!
d) dem unpersönlichen Passiv: Es wird gesungen.
2. Nominale bestehen aus:
a) einem Substantiv im Nominativ: Stille! Nacht!
b) aus einer Wortfügung: Eine interessante Geschichte
c) einem Adjektiv/Adverb: Hoch! Schön! Vorwärts! Wie gemütlich!
d) aus Modalwörtern: Gewiss, Natürlich
e) einer Interjektion: Hurra! Oh! La la!
f) den unpersönlichen Sätzen: Es ist totenstill, kalt usw.
44
Fragesätze werden eingeteilt in:
1) Entscheidungsfragen = Satzfragen (ohne Fragewort);
2) Ergänzungsfragen = Wortfragen (mit Fragewort): a) mehrzeilige: Wann, wo
und wozu versammeln sie sich?
3) Bestätigungsfragen = Vergewisserungsfragen: der Wortfolge nach sind sie
Aussagesätze + Nicht war? Der Sprecher wartet auf die Beständigen seiner Aussage
durch den Gesprächspartner (doch, nicht, sicher, nicht wahr): Sie haben die Wahrheit
gesagt, nicht wahr?
4) Rhetorische Fragen: sind Fragesätze, in den, der Sprecher keine Antwort
erwartet: Ist das nicht zum Lachen! Sollte das wirklich sein?
Nach der Vollständigkeit unterscheidet man volle und elliptische Sätze, in
denen ein Hauptglied oder beide Hauptglieder ausgelassen werden, aber aus dem
Kontext sind sie verstanden: Modell 1: S (Subs.) + P (Subs.): Träume - Schäume. Ein
Mann - ein Wort (Knappsätze) unvollständige; Modell 2: Gesagt - getan: S (Partizip)
+ P (Partizip); Modell 3: S + Prädikativ (Adjektiv, Adverb, Partizip): Alles leer
ausgestorben. Alles umsonst! Modell 4: S + P2; S + Adverbiale: Goldener Ring
verloren. Ich raus aus dem Haus; Modell 5: S + nicht: “Ich weiß es schon”. “So?”
“Ich nicht”.
Alle Modelle dieser Art haben stilistische Bedeutung. Man gebraucht sie in der
Alltagsrede als ein Mittel der knappen oder gefühlsmäßig betonten Ausdrucksweise.
Sehr oft kommen elliptische Sätze in der Frage - Antwort - Einheit vor, in der sog.
partnerbezogenen Rede; die nur aus einem Fragewort besteht: Wo? Wie? Bitte? Und?
Die Antwort besteht aus dem erfragten Satzglied. Elliptische Sätze sind auch Gruß
und Höflichkeitsformeln: Gute Nacht! Glückliche Reise! Alles Gute! Danke!
Im Satz wird das Verhältnis zw. Subjekt und Prädikat bejaht (positiv) oder
verneint (negativ). Die positive Form ist die Grundform jeder Aussage. Zum
Ausdrück der Verneinung dienen folgende Ausdrucksmittel: 1. die verneinende
Partikel nicht; 2. die Negativpronomen: niemand, kein, keiner, keinerlei, nichts; 3.
Negativadverbien: nirgends, nirgendwo, niemals, nie, nimmer; 4. die Konjunktion:
wieder ... noch; 5. Modalwörter: nein, keineswegs, keinesfalls;
Die bejahenden und verneinenden Modalwörter bilden einwortige Sätze, aber
keine Wortfügungen: Bleibst du zu Hause? - Nein. Ja. Bestimmt. Doch.
Nach dem Charakter des Subjekts sind 1. Persönliche Sätze mit einem Subjekt,
ausgedrückt durch jede Wortart oder eine Wortfügung, außer dem “es”, auch durch
das unbestimmt - persönlichen “man” 2. Unpersönliche Sätze mit dem Subjekt Es -
formales S; d.h. Es hat keine lexische Bedeutung und ist notwendig, um den Satz
zweigliedrig zu machen. Es wird verbunden mit: 1. Unpersönlichen Verben., die
Naturerscheinungen und Empfindungen bezeichnen: Es war mir wohl zumute. Aber
mir war wohl zumute 2. mit persönlichen Verben, die unpersönlich gebraucht werden:
Es gibt viele Leute. Es trieb mich ins Freie 3. mit unpersönlichem Passiv: Es wurde
ins Klub getanzt.
Kurz gesagt, man klassifiziert alle deutschen Sätze:
nach dem Satzbau,
nach der Gliedstellung,
nach der emotionellen Färbung,
nach der Zahl der Hauptglieder,
45
nach der Vollständigkeit,
nach dem Charakter des Subjekts.
Grammatische (morphologische und syntaktische) Ausdrucksmittel sind
verbale Formen, vor allem die Modi, Zeitformen, Wortfolge, Satzstrukturen,
Konjunktionen als ob, damit. Die grammatische Kategorie des Modus bildet den
Kern, um den sich andere Ausdrucksmittel der Modalität gruppieren. Zusammen
bilden sie das sog. Modalsystem oder wie man es heute nennt – Modalfeld. Der
Begriff des Feldes ist in die Grammatik aus der Wortkunde übernommen worden.
(wo er zur Zusammenfassung) sinnverwandter Wörter dient, die sich aus den
gleichen oder ähnlichen Sachverhalt beziehen; ihn doch verschieden fassen und
darstellen (J. Erben).
Die Kategorie des Modus gehört zur I Ebene der morphologischen Kategorie
der Sprache. Auf der Ebene der morphologischen Formen des Wortes liegt die
Modalität der Vermutung, d.h. Futur I und Futur II mit den Modalwörtern wohl,
wahrscheinlich (lexikalische Mittel): Er wird wohl die Wahrheit sagen. Er wird wohl
die Wahrheit gesagt haben.
II. Auf der Ebene der lexikalischen Bedeutung des Wortes liegen, wie schon
gesagt wurde, die Modalwörter (Modaladverbien): wohl, wahrscheinlich vermutlich,
hoffentlich, wahr, bestimmt, gewiss, natürlich, sicherlich. Sie verleihen der Aussage
dieser Modalität der Vermutung, der Wirklichkeit.
III. Auf der Ebene der Wortfügung (lexikalische Mittel) liegen die
grammatikalisierten idiomatischen Wortfügungen scheinen + haben, sein + zu +
Infinitiv. Er scheint krank zu sein. Durch “glauben” wird die Vermutung des
grammatischen Subjekts zum Ausdrück gebracht, aber Er glaubt alles verstanden zu
haben. Durch “scheinen” - die Vermutung des Sprechenden.
IV. Auf der Ebene der Wortfügung liegen auch die Modalverben (lexikalisch -
grammatische Mittel). Sie drücken das modale Verhältnis zwischen dem Subjekt und
der vom Infinitiv bezeichnete Handlung aus. So, z.B. das Mv “müssen” hat einen
hohen Sicherheitsgrad = Synonyme sicher, bestimmt, gewiss. Karl muss sehr
beschäftigt sein, denn er lässt sich selten sehen. Sicher weiß er das = Er muss das
wissen. Sollen bezeichnet die Aussage anderer Personen: Man sagt, dass ... Es
bezeichnet stets ein Gerücht; Pauls Frau soll in der Jugend schön gewesen sein =
Man sagt, dass sie ... gewesen ist.
Wollen - die Behauptung des grammatischen Subjekts über sich selbst. Solch
einer Behauptung wird stets ein Nichtglauben des Sprechenden beigemischt: Erika
will auf der Krim gewesen sein. Sie behauptet, dass sie auf der Krim gewesen ist.
Mögen - dient in Finalsätzen zum Ausdrück der Ungewissheit und
Unschlüssigkeit des Fragenden. Er ist selbst im Zweifel (Fw- wie? wo? was? wer?
womit?) Wo mag ich ihn einmal gewesen haben? Wie alt mag er jetzt sein? Wie alt
mag er damals gewesen sein? = Sie wissen nicht, sie können sich nicht entsinnen. Sie
möchten gern wissen.
Bei verschiedenen Ausdrucksmitteln der Modalität handelt es sich doch
vorwiegend um verschiedene Aspekte der Modalität. Ihre Hauptarten sind:
reale Modalität: Wirklichkeit. Das Ausdrucksmittel ist der Indikativ,
Modalwörter zur Verstärkung, die Höflichkeitsformeln des Konjunktivs (ich

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möchte sie bitten) und der konstatierende Konjunktiv: Das wäre alles. Die
Sache wäre erledigt.
Imperative Modalität: Befehl, Aufforderung. Ausdrucksmittel der Imperativ,
durch lexikalische Mittel: bitte, endlich. Es gibt verschiedene Schattierungen
der Aufforderung: Kommando: Aufstehen! Angetreten! Gemeldeter Befehl:
Wollen wir spielen! Lass(t) uns doch das Fenster schließen! Neutrale
Aufforderung: Du sollst das Fenster schließen! Ungeduldiger Befehl: Willst
du endlich das Fenster schließen? Kannst du nicht das Fenster schließen?
Kategorischer Befehl: Du schließt sofort das Fenster! Das Fenster ist zu
schließen!
Präsens Konjunktiv 1. in Vorschriften, Rezepten: Man stehe früh auf. Man
nehme 5 gr. Salz. 2. Voraussetzung zu einem Theorem: AB und CD seien zwei Pa-
rallelen 3. Abgeschwächte imperative Bed. (in Standartsätzen): Es sei erwähnt, dass...

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 14
Thema: Kommunikative (aktuelle) Gliederung des Satzes

Schwerpunkte:
1. Thema-Rhema Gliederung des Satzes.
2. Der Satz als Mitteilungseinheit und als kommunikative Einheit.
3. Binäre Gliederung des Satzes.
4. Vorfeld – Mitte – Nachfeld.
5. Die Rahmenkonstruktion und ihre Arten.
6. Die Satzrahmung.

Schlüsselbegriffe: die kommunikative Gliederung, die Thema-Rhema-Gliederung,


die Satztheorie, die Unterordnung, die Subordination, die Anschließung, nominale,
verbale, adverbiale Beiordnung, das Subjekt, das Prädikat, das Objekt, die Mitte, das
kommunikative Gewicht, der Nachdruck, der Satz mit binären kommunikativen
Struktur, der Satz mit satzeröffnenden Partikel, die Anordnung, die Ausdrucks-
mitteilung.

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Die traditionale Gliederung des Satzes in Wortgruppen und Satzgliedrieger
wird in der neueren Grammatik durch die Thema - Rhema - Gliederung ergänzt, die
vom Satz als einer kommunikativen Einheit ausgeht. Eine Pionierarbeit in der
kommunikativen Satztheorie ist K. Boasts Werk “Neue Untersuchungen zum Wesen
und Struktur des deutschen Satzes” (Die Komponente der Sätze stehen im Verhältnis
der Unterordnung (Subordination)) einander: Kongruenz, Rektion, Anschließung.
Nach dem Kern des Wortgefüges nominale, verbale, adverbiale Beiordnung
(Koordination) zwischen den Komponenten der Wortreihe - gleichberechtigt. Der
Satz ist eine Mitteilungseinheit, eine kommunikative Einheit und setzt die
Partnerschaft des Sprechenden und Hörenden oder des Schreibenden und Lesenden
voraus. Die Wortstellung im Satz ist eines der wichtigsten syntaktischen Bindemittel.
Sie ist aufs engste mit der Intonation verbunden. Beide Mittel gestalten sowohl den
Satz als Ganzes als auch die Satzteile (Wortfügungen als Satzglieder).
In einer Aussage unterscheidet man einerseits der Teil der Informationen, der
den Gesprächspartnern schon bekannt ist - das Thema, andererseits den Teil der
Informationen, der als etwas Neues, Unbekanntes - das Rhema eingeführt werden
soll. Auf K. Ammann gehen die Termini Thema - Rhema zurück, die die Herrmann
Paulschen Termini psychologisches Subjekt und psychologisches Prädikat ablösten.
H. Paul hat als erster auf die Partnerschaft des Sprechenden und Hörenden in seiner
Satzdefinition hingewiesen. Nach H. Paul besteht ein Satz, d.h. seine kommunikative
Struktur aus dem psychologischen Subjekt (Thema, das Bekannte) und dem
psychologischen Prädikat (Rhema, das Unbekannte), also aus den 2
Konstituentenstruktur mindestens. Diese sind mit dem gr-s und P. nicht identisch.
Nach Karl Ammann “setzt die Sprache, als Mitteilung, ein Thema voraus”. Für
das Neue, das dem Hörer über das Thema gesagt wird, schlug er den Terminus
Rhema vor (griech. “Prädikat”).
Karl Boost geht auch vom Prinzip der binären Gliederung des Satzes, als einer
kommunikativen Einheit aus, in dem er den Satz als Spannungsfeld kennzeichnet. Er
spricht von einer psychologischen Spannung als Grundlage der sprachlichen
Kommunikation. “Spannung bedeutet also einen Gefühlszustand”.
Der Gegenstand von Thema und Rhema ist der Gegensatz von “alt” und “neu”
zwischen. Thema und Rhema besteht ein Spannungsverhältnis in der Weise, dass
man nun wirklich erfahren will, was er mit dem Thema auf sich hat. Das Rhema ist
die “eigentliche Mitteilung” (Boost): Der junge Mann studiert am Institut für
Fremdsprachen im Direktstudium. Der junge Mann - das Thema der Information
studiert am Institut - Rhema 1. Grades; für Fremdsprachen - Rhema 2. Grades.
Das Rhema 1. Grades hat einen höheren Informationswert als das Rhema 2.
Grades. Man kann diesen Satz als Spannungsfeld (nach E. Drach) betrachten, das sie
sich in 3 Teile gliedert: Vorfeld, Mitte, Nachfeld:
Thema – Rhema. Vorfeld - Mitte - Nachfeld. (In der Mitte ist das verbum
finitum). E. Drach und K. Boost betrachteten das Problem der kommunikativen
Gliederung des Satzes als ein sprachliches, und zwar ein grammatisches Problem. Sie
erforschten die Strukturzüge des Satzes, die die Thema - Rhema - Gliederung
ausdrücken. E. Drach gibt seine Aufmerksamkeit vor allem der Wortstellung, der
Stimmführung, dem Artikel als den Ausdrucksmitteln der kommunikativen
Gliederung des Satzes.
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In der russischen Germanistik beschäftigte sich mit diesem Problem K.G.
Kruschelnitzkaja. Die Mitteilungsperspektive oder der kommunikative Gehalt des
Satzes (auch bei I. Erben) ist nach Kruschelnitzkaja eine wesentliche Komponente
der grammatische Bedeutung des Satzes als Mitteilungseinheit. Jedes Satzglied hat
im Satz nicht nur einer grammatischen und lexikalischen Bedeutung nach einen
bestimmten kommunikativen Wert. Er erscheint vom Standpunkt der Mitteilungs-
perspektive als 1. das Vorgegebene oder das Neue. Der kommunikative Wert der
Satzglieder wird durch grammatische Formmittel ausgedrückt, durch Stimmführung
und Wortstellung, auch der Artikel, zum Teil die Genera Verb, Partikeln.
Nach W. Schmidt hängt die Stellung aller Satzglieder von dem Mitteilungswert
des Gliedes ab. Dabei besetzt das Glied mit dem höchsten Mitteilungswert die
Endstelle (“Grundfragen der deutschen Grammatik”). Der Terminus “Mitteilungswert”
ist das kommunikative Gewicht, das die einzelnen Satzglieder haben. Der
Mitteilungswert hängt nicht von der Art des Satzgliedes ab, also etwa von der Rolle,
die dem betreffenden Satzglied vom Sinn her zukommt.
Vgl: Der Lehrer reicht dem Schüler das Buch - ... das Buch dem Schüler.
Im 1. Satz liegt der Nachdrück auf Buch (nicht ein Heft), im 2. das
sinnwichtigste Wort mit dem höheren Mitteilungswert - Schüler, er ist der Empfänger
des Buches, nicht eine andere Person. Zu berücksichtigt ist:
Man hat zu sagen, es gibt noch die Sätze nicht nur mit binärer kommunika-
tiver Struktur, sondern auch nur mit der Rhema - Struktur, die nur das Neue
enthalten. Das sind Sätze mit der satzeröffnenden Partikel Es als Platzhalter,
Füllstück, präludierendes Es. Es erscheint als Auftakt in Märchen,
Erzählungen: Es lebten...
In einem längeren erweiterten Satz wird das Neue und das Vorgegebene durch
ein längeres Satzsegment ausgedrückt. In diesem Fall spricht man von der
Gruppe der Neuen (Rhema-Gruppe) und von der Gruppe von Vorgegebenen
(Thema-Gruppe). Eines der Wörter oder einige Wörter innerhalb solcher
Gruppen sind Hauptträger des Thema - Rhemawertes, also Kern der Gruppe.
Im erweiterten Satz mit verdichtetem Informationsgehalt gibt es zusätzliche
Mitteilungen: Rhema (Hauptmitteilung), Rhema 2. Rhema 3. (zusätzliche
Mitteilungen) ausgedrückt durch: abgesonderte Apposition, Adjektiv-
gruppen, Prädikat, Attribute, Partizipien, Partizipielgruppen.
Im unerweiterten Satz (nur in ihm) fällt das Subjekt mit Thema, das Prädikat
mit Rhema zusammen (in der ruhigen logisch aufgebauten Rede): Es klingelt.
Die Stunde beginnt. Es ist eine Pause.
Das Sinnwort ist “das Neue, Noch - nicht - Gesagte”, der wesentliche Kern
der Sprachäusserung in der Voranstellung bei der Emphase, die sog. Aus-
drucksmitteilung. Vgl: die Nachstellung des Sinnwortes in ruhiger, logisch
aufgebauter Rede = die sog. Eindrücksstellung. Bei der Emphase vertauschen
das Subjekt - Thema und das Prädikat - Rhema ihre Plätze, wenn das Prädikat
zweiteilig ist. Der unbekannte Artikel beim Prädikatssubstantiv und der
Neuheitsdrück signalisieren den Rhemawert (die Anordnung): Karl ist nicht
dumm. Faul ist er. Ein Unglück ist das. Oder: Geschlafen habe ich nicht. Heiraten
soll er!

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Sogar ohne Änderung der Wortstellung kann Subjekt = Rhemawert haben:
durch Stimmführung und den unbestimmten Artikel.

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

Vorlesung 15
Thema: Der Text. Texttheorie

Schwerpunkte:
1. Der Text als eine inhaltliche, kommunikative und strukturelle Ganzheit.
2. Mittel der Satzverflechtung im Text.
3. Satzverflechtung.

Schlüsselbegriffe: der Text, Satzverflechtung, Wiederholungen, Ellipsen, Wortfolge,


Ableitung, Zusammensetzung.

Der Text ist eine inhaltliche, kommunikative und strukturelle Ganzheit. Dem
Umfang nach unterscheidet man einen Einworttext, Einsatztext, Text aus mehreren
Sätzen und einen mehrsätzigen Text.
Um das ganze Redewerk und seine semantisch-strukturellen Bestandteile
auseinander zu halten, benutzt man für das Redewerk die Bezeichnungen: Makrotext,
Ganztext, Großtext. Und für seine Bestandteile die Bezeichnungen: Mikrotext,
Teiltext, Kleintext. Die Bestandteile des Gesamttextes sind auch verschieden: ein
Literaturtext gliedert sich in Teile, jeder Teil in Kapitel, jedes Kapitel in Absätze.
Die Texte sind ebenso mannigfach und verschieden, wie die Arten, Absichten
und Situationen der sprachlichen Kommunikation.
Nach der Art des Textes unterscheidet man geschriebene und gesprochene
Texte. Die mündlichen Texte lassen sich analysieren nur wenn sie fixiert sind (z.B.
Aufnahme). Nach der Mitteilungsabsicht kann eine lange Reihe von Textsorten
unterschieden werden, z.B.: Vorschrift, Anweisung, Bekanntmachung, Telegramm,
Brief… Teilweise decken sich diese Texte mit den Funktionalstilen. Doch ist die Zahl
der Textsorten viel größer als die der Stile. Jede Textsorte verlangt eine bestimmte
sprachliche Ausformung. Einige Textsorte reihen sich schwer in irgendwelchen
Funktionalstil ein (z.B.: Roman in Briefen).

50
Die Sprechsituation wirkt auch auf die Gestaltung der Texte. Je nach dem
Vorhandensein der Gesprächspartner unterscheidet man partnerbezogene (Gespräch,
Prüfung, Verhör), nicht partnerbezogene (Monolog) und scheinbar partnerbezogene
Texte (Fernseher, Radio, Internet).
Je nach der Form des Textes unterscheidet man offene und geschlossene Texte.
Die geschlossenen sind in der Regel vom kleineren Umfang und nach einem
bestimmten sprachlichen Muster verfasst. Die Anfangs- und Schlussgrenze ist
deutlich zu erkennen. Die offenen Texte haben einheitlichen Aufbau, kein Muster,
nach dem sie verfasst werden. Obwohl die Granzsignale in solchen Texten nicht ganz
formelhaft sind kann man immer den Anfang und Ende eines Textes feststellen. Die
interne Gliederung eines Ganztextes in Textteile erfolgt verschiedenartig. Im
mündlichen Text – durch größere Pause oder Wechseln von Rollen. Im schriftlichen
Text – durch Gliederung der Teile.
Mittel der Satzverflechtung im Text
In einem Ganz- oder Teiltext sind die Sätze inhaltlich und formell mit- und
untereinander verflochten. Die Satzverflechtung unterscheidet sich in Nachbarnbindung
(Kontaktbindung), wenn es um die Nachbarsätze und um Distanzverbindung geht. In
der Verbindung der Sätze sind zwei Richtungen möglich: die vorverweisende Rich-
tung, die aufs folgende hinweist und das Erscheinen irgendwelcher Aussageelemente
vorbereitet. Solche Verbindung heißt die Katapher. Die rüchverweisende Verbindung,
welche etwas schon Erwähntes aufnimmt und auf das Vorhergesagte hinweist, d.h.
die Anapher. Kataphorische Mittel stehen in der Regel am Anfang des Textes,
anaphorische – am Schluss. Mitten im Text sind beide Richtungen möglich. Der
unbestimmte Artikel ist ein kataphorisches Mittel. Solche Wörter, wie „erstens“
gehören auch dazu. Die Wörter „also“, „folglich“ sind anaphorische Hinweise, weil
sie Schlussfolgerungen aufgrund des Vorhergesagten einleiten. Pronominaladverbien
können beide Richtungen einweisen, z.B.: Ich habe erfahren, dass der Zug zwei
Stunden Verspätung hatte. Damit (Anapher) habe ich nicht gerechnet. Ich habe damit
(Katapher) nicht gerechnet, dass der Zug…
a) Pronomen,
b) Pronominaladverbien (z.B.: nun, bald),
c) Konjunktionen und Partikeln,
d) Fragewörter (die Antwort wird erwartet),
e) Zahlwörter (erstens…),
f) Wiederholungen (Wörtliche, synonymische und eine Paraphrase = Umschreibung),
g) Ellipsen (Ein elliptischer Satz wird erst in Anlehnung an Nachsatz verständlich,
besonders häufig sind Ellipsen im Gespräch, z.B.: Ich freue mich – sagte ich. Und
Gesprächspartner: Worüber? Ich: Über sie und unser Gespräch, weil ich sie mit
meinen Problemen belästige),
h) Wortfolge. Eine besonders wichtige Rolle kommt der ersten Stelle als
Anschlussstelle zu. Das Wort an der Anschlussstelle wirkt als rückverweisendes
Wortmittel und zugleich kann es auch das Thema der Aussage festsetzen.
2. Morphologische Mittel
a) Artikelgebrauch,
b) Genusgebrauch. Der Wechsel von Aktiv und Passiv erfolgt oft, wenn dasselbe
Subjekt in Nachbarsätzen bald als Agens, bald als Patiens auftritt.
51
c) Modusgebrauch. Bei der Gestaltung der Rededarstellung, besonders in der direkten
Rede, der Imperativ hat eine besondere Rolle, weil er aktivierenden Einfluss auf den
Gesprächspartner ausüben kann und somit eine sprachliche Reaktion verlangt.
d) Zeitformengebrauch, nämlich relativer Gebrauch der Zeitformen. Das Rahmen
Perfekt und Präsens historikum, das nur im Text sinnvoll ist und den Übergang vom
einen Textteil zu anderen gestaltet.
e) Die Steigerungsstufen (Verlangen Erwartung).
3. Wortbildende Mittel der Satzverflechtung
a) Ableitung,
b) Zusammensetzung.
4. Rein lexikalische Mittel
Es geht um die Anwendung der Wörter aus demselben Themenkreis in allen Sätzen
eines Kleintextes

Fachliteratur:
1. http://www.deutsch-uni.com.ru/gram/grammatik.php
2. Moskalskaja O. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache.-M., 2004.
3. Абрамов, Б.А. Теоретическая грамматика немецкого языка. Сопоставительная типоло-
гия немецкого и русского языков: учеб. пособие для бакалавров /Б.А. Абрамов; под ред.
Н.Н. Семенюк, О.А. Радченко, Л.И. Гришаевой. - 2-е изд. - М. : Издательство Юрайт,
2012. - 286 с. - Серия : Бакалавр.
4. Крушельницкая, К. Г. Очерки по сопоставительной грамматике немецкого и русского
языков [Текст] / К.Г. Крушельницкая. - Москва: Изд-во ЛКИ, 2008.
5. Попов, А.А. Вся грамматика немецкого языка от A до Z [Текст]: словарь-справочник /
А. А. Попов. - Москва: Оникс: Иностранный язык, 2011.
6. Учебное пособие по грамматике немецкого языка для студентов неязыковых вузов /
сост. Н.П. Гальцова, И.Г. Кубенина, Н.Ю. Ковешникова – Томск: STAR, 2009. – 268 с.

TEIL II

FACHSEMINARE

Fragen zum Seminar № 1:


1. Der grammatische Bau der Sprache. Vieldeutigkeit des Terminus "Grammatik".
Grammatik im weiteren Sinne des Wortes. Der Aufbau und der Inhalt der
Grammatikbücher.
2. Grammatik im engeren Sinne des Wortes. Der Aufbau und der Inhalt der
Grammatikbücher.
3. Hauptzüge des deutschen Sprachbaus.
4. Die Stellung der theoretischen Grammatik unter anderen linguistischen
Disziplinen.
5. Der Gegenstand und die Aufgaben der theoretischen Grammatik.
6. Die Gliederung des grammatischen Sprachbaus in Morphologie und Syntax.
Die Textgrammatik.

Fragen zum Seminar № 2:


1. Der Gegenstand der Morphologie.
52
2. Morphologische Einheiten (abstrakte und konkrete): Morphem und
Allomorph, Wort, Wortform, Form des Wortes.
3. Prinzipien der Klassifikation der Morpheme.
4. Die grammatischen Kategorien. Die Definition. Der Begriff des markierten
und des unmarkierten Gegengliedes.
5. Der Begriff des morphologischen Paradigmas. Das Paradigma als
Existenzform einer grammatischen Kategorie. Das Verhältnis des Mikro-
und Makroparadigmas.
6. Lexikalische und grammatische Bedeutung.

Fragen zum Seminar № 3:


1. Der Zweck der Gliederung des Wortbestandes in grammatische
Wortklassen.
2. Der Begriff der grammatischen Wortklasse (der Wortart, des Redeteils).
3. Das Problem der Gliederung des Wortbestandes in grammatische
Wortklassen.
4. Die Prinzipien der traditionellen Einteilung der Wortarten in der älteren
deutschen Grammatik.
5. Die aktuellen Prinzipien der Ausgliederung der Wortklassen.
6. Die Beurteilung der traditionellen Einteilung von S.Kaznelson.

Fragen zum Seminar № 4:


1. Feldstruktur der grammatischen Einheiten (unter ihnen auch die
Feldstruktur der Wortart).
2. Struktur einer Wortart nach H.Brinkmann. Was kennzeichnet den
Grundbestand der Wortart? Wie entstehen die übrigen Schichten der
Wortart? Der Unterschied der Schichten vom Grundbestand. Was versteht
H.Brinkmann unter dem „Austausch der Wortarten“.
3. Die Transposition unter den Wortarten (Die grammatische Umsetzung in
eine andere Wortart: Konversion).

Fragen zum Seminar № 5:


1. Der Valenzbegriff in der Linguistik.
2. Die Konzeptionen des Begriffs der Valenz.
3. Die Arten der Fügungspotenzen der Redeteile nach W.Admoni. Die
Bezeichnung zwischen Fügungspotenzenarten und den „dominierenden“
bzw. „abhängigen“ syntaktischen Beziehungen.
4. Polyvalenz nach J.Erben.

Fragen zum Seminar №6:


1. Allgemeine Charakteristik des deutschen Verbs.
2. Semantische Einteilung des Verbs.
3. Syntaktische Einteilung der Verben
4. Die morphologische Klassifikation der Verben. Persönliche und unper-
sönliche, objektive und subjektive, transitive und intransitive Verben.
5. Die aktionsmäßige Klassifikation der Verben.
53
6. Nominalformen des deutschen Verbs.

Fragen zum Seminar №7:


1. Das Wesen des Substantivs.
2. Die grammatischen Kategorien des Substantivs.
3. Die semantisch- grammatischen Arten des Substantivs.
4. Das grammatische Geschlecht.
5. Die grammatische Kategorie der Zahl.
6. Die Deklinationstypen des Substantivs.
7. Kasusbedeutungen und Kasusfunktionen.
8. Kasustheorien (L.Helmslev, R.Jacobson, S.Kaznelson, G.Helbig).
9. Der Gebrauch und die Bedeutung des Nominativs.
10.Das Problem des 'Gemeinschaftskasus'.
11.Die Bedeutung und die Hauptfunktion des Genitivs.

TEIL III

ÜBUNGSTRANING

1. Praktische Übungen

Übung 1. Übersetzen Sie die Wortgruppen. Bilden Sie mit Hilfe der angegebenen
Wortgruppen die Sätze:
der ankommende Zug; der schreibende Student; die tiefliegenden Augen; das
arbeitende Gerät; die herstellende Fabrik; die zurückkehrende Delegation; der
streitende Student; die provozierende Frage; der programmierende Ingenieur.

Übung 2. Übersetzen Sie, vergleichen Sie die Bedeutungen von Partizip I und
Partizip II, die von einem Stamm gebildet sind:
der übersetzende Student - der übersetzte Text;
der ankommende Zug - der angekommene Zug;
die frierende Flüssigkeit - der erfrorene Fluss;
die abfliegende Maschine - das abgeflogene Flugzeug;
das prüfende Gerät - das geprüfte Gerät;
der reparierende Meister - das reparierte Radio.
Übung 3. Beschreiben Sie, was im Labor zu sehen ist:
Muster: Das Gerät einschalten. Im Labor ist ein eingeschaltetes Gerät zu sehen.
1. Das Radio reparieren. 2. Die Laborarbeit durchführen, die Studenten. 3. Die
optischen Geräte putzen. 4. Der Bildschirm leuchten. 5. Der Professor prüfen. 6. Das
Lehrbuch aufmachen. 7. Die Regeln schreiben. 8. Das Fenster aufmachen.

54
Übung 4. Übersetzen Sie die folgenden Sätze und beachten Sie die Bedeutung
des Partizip I mit der Partikel zu:
l. Die wichtigsten Komponenten sind aufeinander abzustimmen. Die wichtigsten
abzustimmenden Komponenten. 2. Die Tastatur ist anzuschließen. Die anzuschließende
Tastatur. 3. Die Rechenoperationen sind auszuführen und die Daten sind zu ver-
arbeiten. Die auszuführenden Rechenoperationen und die zu verarbeitenden Daten. 4.
Dieses Thema ist in den nächsten Tagen zu besprechen. Das in den nächsten Tagen
zu besprechende Thema. 5. Die Aufgabe ist mit Hilfe dieses Programms zu lösen.
Die mit Hilfe dieses Programms zu lösende Aufgabe.

Übung 5. Vollenden Sie die Sätze:


l. Obwohl das Thema des Vertrags bekannt wurde,.... 2. Obschon mein Chef auf
Urlaub ist,... .3. Obwohl ich lange trainiert habe,.... 4. Wenn das Wetter auch warm
ist, ... . 5. Obwohl ich diesen Film gesehen habe, ... . 6. Obschon die Arbeit
anstrengend ist,....

Übung 6. Gebrauchen Sie das Partizip I als Attribut:


Muster: Das Merkmal ist auffallend. Das ist ein auffallendes Merkmal.
1. Die Frage war provozierend. 2. Seine Augen waren tiefliegend. 3. Die Situation
während der Fahrt war spannend. 4. Das Beispiel ist außer allem Zweifel sehr
überzeugend. 5. Die Arbeit in diesem Monat ist besonders anstrengend. 6. Die
Versuchsergebnisse sind hervorragend.

Übung 7. Was passt zueinander?


a) bauend, gebaut (der Arbeiter, die Firma, das Haus, die Anlage); b) schreibend,
geschrieben (die Diplomarbeit, der Computer, der Student); c) leuchtend, beleuchtet
(der Stern, die Augen, die Straße); d) gewinnend, gewonnen (der Tennisspieler, das
Spiel, die Ergebnisse); e) führend, geführt (der Spezialist, das Unternehmen, das
Protokoll).

Übung 8. Partizip I oder Partizip II, was würden Sie einsetzen?


1. Das Betribssystem besteht aus mehreren ... und ... Programmen (kontrollieren,
koordinieren). 2. BASIC ist heute die ... Programmiersprache (verbreiten). 3. Die
„computer-aided manufacturing", d.h. ... Fertigung wird als CAM bezeichnet (durch
Rechner unterstützen). 4. Das ... Personal soll speziell ausgebildet sein (bedienen). 5.
Die ... Maus ermöglicht auch grafische Arbeiten (anschließen). 6. Das schon zwei
Jahre ... System erfordert Nachbearbeitung (funktionieren). 7. Die ... Entwicklung der
Computerproduktion hat alle Industriezweige stark beeinflusst (beginnen). 8. Die ...
Seminarteilnehmer haben fast alle ... Fragen aufgeklärt (diskutieren, entstehen).

Übung 9. Übersetzen Sie ins Deutsche:


читаемый текст; работа, которую необходимо выполнить; перевод, который
надо написать; решаемая проблема; подключаемый компонент; обрабатываемая
информация; передаваемые данные; эффект, который необходимо доказать;
тема, подлежащая обсуждению.

55
Übung 10. Übersetzen Sie ins Russische:
Obwohl MS-DOS schon mehr als zehn Jahre existiert, ist das immer noch
verbreiteste Betriebssystem. Wenn manche Programmierer auch spöttische
Bemerkungen machen, erfreut sich das System immer noch sehr großer Beliebtheit.
Obwohl die Aufgabe schwer war, haben die Studenten sie sehr gut gelöst. Wenn
dieser Computer auch alt ist, ist er in der Arbeit sehr sicher. Obwohl Professor Müller
zur Konferenz eingeladen war, hatte er seinen Vortrag nicht gemeldet. Obschon das
Programm sicher ist, erlaubt es die Rechenoperationen langsam zu erfüllen. Obwohl
die Sprache LOGO vor allem für Kinder geschaffen wurde, eignet sie sich auch für
Erwachsene sehr gut.

Übung 11. Verbinden Sie die Sätze mit den angegebenen Konjunktionen:
1. Er war unschuldig. Er wurde bestraft. - Dennoch; obwohl. 2. Die Familie wohnte
weit von uns entfernt. Wir besuchten sie häufig. - Zwar..., aber doch; obgleich. 3.
Wir mussten beide am nächsten Tag früh zur Arbeit. Wir unterhielten uns bis spät in
die Nacht. - Trotzdem; dennnoch; obwohl. 4. Wir stritten uns häufig. Wir vestanden
uns sehr gut. - Allerdings; obschon. 5. Die Gastgeber waren sehr freundlich. Die
Gäste brachen frühzeitig auf und gingen nach Hause. - Dennnoch; obwohl. 6. Die
Arbeiter streikten lange Zeit. Sie konnten die geforderte Lohnerhöhung nicht
durchsetzen. - Obwohl; trotzdem. 7. Er hatte anfags wenig Geld. Erbrachte es durch
seine kaufmännische Geschicklichkeit zu einem großen Vermögen. - Obgleich;
indessen. 8. Er läuft gern Ski. Er fährt diesen Winter nicht in Urlaub. - Obwohl;
obgleich.

Übung 12. Übersetzen Sie die folgenden Sätze ins Russische und beachten Sie die
Vieldeutigkeit der Konjunktion wenn.
1. Wenn die Engel reisen, so lacht die Sonne. 2. Wenn der Löwe schläft, ist ein
Lamm König. 3. Wenn der Gärtner schläft, pflanzt der Teufel Unkraut. 4. Wenn die
Katze aus dem Haus ist, dann tanzen die Mäuse. 5. Wenn die Rose sich schmückt, so
schmückt sie auch den Garten. 6. Wenn du etwas getan haben willst, so gehe selber,
wenn nicht, so schicke einen anderen. 7. Wenn der Vogel nicht singen kann, so kann
er doch pfeifen. 8. Es ist schlecht zu singen, wenns nicht von Herzen geht (kommt).
9. Wenn man vom Teufel spricht, dann kommt er. 10. Wenn drei am Tische sitzen,
findet auch der vierte Platz.

Übung 13. Sagen Sie anders, indem Sie Konjunktionen falls und wenn verwenden:
1. Kommt er morgen in die Hochschule, muss er sich sofort bei Mathematiklehrer
melden. 2. Macht er seine Belegarbeit bis Juni nicht, so bekommt er kein Stipendium.
3. Kommt sie zur Party nicht, so hat sie zu Hause Besuch. 4. Wiederholen wir den
Versuch noch einmal, so können wir die Ergebnisse prüfen. 5. Wird er mehr
Aufmerksamkeit dem Studium widmen, bekommt er bessere Kenntnisse in seinem
Fachgebiet. 6. Liest sie die Beschreibung der Werkzeugmaschine aufmerksamer,
versteht sie, wie die eingeschaltet sein muss. 7. Installieren Sie eine neue DOS-
Version, wird die alte Version nicht beschrieben. 8. Benötigen Sie als Programmierer
unbedingt direkten Zugriff auf manche Hardwareressourcen, werden Sie mit MS-

56
DOS keine Probleme haben. 9. Sind Sie mit der Bedienung von Windows 3.1
vertraut, so werden sie keine Probleme mit Windows NT haben.

Übung 14. Übersetzen Sie die folgenden Sätze ins Russische und beachten Sie die
Bedeutung der Konjunktion indem:
l. Das klassische Ausgabegerät ist der Drucker, indem er die Ergebnisse auf Papier
festhalten lässt. 2. Der eingehende Bitstrom wird vom Prozessor interpretiert, also in
Daten und Befehle zerlegt, indem er die Befehle auf die entsprechenden Daten
anwendet. 3. Nicht nur große Betriebe, sondern auch kleine und mittelständische
Firmen erledigen zunehmend viele Vorgänge, indem sie mit Hilfe der PC-
Rechentechnik viele Produktionsaufgaben lösen. 4. Die Auswertung wesentlich
schneller und besser wird, indem die Software zahlreiche Zusatzfunktionen zur
Verfügung immer stellt.

Übung 15. Übersetzen Sie die folgenden Sätze ins Russische und beachten Sie die
Bedeutung der Konjunktion ohne dass:
1. Er schaltet Terminals ein, ohne dass er sie mit dem Zentralcomputer in ein Netz
verbindet. 2. Ohne dass man das neue Produkt herstellt, kann man es durch
Simulation überprüfen, ändern und verbessern. 3. Die Fabrik schickte dem Kunden
die Preisliste, ohne dass er die bestellt hat. 4. Man kann die englischsprachige
Anweisung benutzen, ohne dass man gut Englisch kennt, weil viele Wörter in der
Computertechnik international sind.

Übung 16. Übersetzen Sie die Adjektive und Adverbien in unten angegebenen Sätzen:
l. Das Heft ist nicht so dick wie das Buch. 2. Heute ist es so warm wie gestern. 3.
Diese Aufgabe ist nicht so leicht wie die vorige. 4. Das Gebäude der Universität ist
höher als unsere Schule. 5. Im Sommer sind die Tage länger und die Nächte kürzer.
6. Dein Bruder ist jünger als du. 7. Das Labor für Physik hat die modernste
Einrichtung. 8. Berlin ist die größte Industriestadt Europas. 9. Später verwandelte
sich die Stadt in eine Kulturmetropole.

Übung 17. Bilden Sie den Komparativ folgender Adjektive und Adverbien:
warm, kalt, lang, groß, kurz, schön, klein, billig, früh, gut, viel, gern, nah, bald.

Übung 18. Übersetzen Sie die Sätze und bestimmen Sie die Steigerungsstufe der
gebrauchten Adjektive:
1. Bei unserer Arbeit erzielen wir immer größere Erfolge. 2. Wir besichtigten die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. 3. Paul ist ein fleißiger Student, er
ist der fleißigste in unserer Gruppe. 4. Das war für mich die schwerste Aufgabe. 5.
Die meisten Studenten unserer Fakultät leben in Moskau. 6. In der nächsten Stunde
behandeln wir folgende Themen.

Übung 19. Führen Sie eigene Beispielsätze für die Verwendung folgender
Wörter an: etwas, höchst, immer, noch, recht, sehr, viel, zu.
A. 1. Ich lese sehr gern. 2. Das Studium an der Hochschule ist recht schwierig. 3.
Sprechen Sie nicht zu schnell! 4. Diese Vorlesung ist höchst interessant.
57
В. 1. Mein Vater ist viel älter als meine Mutter. 2. Es wird immer heller und heller. 3.
Sprechen Sie jedes Wort etwas deutlicher aus! 4. Diese schriftliche Übung ist noch
schwerer.

Übung 20. Beantworten Sie die folgenden Fragen in vollen Sätzen:


1. Was lesen Sie lieber: Romane oder Kurzgeschichten? 2. Wo essen Sie öfter Mittag:
zu Hause oder in der Mensa? 3. Hat deine Gruppe die Prüfung besser bestanden als
seine? 4. Ist es heute wärmer als gestern? 5. Ist sie älter als ihre Freundin? 6. Gehst
du lieber ins Kino als ins Theater? 7. Bist du heute früher aufgestanden als gestern? 8.
Kostet dieses Buch mehr als jenes?

Übung 21. Übersetzen Sie ins Deutsche:


1. Я встаю слишком поздно, но мой друг встает еще позже. 2. Он говорит по-
немецки слишком мало. Я говорю еще меньше. 3. Сейчас я перевожу довольно
точно. Но скоро буду переводить еще точнее. 4. Мое задание труднее твоего. 5.
Этот студент знает язык лучше меня. 6. Большинство студентов занимается
спортом.

Übung 22. Übersetzen Sie ins Russische und beachten Sie die fettgedruckten
Konjunktionen:
1. An unserer Hochschule studieren sowohl die Studenten aus Moskau als auch aus
verschiedenen anderen Städten. 2. Am Montag haben wir weder Vorlesungen noch
Seminare, wir arbeiten im Labor. 3. Nach dem Unterricht gehen die Studenten
entweder in den Lesesaal oder in die Bibliothek. 4. Sie haben die Möglichkeit, nicht
nur die Bücher zu bekommen, sondern auch im Lesesaal zu arbeiten.

Übung 23. Übersetzen Sie die folgenden Sätze ins Russische schriftlich und
schreiben Sie die Paarkonjunktionen aus:
l. Ich habe heute diesen Artikel entweder in einer Zeitung oder in einer Zeitschrift
gelesen. 2. Entweder kommt sie sofort oder wir warten nicht mehr auf sie. 3.
Entweder arbeitet er im Lesesaal oder ist er im Sportsaal. 4. Er kann sowohl gut
unterrichten als auch gut übersetzen. 5. Ich kenne weder den Namen noch den
Vornamen dieses Schriftstellers. 6. Er kann weder am Montag noch am Dienstag zu
Ihnen kommen.

Übung 24. Bilden Sie mit folgenden Kardinalzahlwörtern Konstruktionen mit


Ordnungszahlwörtern:
Beispiel: der 20. Mai, das 100. Mal, vom 66. Kilometer, l, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 15,
17, 18, 20, 38, 46, 66, 77, 90, 99, 100.

Übung 25. Vervollständigen Sie die Satzanfänge mit den folgenden Ausdrücken:
a) die Olympischen Spiele, stattfinden;
b) starten, die erste bemannte Weltraumrakete;
c) Russland, den Kriegföhren, mit Napoleon;
d) ich, sein, in der... Klasse.
Im Jahre 1961 ... .Im Jahre 1980... . Im Jahre 1812... . Im Jahre 2009 ... .
58
Übung 26. Schreiben Sie in den folgenden Sätzen die Ordnungszahlwörter* aus
und beachten Sie dabei die Endung:
1. Das Studienjahr beginnt am 1. September. 2. Das 2. Semester beginnt am 7.
Februar. 3. Der 25. Januar ist unterrichtsfrei. 4. Heute ist der 8. März. 5. Im 1. und 2.
Studienjahr nehmen die Studenten Grundlagenfächer durch. 6. Ab dem 6. Semester
haben die Studenten schon Spezialfächer.

*MERKEN SIE SICH!

1. zum ersten Mal, zum zweiten Mal, zum hundertsten Mal.


2. von 1. bis 19. (Suffix -te): der zweite Monat, das vierte Jahr, der erste, der dritte,
der achte Tag; ab 20. (Suffix -ste): der zwanzigste Tag, das dreiundzwanzigste Jahr,
die hundertste Sekunde.
3. Datum: Der wie vielte ist heute? - Heute ist der 8. (achte) März. Aber: Den wie
vielten haben wir heute? - Den 8. (achten) März.

Übung 27. Übersetzen Sie folgende Sätze und erklären Sie die Verwendung von
Akkusativ und Dativ:
1. Unser Dekan kam in das Auditorium. 2. Unser Erholungsheim liegt zwischen dem
Fluss und dem Wald. 3. Ich hänge dieses schöne Bild an die Wand. 4. Das Bild hängt
an der Wand über meinem Bett. 5. „Über allen Gipfeln ist Ruh, in allen Wipfeln
spürest du kaum einen Hauch" (Goethe). 6. Mein Bruder studiert an der Hochschule.

Übung 28. Setzen Sie die Substantive in Klammern richtig ein:


l. Heute haben wir keine Vorlesungen und Seminare, wir gehen in (die Werkstatt). 2.
Sie liegt in (das neue Gebäude). 3. In (die Werkstatt) arbeiten schon einige Studenten.
4. Danach gehen sie mit (ihr Lektor) in (das Auditorium). 5. Ich setze mich an (ein
Tisch) vor (das Fenster). 6. In (der Lesesaal) arbeiten wir bis 20 Uhr. 7. Auf (jeder
Tisch) steht eine Tischlampe. 8. Unter (die Tische) stehen Papierkörbe. 9. An (die
Wände) stehen Bücherschränke mit Wörterbüchern und Enzyklopädien. 10. In (die
Mitte) des Lesesaals stehen Tische mit Zeitungen und Zeitschriften darauf. 11. Die
Bibliothekarin legt täglich neue Zeitungen auf (der Tisch).

Übung 29. Übersetzen Sie die folgenden Sätze:


1. Дважды в год у студентов экзамены - в июне и январе. 2. Перед экзаменами у
них зачеты. 3. В следующем году я буду учиться на 2-м курсе. 4. Через 2 месяца
у нас каникулы. 5. В понедельник у нас 2 лекции и семинар. 6. На следующей
неделе нужно перевести большой текст. 7. Три дня тому назад у нас было
собрание всех студентов 1-го курса.

Übung 30. Beantworten Sie die Fragen und setzen Sie dabei die Substantive in
Klammern richtig ein:
1. Wo liegt dieses Heft? Es liegt in (der Tisch) unter (meine Hefte). 2. Wo sitzt er
gewöhnlich? Er sitzt gewöhnlich an (das Fenster), neben (die Tür). 3. Wo wohnst du?
Ich wohne in (diese Straße). 4. Wohin setzen Sie sich? Ich setze mich immer neben
(mein Freund). 5. Wohin fährst du morgen? Morgen fahre ich in (die Universität).
59
Übung 31. Setzen Sie die richtigen Präpositionen und Artikel ein:
1. Unsere Gruppe arbeitet heute ... (das Labor) für Physik. 2. Es liegt... (der dritte
Stock). 3. Die Studenten kommen um halb 9 ... (das Labor). 4. ... (die Tische) stehen
verschiedene Geräte und Apparate. 5. ... (die Wände) hängen Diagramme und
Schemas. 6. ... (jeder Tisch) liegt eine Anweisung. 7. Wir legen unsere Hefte ... (die
Tische). 8. ... (die Arbeit) verlassen wir das Labor.

2. Kommunikationsformeln

So kann man Ihre eigene Überzeugung ausdrücken:

Ich bin der Auffassung, dass ... - По-моему представлению


Ich bin der Überzeugung, dass ... – Я убежден, что …
Ich bin der Meinung, dass ... – По-моему…/Я придерживаюсь мнения, что ..
So sieht das aus meiner Sicht aus ... – С моей точки зрения это выглядит так …
Ich bin ganz sicher, dass … - Я совершенно уверен, что …
Ich bin zuversichtlich, dass … - Я уверен, что …
Ich weiss genau, dass … - Я точно знаю, что …
Ich glaube, ... – Я полагаю, ...
Ich meine, ... – Я думаю/считаю, ...

So kann man zustimmen:

Das überzeugt mich. – Это меня убеждает.


Sie haben Recht. – Вы правы.
Das ist richtig. - Это правильно.
Ich teile diese Auffassung. – Я разделяю эту точку зрения/это мнение.
Genau! - Точно!
Ich finde, das ist richtig. - Я нахожу это верным.
Das ist unbestritten. – Это неоспоримо.
Das ist wahr. Sie haben Recht. – Это верно. Вы правы.

So kann man auf eine andere Meinung indifferent reagieren:

Damit bin ich im Großen und Ganzen einverstanden. – В целом я с этим согласен.
Das halte ich auch für richtig. – Я считаю это верным.
Da kann ich nur zustimmen. – Тут я могу только согласиться.

So kann man andere Meinung einschränken, relativieren oder in Frage stellen:

Ich stimme dem nur teilweise zu. – Я с этим не полностью/частично согласен.


Ich glaube, das spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. – Я полагаю, в этой
связи это не важно.
Das kann man nicht sagen. – Так нельзя говорить/сказать.
Es ist nicht ganz richtig, dass ... - Это не совсем правильно.
Kann sein, dass ... . Aber ... – Может быть, что ... Но ...
60
So kann man eine andere Meinung ablehnen:

Ich bin nicht der Auffassung, dass ... - Я так не считаю.


Da bin ich anderer Meining. – Здесь я придерживаюсь другого мнения.
Das überzeugt mich nicht. – Это меня не убеждает.
Das halte ich für falsch. – Я считаю это неверным.
Dem stimme ich nicht zu. - Я с этим не согласен.
Das lehne ich ab. Das finde ich nicht. – Я так не думаю./Я так не считаю.
Ich bin mit … /nicht/ einverstanden. - Я /не/ согласен с…
Das überzeugt mich nicht. - Это меня не убеждает.

So kann man jemanden überzeugen:

Das kann man nicht bestreiten. – Это нельзя оспорить.


Ich möchte daran erinnern, dass ... – Я хотел бы напомнить о том, что …
Es geht darum, dass ... – Речь идет о том, что …
Da bin ich ganz sicher! – Я в этом совершенно уверен.
Das weiß ich genau! – Я это точно знаю.
Es kommt hinzu, dass ... – К тому же/К этому можно добавить, что ...
Das können Sie mir glauben. – Вы мне можете поверить.
Es ist offensichtlich, dass … - Совершенно очевидно, что ...

So können Sie Ihren Zweifel äußern:

Ich zweifle daran, … - Я сомневаюсь, …


Ich bin nicht ganz überzeugt, dass ... - Я не совсем уверен, что …
Man muss hier doch noch einmal überlegen. - Это надо ещё раз взвесить./Об этом
надо подумать.

So können Sie Ihre Vermutung äußern:

Soviel ich weiss, … - Насколько я знаю, …


Wenn ich mich nicht irre /täusche, … - Если я не ошибаюсь, …
Soweit ich unterrichtet bin, … - Насколько мне известно, …
Wahrscheinlich ... - Вероятно ...

So können Sie zusammenfassen:

Wie bekannt … - Как известно …


Im Grossen und Ganzen … - В общем и целом …
In gewissem Maße … - В определенной степени …
Das bedeutet, dass … - Это означает, что …
Wir kamen zum Schluss, dass ... – Мы пришли к выводу, что ...

61
So können Sie ergänzen und Ihre eigene Meinung äußern:

Hierzu wäre zu sagen, dass … - Следовало бы добавить, что …


Für meine Begriffe ... - В моем понимании …
Hoffentlich … - Надеюсь …
Ich finde … - Я считаю …
Meiner Ansicht/Meinung nach… - По моему мнению/по-моему …
Vor allen Dingen/vor allem … - Прежде всего …
Ich möchte erwähnen. - Я хотел бы упомянуть.
Ja, das leuchtet mir ein. - Да, это мне ясно.
Ich möchte noch etwas hinzufügen. - Я хотел бы ещё кое-что добавить.

So können Sie eine Frage stellen:

Ich möchte gern wissen, … - Мне хотелось бы знать, …/Хотелось бы узнать, ...
Könnten Sie bitte präzisieren … - Не могли бы Вы уточнить …
Was meinen Sie dazu? - Что Вы думаете по этому поводу?
Ich möchte Sie fragen, … - Я хотел бы Вас спросить, …
Darf ich fragen, ... – Разрешите спросить, ...
Wie stehen Sie zu folgender Behauptung? – Как Вы относитесь к следующему
утверждению?

TEIL 4
TESTS

Muster: Ich … die Prüfungen gut … .


a. wird … ablegen c. legt … ab
b. habe … abgelegt d. wurde … abgelegt

1. Mein Freund ist … Ingenieur.


a. – c. der
b. ein d. einer

2. Finden Sie das Synonym zur unterstrichenen Wortgruppe!


Ich absolviere die Akademie im Jahre 2014.
a. im 2014 Jahr c. im 2014
b. 2014 d. in 2014

3. Finden Sie das Synonym zur unterstrichenen Wortgruppe!


Jeden Morgen stehe ich um zwanzig vor sieben auf.
a. um sieben Uhr zwanzig Minuten c. um sechs Uhr zwanzig Minuten
b. um halb sieben d. um sechs Uhr vierzig Minuten

62
4. Wann beginnt das neue Studienjahr in Hochschulen Russlands? - …
a. Der 1. September c. 1. September
b. Am 1. September d. Im 1. September

5. Ich studiere … der Bauuniversität.


a. an c. bei, in
b. in, für d. in, an

6. Der Professor … Vorlesungen in darstellender Geometrie montags.


a. liest c. trägt
b. spricht d. hält

7. Ihre Schwester … den Beruf des Ingenieurs … .


a. wählte …aus c. auswählte
b. ausgewählt d. wähltet aus

8. In Österreich … man Deutsch.


a. sprecht c. spreche
b. spricht d. sprechen

9. Der Fernstudent … wissenschaftliche Texte mit dem Wörterbuch übersetzen.


a. kann c. kennt
b. könnt d. können

10. Im Deutschunterricht … man hören, lesen, sprechen, schreiben.


a. müssen c. muss
b. musst d. müsst

11. Welcher Satz passt zur Übersetzung des folgenden Satzes?


Sie mussten dieses Thema besser studieren.
a. Вы должны лучше изучить эту тему.
b. Вы должны были лучше изучить эту тему.
c. Вы должны были бы лучше изучить эту тему.
d. Вам нужно лучше изучить эту тему.

12. Welcher Satz passt zur Übersetzung des folgenden Satzes?


Студенты хотят принять участие в конференции.
a. Die Studenten möchten an der Konferenz teilnehmen.
b. Die Studenten sollen an der Konferenz teilnehmen.
c. Die Studenten dürfen an der Konferenz teilnehmen.
d. Die Studenten wollen der Konferenz teilnehmen.
63
13. Welcher Satz ist richtig?
a. Ich soll diese Arbeit heute erfüllen.
b. Heute ich soll diese Arbeit erfüllen.
c. Ich soll erfüllen diese Arbeit heute.
d. Diese Arbeit ich soll heute erfüllen.

14. Man … das Wörterbuch nicht benutzen.


a. dürfen c. dürft
b. durfte d. darfst

15. Die Konferenz … an unserer Universitaet statt.


a. finde c. fandet
b. fund d. fand

16. Welches Wort passt in die Reihe nicht?


a. der Betrieb c. die Fachrichtung
b. das Entwurfsbüro d. die Firma

17. Welches Wort passt in die Reihe nicht?


a. der Unterricht c. das Eigentum
b. das Fernstudium d. die Doppelstunde

18. Das Synonym zum Wort „der Fachmann“ ist …


a. der Spezialist c. der Einwohner
a. der Prüfer d. der Fernstudent

19. Jedes Studienjahr … zwei Semestern.


a. hat aus c. unterrichtet in
b. besteht aus d. besteht seit

20. Durch Automatisierung der Betriebe … eine höhere Arbeitsproduktivität..


a. wird … erreichen c. sind … erreicht
b. wurde … erreicht d. wird … geerreicht

21. Finden Sie die richtige Variante der Übersetzung!


In Woronesh sollte ein altes Denkmal rekonstruiert werden.
a. В Воронеже должны реконструировать старый памятник.
b. В Воронеже должен быть реконструирован старый памятник.
c. В Воронеже должен был реконструироваться старый памятник.
d. В Воронеже должен реконструироваться старый памятник.

64
22. Er wird diese Aufgabe … machen als wir.
a. gut c. das beste
b. besser d. am besten

23. Die … Studenten unserer Gruppe legen die Prüfungen gut ab.
a. viele c. vielsten
b. mehr d. meisten

24. Die Zahl der Bevölkerung wird … .


7. großer c. viel
8. größer d. die größten

25. Die Lomonossow-Universität ist … in Russland.


a. die älteste b. älter c. am altesten d. alter

26. Welche Übersetzung passt?


Die Sitzung findet weder heute noch morgen statt.
a. Заседание состоится или сегодня, или завтра.
b. Заседание состоится и сегодня, и завтра.
c. Заседание не состоится ни сегодня, ни завтра.
d. Заседание состоится не только сегодня, но и завтра.

27. Welche Übersetzung passt?


В библиотеке академии есть как русские книги и журналы, так и зарубежные.
a. Die Bibliothek der Akademie hat nicht nur russische Bücher und Zeitschriften
sondern auch ausländische.
b. Die Bibliothek der Akademie hat sowohl russische Bücher und Zeitschriften
als auch ausländische.
c. Die Bibliothek der Akademie hat entweder russische Bücher und Zeitschriften
oder ausländische.
d. Die Bibliothek der Akademie hat bald russische Bücher und Zeitschriften bald
ausländische.

28. Es ist bekannt, … dieses neue Messgerät in der BRD hergestellt ist.
a. das b. dessen c. was d. dass

29. Unsere Hochschule, … seit 1930 besteht, hat viele Fakultäten.


a. die b. deren c. denn d. da

30. Welcher Satz ist falsch?


a. Da kann man sich besser erholen und er möchte hier bleiben.
65
b. Da man sich besser erholen kann, möchte er hier bleiben.
c. Er möchte hier bleiben, da man sich besser erholen kann.
d. Da kann man sich besser erholen, möchte er hier bleiben.

31. Welche Übersetzung passt?


С тех пор как ученый начал проводить эту исследовательскую работу, он
сделал несколько важных открытий.
a. Da der Wissenschaftler diese Forschungsarbeit begonnen hatte, machte er
einige wichtige Entdeckungen.
b. Als der Wissenschaftler diese Forschungsarbeit begonnen hatte, machte er
einige wichtige Entdeckungen.
c. Seitdem der Wissenschaftler diese Forschungsarbeit begonnen hatte, machte er
einige wichtige Entdeckungen.
d. Nachdem der Wissenschaftler diese Forschungsarbeit begonnen hatte, machte
er einige wichtige Entdeckungen.

32. Welche Übersetzung passt?


Während er im Betrieb arbeitete, studierte er auch an der Akademie.
a. Во время работы на предприятии он учился также в академии.
b. Работая на предприятии, он учится также в академии.
c. В то время как он работал на предприятии, он учился также в академии.
d. Одновременно он работал на предприятии и учился также в академии.

33. Welcher Satz ist korrekt?


a. Als ich an diesem Problem arbeitete, verbrachte ich viel Zeit im Labor und
stellte zahlreiche Versuche an.
b. Als ich arbeitete an diesem Problem, ich verbrachte viel Zeit im Labor und
stellte zahlreiche Versuche an.
c. Als arbeitete ich an diesem Problem, verbrachte ich viel Zeit im Labor und
stellte zahlreiche Versuche an.
d. Als ich an diesem Problem arbeitete, ich verbrachte viel Zeit im Labor und
stellte zahlreiche Versuche an.

34. Finden Sie das Synonym zum folgenden Satz!


Die Qualität der Erzeugnisse ließ sich bedeutend steigern.
a. Die Qualität der Erzeugnisse kann man bedeutend steigern.
b. Die Qualität der Erzeugnisse konnte man bedeutend steigern.
c. Die Qualität der Erzeugnisse soll bedeutend gesteigert werden.
d. Die Qualität der Erzeugnisse durfte man bedeutend steigern.

35. Welche Variante ist korrekt?


a. Die Hochschule, die die Fachleute ausgebildet, befindet sich im Zentrum der Stadt.
b. Die Hochschule, die bildet die Fachleute aus, befindet sich im Zentrum der Stadt.
66
c. Die Hochschule, die ausbildet die Fachleute, befindet sich im Zentrum der Stadt.
d. Die Hochschule, die die Fachleute ausbildet, befindet sich im Zentrum der Stadt.

36. Das Wort „die Regierung“ übersetzt man ins Russische als …
a. собственность c. правительство
b. население d. палата

37. Das Synonym zum Wort „die Fläche“ ist …


a. der Kontinent c. das Auditorium
b. das Territorium d. die Ökonomik

38. Das Antonym zum Wort „zerstören“ ist …


a. entstehen c. umspülen
b. teilen d. schaffen

39. Welches Wort passt in die Reihe nicht?


a. herstellen c. erzeugen
b. dauern d. produzieren

40. Welches Wort passt in die Reihe nicht?


a. Stahlerzeugung c. Holzindustrie
b. Feinmechanik d. Landwirtschaft

4. ВОПРОСЫ К ЗАЧЕТУ
ПО ТЕОРГРАММАТИКЕ НЕМЕЦКОГО ЯЗЫКА

1. Der Grammatische Bau der Sprache. Hauptaufgaben einer Sprache. Viel-


deutigkeit des Terminus „Grammatik“. Grammatik im weiteren und im engeren Sinne
des Wortes.
2. Die Stellung der theoretischen Grammatik unter anderen linguistischen
Disziplinen.
3. Gliederung des grammatischen Baus der Sprache in Morphologie und
Syntax.
4. Die grammatischen Kategorien (logisch-grammatisch, kommunikativ-
gramma-tisch, strukturell-grammatisch) und die Formklassen des Sprachbaus.
5. Morphologische Einheiten (abstrakte und konkrete). Morphem und
Allomorph, Wort, Wortform und Form des Wortes.
6. Prinzipien der Klassifikation der Morpheme:
a) funktionales Prinzip;
b) strukturelles Prinzip;
67
7. Der Begriff des morphologischen Paradigmas.
8. Lexikalische und grammatische Bedeutung.
9. Aspektreichtum und Feldstruktur der sprachlichen Erscheinungen.
10. Hauptzüge des deutschen Sprachbaus.
11. Der Begriff der grammatischen Wortart (Wortklasse, Redeteil). Der Zweck
der Gliederung des Wortbestandes in grammatische Wortklassen.
12. Die wichtigsten Prinzipien der traditionellen Einteilung der Wortarten in
der älteren deutschen Grammatik.
13. Die aktuellen Prinzipien der Einteilung der Wortarten:
a) das semantische
b) das morphologische
c) das syntaktische
d) das komplexe
14. Die allgemeine Klassifikation der Redeteile im Deutsche (Moskalskaja,
Admoni, Glinz, W. Flämmig)
15. Syntaktische Funktion und Fügungswerte der Redeteile. Die Oppositions-
verhältnisse im System der Wortarten
16. Die Syntaktischen Beziehungen eines Redeteils (dominierend – regiert;
obligatorisch – fakultativ).
17. Die „Offenheit“ der Grammatiktheorie von W.Admoni.
18. Das Zentrum und die Peripherie einer Wortart (I.J.Charitonowa).
19. H.Brinkmanns Strukturierung einer Wortart (Grundbestand und die
Schichten der WA).
20. Austausch zwischen den Wortarten (Transposition unter den Wortarten).
21. Der Valenzbegriff in der Linguistik.
22. (Verschiedene) Konzeptionen des Begriffs der Valenz, Polyvalenz nach
I.Erben.
23. Die Begriffe Valenzträger, Aktant (Mitspieler, Ergänzung), Cirkonstant
(freie Angabe).
24. Das Wesen des Substantivs.
25. Die grammatischen Kategorien des Substantivs.
26. Die semantisch-grammatischen Arten des Substantivs.
27. Das grammatische Geschlecht.
28. Die grammatische Kategorie der Zahl.
29. Die Deklinationstypen des Substantivs.
30. Kasusbedeutungen und Kasusfunktionen.
31. Kasustheorien (L.Helmslev, R.Jacobson, S.Kaznelson, G.Helbig).
32. Die primären und sekundären Funktionen der deutschen Kasus.
33. Der Gebrauch und die Bedeutung des Nominativs.

68
34. Die wichtigste Besonderheit des Nominativs. Syntaktisch-abhängige
Funktionen des Nominativs.
35. Syntaktisch abhängige Funktionen des Nominativs. Der absolute Nominativ.
36. Das Problem des „Gemeinschaftskasus“.
37. Die Bedeutung und die Hauptfunktion des Genitivs.
38. Der Gebrauch des Akkusativs und Dativs.
39. Das Genus des Substantivs.
40. Der Numerus des Substantivs.
41. Das deutsche Verb. Allgemeine Charakteristik.
42. Semantische Einteilung der Verben.
43. Syntaktische Einteilung der Verben.
44. Persönliche und unpersönliche Verben.
45. Objektive und subjektive, transitive und intransitive (bewirkende) Verben.
46. Die Zahl der verbalen Ergänzungen.
47. Die morphologische Klassifikation der Verben.
48. Die Nominalformen des Verbs (Bildung und Bedeutung).
49. Die Bildung der Personalformen des Verbs.
50. Das System der Tempora.
51. Die Modi.
52. Das Genus (Genera Verbi).
53. Satztheorie. Die Definition des Satzes. Satzmodelle.
54. Die kommunikative Gliederung des Satzes.
55. Methoden der Satzanalyse: Abhängigkeitsgrammatik und Konstituenten-
grammatik.
56. Paradigmatische Betrachtungsweise in der Syntax. Syntaktisches Paradigma.
57. Wortgruppen. Definition der Wortgruppen. Arten von Wortgruppen.
58. Der Komplexe Satz. Parataxe und Hypotaxe.
59. Der Text. Texttheorie.
60. Transphrastisches Gebilde. Isotopie. Phorik. Thematische Progression.
61. Nominale Wortarten und ihre Wechselbeziehungen.
62. Die Kategorie der Bestimmtheit und der Unbestimmtheit. Die Referenz –
Artikel und Artikelwörter.
63. Der Artikel als Ausdrucksmittel des kommunikativen Wertes des
Substantivs im Satz.
64. Der Artikelgebrauch in Bezug auf die strukturell-semantische Subklasse
des Substantivs.

69
TEIL 5

VERZEICHNIS
DER GRAMMATIKALISCHEN FACHBEGRIFFE

Das Verzeichnis der Fachbegriffe konnte aus Platzgründen nicht mehr in die
Buchversion aufgenommen werden. Hier werden Begriffe definiert, die in der
Literatur unterschiedlich verwendet werden oder nicht als allgemein bekannt
vorausgesetzt werden können. Insbesondere war es nötig, diejenigen Termini zu
definieren, die der neueren linguistischen Literatur entlehnt worden waren - nicht
zuletzt, weil v. a. in der Linguistik keine zwei Schulen ein und denselben Begriff
einheitlich verwenden.
A
Adjektiv (Beiwort, Eigenschaftswort) Adjektive gehören zu den  Nomina. Sie
können im Gegensatz zu den  Substantiven durch alle drei Genera flektiert werden
kann und sind der Komparation (Steigerung) fähig.
Adverbiale Bestimmungen (Adverbialia)  Bestimmungen
Adverbien nicht-flektierbare Wörter (Partikeln) zur näheren Bestimmung von
Verben und Adjektiven. Die wichtigsten Adverbklassen sind: Lokaladverb
(Ortsadverb: hier, dort), Temporaladverb (Zeitadverb: danach, immer),
Quantitätsadverb (sehr, voll, ganz)
Modaladverb (so, wie, umsonst), Urteilsadverb (affirmatives Adverb,
Satzadverb: vielleicht, natürlich).
Affektive Sätze Sätze, bei denen die expressive  Sprachfunktion überwiegt. Zu
den affektiven Sätzen gehören der Ausrufesatz und der Wunschsatz.
Affix Oberbegriff für  Infix,  Präfix und  Suffix
Analytische Verbformen zusammengesetzte Verbformen wie das deutsche
Perfekt (ich habe gelacht) oder das lateinische passive Perfekt (laudatus sum).
Gegensatz:  synthetische Verbformen.
Antonym gegensätzlicher Begriff; z. B. sind die Adjektive ‘ gut’ und ‘ böse’
Antonyme. (Gegensatz: Synonym)
Appellativum  Gattungsnamen
Assimilation  Attraktion
Asyndeton Koordination gleichwertiger Satzteile ohne koordinierende
Konjunktion: caelum, maria, terrae. ‘ Alles rennet, rettet, flüchtet.’ (Gegensatz: 
Syndeton)
Attribut nähere Bestimmung eines Substantivs, die im Unterschied zur Appo-
sition semantisch oder sogar syntaktisch auf ihr Bezugswort angewiesen ist. Im
Unterschied zum Prädikativum steht das Attribut in keinerlei Beziehung zum
Prädikat.
Ausdruck Wortgruppensyntagma, das im Gegensatz zur  Wendung keinen
phraseologischen (idiomatischen) Charakter hat.

B
Bedeutung (Referenz, Extension) Zu unterscheiden ist zwischen lexikalischer,
kontextueller und grammatikalischer Bedeutung eines Wortes. Lexikalische
70
(semantische) Bedeutung haben nur die  kategorematischen Wörter wie die Nomina
und Verben (Hund, dick, töten). Dagegen besitzen  synkategorematische Wörter
(Präpositionen, Konjunktionen, einige Adverbien) nur grammatikalische Bedeutung,
d. h. sie dienen zur Verknüpfung oder Modifizierung von Wörtern und Wortgruppen
(in der Stadt, Vater und Mutter, sehr gut). Pronomina (dieser, ich) und andere
indexikalische Ausdrücke (hier, dann) haben keine lexikalische Bedeutung, sondern
nur eine kontextuelle Bedeutung (abhängig von der jeweiligen Sprechsituation),
indem sie auf ein Wort mit lexikalischer Bedeutung verweisen.
Begriffsnegation  Wortverneinung
Beiordnung  Koordination
Bestimmung (1) Oberbegriff für freie  Angaben und 
Satzgliedteile. (2) adverbiale B.: Oberbegriff für adverbiale freie  Angaben und 
Ergänzungen, die weder  Objekt noch  Prädikatsnomen sind.
Bezugswort (Beziehungswort) Wort (meistens ein Substantiv), nach dem sich
ein anderes Wort in Numerus und Genus, meistens auch im Kasus, richtet; so ist in
dem Satz ‘ Der kleine Mann, dessen Auto falsch geparkt war, musste eine Strafe
zahlen’ das Substantiv ‘ Mann’ Bezugswort für das adjektivische  Attribut ‘ klein’
und für das Relativpronomen ‘ der’ ; in dem Satz ‘ Ich mochte Müller nicht, weil er
zu unterwürfig war’ der Eigenname ‘ Müller’ Bezugswort für das Pronomen ‘ er’ .

C
Cardinalia  Kardinalzahlen

D
Deixis (adj. deiktisch) Verweischarakter sprachlicher Ausdrücke. Die Deixis
steht zwischen Semantik und Pragmatik, insofern deiktische Ausdrücke (
indexikalische Ausdrücke) auch auf Tatsachen außerhalb des Texts verweisen können (
Exophorik).
Deminutivum (Deminutivnomen, Verkleinerungsform) Wort, das durch 
Suffixe wie -chen, -lein, -eln, -ulus etc. gebildet wird. Die durch Deminutiva
bezeichneten Gegenstände oder Handlungen sind in der Regel von geringer Quantität
als die durch das Ursprungswort bezeichneten; der Sprecher kann aber durch
Deminutiva auch lediglich seine emotionale Einstellung zu dem Bezeichneten zum
Ausdruck bringen (sog. Hypokoristikum, Koseform) (vgl. § 4).
Denominativum (Denominale) Wort, das von einem  Nomen gebildet wird.
Dazu zählen v. a. die  Deminutiva und Adjektive wie königlich, regius, senatorisch,
senatorius. Vgl. § 4.
Deverbativum Wort, das von einem Verb gebildet wird, meistens ein
Substantiv oder ein Adjektiv, z. B. Meinung, existimatio, unerträglich, intolerandus,
vgl. Substantivum verbale, Verbalsubstantiv.
Diminutivum  Deminutivum

E
Eigenname (Nomen proprium, Name) Benennung zur Unterscheidung von
einzelnen Gegenständen und Personen von anderen Gegenständen bzw. Personen

71
derselben Gattung. Im Gegensatz zu  Gattungsnamen haben Eigenamen keine
klassenbildende Funktion.
Elativ  Superlativ, elativischer
Ellipse Auslassung eines Wortes, das nicht aus dem Kontext ergänzt werden
kann (im Gegensatz zur  Brachylogie). Im Unterschied zur Aposiopese sind Ellipsen
grammatikalisiert. Keine Ellipse, sondern ein  satzwertiger  Kurzsatz liegt vor, wenn
in einem bestimmten Kontext immer nur die scheinelliptische Form verwendet wird,
so dass man nicht von der Auslassung eines Wortes sprechen kann, z. B. auf einem
Straßenschild: ‘ Nach München’ .
Ergänzung (Aktant, Mitspieler, Partizipiant, Ergänzungsbestimmung,
Komplement, Argument) von der  Valenz eines Wortes (v. a. des Verbs) syntaktisch
gefordertes Satzteil; so erfordert das Verb töten ein Akkusativobjekt: In dem Satz ‘
Brutus tötet zusammen mit anderen Verschwörern Caesar im Senat’ ist ‘ Caesar’ die
Ergänzung des Prädikats ‘ tötet’.
Ersatzprobe (Austauschprobe, Kommutationstest, Substitutionstest) Ersetzung
eines  Syntagmas durch andere Syntagmen, um grammatische Kategorien zu bilden.
So stellt man durch die E. fest, dass animos hominum und homines in Abhängigkeit
von delectare synonym sind: Orator animos hominum delectat und Orator homines
delectat. Auch syntaktische Kategorien werden durch E.n erfasst: Die Syntagmen in
re, de re und re können als Ergänzungen des Verbs laetari dienen, nicht aber das
Syntagma rei. Bei donare lässt sich das Syntagma rem alicui durch aliquem re
ersetzen. Bei einigen Verben kommutieren z. B. quod-Satz und AcI.
Erweiterungen Überbegriff für  Ergänzungen und freie  Angaben.

F
Figura etymologica Verbindung eines Verbs und einer Ergänzung von
demselben Wortstamm: eine Schlacht schlagen (vgl. § 337,1; § 386).
Funktionsverbgefüge (Streckverb, Streckform) Syntagma, das aus einem
Verb und seiner  Ergänzung besteht: ‘ zu Ende bringen, eine Entschuldigung
vorbringen’ .

G
Gattungsname (Appellativum, Gattungsbezeichnung, Klassenname) Im
Unterschied zu  Eigennamen bezeichnen Gattungsnamen eine ganze Klasse von
Gegenständen, die nicht allein durch die Gemeinsamkeit des Namens definiert sind.
Zwischen G. und Eigennnamen stehen daher die Völkernamen.
Genus verbi (Diathese) im Lateinischen der Überbegriff für Aktiv und Passiv.
Geschlossene Wortstellung
Gliedsatz (Nebensatz)
echter Gliedsatz, der von einer Subjunktion, einem Relativum oder
Interrogativum eingeleitet wird.
unechter (unvollständiger Gliedsatz) Als unechte Gliedsätze bezeichnet man
Partizipialien wie Infinitiv, AcI, NcI, Ablativus Absolutus, Gerundialgefüge. Unechte
Gliedsätze sind keine Sätze, sondern Satzteile, Daher muss ein Pronomen in einem
unechten Gliedsatz, das sich auf das Subjekt des regierenden Verbs bezieht direkt
reflexiv verwendet werden.
72
Gradatio  Klimax
Gradation (Komparation) Steigerung eines Adjektivs

H
Hauptsatz, nachgestellter Hauptsatz, der auf den ihm untergeordneten
Gliedsatz folgt, z. B. in der steigenden Periode (vgl. § 597,1a). Vgl. auch  Nachsatz.
Hypotaxe  Subordination

I
Infix  Morphem, das in ein Wort eingefügt wird, z. B. -ita-: dictitare zu
dicere.
Intransitivum (intransitives Verb) Verb, das (von Sonderfällen abgesehen)
keine Ergänzung im Akkusativ (Akkusativobjekt) verlangt (folgen, gehorchen).
Hierzu zählen auch die  absolut gebrauchten Verben (schlafen).

K
Kardinalzahlen Grundzahlen (eins, zwei, drei; unus, duo, tres).
Klimax (Gradatio) Steigerung (v. a. bei einer Aufzählung): Veni, vidi, vici. Die
Umkehrung, der Abstieg vom Wichtigeren zum weniger Wichtigen (vici, vidi, veni)
heißt Antiklimax (Gradatio a maiori ad minus).
Kohärenz (Kohäsion) syntaktischer, semantischer oder pragmatischer
Zusammenhang eines Textes. So sind etwa die beiden Sätze ‘ Paul kaufte sich ein
Eis; danach ist ihm schlecht geworden’ durch das Adverb ‘ danach’ und das 
anaphorische Pronomen ‘ ihm’ eng miteinander verbunden (kohärierend).
Kollektivum (Kollektivbegriff) Im Singular verwendetes Substantiv zur
Bezeichnung einer Mehrheit als Einheit: Haar, Bürgerschaft, coma, pluma.
(multitudo, turba, pars etc., Länder- und Städtenamen).
Komparativ Zweite Steigerungsstufe des Adjektivs. Der Komparativ dient v.
a. zum Vergleich zweier Gegenstände oder Handlungen (Das ist besser als das. Hoc
melius illo.)
modifizierender im Lateinischen zur Modifizierung des  Positivs verwendeter
Komparativ: celerius ‘ zu schnell, ziemlich schnell’ .
Kongruenz Übereinstimmung zweier oder mehrerer Wörter nach einer oder
mehreren Kategorien von Kasus, Genus, Numerus, Person (vgl. B. I. 3).
Konjunktion Partikel, die im Gegensatz zu den  Subjunktionen zur
Verknüpfung ( Koordination) gleichwertiger Syntagmen dienen (und, aber). Im
weiteren Sinn bezeichnet man als K.en sowohl K.en als auch Subjunktionen ( ).
Konversion synchroner Übertritt eines Wortes in eine andere Wortart. So wird
das Adjektiv ‘weise’ durch den Artikel zum Substantiv: ‘ der Weise’
(Substantivierung).
Koordination (Beiordnung, Parataxe) Aneinanderreihung gleichwertiger
Satzteile im Gegensatz zur  Subordination. Man unterscheidet zwischen 
Asyndeton,  Monosyndeton und  Polysyndeton.
Korrelation enge Verknüpfung von übergeordnetem Satz und (eventuell
verkürztem) Gliedsatz durch unterschiedliche Partikel oder Pronomina: si non – at
certe; quot – tot. Geht der übergeordnete Satz voran, so steht die Partikel oder das
73
Pronomen  präparativ: Adeone me delirare censes, ut ista credam? (Tusc. 1,10).
(Gegensatz: Korresponsion)
Kurzsatz (verkürzter Satz) Satz ohne Prädikat aufgrund von  Ellipse oder
Konvention (Einen Kaffee, bitte. Zwei Fahrscheine.) oder aufgrund von  Brachylogie
("Er hat ihn verprügelt." "Wer?" "Der Fritz den Hans."). Im Lateinischen begegnet oft
der  Nominalsatz.

L
Litotes doppelte Verneinung zur Ausdrucksverstärkung: ‘ nicht ohne Witz’ für
‘ recht witzig’, ‘nicht übel’ für ‘ sehr gut’ .

M
Mengenadjektiv  Quantitätsadjektiv
Modalverb den Infinitiv regierendes Verb, das eine Modalität ausdrückt: ‘
dürfen, können, wollen, müssen’ .
Modus (1) Oberbegriff für Indikativ, Konjunktiv und Imperativ, (2) die einem
Satz zugrundeliegende Bedeutung (Satzmodus im Gegensatz zur syntaktisch
definierten  Satzart). Vgl. C. Allgemeines.
Monosyndeton Unterart des  Syndetons. Wird bei einer Aufzählung nur das
letzte Glied mit einer kopulativen Konjunktion angeschlossen, so spricht man von
einem Monosyndeton: ‘ Flüsse, Berge, Meere und Seen’ . Das Monosyndeton ist im
Deutschen die Regel, im Lateinischen vergleichsweise selten.
Morphem kleinste bedeutungstragende Einheit, z. B. ‘ Hund, groß, morgen,
durch’
Morphologie (Formenbildung) Teil der Grammatik, Lehre von der Bildung der
Formen, also von Deklination, Konjugation, Komparation usw.

N
Nachsatz übergeordneter Satz, der auf den ihm untergeordneten Satz folgt. Ist
der übergeordnete Satz ein Hauptsatz, so spricht man auch von einem
nachgestellten  Hauptsatz.
Nebensatz  Gliedsatz
Negation, einfache Die allgemeinsten adverbialen Einwort-Negationen nennt
man einfache Negationen: nicht, non, haud, vix.
Negative Sätze - Sätze, die explizit oder implizit verneint sind; dazu zählen
auch Fragen, auf die eine negative Antwort erwartet wird.
Nomen Substantiv, Adjektiv, Pronomina, Partizipialien.
Nominales Subjekt (Objekt usw.) Das Subjekt (Objekt usw.) ist ein Nomen
(und kein Verb, Gliedsatz usw.): Gallia est omnis divisa in partes tres. Sapiens
semper sapit.
Nominalformen des Verbs  Partizipialien
Nominalsatz Unterart des Kurzsatzes, Satz ohne Prädikat, aber mit Subjekt (i.
d. R. aufgrund einer  Ellipse einer Form von esse oder durch  Brachylogie): Ars
longa, vita brevis. Vgl. § 250.
Numeralia bestimmte Zahlwörter
Numerus Oberbegriff für Singular und Plural
74
Numerusindifferenz Verwendung einer einzigen Form eines Wortes, das zu
einer flektierbaren Wortart gehört, für Singular und Plural. So wird der Imperativ age
(vgl. § 122,4) sowohl bei der Aufforderung an eine als auch bei der Aufforderung an
mehrere Personen verwendet.

O
Objekt  Satzglied,  Ergänzung eines Verbs oder Adjektivs im Genetiv, Dativ
oder Akkusativ. Auch die Ablativergänzungen bei Deponentien werden als Objekte
bezeichnet.
Ordinalzahlen (Ordinalia, Ordnungszahlen) ‘ erster, zweiter, dritter’ .
Ortsnamen, appellative geographische  Gattungsnamen wie terra, mare im
Gegensatz zu geographischen Eigennamen wie Antiochia, Roma etc.

P
Parataxe  Koordination
Partikel Sammelbezeichnung für Adverbien, Präpositionen, Interjektionen,
Kon- und Subjunktionen.
Partizipialien (adj. partizipialisch) Partizipialien sind die Nominalformen des
Verbs: Infinitiv, Partizip, Gerundium, Gerundiv, Supin.
Personenname Bezeichnung einer oder mehrerer Personen (Menschen, Götter,
fiktive Personen) mit  Eigennamen (Vorname, Familienname, Beiname usw.) oder 
Gattungsnamen (Römer, Eltern, Danaiden).
Plural
genereller Spezialfall der  Vossianischen Antonomasie. Der generelle Plural
bezeichnet mit einem Eigennamen eine ganze Klasse von Menschen, denen eine
Eigenschaft mit dem Träger des Eigennamens gemeinsam ist: ‘ Heutzutage gibt es
keine Picassos (d. h. herausragende Maler, abstrakte Maler oder avantgardistische
Maler usw.) mehr.’ Si sunt Maecenates, non deerunt Flacci et Marones.
poetischer Von poetischem Plural spricht man, wenn ein Schriftsteller statt des
Singulars den Plural eines Wortes setzt, ohne dass eine Mehrheit bezeichnet wird. In
klassischer Prosa lässt sich der poetische Plural nicht nachweisen.
rhetorischer (genereller, emphatischer) Der rhetorische Plural ist mit dem 
poetischen Plural verwandt; er steht aber im Gegensatz zu diesem, um durch die
Verallgemeinerung eines Einzelfalls den rhetorischen Affekt zu erhöhen: ‘ Du musst
natürlich Lügen verbreiten. Du erzählst da aber Geschichten.’ Vgl. § 8,5.
Plurale tantum Substantiv, das nur oder fast ausschließlich im Plural
vorkommt (divitiae, castra).
Polysyndeton Unterart des  Syndetons, bei einer Aufzählung
Aneinanderreihung jedes  Syntagmas mit einer kopulativen Konjunktion: et iustitia
et temperantia et fortitudo et sapientia.
Prädikat (Satzaussage)
kopulatives die Verbindung eines finiten Verbs mit einem  Prädikatsnomen. ‘
Gaius bonus est. Gaium bonum iudico. Vgl. § 246, § 251,2.
verbales die Besetzung der Prädikatsstelle durch ein finites Verb: ‘ Er spielt. Er
trinkt ein Bier.’ Vgl. § 246; § 251,1.

75
Prädikativum (Adjunkt, Prädikatsadjunkt) Satzgliedteil, der sich auch auf das
Prädikat bezieht.  Attribut, Apposition, Prädikatsnomen.
Prädikatsnomen Satzglied, das eine obligatorische  Ergänzung eines Verbs
darstellt. Zusammen mit einem finiten Verb bildet es ein kopulatives  Prädikat.
Präfix vor ein Wort gesetztes Morphem, Vorsilbe, z. B. per- in percurrere,
con- in conclamare.

Q
Quantitätsadjektiv (Zahladjektiv), Quantitätspronomen Adjektiv oder
Pronomen im Neutrum (meistens des Singulars), das eine Menge oder Zahl
ausdrückt: multum, tantum, quantum, nihil, omnia. Vgl. auch  Adverbien.

R
Rektion  Valenz

S
Sachsubjekt Das Subjekt ist ein  Sachname: Rhenum flumen est. Avaritia
vitium est.
Sachname Im Unterschied zu  Personenname ein Substantiv, das einen nicht-
belebten Gegenstand bezeichnet: Haus, Brot, Auto, Zugspitze.
Satzadverb Ein Satzadverb drückt die Beurteilung eines Sachverhaltes durch
den Sprecher aus; dieser Sachverhalt steht in demselben Satz wie das Satzadverb. Das
Satzadverb entspricht einem parenthetischen, beurteilenden Satz: hoffentlich haben
sie gewonnen; sie haben doch gewonnen – hoffe ich.
Satzart im Gegensatz zum semantisch-pragmatischen Satzmodus die
syntaktische bestimmbare Form eines Satzes: Fragesatz (eingeleitet von einem
Fragewort), Aufforderungssatz (Imperativ) usw.
Satzbauplan (Satzmuster) Auflistung aller Ergänzungen eines Verbs.
Satzglied Subjekt, Prädikat, Prädikatsnomen, Objekt, adverbiale Bestimmung.
Satzgliedteile nominale Bestimmungen eines Substantivs: Attribut,
Apposition, Prädikativum.
Satzmodus  Modus (2)
Satzteil Oberbegriff für  Satzglied,  Satzgliedteil und verbindendes Satzteil
verbindendes Wort, das zur Verbindung von Syntagmen dient, aber nicht den
Status eines  Satzglieds oder  Satzgliedteils annehmen kann: ‘ weil, auf, und’ . Ein v.
S. ist i. d. R. ein  Synkategorema.
Semantische Merkmale (Semantische Komponenten, Seme, Stereotypen)
kleinste Bedeutungseinheiten einer Wortbedeutung, üblicherweise in eckige
Klammern gesetzt. So könnte man ‘ Tiger’ die semantischen Merkmale [Raubkatze,
in Asien lebend, gestreift] zuweisen.
Singular
generalisierender (Singulare pro plurali) Wenn mit einem singularischen
Substantiv eines Gattungsnamens eine Aussage getroffen wird, die auf die ganze
Gattung zutrifft, so dass man den Singular ‘ x’ durch ‘ alle x’ ersetzen könnte, spricht
man von einem generalisierenden Singular: ‘ Ein Kerl muss doch eine Meinung
haben (d. h. jeder, der ein Kerl sein will).’ Homo homini lupus (i. e. omnes homines).
76
kollektiver (kollektivischer) (Singulare pro plurali) (1) Steht der Singular
eines  Kollektivbegriffs für eine Mehrheit von Einzeldingen, so handelt es sich um
einen kollektiven Singular: Haar, Obst, faba (Bohnen). (2) Man verwendet den
Begriff ‘ kollektiver Singular’ auch als Sammelbezeichnung für alle Singularia pro
pluralibus. Als Stilmittel gehört der kollektive Singular zur quantitativen 
Metonymie ( Synekdoche).
repräsentativer (generischer, genereller) Auch: Singulare pro plurali. Steht
der Singular eines  Gattungsnamens stellvertretend für mehrere Vertreter (nicht für
alle  generalisierender Singular) einer Gattung, so spricht man vom repräsentativen
Singular, der sich vor allem in der Militärsprache findet: ‘ Der Römer konnte
schließlich den Griechen überwinden und ihn seiner Kultur berauben.’ Grenzfälle
zum generalisiernden Singular liegen vor bei Sätzen wie ‘ Der Soldat war die Stütze
des römischen Reiches.’
Singulare tantum (Singularia tantum) Singularia tantum sind Wörter, die nur
im Singular vorkommen können; es handelt sich dabei meistens um
Kollektivbegriffe. Der Plural wird von einem anderen Wort entlehnt: ‘ Obst’ (Plural ‘
Früchte’ ), coma, capillus.
Subjekt (Satzgegenstand)
grammatisches derjenige Satzteil im Nominativ, der nicht das Prädikatsnomen ist.
logisches derjenige, der die in einem Satz beschriebene Handlung ausführt, z.
B. ist in dem Satz ‘ Die Rede des Clodius hat den Senat beleidigt’ ‘ Clodius’ das
logische Subjekt. In Passivsätzen ist immer der Handelnde das logische Subjekt: A
Bruto Caesar interfectus est, wo Brutus das logische Subjekt ist.
Subordination (1) (Unterordnung, Hypotaxe) Verbindung eines Gliedsatzes
mit einem übergeordneten Satz. (Gegensatz: Koordination) (2) In weiterem Sinn
nennt man auch die Abhängigkeit einer attributiven Bestimmung von ihrem
Bezugswort bzw. dem regierenden Nomen Subordination (Unterordnung).
Substantivum (Ding-, Gegenstands-, Haupt-, Nennwort, ( ) Nomen) Das
Substantiv stellt eine Untergruppe des  Nomens dar; im Unterschied zum 
Adjektiv verfügt das Substantiv i. d. R. nur über ein einziges Genus (vergl. aber das 
Substantivum commune). Vgl. §§ 1– 18.
commune Substantiv, das für Maskulin und Feminin dieselbe Form besitzt, v.
a. bei Nomina agentis und Tiernamen: Pferd, canis, auctor. Vgl. § 3.
mobile Substantiv, das verschiedene Endungen Maskulin und Feminin
annimmt: Lehrer, Lehrerin, Hund, Hündin. Vgl. § 3.
verbale  Verbalsubstantiv, Verbalabstraktum, Deverbativum
Suffix an ein Wort gehängtes  Morphem, Nachsilbe, z. B. -tor in orator, -io in
opinio, -mentum in ornamentum (vgl. § 1– 2).
Superlativ Höchste Steigerungsstufe: de schnellste, der beste, celerrimus,
optimus.
elativischer Verwendung des lateinischen Superlativs in nicht superlativischer
Bedeutung: optimus ‘ sehr gut’ , celerrimus ‘ sehr schnell’ .
Syllogismus (Schlusssatz) logische Schlussform. Der klassische Syllogismus
besteht aus zwei Prämisse (Ober- und Untersatz) und dem Schluss (Conclusio): ‘ Alle
Menschen sind sterblich. Sokrates ist ein Mensch. Also ist Sokrates sterblich.’
Syndeton Oberbegriff für  Monosyndeton und  Polysyndeton.
77
Syntagma Wort oder Wortgruppe, die die Funktion eines Satzglieds
übernehmen kann.
Synthetische Verbformen Verbformen, die durch ein einziges Wort Tempus,
Genus, Numerus, Modus und Person ausdrücke: amabam, amavi (Gegensatz: 
analytische Verbformen)

T
Transitivum (transitives Verb) Transitive Verben verlangen als Objektskasus
den Akkusativ (schlagen, lieben, hassen). (Gegensatz: Intransitivum)

U
Unterordnung  Subordination

V
Valenz (Rektion, Wertigkeit, Fügungspotenz) das einem Wort (Valenzträger)
innewohnende syntaktische Konstruktionspotential. So fordert die Valenz des Verbs ‘
geben’ ein Dativ- und ein Akkusativobjekt (das Verb ‘ geben’ regiert den Dativ und
den Akkusativ), die Valenz von cavere entweder ein Akkusativ- (cave canem) oder
ein Dativobjekt (cavere amico). Die von der Valenz geforderten Positionen nennt
man  Ergänzungen.
Valenzträger  Valenz
Verb
unpersönliches (Verbum impersonale) Verb, das in einer bestimmten
Bedeutung nur in der dritten Person Singular verwendet wird und nur mit Gliedsätzen
oder neutralen Pronomina als Subjekt verbunden wird; im Deutschen haben
unpersönliche Verben i. d. R. als Subjekt das Scheinsubjekt ‘ es’ : fulget (es blitzt),
licet (es ist erlaubt). Decet virum bonum esse.
finites (gebeugtes) Verb im Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ. Das finite
Verb verfügt im Gegensatz zu den infiniten  Partizipialien immer über die Kategorien
Person, Numerus und Modus.
infinites in einer  Nominalform stehende Verbform
Verbalabstraktum  Nomen actionis
Verbalsubstantiv Untergruppe der  Deverbativa. Von einem Verb
abgeleitetes Substantiv (Meinung, existimatio, Handlung, actio, Mörder, interfector;
so auch HSz) ( ): Oft auch synonym mit Nomen actionis, Verbalabstraktum
verwendet. § 1-2
Verkürzter Gliedsatz Gliedsatz, in dem eine Ellipse des Prädikats vorliegt, häufig beim
Relativsatz: Eadem virtute estis, qua Scipio (sc. est). Vgl. auch  Kurzsatz, Nominalsatz.
Verkürzter Satz  Kurzsatz
Versparung  Brachylogie

W
Wendung (lexikalische Fügung, festes Syntagma) fester Ausdruck aus
mehreren Wörtern, dessen Bedeutung nicht aus der Bedeutung seiner Elemente
erschlossen werden kann, Die Elemente einer W. können nicht oder nur sehr bedingt

78
ersetzt (kommutiert) werden. W.en sind im Gegensatz zu  Ausdrücken
phraseologisch (idiomatisch), d. h. Spezifika der jeweiligen Sprache.
Wortfeld (Bedeutungsfeld, lexikalisches Feld, Sinnbezirk, Semantic field) Der
Begriff ‘ Wortfeld’ bezeichnet eine Gruppe sinnverwandter (synonymer) Wörter.
Wortverneinung (Begriffsnegation, Wortnegation) Ist nicht der ganze Satz,
sondern nur ein einzelnes Wort oder ein Satzteil verneint, so spricht man von
Wortverneinung: ‘ Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da. Ich habe das nicht aus
Habgier getan.’

Z
Zeitstufe Oberbegriff für Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.
[Quelle: Register der grammatikalischen Fachbegriffe
www.menge.net/glossar.html - Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, Der große Duden,
Band 4 ].

KLASSIFIZIERENDE KONFIXE IN TERMINI DER DEUTSCHEN ODER


LATEINISCHEN GRAMMATIK

(Sie werden im Deutschen u. a. benutzt für Nebensätze, Pronomen und adverbiale Bestimmungen).

Adversativ- (Gegenüberstellung): -satz, -bestimmung


Demonstrativ- (hinweisendend): -pronomen
Determinativ- (bestimmend): -pronomen
Final- (Absicht, Zweck): -satz, -bestimmung
Indefinit- (unbestimmt): -pronomen
Instrumental- (Mittel): -satz, -bestimmung,
Interrogativ- (Frage): -satz, -pronomen
Lokal- (Ort): -satz, -bestimmung
Modal- (Art und Weise): -satz, -bestimmung
Kausal- (Grund): -satz, -bestimmung
Komparativ- (Vergleich): -satz, -bestimmung
Konditional- (Bedingung): -satz, -bestimmung
Konsekutiv- (Folge): -satz, -bestimmung
Konzessiv- (Einräumung): -satz, -bestimmung
Personal- (persönlich): -pronomen
Possessiv- (besitzanzeigend): -pronomen
Reflexiv- (Rückbezug, rückbezüglich): -satz, -pronomen, -bestimmung,
Relativ- (Bezug, bezüglich): -satz, -pronomen -bestimmung
Reziprok- (wechselseitig): -pronomen
Temporal- (Zeit): -satz, -bestimmung
[Quelle: Liste der grammatischen Klassifizierer – Wikipediade.m.wikipedia.org/.../Liste_der_grammatis...]

79
TEIL 6.

Справочник.
(Грамматика немецкого языка
в таблицах, схемах и картинках)

1. DAS SUBSTANTIV (ИМЯ СУЩЕСТВИТЕЛЬНОЕ)

Каждое немецкое существительное имеет при себе артикль, указыва-


ющий на его грамматический род, поэтому существительные всегда нужно
учить с артиклями. Род большого количества имен в русском и немецком
языках не совпадает, хотя нам это и может показаться нелогичным: die Zeit
(женский) – время (средний); die Pistole (женский) – пистолет (мужской), das
Däumelinchen (средний) – Дюймовочка (женский), das Mädel (средний) —
девушка, девочка (женский), das Weibchen (средний) – самка (женский) и т.д.
Однако то, что кажется нелогичным на первый взгляд, вполне поддается
объяснению, если рассмотреть, к примеру, характерные окончания разных имен
существительных, которые всегда или, по меньшей мере, практически всегда
указывают в немецком на принадлежность к определенному роду и на то, с
каким артиклем оно употребляется.

DIE — das Femininum (женский)


-heit die Menschheit — die Entschlossenheit –
человечество решительность
-keit die Sauberkeit — чистота die Öffentlichkeit -
общественность
-schaft die Genossenschaft — die Bereitschaft – готовность
товарищество
-(i)tät die Solidarität — die Universität — университет
солидарность
-(t)ion die Integration — интеграция die Rekonstruktion —
реконструкция
-ung die Besatzung – команда, die Übung — упражнение
состав
-ei die Sauerei – свинство die Mongolei — Монголия
-in die Hausbesitzerin – хозяйка die Leserin – читательница
дома
80
-ik die Pazifik – Тихий океан, die Grafik — графика
тихоокеанский регион
-ur die Abitur – аттестат об die Аgentur – агентство
окончании средней школы
-age die Bandage — бандаж die Courage – смелость, кураж
-enz/-anz die Toleranz – терпимость, die Kongruenz —
толерантность конгруэнтность
-ie die Technokratie – die Drogerie – парфюмерно-
технократия галантерейный магазин
-thek die Phonothek — фонотека die Bibliothek — библиотека

DER — das Maskulinum (мужской)


-or der Projektor — проектор der Kurator – куратор
-ig der Honig – мёд der König — король
-ling der Sprössling — черенок der Schmetterling — бабочка
-(i)smus der Pessimismus — пессимизм der Patriotismus — патриотизм
-ist der Romanist – филолог- der Traktorist — тракторист
романист
-log(e) der Psychologe – психолог der Astrologe — астролог
-et(t) der Leichtathlet — der Kadett – кадет, юнкер,
легкоатлет курсант
-är der Veterinär — ветеринар der Reaktionär — реакционер
-eur der Monteur — монтер der Ingenieur — инженер

DAS — das Neutrum (средний)


-chen das Eichhörnchen — белка das Abzeichen — значок
-tum das Privateigentum – частная das Wachstum — прирост
собственность
-tel das Sechstel – одна шестая das Zehntel – одна
(часть) десятая(часть)
-um das Dendrarium — дендрарий das Planetarium — планетарий
-lein das Fräulein — девушка das Bächlein — ручеек
-ma das Panorama — панорама das Panama — панама
-ment das Divertissement – das Engagement –
дивертисмент, увеселение обязательство личного или
социального характера
-о das Konto – (банковский) das Libretto — либретто
счет

Кроме окончаний существительных на артикль, и соответственно, род,


указывают некоторые значения имен, а именно:

Артикль Значения Примеры


существительных
DER животные и лица мужского лев – der Löwe, коммерсант –
пола der Kaufmann
DER обозначения осадков снег – der Schnee, иней – der Reif
DER наименования минералов слюда – der Glimmer, опал – der
Opal
DER марки автомобилей «Додж» — der Dodge,

81
«Тойота» — der Toyota
DER названия гор и озер Арарат – der Ararat, Эльбрус –
der Elbrus, Байкал – der Baikal
DER календарные даты среда – der Mittwoch, лето – der
Sommer
DER алкогольные напитки красное вино – der Rotwein,
«Блэк Лейбл» — der Black Label
DER многие национальные доллар – der Dollar, франк – der
валюты Frank
DIE животные и лица женского двоюродная сестра – die
пола Cousine, невеста – die Braut,
крыса – die Ratte
DIE имена, образованные от шестерка – die Sechs, миллион
числительных, и другие числа — die Million
DIE названия водных и «Боинг» — die Boeing, «Ермак»
воздушных судов — die Ermak
DIE большинство фруктов и груша – die Birne, морковь – die
овощей Mohrrübe
DIE большинство цветов и береза – die Birke, лилия – die
деревьев Lilie
DIE большинство рек Германии и Шпрее — die Spree, Дунай – die
Европы Donau
DAS молодняк животных тигренок – das Tigerjunge
DAS металлы, сплавы, химические латунь – das Messing, индий –
элементы das Indium
DAS большинство стран и Сочи – (das) Sotschi, Берлин –
городов (das) Berlin, Болгария – das
Bulgarien, Испания – das
Spanien
DAS большинство островов и Сардиния – das Sardinien,
полуостровов Майорка — das Mallorka
DAS национальные языки английский – das Englisch,
испанский – das Spanisch
DAS кафе, рестораны, отели (отель) «Европа» — das
«Europa», (отель) «Холидей
Инн» — das «Holiday Inn»
DAS названия букв das A, das O, das Omega
DAS физические величины грамм – das Gramm, вольт – das
Volt
DAS дробные числительные треть – das Drittel
DAS cубстантивированные учеба – das Lernen, туризм –
глаголы и прилагательные das Wandern

Предлоги с Dativ и Akkusativ


Некоторые предлоги требуют после себя Dativ, некоторые - Akkusativ, а есть и
особая категория, после которых может следовать как Dativ, так и Akkusativ (в
зависимости от контекста).

82
Единственное и множественное число в немецком языке

2. Das Verb (Глагол)


Таблица немецких глаголов
ПРИМЕЧАНИЕ! Когда речь идёт о 200 глаголах, имеются в виду корневые
основы. Например, глагол gehen является неправильным, его вы и найдёте в
нашей таблице. Однако неправильными являются также все производные от
него: begehen, angehen, eingehen, umgehen, untergehen, zurückgehen и т.д.

83
Поэтому, если вы используете такие глаголы, не забывайте, что они тоже
неправильные.

Infinitiv Präsens Präteritum Partizip II Перевод


backen bäckt и backte (buk) hat gebacken печь
backt
befehlen befiehlt befahl hat befohlen приказывать
beginnen beginnt begann hat begonnen начинать
beißen beißt biß hat gebissen кусать
bergen birgt barg hat geborgen спасать
bersten birst barst ist geborsten лопнуть
biegen biegt bog hat gebogen гнуть
bieten bietet bot hat geboten предлагать
binden bindet band hat gebunden связывать
bitten bittet bat hat gebeten просить
blasen bläst blies hat geblasen дуть
bleiben bleibt blieb ist geblieben оставаться
braten brät briet hat gebraten жарить
brechen bricht brach hat/ist gebrochen ломать
brennen brennt brannte hat gebrannt гореть
bringen bringt brachte hat gebracht приносить
denken denkt dachte hat gedacht думать
dreschen drischt drosch hat gedroschen молотить
dringen dringt drang hat/ist gedrungen проникать
dürfen darf durfte hat gedurft мочь (иметь разрешение)
empfangen empfängt empfing hat empfangen принимать
empfehlen empfiehlt empfahl hat empfohlen рекомендовать
erlöschen erlischt erlosch ist erloschen потухать, прекращаться
erschrecken erschrickt erschrak ist erschrocken пугаться
essen isst aß hat gegessen есть, кушать
fahren fährt fuhr hat/ist gefahren ехать, ездить
fallen fällt fiel ist gefallen падать
fangen fängt fing hat gefangen ловить
fechten ficht focht hat gefochten фехтовать
finden findet fand hat gefunden находить
flechten flicht flocht hat geflochten плести
fliegen fliegt flog hat/ist geflogen летать

84
fliehen flieht floh ist geflohen убегать, удирать
fließen fließt floss ist geflossen течь, литься
fressen frisst fraß hat gefressen жрать, лопать
frieren friert fror hat gefroren замерзать
gären gärt gor ist gegoren бродить
gebären gebärt = gebar hat/ist geboren родить
gebiert
geben gibt gab hat gegeben давать
gedeihen gedeiht gedieh ist gediehen расти, преуспевать
gehen geht ging ist gegangen идти, ходить
gelingen gelingt gelang ist gelungen удаваться
gelten gilt galt hat gegolten стоить, цениться
genesen genest genas ist genesen выздоравливать
genießen genießt genoss hat genossen наслаждаться
geschehen geschieht geschah ist geschehen происходить
gewinnen gewinnt gewann hat gewonnen выигрывать
gießen gießt goss hat gegossen лить, наливать
gleichen gleicht glich hat geglichen выравнивать
gleiten gleitet glitt ist geglitten скользить
glimmen glimmt glimmte = hat geglimmt тлеть
glomm /geglommen
graben gräbt grub hat gegraben копать
greifen greift griff hat gegriffen браться (за что-л.)
haben hat hatte hat gehabt иметь
halten hält hielt hat gehalten держать
hängen hängt hing hat gehangen висеть
hauen haut haute = hieb hat/ist gehauen рубить
heben hebt hob hat gehoben поднимать
heißen heißt hieß hat geheißen называться
helfen hilft half hat geholfen помогать
kennen kennt kannte hat gekannt знать
klingen klingt klang hat geklungen звенеть
kneifen kneift kniff hat gekniffen щипать
kommen kommt kam ist gekommen приходить
können kann konnte hat gekonnt мочь
kriechen kriecht kroch ist gekrochen ползать
laden lädt lud hat geladen грузить, приглашать

85
lassen läst ließ hat gelassen позволять, велеть
laufen läuft lief ist gelaufen бегать
leiden leidet litt hat gelitten страдать, терпеть
leihen leiht lieh hat geliehen одалживать
lesen liest las hat gelesen читать
liegen liegt lag hat gelegen лежать
löschen löscht losch hat geloschen тушить, стирать
lügen lügt log hat gelogen лгать
mahlen mahlt mahlte hat gemahlen молоть
meiden meidet mied hat gemieden избегать
melken melkt melkte hat gemolken/gemelkt доить
messen misst maß hat gemessen измерять
mißlingen mißlingt mißlang ist mißlungen не удаваться
mögen mag mochte hat gemocht любить, хотеть
müssen muss musste hat gemusst долженствовать
nehmen nimmt nahm hat genommen брать
nennen nennt nannte hat genannt называть
pfeifen pfeift pfiff hat gepfiffen свистеть
preisen preist pries hat gepriesen хвалить
quellen quillt quoll ist gequollen бить ключом
raten rät riet hat geraten советовать
reiben reibt rieb hat gerieben тереть
reißen reißt riss hat/ist gerissen рвать
reiten reitet ritt hat/ist geritten ездить верхом
rennen rennt rannte ist gerannt бежать
riechen riecht roch hat gerochen нюхать
ringen ringt rang hat gerungen бороться, добиваться
rinnen rinnt rann ist geronnen течь
rufen ruft rief hat gerufen кричать, звать
salzen salzt salzte hat gesalzen/gesalzt солить
saufen säuft soff hat gesoffen пить, пьянствовать
saugen saugt sog = saugte hat gesogen/gesaugt сосать
schaffen schafft schuf hat geschaffen создавать, творить
scheiden scheidet schied hat/ist geschieden разделять
scheinen scheint schien hat geschienen светить, сиять
schelten schilt schalt hat gescholten бранить

86
scheren schiert schor hat geschoren стричь
schieben schiebt schob hat geschoben двигать, толкать
schießen schießt schoss hat geschossen стрелять
schlafen schläft schlief hat geschlafen спать
schlagen schlägt schlug hat geschlagen бить
schleichen schleicht schlich ist geschlichen красться
schleifen schleift schliff hat geschliffen точить
schließen schließt schloss hat geschlossen закрывать
schlingen schlingt schlang hat geschlungen обвивать
schmeißen schmeißt schmiss hat geschmissen кидать, бросать
schmelzen schmilzt schmolz hat/ist geschmolzen таять
schneiden schneidet schnitt hat geschnitten резать
schreiben schreibt schrieb hat geschrieben писать
schreien schreit schrie hat geschrien кричать
schreiten schreitet schritt ist geschritten шагать
schweigen schweigt schwieg hat geschwiegen молчать
schwellen schwillt schwoll ist geschwollen пухнуть
schwimmen schwimmt schwamm ist geschwommen плавать
schwinden schwindet schwand ist geschwunden убывать, исчезать
schwingen schwingt schwang hat geschwungen махать, размахивать
schwören schwört schwor/schwur hat geschworen клясться
sehen sieht sah hat gesehen смотреть
sein ist war ist gewesen быть
senden sendet sandte hat gesandt посылать, отправлять
singen singt sang hat gesungen петь
sinken sinkt sank ist gesunken опускаться, погружаться
sinnen sinnt sann hat gesonnen думать, размышлять
sitzen sitzt saß hat gesessen сидеть
sollen soll sollte hat gesollt долженствовать
speien speit spie hat gespien выплёвывать
spinnen spinnt spann hat gesponnen прясть
sprechen spricht sprach hat gesprochen говорить
sprießen sprießt spross ist gesprossen всходить
springen springt sprang ist gesprungen прыгать, скакать
stechen sticht stach ist gestochen колоть
stehen steht stand hat gestanden стоять, находиться

87
stehlen stiehlt stahl hat gestohlen воровать
steigen steigt stieg ist gestiegen подниматься
sterben stirbt starb ist gestorben умирать
stinken stinkt stank hat gestunken вонять
stoßen stößt stieß hat/ist gestoßen толкать
streichen streicht strich hat gestrichen гладить
streiten streitet stritt hat gestritten спорить
tragen trägt trug hat getragen носить
treffen trifft traf hat getroffen встречать
treiben treibt trieb hat/ist getrieben гнать
treten tritt trat hat/ist getreten ступать
trinken trinkt trank hat getrunken пить
trügen trügt trog hat getrogen обманывать
tun tut tat hat getan делать
verderben verdirbt verdarb hat/ist verdorben портить
verdrießen verdrießt verdross hat verdrossen сердить, досаждать
vergessen vergisst vergaß hat vergessen забывать
verlieren verliert verlor hat verloren терять
verzeihen verzeiht verzieh hat verziehen прощать
wachsen wächst wuchs ist gewachsen расти
wägen wägt wog hat gewogen взвешивать
waschen wäscht wusch hat gewaschen мыть
weichen weicht wich ist gewichen смягчать, отступать
weisen weist wies hat gewiesen указывать
wenden wendet wandte = hat gewandt поворачивать
wendete /gewendet
werben wirbt warb hat geworben рекламировать
werden wird wurde ist geworden становиться
werfen wirft warf hat geworfen кидать
wiegen wiegt wog hat gewogen качать, весить
winden windet wand hat gewunden мотать
wissen weiß wusste hat gewusst знать
wollen will wollte hat gewollt хотеть
ziehen zieht zog hat/ist gezogen тащить
zwingen zwingt zwang hat gezwungen принуждать

88
89
Инфинитивные обороты
1. Um + zu соотвествует союзу "чтобы".
2. Statt+zu соотвествует "вместо того, чтобы".
3. Ohne +zu = "без того, чтобы".

Инфинитив с ZU
В немецком языке 95% глаголов требуют после себя zu, употребля-
ющееся с инфинитивом (как в английском to).
Например, предложение Sie hat die Fähigkeit schnell zu reagieren - У неё
способность быстро реагировать.
Но после некоторых глаголов zu не употребляется: модальные глаголы,
глаголы gehen, kommen, bleiben, lernen, lehren, helfen, sehen, hören, fühlen.
Но эти глаголы должны стоять на первом месте, тогда zu не употребляется.
Например, в предложении: Ich muss Deutsch lernen.

90
Cтепени сравнения прилагательных и наречий

91
Grammatik mit Bildern

92
WORT-STÄMME UND SILBEN-BLÄTTER

Beachtet die Groß- und Kleinschreibung!

Für Spezialisten:
1. Sind oben in der Zeichnung Silben
vergessen worden? Wenn ja, schreibt sie hier
auf:

2. Zerlegt das Wort

"Unabhängigkeitserklärung"

3. Finde und zerlege mehr solcher Wörter!

93
DER SATZGLIEDER-ZUG
SCHRITT 1: Kraftpakete
Wir können den Satz mit einem Zug vergleichen, so wie er früher aussah: Er bestand
aus mindestens zwei Teilen: Der LOKOMOTIVE, die den Zug zieht, und dem
KOHLEWAGEN mit dem Heizer und der Kohle. Etwa so:
0 DIE KRAFTMASCHINE
0
0
_o_ ====== __________
\ / || || ___/ |
+--| |--||__|| / |
| SUBJEKT | | PRAEDIKAT |
/+--00-0-0-00-+##+--00------00--+

Dabei ist es egal, wieviele Lokführer auf der Lokomotive stehen und wie sie heißen,
Hauptsache, da ist WER. Auf dem Kohlewagen ist der Heizer und der muss was
SCHAFFEN, denn sonst läuft der Zug nicht.
SCHRITT 2: Anhänger
Eine Lokomotive und ein Kohlewagen sind zwar schon eine Art Zug, aber das Ganze
macht noch keinen rechten Sinn, denn die Deutsche Bundesbahn läßt ja auch nicht
bloß Züge ohne Wägen fahren, das lohnt sich eigentlich gar nicht. Es müssen also
WÄGEN dran und davon gibt es sehr unterschiedliche, je nach Zweck, z.B.
Güterwaggons, Schlafwaggons, Speisewaggons etc. So ist es auch mit Sätzen. Sie
brauchen ERGÄNZUNGEN, und davon gibt es auch verschiedene.
0 Kraftmaschine und ANHÄNGER
0
_o_ ====== ________ mmmmmmmmmmmmmmmm mmmmmmmmmmmmmmmm
\ / || || ___/ | | | || || | | | | || || | |
+--| |--||__|| / | | |__||__||__| | | |__||__||__| |
| SUBJEKT | | PRAEDIKAT | | Dativ-OBJEKT | |Akkusativ-OBJ.|
/+--00-0-0-00-+##+--00------00--+##+-00--------00-+##+-00--------00-+#

Paula gewann das Tennisturnier.


Peter und Paul erzaehlen dem Lehrer eine irre Geschichte.
Wir schenken unserem Lehrer einen rosa Lutscher.
Der Zahnarzt (*)setzt seinem Patienten einen Zahn (*)ein.

Wie man sieht, hängen die Satzergänzungen (OBJEKTE) vom Prädikat ab. Wie viele
Wägen die Lokomotive ziehen kann, hängt davon ab, wieviel der Heizer auf dem
Kohletender schafft. Bei manchen Verben muss der Heizer für zwei schaffen:
WER? WEM? WAS?
Vater | schenkt | seinem Sohn | einen Kugelschreiber
... ... ... ...

SCHRITT 3: Noch mehr Anhänger!


Manchmal gibt es doch tatsächlich noch mehr Wägen zu ziehen als zwei.

94
DER SATZGLIEDERZUG: Noch mehr Anhänger

________ mmmmmmmmmmmmmmmm mmmmmmmmmmmmmmmm mmmmmmmmmmmmmmmm mmmmmm


___/ | | |""||""||""| | | |""||""||""| | | |""||""||""| | | |""|
/ | | |__||__||__| | | |__||__||__| | | |__||__||__| | | |__|
| PRAEDIKAT | | D/A-OBJEKT | |GENITIV-Objekt| |PRAEPOSITIONAL| |
+--00------00-+##+-00--------00-+##+-00--------00-+##+-00--------00-+##+-00--

Wir erfreuen uns --- bester Gesundheit.


Wir warten --- --- auf den Nikolaus.
Ich danke --- --- fuer die Aufmerksamkeit.

ÜBUNG: Wieviel Anhänger schafft der Heizer? Ergänze da, wo es unbedingt nötig
ist und benenne deine Ergänzungen.
Peter ___?___
Peter lacht _____?______
Peter singt _____?______
Peter füttert ____?______
Peter gibt ____?______ _____?_____
Peter dankt _____?_____ _____?_____
Peter bedankt ____?_____ _____?_____ _____?_____

SCHRITT 4: Basteln
Jetzt wird es Zeit für die Klassenzimmer-Verschönerung. Die Kinder malen in
Gruppen auf große Plakate (DIN A2) Lokomotive, Tender (mit Heizer) und mehrere
Waggons, auf denen jeweils deutlich lesbar die Namen der Satzglieder (Subjekt,
Prädikat, Dativ-, Akkusativ-, Genitiv- und Präpositional-Objekt). Natürlich sollen aus
den Fenster Fahrgäste herausschauen, am besten direkt in die Klasse hinein, denn der
Platz für den Satzglieder-Zug ist vorn im Klassenzimmer, nicht hinten.

WECHSELHAFTE ZEITEN: TEMPORA IM WETTERBERICHT

95
Oben seht ihr verschiedene Symbole für gutes oder schlechtes Wetter. Wählt mindestens
drei davon aus, setzt sie in die Landschaft unten ein und verfasst einen Wetterbericht, in
dem möglichst viele verschiedene Tempora vorkommen. Geht dabei nach folgendem Bau-
Plan vor:
5. Aufmacher: Begrüßung und ein paar tröstende oder aufmunternde oder Interesse-
weckende Worte
6. Rückblick: Gestern und in den letzten Tagen
7. Aktuelle Lage: Heute und im Laufe des Tages
8. Vorhersage: Morgen und in den nächsten Tagen
9. Verabschiedung und ein (nicht so ganz ernster) Verhaltens-Tipp.
Erstellt eine Folie für den Tageslichtprojektor und tragt Euren Wetterbericht mit munteren
Worten vor.

DIE GUTE VORHER-NACHHER-GESCHICHTE

Entscheidet euch und schreibt einen der drei Anfänge weiter:

Werbespot: Hier sehen sie Frieder Struppig, er hatte immer Sorgen ...
Märchen: Es war einmal ein kleiner Junge, der war immer unglücklich, ...
Aus den Lebenserinnerungen des Filmschauspielers Frieder Struppig: Mein
schönstes Kindheitserlebnis.

Arbeitsvorschläge:

96
Verwendet möglichst viele Tempora (Präteritum, Plusquamperfekt, Perfekt, Präsens und
Futur), denn schließlich geht es um entscheidende Veränderungen im Lebenslauf eines
jungen Menschen.
Wörtliche Rede und innere Rede können euren Text dramatischer und anschaulicher
machen.
Bereitet euch auf einen Vortrag (nicht bloß Vorlesen!) vor; das kann auch mit mehreren
Vortragenden geschehen.
Lasst euch von den Zuhörern Verbesserungsvorschläge machen, die ihr dann in eine
schriftliche Endfassung einarbeitet.

97
SATZBAUTEN
SATZREIHE UND SATZGEFÜGE

Und das ist eine ganze Geschichte!

HAUPT- UND NEBENSÄTZE


DAS H+H-DREIECK UND ...

98
... DER H+N-STERN

DIESES HAUS DER SPRACHE

hat drei Stockwerke: "Wörter, Sätze und Texte", steht im Garten der "Laute und
Buchstaben" und wartet darauf, dass die Fenster und Türen ausgefüllt werden.

Schwarz-Weiß-Vorlage zum Anmalen und Ausfüllen

99
WUNSCHBILDER: KONJUNKTIV

Versieh jede Donald-Stimmung mit einer Sprechblase und schreibe einen


könnte/hätte/würde/wäre-Satz hinein.

100
DER WENN-DANN-DREISPRUNG

101
Trage die Verbformen, die Du verwendet hast, in eine Tabelle ein und versuche eine Regel zu bilden:

1. scheint gehe begegne lege rein gewinnt feiere

2. schiene ginge begegnete

geschienen wäre
3.
hätte gegangen

ES WERDE LICHT! EINE KETTENREAKTION

Beschreibt sie reihum in Wenn-Dann-Sätzen; jeder knüpft am Dann-Satz


seines Vorgängers an, macht daraus einen Wenn-Satz und fährt fort.
Jetzt bitte mit Variationen: "Wenn ... zöge, dann spränge ..." (und mit
möglichst wenig "würde").
Denkt euch eine Geschichte dazu aus.

102
ЗАКЛЮЧЕНИЕ

В пособии в обобщенной и удобной для восприятия форме изложены


основные вопросы теоретической грамматики в соответствии с образователь-
ным стандартом и учебной программой.
Предлагаемое пособие представляет собой основу для усвоения курса
теоретической грамматики, так как содержит детальное описание фактов
системы немецкого языка с когнитивных позиций.
Изучение проблем теоретической грамматики немецкого языка создает
предпосылки для углубленного понимания специфики и закономерностей его
функционирования.

Literaturverzeichnis

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107
Inhaltsverzeichnis

1. ВВЕДЕНИЕ 3
2. TEIL 1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER 4
DEUTSCHEN GRAMMATIK
3. Die Grammatik und der grammatische Bau 4
4. Die Entwicklung der deutschen wissenschaftlichen 8
Grammatik
5. Die Hautprobleme der theoretischen Grammatik 12
6. Die grammatischen Ebenen und Einheiten 18
7. Die grammatische Synonymie 21
8. Die Wortarten 23
9. Das deutsche Verbsystem 25
10. Allgemeine Charakteristik der grammatischen Kategorien 28
des Verbs
11. Die Zeitformen des Verbs 31
12. Das Genus 35
13. Das Substantiv 40
14. Die Syntax als Lehre vom Satz 45
15. Die Satzarten 48
16. Kommunikative (aktuelle) Gliederung des Satzes 52
17. Der Text. Texttheorie 55
18. TEIL 2. FACHSEMINARE 57
19. TEIL 3. ÜBUNGSTEIL 59
20 TEIL 4.TEST 67
21. TEIL 5. VERZEICHNIS DER GRAMMATIKALISCHEN 75
FACHBEGRIFFE
22. TEIL 6. GRAMMATIK MIT BILDERN 88
23. ЗАКЛЮЧЕНИЕ 103
24. Literaturverzeichnis 103

108
Учебное издание

Фомина Зинаида Евгеньевна


Чечетка Валентина Ивановна

Theoretische Grammatik
der deutschen Sprache

ТЕОРЕТИЧЕСКАЯ ГРАММАТИКА
НЕМЕЦКОГО ЯЗЫКА

Учебное пособие

Отпечатано в авторской редакции

Обложка: Палачева А.Г.

Подписано в печать 20.01. 2015. Формат 80 х 84 1/8. Усл.-печ. л. 13,8. Уч.-изд. л. 13,9.
Бумага писчая. Тираж 60 экз. Заказ № ________
__________________________________________________________________________________
Отпечатано: отдел оперативной полиграфии издательства учебной литературы и учебно-
методических пособий Воронежского ГАСУ

109