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DEUTSCH

WLADIMIR POPOW

ÜBUNG MACHT DEN MEISTER

(LEHRWERK IN DEUTSCHER PHONETIK)

TULA • 2006
В.С. ПОПОВ

________________________________________________________

ДЕЛО МАСТЕРА БОИТСЯ


Часть 1

УЧЕБНОЕ ПОСОБИЕ ПО ПРАКТИЧЕСКОЙ ФОНЕТИКЕ


НЕМЕЦКОГО ЯЗЫКА

Рекомендовано Учебно-методическим объединением по образованию в области


лингвистики Министерства образования Российской Федерации в качестве учебного пособия для
студентов, обучающихся по специальностям направления 620100-Лингвистика и межкультурная
коммуникация

ТУЛА • 2006
УДК 803.0

Рецензент:
Кафедра немецкого языка Тульского
государственного педагогического университета
имени Л.Н.Толстого

В.С.Попов
Дело мастера боится: Учебное пособие по практической
фонетике немецкого языка. Тула: 2006 - 179 с.

„Дело мастера боится“ предназначено для студентов, обучающихся по


специальностям направления „Лингвистика и межкультурная
коммуникация“, в качестве учебного пособия. Книга может быть
использована также учащимися школ с углубленным изучением немецкого
языка как иностранного.
Пособие написано в соответствии с существующей Программой по
практическому курсу фонетики немецкого языка для Высшей школы.
Пособие состоит из двух основных разделов – его теоретической и
практической части. В первой части пособия даны необходимые
теоретические сведения, во второй – практические упражнения по
важнейшим разделам фонетики немецкого языка. Приложение к пособию
содержит поэзию и прозу как классиков, так и современных писателей, а
также тренировочные упражнения к приводимым произведениям.
INHALTSVERZEICHNIS
SS.
Vorwort …………………………………………………………………………....
I. Theoretischer Teil ……………………………………………………………..
Unser Sprechapparat ……….. …………………………………………
Phonetische Basis ……………………………………………….…….
Artikulationsgymnastik ………………………………………………..
Transkription und Transkriptionsszeichen ……...………………….…
Der deutsche Vokalismus ………………..…………………………….
Regeln der Vokaldauer ………………………….……………..………
Der deutsche Konsonantismus ……………….……………...…………
Laute im Sprechkontinuum ….…………………………………………
Wortbetonung …………………………………………………………..
Intonation ..……………………………………………………………..
II. Praktischer Teil ……………………………………………………………….
Vokale: ………………………………….…………………………….
/a:/, /a/ ……………………….………………………………………..
/i:/, /i/ ………………………………………………………………….
/u:/, /u/ ……………………………..………………………………….

/e:/, /ɛ/, /ɛ:/, /∂/ ………………………………………………………..

/o:/, /ɔ/ ……………………………..………………………………….


/y:/, /y/ …………………………………………………………………
/ø:/, /œ/…………………….…………………………………………..
/ ǐ /, /ŭ/ .....…………………………………………………………….

/ɔø/, /ae/, /ao/ ….……………………………………………………..


Konsonanten :.………………………………………………………..
/b/, /d/, /g/, /p/, /t/, /k/ …………………………………………………
/v/, /f/ ..………………………………………………………………..
/z/, /s/ .……………………………………………………………….
/ʓ /, /∫/ …………………………………………………………………
/ç/, /j/, /x/ ………………………………………………………………
/l/, /m/, /n/ …………………………………………………………….
/η/ ……………………………………………………………………..
/h/ ……………………………………………………………………...

/r/, /ɐ/ .......……………………………………………………………..

/pf/, /ts/, /tʃ/ ..…………………………………………………………..


Laute im Sprechkontinuum ………………………………………….
Vokale ………………………………………………………………...
Konsonanten …………………………………………………………..
Wortbetonung ………………………………………………….……..
Betonung in den einfachen und abgeleiteten Wörtern ………………
Betonung in den zusammengesetzten Wörtern …………………..…..
Intonation …………………………………………………………….
Terminale Intonation …………………………………………….…..
Progrediente Intonation ……………………………………………….
Interrogative Intonation .……………………………………………....
Anhang ………………………………………………………………..…….
Der Star und die Flasche ……………………………………………………
Heinrich Heine. Ein Fichtenbaum ………………………………………….
Gotthold Ephraim Lessing. Der Löwe und der Tiger ………………………..
Johann Wolfgang von Goethe. Meeresstille …………………………………
Bertolt Brecht. General ……………………………………………………..
Johann Wolfgang von Goethe. Gefunden………………..………………….
Reinhard Lettau. Besuch……………………………………………………..
Eduard Mörike. Er ist's………………………………………………………
Vaterunser……………………………………………………………………
Johann Wolfgang von Goethe. Heidenröslein……….………………………
Bertolt Brecht. Der Zweckdiener…………………………………………..
Heinrich Heine. Lorelei………………………………………………………..
Bertolt Brecht. Fragen eines lesenden Arbeiters…..…………….……………
Anastasius Grün. Zwei Wanderer……………………………….……………
Martin Luther. Geiz. Vom Hunde im Wasser………………………………..
Johann Wolfgang von Goethe. Mailied………………………………………
Bertolt Brecht. Form und Stoff…………………………………..…………...
Johann Wolfgang von Goethe. Mignon……………………………………….
Johannes Peter Hebel. Seltsamer Spazierritt…………………….……………
Joseph Eichendorf. Das zerbrochene Ringlein………………….…………….
Heinrich Heine. Besuch auf dem Brocken…………………………………….
Günter Grass. Kinderlied……………………………………………………..
Theodor Storm. Die Nachtigall……………………………………………….
Brüder Grimm. Die kluge Maus………………………………………………
Heinrich Heine. Leise zieht durch mein Gemüt…..…………………………..
Das Ei des Kolumbus…………………………………………………………..
Heinrich Heine. Wenn ich an deinem Hause……………..……………………
Hans Christian Andersen. Das hässliche junge Entlein………………………..
Friedrich Schiller. Der Handschuh…………………………………………….
Bertolt Brecht. Der hilflose Knabe……………………………………………..
Heinrich Heine. Deutschland, ein Wintermärchen……………………………
Albrecht Dürer…………………………………………………………………
Johann Wolfgang von Goethe. Willkommen und Abschied………………….
Wilhelm Busch. Fuchs und Igel………………………………………………
Heinrich Heine. Aus der Harzreise……………………………………………
Bertolt Brecht. Freundschaftsdienste…………………………………………
Heinrich Heine. Die schlesischen Weber…………………………………….
Gotthold Ephraim Lessing. Der Wolf und das Schaf………..………………..
Johann Wolfgang von Goethe. Erlkönig………………………………………
Franz Kafka. Prometheus………………………………………………………
Heinrich Heine. Es stehen unbeweglich ……………………………………..
Brüder Grimm. Frosch und Ochse……………………………………………
Das hohe Lied der Liebe. 1. Korinther 13………………….………………….
Heinrich Heine. Die Harzreise…………………………………………………
Johannes Robert Becher. Gesang vom Lernen………………………………..
„Solange sie mich nicht ansprach, sprach sie mich an. Als sie mich aber dann
ansprach, sprach sie mich nicht mehr an“.
G.E. Lessing

VORWORT

Das vorliegende Lehrwerk ist in erster Linie für die Germanistikstudenten gedacht, die
die deutsche Sprache als Hauptfach erlernen. Es kann auch an den Schulen mit erweitertem
Deutschunterricht benutzt werden.
Der Autor setzt sich zum Ziel, mit diesem Lehrwerk den Studierenden bei dem Erlernen
der deutschen Standardaussprache Hilfe zu leisten und eine Grundlage für eine weitere
Vervollkommnung ihrer Aussprachefertigkeiten zu schaffen.
Das Lehrwerk enthält theoretische Ausführungen und praktische Übungen zu allen
wichtigen Aspekten der Phonetik: Artikulation der deutschen Laute, Vokale und Konsonanten
im allgemeinen und im einzelnen, Laute im Sprechkontinuum, Wort- und Satzbetonung,
Intonation. Die Übungen erfassen einzelne Wörter, Wortverbindungen, Sätze, Sprichwörter,
Zungenbrecher, Kurzdialoge, Gedichte und zusammenhängende Prosatexte.
Ausgehend von dem bekannten Satz des Akademiemitglieds L.W. Sčerba, dass das
Erlernen der Fremdsprache ein steter Kampf gegen den Einfluss der Muttersprache sei, werden
im Lehrwerk praktisch vor jeder Übung Vergleiche dieser oder jener phonetischen Erscheinung
in den beiden Sprachen angestellt. Die Deutschlerner werden dabei auf die wichtigsten
phonetischen Unterschiede in der Fremd- und Muttersprache aufmerksam gemacht.
Bei der Auswahl der Übungstexte wurden nicht nur rein sprachliche und ästhetische,
sondern auch landeskundliche und kulturelle Aspekte berücksichtigt, denn sie sollen zugleich
einer Erweiterung der Lernerkenntnisse auf dem Gebiet der Kultur und Geschichte des deutschen
Volkes dienen. Das Übungsmaterial fördert auch die Bereicherung des Wortschatzes.
Der Autor des Lehrwerks möchte betonen, dass das phonetisch einwandfreie Sprechen,
unterstützt durch die Körpersprache, immer wieder geübt werden soll. Der Sprecher gibt
Ausdruck von dem, was er sieht, hört und was ihn bewegt. Wenn Du, künftiger Dolmetscher
oder Lehrer, in beliebiger Sprechsituation gut gesprochen oder vorgelesen hast, kannst Du Deine
Zuhörer beeindrucken und für Dich gewinnen. Und umgekehrt – ist Deine Phonetik mangelhaft,
so kannst Du ja Deine Hörer abstoßen (wie es oben im Leitmotiv zum vorliegenden Lehrwerk
heißt). Man darf nicht vergessen: Deine Aussprache ist Deine Visitenkarte! In diesem Sinne
wünscht der Autor dieses Lehrwerks allen Deutschlernern, die eine gute Aussprache anstreben,
viel Spaß und Erfolg!
Es wird aus methodischer Sicht empfohlen, zunächst einmal den Deutschlernern im
phonetischen Einführungskurs eine Übersicht über die wesentlichen phonetischen
Besonderheiten der deutschen Sprache im Vergleich zum Russischen zu geben:
Eigentümlichkeiten der phonetischen Basis, des Vokalismus, des Konsonantismus, der
Koartikulation etc. Erst dann muss man zu den praktischen Übungen übergehen.
Das Lehrwerk ist mit Absicht so aufgebaut, dass jede Lehrveranstaltung anschaulich die
Arbeit an einem konkreten phonetischen Stoff (Laute, Betonung, Koartikulation u.a.m.) vorsieht.
Parallel kann man Texte durchnehmen, die im Anhang des Lehrwerks angeführt sind. Jeder
Phonetikunterricht muss besonders auf der ersten Etappe mit einer Artikulationsgymnastik
beginnen. Sie schließt sowohl Stummübungen (Übungen ohne Beteiligung der Stimmbänder),
als auch Stimmübungen (Übungen mit Beteiligung der Stimmbänder) ein. Die Stimmübungen
müssen selbstredend je nach der Durcharbeitung der entsprechenden Laute hinzugezogen
werden.
Alle phonetischen Übungen müssen sowohl im Seminarraum, als auch im Sprachlabor
gemacht werden. Daher wäre es zweckmäßig, vorher all die Übungen von den Muttersprachlern
aufsprechen zu lassen. Bei der Arbeit an den im Anhang des Lehrwerks angeführten Texten
müssen sie übersetzt, transkribiert, eingeübt und vorgetragen werden.
Der Verfasser dieses Lehrwerks benutzte bei der Arbeit am Buch in erster Linie die
Quellen wie folgt:
H.Fiukowski. Sprecherzieherisches Elementarbuch. Leipzig, 1978;
Duden. Das Aussprachewörterbuch. Bd. 6, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 2000;
O.G.Kosmin, G.A.Sulemova. Praktische Phonetik der deutschen Sprache. 2.Aufl.,
Moskau, 1990;
L.I.Hizko, T.S.Bogomasowa. Die Wege zur perfekten Aussprache. Moskau, 1994.
O.G.Kosmin. T.S.Bogomasova. Theoretische Phonetik der deutschen Sprache. Москва.
НВИ-ТЕЗАУРУС 2002.
Abschließend bedankt sich der Autor bei allen Kollegen, die ihm bei der Erarbeitung und
Erprobung dieses Lehrwerks mit ihren Ratschlägen und ihren Vorschlägen geholfen haben. Sein
besonderer Dank gilt dem Lehrstuhl für deutsche Phonetik an der Moskauer Staatlichen
Linguistischen Universität für kritische Bemerkungen und wertvolle Hinweise, die erheblich zur
Verbesserung und Vervollkommnung des Lehrwerks beigetragen haben.

Der Autor
I. Theoretischer Teil

Unser Sprechapparat

Abbildung 1

Unser Sprechapparat besteht aus dem Ansatzrohr, dem Kehlkopf (1) und den
Lungen (Abb. 1). Jeder von diesen Bestandteilen des Sprechapparats übt beim
Sprechakt eine bestimmte Funktion aus.
Die Lungen liefern Luft für die Lautbildung.
Im Kehlkopf befinden sich die Stimmlippen (2). Hier wird die Stimme
erzeugt.
Im Ansatzrohr werden die Sprachlaute gebildet. Das Ansatzrohr besteht aus
dem Rachen-, Mund- und Nasenraum (3, 4, 5). Sie dienen als Resonanzräume.
Der Nasenraum verleiht den Lauten eine nasale Färbung.
Der obere Teil des Mundraums heißt der Gaumen. Man unterscheidet den
harten und weichen Gaumen (das Palatum und das Velum – 6, 7). Den vorderen
Teil des weichen Gaumens nennt man die Alveolen (den Zahndamm - 8) und den
hinteren Gaumen – das Gaumensegel (9), das mit dem Zäpfchen (der Uvula - 10)
endet. Das Gaumensegel öffnet und schließt den Nasenraum.
Die Oberfläche der Zunge heißt der Zungenrücken (11). Man unterscheidet
die Vorderzunge mit der Zungenspitze, die Mittel- und Hinterzunge.
Die Lippen (12) bestehen aus der Ober- und Unterlippe.
Alle Sprechorgane gliedern sich in aktive (bewegliche) und passive
(unbewegliche). Zu den aktiven Sprechwerkzeugen gehören die Zunge, die Ober-
und Unterlippe, der Unterkiefer (13), der weiche Gaumen, das Zäpfchen und der
Kehlkopf mit den Stimmbändern. Durch ihre Bewegungen wird der Umfang des
Mundresonators verändert, was eine Modifizierung des Stimmklangs nach sich
zieht.
Die Zähne, die Alveolen, der harte Gaumen und der Oberkiefer (14) bilden
passive Sprechorgane.

Phonetische Basis

Die phonetische Basis einer Sprache setzt sich aus der rhythmischen Basis,
Artikulations- und Perzeptionsbasis zusammen.
Unter der Artikulationsbasis der Sprache versteht man die
Sprechbereitschaftslage (die Grundeinstellung) der aktiven Sprechorgane vor
einem Sprechakt und ihre spezifische Bewegungsart beim Sprechen.
Die deutsche Artikulationsbasis wird im Vergleich zum Russischen durch
folgende Merkmale gekennzeichnet:
- Die Lippen sind vor dem Sprechakt von den Zähnen etwas abgehoben,
vorgestülpt und gerundet, aber sie bleiben locker. Dadurch entsteht der
sogenannte Mundvorhof, der beim Sprechen die Resonanzwirkung erhöht.
Im Russischen sind die Lippen ebenfalls nicht gespannt, aber sie tendieren nicht
zum Abheben, sondern sie liegen eng an den Zahnreihen.
Der Mund ist im Deutschen vor dem Sprechakt leicht geöffnet. Der
Zungenkörper ist vorverlagert und die Zungenspitze hält Kontakt mit den
unteren Schneidezähnen. Das Velum ist angehoben, und der Kehlkopf ist
gesenkt. Diese Grundeinstellung nennt man „Schmeckstellung“.
Aktive Lippentätigkeit beim Sprechen: die Lippen werden bei den labialisierten
Vokalen und Konsonanten stark vorgestülpt und gerundet. Die Spreizung der
Lippen ist nicht für die deutsche Sprache kennzeichnend. Im Russischen
dagegen tendieren die Lippen beim Sprechakt zum Breitzug.
- Der Zungenkörper bleibt beim Sprechen vorverlagert. Die Zungenspitze, wenn
sie nicht unmittelbar an der Artikulation eines Lautes beteiligt ist, hat immer
eine lockere Kontaktstellung mit den unteren Schneidezähnen.
Im Russischen tendiert die Zunge zur Rückverlagerung. Sie hält auch keinen
Kontakt mit der unteren Zahnreihe.
- Starke und stabile Muskelspannung der artikulierenden Sprechwerkzeuge und
starker Atmungsdruck beim Sprechen. Im Russischen sind die
Sprechwerkzeuge relativ labil.
- Energische Beweglichkeit des Unterkiefers und eine relativ breite Mundöffnung
beim Sprechen.
- Aktivität des Zäpfchens. Im Russischen ist das Zäpfchen beim Sprechakt
passiv.
- Hohe Lage des Velums. Im Russischen ist das Velum gesenkt.
- Tiefe Senkung des Kehlkopfs. Im Russischen hat der Kehlkopf Hochstellung.
Hohe Lage des Velums und Tiefstellung des Kehlkopfes im Deutschen wirken
sich auf die Stimmfarbe des Sprechers aus. Wenn die Laute im Russischen
flach klingen, so haben sie im Deutschen eine hohle (gutturale) Färbung.
- Die Stimmlippen sind im Deutschen weniger aktiv als im Russischen.
Unter der Perzeptionsbasis versteht man auditive Muster, die der Hörer bzw.
der Sprecher beim Erlernen der Fremdsprache in seinem Gehirn aufbaut, speichert
und reproduziert.
Für die deutsche rhythmische Basis sind folgende Merkmale kennzeichnend:
- stoßartiger Atmungsdruck bei der Bildung von Silben und sonstigen
phonetischen Einheiten;
- starke Hervorhebung der betonten Silben im Vergleich zu den unbetonten
Silben;
- der „Stakkato“-Rhythmus der deutschen Rede im Vergleich zum „Legato“-
Rhythmus der russischen Rede. Der Tonverlauf (die Melodie) ist im Deutschen
etwas gleichmäßiger (monotoner) im Vergleich zur Liederhaftigkeit der
russischen Rede.
Die meisten Besonderheiten der deutschen phonetischen Basis, wie erhöhter
Spannungsgrad der Sprechwerkzeuge, energische Beweglichkeit des Unterkiefers
und der Lippen, stoßartiger Atmungsdruck etc. beim Sprechakt sind darauf
zurückzuführen, dass die deutsche Sprache ein höheres Energiepotenzial im
Vergleich zur russischen Sprache hat. Nicht umsonst zählt man sie zu den
Sprachen mit überschüssiger Energie.
Artikulationsgymnastik

Die Artikulationsgymnastik fördert wesentlich eine schnellere und


vollkommenere Aneignung der deutschen phonetischen Basis.
Als Ausgangsposition für die Artikulationsübungen gilt die sogenannte
Schmeckstellung der Sprechorgane:
- der Mund ist leicht geöffnet,
- die Lippen sind von den Zähnen etwas abgehoben, sie werden
ungespannt und locker gehalten,
- der Unterkiefer ist etwas gesenkt und ungespannt,
- die Zungenspitze hält einen lockeren Kontakt mit den unteren
Schneidezähnen,
- der Zungenkörper ist vorverlagert.

A. Stummübungen

Artikulationsübungen:

- die Lippen energisch vorstülpen, runden, etwas in dieser Lage anhalten


und erneut in die Ausgangsstellung bringen (jede Übung muss 3-6-mal
mit Freudegefühl gemacht werden);
- sich mit der Vorderzunge die Lippen rundherum hin- und herbelecken.
Dabei müssen die Lippen locker und ungespannt sein;
- tief einatmen und beim Ausatmen die Lippen flattern lassen;
- tief einatmen und die Lippen und die Wangen aufblähen;
- die Zunge energisch aus dem Mundraum raus- und wieder in die
Ausgangsposition reinziehen;
- die Zungenmasse bei der Beibehaltung der Zungenspitzenkontaktstellung
energisch raus- und reinziehen (Pleuelübung);
- mit der Zungenspitze die Alveolen, das Palatum und das Velum
berühren;
- den Mund schließen und danach süß gähnen;
- den Kopf senken, die Lippen lockern, den Mund leicht öffnen und den
Kopf energisch so hin- und herschütteln, dass die Wangen, die Zunge
und die Lippen hin- und herpendeln müssen;
- den Unterkiefer bei der Zungenspitzenkontaktstellung leicht senken und
ihn energisch nach links und rechts, nach vor- und rückwärts bewegen.

B. Stimmübungen

- die nachstehende Vokalreihe zunächst schön langsam, dann schnell


sprechen, ohne dabei die Zungenspitzenkontaktstellung aufzugeben:
-i-e-a-o-u-ä-ö-ü-eu-ei-au-
Bei der Arbeit an den Konsonanten können noch die Übungen wie folgt
empfohlen werden:
- die sonoren Konsonanten –m-n-l- in Verbindung mit den Vokalen –i-e-a-
o-u- in variabler Kombination überspitzt sprechen;
- die Konsonanten –b-d-g-v-z- … in Verbindung mit den Vokalen –i-e-a-
o-u- zunächst schön langsam und dann möglichst schnell sprechen;
- die aspirierten (behauchten) Konsonanten –p-t-k- in Verbindung mit den
Vokalen –i-e-a-o-u- in variabler Kombination sprechen;

- die Laute und Lautverbindungen –f-h-ʃ-r-tr- … in Verbindung mit den


Vokalen und Diphthongen -i-e-a-o-u-ä-ö-ü-eu-ei-au- schön langsam
sprechen;
- den Ich-Laut in Verbindung mit den Vokalen und Diphthongen –i-e-ö-ü-
eu-ei- sprechen;
- den Ach-Laut in Verbindung mit den Vokalen –a-o-u- und dem
Diphthong
-au- sprechen;
- den Ang-Laut in Verbindung mit den Vokalen –i-e-a-o-u- sprechen;
- die Lautkombinationen –mbl-… -m- in Verbindung mit den Vokalen –i-
e-a-o-u- sprechen, wobei die Zunge aus dem Mundraum
herausgeschleudert werden muss.

Transkription und Transkriptionszeichen

Die Transkription (die phonetische Umschrift) dient zur schriftlichen


Wiedergabe der einzelnen Laute, aus denen sich die Wörter zusammensetzen. Man
unterscheidet die phonematische und die allophonische Transkription. Bei der
phonematisch-allophonischen Transkription, die im Fremdsprachenunterricht
benutzt wird, werden zur Wiedergabe der Phonemallophone (der
Phonemvarianten) zusätzlich diakritische Zeichen verwendet, d. h. die Zeichen, die
zur Markierung der Aspiration, Nasalisierung, des Neueinsatzes etc. dienen

(Näheres ⇓).
A. Vokale
Sprachlaute Grapheme Beispiele
(Phoneme)
[i:] i, ie, ih, ieh Berlin, sieben, ihm, sieht
[i] i Kind
[ǐ] i Familie
[u:] u, uh Fuß, Schuh
[u] u Mund
[ŭ] u Februar
[y:] ü, y, üh, ui Übung, Analyse, führen, Duisburg
[y] ü, y fünf, Gymnastik
[e:] e, ee, eh leben, See, sehen
[ε] e, ä lernen, kräftig
[ε:] ä, äh Mädchen, Kähne
[∂] e bekommen
[o:] o, oo, oh, ow groß, Boot, Kohle, Treptow

[ɔ] o oft

[ø:] ö, öh, oe, ieu lösen, Höhle, Goethe, Ingenieur


[œ] ö Löffel
[α:] a, aa, ah fragen, Saal, Fahne
[a] a Land

[ɐ] -er Schüler, feiern, werden

[ae] ei, ai, ay, ey Arbeit, Mais, Bayern, Ceylon

[ɔø] eu, äu, oi, oy Freund, Mäuse, Boiler, Boykott

[ao] au Frau, Bauer


B. Konsonanten

[b] b, bb baden, Ebbe


[p] p, pp, b Papier, Mappe, Laib
[d] d, dd Dach, paddeln
[t] t, tt, dt, th, d Tasche, Bitte, Stadt, Thema, Band
[g] g, gg Gabel, Egge
[k] k, ck, kk, ch, g, c, qu Kind, Ecke, Akkusativ, Chor, Tag, Cafe,
Quelle
[v] w, v, qu Wind, Vase, Quadrat
[f] f, ff, ph, v fahren, Koffer, Phonetik, Vater
[z] s sieben, Reise
[s] s, ss, ß Kloster, essen, beißen
[j] j, y, gn jagen, loyal, Bologna
[ç] ch, g schlecht, fertig, Mädchen, herrlich
[x] ch acht, rauchen
[h] h haben
[l] l, ll leben, fallen
[r] r, rr, rh Rübe, schnurren, Rhythmus
[m] m, mm Mutter, sammeln
[n] n, nn Nacht, gewinnen
[η] ng, nk singen, Bank

[ʃ] sch, ch, st, sp, sh Schüler, Chef, stehen, spielen, Finish

[ʓ] g, j Garage, Journal

[pf] pf Apfel
[ts] tz, z, t, ts Katze, Salz, Nation, Rätsel

[tʃ] tsch rutschen


C. Diakritische Zeichen

[:] Der Vokal ist lang, vgl.: sagen


[⋅] Der Vokal ist halblang, vgl.: der Staat
[˘] Der Vokal ist überkurz und unsilbisch, vgl.: Familie
[ֽ] Der Konsonant ist silbisch, vgl.: lesen
['] Der Vokal wird mit Neueinsatz gesprochen, vgl.: überall

[h] Der Konsonant wird mit starker Aspiration gesprochen, vgl.:


Tasche, Kind

[ʿ] Der Konsonant wird mit schwacher Aspiration gesprochen,


vgl.: Garten, Mappe
[*] Der Konsonant wird halbstimmhaft gesprochen, vgl. Bild, das
Salz
[││] abschließende Pause
[│] verbindende Pause

[ʅ] fakultative Pause

[ʺ] Satzbetonung

[ʹ] Hauptbetonung

[‚] Nebenbetonung
[] ebene Tonführung

[ ╯] fallend-steigende Tonführung

[◝] steigend-fallende Tonführung

[¡] Ausrufezeichen
[¿ ] Fragezeichen
[~] Der Vokal wird nasaliert gesprochen, vgl.: Ensemble
Der deutsche Vokalismus

Abbildung 2

Man unterscheidet Sprachlaute (Phoneme) und Sprechlaute. Unter dem


Sprachlaut versteht man eine Gesamtheit von distinktiven (phonematischen,
unterscheidenden) Merkmalen, die dem betreffenden Phonem innewohnen. Der
Sprechlaut hingegen ist ein konkreter gesprochener Laut.
Alle Laute zerfallen in Vokale und Konsonanten. Die Vokale sind im
Unterschied zu den Konsonanten Öffnungslaute, denn bei ihrer Bildung entstehen
im Unterschied zu den Konsonanten keine Hemmnisse auf dem Luftwege im
Ansatzrohr.
Die deutsche Sprache kann man im Vergleich zum Russischen als eine
vokalische Sprache bezeichnen, denn sie zählt bedeutend mehr Vokalphoneme als
die russische Sprache: die russische Sprache hat nur sechs Vokalphoneme, im
Deutschen aber gibt es zusammen mit den drei Diphthongen 18 Vokalphoneme

und zwei Phonemvarianten: den Schwa-Laut [∂] und den vokalisierten r-Laut [ ɐ ].
Alle deutschen Vokalphoneme lassen sich nach folgenden phonologischen
(phonematischen) Merkmalen gliedern (Abb. 2):
1. Nach der Zungenbewegung in horizontaler Richtung:
- Vokale der vorderen Reihe: [ i ], [ i:], [ y ], [ y:], [ε ], [e:], [ ε:], [œ], [ ø:];

- Vokale der hinteren Reihe: [u], [u:], [ɔ], [o:];

- Vokale der mittleren Reihe: [a], [α:], [∂], [ɐ].


Im Deutschen sind alle Vokale im Vergleich zum Russischen vorverlagert.
2. Nach der Zungenbewegung in vertikaler Richtung:
- Vokale der höchsten Zungenhebung: [ i ], [ i:], [ y ], [ y:], [u], [u:];

- Vokale der mittleren Zungenhebung: [ε ], [e:], [ ε:], [œ], [ ø:], [ɔ], [o:];
- Vokale der tiefsten Zungenhebung: [a], [α:].
3. Nach der Quantität:
- lange Vokale;
- kurze Vokale, vgl.: siezen und sitzen.
4. Nach der Qualität:
- offene (weite) Vokale;
- geschlossene (enge) Vokale, vgl.: säen und sehen.
Die geschlossenen Vokale werden mit geringerer Mundöffnung als die
entsprechenden kurzen Vokale gesprochen.
5. Nach dem Spannungsgrad:
- gespannte Vokale (lange Vokale);
- ungespannte Vokale (kurze Vokale).
6. Nach der Lippenbeteiligung:
- labialisierte (gerundete) Vokale;
- nicht labialisierte (ungerundete) Vokale, vgl.: lösen und lesen.
7. Nach der Artikulationsstabilität:
- Monophthonge (Vokale mit stabiler Artikulation);
- Diphthonge (Zwielaute mit gleitender Artikulation), vgl.: wen und Wein.
Darüber hinaus wohnen allen deutschen Vokalen einige phonetische (nicht
sinnunterscheidende) Aussprachebesonderheiten inne. Diese Merkmale verändern
den Sinn des Wortes nicht: sie ergeben bei ihrer Nichtbeachtung nur einen
fremdsprachigen Akzent. Dazu gehören der Neueinsatz der Vokale im Wort- und
Morphemanlaut, starker Absatz der kurzen Vokale und relativ starker Absatz der
langen Vokale, „hohle“ Klangfarbe der Vokale wegen der vergrößerten
Resonanzräume.
Dem russischen Vokalsystem liegen von allen oben genannten Merkmalen
nur folgende phonologische Merkmale zugrunde: Unterschied nach der
Reihenzugehörigkeit, nach der Zungenhebungsstufe und nach dem
Labialisierungsgrad. Alle übrigen Merkmale üben keine distinktive Funktion aus.

Regeln der Vokaldauer

Der Vokal ist lang:

- in einer betonten offenen Silbe, d. h. in der Silbe, die auf einen Vokal
ausgeht, z.B. 'fra-gen, 'A-meise;
- in einer bedingt geschlossenen Silbe, d. h. in der Silbe, die zwar auf einen
Konsonanten ausgeht, aber bei der Wortformveränderung offen wird,
z.B. Tat ('Ta-ten), sagt ('sa-gen);
- in den Wörtern mit der orthographischen Längebezeichnung (im Falle
der Doppelvokale –oo-, -ee-, -aa-; vor dem Konsonanten –h-, in den
Lautverbindungen –ie-, -ieh-), z.B. Saal, See, Boot, 'se-hen, liest, sieht;
- im Präfix ur-, z.B. 'ur-alt;
- im betonten Suffix –ik, z.B. Phy-'sik.
Sollte der lange Vokal in einer unbetonten Silbe stehen, so wird er halblang
gesprochen, wobei seine Qualität beibehalten wird, vgl.: 'Auto.
Der Vokal ist kurz:

- in einer betonten geschlossenen Silbe, d.h. in der Silbe, die auf einen
Konsonanten ausgeht und die man nicht öffnen kann, z.B. 'hin-ten, 'Wör-
ter;
- in den Wörtern mit der orthographischen Bezeichnung der Lautkürze (im
Falle der Doppelkonsonanten und Konsonantenanhäufungen), z.B. 'Map-
pe; 'Ta-sche, Herbst, 'las-sen;
- in den unbetonten Suffixen -ung, -isch, -ig, -lich, deren Ganzeinheit bei
der Wortformveränderung nicht verletzt wird, z.B. 'Zeitung, 'neidisch,
'fertig;
- im unbetonten Suffix –ik, z.B. Pho'netik.

Der deutsche Konsonantismus

Abbildung 3
Sind die Vokale Öffnungslaute, so sind alle Konsonanten Hemmungslaute,
denn bei ihrer Artikulation entstehen auf dem Luftwege im Ansatzrohr mit
Ausnahme des Hauch-Lautes Hindernisse verschiedener Art vorwiegend in Form
eines Verschlusses oder einer Enge. Daher sind die Konsonanten im Unterschied
zu den Vokalen lokalisierbar. Außerdem sind die Konsonanten keine Silbenträger.
Nur die sonoren Konsonanten können in bestimmten Fällen diese Funktion
übernehmen, vgl.: [‘katsn].
Das deutsche Konsonantensystem zählt im Vergleich zum Russischen
weniger Konsonantenphoneme: die russische Sprache hat 35 Phoneme, die
deutsche Sprache dagegen enthält zusammen mit den Affrikaten 24 Phoneme und

zwei Phonemvarianten: den Reibe- und den Zäpfchenlaut [ ʁ ] , [ R ].


Alle deutschen Konsonantenphoneme lassen sich nach folgenden Parametern
gliedern (Abb. 3):
1. Nach dem Unterschied zwischen Geräusch und Stimme zerfallen die
Konsonanten in Geräuschlaute und Sonanten (sonore Laute, Klinger). Bei den
Geräuschlauten überlagert das Geräusch und bei den Sonanten – die Stimme,
vgl.: [ f ] und [ m ];
2. Nach der Artikulationsart, d. h. je nachdem wie das Hindernis auf dem
Luftwege überwunden wird, unterscheidet man innerhalb der Geräuschlaute
Verschlusssprenglaute (explosive), Engereibelaute (frikative), und
Verschlussengelaute (Affrikaten), vgl.: [p], [f], [pf].
Die sonoren Konsonanten gliedern sich in Verschlussöffnungslaute (liquide)
und Zitterlaute (Vibranten), vgl.: [l], [r]. Innerhalb der Verschlussöffnungslaute
unterscheidet man nasale, z.B. [m] und einen einzigen Seitenlaut - das laterale
[l].
3. Nach der Beteiligung der Stimmbänder unterscheidet man stimmhafte und
stimmlose Konsonanten, vgl.: [b] und [p]. Die deutschen stimmhaften
Konsonanten sind schwach, deshalb klingen sie für das russische Ohr
halbstimmhaft. Die stimmlosen Laute hingegen sind stark, deshalb müssen sie
überspitzt gesprochen werden, wobei die stimmlosen [p], [t], [k] je nach ihrer
Stellung im Wort stärkere oder schwächere Aspiration (Behauchung)
bekommen.
4. Nach dem Spannungsgrad gliedern sich die Konsonanten in starke (fortes) und
schwache (lenes). Die stimmhaften Konsonanten sind ungespannt und die
stimmlosen – gespannt.
5. Nach der Artikulationsstelle unterscheidet man labiale, z.B. [ m ] , labiodentale,
z.B. [ f ], alveolare, z.B. [ s ], palatale, z.B. [ j ] , velare, z.B. [ g ] , das uvulare
[R] und das pharyngale [ h ].
Die deutschen Konsonanten werden im Unterschied zu den meisten
russischen Konsonanten nicht palatalisiert (erweicht). Eine teilweise
Palatalisierung erfahren nur die Laute [g], [k], [η] nach den Vokalen der vorderen
Reihe –e-ö-i-ü-, z.B. gehen, können, fingen. Im Deutschen ist das Merkmal der
Palatаlisierung im Unterschied zum Russischen nicht phonematisch.

Laute im Sprechkontinuum

Im Sprechkontinuum (Redestrom) vollziehen sich Koartikulationsprozesse,


die unter dem Einfluss der Nachbarlaute zu totalen oder partiellen Angleichungen
(Assimilationen) führen. Für die russischen Schüler, die die deutsche Sprache
erlernen, sind von besonders wichtiger Bedeutung progressive Assimilation nach
der Stimmlosigkeit, regressive Assimilation nach der Stimmhaftigkeit,
Palatalisierung (Erweichung) nach der Artikulationsstelle und Gemination
(Angleichung nach der Artikulationsart).
Die deutschen Laute erfahren im Sprechkontinuum die Modifikationen wie
folgt:

Konsonanten:
- totale Entstimmlichung von allen stimmhaften Konsonanten im Auslaut des
Wortes bzw. des Morphems (das Auslautgesetz) und vor den stimmlosen
Konsonanten /regressive Assimilation nach der Stimmhaftigkeit/, vgl.: Wand,
möglich, liebt;
- partielle oder totale Entstimmlichung von allen stimmhaften Konsonanten nach
der Stimmlosigkeit (progressive Assimilation) und im absoluten Anlaut, vgl.:
auf Wiedersehen, entdecken, Sand;
- gedehnte Aussprache von sonoren und frikativen Konsonanten nach kurzen
Vokalen, vgl.: Wald, acht;
- partielle Palatalisierung (Erweichung) von /g/, /k/ vor und nach den Vokalen
der vorderen Reihe und die von /η/ nach den Vokalen der vorderen Reihe, vgl.:
Kind, gönnen, Phonetik, singen. Ansonsten werden die deutschen Konsonanten
wegen schroffen Übergangs von einer Artikulationsstellung zu einer anderen
nicht palatalisiert. Sie werden vor den Vokalen der hinteren Reihe –o-u- auch
nicht velarisiert (erhärtet), wie es im Russischen wegen Rückverlagerung der
Zunge der Fall ist, vgl.: rot, tun. Die Nichtbeachtung dieser Besonderheit führt
dazu, dass die deutschen Laute bei ihrer Artikulation eine dunkle, tiefe
Stimmfarbe bekommen;
- vokalisierte Aussprache des r-Lautes nach allen langen Vokalen, nach den
kurzen Vokalen in unbetonter Stellung und im Auslaut des Wortes bzw. des
Morphems, vgl.: werden, erzählen, Schüler, verstehen, wer;
- gedehnte Aussprache von zwei gleichen oder paarigen (stimmhaft – stimmlos)
Konsonanten an der Grenze von Wörtern und Morphemen /Gemination
(Doppelgipfligkeit)/, vgl.: Wandtafel, weggehen;

- unbehauchte Aussprache von –p-t-k- in den Lautverbindungen –ʃp-ʃp-ʃt-st-ks-

sk- und in den Affrikaten –pf-ts-tʃ-, vgl.: spielen, sechs, Apfel.


Vokale:
- lange Vokale werden in unbetonter Stellung halblang (partielle quantitative
Reduktion), vgl.: oben, aber Auto;
- kein Neueinsatz im In- und Auslaut des Wortes bzw. des Morphems, vgl.: oben,
aber loben. Die russischen Vokale haben einen schwachen Einsatz;
- Wegfall des Schwa-Lautes in bestimmten Positionen in den Suffixen –en, -em,
-el und -er (in allen Fällen), vgl.: lesen, welchem, Gabel, Lerner;
- keine qualitative Reduktion der Vollvokale in unbetonter Stellung, vgl.:
November, Klara;
- starker Absatz (Abbruch) der kurzen Vokale und relativ starker Absatz der
langen Vokale, vgl.: Ast und Aas. Die russischen Vokale haben einen losen
Absatz.

Wortbetonung

Unter der Betonung (dem Akzent) versteht man die Hervorhebung einer
Silbe in einem mehrsilbigen Wort, die in der deutschen Sprache vorwiegend durch
stärkere Muskelspannung und stärkeren Atemdruck erfolgt. Daher kann man die
deutsche Wortbetonung als dynamisch bezeichnen.
Die russische Wortbetonung ist quantitativ-dynamisch, weil jede betonte
Silbe mit Dehnung und stärkerer Muskelspannung gesprochen wird. Darüber
hinaus ist die russische Wortbetonung qualitativ, weil die betonte Silbe im Wort
immer sorgfältig und deutlich gesprochen wird. Alle unbetonten Silben dagegen
erfahren eine quantitative und qualitative Reduktion, vgl.: облако – облака. Die
deutsche Sprache weist bekanntlich nur eine partielle quantitative (keine
qualitative) Reduktion der Vollvokale in den unbetonten Silben auf, vgl.: 'Auto,
No'vember. Der Kontrast zwischen betonten und unbetonten Silben ist im
Deutschen viel stärker ausgeprägt als im Russischen.
Aus phonetischer Sicht ist die deutsche Wortbetonung frei, weil
verschiedene Silben im Wort (die erste, zweite, dritte etc.) hervorgehoben werden
können, vgl.: 'Antwort, Um'gebung, Herme'lin. Aus morphologischer Sicht aber ist
sie gebunden, denn sie ist immer an ein bestimmtes Morphem (meistens an das
Wurzelmorphem) gebunden, vgl.: 'trinken, Ge'tränk, stol'zieren.
In der russischen Sprache ist die Wortbetonung phonetisch und
morphologisch absolut frei, vgl.: правда, гостить, судья.
Die deutsche Wortbetonung ist bei Wortformveränderung und Wortbildung
grundsätzlich unbeweglich, vgl.: 'arbeite – 'arbeitest - 'arbeitet, 'Arbeiter. Es gibt
nur wenige Ausnahmen, wo sich die Wortbetonung dabei verschieben kann, vgl.:
'leben, aber le'bendig; Pro'fessor, aber Profes'soren.
Die russische Wortbetonung ist in der Regel beweglich, vgl.: вертеть,
вертишь, веретено.
In den einstämmigen Wörtern können sowohl die Wurzel, als auch die
Affixe betont werden, vgl.: 'sprechen, 'missverstehen, Büche‘rei. Die
mehrstämmigen Wörter können je nach der Anzahl der Stämme und je nach der
Betonungsstärke die Hauptbetonung auf dem ersten, zweiten, dritten etc. Stamm
haben, vgl.: ‘‘Bücherschrank, Drei‘‘käsehoch, schwarzrot‘‘gold. In den russischen
einstämmigen Wörtern können nicht nur Morpheme, sondern auch Flexien betont
werden, in den mehrstämmigen Wörtern wird immer der letzte Stamm
hervorgehoben, vgl.: на столе, пароход.
Die deutsche Wortbetonung ist im Vergleich zum Russischen rhythmisch:
die normalerweise unbetonten Silben im Wort bekommen in mehrsilbigen Wörtern
einen rhythmisch bedingten Nebenakzent, z.B.:‚Immatrikula‘tion, ‚Interfe‘renz.

Intonation

Die Intonation ist ein komplexer Begriff. Sie setzt sich aus mehreren
Bestandteilen zusammen. Dazu gehören Tonführung (Tonverlauf, Melodie),
Betonung, Rhythmus, Pausen, Tempo und Klangfarbe. Die Tonführung ist einer
der wichtigsten Bestandteile der Intonation.
Man unterscheidet im wesentlichen drei Intonationsarten: terminale
(Tiefschluss), progrediente (Halbschluss) und interrogative Intonation
(Hochschluss).
Die terminale Intonation bedeutet die Abgeschlossenheit des Gedankens und
kommt in der Regel in Aussage-, Aufforderungs-, Ausrufe- und Fragesätzen mit
einem Fragewort vor, sowie auch in Anreden und im zweiten Teil der
Doppelfragen.
Die progrediente (weiterweisende) Intonation bedeutet die
Nichtabgeschlossenheit des Gedankens und kommt in der Regel in Eingangs- und
Zwischensyntagmen der Sätze vor.
Die interrogative Intonation bedeutet eine Frage und kommt in der Regel in
Entscheidungsfragen (d.h. in den Fragesätzen ohne Fragewort), in Wiederholungs-,
Ergänzungs- und Nachfragen und im ersten Teil der Doppelfragen vor.

Bei der deutschen terminalen Intonation ist die Tonführung im Vorlauf in


der Regel relativ eben, im Volllauf auf der Schwerpunktsilbe rapide fallend oder
steigend-fallend und im Nachlauf weiterhin fallend bis zur Lösungstiefe, vgl.:

Bei der russischen terminalen Intonation ist die Tonführung im Vorlauf in


der Regel zickzackartig, im Volllauf auf der Schwerpunktsilbe schleppend fallend
und im Nachlauf weiterhin fallend, aber nicht bis zur Lösungstiefe.
Unter dem Vorlauf versteht man die Vorlaufsilben im Satz bis zur ersten
hervorgehobenen Silbe, mit der der Volllauf beginnt und auf der Schwerpunktsilbe
endet. Man nennt den Volllauf anders den rhythmischen Körper, den Zwischenlauf
oder den Binnenlauf. Die Silben, die nach der Schwerpunktsilbe stehen, bilden den
Nachlauf. Bei der graphischen Bezeichnung der Intonation bezeichnet man
Nebentöne (unbetonte Silben) mit einem Punkt /·/ und Leittöne (betonte Silben) –
mit einem Strich / - /. Die Toneme (Tonbrüche auf der am stärksten betonten Silbe)
können je nach der Intonationsart eine unterschiedliche Konfiguration aufweisen:
ebene, fallende, fallend-steigende, steigende und steigend-fallende Tonführung.

Bei der deutschen progredienten Intonation ist die Tonführung im Vorlauf in


der Regel relativ eben, im Volllauf auf der Schwerpunktsilbe kann sie innerhalb
der mittelhohen und neutralen Tonlage variabel sein: fallend-steigend, steigend-
fallend, fallend, steigend, eben. Im Nachlauf ist die Tonführung eben oder leicht
ansteigend, vgl.:
Bei der russischen progredienten Intonation ist die Tonführung im Vorlauf
in der Regel zickzackartig, im Volllauf auf der Schwerpunktsilbe steigend-fallend
und im Nachlauf weiterhin fallend, aber nicht bis zur Lösungstiefe.

Bei der deutschen interrogativen Intonation ist die Tonführung im Vorlauf in


der Regel gleichmäßig fallend von mittelhoch bis neutral, im Volllauf auf der
Schwerpunktsilbe fallend-steigend und im Nachlauf weiterhin steigend bis zum
Hochschluss, vgl.:
Bei der russischen interrogativen Intonation ist die Tonführung im Vorlauf
in der Regel zickzackartig, im Volllauf auf der Schwerpunktsilbe steigend-fallend
und im Nachlauf weiterhin fallend, aber nicht bis zur Lösungstiefe.
Selbstverständlich können die Sätze je nach der Sprechsituation auch
abweichende Intonationsvarianten aufweisen.

II. PRAKTISCHER TEIL

VOKALE

[ɑ:] [a]

Abbildung 4
Abbildung 5

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die a-Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[ ɑ:] [a]
a – sagen a – Antwort
ah – Fahne
aa – Saal

Phonematische Charakteristik
[ ɑ:] ist ein langer offener nicht labialisierter gespannter Vokal der tiefsten
Zungenhebung. Nach der Reihenzugehörigkeit liegt er an der Grenze zwischen der
hinteren und mittleren Reihe.
[ a ] ist ein kurzer offener nicht labialisierter ungespannter Vokal der tiefsten
Zungenhebung. Nach der Reihenzugehörigkeit liegt er an der Grenze zwischen der
vorderen und mittleren Reihe.

Artikulationshinweise (Abb. 4, 5)

1. Sprich das kurze [a] etwas heller, als das lange [ɑ:].
2. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit den unteren Schneidezähnen,
wobei der Zungenkörper im Mundraum flach liegen muss.

3. Öffne den Mund etwa daumenweit. Beim langen [ɑ:] ist der Mund etwas
breiter geöffnet, als beim kurzen [a].

4. Sprich das lange [ɑ:] gespannt und das kurze [a] ungespannt.
5. Halte die Lippen locker.
6. Sprich die a-Laute im Anlaut des Wortes und des Morphems mit
Neueinsatz.

I. Sprich nach. Beachte die a-Laute in den einzelnen Wörtern.

[ɑ:]

[ɑ:] - [ɑ:] - [ɑ:] [ɑ:] - [ɑ:] - [ɑ:] [ɑ:] - [ɑ:] - [ɑ:]

Abend fahren Helga nach


aber atmen Afrika klar
Abenteuer Name Europa saßen
Aberglaube Straße Oma Zahn
Atem klagen Amerika Bahn
Ameise haben prima tragen

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [ɑ:] gesprochen werden:

das Gemach (покои) sprach (sprechen - говорить)


der Quarz (кварц) stach (stechen - уколоть)
die Schmach (позор) zart (нежный)
der Papst (папа) der Arzt* (врач)
der Adler (орел) die Sprache (язык)
die Art (вид) die Heimat (родина)
artig (прилежный) der Bart (борода)
Afrika (Африка) die Magd (служанка)
das Harz (смола) nach (после)
brach (brechen – ломать) fraß (fressen – есть (о животных)
die Bratsche (альт) die Latschen (шлепанцы)
watscheln* (ходить вразвалку) der Baldrian (валериана)
___________________________________
Anm: Die Wörter, die mit einem Sternchen markiert sind, können sowohl
mit dem langen, als auch mit dem kurzen Vokal gesprochen werden.

[a]

[a] – [a] - [a] [a] – [a] - [a] [a] – [a] - [a]

Antwort warten warnen lassen


alle bald Schaffner machen
anders danken stark Nachtigall
Arbeit fallen Wald krank
Angst achten Nacht hat
Affe Hammer Klasse pflanzen

Merke dir die Wörter, die mit dem kurzen [ a ] gesprochen werden:

die Grammatik (грамматика) der Monat (месяц)


die Walnuss (грецкий орех) Januar (январь)
grammatisch (грамматический) das Walross (морж)
der Bräutigam (жених) Kanada (Канада)
der Nachbar (сосед) der Walfisch (кит)
hast, hat (глагол „haben“) die Gala* (парадная одежда)

[ɑ:] > [ a ]

[ɑ:] - [a] [ɑ:] - [a] [ɑ:] - [a]

Tatsache Schmach und Schande


Badeanstalt Tag und Nacht
Vaterland Spaß machen
Staatsmann im zarten Alter
fabelhaft Frage und Antwort
Nachlass Maß halten

[a] > [ɑ:]

[a] - [ɑ:] [a] - [ɑ:] [a] - [ɑ:]

dankbar Anfrage Samstag


Nachbar Wartesaal Abart
manchmal Attentat Apparat
Kaltbraten Kandidat Angaben
aufmerksam Altwaren am Abend

Lass keine qualitative Reduktion des a-Lautes in unbetonter Stellung im


Wortauslaut zu!

Helga Afrika Angelika


Drama Anna Julia
Amerika Thema Regina
Schema Erika Gerda

Sprich nach. Beachte die sinnunterscheidende Funktion der Vokaldauer!

Staat – Stadt Bahn – Bann Wahn – wann


Saat – satt Maß – Masse Nase - nass

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte


nach. Beachte die Wörter mit den a-Lauten. Lerne Sprichwörter und
Zungenbrecher auswendig.

sich mit kaltem ′Wasser waschen mit der ′Straßenbahn fahren


auf die ′Aussprache achten nach und ′nach
ein armer alter ′Mann nach ein paar 'Tagen

Er saß an der ′Wand. Sie hat einen guten ′Ball.


Am Abend waren wir in der ′Stadt. Ich bekam eine ‘Nachricht.

Hast du eine ′Tasche? Fahren wir aufs ′Land?


Darf ich ′fragen? Kannst du ‘malen?
Achte auf deine ′Aussprache! Sei ′aufmerksam!
Wasch dich ′kalt! Mach das ‘Licht an!

′Keine Antwort ist ′′auch eine Antwort. (Нет ответа – тоже ответ).
Alles hat sein ′Maß. (Всему своя мера).
Es geht hart auf ′hart. (Нашла коса на камень).
Wie die ′Frage, so die ′′Antwort. (Каков вопрос, таков и ответ).
Aller Anfang ist ′schwer. (Лиха беда начало).
Guter Rat kommt über ′Nacht. (Утро вечера мудренее).
Andere ′Jahre, andere ′′Haare. (Другие годы, другие волосы).
Bei ′Nacht sind alle Кatzen ′′grau. (Ночью все кошки серы).
Hoffen und ′harren macht manchen zum ′′Narren. (Долго ждали, а проку не
видали).
Man soll den Tag nicht vor dem ′Abend loben. (Не говори гоп, пока не
перепрыгнешь).
Wer die ′Wahl hat, hat die ′′Qual. (Кому выбирать, тому и голову себе ломать).

- Willst du am Sonntag aufs ′Land fahren?


- Nein, ′danke! Ich ′kann nicht. Ich muss im ′Garten arbeiten.
- Schade.

Saß ein Has‘ im 'Grase, Ich schlaf am 'Tag. Gute ′Nacht!


hatt‘ne nasse 'Nase; Ich mag den ′Abend. Guten ′Abend!
nasse Nase ist nicht 'fein, Ich wach in der ′Nacht. Guten ′Tag!
nimm ein 'Blatt
und putz dich ''rein!

Herr von 'Hagen, Willst du mal das 'Jagen wagen?


darf ich 'wagen, Nicht ver'zagen, 'Vater fragen!
Sie zu 'fragen,
wieviel Kragen
Sie ge'tragen?
[ i:] [ i ]

Abbildung 6
Abbildung 7

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die i-Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[ i: ] [i]
i – Berlin i - Silber
ie – liegen
ih – ihm
ieh – sieht
Phonematische Charakteristik

[ i: ] ist ein langer geschlossener nicht labialisierter gespannter Vokal der vorderen
Reihe der höchsten Zungenhebung.
[ i ] ist ein kurzer offener nicht labialisierter ungespannter Vokal der vorderen
Reihe der höchsten Zungenhebung.

Artikulationshinweise (Abb. 6, 7)

1. Spreize die Lippen nicht, sondern halte sie oval.


2. Halte die Zunge im Kontakt mit den unteren Schneidezähnen, der
Vorderzungen-
rücken wölbt sich dabei stark zum Palatum.
3. Sprich das lange [ i: ] gespannt und das kurze [ i ] ungespannt.
4. Öffne den Mund etwa kleinfingerbreit. Beim kurzen [ i ] ist der Unterkiefer
etwas
tiefer gesenkt, als beim langen [ i: ] .
5. Sprich die i-Laute im Anlaut des Wortes bzw. des Morphems mit
Neueinsatz.

I. Sprich nach. Beachte die i-Laute in den einzelnen Wörtern.

[i:]

[i:] - [i:] - [i:] [i:] - [i:] - [i:] [i:] - [i:] - [i:]

ihm viel studieren Tier


ihn sieben Ironie Riegel
Igel lieben Berlin liegen
Ida hier siegen schieben
ihr Lieder zufrieden wieder
ihnen Biene Biologie Ziegel

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [i:] gesprochen werden:

die Nische (ниша) Island (Исландия)


Erwin (Эрвин) Paris (Париж)
das Kaninchen (кролик) Emil (Эмиль)
wir (мы) isländisch (исландский)

[i]

[i] - [i] - [i] [I] - [i] - [i] [i]- [i] - [i]

immer wissen Silber Bild


ich singen Kirche Ding
Insel Lippe Milch Finger
ist hinten Tisch Gift
Inhalt frisch schwimmen nimmer
Ilse nicht Spitze Pilz

Merke dir die Wörter, die mit dem kurzen [ i ] gesprochen werden:

vierzehn (четырнадцать) vierzig (сорок)


das Viertel (четверть) das Kapitel (глава)
die Krim (Крым) die Zither (цитра)
die Literatur (литература) die Himbeere (малина)

[ i:] > [ i ]
[ i:] - [ i ] [ i:] - [ i ] [ i:] - [ i ]

ihretwillen Niederschrift Siegelring


friedlich Schiedsgericht Ziehkind
zierlich Biertisch Wiederimpfung

[ i ] > [ i:]

[ i ] - [ i:] [ i ] - [ i:] [ i ] - [ i:]

interessieren Kinnpartie Bilderdienst


Industrie Wilddieb Innenpolitik
irritieren Richtlinie Singakademie
diktieren Lichtspiel Schiffspapiere
importieren Innendienst kinderlieb

Sprich nach. Beachte die sinnunterscheidende Funktion der Vokaldauer!

Liebe – Lippe still – Stil schief - Schiff


bieten – bitten immer - ihm fliegen - flicken
Miete –Mitte wirr – wir Bier - Birne

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte


nach. Beachte die Wörter mit dem i-Laut. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

Krieg und ′Frieden eine indische 'Insel


auf Schritt und ′Tritt im Kinderzimmer
nie und ′nimmer nicht ‘wichtig
Die Kinder spielen im ′Zimmer. Er schwimmt wie ein ′Fisch.
Ich finde es nicht ′richtig. Diese Birnen sind wirklich ‘billig.
Am Abend sind wir in der 'Stadt. In diesem Spielzimmer gibt es
′niemanden.

Wem will er dieses ′Buch widmen? Wofür interes′sierst du dich?


‘Gib mir bitte dieses Bild! ′Sprich mal über diese Geschichte!
Wie willst du deine ′Winterferien ′Hilf ihm bitte bei dieser Arbeit!
verbringen?

Irren ist ′menschlich. (Человеку свойственно ошибаться).


Stille Wasser sind ′tief. (В тихом омуте черти водятся).
Friede ist ′besser als zehn ′′Siege. (Мир лучше, чем десять побед).
Wie ′du mir, so ′′ich dir. (Как ты мне, так и я тебе).
Zuerst be‘sinnen, dann be‘‘ginnen. (Сначала подумай, потом делай).
Alte Liebe ′rostet nicht. (Старая любовь не ржавеет).
Liebe ist ′blind. (Любовь слепа).
Besser ′schlichten als ′′richten. (Лучше помирить, чем судить).
Ap′ril, Ap′ril, der ′weiß nicht, was er ′′will. (Апрель, апрель, он не знает, чего он
хочет).
Aufschieb ist ein ′Tagedieb. (Откладывая на завтра, мы воруем у себя время).

- Wie ′findest du diesen Film? Bist du zu′frieden?


- Ich finde ihn ′toll. Und ′du?
- Mir gefiel dieser Film ′auch gut. Ich möchte ihn mir ′noch einmal ansehen.
Sieben ′Ziegen Sieben liebe 'Riesen
blieben ′liegen, liefen durch die 'Wiesen.
sieben ′Fliegen Als die ‘Winde bliesen,
flogen ′’weg. kriegten sie das ‘’Niesen.
[u:] [u]

Abbildung 8
Abbildung 9

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die u-Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[u:] [u]
u – Fuß u - Mund
uh – Schuh

Phonematische Charakteristik

[u:] ist ein langer geschlossener labialisierter gespannter Vokal der hinteren
Reihe der höchsten Zungenhebung.
[u] ist ein kurzer offener labialisierter ungespannter Vokal der hinteren Reihe der
höchsten Zungenhebung.

Artikulationshinweise (Abb. 8, 9)

1. Stülpe die Lippen kräftig vor und runde sie. Beim kurzen [u] sind die
Lippen in geringerem Maße vorgestülpt und gerundet.
2. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit den unteren Schneidezähnen, der
Hinterzungenrücken wölbt sich dabei stark zum Velum. Beim kurzen [u] ist
der Zungenrücken etwas schwächer zum Velum angehoben.
3. Verlege die Zunge nicht nach hinten.
4. Sprich das lange [u:] gespannt und das kurze [u] ungespannt.
5. Öffne den Mund etwa kleinfingerbreit. Beim kurzen [u] ist der Mund etwas
breiter geöffnet.
6. Sprich die u-Laute im Anlaut des Wortes und des Morphems mit
Neueinsatz.

I. Sprich nach. Beachte die u-Laute in den einzelnen Wörtern.

[u:]

[u:]-[u:]-[u:] [u:]- [u:]- [u:] [u:]- [u:]- [u:]

Uhr Jugend Blume Ruhe


Ufer rudern besuchen Gruß
Urlaub Buch rufen Zug
Usus gut Schule Huhn
uralt du Kultur tun
U-Bahn Tuch Natur rudern

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [u:] gesprochen werden:

der Husten (кашель) prusten (прыскать)


der Schuster (сапожник) wusch (waschen - мыть)
die Geburt (рождение) wuchs (wachsen - расти)
nun (теперь) duschen* (принимать душ)
pusten (дуть) nur (только)
plustern (распушить) Ludwig (Людвиг)

[u]

[u]-[u]-[u] [u]-[u]-[u] [u]-[u]-[u]

und bunt Mutter Butter


Unterricht Mund Stunde hundert
unten Wunsch Zunge Vernunft
Ungeduld Kunst Junge turnen
unser durch Hunger gesund
Unglück Luft Zucker Grund

Merke dir die Wörter, die mit dem kurzen [u] gesprochen werden:

flugs (мигом) der Klub (клуб)


die Sucht (страсть) Luther (Лютер)
der Rum (ром) der Geruch (запах)

[u:] > [u]

[u:] - [u] [u:] - [u] [u:] - [u]

Schulstunde Kurpfuscher Blumenduft


Nudelsuppe Studiengruppe Gutenachtkuss
Zugluft Spurenkunde Blutdruck
Ursprung Urkunde Trugschluss
Unikum Suchhund Schulunterricht

[u] > [u:]

[u] - [u:] [u] - [u:] [u] - [u:]

Kunstschule Brunnenkur Mundtuch


umschulen Grundschule Puppenstube
Fundgrube Kunstblume Putschversuch
Untersuchung unblutig Sprungschuhe
[u] >< [ ɔ ]

Pump – Pomp Schluss – Schloss Schuppen – Schoppen


Kunde – Konto Gulden – golden Summer –Sommer
Stuck –Stock Kuppel – Koppel Ruck - Rock

[u:] [u] >< [i:] [ i ]

Zuversicht Huftier Dienst – Dunst Lust-List


Buttermilch Kupferstich Schild – Schuld Kuss - Kies
Buntstift Milchbruder schielen – schulen Tour - Tier

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte


nach. Beachte die Wörter mit dem u-Laut. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

ein guter ′Junge kurz und ′gut


′Schuhe putzen hundert ′Rubel
Mit Gruß und ′Kuss Natur und ′Kunst
′Schutz suchen ein Wunder der Na′tur
Ruhe vor dem ′Sturm dummer ′Junge

Das Kind sucht nach seinem ′Schuh. Wo ist dein ′Taschentuch?


Willst du ′Butter oder ′′Wurst? Gehst du heute zum ′Schulunterricht?
Ich be′wundere diese Kunstwerke. Wir gehen zum Geburtstag unserer
Be′ruhige dich! ′Großmutter.
Rufe mal deinen ′Bruder an! Das ist aber doch keine ′Kunst!
′Ende gut, ′′alles gut. (Все хорошо, что хорошо кончается)
′Kurze Rede, ′′gute Rede. (Короткая речь, хорошая речь)
Allzuviel ist ′ungesund. (Всему нужно знать меру)
′In Ulm und ′um Ulm und um Ulm he′′rum. (В Ульме, вокруг Ульма и ещё раз
вокруг Ульма)

- Kannst du mich heute Abend ′anrufen?


- Tut mir ′leid. Ich komme erst gegen 10 ′Uhr nach Hause zurück, denn ich gehe
heute ′turnen.
- ′Macht nichts. Ich ′warte auf deinen Anruf.
- Gut. Bin ich zu ′Hause, rufe ich dich ′′an.

Dumme ′Nuss, Klabuster, kla‘buster,


dumme ′Kuh, im Keller ist es 'duster,
′′raus bist du! da wohnt ein alter ‘’Schuster.

Meine Muh-, meine Muh-, meine ’Muhme In der Schule


schickt mich ‘her, wippt die Jule
ob der Ku-, ob der Ku-, ob der ′Kuchen auf dem ‘Stuhle.
‘’fertig wär’. Jule, Jule
′'kippt vom Stuhle.
В.С. ПОПОВ

________________________________________________________

ДЕЛО МАСТЕРА БОИТСЯ


Часть 2

УЧЕБНОЕ ПОСОБИЕ ПО ПРАКТИЧЕСКОЙ ФОНЕТИКЕ


НЕМЕЦКОГО ЯЗЫКА

Рекомендовано Учебно-методическим объединением по образованию в области


лингвистики Министерства образования Российской Федерации в качестве учебного пособия для
студентов, обучающихся по специальностям направления 620100-Лингвистика и межкультурная
коммуникация

ТУЛА • 2006
[e:] [ε ] [ε:] [∂]

Abbildung 10

Abbildung 11
Abbildung 12
Abbildung 13

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die e-Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[e:] [ε] [ε:] [∂]


e – leben ä – älter ä – säen e - bekommen
eh – fehlen e – Heft äh - Kähne
ee – Schnee

Phonematische Charakteristik

[e:] ist ein langer geschlossener nicht labialisierter gespannter Vokal der vorderen
Reihe der mittleren Zungenhebung.
[ε] ist ein kurzer offener nicht labialisierter ungespannter Vokal der vorderen Reihe der
mittleren Zungenhebung.
[ε:] ist ein langer offener nicht labialisierter ungespannter Vokal der vorderen Reihe
der mittleren Zungenhebung.

Phonemvariante

[∂] ist ein kurzer, nicht labialisierter, schwachtoniger Vokal der mittleren Reihe der
mittleren Zungenhebung.

Artikulationshinweise (Abb. 10-13)

1. Spreize die Lippen beim geschlossenen langen [e:] nicht (sie haben eine
Lächelneinstellung).
2. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit den unteren Schneidezähnen, der
Vorderzungenrücken wölbt sich dabei zum Palatum. Bei den Lauten [ε], [ε:] ist
der Zungenrücken schwächer zum Palatum angehoben.
3. Öffne den Mund bei der Artikulation des langen [e:] etwa kleinfingerbreit und
des kurzen und langen offenen [ε], [ε:] etwa daumenweit. Beim langen [ε:] ist der
Mund noch breiter geöffnet, als beim kurzen [ε].
4. Sprich das lange geschlossene [e:] gespannt, das kurze offene [ε] und das lange
offene [ε:] dagegen ungespannt.
5. Sprich diese Vokale im Anlaut des Wortes und des Morphems mit Neueinsatz.

I. Sprich nach. Beachte die e-Laute in den einzelnen Wörtern.

[e:]

[e:]- [e:]- [e:] [e:]- [e:]- [e:] [e:]- [e:]- [e:]

eben schwer reden legen


Epik Kegel stehen Besen
ehrlich Mehl geben Degen
Erika nehmen Problem fegen
edel Emblem wenig gehen
ewig Tee sehen hegen

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [e:] gesprochen werden:

die Erde (земля) der Herd (очаг)


die Herde (стадо) das Pferd (лошадь)
werden (становиться) das Schwert (меч)
die Beschwerde (жалоба) der Wert (стоимость)
der Keks (печенье) nebst (возле)
stets (постоянно) der Kreml* (кремль)
die Geste (жест) das Zebra (зебра)
Hedwig (Ядвига) das Erz (руда)
erst (первый) der Krebs (рак)
der Este (эстонец) Estland (Эстония)
Dresden (Дрезден) Gerhard (Герхард)
Mecklenburg* (Мекленбург) er (он)
wer (кто) der, dem, den (артикль)
das Requiem (реквием)

[ε]

[ ε ]-[ ε ]-[ ε ] [ ε ]-[ ε ]-[ ε ] [ ε ]-[ ε ]-[ ε ]

elf stellen essen nennen


Ende trennen ändern Henne
Ecke Geld sprechen Bände
etwas Feld herrlich drängen
Ernte fest fertig lernen
extra Hemd werfen krächzen

Merke dir die Wörter, die mit dem kurzen [ε] gesprochen werden:

der Chef (шеф) weg (прочь)


das Hotel (гостиница) das Rebhuhn* (куропатка)
Stephan (Штефан)
[ε:]

[ε:]-[ε:]-[ε:] [ε:]-[ε:]-[ε:] [ε:]-[ε:]-[ε:]

ähnlich Räder Zähne nähen


Ähre Käfig Prämie säen
spät Gewähr fähig währen
erzählen Käse wählen Fähre
Bär Rätsel erwähnen Refrain
Säge gefährlich schläfrig bärtig

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [ε:] gesprochen werden:

das Gespräch (разговор) das Städtchen* (городок)


die Städte* (города) zärtlich (нежный)
das Rätsel (загадка) gemächlich (величественный)
die Gebärde (гримаса) das Mädchen (девочка)
das Märchen (сказка) das Gemälde (картина)
die Ärztin* (врач) das Gefäß (сосуд)
die Bärte (бороды) das Gesäß (ягодицы)

[e:] >< [ε ]

reden – retten fehlen – fällen


stehlen – stellen lehren – lernen
den – den Heer - Herr

[e:] >< [ε ] >< [ε:]

ein wertvolles Ge′schenk ein ′Märchen erzählen


ein schläfriges ′Wetter leere ′Felder
zehn ′Teller wegen schlechten ′Wetters
Ende ′Februar sechs ′Pferde
′besser erklären ′selbst gehen
′Englisch lesen 'Zähne fletschen

/∂/

Regel 1: Das reduzierte /∂/ wird realisiert:


1. in den Präfixen be-, ge-;
2. in den Suffixen –e, -et, -est, -chen;
3. in den Suffixen –en und –em nur nach den Vokalen und Sonanten;
4. im Suffix –el nur nach den Vokalen und Diphthongen;

Lage Märchen Hose fahren


genau Gebäude gehören hängen
betreuen Behörde begegnen gewähren
Mädchen Veilchen Städtchen schreien
wählen antwortet bereuen arbeitest
Bleuel Eselei geschehen zähmen

Regel 2: Das reduzierte /∂/ fällt in folgenden Fällen aus, wobei die Endsonanten die
Funktion des Silbenträgers übernehmen:

1. in den Suffixen –en und -em nach den Verschluss- und Engekonsonanten,
sowie auch nach den Affrikaten;
2. im Suffix –el nach den Verschluss- und Engekonsonanten, sowie auch nach
den Sonanten und Affrikaten;
Rätsel Pudel Tunnel Ofen
bremsen Wagen Balken Atem
Löffel Gipfel Insel Abend
Lügen sprechen Lappen bindenden
Zettel haben schicken rettenden
Menschen Mittel Taschen Löffel

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit dem e-Laut. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher auswendig.

vergeben und ver′gessen lernen und ver′gessen


′Fehler erklären geben und ′nehmen
lehren und ′lernen Zähler und ′Nenner

Er bekommt ein wertvolles Ge′schenk. Man fährt morgen nach ′Dresden.


Der Lehrer erklärt unsere ′Fehler. Wie ′lange schläft schon das Kind?
Gefällt dir dieses ′Städtchen? Warum ′fehlt heute dieser Student?

Lesen wir mal jenes ‘Märchen! Setz dich ans ‘Fenster hin!
Du kennst ‘Erich nicht? ′Schäme dich! Gebt eure Hefte ‘her!
Wollen wir in die Biblio′thek gehen! Steh ′auf und komm ′′her!

Besser spät als ′gar nicht. (Лучше поздно, чем никогда).


Wer der ′Erste, der der ′′Beste. (Кто первый, тот лучший).
Neue Besen ′kehren gut. (Новая метла метет хорошо).
Geben ist ′seliger denn ′′nehmen. (Дарить благороднее, чем брать).
Keiner ist ′mehr als ′′Mensch. (Человек – венец природы).
Eigener Herd ist ′Goldes wert. (Собственный очаг дороже золота).
Leben ist ′lernen und ver′′gessen. (Жить – значит учиться и забывать).
Andere ′Städtchen, andere ′′Mädchen. (Другие города, другие нравы).
Alles ver′geht, Tugend be′′steht. (Все проходит, добро остается).
Lügen haben kurze ′Beine. (У лжи ноги коротки).
Vater werden ist nicht ′schwer, Vater ′sein dagegen ′′sehr. (Стать отцом легко, отцом
быть трудно).
Lieber ein Ende mit ′Schrecken, als Schrecken ′′ohne Ende. (Лучше конец со страхом,
чем страх без конца).
Man muss das Leben eben ′nehmen, wie das Leben eben ′′ist. (Нужно принимать
жизнь такой, какой она есть).
Esel essen ′Nesseln nicht, Nesseln essen ′′Esel nicht. (Ослы не едят крапиву, крапиву
не едят ослы).
Der Zweck des ′Lebens ist das Leben ′′selbst. (Целью жизни является сама жизнь).

- Was ′fehlt dir? Du bist heute so ′schläfrig.


- Ach, ich habe ′Kopfschmerzen.
- ′Sicher hast du dich erkältet.
- Ich ′denke, du hast ′′recht. Ich gehe lieber ins ′Bett.

Schläft der ′Schäfer, 'Langes Fädchen,


dieser ′Schläfer, '‘faules Mädchen.
sind die Schäfchen 'Kurzes Fädchen,
in Ge′′fahr. '‘fleißig Mädchen.

Heile, heile 'Segen, Eberhard Eben


sieben Tage 'Regen, lebt von 'Reben.
sieben Tage 'Schnee, Von 'Reben?
's tut mir nimmer '‘weh. Na, ‘eben!
Auf dem Kähnchen
fährt das 'Hähnchen,
dreht ein Fähnchen
sich im 'Wind.
Kähnchen, Hähnchen, 'Fähnchen
fahren hin ge‘‘schwind.

[o:] [ ɔ ]

Abbildung 14
Abbildung 15

Abbildung 16

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die o-Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:
[o:] [ɔ ]
o – groß o - kosten
oh – Kohle
oo – Boot
ow – Treptow

Phonematische Charakteristik

[o:] ist ein langer geschlossener labialisierter gespannter Vokal der hinteren Reihe der
mittleren Zungenhebung.

[ɔ] ist ein kurzer offener labialisierter ungespannter Vokal der hinteren Reihe der
mittleren Zungenhebung.

Artikulationshinweise (Abb. 14-16)

1. Stülpe die Lippen kräftig vor und runde sie. Beim kurzen [ɔ] sind die Lippen
schwächer vorgestülpt und gerundet.
2. Verlege die Zunge nicht nach hinten. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit den
unteren Schneidezähnen, der Hinterzungenrücken ist dabei zum Velum

angehoben. Beim kurzen [ɔ] ist der Zungenrücken etwas schwächer zum Velum
angehoben.

3. Öffne den Mund etwa kleinfingerbreit. Beim kurzen [ɔ] ist der Unterkiefer
etwas tiefer gesenkt, als beim langen [o:].

4. Sprich das lange [o:] gespannt und das kurze [ɔ] ungespannt.
5. Sprich die o-Laute im Anlaut des Wortes und des Morphems mit Neueinsatz.

I. Sprich nach. Beachte die о-Laute in den einzelnen Wörtern.


[o:]

[o:]- [o:]- [o:] [o:]- [o:]- [o:] [o:]- [o:]- [o:]

oben wo Hof hohl


ohne froh Boot droben
oder so Treptow toben
Oper Zoo beobachten rot
Ofen Tod vorwärts Krone
Ohr loben Brot Rose

Revolution Delegation Nation Opposition


Lektion Organisation Institution Rektion
Deklination Konjugation Fraktion Vegetation

Radio Auto Kino also


Treptow Otto Bruno Porto
Pankow irgendwo Güstrow Theo

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [o:] gesprochen werden:

der Trost (утешение) der Mond (месяц)


das Obst (фрукты) der Knoblauch (чеснок)
der Vogt (наместник) das Kloster (монастырь)
der Montag (понедельник) das Ostern (Пасха)
prost (на здоровье)
[ɔ]

[ɔ] - [ɔ] - [ɔ] [ɔ] - [ɔ] - [ɔ] [ɔ] - [ɔ] - [ɔ]

oft Dorf besorgen Wonne


Ort Wolf morgen Donner
Ost Wort Norden Rotte
Onkel Kopf Sommer Sonne
offen fort kosten Rock
Olga Stock hoffen trotz

Merke dir die Wörter, die mit dem kurzen [ɔ] gesprochen werden:

die Hochzeit (свадьба) der Vorteil (преимущество)


die Brombeere (ежевика) der Lorbeer (лавр)
der Bischof (епископ) das Lexikon (лексикон)

[o:] > [ɔ]

Brotkorb Vorwort Todesopfer Bodenreform


Hohlkopf Rohkost Rotkopf frohlocken
Großonkel Vorposten Wohlwollen Stromversorgung

[ɔ] > [o:]

wolkenlos Kostprobe obwohl Roggenbrot


Sommervogel Holzkohle Vollmond Spottvogel
kopflos Kontor Korridor Doppelboden
[o:] [ɔ] >< [u:] [u]

Boden – Buden Honigkuchen tun - Ton


toben – Tuben ruhelos Chor - Kur
Ohr – Uhr Zugvogel Mund - Mond
Gruß – groß Brotsuppe Brot - Brut
Huf – Hof Fußnote grub - grob
Ruh – roh Vorwurf flog – Flug

[o:] >< [ɔ] >< [a]

Ofen – offen – Affen oben – ob – ab


rote – Rotte – Ratte wohnen –Wonnen – Wannen
hohle – Holle – Halle holt – hold - halt

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit dem o-Laut. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher auswendig.

in der vorigen 'Woche Wort für ′Wort


'Kohlsuppe kosten einen ′Stock holen
für seinen 'Sohn sorgen eine ′Kostprobe machen
die ′Tochter loben für das Wohl des ′Volkes sorgen
die Wohnung im oberen ′Stock frohe 'Ostern

Am Sonntag gehen wir in die ′Oper. In unserem Hof wachsen rote ′Rosen.
Er kommt nach Bonn ohne seine ′Tochter. Ich hole ihn ans Tele’fon.

′Geht er nach oben oder ′′kommt er von oben?


Ist das Tor ′offen oder ge′′schlossen?
Kommst du ′morgen oder nach einem ′′Monat?

Schreibe bitte nicht ′Floß, sondern ′′floss!


Wiederhole das nicht zum ′Mittwoch, sondern zum ′′Montag!
Lass das Tor nicht ′offen, sondern ge′′schlossen!

Erst ′prob's, dann ′′lob's. (Сначала попробуй, а потом хвали).


Keine Rose ohne ′Dornen. (Нет розы без шипов).
Wie ge′wonnen, so zer′′ronnen. (Как пришло, так и ушло).
Borgen macht ′Sorgen. (Долг не ревет, а спать не дает).
′Morgenstund‘ hat ′′Gold im Mund. (Кто рано встает, тому бог дает).
Frisch be′gonnen, halb ge′′wonnen. (Лиха беда начало).
In der Not schmeckt ′jedes Brot. (В нужде любой хлеб сладок).
′Kleine Kinder - ′′kleine Sorgen, ′große Kinder – ′′große Sorgen. (Малые дети – малые
заботы, большие дети – большие заботы).
Was du ′heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf ′′morgen. (То, что ты можешь
сделать сегодня, не откладывай на завтра).
Aufge′schoben ist nicht aufge′′hoben. (То, что перенесено, не означает, что оно
отменено).

- Hat sie einen ′Sohn oder eine ′′Tochter?


- Sie hat einen ′Sohn.
- Und wie ′alt ist er?
- Ich ′glaube, er ist ′′neunzehn Jahre alt.
- Und was ′macht er?
- Er studiert an einer ′Hochschule.
′Nora, Oh, ‘oh!
Nora und ′Dora, Wo ist der ‘Floh?
Nora und Dora toben ′oben, Er ist im ‘Zoo,
Nora und Dora toben oben auf dem ′′Boden. So, ’so.

Lotte lockt die Motte in die ‘Grotte.


‘Tolle Motte, diese ‘‘Lotte!
Motte 'tot, Grotte 'rot: ‘‘Grottentod.

[y:] [y]

Abbildung 17
Abbildung 18

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[y:] [y]
ü – Bücher ü - Glück
üh – führen y - Gymnastik
y - Analyse
Phonematische Charakteristik

[y:] ist ein langer geschlossener labialisierter gespannter Vokal der vorderen Reihe der
höchsten Zungenhebung.
[y] ist ein kurzer offener labialisierter ungespannter Vokal der vorderen Reihe der
höchsten Zungenhebung.

Artikulationshinweise (Abb. 17-18)

1. Stülpe die Lippen kräftig vor und runde sie. Beim kurzen [y] sind die Lippen
etwas schwächer vorgestülpt und gerundet.
2. Verlege die Zunge nicht nach hinten. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit den
unteren Schneidezähnen, der Vorderzungenrücken ist dabei stark zum Palatum
gehoben. Beim kurzen [y] ist der Zungenrücken etwas schwächer zum Palatum
gehoben.
3. Bei der Artikulation des langen [y:] sprich das lange [i:] und forme die Lippen
wie beim langen [o:].
4. Bei der Artikulation des kurzen [y] sprich das kurze [i] und forme die Lippen wie
beim kurzen [u].
5. Sprich das lange [y:] gespannt und das kurze [y] ungespannt.
6. Öffne den Mund etwa kleinfingerbreit. Beim kurzen [y] ist der Unterkiefer etwas
tiefer gesenkt.
7. Sprich die ü-Laute im Anlaut des Wortes und des Morphems mit Neueinsatz.

I. Sprich nach. Beachte die ü-Laute in den einzelnen Wörtern.

[y:]

[y:]- [y:]- [y:] [y:]- [y:]- [y:] [y:]- [y:]- [y:]


üben früh lügen fühlen
übrig kühl wüten rügen
über süß müde küren
üblich grüßen Schüler Krüge
übrigens schwül Rübe spülen
übel Tür Gemüse Mühle

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [y:] gesprochen werden:

die Büste (бюст) die Wüste (пустыня)


wüst (пустынный) düster (мрачный)
hüsteln (прикашливать) der Rüster* (хобот)
der Plüsch (плюш) die Psyche (психика)
[y]

[y]-[y]-[y] [y]-[y]-[y] [y]-[y]-[y]

üppig Bürste glücklich Küste


Glück Wünsche pünktlich Nüsse
hübsch Küche fünfzig Krücke
fünf mündlich tüchtig füllen
Stück müssen gebürtig Püppchen
nützlich Schlüssel Rücken Klüfte

Anm.: Das Wort gebürtig (родом из …) wird mit dem kurzen [y] realisiert,
obgleich das Wort Geburt mit dem langen [u:] gesprochen wird.

[y:] > [y]

Schülermütze überflüssig Bühnenstück


Südküste Süßfrüchte überglücklich
Frühstück Übungssystem Südnüsse

[y] > [y:]

Glücksgefühl Büffelkühe Bürstenabzüge


Rückführung Zündhütchen Zündschnüre

[y] [y:] >< [i:] [i]

lügen – liegen Ziege – Züge fühlen – fielen


Biene – Bühne Tür – Tier Fliege – Flüge
für – vier schielen – Schüler Süden – sieden
Brillen – brüllen Sprünge – springen Stille - Stühle

[y] [y:] >< [u:] [u]

Mütter – Mutter dumm – dümmer kurz – kürzer


lügen – lugen Krug – Krüge Buch – Bücher
Stühle – Stuhl Luft – Lüfte Wurst - Würstchen
Füße – Fuß Schuss – Schüsse Bruder - Brüder

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit dem o-Laut. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher auswendig.

süße ′Früchte mit ′Vorwürfen überschütten


55 ′Bücher etwas gründlich ′prüfen
gute ′Schüler wünschen ein berühmtes The′aterstück
sich ′glücklich fühlen eine mündliche ′Übung
üppig ′blühen fünf ′Tücher
Ich fühle mich ′glücklich. (Я чувствую себя счастливым).
Verbotene Früchte schmecken ′süß. (Запретный плод сладок).
In der ′Kürze liegt die Würze. (Краткость – сестра таланта).
Jeder ist seines Glückes ′Schmied. (Всяк кузнец своего счастья).
Übung macht den ′Meister. (Дело мастера боится).
Hüben und 'drüben hübsche 'Büsche mit üppigen '‘Blüten. (Там и сям красивые кусты
с пышными бутонами).
Wer ′lügt, der be′trügt. (Кто лжёт, тот обманывает).
Morgen früh beginnt die Prüfung in Phy′sik. (Завтра утром начинается экзамен по
физике).
Wer einmal ′lügt, dem ′′glaubt man nicht. (Кто хоть раз соврал, тому уже не ве-
рят).
Die Bürsten mit ′schwarzen Borsten bürsten ′besser als die Bürsten mit ′′weißen
Borsten. (Щётки с чёрной щетиной чистят лучше, чем щётки с белой щетиной).

Hast du müde ′Füße? Was für ′Bücher müssen wir lesen?


Wie ge′fiel dir dieses Bühnenstück? Gehen wir ′Früchte pflücken?

Lass ihn ′grüßen! Hänge bitte den Schlüssel über die ′Tür!
Geh zurück über die ′Brücke! Mach diese Übung ′mündlich!

- Warum bist du heute so ′düster? Hü – hü - ′hüte,


- Ich bin durch die ′Prüfung gefallen. Tü – tü – ′Tüte,
- Was für eine ′Prüfung war das? Hüte die ′′Tüte!
- Phy′sik.
Fünf, fünfzig, fünfundfünfzig, Hühner haben müde 'Flügel,
fünfhundert, fünfhundertfünfzig, sitzen lieber auf dem 'Hügel
fünfhundertfünfundfünfzig … . bei dem übrigen Ge’’flügel.
[ø: ] [œ]

Abbildung 19

Abbildung 20
Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die ö-Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[ø: ] [œ ]
ö – lösen ö - Wörter
öh – Höhle
oe – Goethe
eur – Ingenieur

Phonematische Charakteristik

[ø:] ist ein langer geschlossener labialisierter gespannter Vokal der vorderen Reihe der
mittleren Zungenhebung.
[œ] ist ein kurzer offener labialisierter ungespannter Vokal der vorderen Reihe der
mittleren Zungenhebung.

Artikulationshinweise (Abb. 19-20)

1. Stülpe die Lippen kräftig vor und runde sie. Beim kurzen [œ] sind die Lippen
etwas schwächer vorgestülpt und gerundet.
2. Verlege die Zunge nicht nach hinten. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit
den unteren Schneidezähnen, der Vorderzungenrücken ist dabei zum Palatum
angehoben. Beim kurzen [œ] ist der Zungenrücken etwas schwächer zum
Palatum angehoben.
3. Bei der Artikulation des langen [ø:] sprich das lange [e:] und forme die
Lippen wie beim langen [o:].
4. Bei der Artikulation des kurzen [œ] sprich das kurze [ε] und forme die Lippen

wie beim kurzen [ ɔ ].


5. Sprich das lange [ø:] gespannt und das kurze [œ] ungespannt.
6. Öffne den Mund etwa kleinfingerbreit. Beim kurzen [œ] ist der Unterkiefer
etwas tiefer gesenkt.
7. Sprich die ö-Laute im Anlaut des Wortes und des Morphems mit Neueinsatz.

I. Sprich nach. Beachte die ö-Laute in den einzelnen Wörtern.

[ø:]

[ø:] -[ø:] -[ø:] [ø:]- [ø:]- [ø:] [ø:]- [ø:]- [ø:]

Öl schön Ingenieur krönen


Österreich Löwe Regisseur Chöre
öde Söhne mögen töten
Öfen höflich gehören Höhle
Öse Vögel möglich schwören
Ölung fröhlich gewöhnlich stören

Merke dir die Wörter, die mit dem langen [ø:] gesprochen werden:

die Behörde (власти) Österreich (Австрия)


trösten (утешать) rösten* (жарить)

[œ]

[œ]- [œ]- [œ] [œ]- [œ]- [œ] [œ]- [œ]- [œ]

öffnen zwölf Töchter können


östlich Köln Dörfer Röcke
örtlich Löffel geöffnet Löcher
öfters Völker nördlich fördern
Öffnung plötzlich Köpfe möchte
Hölle Wörter Frösche Störche

[ø:] > [œ]

Löwenköpfe Goethe - Götter


Königsmörder Öfen - öffnen
Höflichkeitswörter nötig - nördlich

[œ] > [ø:]

Körpergröße Hölle - Höhle


möchte – mögen Böckchen - böse
fördern – Föhre Mörder – Möhre

[œ] [ø:] >< [e:] > [ε]

kennen – können Erdöl Röste - Reste


kehre – Chöre Kehlköpfe Zölle - Zelle
Mächte - möchte Seelöwe Söhne - Sehne
Mehre – Möhre Schneeglöckchen lösen - lesen

[œ] [ø:] >< [o:] > [ ɔ ]

Ofen – Öfen Stock – Stöcke Loch – Löcher


Körbe – Korb Löhne – Lohn schön – schon
groß – Größe Stoß – Stöße Gott – Götter
Köpfe – Kopf Wörter – Wort Glöckchen - Glocke
II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.
Beachte die Wörter mit dem ö-Laut. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher auswendig.

schöner ′Körper Söhne und ′Töchter


fröhliche ′Köche höchstes ′Können
zwölf ′Vögel ′Töchter trösten
keine ′Wörter hören wöchentliche ′Löhne

Ich finde es ′ungewöhnlich. Du störst mich beim ′Zuhören.


Wir hören ihn ′Flöte spielen. Möchte das Wetter ‘schön sein!

Möchtest du diese ′Brötchen essen? ′Wieso ist es nicht möglich?


Singen diese Chöre ′schön? Warum bist du mir ‘böse?

Das Ende krönt das ′Werk. (Конец делу венец).


Schöne Leute haben schöne ′Sachen. (У красивых людей красивые вещи).
Wo ′Frösche sind, da sind auch ′′Störche. (Там, где лягушки, там и цапли).
Viele Köche verderben den ′Brei. (У семи нянек дитя без глазу).
Böses muss mit ′Bösem enden. (Зло всегда кончается злом).
Höfliche Worte vermögen ′viel und kosten doch ′′wenig. (Вежливые слова могут
сделать многое, а стоят ничего).
Ich möchte ihre schönen Töchter ′trösten. (Я хотела бы утешить её прекрасных
дочерей).
Ein fröhliches ′Herz macht ein fröhliches ′′Angesicht. (Веселая душа – веселый
вид).
Einmal wöchentlich haben wir ′Körperkultur. (Раз в неделю у нас физкультура).

- Darf ich dich ′stören?


- ′Bitte schön.
- Ich möchte ′fragen, оb es ′möglich ist, dieses Lied ′′nochmals zu hören.
- Aber ′selbstverständlich! Ich möchte es ′auch hören.

Röslein, Röslein, Röslein ′rot In der Höhle stönt der 'Löwe.


Röslein auf der ′′Heiden. ‘Hört die Töne!
‘’Löwentöne.

[Ĭ] [ŭ]

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die überkurzen Laute mit folgenden Buchstaben


bezeichnet:
[Ĭ]
i (vor einem silbischen Vokal) – z.B. grandios
[ŭ]
u (vor einem silbischen Vokal) – z.B. Februar

Phonetische Charakteristik

[ Ĭ ] ist ein überkurzer geschlossener nicht labialisierter Vokal der vorderen Reihe der
höchsten Zungenhebung.
[ ŭ ] ist ein überkurzer geschlossener labialisierter Vokal der hinteren Reihe der
höchsten Zungenhebung.

Anm.: 1. Die überkurzen Laute –i-u- sind keine selbständigen Phoneme, sondern
positionsgebundene Varianten.
2. Die überkurzen Laute –i-u- bilden keine selbständige Silbe und kommen in der Regel
nur in Entlehnungen vor.
Artikulationshinweise

1. Ersetze das überkurze [ Ĭ ] nicht durch den Jot- Laut.


2. Betone die überkurzen Laute nicht.

I. Sprich nach. Beachte die Aussprache der überkurzen Laute in den einzelnen
Wörtern.

[Ĭ]

Komödie Bestie Radio


Linie Stadium Belgien
Asien Stadion Periode
Million Familie Station
Lilie labial Ferien
grandios Religion Revolution
Deklination Lektion finanziell
Material speziell kurios

[ŭ]

Genua visuell Capua Linguist aktuell


Etui Bisquit Februar Januar Statue

II. Sprich folgende Wortverbindungen und Sätze nach. Beachte die Wörter mit den
überkurzen Lauten.

eine Delegation aus ′Algerien Gäste aus I′talien


Spanien und Bra′silien in den ′Ferien
im Januar und ′Februar finanzielle ′Schwierigkeiten

Morgen kommen Delegationsmitglieder aus Italien nach Sankt ′Petersburg.


Die Studenten haben ihre Ferien Ende ′Januar-Anfang ′′Februar.
Das Studium an der Universität ge′fällt mir.

Hast du finanzielle ′Schwierigkeiten? Kennst du die Familie Il′jins?


Kommt die Delegation aus Algerien im ′Januar oder im ′′Februar?
Willst du nach 'Spanien oder ‘‘Brasilien reisen?

Diphthonge

[ae] [ɔø] [ao]

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die deutschen Diphthonge mit folgenden


Buchstaben und Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[ae] [ɔø] [ao]


ei – mein eu – Freund au - Frau
ai – Mais äu - äußern
ay – Bayern oi - Boiler
ey – Ceylon oy – Boykott

Artikulationshinweise

1. Dehne die Diphthonge nicht.


2. Bei der Artikulation des Diphthongs [ae] müssen die artikulierenden Organe vom
kurzen [a] zu einem sehr kurzen geschlossenen [e] gleiten.
3. Bei der Artikulation des Diphthongs [ao] müssen die artikulierenden Organe vom
kurzen [a] zu einem sehr kurzen geschlossenen [o] gleiten.

4. Bei der Artikulation des Diphthongs [ɔø] müssen die artikulierenden Organe vom

kurzen [ɔ ] zu einem sehr kurzen geschlossenen [Ø] gleiten.

5. Akzentuiere und sprich den ersten Bestandteil der Diphthonge besonders


deutlich.
6. Ersetze die letzten Laute in den Diphthongen „ei“ und „eu“ nicht durch den Jot-
Laut.

7. Stülpe die Lippen vor und runde sie bei der Artikulation des Diphthongs [ɔø].
8. Sprich die Diphthonge als eine einsilbige Einheit mit gleitender Artikulation.
9. Sprich die Diphthonge im Anlaut des Wortes bzw. des Morphems mit Neuein-
satz.

I. Sprich nach. Beachte die Diphthonge in den einzelnen Wörtern.

[ae]

[ae] -[ae]- [ae] [ae]- [ae]- [ae] [ae]- [ae]- [ae]

Ei zwei fleißig Feier


eins reich arbeiten bleiben
Eis leicht Freiheit Tapferkeit
heiß breit Bäckerei Leiden
weiß weit schreiben Konditorei
Reis Bein einheitlich Beileid
[ɔø] - [ɔø] - [ɔø] [ɔø] - [ɔø] - [ɔø] [ɔø] - [ɔø] - [ɔø]

euch treu Gebäude Mäuse


euer neu träumen Fäuste
äußern Freund Zeugnis Leuchte
Eule Deutsch Freude Gebräu
Europa neun Freundschaft feucht
Eugen Feuer Häuser Scheu

[ao]

[ao]- [ao]- [ao] [ao] -[ao]- [ao] [ao]- [ao]- [ao]

auch Frau laufen zaubern


außen blau bauen rauschen
Aula grau sauber schauen
taub genau tausend ausplaudern
faul schlau Kaufhaus Laubbaum
laut rauchen Hausfrau Dauer

[ae] - [ɔø] - [ao]

[ae] - [ɔø] - [ao] [ae] - [ɔø] - [ao] [ae] - [ɔø] - [ao]

Tapferkeit Treibhaus Neuzeit


Polizeigebäude Freundeskreis Waisenhaus
Bauleiter Eichbaum Häuslichkeit
II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.
Beachte die Wörter mit den Diphthongen. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

ein neues ′Feuerzeug 'steinreich sein


neue ′Zeitungen kaufen aus der 'Schule plaudern
an einer ′Krankheit leiden aus dem 'Häuschen sein

Das Gebäude ist ′neu. Er beteuert seine ′Reue.


Wir schreiben ′gut deutsch. Das ist eine faule 'Ausrede.
Er braucht einen neuen ′Staubsauger. Es ist eine heikle ‘Angelegenheit.

Kann ich Frau ′Maier sprechen? An welcher ′Krankheit leidet er?


Warum ist sie so weiß wie ′Kreide? Das ist ′unser Auto. Steig ′ein!
Das ist aber eine faule ′Ausrede! Kaufe mal dir ein neues ′Kleid!

Einer für ′alle und alle für ′′einen. (Один за всех, все за одного).
Neue ′Freunde, neue ′′Freude. (Новые друзья - новая радость).
Ge′teilte Freude ist ′′doppelte Freude. (Разделённая радость - двойная рaдость).
Ohne ′Fleiß kein ′′Preis. (Без труда не вытащишь и рыбки из пруда).
Aus den ′Augen, aus dem ′′Sinn. (С глаз долой - из сердца вон).
Träume sind ′Schäume. (Мечты призрачны).
Aus dem Regen in die ′Traufe. (Из огня да в полымя).
Die Zeit heilt alle ′Wunden. (Время лечит).
Gut ge′kaut ist halb ver′′daut. (Кто долго жует, тот долго живет).
′Klein aber ′′fein. (Мал золотник, да дорог).
Aufge′schoben ist nicht aufge′′hoben. (Отложить – не значит отменить).
Die Zeit ′eilt, ′heilt, ′′teilt. (Время спешит, лечит, разделяет).
Ein faules ′Ei verdirbt den ganzen ′′Brei. (Ложка дегтя портит бочку меда).
Das Schwein träumt von ′Eicheln. (Свинья только и мечтает о желудях).
Eile mit ′Weile. (Тише едешь, дальше будешь).
Kein ′Vorteil ohne ′′Nachteil. (Нет худа без добра).
Wer zeitig ′feiern will, muss fleißig ′′arbeiten. (Если хочешь своевременно погулять,
то придется прежде прилежно поработать).
Wer ′kauft, was er nicht ′braucht, muss bald ver′kaufen, was er ′′braucht.
(Кто покупает, что ему не нужно, ему придётся скоро продать то, что ему
нужно).
Wer “brauchen” ohne ′“zu” gebraucht, braucht “brauchen” überhaupt nicht zu
ge′′brauchen. (Кто употребляет глагол „brauchen“ без „zu“, тому вообще не
следует его употреблять).

- ′Weißt du, sie möchte sich ein neues ′′Kleid kaufen.


- Wozu ′braucht sie ein neues Kleid?
- Ich ′glaube, sie kann es sich ′′leisten.
- Na ′gut, ich bin ′′einverstanden.

Eifersucht ist eine ′Leidenschaft, Die alten Weiden neigen


die mit Eifer ′sucht, sich auf dein ′Bett herein,
was Leiden ′′schafft. Die ′Vöglein in den Zweigen,
(Schleiermacher) sie singen treu dich ′′ein.
(Eichendorff)
KONSONANTEN

[b] [d] [g] [p] [t] [k]

Abbildung 21

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[b] [d] [g] [p] [t]


b – Buch d – Dach g – Gabel p – packen t – Tanne
bb – Ebbe dd – paddeln gg – Egge pp – Mappe tt – bitte
b – Laub th – Thema
[k] dt – Stadt
k – Kind ch – Charakter c – Cafe d – Mund
g – Tag kk - Akkusativ
ck – Ecke qu – Quelle

Phonematische Charakteristik

[b] ist ein bilabialer stimmhafter ungespannter Verschlusssprenglaut.


[p] ist ein bilabialer stimmloser gespannter Verschlusssprenglaut.
[d] ist ein dental-alveolarer stimmhafter ungespannter Verschlusssprenglaut.
[t] ist ein dental-alveolarer stimmloser gespannter Verschlusssprenglaut.
[g] ist ein postpalataler stimmhafter ungespannter Verschlusssprenglaut.
[k] ist ein postpalataler stimmloser gespannter Verschlusssprenglaut.

Artikulationshinweise (Abb. 21)

1. Bei der Artikulation von [b] und [p] bilden die Lippen einen Verschluss.
2. Bei der Artikulation von [d] und [t] bildet die Vorderzunge einen Verschluss an
den Alveolen und an den oberen Schneidezähnen.
3. Bei der Artikulation von [g] und [k] bildet die Hinterzunge an der Grenze
zwischen Palatum und Velum einen Verschluss.
4. Sprich die stimmhaften Laute [b], [d], [g] ungespannt.
5. Sprich die stimmlosen Laute [p], [t], [k] gespannt und mit Aspiration. Sprich [g]
und [k] vor und nach den Vokalen der vorderen Reihe teilweise palatalisiert.

I. Sprich nach. Beachte die b-d-g-p-t-k - Laute in den einzelnen Wörtern.

[b] [d] [g]


-bi-be-ba-bo-bu-bä-bö-bü-beu-bei-bau-
-di-de-da-do-du-dä-dö-dü-deu-dei-dau-
-gi-ge-ga-go-gu-gä-gö-gü-geu-gei-gau-

Bild baden Brille Becher


Dach dunkel müde dünn
Gast Gedicht glücklich Beispiel
Bett Fieber Blume Ende
Dorf baden Dichter Bibel
gern fliegen gehen Geld
bringen sieben bereit Dampfer
dienen Kreide Wunder Beschwerde
Gabel Jugend gestern Gastgeber
Gebiet Gebirge Brunnen brechen
dumm Ende danken Deutsch
Geld Grenze siegen Gegenwart

[p] [t] [k] mit Aspiration

Regel: Diese Laute werden in den betonten Silben vor einem Vokal im absoluten
Anlaut und im Auslaut des Wortes vor einer Pause, sowie auch vor den Sonanten –r-l-n
mit Aspiration gesprochen.

-pi-pe-pa-po-pu-pä-pö-pü-peu-pei-pau- -ti-te-ta-to-tu-tä-tö-tü-teu-tei-tau-
-ki-ke-ka-ko-ku-kä-kö-kü-keu-kei-kau-
-ip-ep-ap-op-up- -it-et-at-ot-ut- -ik-ek-ak-ok-uk-

Pilz gelb Platz Küche


Tee breit Nacht Geld
kalt kurz kneifen krank
Lob Pause Klub Kirschen
Tisch Pferd trinken plump
Bank Glück kennen Tat

[p] [t] [k] ohne Aspiration

Regel: Die p-t-k-Laute werden in den Lautverbindungen – ʃp-sp-ʃt-st-ks-sk- und


in den Affrikaten nicht aspiriert. In den unbetonten Silben und vor den
Geräuschkonsonanten (Verschluss- und Engelauten) ist die Aspiration von –p-t-k
mittelstark bis schwach. Sie kann auch gänzlich fehlen.

ʃpi - ʃpe – ʃpa ʃti - ʃte – ʃta pfi – pfe – pfa tʃi –tʃe – tʃa
ski – ske- ska ksi –kse – ksa tsi –tse - tsa

Spiel spät Hexe Stoff


stolz lustig Erbse Begeisterung
sechs Teleskop Kapsel weggehen
Achse Sprache Apfel Zeltdach
stehen Raps Pforte Bettdecke
backen Stock Tschardasch Rückgabe

[b] [d] [g] >< [p] [t] [k]

Guss – Kuss leider – Leiter Bogen - Pocken


wegen – wecken Dank – Tank rauben - Raupen
gleiten – kleiden Dorf – Torf Gebäck - Gepäck
gern – Kern Deich – Teich Liebe - Lippe
hegen – hecken Feder – Väter Blatt - platt
Grippe – Krippe reden – retten Bass - Pass
Gesichtskreis Topfdeckel Blutprobe
Ganztagsschule Dienstag Beispiel
Gesangskunst Federbett Parkverbot
Güterzug Tundra Blondkopf
Gewerkschaft Diktat Brautpaar
Geklingel Taschendieb Postgebühr

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit den Lauten [b], [d], [g], [p], [t], [k]. Lerne Sprichwörter und
Zungenbrecher auswendig.

'Pech haben auf Schritt und ′Tritt


im großen und ′ganzen Butter und ′Brot
ein guter Ge′danke durch das ′Dorf
‘Possen treiben auf gut ‘Glück
keinen ′Deut wert sein seinen ‘Weg gehen

Der Kranke bat um eine Tasse ′Tee. Was willst du zu ′Mittag essen?
Fährt durch diese Straße ein ′Bus? Geh ′weg!
′Warten Sie einen Augenblick! Ich ′denke nicht daran!
Darf ich dir zu deinem Ge′burtstag gratulieren?
Ich bin damit ganz und gar nicht ′einverstanden.
Tante Tanja trinkt täglich eine Tasse ′Tее.

Was man ′schreibt, ′′bleibt. (Что написано пером, то не вырубишь топором).


Es ist nicht alles ′Gold, was ′′glänzt. (Не всё золото, что блестит).
Ge′sagt, ge′′tan. (Сказано, сделано).
Lügen haben kurze ′Beine. (У лжи ноги коротки).
Erst ′prob’s, dann ′′lob’s. (Сначала попробуй, потом хвали).
Kommt ′Zeit, kommt ′′Rat. (Время лучший советник).
Guter Rat ist ′teuer. (Добрый совет дорог).
Gute ′Saat, gute ′′Ernte. (Что посеешь, то и пожнешь).
Schöne Ge′stalt, große Ge′′walt. (Красивая фигура, большая сила).
Gleich und ′gleich ge′′sellt sich gern. (Свой свояка видит издалека).
Glück und ′Glas, wie bald ′′bricht das. (Счастье также хрупко, как и стекло).
Wer den ′Kern essen will, muss die ′′Nuss knacken. (Любишь кататься, люби и
саночки возить).
′Kleine Kinder – ′′kleine Sorgen, ′große Kinder – ′′große Sorgen. (Малые дети –
малые заботы, большие дети – большие заботы).
Brauchbare ′Bierbrauerburschen brauen brausendes ′′Braunbier. (Нужные пивовары
варят пенистое пиво).
Die Bürste mit ′schwarzen Borsten bürstet ′besser, als die Bürste mit ′′weißen Borsten.
(Щетка с черной щетиной чистит лучше, чем щетка с белой щетиной).
Der Potsdamer ′Postkutscher putzt den Potsdamer ′′Postkutschkasten. (Потсдамский
кучер чистит Потсдамскую почтовую карету).
′Später Dank, ′′schlechter Dank. (Поздняя благодарность, плохая благодар- ность).
Es sind nicht alle ′Diebe, die der Hund ′′anbellt. (Не все воры, на которых лает
собака).
Wer ′kauft, was er nicht ′braucht, muss bald ver′kaufen, was er ′′braucht. (Кто
покупает то, что ему не нужно, ему приходится вскоре продавать то, что ему
нужно).

- Ich will morgen ins The′ater gehen. Kommst du ′mit?


- Gern. Hast du schon Eintrittskarten be′sorgt?
- Aber ′selbstverständlich!
- Und wann be′ginnt die Vorstellung?
- Nachmittags um 16 ′Uhr.
Bi – ba – 'Bein, Bi – ba – 'Ball, Bayern trinken 'Bayern-Bier,
pi – pa – 'Pein, der ist 'prall. Prager trinken 'Prager Bier,
bi – ba – 'bo, Bi – ba – 'boll, Bayern-Bier er‘‘bitt‘ ich mir.
ich bin ‘froh. das ist ‘toll.

Wer 'Arbeit kennt Rund ist das 'Geld,


und 'danach rennt rollt durch die 'Welt.
und sich nicht 'drückt, Rund ist die 'Welt,
der ist ver‘‘rückt. die uns ge‘‘fällt.

In der Quelle quält 'ne 'Qualle, Schweine quieken: 'quiek,


quält 'ne Qualle sich so ‘sehr. Frösche quaken: 'quak,
Quillt die 'Quelle, quält 'ne ‘Qualle Bäbies quäken: 'quäk,
sich dann kreuz und ‘‘quer. Kinder quatschen: ‘quatsch.

[v] [f]

Abbildung 22

Graphische Bezeichnung
In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und
Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[v] [f]
w – waschen f - laufen
v – Novelle ff – Koffer
qu - Quadrat v – Vater
ph – Phonetik

Phonematische Charakteristik

[v] ist ein labiodentaler stimmhafter ungespannter Engereibelaut.


[f] ist ein labiodentaler stimmloser gespannter Engereibelaut.

Artikulationshinweise (Abb. 22)

1. Bilde bei der Artikulation dieser Laute eine Enge mit der Unterlippe an der
oberen Zahnreihe.
2. Sprich das stimmhafte [v] ungespannt.
3. Sprich das stimmlose [f] gespannt und intensiv.
4. Palatalisiere diese Laute nicht.

I. Sprich nach. Beachte die Laute [v], [f] in den einzelnen Wörtern.

[v]

-wi-we-wa-wo-wu-wä-wö-weu-wei-wau-
weich November Winter Krawatte
Wolf zwanzig wenig wischen
weg Klavier gewiss Bewohner
Wald gewöhnlich schwarz Wettbewerb
Wurst schwer Wäsche ewig
Welt Gewitter warm Universität

[f]

-fi-fe-fa-fo-fu-fä-fö-fü-feu-fei-fau-
-if-ef-af-of-uf-öf-üf-euf-eif-auf-

Volk Koffer Freiheit Vernunft


faul Tafel Frieden fabelhaft
viel helfen Frühling Feindschaft
Feind laufen Finger fehlerhaft
falsch hoffen Hoffnung Freundschaft
Fuchs Affe Teufel Friedhof

[v] >< [f]

wieviel wegen – fegen Briefwechsel


wundervoll Feile – Weile Feuerwerk
Fichtenwald fehlen – wählen Wolfgang
Frühlingswind Welt – Feld verwandt
Fleischwurst finden – winden weltfremd
Wärmflasche Wein – fein Flitterwochen

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit den Lauten [v], [f]. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.
eine weiße ′Fahne ein frischer ′Wind
ein schwerer ′Fall ′viel wissen
zwölf ′Löffel ′wenig helfen
fünf ′Wörter ′frech werden
‘fuchsteufelswild werden das fünfte Rad am ‘Wagen
ins ‘Schwarze treffen wie ein Fisch im ‘Wasser

Wir wollen Frau ′Weber anrufen. Er fährt im ‘Schlafwagen.


Man ist mit deiner Antwort zu′frieden. Kaltes Wasser tut ‘wohl.
Wir kämpfen für den Frieden in aller ′Welt. Wir wohnen Wand an ‘Wand.

Findest du sie nicht ′fleißig? Kannst du den ‘Staub abwischen?


Haben wir was ′Neues erfahren? Bist du aus den ‘Wolken gefallen?
Würden Sie mein ′Geld wechseln? Willst du die ‘Wäsche waschen?

Lüfte bitte dein ′Schlafzimmer! Wecke ihn ‘auf!


Wunderbare ′Luft ist hier im Wald! Ihr Wunsch ist mir Be’fehl!
Welch ein großer Er′folg! Auf ′Wiedersehen!

Mit Fragen kommt man durch die ′Welt. (Язык до Киева доведёт).
Stille Wasser sind ′tief. (В тихом омуте черти водятся).
Frisch ge′wagt ist halb ge′′wonnen. (Смелость города берет).
Den Vogel erkennt man an den ′Federn. (Птицу узнают по полету).
′Unverhofft kommt ′′oft. (Чего не чаешь, то и получаешь).
′Fragst du viel, er′′fährst du viel. (Кто спрашивает, тот много знает).
′Frische Fische, ′′gute Fische. (Свежая рыба, хорошая рыба).
Wo ein ′Wille ist, ist auch ein ′′Weg. (Желать – значит мочь).
Еrst ′wäg‘s, dann ′′wag‘s. (Сначала все взвесь, а потом принимай решение).
Aufge′schoben ist nicht auf′′gehoben. (Перенести - не значит отменить).
Mit der Wahrheit kommt man am ′weitesten. (Только правда приводит к цели).
Wer die ′Wahl hat, hat die ′′Qual. (Кому выбирать, тому и голову себе ломать).

- Hallo, hast du ′Lust, am Mittwoch ins ′′Kino zu gehen?


- Ja, aber welcher ′Film läuft dort?
- “Ama′deus”. Willst du ihn dir ′ansehen?
- Ja′wohl, wir müssen aber auch unsere ′Freunde einladen.

Wir Wiener ′Waschweiber würden Wollen wir 'warten?


weiße ′Wäsche waschen, Wir wollen ‘warten!
wenn wir ′wüssten, 'Wo wollen wir warten?
wo warmes ′′Wasser wär’. Wir ‘warten, wo wir ‘wollen.

War Willi ‘wo? Wiener wohnen in ‘Wien,


Willi war ‘wo? essen ‘Würstchen in Wien,
‘Wo war Willi? essen Wiener ‘Würstchen.
Wo Willi ‘war!

Schiffchen, Schiffchen, webe ‘fein, führ den Freier mir he’rein!

[z] [s]
Abbildung 23
Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[z] (vor einem Vokal und in der [s]


intervokalischen Position) s – Kloster
s – Reise, sieben ss – Bissen
ß – beißen

Phonematische Charakteristik

[z] ist ein dental-alveolarer stimmhafter ungespannter Engereibelaut.


[s] ist ein dental-alveolarer stimmloser gespannter Engereibelaut.

Artikulationshinweise (Abb. 23)

1. Bilde bei der Artikulation dieser Laute mit der Vorderzunge an den Alveolen und
an den oberen Frontzähnen eine Enge.
2. Sprich das stimmhafte [z] ungespannt.
3. Sprich das stimmlose [s] gespannt und intensiv.
4. Palatalisiere diese Laute nicht.

I. Sprich nach. Beachte die Laute [z], [s] in den einzelnen Wörtern.

[z]

-si-se-sa-so-su-sä-sö-sü-seu-sei-sau-

Saft böse lesen Nachsicht


Sohn also besonders entsinnen
Sieg Rose sieben Schicksal
Sinn Wiese sauer aussehen
Salz reisen lösen ratsam
sicher Gemüse Physik Rücksicht

[s]

-is-es-as-os-ös-üs-eus-eis-aus-

groß Messer Kloster Sphäre


was heißen hassen hopsen
weiß essen Gewissen Wechsel
Haus wissen Kissen Nixe
Bus Wasser Kunst Häuschen
Fest außen kosten mucksen

[z] >< [s]

sinnlos weise - weiße Sandwüste


Sessel lassen – lasen selbstlos
besonders hassen – Hasen Sachkenntnis
süß reisen – reißen Salzfass
Semester rasen – Rassen Speiseeis
auserlesen Vasen – fassen Rosenstrauß

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit den Lauten [z], [s]. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.
sehr 'hässlich 'besser lesen ins 'Gras beißen
unsere 'Söhne große 'Wiesen in Saus und 'Braus
süße ‘Speisen weiße ‘Rosen mit Gruß und ‘Kuss

Er sieht heute ′blass aus. Sie sind ein Leib und eine ‘Seele.
Am Samstag sind sie schon in ′Moskau. Man sieht es ihm an der ‘Nase an.
Sie isst ′nichts außer Gemüse und Obst. Er sitzt ‘fest im Sattel.

Willst du ′Reissuppe essen? Hast du Spaß ‘gern?


Kennst du sein neues ′Haus? Studierst du Mu’sik?
Welches Ger′icht willst du kosten? Ist sein Sohn schon er’wachsen?

Lass sie dieses Lied ‘singen! Setz dich nicht in die ‘Nesseln!
Wollen wir das Leben ge′nießen! Spaß bei’seite!
Ich will aber dies und ′jenes! Lass nichts ‘unversucht!

Esel essen ′Nesseln nicht, Nesseln essen ′′Esel nicht. (Ослы не едят крапиву, крапива
не ест ослов).
Man soll das Eisen ′schmieden, solange es ′′heiß ist. (Куй железо, пока горячо).
′Lerne was, dann ′′kannst du was. (Прежде чем ты сможешь что-то сделать, ты
должен этому научиться).
Besser einmal ′sehen, als zehnmal ′′hören. (Лучше один раз увидеть, чем десять
раз услышать).
Ein gutes Ge′wissen ist das beste ′′Ruhekissen. (Спокоен тот, у кого совесть
чиста).
Die Bürsten mit ′schwarzen Borsten bürsten ′besser, als die Bürsten mit ′′weißen
Borsten. (Щетки с черной щетиной чистят лучше, чем щетки с белой щетиной).

- Warum siehst du heute so ′blass aus?


- Ich ′weiß nicht. Ich habe ′Kopfschmerzen.
- Dann musst du dich ins ′Bett legen.
- Das ′geht nicht. Ich muss die ′Hausaufgaben machen.
- Das kannst du auch ′morgen machen. Morgen ist doch ′Sonntag.
- Na, ′gut. Ich gehe gleich ins ′Schlafzimmer.

'Das, was du 'sagst, soll ‘‘wahr sein, Sause, Wind, 'sause,


'das, was du 'sagst, soll ‘‘klar sein, Suse sitzt im 'Hause.
'klug soll auch das Wa‘‘rum sein, 'Brause, Wind, 'brause,
sonst wär‘ es 'besser – ‘‘stumm sein. ich sitze ja im ‘‘Hause.

Sarah hatte sieben 'Söhne, Summ, summ, 'summ,


sieben 'Söhne hatte Sarah. 'Bienchen, summ he‘‘rum!
Sie 'sangen nicht, sie 'lasen nicht,
sie waren 'so, wie ‘‘ich.

[ ʒ ] [ ʃ]

Abbildung 24

Graphische Bezeichnung
In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und
Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[ʓ ] [ʃ]

g – Loge sch - Tasche


j – Journal st – stehen
sp – spielen
ch – Chef
sh – Finish

Phonematische Charakteristik

[ ʓ ] ist ein labialisierter postalveolarer stimmhafter ungespannter Engereibelaut.

[ʃ] ist ein labialisierter postalveolarer stimmloser gespannter Engereibelaut.

Artikulationshinweise (Abb. 24)

1. Bilde bei der Artikulation dieser Laute eine Enge mit der Vorderzunge an der
Grenze zwischen den Alveolen und dem harten Gaumen.
2. Stülpe die Lippen vor und runde sie.

3. Sprich das stimmhafte [ʓ ] ungespannt.

4. Sprich das stimmlose [ʃ] gespannt und intensiv.


5. Palatalisiere diese Laute nicht.

I. Sprich nach. Beachte die Laute [ʓ ], [ʃ] in den einzelnen Wörtern.


[ʓ ]

- ʒ i – ʓ e – ʓ a – ʓ o - ʓ ö - ʓ ü - ʓ eu - ʓ ei - ʓ au

Genie Jacques Jury Blamage


Gage Loge Garage Jalousie
Ingenieur Journal Etage Regie
Manege genieren (sich) Courage Gelee
Etagere Equipage Jongleur Bagage

[ʃ]

- schi- sche- scha- scho- schu- schä- schö- schü- scheu- schei- schau-
-isch-esch-asch-osch-usch-eusch-eisch-ausch-

Scham Wäsche Mensch schulden


scheu wünschen Tisch schnüffeln
Schluß Fischer Schirm Büschel
schön schießen schnell bestellen
Schi schreiben schlecht Stadion
Stein sprechen Schule Schürze

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.

Beachte die Wörter mit den Lauten [ ʓ ], [ʃ]. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher

auswendig.

′Schach spielen den ′Staub abwischen


Spiel und ′Sport Schmach und ′Schande
′schlecht sprechen frische ′Fische
ein schönes Ja′ckett sich stark ge′nieren

Meine Schwester wünscht Inge′nieur zu werden. Er ist stumm wie ein ‘Fisch.
Die Jongleure steigen auf die Ma′nege. Die Kinder spielen Ver’stecken.
Die Schulkinder spielen am Tisch ′Schach. Das ist eine 'falsche Bescheidenheit.
Auf die Manege von der ersten E′tage stiegen viele Jong′leure mit ihrer Ba′′gage.

Warum ′schweigst du in der Stunde? Weißt du Be’scheid?


Steht dein Auto in der Ga′rage? Warum stehst du wie ein ‘Stock da?
Welche ′Gage bekommt Ihre Schwester? Kannst du ‘deutsch sprechen?

Das ist aber ′Schmach und ′Schande! Welch eine Bla′mage, ge′′nier dich!
Sport und ′Spaß, wie ′′schön ist das! Schnalle schnell die 'Schnallen an!

Jede ′Sprache ist eine schwere ′′Sache. (Каждый язык – трудная вещь).
Jedem schlägt seine letzte ′Stunde. (Каждому пробьёт его последний час).
′Scham schützt vor ′′Schande. (Cтыд спасает от позора).
Steter ′Tropfen höhlt den ′′Stein. (Капля и камень долбит).
So eine Bla′mage, ge′′niert euch! (Какой позор, постыдитесь!).
Wer ′fischen will, scheue kein ′′Wasser. (Кто хочет ловить рыбу, тот не должен
бояться воды).
Fischers Fritz fischt frische ′Fische, frische Fische fischt Fischers ′′Fritz. (Фритц
рыбака ловит свежую рыбу, свежую рыбу ловит Фритц рыбака).
Schneiders Schere schneidet ′scharf, scharf schneidet Schneiders ′′Schere. (Ножницы
портного режут остро, остро режут ножницы портного).
Ein Student in ′Stulpenstiefeln stand auf einem spitzen ′Stein und starrte staunend
stundenlang die stummen stillen ′′Sterne an. (Студент в сапогах с отворотом стоял на
остром камне и наблюдал часами удивленно за неподвижными немыми звездами).
Eine lange ′Schlange ′schlängelte sich um eine lange ′′Stange. (Длинная змея
извивалась вокруг длинного шеста).
Zwischen zwei ′Steinen lagen zwei ′Schlangen und ′′zischten dazwischen. (Между
двумя камнями лежали и шипели две змеи).

- Was wünschst du dir zum Ge′burtstag?


- Ich wünsche mir ein neues Ja′ckett.
- Ein neues Ja′ckett?
- Ja, ein neues Ja′ckett, denn ich ′′habe keines.
- Na, ′schön. Ich ′schenke es dir.

Spielen und ′springen, Stick, stick, ‘stick, Sport und ‘Spaß,


tanzen und ′singen, Stich, stich, ‘stich, wie ‘schön ist das!
tanzen und ′springen, ‘Steffi, stick ein ‘’Kleid Spannende ‘Spiele
spielen und ′′singen. für dich! gibt es ‘’viele.

[ç] [x] [j]


Abbildung 25

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[x] [ç] [j]


ch – acht ch - nicht j - Jubel
y - loyal
gn – Bologna

Regel: Der Ich-Laut wird in folgenden Fällen gesprochen:


a) bei der Buchstabenverbindung –ch- vor und nach den Vokalen der vorderen
Reihe, sowie auch nach den Diphthongen –ei-, -eu- und nach den sonoren
Konsonanten –n-l-r-, z.B.: Chemie, schlecht, Eiche, leuchten, Mönch, wel-che,
durch;
b) in den Suffixen -ig, -lich, -chen, z.B.: fertig, herrlich, Mädchen.
Der Ach- Laut wird bei der Buchstabenverbindung –ch – auch nach den
Vokalen der hinteren Reihe und nach dem Diphthong –au- gesprochen,
z.B.: machen, suchen, Loch, auch.

Phonematische Charakteristik

[ç] ist ein präpalataler stimmloser gespannter Engereibelaut.


[x] ist ein velarer stimmloser gespannter Engereibelaut.
[j] ist ein präpalataler stimmhafter ungespannter Engereibelaut.

Artikulationshinweise (Abb. 25)

1. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit den unteren Schneidezähnen.


2. Bilde bei der Artikulation der Laute [ç] und [j] mit dem Vorderzungenrücken
am Palatum eine Enge.
3. Bilde bei der Artikulation des Lautes [x] mit dem Hinterzungenrücken am
Velum eine Enge.
4. Sprich die Laute [ç] und [x] gespannt und intensiv.
5. Ersetze den deutschen Laut [ç] nicht durch die russischen Laute [x] und [щ].
6. Sprich das stimmhafte [j] ungespannt.

I. Sprich nach. Beachte den Ich-, Ach- und Jot-Laut in den einzelnen Wörtern.

[ç]

-ich-ech-öch-üch-eich-euch-
-chi-che-cha-cho-

ich sechzig Gesicht Echo


echt manchmal Licht mächtig
China Mädchen Bücher Rechnung
Chemie sprechen nichts Essig
frech Mechaniker wenig Geschichte
Pech Dichter Eiche leuchten

[j]

-ji-je-ja-jo-ju-jä-jö-jü-jau

Junge Januar Johann Jäger


Jahr Jugend Major Jacht
Juni Japan Objekt jubeln
Jacke Jüngling Jesus Adjektiv
jeder jagen Medaille jucken
jetzt Projekt Billard jammern

[x]

-ach-och-uch-auch

Loch Achtung Buch Rauch


noch lachen Woche Sache
Schach suchen Sprache fluchen
Nacht Tochter kochen Bauch
Tuch Nachbar hoch rauchen
acht brauchen auch Eintracht

[ç] >< [x] >< [j]

Dach – Dächer Buchzeichen zweijährig


Buch - Bücher Nachricht Jugendstreich
Tochter - Töchter Dichtersprache jenseitig
Nacht - Nächte rachsüchtig Jacht
Kuchen - Küche sachlich jauchzen
Loch - Löcher wichtig machen Joch

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit den Lauten [ç], [x], [j]. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

auf den ′Kuchen verzichten ′Krach machen


sich ′wichtig machen der wöсhentliche ′Sprachunterricht
nicht ′rauchen jeder ′Jüngling
Buch der ′Bücher von Nacht zu ′Nacht
von Jahr zu ′Jahr jedes Ge′sicht

Ich möchte wöchentlich aus der Bücherei zwei ′Bücher holen.


In diesem Jahr geht er auf die technische Universi′tät.
Sie unterrichtet zwei ′Fächer. Es ist eine abgemachte ‘Sache.
Man darf in der Küche ‘nicht rauchen. Dieses Gesicht kommt mir be’kannt vor.

Wie ′oft habt ihr Sprachunterricht in der Woche? Juckt dir das ‘Fell?
Spricht er das Wort “Adjektiv” ′richtig? Kannst du Chi’nesisch?
Kennen wir unsere Rechte und ’Pflichten? Möchtest du ‘sprechen?

Lass mich nicht al′lein! ′Jetzt oder ′′nie!


Ich habe dich eine ′Ewigkeit nicht gesehen! Zur ′Sache, bitte!
Versprich mir in diesem Jahr ′fleißig zu sein! Denke mal ′nach!

Allzeit glücklich ist be′trüblich. (Быть всегда счастливым – прискорбно).


Nicht jedes ′Feld trägt jede ′′Frucht. (Не каждое поле родит любой фрукт).
Besser ′Vorsicht, als ′′Nachsicht. (Семь раз отмерь, один раз отрежь).
Leicht ver′sprochen, leicht ge′′brochen. (Легко обещал, легко нарушил).
′Eintracht bringt ′′Macht. (В согласии сила).
′Blinde Rache, ′′schlimme Sache. (Слепая месть – плохое дело).
Gleiche ′Rechte, gleiche ′′Pflichten. (Равные права, равные обязанности).
Wie die ′Zucht, so die ′′Frucht. (Каково воспитание, таковы и детки).
Wer nicht jätet ′früh, jätet ′später mit vergeblicher ′′Müh. (Всему свое дело).
Es fällt keine ′Eiche mit einem ′′Streiche. (Одним ударом дуба не свалишь).
Es ist ′wichtig, den Ich-Laut ′′richtig auszusprechen. (Bажно правильно произносить
звук [ç]).
Wer ′„brauchen“ ohne ′„zu“ gebraucht, braucht „brauchen“ überhaupt nicht zu ge-
′′brauchen. (Кто употребляет глагол „brauchen“ без „zu“, тому вообще не следует
его употреблять).
Wer zu′letzt lacht, lacht am ′′besten. (Хорошо смеется тот, кто смеется последним).
′Hechte, ′Nächte, ′stechen, ′brechen – nun ver′such es ′′nachzusprechen. (Попробуй
повторить „Hechte, Nächte, stechen, brechen“).
Das Glück lässt sich nicht ′jagen von jedem ′′Jägerlein. (Счастье дается не каждому
охотнику за ним).

- Wo er′holst du dich in diesem Jahr?


- Das ′weiß ich noch nicht. Vielleicht fahre ich mit meinen Eltern nach
′Tschechien.
- Nach ′Tschechien? Ich be′neide dich.
- Und was machst ′du in den Ferien?
- Nach den Prüfungen im Juni mache ich mit meinem Freund Jürgen eine
‘Wanderung ins Gebirge.
- ′Super! Ich möchte mich euch ′anschließen.
- ′Abgemacht!
Wenn mancher Mann ′wüsste, 'Ja soll '‘ja und 'nein soll ''nein sein,
wer mancher Mann ′wär', 'nein nicht ‘‘ja, 'ja nicht ‘‘nein sein.
gäb' mancher Mann manchem Mann
manchmal ′′mehr Ehr'.

Doch mancher Mann ′weiß nicht, Ach, ach, 'ach,


wer mancher Mann ′ist, hier liegt der Herr von 'Zach.
drum mancher 'Mann manchen 'Mann Er ist geboren in 'Bacharach,
manchmal ver′′gisst. nun hat er nur ein schmales ‘’Dach.
В.С. ПОПОВ

________________________________________________________

ДЕЛО МАСТЕРА БОИТСЯ


Часть 3

УЧЕБНОЕ ПОСОБИЕ ПО ПРАКТИЧЕСКОЙ ФОНЕТИКЕ

НЕМЕЦКОГО ЯЗЫКА

Рекомендовано Учебно-методическим объединением по образованию в области

лингвистики Министерства образования Российской Федерации в качестве учебного пособия для


студентов, обучающихся по специальностям направления 620100-Лингвистика и межкультурная
коммуникация

ТУЛА • 2006
[l] [m] [n]

Abbildung 26

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[l] [m] [n]


l – loben m – Mappe n - neun
ll – fallen mm – sammeln nn – gewinnen
Phonematische Charakteristik

[l] ist ein dental-alveolarer lateraler sonorer liquider Verschlussöffnungslaut.


[m] ist ein bilabialer sonorer liquider nasaler Verschlussöffnungslaut.
[n] ist ein dental-alveolarer sonorer liquider nasaler Verschlussöffnungslaut.

Artikulationshinweise (Abb. 26)

1. Sprich die Laute [l], [m], [n] intensiv, gespannt und klangvoll.
2. Palatalisiere diese Laute nicht.
3. Das deutsche [l] ist etwas weicher, als das russische [Л], aber es wird weder
palatalisiert noch velarisiert.
4. Bilde bei der Artikulation des Lautes [l] mit der Vorderzunge an den Alveolen
der oberen Zahnreihe einen Verschluss, so dass die Luft durch die
Seitenöffnung entweicht.
5. Bilde bei der Artikulation des Lautes [m] mit den Lippen einen Verschluss.
6. Bilde bei der Artikulation des Lautes [n] mit der Vorderzunge an den
Alveolen und oberen Frontzähnen einen Verschluss.
7. Das Gaumensegel ist bei der Artikulation der Laute [m] und [n] gesenkt,
deswegen entweicht die Luft durch die Nase, wodurch die Laute nasal klingen.

I. Sprich nach. Beachte die Laute [l], [m], [n] in den einzelnen Wörtern.

[l]

-li-le-la-lo-lu-lä-lö-lü-leu-lei-lau- -il-el-al-ol-eul-eil-

Lust Wald lieben Lustgefühl


Land wild leben Lehrstuhl
Lied alt laufen Ladeplatz
Lob Teil Blumen leichtgläubig
Lärm Null Löwen Lichtspiel
leicht faul lügen liebevoll

[m]

-mi-me-ma-mo-mu-mä-mö-mü-meu-mei-mau- -im-em-am-om-eum-eim-

Mund Baum kommen mühsam


Mond dumm niemand Ministerium
Mut stumm Himmel Minimum
Mann Traum immer Mehrkampf
Milch Rom nehmen Magermilch
Mensch Scham Blume mehrmals

[n]

-ni-ne-na-no-nu-nä-nö-nü-neu-nei-nau- -in-en-an-on-eun-ein-

Zahn nun Sonne Ankunft


Wein neu Wind nebeneinander
tun nein wenig neunhundert
zehn Nest Monat unendlich
Sohn nie Kind annähernd
Wien Nuss Bühne entwöhnen

[l] >< [m] >< [n]


einmal Fledermaus Morgenstunde
natürlich Misstrauen Muttermilch
Milch makellos Mondschein
endlich jämmerlich Windmühlen
Nummer meinen Küchenmeister
Mehl lehnen Nasenlöcher

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit den Lauten [l], [m], [n]. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

zweimal im ′Monat neun ′Mützen nichts ‘Neues


′laut lesen am ′Morgen Mangel an ‘Mut
neue ′Möbel Nummer ′elf um den ′Hals fallen

Er will ein neues ′Leben beginnen. Er hält sich ‘fest im Sattel.


Das Kind kommt ′selbst zum Mittagessen. Sie ist arm wie eine ‘Kirchenmaus.
Er will am nächsten Montag ′Schi laufen. Ich bin mit meinem Latein zu ‘Ende.

Wie ′lange willst du hier bleiben? Kannst du nicht ‘nein sagen?


Kannst du mich am Abend ′anrufen? Warum schwimmst du gegen den ‘Strom?
Warum ′magst diesen Menschen nicht? Bist du aus allen ‘Wolken gefallen?

Ich möchte lieber ′Milch! Es schreit ja zum ‘Himmel!


Das ′stimmt aber nicht! Nimm kein ‘Blatt vor den Mund!
Lass mich mal ′los! Be’nimm dich!

Man ′lernt, solange man ′′lebt. (Век живи, век учись).


Alte Liebe ′rostet nicht. (Старая любовь не ржавеет).
Kleider machen ′Leute. (По одежке встречают).
Es ist nicht alles ′Gold, was ′′glänzt. (Не все золото, что блестит).
Übung macht den ′Meister. (Навык мастера ставит).
′Keine Antwort ist ′′auch eine Antwort. (Нет ответа - это тоже ответ).
′Morgenstund’ hat ′′Gold im Mund’. (Кто рано встаёт, тому бог даёт).
Den Freund erkennt man in der ′Not. (Друг познаётся в беде).
Fleißige ′Schüler machen fleißige ′′Lehrer. (Прилежные ученики делают
прилежными учителей).
′In Ulm und ′um Ulm und um Ulm he′rum gibt es ′′Ulmer.(В Ульме и вокруг Ульма и
еще раз вокруг Ульма проживают ульмцы).
Neun Nähnadeln nähen neun ′Nachtmützen. (9 швейных игл шьют 9 ночных
шапочек).

- Kannst du mir ′helfen?


- Gern. Was soll ich ′tun?
- Ich fühle mich ′unwohl. Kannst du mir ′Milch kochen?
- Aber na′türlich! Hast du ′Halsschmerzen?
- Ja, ich ′glaube, ich habe An′′gina.

Mitleid hab mit ′allen, Allzeit 'traurig ist be‘‘schwerlich,


mit ′Mensch und mit ′Tier. allzeit ‘fröhlich ist ge’’fährlich,
Nur ′eines lasse fallen: allzeit 'aufrichtig, das ist '‘ehrlich.
′Mitleid mit ′′dir.

Ach, ich bin so ′müde, Möchte gerne ‘schlafen gehn,


Ach, ich bin so ′matt! morgen wieder früh ′′aufstehn.
[η]

Abbildung 27

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache wird dieser Laut mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[η] [ηk] [ηg]


ng – Junge nk – Bank ng – Singular
[ηks]
nx – Sphinx

Anm.: Beachte die Wörter, in denen die Silben- bzw. die Morphemgrenze zwischen den
Lauten –n- und –g- bzw. –n- und –k- verläuft, vgl.: an-kommen, Un-glück, An-kunft,
an-genehm. In diesem Fall darf man diese Lautverbindungen nicht durch [ηk] oder [ηg]
ersetzen.
Phonematische Charakteristik

[η] ist ein sonorer postpalataler nasaler Verschlussöffnungslaut.

Artikulationshinweise (Abb. 27)

1. Sprich das [η] nach den Vokalen der vorderen Reihe teilweise palatalisiert.
2. Halte die Zungenspitze im Kontakt mit den unteren Schneidezähnen.
3. Bilde mit dem Hinterzungenrücken an dem weichen Gaumen einen
Verschluss.

I. Sprich nach. Beachte den [η]-Laut in den einzelnen Wörtern.

[η]

-ing-eng-ang-ong-ung-

lang Engel singen Langfinger


jung Junge Sänger Tingeltangel
eng Hunger Finger Langeweile
Prüfung hängen Frühling Anhängsel
Ring Zunge Schlange Klingklang
streng England bringen langsam

[ηk] >< [ηg]

Bank danke Angelika fingieren


Dank trinken Singular Flamingo
krank Enkel Tango Mongolei
schlank schenken Känguru Kontingent
links Schrank Kongo Languste
flink Gedanke Ungar Angora

[η] >< [ηk]

sang – sank bang – Bank drang – trank


Enkel – Engel klinken – klingen hinken – hingen
Zangen – zanken Anger – Anker dringen – trinken

/n+k/ /n+g/

Angestellte Ankömmling ungenügend


Unglück ungesund angenehm
Ankunft Unkraut Ankunft
ungern Angelegenheit inkognito
angeblich unglaublich ungemütlich
Unkenntnis angeheitert Inquisition

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit dem Laut [η]. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

eine lange ′Schlange zwischen Tür und ‘Angel


eine ′Zeitung bringen in ‘Einklang bringen
ein kranker ′Junge auf die lange ‘Bank schieben

Seit längerer Zeit bereite ich mich auf diese ′Prüfung vor.
Sie haben mit den Übungen schon ′lange angefangen.
Inge soll mir die neuen ′Zeitungen bringen.
Ist ′aller Anfang schwer? Ist später Dank ′schlechter Dank?
Welche ′Zeitungen soll ich dem Jungen bringen? Bist du ‘blank?

Lass uns zur ′Vorlesung gehen! Was für ein guter Ge′danke!
Recht guten Er′folg bei der Prüfung! Lass das Vergangene ver’gangen sein!

Übung erhält ′jung. (Движение сохраняет молодость).


Hunger ist der beste ′Koch. (Голод - лучший повар).
Mitge′gangen, mitge′fangen, mitge′′hangen. (Грех пополам и беду пополам).
Müßiggang ist aller Laster ′Anfang. (Праздный образ жизни - начало всех пороков).
Jung ge′lungert, alt ge′′hungert. (В юности бездельничать, в старости голодать).
Eine lange ′Schlange ringelte sich um eine lange ′′Stange. (Длинная змея извивалась
вокруг длинного шеста).

- Ich muss dir ganz herzlichst ′danken.


- Danken? Aber wofür?
- Du hast mir gestern bei der Vorbereitung auf die Prüfung gut ge′holfen.
- Und wie ist die Prüfung ′ausgefallen?
- ′Sehr gut. Ich ′danke dir nochmals.
- Nichts zu ′danken. Ich freue mich ‘mit.

Glöckchen klingen: kling, kling, 'kling. In Bingen sind 'Bengel,


Glocken klingen: klang, klang, 'klang. im Himmel sind 'Engel.
'Große Glocken: klong-klong-'klong. Die Bengel 'ringen,
'Alle Glocken: kling-klang-'klong. die Engel ‘‘singen.

Fäuste schwingen in den Ringen bäng und 'bang,


Sternlein 'springen, Englein 'singen,
Boxer liegen 'längelang.
Bäng und 'bong. ‘‘Gong!

[h]

Abbildung 28

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache wird dieser Laut mit dem Buchstaben -h- bezeichnet:

[h]
h – heben

Phonematische Charakteristik

[h] ist ein stimmloser pharyngaler Engereibelaut.

Artikulationshinweise (Abb. 28)

1. Halte die Zunge im Kontakt mit den unteren Schneidezähnen.


2. Sprich diesen Laut in jeder Position ohne jegliches Reibegeräusch
(nicht zufällig nennt man diesen Laut vom Wort „hauchen“ den Hauch-
Laut).
3. Spare mit dem Luftverbrauch.

I. Sprich nach. Beachte den h-Laut in den einzelnen Wörtern.

[h]

-hi-he-ha-ho-hu-hä-hö-hü-heu-hei-hau

Heft Inhalt Johann Frechheit


Haus geheim helfen Gleichheit
heute hin hier Buchhändler
heben her Freiheit Schwachheit
hören Heinrich hundert Gesundheit
höflich hinter Himmel abheben

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit dem Laut [h]. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

Hand in ′Hand hin und ′her hoffen und ′harren


hoch und heilig Himmel und ‘Hölle mit Haut und ‘Haar

sein letztes ′Hemd hergeben an den Haaren her’beiziehen


etwas auf dem ′Herzen haben durch die ‚Hintertür hereinkommen

Heute haben wir eine ′Vorlesung gehört. Ich habe einen ′Bärenhunger.
Ich höre ihn ′husten. Er hat ‘reine Hände.
Sie haben ihre Hochzeit zu ′Hause gefeiert. Sie hat ‘Haare auf den Zähnen.

Hast du dein Heft zu ′Hause vergessen? Hat das Kind seine Hose ‘an?
Weshalb hat sie ihn heute vom Bahnhof nicht ′abgeholt? Hat er heute ‘Zeit?
Wohin hast du deine neue ′Hose gehängt? Kannst du ihn ‘herholen?

Kopf ′hoch, Hella! Das haut ‘hin!


Lasst uns ′Hilfe holen! Gebt eure Hefte ‘her!
Hört bitte mit eurem Gespräch ′auf! ‘Hilf mir bitte!

Wie der ′Hirt, so die ′′Herde. (Каков пастух, такое и стадо).


Hans hackt Holz hinterm ′Hirtenhaus. (Ганс рубит дрова за домом пастуха).
Schmiede haben harte ′Hände. (У кузнецов крепкие руки).
Hinter Hermann Hannes ′Haus hängen hundert ′′Hemden raus. (Позади дома
Германа Ганна висят сто рубашек).
Hundert Hunde hetzten hinter hundert ′Hasen her. (Сто собак гнались за ста
зайцами).
Hundert Hasen haben ′Hunger, hundert Hasen haben ′′Durst. (Сто зайцев хотят есть,
сто зайцев хотят пить).
Wer Ohren hat zu 'hören, der '‘höre! (У кого есть уши слышать, пусть слушает).

- Ach, du, ′Himmel! Wen ′sehe ich hier?! ′Hans, bist du schon wieder ge′′sund?
- Ja, aber ich habe bis jetzt ′Husten.
- Dem ist leicht ′abzuhelfen! Du musst die Arz′nei einnehmen!
- Sie hilft ′wenig.
- Kopf ′hoch! Es vergehen noch ein paar ′Tage und der Husten ist vor′′bei.
- Hoffentlich.
Alle ′lachen: Hat Hans 'Hosen an?
ha ha ′ha, Hi-, ha-, 'Hosen an?
ho ho ′ho, Hans hat ‘Hosen an.
hi hi ′hi, Hi-, ha-, ‘’Hosen an.
he he ′he.
[r] - [R] - [ʁ ] - [ɐ ]

Abbildung 29

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden diese Laute mit folgenden Buchstaben und


Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[r] [ ]
r- rot r – werden, er , verstehen, herbei, Schüler
rr – schnurren
rh – Rhythmus

Phonematische Charakteristik

Das Hinterzungen - [ ] ist ein velarer Reibelaut.


Das Zäpfchen - [ R ] ist ein uvularer sonorer Vibrant.
Das Vorderzungen - [ r ] ist dental-alveolarer Vibrant.
Das vokalisierte – [ ] ist ein dunkler halboffener Mittelzungenvokal.

Anm.: Die konsonantischen R-Laute sind fakultative Varianten, d.h. sie lassen eine freie
Auswahl zu. Das Reibe-R aber gehört heutzutage zu der verbreitetsten Variante. Das
Vorderzungen-R trägt eine dialektale Schattierung (Bayern, Österreich). Die
vokalischen R-Laute sind positionsgebundene Varianten, vgl. sehr, werden, Schüler.

Artikulationshinweise (Abb. 29)

1. Halte bei der Artikulation des Hinterzungen - [ ] die Vorderzunge im Kontakt


mit den unteren Frontzähnen und bilde mit dem Hinterzungenrücken an der
Grenze zwischen dem Palatum und dem Velum eine Enge.
2. Bilde bei der Artikulation des Zäpfchen - [ R ] die Zungenspitze im Kontakt
mit den unteren Schneidezähnen und mit dem Hinterzungenrücken am
Zäpfchen eine Enge.
3. Bilde bei der Artikulation des Vorderzungen - [r] mit der Vorderzunge an den
Alveolen eine Enge.
4. Rolle das „r“ nicht so intensiv, wie es im Russischen der Fall ist.

Regel:

1. Die konsonantischen R-Laute (das Hinterzungen - [ ], das Zäpfchen - [R], das


Vorderzungen - [ r ]) werden in folgenden Fällen realisiert:
a) im Anlaut des Wortes bzw. des Morphems, z.B. reden, geraten;
b) in der intervokalischen Position, z.B. warum;
c) nach den Verschluss- und Engekonsonanten vor einem Vokal, z.B. braten, fragen,
sprechen;
d) nach den kurzen Vokalen in betonter Stellung, z.B. sorgen.
2. Der aufgelösten (vokalischen) r-Laute werden in den folgenden Fällen realisiert:
a) nach den langen Vokalen im Auslaut des Wortes oder vor einem Konsonaten,
z.B. hier, werden, vorlesen;
b) nach den kurzen Vokalen in unbetonter Stellung, z.B. Antwort, Person, verstehen;
c) in den Affixen, die auf –er ausgehen, z.B. Schüler, rudern, übersetzen.

I. Sprich nach. Beachte den r-Laut in den einzelnen Wörtern.

Konsonantische r-Laute

-ri-re-ra-ro-ru-rä-rö-rü-reu-rei-rau-

Rad Dorf durch Gurt


rot Beeren fröhlich Bürde
rund Frage groß Lerche
rechts Brücke Gebirge scharf
richtig Frieden drei Gurgel
Rübe grau Ruhe Ferkel
Röslein braun Schrank morgen

Vokalische r-Laute

- ir - er - ar - or - ur - ör -

wir erzählen aber erinnern


Ohr verstehen besser überhaupt
Uhr zerfallen Ufer zittern
Tür hierher Tochter zerkleinern
Meer versuchen feiern sondern
hier Natur immer hervor
Konsonantische r-Laute >< Vokalische r-Laute

Sommerregen Unterricht fürchterlich


verbrennen Naturrecht Reichskammergericht
zerstören Bauchredner Rechenschaftsbericht

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit den r-Lauten. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

vier ′Rosen besser ′lernen Krieg und ′Frieden


einen ′Rat brauchen eine Reise ins Ge′birge zur rechten ′Zeit
in ‘Rätseln reden den ‘Braten riechen ‘Lorbeeren ernten

Ich ′freue mich über den Frühling. Ihm stehen die ‘Haare zu Berge.
Er betrachtet die Welt durch eine rosarote ‘Brille.
Vier Schüler haben ihre ′Tagebücher vergessen.
Sie erinnert sich oft an ihren Urlaub im vorigen ‘Winter.

Wo hast du dich in diesem Sommer er′holt? Warum ist diese Uhr so ′teuer?
Schreibt sie diesen Brief an ihre ′Eltern? Bist du schwer von Be’griff?
Freust du dich über die ′Ferien? Irrst du dich ‘nicht?

Sehr geehrter Herr ′Doktor! Schreib es dir hinter die ‘Ohren!


Herr ′Ober! Wie leuchtet mir die Na‘tur!
Herr Professor ′Maier! Sehr ‘richtig!

Guter Rat ist immer ′teuer. (Добрый совет всегда дорог).


′Kurze Rede – ′′gute Rede. (Краткая речь – хорошая речь).
Kürze ist der Rede ′Würze. (Краткость – сестра таланта).
Wer ′rastet, der ′′rostet. (Под лежачий камень вода не течет).
Borgen macht ′Sorgen. (Долг не ревет, а спать не дает).
Besser arm in ′Ehren, als reich mit ′′Schanden. (Лучше быть бедным в чести, чем
богатым с позором).
333 reitender ′Ritter rasten ′rufend 333-′mal ums riesige rote ′′Rathaus. (333 скачущих
рыцарей носились с криками 333 раза вокруг огромной красной ратуши).
Die Katze tritt die Treppe ′krumm, krumm tritt die Katze die ′′Treppe. (Кошка ходит
по лестнице, прогибая ее).
Brauchbare ′Bierbrauerburschen brauen brausendes ′′Braunbier. (Нужные пивовары
варят пенящаеся пиво).
Der Ritter zu ′Ross am Rande der ′Rundung rannte wie ′rasend die Rundung he′′rum.
(Всадник на коне носился кругами).
Was du ′heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf ′′morgen. (То, что ты можешь
сделать сегодня, не откладывай на завтра).

- Warum bist du so ′traurig?


- Ich habe mein ′Lehrbuch in der Schule vergessen. Jetzt kann ich mich nicht auf
den ′Unterricht vorbereiten.
- Kein Pro′blem. Ich kann dir ′mein Lehrbuch geben.
- Wirklich? Das ist ′super!

Grün, grün, grün sind alle meine 'Kleider, Ringel, ringel 'Reihe,
grün, grün, grün ist 'alles, was ich 'hab‘. sind der Kinder ‘dreie,
Darum lieb ich 'alles, was so 'grün ist, sitzen unterm 'Rosenbusch,
weil mein Freund ein ‘‘Jäger ist. rufen alle husch-husch-'husch.

Rot, rot, rot sind alle meine 'Kleider, Rolle, Roller ratta‘tat!
rot, rot, rot ist 'alles, was ich 'hab‘. Rudi rollet durch die 'Stadt.
Darum lieb ich 'alles, was so 'rot ist, Rolle, Roller ratta‘tat!
weil mein Freund ein ‘‘Rosenhändler ist.

[ pf ] [ ts ] [ t ]

Graphische Bezeichnung

In der Schriftsprache werden die deutschen Affrikaten mit folgenden Buchstaben


und Buchstabenverbindungen bezeichnet:

[ pf ] [ ts ] [t ]
pf – Apfel ts – Rätsel tsch - rutschen
z – Salz
tz – Katze
c – Ceylon
zz – Skizze
t – national

Phonematische Charakteristik

[ pf ] ist ein labiodentaler stimmloser gespannter Verschlussengelaut.


[ ts ] ist ein dental-alveolarer stimmloser gespannter Verschlussengelaut.
[ t ] ist ein postalveolarer stimmloser gespannter Verschlussengelaut.

Artikulationshinweise

1. Sprich die Laute in den Affrikaten nicht isoliert, sondern als eine Lauteinheit.
2. Sprich –p- in der Affrikate [pf] ohne Aspiration so, dass der f-Laut überlagert.
3. Sprich die Affrikaten [ts] und [t ] etwas härter, intensiver, gespannter und
dunkler, als die entsprechenden russischen Laute [Ц], [Ч].

I. Sprich nach. Beachte die Affrikaten in den einzelnen Wörtern.

[ pf ]

- pfi-pfe-pfa-pfo-pfä-pfö-pfü-pfeu-pfei-pfau-
-ipf-epf-apf-opf-öpf-üpf-

Pfeife Apfel Kampf hüpfen


Pflicht Gipfel Kopf dämpfen
Pflaume tapfer Topf impfen
Pfad klopfen Knopf Pförtner
Pfeil schimpfen stumpf pflegen
Pferd Kämpfer Dampf Pfropfen

[ ts ]

-zi-ze-za-zo-zu-zö-zü-zeu-zei-zau-
-iz-ez-az-oz-uz-öz-üz-

Zahn Katze Platz Holzzaun


Zelt sitzen stolz Nichtsnutz
zehn Mütze schwarz Nachtzeit
Zeit putzen Satz Tanzsaal
zart Pflanze März Endziel
Ziel tanzen Salz Holzziegel
[t ]

-tschi-tsche-tscha-tscho-tschu-tscheu-tschei-tschau-
-itsch-etsch-atsch-otsch-utsch-ötsch-ütsch-eutsch-eitsch-autsch-

tschechisch Gletscher fletschen


Deutsch Dolmetscher futsch
dolmetschen Kutscher Kitsch
Couch quatschen Matsch
Peitsche lutschen tschilpen
rutschen klatschen platschen

II. Sprich folgende Wortverbindungen, Sätze und zusammenhängende Kurztexte nach.


Beachte die Wörter mit den Affrikaten. Lerne Sprichwörter und Zungenbrecher
auswendig.

′deutsch sprechen zwei′ Katzen


′nichts wissen zwischen den ′Zeilen lesen
die ′Zähne fletschen mit der ′Peitsche patschen
an die ′Pforte klopfen die ‘Zunge zügeln

Die Zuschauer klatschen ′Beifall. Er kann auch die ‘Zähne zeigen.


Alles zu seiner ′Zeit. Das ist keinen ‘Pfifferling wert.
Ein gutes Pferd braucht ′keine Peitsche. Man klatscht ‘Beifall.

Hörst du ′Spatzen zwitschern? Kannst du ′deutsch sprechen?


Was kostet ein Pfund ′Pflaumen? Magst du ‘Pflaumenmus?
Willst du zum ′Zahnarzt? Wohin soll ich mich ‘setzen?
Das ist aber ein reiner ′Zufall! Jetzt schlägt’s ‘dreizehn!
So ein ′Holzkopf! Verliere den ‘Kopf nicht!
Was für ein schönes ′Pferd! Gib mal den ‘Pfropfenzieher her!

Die Zeit ist der beste ′Arzt. (Время лучший лекарь).


In der ′Kürze liegt die Würze. (Краткость – сестра таланта).
Futsch ist ′futsch, hin ist ′′hin. (Что с воза упало, то пропало).
Aus ′nichts wird ′′nichts, von ′nichts kommt ′′nichts. (Из ничего ничего не бывает).
Scharfe Pflüge machen tiefe ′Furchen. (Острые плуги делают глубокие борозды).
Klatschend patschte der Kutscher mit der Peitsche auf seine ′Kutsche. (Кучер громко
хлестал кнутом по своей карете).
Der Apfel fällt nicht weit vom ′Stamm. (Яблоко от яблони не далеко падает).
Geiz ist die Wurzel allen ′Übels. (Жадность является причиной всех несчастий).
Draußen sitzen zwei ′Katzen und lauern auf ′Mäuse und ′′Spatzen. (Снаружи cидят две
кошки и охотятся на мышей и воробьев).
Für zehn Zoll ′Zaunholz zahlt der Zimmermann zehn ′′Taler. (За 10 дюймов
древесины для забора плотник платит 10 талеров).
Zwischen zwei Zwetschenbäumen zwitschern zwei ′Spatzen, zwei Spatzen zwitschern
zwischen zwei ′Zwetschenbäumen. (Между двумя сливовыми деревьями чирикают
два воробья, два воробья чирикают между двумя сливовыми деревьями).

- Warum sitzt du zu ′Hause und nicht in der ′′Schule?


- Ich habe ′Zahnschmerzen.
- Dann musst du zum ′Zahnarzt!
- Gut, ich ziehe mich schon ′an.

Ratsch-ratsch-‘ratsch, In jedem Pfäfflein


Tratsch, tratsch, ‘tratsch, steckt ein ′Päpstlein.
so ein ‘’Quatsch!
Laute im Sprechkontinuum

Vokale

1. Sprich nach. Lass keine qualitative Reduktion der Vollvokale in den unbetonten
Silben zu.

Radio Phonetik bravo Kontrolle


Moskau Auto vierzehn Philosophie
Thema Helgа Kommando Universität
Otto Offizier Poliklinik aufmerksam
Nominativ Apotheke gratulieren politisch
November Oktober Revolution Beispiel
kontrollieren konjugieren Geburtstag deklinieren
Enzyklopädie beobachten Kanada Kilometer

2. Sprich nach. Beachte die Elisions- und Realisationsfälle des Schwa-Lautes.

Sprache Kinder bekommen sagen


alle Schüler gehören haben
welche Bilder Märchen bilden
Kranke Fenster nehmen Garten
Stimme Gebäude singen Lappen
Füße Arbeiter wühlen Katzen
Himmel Ende Löffel besser
Rätsel bestehen Gipfel Mädchen
Tunnel Vater Insel fahren

3. Sprich nach. Beachte die Fälle, wo die Vokale mit und ohne Neueinsatz gesprochen
werden müssen.
ihr – mir immer abends Eltern
er – her schlafen Vokal bringen
Art – Bart Antwort Georgien bearbeiten
Ohr – Chor erobern vereinigen überall
Eule – Keule hinein heraus Vorort
Eis – Kreis Theater vollenden einander

II. Sprich nach. Beachte den Vokaleinsatz und –absatz, sowie die quantitativen Vo-
kalmodifikationen im Sprechkontinuum. Die Qualität der Vokale aber soll dabei
konstant bleiben.

Es ist ein Uhr ′nachmittags. Ich erinnere mich ′gut an Helga.


Am Abend sieht Moskau ′wunderbar aus. Karolas Aussprache gefällt mir ′prima.

Fährst du zur Arbeit mit dem ′Auto?


Wie ′lange arbeiten wir an diesem grammatischen Thema?
Kannst du dieses Substantiv im ′Nominativ nennen?

Artikuliere bitte alle Vokale und Konsonanten ′deutlich!


Kontrolliere bitte deine Arbeit ′aufmerksam!
Palatalisiere die deutschen Konsonanten ′nicht!

Einer für ′alle, alle für ′′einen. (Один за всех, все за одного)
′Keine Antwort ist ′′auch eine Antwort. (Нет ответа, это тоже ответ)

- Wohin be′eilst du dich?


- Ich muss ins ′Phonolabor. Ich muss mehr an meiner ′Aussprache arbeiten.
- Und wohin gehst ′du nach der Vorlesung?
- Ich gehe in den ′Lesesaal. Ich muss die Deklination der ′Substantive und die
Konjugation der ′′Verben wiederholen.

KONSONANTEN

1. Sprich nach. Beachte die Fälle, wo die Konsonanten [g], [k], [η] teilweise
palatalisiert werden müssen.

gehen – ging – gegangen Küche Gold Gabel


kümmern – Kummer gehen kalt gönnen
gießen – Guss Frühling Klang Kabel
Klingel – Klang Phonetik Gummi können
Kehle – Kohle Musik kommen Gesang
singen-sang-gesungen Goethe Übung gelingen

2. Sprich nach. Beachte die Aspiration der Fortes /p/, /t/, /k/ in den betonten Silben, im
An- und Auslaut der Wörter vor den Vokalen und vor den Sonanten.

Kino Socken Prosa Knochen


Teller Wetter trinken Tropfen
Pause Mappe Kragen plagen
Kunst Teleskop Habgier Klasse
Blatt stehen Endziel trösten
gelb spielen Quark plötzlich

3. Sprich nach. Beachte die Entstimmlichung der stimmhaften Konsonanten nach der
Stimmlosigkeit und im absoluten Anlaut.

Fest*saal auf *Wiedersehen auf *Besuch *bitten


Leib*gericht auf *dem Lande *Dichter und *Denker
Berg*bau *Basket*ball im großen und *ganzen
Auf*gabe aus *Sachsen *wild *werden
Fuß*ball Hand*tasche ins *Buch *sehen
Reis*suppe *weg*gehen *Seite an Seite

4. Sprich nach. Beachte die gedehnte und gespannte Aussprache der sonoren und
frikativen Konsonanten nach kurzen Vokalen.

finden Antwort Nachbar rechts


alt Gedanke Geld Stunde
Nacht lachen Wolke lächeln
kosten oft hässlich Milch
endlich Kinder Amt Ampel
Saft Last Land trinken

5. Sprich nach. Beachte die konsonantische und vokalische Realisation des r-Lautes.

Freund Räuber erklären Rarität


Heirat Bürger verliebt Rückfrage
Europa wieder zerstreut Völkerrecht
Dorf Uhr Ergebnis regenarm
Herz Tier Verrat Rücktritt
rund Autor Zerfall Rechtschreibung

6. Sprich nach. Beachte die Gemination der nach ihrer Artikulationsstelle gleichen
Konsonanten an der Morphemgrenze. Sprich die Doppelkonsonanten etwas gedehnt,
aber nicht getrennt voneinander.

Am Morgen Eigenname am Mittwoch


Auf Wiedersehen Fleischspeise schnell laufen
das Salböl Schreibpapier falsch schreiben
zurückkehren am Montag Schullehrer
enttäuscht Geschenk kaufen Heimmeister
Aufführung Sport treiben Schlagkraft

7. Sprich nach. Lass keine Velarisierung der deutschen Konsonanten vor den Vokalen
der hinteren Reihe.

tun rot mundtot Kontrolle


gut Mond Rotkopf Turbulenz
suchen los Luftschloss Tobsucht
Mut tot Lobspruch Zugluft
nun Not Kontrapunkt Wurmkur
Schuster Kot tonlos Schwundstufe

II. Sprich nach. Beachte die Konsonantenmodifikationen je nach ihrer Stellung und
Lautumgebung im Redestrom.

Ich kann mich auf meine Freunde ′immer verlassen. Es ist Zeit der ‘Ernte.
Die Mutter versucht ihr Kind zu be′ruhigen. Ich bleibe da’bei.
Er brachte mich aus dem Kon’zept. Er lügt wie ge’druckt.

Wie ′lange hörst du schon das Radio? Was 'soll das?


Kannst du mal das ′Licht einschalten? Bist ′du es?
Erinnerst du dich ′oft an deine Universität? Was macht deine ‘Arbeit?

Wir wollen lernen und ′Vorbild sein! Lass sie in 'Ruhe!


Gratuliere deiner Freundin zu ihrem Ge′burtstag! Red dir keinen ‘Bruch!
Pass mal auf deine Aussprache ′bessеr auf! ‘Jetzt oder ‘’nie!
Lehrjahre sind keine ′Herrenjahre. (Годы учебы – не праздные годы).
Der Tapfere fürchtet den Tod ′nicht. (Храбрый не боится смерти).
Salz und ′Brot machen die ′′Wangen rot. (От хлеба и соли щеки становятся
красными).

- Wann sollst du morgen zum ′Unterricht?


- Was für ein ′Tag ist morgen?
- Morgen ist ′Freitag.
- Am ′Freitag haben wir nur die ′zweite und ′′dritte Doppelstunde.
- Also, du gehst morgen gegen 10 ′Uhr weg.
- Das ′stimmt.

Wer ′nichts weiß und ′weiß, dass er ′nichts weiß, ist ein ′’Weiser.
WORTBETONUNG

1. Betonung in den einfachen und abgeleiteten Wörtern

Regel: In den einfachen Wörtern wird in der Regel die Wurzelsilbe betont.

‘morgen ‘Abend 'Wolke 'Jugend


‘schlafen ‘lieben ‘Fenster ‘Zimmer
‘lesen ‘antworten ‘Teppich ‘Sommer
'offen 'arbeiten 'Gabel 'denken
'traurig 'schreiben 'Spiegel 'Kasten
'Frage 'üben 'Boden 'Tugend

Regel: In den abgeleiteten Wörtern mit den untrennbaren Präfixen be-, ge-, er-, ver-,
zer-, ent-, emp- wird die Wurzelsilbe betont.
be′schreiben - be′schrieb - be′schrieben
ge′lingen - ge′lang - ge′lungen
er′klären - er′klärte - er′klärt
ver′stehen - ver′stand - ver′standen
ent′schuldigen - ent′schuldigte - ent′schuldigt
zer′reißen - zer′riss - zer′rissen
emp′fangen - emp′fing - emp′fangen

Be′ruf Ver′lust Emp′fang Be’arbeitung


be′rühmt ver′legen em′pört ge’hören
Ge′setz Ent′wicklung Be′rufung Er’rungenschaft
ge′sund ent′lang Er′gebnis ver’legen
Ge′witter Zer′fall er′staunt Zer’störung
zer′streut er′regt Ver′trag ent’fernen

Regel: In den Wörtern mit dem Präfix un- wird in der Regel das Präfix selbst betont. In
den Adjektiven und Adverbien aber kann die Betonung auch schwanken.

′Unbeliebtheit ′Unglück ′unabhängig


′Unbehagen ′Unsicherheit ′unauffällig
′Unbestimmtheit ′Untätigkeit ′unbeholfen
′Uneinigkeit ′Unverstand ′unentschlossen
′Unfall ′Untugend ′ungebildet
′Ungeheuer ′Unordnung ′unhöflich

′unangenehm 'unablässig - unab′lässig


′unbarmherzig 'unausstehlich - unaus′stehlich
′unbewusst 'unentgeltlich - unent′geltlich
′ungesalzen 'unerbittlich - uner′bittlich
′unglücklich 'unmenschlich - un‘menschlich
′unschlüssig 'untadelig - un‘tadelig

Regel: In den Wörtern mit dem Präfix ur- wird das Präfix selbst betont.

′urbar ′Urwelt 'Urheimat


′Urteil ′Urheber 'urwüchsig
′Urenkel ′uraufführen 'Ursache
′Urkunde ′uralt 'Urschrift
′Ursprung ′urbarmachen 'Urzustand
′Urwald ′Urmensch 'Ursprache

Regel: In den Substantiven, Adjektiven und Adverbien mit dem Präfix miss- wird das
Präfix selbst betont. In den Verben mit dem Präfix miss- wird dieses Präfix betont,
wenn ihm ein anderes Präfix folgt. Sollte es nicht der Fall sein, so trägt die Wurzelsilbe
den Wortakzent.

′Misserfolg ′missmutig 'missbilligend


′Missernte ′missgünstig 'missliebig
′Missgeschick ′missgelaunt 'missfällig

′missverstehen – ′missverstand - ′missverstanden


′missbehagen - ′missbehagte - ′missbehagt
miß′achten - miss′achtete - miss′achtet
miss′billigen - miss′billigte - miss′billigt
miss′brauchen - miss′brauchte - miss′braucht
miss′deuten - miss′deutete - miss′deutet
miss′trauen - miss′traute - miss′traut
Regel: In den Wörtern mit den trennbaren Präfixen an-, auf-, vor-, aus-, ab-, ein-, ab-
etc. tragen diese Präfixe den Wortakzent.

′abschreiben - schrieb ′ab - ′abgeschrieben


′anfragen - fragte ′an - ′angefragt
′aufmachen - machte ′auf - ′aufgemacht
′aussteigen - stieg ′aus - ′ausgestiegen
′beiwohnen - wohnte ′bei - ′beigewohnt
′einpacken - packte ′ein - ′eingepackt
′mitnehmen - nahm ′mit - ′mitgenommen
′nacherzählen - erzählte ′nach - ′nacherzählt
′vorzeigen - zeigte ′vor - ′vorgezeigt
′weggehen - ging ′weg - ′weggegangen

′Abrüstung ′auswendig ‘abholen


′abhängig ′Beitrag ‘anstellen
′Anzahl ′Abhang 'aufheben
′anwesend ′Einfluss 'aussprechen
′Aufregung ′einsam 'nachholen
′aufgeregt ′Mitglied 'vorsehen
′Aussprache ′mittags 'einspringen
′Nachricht ′nachdenklich 'beibringen
′Vorbild ′vorgestern 'mitnehmen

Regel: In den Wörtern mit den Präfixen und Halbpräfixen voll-, hinter-, unter-, über-,
um-, durch- werden in der Regel bei direkter Wortbedeutung diese Präfixe und bei
übertragener Wortbedeutung die Wurzelsilbe hauptbetont.
voll‘bringen - voll’brachte - voll‘bracht (совершить, напр., подвиг)
'vollgießen - goss 'voll - 'vollgegossen (наполнить, налить)
hinter‘ziehen - hinter‘zog - hinter’zogen(уклоняться, напр., от
налогов)
'hinterziehen - zog 'hinter - 'hintergezogen (тянуть назад)
unter‘stellen - unter‘stellte - unter‘stellt (подчинять)
'unterstellen - stellte 'unter - 'untergestellt (поставить, укрыть)
über‘treten - über‘trat - über‘treten (преступить, нарушить)
'übertreten - trat 'über - 'übergetreten (перейти, выдти из берегов)
um‘stellen - um‘stellte - um‘stellt (окружить, оцепить)
'umstellen - stellte 'um - 'umgestellt (переставить)
durch‘setzen - durch‘setzte - durch‘setzt (пронизывать, перемежать)
'durchsetzen - setzte 'durch – 'durchgesetzt (осуществить, добиться)

Merke dir die Betonung in den folgenden gebräuchlichen Wörtern:

Im‘port Um’gebung No’bel


Ex‘port E‘lektron Schwe’rin
Profes‘soren Rub’rik Mu‘sik
Dok‘toren Mathema‘tik Phy‘sik
Trans‘port 'Musiker 'Ozean
Charak‘tere Mathe‘matiker Poli‘tik
Kri‘tik Po‘litiker Kom’plex
Pro‘fil Mosa‘ik Am’pulle
Mole‘kül Te‘nor Trag’ödie
Ter’min Ko’mödie Katho’lik
Betonung in den zusammengesetzten Wörtern

Regel: In den zusammengesetzten Wörtern trägt die Hauptbetonung in der Regel das
Bestimmungswort. Den Nebenakzent können je nach der Anzahl von Wortstämmen
verschiedene Bestandteile des zusammengesetzten Wortes tragen, was auf Rhythmik
und Semantik zurückzuführen ist. Zu den häufigsten Akzentmodellen gehören folgende:

Zweigliedrige Zusammensetzungen

Modell 1. Hauptbetont – nebenbetont

′Bücher,schrank ′Schüler,heft 'Berg,gipfel


′Schreib,tisch ′gutge,launt 'Sonnen,schein
′stehen,bleiben ′freiheits,liebend 'wetter,wendisch
er′folg,reich spa′zieren,gehen 'Wespen,stich
′feuer,fest ′kennen,lernen 'drei,gliedrig
′inhalts,reich ′wasser,dicht 'mehr,stufig

Modell 2. Nebenbetont – hauptbetont

,Jahr′zehnt ,so′fort ‚mit‘unter


,Jahr′tausend ,da′her ‚jahr‘aus (jahr‘ein)
,Viertel′stunde ,will′kommen ‚so‘eben
,Bremer′haven ,vor′handen ‚gerade‘aus
,berg′auf ,unter′wegs ‚trepp‘auf
,Kopen′hagen ,über′haupt ‚lieb‘kosen
Dreigliedrige Zusammensetzungen

Modell 1. Hauptbetont - unbetont – nebenbetont

′Weltfest,spiele 'Fernsprechappa,rat
′Hochschul,bildung 'Eisenbahn,zug
′Hauptbahn,hof 'Kriegsschau,platz
′Erdgas,netz 'Luftschiff,fahrt
′Chemiefaser,werk 'Wasserkraft,werk
′Dampfschiff,fahrt 'Abendsonnen,schein

Modell 2. Nebenbetont - hauptbetont – nebenbetont

,Sieben′meilen,stiefel ,Kinder′wochen,heim
,Weltge′werkschaftsorganisa,tion ,Drei′käse,hoch
,Jahr′hundert,wende ,Neu′see,land

Viergliedrige Zusammensetzungen

Modell: Hauptbetont – unbetont –nebenbetont - unbetont

′Spielwaren,handelsgesellschaft ′Hochbau,fahrstuhl
′Bahnhofs,buchhandlung ′Schwermaschinen,baukombinat
'Gutsbesitzer,grundstück 'Haarlack,spraydose

Regel: In den Abkürzungen, die aus den Anfangsbuchstaben der Wortverbindungen


bestehen, trägt den Akzent in der Regel die letzte Silbe. Sollten die Abkürzungen
Vokale enthalten, so ist meistens die erste Silbe betont.
BR'D (Bundesrepublik Deutschland)
PD'S (die Partei des Demokratischen Sozialismus)
CD'U (die Christlich-Demokratische Union)
FD'P (die Freie Demokratische Partei)
BB'C (British Broadcasting Corporation)
AR'D (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
Deutschlands)
'NATO (North Atlantic Treaty Organization)
'UNO (United Nationes Organization)
'NASA (National Aeronautics and Space Administration)
'BAFÖG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)
'AHO (Außenhandelsorganisation)
'UFO (unidentified flying object)

INTONATION

1. Terminale Intonation (Aussage-, Ausrufe- und Aufforderungssätze, Fragesätze mit


einem Fragewort, Anreden, zweiter Teil der Doppelfragen)

Modell: Volllauf:
steigend-fallende oder fallende Tonführung bis zum Tiefschluss

Sprich! Halt! Weg! Fass!


Lies! Los! Schnell! Schweig!
Komm! Gut. Sieh! Nein.

Modell: Vorlauf: Volllauf:

relativ ebene Tonführung steigend-fallende oder fallende Tonführung bis


zum
Tiefschluss

Steh ′auf! Tritt ′ein! Schlaft ′ein! Hör mal ′zu!


Setzt euch ′hin! Pass ′auf! Er ′schreibt. Es ′schneit.
Es ist ′kalt. Das ′stimmt. Es ′scheint. Das ist ein ′Buch.
Es ′friert. Er steht ′auf. Er ist noch ′jung. Hör ‘auf!

Modell: Volllauf: Nachlauf:


steigend-fallende oder fallende Tonführung weiterhin fallende
Tonführung bis zum
Tiefschluss
Wascht euch! Schneller! Setz dich! Aufpassen!
Sprechen Sie! Abgemacht! Herrlich ist es! Vorsicht!
Übermorgen. Vorgestern. Stillgestanden! Abzählen!

′Wer wollte mich sprechen? ‘Was hast du nicht verstanden?


′Wo habt ihr euch getroffen? ‘Wen möchtest du beglückwünschen?
′Wann hat er mich angerufen? ‘Wie kannst du so was sagen?

Modell: Vorlauf: Volllauf: Nachlauf:


relativ ebene Tonführung steigend-fallende oder weiterhin fallende Tonführung
bis
fallende Tonführung zum Tiefschluss

Wie ′kommst du darauf? Was ′ist das?


Wessen ′Mütze ist das? Wie ′alt ist der Junge?
Worauf ′freust du dich? Mit ′wem hast du dich unterhalten?
Wie ′spät ist es? Wo′hin will sie reisen?
Woher ′kommen Sie? Be′dienen Sie sich!
Be′nimm dich! Ent′schuldigt euch!
Ge′niert euch! Wo′rüber freust du dich?
Warum hast du dich ver′spätet? Bis ′wann bleibt er zu Hause?
Ich ver′stehe dich nicht. Er ist aber ′müde.
Die Sonne ′scheint nicht. Der ′Sommer kommt bald.
Wir wollen uns diesen Film ′ansehen. Es geht wie am ′Schnürchen.
Der Zug setzt sich in Be′wegung. Wie ‘herrlich leuchtet mir die Natur!

2. Progrediente Intonation (Eingangs- und Zwischensyntagmen, Aufzählungen)

Modell: Vorlauf Volllauf Nachlauf


/relativ eben in der /fallend-steigend, /steigend oder fallend
neutralen Tonstufe) steigend, schwebend innerhalb innerhalb der mittel-
der mittelhohen und neutralen hohen und neutralen
Tonstufe/ Tonstufe/

Ich ′weiß, dass er schon zu ′′Hause ist.


Wir ′hoffen, dass er ′′Lehrer wird.
Man ′sagt, dass sie ′′krank ist. Ich ′weiß nicht, ob er zum ′′Unterricht kommt.
Man be′hauptet, er sei ver′′reist. Wir bleiben zu ′Hause, solange es ′′regnet.
Da es ′kalt ist, muss man sich ′′warm anziehen. Ich ‘weiß, dass er ‘’krank ist.
Ich wieder′hole, damit du es ver′′stehst. Ich ′warte, bis du mich ′′anrufst.

Gleiche ′Rechte, gleiche ′′Pflichten. (Равные права, равные обязанности).


Wer die ′Wahl hat, hat die ′′Qual. (Выбор всегда связан с мучениями).
′Später Dank, ′′schlechter Dank. (Поздняя благодарность, плохая благодарность).
Wer ′rastet, der ′′rostet. (Кто отдыхает слишком часто, тот хиреет).
Rede ′wenig, ′′höre viel! (Меньше говори, больше слушай!).
Zuerst be′sinnen, dann be′′ginnen. (Сначала подумай, а потом делай).
Wer nichts ′wagt, ge′′winnt nichts. (Кто не смел, тот не побеждает).
Was du ′heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf ′′morgen. (То, что ты можешь
сделать сегодня, не откладывай на завтра).

Als ich nach ′Hause kam, war es schon ′′spät.


Während er ′fernsah, machte ich meine ′′Hausaufgaben.
Sobald du zu ′Hause bist, rufe mich ′′an.
Du bleibst ′solange am Tisch, bis du mit deiner Arbeit ′′fertig bist.

Wir fuhren an ′Dörfern, ′Feldern und ′′Städten vorbei.


Wir haben Unterricht ′montags, ′mittwochs und ′′freitags.
Der Arzt ′kam, unter′suchte den Kranken und verschrieb ihm die Arz′′nei.
Im Zoo sahen wir Löwen und Ele′fanten, Bären und ′Affen, Wölfe und ′′Schlangen.

Der ′Roman, den ich kürzlich ge′lesen habe, ist recht ′′spannend.
Der Junge war ′damals, um dies zu ver′stehen, zu ′′klein.
Die Stadt ′Leipzig, wie ich ge′lesen habe, ist durch seine ′′Messen bekannt.
Die ′Großmutter, die ist schon längst ′tot, war ′′Lehrerin von Beruf.
Das Tonem in den Sätzen mit Einschaltungen ist in der Regel immer eben, vgl.:

Wer zu′letzt lacht, sagt die ′Volksweisheit, lacht am ′′besten.


Ich ′sage, ver′sicherte er, die reine ′′Wahrheit.
Der ‘Körper, be’hauptet man, sagt die ‘’Wahrheit.
Wer Ohren hat zu ‘hören, steht es in der ‘Bibel, der ‘’höre.
Großer ‘Prahler, sagt die ‘Volksweisheit, schlechter ‘’Zahler.
‘Hände, ‘sagt man, sprechen ‘’Bände.

3. Interrogative Intonation (Entscheidungs-, Ergänzungs- und Nachfragen, erster Teil


der Doppelfragen)

Modell: Vorlauf: Vollauf Nachlauf


/fallende Tonführung /fallend-steigend oder /weiterhin steigend bis
von mittelhoch bis steigend bis hoch/ zum Hochschluss/
neutral/
Kannst du mir ′helfen? Ist er ′krank?
Darf ich dich ′anrufen? Hast du dir diesen Film ′angesehen?
Möchtest du eine Tasse ′Kaffee? Willst du nicht zu ′Bett gehen?
Fährst du im Sommer an die ′Ostsee? Bist du mir ‘böse?

Ich bin ‘zwanzig. ′Wie alt bist du?


Hans hat mich be’leidigt. ′Wer hat dich beleidigt?
Er soll ‘Wasser holen. ′Was soll er holen?
Sie kommt aus ‘Brüssel. Wo′her kommt sie?
Er ist im ‘März geboren. ′Wann ist er geboren?
Sie hat in Ber’lin studiert. ′Wo hat sie studiert?

Trinkst du lieber ′Milch oder ′′Tee?


Gehen wir ′durch den Wald oder ′′um den Wald?
Hast du ′Beethoven gern oder ziehst du ′′Mozart vor?
Willst du einen ′dunklen oder einen ′′hellen Mantel?
Gehen wir heute ins ′Kino oder ins The′′ater?
′Regnet es draußen oder ′′schneit es?
Soll ich das Fenster ′aufmachen oder ′′zumachen?
Ist dein Bruder ′Lehrer oder Inge′′nieur?
Ist deine Schwester ′zwanzig oder ′′fünfundzwanzig Jahre alt?
Wäscht er sich ′kalt oder ′′warm?

Beachte beim Inszenieren der Minidialoge verschiedene Intonationstypen!


1.
- Wo kommst du ′her?
- Ich war im ′Kino.
- So spät. Und wann machst du deine ′Hausaufgaben?
- Morgen.
- Wieso?
- Wir haben morgen keinen ′Unterricht.
2.
- Guten ′Tag, hier ′Viktor. Kann ich ′Igor sprechen?
- Leider ist er nicht zu ′Hause.
- Und wann ′kommt er?
- Ich ′glaube, gegen acht ′′Uhr.
- Darf ich ′nochmals anrufen?
- Aber ′sicher!
3.
- ′Grüß dich. Wo gehst du ′hin?
- In die Bibliothek. Und du?
- Ich muss in die Bäcke′rei. Ich muss ′Brot kaufen.
- Hast du heute Abend ′Zeit?
- Leider muss ich heute Abend einen ′Aufsatz in Literatur schreiben.
- Und morgen?
- Morgen? Morgen ′habe ich Zeit.
- Dann können wir uns ′morgen treffen. Einverstanden?
- Abgemacht!
4.
- Wie ist das ′Wetter heute?
- Herrlich! Es ‘scheint, und es ist schön “warm .
- Ich schlage ′vor, heute aufs ′′Land zu fahren.
- Und was ′machen wir dort?
- Wir ′sonnen uns, ′baden und spielen ′′Tennis.
- Prima! Los!
5.
- Sie wünschen?
- Wir möchten zweimal ′Kaffee.
- ′Schwarz oder mit ′′Milch?
- Bitte, schwarz.
- Wünschen Sie ′noch was?
- Ja, bitte zwei Eis mit ′Obst. Danke!
6.
- Entschuldigung, wie komme ich am besten zum Mu′seum?
- ′Welches Museum meinen Sie?
- Das Heimatmuseum.
- Dann nehmen Sie die ′Straßenbahn, Linie ′sechs, und fahren Sie zwei Sta′tionen.
Mit der Straßenbahn kommen Sie direkt zum Mu′seum.
- ′Danke schön!
7.
- Hallo! Prima, dass ich dich ′wieder sehe! Wo hast du ge′steckt?
- Hallo! Ich war ′krank.
- Und was ′hattest du?
- Eine Erkältung.
- Und wie fühlst du dich ′jetzt?
- Danke, ich bin wieder ′fit.
- Das ′freut mich.
8.
- Kannst du mir ′helfen?
- Aber ′gern. Welches Pro′blem hast du?
- Ich kann diesen grammatischen Stoff nicht ver′stehen.
- ′Welchen Stoff?
- Den ′Konjunktiv.
- Es tut mir ′leid, aber ich verstehe ihn ′′auch nicht gut. Ich ′fürchte, ich kann dir
dabei nicht ′′helfen.
- Gut, dann muss ich mich an unseren ′Deutschlehrer wenden.
9.
- Darf ich ′fragen, was wir heute zum ′′Mittagessen haben?
- Kohlsuppe, Fleisch mit Kartoffeln und Kom′pott.
- Das ist aber ′prima! Ran an den ‘Tisch!
- Aber nicht so ′schnell! Zuerst müssen wir den Tisch ′decken.
- Klar, ich ′helfe dir dabei!
- Danke!
10.
- Na, wie hast du heute im Deutschunterricht ′abgeschnitten?
- Leider hatte ich ′Pech. Ich habe ′keine beste Note bekommen.
- Und wo hast du ver′sagt?
- Ich konnte die Grundformen einiger starker ′Verben nicht nennen.
- Hast du sie ge′lernt?
- Klar, aber ich konnte mich nicht an einige Verben er′innern.
- Dann musst du sie ′nochmals wiederholen.
- Das ′tue ich gerade.
ANHANG

(Texte zum Transkribieren, Einüben, Lernen und Vortragen)

Der Star und die Flasche

Ein Star findet auf dem Felde eine Flasche mit Wasser. Er will trinken, aber die Flasche ist
nicht voll, und er kann mit dem Schnabel das Wasser nicht erreichen. Da nimmt er kleine
Steinchen in den Schnabel und wirft sie in die Flasche. Bald erreicht das Wasser den Rand
der Flasche. Jetzt trinkt er und stillt seinen Durst.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


trinken, nicht, erreichen, Steinchen, erreicht, jetzt
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
der Star und die Flasche, auf dem Felde, eine Flasche mit Wasser, er will trinken, mit
dem Schnabel, nicht erreichen, kleine Steinchen, wirft sie, in die Flasche, erreicht das
Wasser, jetzt trinkt er, stillt seinen Durst
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Ein Star findet auf dem Felde eine Flasche mit Wasser. Da nimmt er kleine Steinchen in
den Schnabel und wirft sie in die Flasche. Jetzt trinkt er und stillt seinen Durst.

Heinrich Heine. Ein Fichtenbaum

Ein Fichtenbaum steht einsam


im Norden auf kahler Höh’.
Ihn schläfert, mit weißer Decke
umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,


die fern, im Morgenland,
einsam und schweigend trauert
auf brennender Felsenwand.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, Heine, Fichtenbaum, einsam, Höh’, schläfert, umhüllen, träumt, trauert
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, im Norden, auf kahler Höh’, ihn schläfert, mit weißer Decke, umhüllen ihn
Eis und Schnee, er träumt, von einer Palme, fern im Morgenland, einsam und schweigend
trauert, auf brennender Felsenwand
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Ein Fichtenbaum steht einsam im Norden auf kahler Höh‘. Ihn schläfert. Mit weißer Decke
umhüllen ihn Eis und Schnee.

Gotthold Ephraim Lessing. Der Löwe und der Tiger

Der Löwe und der Hase, beide schlafen mit offenen Augen. Und so schlief jener, ermüdet
von der gewaltigen Jagd einst vor dem Eingang seiner fürchterlichen Höhle. Da sprang ein
Tiger vorbei und lachte des leichten Schlummers. „Der nichtsfürchtende Löwe!“, rief er,
„schläft er nicht mit offenen Augen, natürlich wie der Hase?!“
„Wie der Hase?“ brüllte der aufspringende Löwe und war dem Spötter an der Gurgel. Der
Tiger wälzte sich in seinem Blute, und der beruhigte Sieger legte sich wieder zu schlafen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Ephraim, Löwe, Hase, schlafen, ermüdet, Jagd, Eingang, fürchterlichen, Höhle, sprang,
nicht, natürlich, nichtsfürchtende, aufspringende, Spötter, Blute, beruhigte
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Gotthold Ephraim Lessing, der Löwe und der Tiger, mit offenen Augen, vor dem
Eingange, seiner fürchterlichen Höhle, des leichten Schlummers, der nichtsfürchtende
Löwe, wie der Hase, der aufspringende Löwe, in seinem Blute, der beruhigte Sieger
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Der Löwe und der Hase, beide schlafen mit offenen Augen. Da sprang ein Tiger vorbei
und lachte des leichten Schlummers. Schläft er nicht mit offenen Augen, natürlich wie der
Hase?! Der Tiger wälzte sich in seinem Blute, und der beruhigte Sieger legte sich wieder
zu schlafen.

Johann Wolfgang von Goethe. Meeresstille

Tiefe Stille herrscht im Wasser,


ohne Regung ruht das Meer,
und bekümmert sieht der Schiffer
glatte Fläche ringsumher.

Keine Luft, von keiner Seite.


Todesstille fürchterlich.
In der ungeheuren Weite
reget keine Welle sich.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Johann, Wolfgang, Goethe, Meeresstille, herrscht, Regung, bekümmert, Fläche,
ringsumher, Todesstille, fürchterlich, ungeheuren
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Johann Wolfgang von Goethe, tiefe Stille, ohne Regung, glatte Fläche, keine Luft, von
keiner Seite, in der ungeheuren Weite
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Tiefe Stille herrscht im Wasser. Ohne Regung ruht das Meer. In der ungeheuren Weite
reget keine Welle sich.
Bertolt Brecht. General

General, dein Tank ist ein starker Wagen:


er bricht einen Wald nieder
und zermalmt hundert Menschen,
aber er hat einen Fehler – er braucht einen Fahrer.

General, dein Bombenflugzeug ist stark:


es fliegt schneller als ein Sturm
und trägt mehr als ein Elefant,
aber es hat einen Fehler – es braucht einen Monteur.

General, der Mensch ist sehr brauchbar:


er kann fliegen und er kann töten,
aber er hat einen Fehler – er kann denken.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Bertolt, Brecht, Tank, bricht, zermalmt, Fehler, braucht, Bombenflugzeug, trägt, Monteur,
brauchbar, töten, denken
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Bertolt Brecht, ein starker Wagen, er bricht einen Wald nieder, zermalmt hundert
Menschen, er braucht einen Fahrer, dein Bombenflugzeug ist stark, schneller als ein
Sturm, trägt mehr als ein Elefant, es hat einen Fehler, es braucht einen Monteur, der
Mensch ist sehr brauchbar, er kann fliegen, er kann töten, er kann denken
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Dein Tank ist ein starker Wagen. Er braucht einen Fahrer. Der Mensch ist sehr
brauchbar. Er kann fliegen und er kann töten. Dein Bombenflugzeug ist stark.

Johann Wolfgang von Goethe. Gefunden

Ich ging im Walde Ich wollt‘ es brechen,


so für mich hin, da sagt es fein:
und nichts zu suchen, Soll ich zum Welken
das war mein Sinn. gebrochen sein?

Im Schatten sah ich Ich grub‘s mit all‘


ein Blümchen stehn, den Würzlein aus,
wie Sterne leuchtend, zum Garten trug ich‘s
wie Äuglein schön. am hübschen Haus.

Und pflanzt‘ es wieder


am stillen Ort;
nun zweigt es immer
und blüht so fort.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Johann, Wolfgang, Goethe, ich, mich, nichts, Blümchen, leuchtend, Äuglein, brechen,
gebrochen, Würzlein, hübschen, blüht
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Johann Wolfgang von Goethe, ich ging im Walde, so für mich hin, nichts zu suchen, ein
Blümchen stehn, wie Sterne leuchtend, wie Äuglein schön, ich wollt‘ es brechen, zum
Welken gebrochen sein, mit all‘ den Würzlein, zum Garten trug ich‘s, am hübschen Haus,
pflanzt‘ es wieder, am stillen Ort, zweigt es immer, blüht so fort
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Ich ging im Walde so für mich hin. Im Schatten sah ich ein Blümchen stehn. Soll ich zum
Welken gebrochen sein? Nun zweigt es immer und blüht so fort.

Reinhard Lettau. Besuch

Ein Herr steht an der Tür. Er zittert. Wir bitten ihn herein. Er kommt und setzt sich. „Sie
wissen nicht, was ich gesehen habe“, sagt er. „Wo haben Sie es gesehen?“ fragen wir. „Fast
überall“, sagt er. „Überall, wo ich bin“. „Wann haben Sie es gesehen?“ fragen wir. „Ich sehe
es fast immer“, sagt er. „Auch hier, vor unserem Haus?“ fragen wir. „Direkt vor Ihrem Haus“,
sagt er. „Also nicht nur unter bestimmten Umständen? Auch nicht zu bestimmten
Tageszeiten? Nicht auf Jahreszeiten beschränkt?“ „Keinesfalls beschränkt“, sagt er. „Auch
hier, bei uns, im Haus, auf dem Stuhl?“ „Das fragen alle“, sagt er zitternd. Er erhebt sich und
geht.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Reinhard, Tür, herein, überall, hier, Tageszeiten, erhebt sich, nicht
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
an der Tür, er zittert, fast überall, vor unserem Haus, unter bestimmten Umständen, zu
bestimmten Tageszeiten, nicht auf Jahreszeiten beschränkt
3. Sprich folgende Sätze dem Sprecher nach. Beachte die Intonation.
Ein Herr steht an der Tür. Er kommt und setzt sich. Sie wissen nicht, was ich gesehen
habe. „Wo haben Sie es gesehen?“, fragen wir. Er erhebt sich und geht.

Eduard Mörike. Er ist‘s

Frühling lässt sein blaues Band


wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch! Von fern ein leiser Harfenton!
Frühling? Ja, du bist‘s,
dich hab‘ ich vernommen!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Eduard, Mörike, Frühling, flattern, durch, Lüfte, süße, Düfte, ahnungsvoll, Veilchen,
Träumen, horch, Harfenton, dich
2. Sprich folgende Wortgruppen nach. Beachte die Lautmodifikationen im Sprechkontinuum.
Eduard Mörike, durch die Lüfte, süße wohlbekannte Düfte, Veilchen träumen, ein leiser
Harfenton, du bist‘s
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte. Süße wohlbekannte
Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Dich hab‘ ich vernommen!

Vaterunser

Vaterunser, der Du bist im Himmel,


geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme, Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auch auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit,
jetzt, immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Himmel, geheiligt, Reich, Wille, geschehe, Erden, tägliches, heute, vergib, Schuldigern,
Versuchung, erlöse, Bösen, Herrlichkeit, Ewigkeit
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
im Himmel, dein Name, dein Reich, dein Wille, auf Erden, unser tägliches Brot, unsere
Schuld, wir vergeben, nicht in Versuchung, erlöse uns, von dem Bösen, das Reich und
die Kraft und die Herrlichkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe. Unser tägliches
Brot gib uns heute. Vergib uns unsere Schuld. Führe uns nicht in Versuchung. Erlöse uns
von dem Bösen. Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.
Johann Wolfgang von Goethe. Heidenröslein

Sah ein Knab‘ ein Röslein stehn, Knabe sprach: Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden, Röslein auf der Heiden!
war so jung und morgenschön, Röslein sprach: Ich steche dich,
lief er schnell, es nah zu sehn, dass du ewig denkst an mich,
sah‘s mit vielen Freuden. und ich will‘s nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden. Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach‘s


Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
half ihm doch kein Weh und Ach,
musst‘ es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Goethe, Röslein, morgenschön, breche, steche, ewig, nicht, half, Weh, Ach
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Johann Wolfgang Goethe, sah ein Knab‘ ein Röslein stehn, auf der Heiden, jung und
morgenschön, lief er schnell, es nah zu sehn, mit vielen Freuden, Knabe sprach, ich
breche dich, Röslein sprach, ich steche dich, will‘s nicht leiden, der wilde Knabe, wehrte
sich und stach, kein Weh und Ach
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Sah ein Knab ein Röslein stehn. Lief er schnell, es nah zu sehn, sah‘s mit vielen Freuden.
Und der wilde Knabe brach‘s Röslein auf der Heiden.
Bertolt Brecht. Der Zweckdiener

Herr K. stellte die folgenden Fragen: „Jeden Morgen macht mein Nachbar Musik auf einem
Grammophonkasten. Warum macht er Musik? Ich höre, weil er turnt. Warum turnt er? Weil er
Kraft benötigt, höre ich. Wozu benötigt er Kraft? Weil er seine Feinde in der Stadt besiegen
muss, sagt er. Warum muss er seine Feinde besiegen? Weil er essen will, höre ich“.
Nachdem Herr K. dies gehört hatte, dass sein Nachbar Musik machte, um zu turnen, turnte,
um kräftig zu sein, kräftig sein wollte, um seine Feinde zu erschlagen, seine Feinde erschlug,
um zu essen, stellte er seine Frage: „Warum isst er?“

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Bertolt, Brecht, jeden, Nachbar, Grammophonkasten, Kraft, benötigt, höre, nachdem,
turnt, kräftig, erschlagen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
die folgenden Fragen, jeden Morgen, mein Nachbar, auf einem Grammophonkasten, ich
höre, in der Stadt, Feinde besiegen, gehört hatte, seine Feinde erschlug
3. Sprich folgende Sätze dem Sprecher nach. Beachte die Intonation.
Jeden Morgen macht mein Nachbar Musik auf einem Grammophonkasten. Ich höre, weil
er turnt. Wozu benötigt er Kraft? Warum muss er seine Feinde besiegen?

Heinrich Heine. Lorelei

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,


dass ich so traurig bin;
ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl, und es dunkelt,


und ruhig fließt der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet


dort oben wunderbar,
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme


und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame
gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe


ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht die Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh‘.

Ich glaube, die Wellen verschlingen


am Ende Schiffer und Kahn;
und das hat mit ihrem Singen
die Lorelei getan.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, ich, nicht, traurig, Märchen, kühl, dunkelt, ruhig, funkelt, Abendsonnenschein,
Jungfrau, wunderbar, Haar, singt, wundersame, Melodei, Weh, hinauf, Höh‘, verschlingen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, ich weiß nicht, was soll es bedeuten, ein Märchen aus alten Zeiten, nicht
aus dem Sinn, es dunkelt, ruhig fließt der Rhein, im Abendsonnenschein, die schönste
Jungfrau, ihr goldnes Geschmeide, eine wundersame gewaltige Melodei, im kleinen
Schiffe, mit wildem Weh, hinauf in die Höh, am Ende, mit ihrem Singen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Der Gipfel des Berges funkelt im
Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar. Das hat eine
wundersame gewaltige Melodei. Den Schiffer im kleinen Schiffe ergreift es mit wildem
Weh. Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn.

Bertolt Brecht. Fragen eines lesenden Arbeiters

Wer baute das siebentorige Theben? In den Büchern stehen die Namen von Königen. Haben
die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt? Und das mehrmals zerstörte Babylon? Wer
baute es so viele Male auf? In welchen Häusern des goldstrahlenden Lima wohnten die
Bauleute? Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war, die Maurer?
Das große Rom ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen triumphierten die
Zäsaren? Hatte das viel besungene Byzanz nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem
sagenhaften Atlantis brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang, die Ersaufenden nach
ihren Sklaven.
Der junge Alexander eroberte Indien. Er allein? Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht
wenigstens einen Koch bei sich? Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte untergegangen
war. Weinte sonst niemand? Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer siegte
außer ihm? Jede Seite – ein Sieg! Wer kochte den Siegesschmaus? Alle zehn Jahre – ein
großer Mann. Wer bezahlte die Spesen? So viele Berichte, so viele Fragen … .

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


lesenden, Theben, Könige, herbeigeschleppt, mehrmals, zerstörte, Babylon, wohin,
chinesische, Triumphbögen, Byzanz, verschlang, eroberte, Gallier, wenigstens,
untergegangen, Friedrich, Siegesschmaus, Berichte
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
das siebentorige Theben, in den Büchern, die Namen von Königen, das mehrmals
zerstörte Babylon, in welchen Häusern, die chinesische Mauer, voll von Triumphbögen,
das viel besungene Byzanz, für seine Bewohner, in dem sagenhaften Atlantis, Philipp von
Spanien, Friedrich der Zweite, im Siebenjährigen Krieg, jede Seite, alle zehn Jahre, so
viele Berichte
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Wer baute das siebentorige Theben? Haben die Könige die Felsbrocken
herbeigeschleppt? Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war, die
Maurer? Selbst in dem sagenhaften Atlantis brüllten in der Nacht, wo das Meer es
verschlang, die Ersaufenden nach ihren Sklaven. Philipp von Spanien weinte, als seine
Flotte untergegangen war.

Anastasius Grün. Zwei Wanderer

Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor,


zur herrlichen Alpenwelt empor.
Der Junge ging, weil‘s Mode just,
den andern trieb der Drang in der Brust,
und als daheim nun wieder die zwei,
da rückt die ganze Sippe herbei,
da wirbelt‘s an Fragen ohne Zahl:
„Was habt ihr gesehn?“ „Viel Schönes nicht!
Ach! Berge, Wiesen, Bach und Hain,
und blauen Himmel, und Sonnenschein“.
Der andere lächelnd dasselbe spricht,
doch leuchtenden Blicks, mit verklärtem Gesicht:
„Ei! Berge, Wiesen, Bach und Hain,
und blauen Himmel, und Sonnenschein!“

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Anastasius, hinaus, herrlichen, empor, Junge, Drang, daheim, rückt, herbei, wirbelt‘s,
Schönes, Bach, Hain, Himmel, lächelnd, dasselbe, spricht, leuchtenden, verklärtem,
Gesicht
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Anastasius Grün, zogen hinaus, zum Tor, zur herrlichen Alpenwelt, den andern, der
Drang in der Brust, die ganze Sippe, an Fragen, ohne Zahl, leuchtenden Blicks, mit
verklärtem Gesicht
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor, zur herrlichen Alpenwelt empor. Den andern trieb
der Drang in der Brust. Da wirbelt‘s an Fragen ohne Zahl. Ach! Berge, Wiesen, Bach und
Hain, und blauen Himmel, und Sonnenschein.

Martin Luther. Geiz. Vom Hunde im Wasser

Es lief ein Hund durch einen Wasserstrom und hatte ein Stück Fleisch im Maule. Als er aber
den Schemen vom Fleisch im Wasser sah, wähnte er, es wäre auch Fleisch, und schnappte
gierig danach. Als er aber das Maul auftat, entfiel ihm das Stück Fleisch, und das Wasser
führte es weg. Also verlor er beide, das Fleisch und den Schemen.
Lehre: Man soll sich genügen lassen an dem, das Gott gibt. Wer das Wenige verschmäht,
dem wird das Größere nicht. Wer zu viel haben will, der behält zuletzt nichts. Mancher
verlieret das Gewisse über dem Ungewissen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Luther, Wasserstrom, Stück, Schemen, gierig, führte, weg, genügen, gibt, verschmäht,
behält, zuletzt, nichts, mancher
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
durch einen Wasserstrom, ein Stück Fleisch im Maule, sich genügen lassen, das Wenige,
das Größere
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Es lief ein Hund durch einen Wasserstrom und hatte ein Stück Fleisch im Maule. Man soll
sich genügen lassen an dem, das Gott gibt. Wer das Wenige verschmäht, dem wird das
Größere nicht. Mancher verlieret das Gewisse über dem Ungewissen.
Johann Wolfgang von Goethe. Mailied
(Auszug)

Wie herrlich leuchtet Es dringen Blüten


mir die Natur! aus jedem Zweig,
Wie glänzt die Sonne! Und tausend Stimmen
Wie lacht die Flur! aus dem Gesträuch.
Und Freud‘ und Wonne O Mädchen, Mädchen,
aus jeder Brust. wie lieb‘ ich dich!
O Erd‘, o Sonne! Wie blinkt dein Auge!
O Glück, o Lust! Wie liebst du mich!
O Lieb‘, o Liebe! So liebt die Lerche
So golden schön, Gesang und Luft,
wie Morgenwolken und Morgenblumen
auf jenen Höhn! den Himmelduft.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Johann, Goethe, herrlich, leuchtet, glänzt, lacht, Freud‘, jeder, Erd‘, Glück,
Morgenwolken, jenen, Höhn, dringen, Blüten, Gesträuch, Mädchen, Lerche, Gesang,
Morgenblumen, Himmelduft
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Johann Wolfgang von Goethe, wie herrlich, wie glänzt, wie lacht, Freud und Wonne, aus
jeder Brust, wie Morgenwolken, auf jenen Höhn, es dringen Blüten, aus jedem Zweig,
tausend Stimmen, aus dem Gesträuch, wie blinkt, dein Auge, Gesang und Luft
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Wie herrlich leuchtet mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur! Es dringen
Blüten aus jedem Zweig. Wie lieb‘ ich dich! Wie blinkt dein Auge! Wie liebst du mich!

Bertolt Brecht. Form und Stoff

Herr Keuner betrachtete ein Gemälde, das einigen Gegenständen eine sehr eigenwillige
Form verlieh. Er sagte: „Einigen Künstlern geht es, wenn sie die Welt betrachten, wie vielen
Philosophen. Bei der Bemühung um die Form geht der Stoff verloren. Ich arbeitete einmal bei
einem Gärtner. Er händigte mir eine Gartenschere aus und hieß mich einen Lorbeerbaum
beschneiden. Der Baum stand in einem Topf und wurde zu Festlichkeiten ausgeliehen. Dazu
musste er die Form einer Kugel haben. Ich begann sogleich mit dem Abschneiden der wilden
Triebe, aber wie sehr ich mich auch mühte die Kugelform zu erreichen, es wollte mir lange
nicht gelingen. Einmal hatte ich auf der einen, einmal auf der anderen Seite zu viel
weggestutzt. Als es endlich eine Kugel geworden war, war die Kugel sehr klein. Der Gärtner
sagte enttäuscht: "Gut, das ist die Kugel, aber wo ist der Lorbeer?“

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Brecht, Herr, betrachtete, Gemälde, einigen, Gegenständen, eigenwillige, verlieh, geht,
Welt, betrachten, Philosophen, Bemühung, verloren, arbeitete, händigte, Gartenschere,
Lorbeerbaum, Festlichkeiten, ausgeliehen, Triebe, sehr, mühte, erreichen, lange,
gelingen, weggestutzt, endlich, enttäuscht
2. Sprich diese Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Bertolt Brecht, Form und Stoff, Herr Keuner, eine sehr eigenwillige Form, wie vielen
Philosophen, wenn sie die Welt betrachten, bei der Bemühung um die Form, bei einem
Gärtner, einen Lorbeerbaum beschneiden, zu Festlichkeiten ausgeliehen, die Form einer
Kugel haben, mit dem Abschneiden der wilden Triebe, wie sehr ich mich auch mühte,
lange nicht gelingen, auf der anderen Seite, zu viel weggestutzt, wo ist der Lorbeer
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Herr Keuner betrachtete ein Gemälde, das einigen Gegenständen eine sehr eigenwillige
Form verlieh. Er händigte mir eine Gartenschere aus und hieß mich einen Lorbeerbaum
beschneiden. Der Baum stand in einem Topf und wurde zu Festlichkeiten ausgeliehen.
Als es endlich eine Kugel geworden war, war die Kugel sehr klein. Gut, das ist die Kugel,
aber wo ist der Lorbeer?

Johann Wolfgang von Goethe. Mignon

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,


im dunklen Laub die Gold-Orangen glühn,
ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
die Myrte still und hoch der Lorbeer steht –
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
möcht‘ ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Kennst du das Haus, auf Säulen ruht sein Dach,


es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du, armes Kind, getan?-
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
möcht‘ ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn!

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?


Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,
in Höhlen wohnt der Drachen alte Brut,
es stürzt der Fels und über ihn die Flut -
Kennst du es wohl?
Dahin, dahin
geht unser Weg; o Vater, lass uns ziehn!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Mignon, Johann, Wolfgang, Goethe, blühn, dunklen, die Gold-Orangen, glühn, Himmel,
Myrte, hoch, Lorbeer, dahin, möcht‘, Beschützer, Wolkensteg, sucht, Weg, Höhlen,
Drachen, stürzt
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Johann Wolfgang von Goethe, im dunkeln Laub, ein sanfter Wind, vom blauen Himmel,
mein Geliebter, mein Beschützer, es schimmert, der Drachen alte Brut, es stürzt
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn? Kennst du es wohl? Was hat man dir, du,
armes Kind, getan? Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg? O, Vater, lass uns
ziehn!

Johann Peter Hebel. Seltsamer Spazierritt

Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus‘ und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen.
Kommt ein Wanderer und sagt: „Das ist nicht recht, Vater, dass Ihr reitet und lasst euren
Sohn laufen; Ihr habt stärkere Glieder!“ Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn
reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: „Das ist nicht recht, Bursche, dass du
reitest und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine!“ Da saßen beide auf
und ritten eine Strecke. Kommt ein dritter Wandersmann und sagt: „Was ist das für ein
Unverstand, zwei Kerle auf einem schwachen Tiere? Sollte man nicht einen Stock nehmen
und euch beide hinabjagen?“ Da stiegen beide ab und gingen selbdritt zu Fuß, rechts und
links der Vater und der Sohn und in der Mitte der Esel. Kommt ein vierter Wandersmann und
sagt: "Ihr seid drei kuriose Gesellen! Ist nicht genug, wenn zwei zu Fuß gehen? Geht‘s nicht
leichter, wenn einer von euch reitet?" Da band der Vater dem Esel die vorderen Beine
zusammen, und der Sohn band ihm die hinteren Beine zusammen, zogen einen starken
Baumpfahl durch, der an der Straße stand, und trugen den Esel auf den Achseln heim.
So weit kann‘s kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Johann, Hebel, seltsamer, Esel, nebenher, herab, lässest, jüngste, hinabjagen, kurioses,
leichter, hinteren, durch
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Johann Peter Hebel, seltsamer Spazierritt, auf seinem Esel, zu Fuß nebenher laufen,
nicht recht, stärkere Glieder, jüngere Beine, auf einem schwachen Tiere, beide
hinabjagen, drei kuriose Gesellen, die hinteren Beine, einen starken Baumpfahl, auf den
Achseln, recht machen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Hause und lässt seinen Buben zu Fuß nebenher
laufen. Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Sollte man nicht
einen Stock nehmen und euch beide hinabjagen? So weit kann‘s kommen, wenn man es
allen Leuten will recht machen.

Joseph Eichendorf. Das zerbrochene Ringlein

In einem kühlen Grunde, Ich möcht‘ als Spielmann reisen


da geht ein Mühlenrad, weit in die Welt hinaus
mein‘ Liebste ist verschwunden, und singen meine Weisen
die dort gewohnet hat. und gehn von Haus zu Haus.

Sie hat mir Treu versprochen, Ich möcht‘ als Reiter fliegen
gab mir ein‘n Ring dabei, wohl in die blut‘ge Schlacht,
sie hat die Treu gebrochen, um stille Feuer liegen,
mein Ringlein sprang entzwei. im Feld bei dunkler Nacht.

Hör‘ ich das Mühlrad gehen:


ich weiß nicht, was ich will –
ich möcht‘ am liebsten sterben,
da wär‘s auf einmal still!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Joseph, Eichendorf, Ringlein, kühlen, Treu, sprang, möcht‘, hinaus, singen, Haus, blut‘ge,
Schlacht, Feuer, dunkler, Nacht, hör‘, ich, nicht, einmal
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Joseph Eichendorf, das zerbrochene Ringlein, in einem kühlen Grunde, ein Mühlenrad,
mein‘ Liebste, Treu versprochen, die Treu gebrochen, als Spielmann reisen, in die Welt
hinaus, von Haus zu Haus, als Reiter fliegen, in die blut‘ge Schlacht, bei dunkler Nacht,
ich weiß nicht, auf einmal
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad. Sie hat die Treu gebrochen, mein
Ringlein sprang entzwei. Ich weiß nicht, was ich will. Ich möcht‘ am liebsten sterben, da
wär‘s auf einmal still.

Heinrich Heine. Besuch auf dem Brocken

Die Sonne ging auf. Die Nebel flohen wie Gespenster beim dritten Hahnenschrei. Ich stieg
bergauf und bergab, und vor mir schwebte die schöne Sonne, immer neue Schönheiten
beleuchtend. Der Geist des Gebirges begünstigte mich ganz offenbar; er wusste wohl, dass
so ein Dichtermensch viel Hübsches wiedererzählen kann, und er ließ mich diesen Morgen
seinen Harz sehen, wie ihn gewiss nicht jeder sah. Aber auch mich sah der Harz, wie mich
nur wenige gesehen. In meinen Augenwimpern flimmerten ebenso kostbare Perlen, wie in
den Gräsern des Tals. Die rauschenden Tannen verstanden mich, ihre Zweige taten sich
voneinander, bewegten sich herauf und herab, gleich stummen Menschen, die mit den
Händen ihre Freude bezeigen, und in der Ferne klang‘s wunderbar geheimnisvoll, wie
Glockegeläute einer verlorenen Waldkirche. Man sagt, das seien die Herdenglöckchen, die
im Harz so lieblich, klar und rein gestimmt sind.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, Besuch, ging, bergauf, Schönheiten, beleuchtend, begünstigte, Hübsches, Harz,
wenige, Gräsern, herauf, herab, gleich, Waldkirche, Herdenglöckchen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, beim dritten Hahnenschrei, bergauf und bergab, die schöne Sonne, neue
Schönheiten beleuchtend, der Geist des Gebirges, so ein Dichtermensch, viel Hübsches
wiedererzählen, in meinen Augenwimpern, kostbare Perlen, in den Gräsern des Tals, die
rauschenden Tannen, gleich stummen Menschen, bewegten sich herauf und herab, taten
sich von einander, mit den Händen, ihre Freude bezeigen, wie Glockengeläute, einer
verlorenen Waldkirche, das seien die Herdenglöckchen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Die Nebel flohen wie Gespenster beim dritten Hahnenschrei. Ich stieg bergauf und
bergab, und vor mir schwebte die schöne Sonne, immer neue Schönheiten beleuchtend.
Man sagt, das seien die Herdenglöckchen, die im Harz so lieblich, klar und rein gestimmt
sind.

Günter Grass. Kinderlied

Wer lacht hier, hat gelacht,


hier hat‘s sich ausgelacht.
Wer hier lacht, macht Verdacht,
dass er aus Gründen lacht.

Wer weint hier, hat geweint,


hier wird nicht mehr geweint.
Wer hier weint, der auch meint
dass er aus Gründen weint.

Wer spricht hier, spricht und schweigt,


wer schweigt, wird angezeigt.
Wer hier spricht, hat verschwiegen,
wo seine Gründe liegen.

Wer spielt hier, spielt im Sand.


Wer spielt, muss an die Wand:
hat sich beim Spiel die Hand
gründlich verspielt, verbrannt.

Wer stirbt hier, ist gestorben.


Wer stirbt, ist abgeworben.
Wer hier stirbt, unverdorben,
ist ohne Grund verstorben.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Günter, lacht, hier, hat, macht, Verdacht, Gründen, mehr, spricht, hat‘s, Hand, gründlich,
stirbt
2. Sprich folgende Wortverbindungen dem Sprecher nach. Beachte die Lautmodifikationen
im Sprechkontinuum.
wer lacht, macht Verdacht, aus Gründen lacht, wer weint, nicht mehr geweint, wer spricht
hier, seine Gründe, an die Wand, beim Spiel, gründlich verspielt, gründlich verbrannt, wer
stirbt hier, ohne Grund verstorben
3. Sprich folgende Sätze dem Sprecher nach. Beachte die Intonation.
Hier wird nicht mehr geweint. Wer lacht hier, hat gelacht. Wer hier lacht, macht Verdacht,
dass er aus Gründen lacht. Wer hier stirbt, unverdorben, ist ohne Grund verstorben.

Theodor Storm. Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall


die ganze Nacht gesungen;
da sind von ihrem süßen Schall,
da sind in Hall und Widerhall
die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut;


nun geht sie tief in Sinnen,
trägt in der Hand den Sommerhut
und duldet still der Sonne Glut
und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall


die ganze Nacht gesungen;
da sind von ihrem süßen Schall,
da sind in Hall und Widerhall
die Rosen aufgesprungen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Theodor, Nachtigall, macht, Nacht, süßen, Widerhall, Blut, nicht, gesungen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Theodor Storm, die ganze Nacht, von ihrem süßen Schall, in Hall und Widerhall, ein
wildes Blut, tief in Sinnen, in der Hand, der Sonne Glut
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Es hat die Nachtigall die ganze Nacht gesungen. Sie war doch sonst ein wildes Blut, nun
geht sie tief in Sinnen. Da sind von ihrem süßen Schall, da sind in Hall und Widerhall die
Rosen aufgesprungen.

Brüder Grimm. Die kluge Maus

Eine Maus kam aus ihrem Loche und sah eine Falle. „Aha“, sagte sie, „Da steht eine Falle,
die klugen Menschen. Da stellen sie mit drei Hölzchen einen schweren Ziegel aufrecht und
an eins der Hölzchen stecken sie ein Stückchen Speck. Ja, wenn die Mäuschen nicht klug
wären. Wir wissen wohl, wenn man den Speck fressen will, klaps, fällt der Ziegel um und
schlägt den Näscher tot. Nein, nein, ich kenne eure List! Aber, fuhr das Mäuschen fort,
riechen darf man schon daran! Das nennen sie eine Mausefalle! Vom bloßen Riechen kann
die Falle nicht zufallen, und ich rieche den Speck doch für mein Leben gern. Ein bisschen
riechen muss ich daran!“ Es lief unter die Falle und roch an dem Specke. Die Falle war aber
ganz lose gestellt, und kaum berührte es mit dem Näschen den Speck – klaps! So fiel sie
zusammen und das lüsterne Mäuschen war zerquetscht.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Brüder, Hölzchen, Stückchen, Mäuschen, schlägt, Näscher, riechen, bisschen, roch,
berührte, Näschen, lüsterne, zerquetscht
2. Sprich diese Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Brüder Grimm, die kluge Maus, aus ihrem Loche, die klugen Menschen, mit drei
Hölzchen, an eins der Hölzchen, ein Stückchen Speck, schlägt den Näscher tot, fuhr das
Mäuschen fort, riechen darf man schon daran, vom bloßen Riechen, für mein Leben gern,
roch an dem Specke, mit dem Näschen, das lüsterne Mäuschen war zerquetscht
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Eine Maus kam aus ihrem Loche und sah eine Falle. Aber, fuhr das Mäuschen fort,
riechen darf man schon daran. Es lief unter die Falle und roch an dem Specke. So fiel sie
zusammen und das lüsterne Mäuschen war zerquetscht.

Heinrich Heine. Leise zieht durch mein Gemüt …

Leise zieht durch mein Gemüt


liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus, bis an das Haus,


wo die Blumen sprießen.
Wenn du eine Rose schaust,
sag, ich lass sie grüßen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, Heine, durch, liebliches, klinge, Frühlingslied, hinaus, grüßen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, durch mein Gemüt, liebliches Geläute, kleines Frühlingslied, kling hinaus,
lass sie grüßen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Leise zieht durch mein Gemüt liebliches Geläute. Wenn du eine Rose schaust, sag, ich
lass sie grüßen. Klinge, kleines Frühlingslied, kling hinaus ins Weite.

Das Ei des Kolumbus

Nachdem Christoph Kolumbus Amerika entdeckt hatte, fand ihm zu Ehren ein großes Fest
statt. Man sprach von seinem großen Sieg, von seiner Entdeckung, und lobte ihn.
Aber einige waren mit diesem Lob nicht einverstanden. Sie sagten: „Diese Entdeckung ist
nichts Besonderes. Den Weg nach der Neuen Welt konnte jeder finden. Der Ozean stand
allen offen!“. Diese Worte hörte Kolumbus. „Ihr habt recht“, sagte er ruhig. „Mein Sieg ist gar
nicht so groß; aber oft scheint etwas viel leichter, wenn ein anderer es schon früher, vor uns
gemacht hat.“

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Kolumbus, nachdem, Amerika, sprach, Entdeckung, lobte, einverstanden, nichts, Weg,
Welt, jeder, Ozean, hörte, ruhig, leichter, schon, früher, gemacht
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
zu Ehren, ein großes Fest, von seinem großen Sieg, von seiner Entdeckung, nichts
Besonderes, der Weg nach der neuen Welt, diese Worte, gar nicht so groß, viel leichter,
ein anderer, gemacht hat
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Nachdem Christoph Kolumbus Amerika entdeckt hatte, fand ihm zu Ehren ein großes
Fest statt. Aber einige waren mit diesem Lob nicht einverstanden. Den Weg nach der
neuen Welt konnte jeder finden.

Heinrich Heine. Wenn ich an deinem Hause…

Wenn ich an deinem Hause „Ich bin ein deutscher Dichter,


des Morgens vorübergeh, bekannt im deutschen Land;
so freut‘s mich, du liebe Kleine, nennt man die besten Namen,
wenn ich dich am Fenster seh. so wird auch der meine genannt“.

Mit deinen schwarzbraunen Augen „Und was mir fehlt, du, Kleine,
siehst du mich forschend an: fehlt manchem im deutschen Land;
Wer bist du, und was fehlt dir, nennt man die schlimmsten Schmerzen,
du, fremder, kranker Mann? so wird auch der meine genannt“.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, Heine, vorübergeh, Dichter, manchem, mich, schwarzbraunen, forschend, fehlt,
schlimmsten, Schmerzen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, an deinem Hause, freut‘s mich, liebe Kleine, mit deinen schwarzbraunen
Augen, was fehlt dir, ein deutscher Dichter, im deutschen Land, die besten Namen, die
schlimmsten Schmerzen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Mit deinen schwarzbraunen Augen siehst du mich forschend an. Nennt man die besten
Namen, so wird auch der meine genannt. Wer bist du, und was fehlt dir, du, fremder,
kranker Mann?

Hans Christian Andersen. Das hässliche junge Entlein

Es war herrlich draußen auf dem Lande! Es war Sommer! Das Korn stand gelb, der Hafer
grün. Das Heu war unten auf den grünen Wiesen in Schobern aufgesetzt, und da ging der
Storch auf seinen langen, roten Beinen und plapperte ägyptisch, denn diese Sprache hatte er
von seiner Mutter gelernt.
Rings um den Acker und die Wiesen waren große Wälder, und mitten in den Wäldern tiefe
Seen. Ja, es war wirklich herrlich da draußen auf dem Lande!
Mitten im Sonnenschein lag dort ein großer Hof, von tiefen Kanälen umgeben, und von der
Mauer bis zum Wasser hinunter wuchsen große Klettenblätter, die so hoch waren, dass
kleine Kinder unter den höchsten aufrecht stehen konnten. Es war aber so wild darin, wie im
tiefsten Walde. Hier saß eine Ente auf dem Nest, welche ihre Jungen ausbrüten musste.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Hans, hässliche, herrlich, der Hafer, grün, das Heu, aufgesetzt, ging, der Storch, langen,
ägyptisch, Sprache, rings, wirklich, Hof, umgeben, hinunter, hoch, höchsten, aufrecht,
hier, welche, Jungen, ausbrüten
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Hans Christian Andersen, das hässliche junge Entlein, auf dem Lande, auf den grünen
Wiesen, in Schobern aufgesetzt, auf seinen langen roten Beinen, plapperte ägyptisch,
von seiner Mutter gelernt, rings um den Acker und die Wiesen, mitten in den Wäldern,
tiefe Seen, mitten im Sonnenschein, ein großer Hof, von tiefen Kanälen umgeben, von
der Mauer bis zum Wasser hinunter, große Klettenblätter, unter den höchsten, wie im
tiefsten Walde, auf dem Nest
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Es war herrlich draußen auf dem Lande! Das Korn stand gelb, der Hafer grün. Das
Heu war unten auf den grünen Wiesen in Schobern aufgesetzt. Rings um den Acker
und die Wiesen waren große Wälder. Mitten im Sonnenschein lag dort ein großer Hof,
von tiefen Kanälen umgeben. Es war aber so wild darin, wie im tiefsten Walde. Hier saß
eine Ente auf dem Nest, welche ihre Jungen ausbrüten musste.

Friedrich Schiller. Der Handschuh

Vor seinem Löwengarten,


das Kampfspiel zu erwarten,
saß König Franz,
und um ihn die Großen der Krone
und rings auf hohem Balkone
die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,


auf tut sich der weite Zwinger;
und hinein mit bedächtigem Schritt
ein Löwe tritt,
und sieht sich stumm
ringsum,
mit langem Gähnen,
und schüttelt die Mähnen
und streckt die Glieder
und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,


da öffnet sich behänd
ein zweites Tor,
daraus rennt mit wildem Sprunge
ein Tiger hervor.
Wie der den Löwen erschaut,
brüllt er laut,
schlägt mit dem Schweif
einen furchtbaren Reif
und recket die Zunge,
und im Kreise scheu
umgeht er den Leu
grimmig schnurrend;
drauf streckt er sich murrend
zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder,


Da speit das doppelt geöffnete Haus
zwei Leoparden auf einmal aus.
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
auf das Tigertier;
das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
und der Leu mit Gebrüll
richtet sich auf – da wird‘s still.
Und herum im Kreis,
von Mordsucht heiß,
lagern sich die greulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand


ein Handschuh von schöner Hand
zwischen den Tiger und den Leun
mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottenderweis‘


wendet sich Fräulein Kunigund‘:
„Herr Ritter, ist Eure Lieb‘ so heiß,
wie Ihr mir‘s schwört zu jeder Stund‘,
ei, so hebt mir den Handschuh auf!“

Und der Ritter in schnellem Lauf


steigt hinab in den furchtbaren Zwinger
mit festem Schritte,
und aus der Ungeheuer Mitte
nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.
Und mit Erstaunen und mit Grauen
sehen‘s die Ritter und Edelfrauen,
und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
aber mit zärtlichem Liebesblick –
er verheißt ihm sein nahes Glück –
empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
„Den Dank, Dame, begehr‘ ich nicht!“
Und verlässt sie zur selben Stunde.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Friedrich, Löwengarten, König, rings, schönem, winkt, Finger, Zwinger, hinein,
bedächtigem, langem, schüttelt, behänd, Sprunge, hervor, furchtbaren, Zunge, stürzen,
Gebrüll, richtet, Mordsucht, greulichen, schwört, hebt, Ungeheuer, hinab, Erstaunen,
bringt, zärtlichem, verheißt, empfängt, Gesicht, Dank, begehr
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Friedrich Schiller, vor seinem Löwengarten, die Großen der Krone, auf hohem Balkone, in
schönem Kranz, mit dem Finger, der weite Zwinger, mit bedächtigem Schritt, mit langem
Gähnen, mit wildem Sprunge, einen furchtbaren Reif, das doppelt geöffnete Haus, mit
mutiger Kampfbegier, mit seinen grimmigen Tatzen, da wird‘s still, von Mordsucht heiß,
die greulichen Katzen, von des Altans Rand, von schöner Hand, mitten hinein, zu jeder
Stund‘, in schnellem Lauf, in den furchtbaren Zwinger, mit festem Schritte, aus der
Ungeheuer Mitte, mit keckem Finger, mit Erstaunen und Grauen, aus jedem Munde, mit
zärtlichem Liebesblick, sein nahes Glück
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Und wie er winkt mit dem Finger, auf tut sich der weite Zwinger. Da speit das doppelt
geöffnete Haus zwei Leoparden auf einmal aus. Aber mit zärtlichem Liebesblick – er
verheißt ihm sein nahes Glück – empfängt ihn Fräulein Kunigunde. Den Dank, Dame,
begehr ich nicht!

Bertolt Brecht. Der hilflose Knabe

Herr K. sprach über die Unart, erlittenes Unrecht stillschweigend in sich hineinzufressen, und
erzählte folgende Geschichte.
Einen vor sich hin weinenden Jungen fragte ein Vorübergehender nach dem Grund seines
Kummers. „Ich hatte zwei Groschen für das Kino beisammen“, sagte der Knabe, „da kam ein
Junge und riss mir einen aus der Hand“, und er zeigte auf einen Jungen, der in einiger
Entfernung zu sehen war. „Hast du denn nicht um Hilfe geschrieen?“ fragte der Mann.
„Doch“, sagte der Junge und schluchzte ein wenig stärker. „Hat dich niemand gehört?“ fragte
ihn der Mann weiter, ihn liebevoll streichelnd. „Nein“, schluchzte der Junge. „Kannst du denn
nicht lauter schreien?“ fragte der Mann. „Nein“, sagte der Junge und blickte ihn mit neuer
Hoffnung an, denn der Mann lächelte. „Dann gib auch den her“, sagte er, nahm ihm den
letzten Groschen aus der Hand und ging unbekümmert weiter.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Brecht, hilflos, sprach, Unart, Unrecht, hineinzufressen, Geschichte, Vorübergehender,
Junge, Entfernung, Hilfe, schluchzte, wenig, dich, gehört, streichelnd, Hoffnung, lächelte,
her, unbekümmert
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
der hilflose Knabe, erlittenes Unrecht, stillschweigend in sich hineinzufressen, folgende
Geschichte, vor sich hin weinenden Jungen, nach dem Grund seines Kummers, aus der
Hand, in einiger Entfernung, um Hilfe geschrieen, ihn liebevoll streichelnd, mit neuer
Hoffnung
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Einen vor sich hin weinenden Jungen fragte ein Vorübergehender nach dem Grund
seines Kummers. Da kam ein Junge und riss mir einen aus der Hand. „Hast du denn nicht
um Hilfe geschrieen?“ fragte der Mann. „Kannst du denn nicht lauter schreien?“ fragte der
Mann.

Heinrich Heine. Deutschland, ein Wintermärchen


(Auszug)

Im traurigen Monat November war‘s,


die Tage wurden trüber;
der Wind riss von den Bäumen das Laub,
da reist‘ ich nach Deutschland hinüber.
Und als ich an die Grenze kam,
da fühlt‘ ich ein stärkeres Klopfen
in meiner Brust, ich glaube sogar,
die Augen begunnen zu tropfen.
Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
da ward mir seltsam zumute;
ich meinte nicht anders, als ob das Herz
recht angenehm verblute.
Ein kleines Harfenmädchen sang,
sie sang mit wahrem Gefühle
und falscher Stimme, doch ward ich sehr
gerühret von ihrem Spiele.
Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
dort oben in jener besseren Welt,
wo alle Leiden schwinden.
Sie sang vom irdischen Jammertal,
von Freuden, die bald zerronnen,
vom Jenseits, wo die Seele schwelgt
verklärt in ew‘gen Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslied,
das Eiapopeia vom Himmel,
womit man einlullt, wenn es greint,
das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
ich kenn‘ auch die Herren Verfasser;
ich weiß, sie trinken heimlich Wein
und predigen öffentlich Wasser.
Ein neues Lied, ein besseres Lied,
o, Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
das Himmelreich errichten.
Wir wollen auf Erden glücklich sein,
und wollen nicht mehr darben;
verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
was fleißige Hände erwarben.
Es wächst hienieden Brot genug
für alle Menschenkinder;
auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
und Zuckererbsen nicht minder.
Ja, Zuckererbsen für jedermann,
sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
den Engeln und den Spatzen!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, Monat, trüber, hinüber, seltsam, recht, verblute, Harfenmädchen, sang, Gefühle,
gerühret, Jenseits, Seele, verklärt, Eiapopeia, Himmel, Lümmel, Herren, tranken,
heimlich, predigten, öffentlich, euch, dichten, Erden, Himmelsreich, errichten, glücklich,
hienieden, Myrten, Schönheit, Zuckererbsen, jedermann, Engeln
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, im traurigen Monat, von den Bäumen, nach Deutschland hinüber, ein
stärkeres Klopfen, in meiner Brust, die deutsche Sprache, ein kleines Harfenmädchen, mit
wahrem Gefühle, von ihrem Spiele, von Liebe und Liebesgram, Aufopfrung und
Wiederfinden, in jener besseren Welt, das alte Entsagungslied, den großen Lümmel, ich
kenne den Text, sie tranken heimlich Wein, ein besseres Lied, will ich euch dichten, das
Himmelreich errichten, glücklich sein, der faule Bauch, fleißige Hände, es wächst
hienieden Brot genug, für alle Menschenkinder, Schönheit und Lust, Zuckererbsen für
jedermann, den Engeln und den Spatzen

3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.


Ich glaube sogar, die Augen begunnen zu tropfen. Ich weiß, sie tranken heimlich Wein und
predigten öffentlich Wasser. Ein neues Lied, ein besseres Lied, o Freunde, will ich euch
dichten! Wir wollen hier auf Erden schon das Himmelreich errichten.

Albrecht Dürer

Albrecht Dürer wurde am 21. Mai 1471 in Nürnberg geboren. Sein Leben und Schaffen fällt in
die Epoche, die die Deutschen das Zeitalter der Reformation, die Franzosen die
Renaissance nennen. In dieser Epoche, die das XV. und XVI. Jahrhundert umfasst, hatte
sich in Italien eine neue ungeahnte Blüte der Kunst entwickelt. Friedrich Engels
charakterisierte diese Epoche in der Einleitung zur „Dialektik der Natur“ so: „Es war die
größte progressive Umwälzung, die die Menschheit bis dahin erlebt hatte, eine Zeit, die
Riesen brauchte und Riesen zeugte, Riesen an Denkkraft und Leidenschaft und Charakter,
an Vielseitigkeit und Gelehrsamkeit. Fast kein bedeutender Mann lebte damals, der nicht
weite Reisen gemacht, der nicht vier bis fünf Sprachen sprach, der nicht in mehreren
Fächern glänzte. Leonardo da Vinci war nicht nur ein großer Maler, sondern auch ein großer
Mathematiker, Mechaniker und Ingenieur, dem die verschiedensten Zweige der Physik
wichtige Entdeckungen verdanken; Albrecht Dürer war Maler, Kupferstecher, Bildhauer,
Architekt und erfand außerdem ein System der Fortifikation … “.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Nürnberg, Zeitalter, Reformation, Renaissance, Jahrhundert, umfasst, ungeahnte,
entwickelt, charakterisierte, Einleitung, Dialektik, Natur, progressive, Umwälzung,
Menschheit, Denkkraft, Leidenschaft, Charakter, Vielseitigkeit, Gelehrsamkeit,
bedeutender, damals, Mathematiker, Entdeckungen, Kupferstecher, Bildhauer, Architekt,
Fortifikation
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
am 21. Mai 1471, sein Leben und Schaffen, das Zeitalter der Reformation, in dieser
Epoche, das XV. und XVI. Jahrhundert, eine neue ungeahnte Blüte der Kunst, die größte
progressive Umwälzung, Riesen an Denkkraft, Leidenschaft und Charakter, Riesen an
Vielseitigkeit und Gelehrsamkeit, kein bedeutender Mann, weite Reisen gemacht, vier bis
fünf Sprachen, in mehreren Fächern, ein großer Maler, Mechaniker und Ingenieur, die
verschiedensten Zweige der Physik, wichtige Entdeckungen, ein System der Fortifikation
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Sein Leben und Schaffen fällt in die Epoche, die die Deutschen das Zeitalter der
Reformation, die Franzosen die Renaissance nennen. In dieser Epoche, die das XV. und
XVI. Jahrhundert umfasst, hatte sich in Italien eine neue ungeahnte Blüte der Kunst
entwickelt. Albrecht Dürer war Maler, Kupferstecher, Bildhauer, Architekt und erfand
außerdem ein System der Fortifikation.

Johann Wolfgang von Goethe. Willkommen und Abschied

Es schlug mein Herz; geschwind zu Pferde!


Es war getan fast eh‘ gedacht;
der Abend wiegte schon die Erde,
und an den Bergen hing die Nacht;
schon stand im Nebelkleid die Eiche,
ein aufgetürmter Riese, da,
wo Finsternis aus dem Gesträuche
mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel


sah kläglich aus dem Duft hervor,
die Winde schwangen leise Flügel,
umsausten schauerlich mein Ohr;
die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
doch frisch und fröhlich war mein Mut;
in meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!
Dich sah ich, und die wilde Freude
floss von dem süßen Blick auf mich;
ganz war mein Herz auf deiner Seite
und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
umgab das liebliche Gesicht,
und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!
ich hofft‘ es, ich verdient‘ es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne


verengt der Abschied mir das Herz:
in deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
und sahst mir nach mit zartem Blick;
und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Johann, Wolfgang, Goethe, willkommen, geschwind, Pferde, getan, gedacht, Abend,
Erde, hing, Nacht, Eiche, aufgetürmter, Gesträuche, Mond, Wolkenhügel, kläglich, hervor,
schwangen, Flügel, umsausten, Ungeheuer, fröhlich, welche, süßen, Frühlingswetter,
umgab, liebliche, Gesicht, Zärtlichkeit, Götter, verengt, Küssen, werden
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Johann Wolfgang Goethe, Willkommen und Abschied, mein Herz, zu Pferde, an den
Bergen, ein aufgetürmter Riese, aus dem Gesträuche, mit hundert schwarzen Augen, der
Mond von einem Wolkenhügel, aus dem Duft hervor, leise Flügel, tausend Ungeheuer,
frisch und fröhlich, welches Feuer, welche Glut, die milde Freude, von dem süßen Blick,
an deiner Seite, jeder Atemzug, ein rosenfarbnes Frühlingswetter, das liebliche Gesicht,
mit der Morgensonne, in deinen Küssen, ich ging, zur Erden, mit nassem Blick, welch ein
Glück
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Es war getan fast eh‘ gedacht. Der Abend wiegte schon die Erde, und an den Bergen
hing die Nacht. Der Mond von einem Wolkenhügel sah kläglich aus dem Duft hervor. Ein
riesenfarbnes Frühlingswetter umgab das liebliche Gesicht. In meinen Adern welches
Feuer! In meinem Herzen welche Glut!

Wilhelm Busch. Fuchs und Igel

Ganz unverhofft an einem Hügel


sind sich begegnet Fuchs und Igel.
“Halt!”, rief der Fuchs, der Bösewicht,
“Kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und meinst du nicht, dass jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät –
geh her und übergib dein Fell!”
Der Igel sprach: “Nur nicht so schnell,
lass dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weiter sprechen”.
Und alsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld”.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Hügel, verkündigt, sündigt, gerüstet, übergib
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Wilhelm Busch, Fuchs und Igel, an einem Hügel, des Königs Order, meinst du nicht,
gerüstet geht, im Namen seiner Majestät, geh her, übergib dein Fell, nur nicht so schnell,
deine Zähne brechen, wollen wir uns weiter sprechen, macht er sich rund, schließt seinen
dichten Stachelbund, getrost der ganzen Welt, doch als Friedensheld

3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.


Kennst du des Königs Order nicht? Ist nicht der Friede längst verkündigt? Im Namen
seiner Majestät – geh her und übergib dein Fell!

Heinrich Heine. Aus der Harzreise

Schwarze Röcke, seidne Strümpfe, Auf die Berge will ich steigen,
weiße höfliche Manschetten, wo die frommen Hütten stehen,
sanfte Reden, Embrassieren – wo die Brust sich frei erschließet,
ach, wenn sie nur Herzen hätten! und die freien Lüfte wehen.

Herzen in der Brust und Liebe, Auf die Berge will ich steigen,
warme Liebe in dem Herzen – wo die dunkeln Tannen ragen,
ach, mich tötet ihr Gesinge Bäche rauschen, Vögel singen
von erlognen Liebesschmerzen. und die stolzen Wolken jagen.

Lebet wohl, ihr glatten Säle!


Glatte Herren, glatte Frauen!
Auf die Berge will ich steigen,
lachend auf euch niederschauen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Harzreise, Heinrich, Röcke, Strümpfe, höfliche, Embrassieren, Herzen, tötet, Gesinge,
erlognen, Liebesschmerzen, Hütten, Lüfte, dunkeln, Bäche, Vögel, singen, Säle, Herren,
lachend, erschließet, niederschauen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, aus der Harzreise, schwarze Röcke, seidne Strümpfe, höfliche
Manschetten, sanfte Reden, Herzen in der Brust, in dem Herzen, mich tötet ihr Gesinge,
von erlognen Liebesschmerzen, auf die Berge, die frommen Hütten, sich frei erschließet,
die freien Lüfte, die dunkeln Tannen, Bäche rauschen, Vögel singen, die stolzen Wolken,
glatte Herren, auf euch niederschauen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Ach, wenn sie nur Herzen hätten! Ach, mich tötet ihr Gesinge von erlognen
Liebesschmerzen. Auf die Berge will ich steigen, lachend auf euch niederschauen.

Bertolt Brecht. Freundschaftsdienste

Als Beispiel für die richtige Art, Freunden einen Dienst zu erweisen, gab Herr K. folgende
Geschichte zum Besten.
Zu einem alten Araber kamen drei junge Leute und sagten ihm: „Unser Vater ist gestorben.
Er hat uns siebzehn Kamele hinterlassen und dem Testament verfügt, dass der Älteste die
Hälfte, der zweite ein Drittel und der jüngste ein Neuntel der Kamele bekommen soll. Jetzt
können wir uns über die Teilung nicht einigen. Übernimm du die Entscheidung!“ Der Araber
dachte nach und sagte: „Wie ich es sehe, habt ihr, um gut teilen zu können, ein Kamel zu
wenig. Ich habe selbst nur ein einziges Kamel, aber es steht euch zur Verfügung. Nehmt es
und teilt dann und bringt mir nur, was übrig bleibt“. Sie bedankten sich für den
Freundschaftsdienst, nahmen das Kamel mit und teilten die achtzehn Kamele nun so, dass
der älteste die Hälfte, das sind neun, der zweite ein Drittel, das sind sechs, und der jüngste
ein Neuntel, das sind zwei Kamele, bekam.
Zu ihrem Erstaunen blieb, als sie ihre Kamele zur Seite geführt hatten, ein Kamel übrig.
Dieses brachten sie, ihren Dank erneuernd, ihrem alten Freund zurück. Herr K. nannte
diesen Freundschaftsdienst richtig, weil er keine besonderen Opfer verlangte.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Beispiel, richtige, Herr, Geschichte, Araber, junge, hinterlassen, verfügt, jüngste, Kamel,
wenig, euch, bringt, bedankten, achtzehn, übrig, Dank, erneuernd, richtig, verlangte

2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im


Sprechkontinuum.
Bertolt Brecht, für die richtige Art, folgende Geschichte, zu einem alten Araber, drei junge
Leute, siebzehn Kamele hinterlassen, uns über die Teilung nicht einigen, der Araber
dachte nach, um gut teilen zu können, nur ein einziges Kamel, es steht euch zur
Verfügung, für den Freundschaftsdienst, zu ihrem Erstaunen, ihren Dank erneuernd, keine
besonderen Opfer

3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.


Als Beispiel für die richtige Art, Freunden einen Dienst zu erweisen, gab Herr K. folgende
Geschichte zum Besten. Zu ihrem Erstaunen blieb, als sie ihre Kamele zur Seite geführt
hatten, ein Kamel übrig. Dieses brachten sie, ihren Dank erneuernd, ihrem alten Freund
zurück. Herr K. nannte diesen Freundschaftsdienst richtig, weil er keine besonderen Opfer
verlangte.

Heinrich Heine. Die schlesischen Weber

Im düstern Auge keine Träne,


sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
in Winterskälte und Hungersnöten;
wir haben vergebens gehofft und geharrt,
er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
der unser Elend nicht konnte erweichen,
der den letzten Groschen von uns erpresst,
und uns wie Hunde erschießen lässt –
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
wo nur gedeihen Schmach und Schande,
wo jede Blume früh geknickt,
wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
Wir weben, wir weben!
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, schlesischen, düstern, Webstuhl, Leichentuch, hinein, dreifachen, Fluch,
Hungersnöten, vergebens, gehofft, König, erweichen, letzten, Schmach, Blume, früh,
Fäulnis, erquickt, Schiffchen, Elend, emsig

2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im


Sprechkontinuum.
die schlesischen Weber, im düstern Auge, sie sitzen am Webstuhl, wir weben dein
Leichentuch, den dreifachen Fluch, in Winterskälte und Hungersnöten, gehofft und
geharrt, geäfft und gefoppt und genarrt, dem König der Reichen, unser Elend, den letzten
Groschen, wie Hunde erschießen lässt, dem falschen Vaterlande, Schmach und Schande,
jede Blume, Fäulnis und Moder, das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht, Tag und Nacht

3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.


Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne. Deutschland, wir weben dein
Leichentuch! Ein Fluch dem falschen Vaterlande, wo nur gedeihen Schmach und
Schande. Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt. Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl
kracht, wir weben emsig Tag und Nacht.

Gotthold Ephraim Lessing. Der Wolf und das Schaf

Der Durst trieb ein Schaf an den Fluss. Eine gleiche Ursache führte auf der andern Seite
einen Wolf herzu. Durch die Trennung des Wassers gesichert und durch die Sicherheit
höhnisch gemacht, rief das Schaf dem Räuber hinüber: „Ich mache dir doch das Wasser
nicht trübe, Herr Wolf? Sieh mich recht an! Habe ich dir nicht etwa vor sechs Wochen
nachgeschimpft? Wenigstens wird es mein Vater gewesen sein“. Der Wolf verstand die
Spötterei. Er betrachtete die Breite des Flusses und knirschte mit den Zähnen. „Es ist dein
Glück“, antwortete er, „dass wir, Wölfe, gewohnt sind, mit euch Schafen Geduld zu haben“.
Und ging mit stolzen Schritten weiter.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Gotthold, Ephraim, Lessing, gleiche, Ursache, herzu, durch, Trennung, gesichert,
Sicherheit, höhnisch, hinüber, trübe, Herr, mich, recht, nicht, Wochen, nachgeschimpft,
wenigstens, Spötterei, betrachtete, Flusses, Glück, Wölfe, haben, ging
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Gotthold, Ephraim Lessing, der Wolf und das Schaf, an den Fluss, eine gleiche Ursache,
auf der andern Seite, durch die Trennung des Wassers gesichert, durch die Sicherheit,
vor sechs Wochen, die Breite des Flusses, mit den Zähnen, mit stolzen Schritten
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Der Durst trieb ein Schaf an den Fluss. Eine gleiche Ursache führte auf der andern Seite
einen Wolf herzu. Ich mache dir doch das Wasser nicht trübe, Herr Wolf? Habe ich dir
nicht etwa vor sechs Wochen nachgeschimpft? Er betrachtete die Breite des Flusses und
knirschte mit den Zähnen.

Johann Wolfgang von Goethe. Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?


Es ist der Vater mit seinem Kind;
er hat den Knaben wohl in dem Arm,
er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron‘ und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.
Du, liebes Kind, komm, geh mit mir:
gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
manch bunte Blumen sind an dem Strand;
meine Mutter hat manch gülden Gewand.
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
in dürren Blättern säuselt der Wind.
Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
und wiegen und tanzen und singen dich ein.
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh‘ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.
Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt! -
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leid‘s getan!
Dem Vater grauset‘s, er reitet geschwind,
er hält in den Armen das ächzende Kind,
erreicht den Hof mit Müh‘ und Not;
in seinen Armen das Kind war tot.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Johann, Wolfgang, Erlkönig, wer, durch, Nacht, sicher, schöne, manch, gülden, Blumen,
birgst, Nebelstreif, hörest, verspricht, ruhig, säuselt, dürren, Töchter, nächtlichen, singen,
führen, düstern, brauch‘, grauset‘s, ächzende, erreicht, Müh‘

2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im


Sprechkontinuum.
Johann Wolfgang Goethe, durch Nacht und Wind, mit seinem Kind, mit Kron‘ und
Schweif, ein Nebelstreif, gar schöne Spiele, manch bunte Blumen, manch gülden
Gewand, in dürren Blättern, den nächtlichen Reihn, Erlkönigs Töchter, am düstern Ort,
deine schöne Gestalt, brauch ich Gewalt, dem Vater grauset‘s, das ächzende Kind, mit
Müh‘ und Not, in seinen Armen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Du, liebes Kind, komm, geh mit mir: gar
schöne Spiele spiel ich mit dir. Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind: in dürren Blättern
säuselt der Wind. Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt; und bist du nicht willig,
so brauch ich Gewalt!

Franz Kafka. Prometheus

Vom Prometheus berichten vier Sagen.


Nach der ersten wurde er, weil er die Götter an die Menschen verraten hatte, am Kaukasus
fest geschmiedet, und die Götter schickten Adler, die von seiner immer wachsenden Leber
fraßen.
Nach der zweiten drückte sich Prometheus im Schmerz vor den zuhackenden Schnäbeln
immer tiefer in den Felsen, bis er mit ihm eins wurde.
Nach der dritten wurde in den Jahrtausenden sein Verrat vergessen, die Götter vergaßen,
die Adler, er selbst.
Nach der vierten wurde man des grundlos Gewordenen müde. Die Götter wurden müde, die
Adler wurden müde, die Wunde schloss sich müde.
Blieb das unerklärliche Felsgebirge. – Die Sage versucht das Unerklärliche zu erklären. Da
sie aus einem Wahrheitsgrund kommt, muss sie wieder im Unerklärlichen enden.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Prometheus, Kafka, Götter, verraten, Kaukasus, tiefer, Jahrtausenden, unerklärliche,
Wahrheitsgrund, drückte, berichten, Adler, vergaßen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
nach der ersten, des grundlos Gewordenen müde, das unerklärliche Felsgebirge, von
seiner immer wachsenden Leber fraßen, an die Menschen verraten, am Kaukasus fest
geschmiedet, im Schmerz vor den zuhackenden Schnäbeln, immer tiefer in den Felsen, in
den Jahrtausenden, aus einem Wahrheitsgrund, im Unerklärlichen enden
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Die Götter wurden müde, die Adler wurden müde, die Wunde schloss sich müde. Die
Sage versucht das Unerklärliche zu erklären. Da sie aus einem Wahrheitsgrund kommt,
muss sie wieder im Unerklärlichen enden.

Heinrich Heine. Es stehen unbeweglich…

Es stehen unbeweglich Sie sprechen eine Sprache,


die Sterne in der Höh‘, die ist so reich, so schön;
viel tausend Jahr, doch keiner der Philologen
und schauen sich an kann diese Sprache
mit Liebesweh. verstehn.

Ich aber hab‘ sie gelernet,


und ich vergesse sie nicht;
mir diente als Grammatik
der Herzallerliebsten Gesicht.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


unbeweglich, Höh‘, Liebesweh, sprechen, Sprache, reich, schön, Grammatik,
Herzallerliebsten, Gesicht
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, in der Höh‘, viel tausend Jahr, schauen sich an, mit Liebesweh, so reich,
so schön, der Herzallerliebsten Gesicht
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Es stehen unbeweglich die Sterne in der Höh‘. Doch keiner der Philologen kann diese
Sprache verstehen. Mir diente als Grammatik der Herzallerliebsten Gesicht.

Brüder Grimm. Frosch und Ochse


Ein Frosch saß in seinem Tümpel und sah einen Ochsen vorübergehen. „Hei, dachte er, -
Welch ein stattliches Tier! Aber wenn ich mich nun gehörig aufbliese, so wäre ich gewiss
auch nicht kleiner und ebenso stattlich anzusehen“. Er blies sich also auf mit aller Gewalt.
„Kommt einmal her, Kinder“, rief er den jungen Fröschchen zu. „Seht nach, ob ich nun so
groß bin, wie jener Ochse“, „Aber nein, Vater“, sagten die Kleinen. Da blähte sich der Frosch
noch mehr auf und sagte: „Aber jetzt?“. Die Fröschchen lachten und riefen: „Da fehlt noch
viel!“ Da nahm der Frosch alle Kraft zusammen, blies sich auf mit aller Gewalt, bis er platzte.
„Halt!“, rief er noch. „Das geht zu weit!“ Aber da war er schon tot.
So geht es allen, die mehr scheinen wollen, als sie sind. Auch soll man sich nicht mit jedem
Ochsen vergleichen wollen.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Tümpel, dachte, welch, stattliches, ich, mich, gehörig, auch, nicht, Fröschchen, nach,
jener, noch, jetzt, lachte, jedem, vergleichen
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Brüder Grimm, Frosch und Ochse, in seinem Tümpel, welch ein stattliches Tier, mit aller
Gewalt, kommt einmal her, den jungen Fröschchen, seht nach, blies sich auf, das geht zu
weit, sich nicht mit jedem Ochsen vergleichen
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Ein Frosch saß in seinem Tümpel und sah einen Ochsen vorübergehen. Aber wenn ich
mich nun gehörig aufbliese, so wäre ich gewiss auch nicht kleiner und ebenso stattlich
anzusehen. Seht nach, ob ich nun so groß bin, wie jener Ochse. Da nahm der Frosch alle
Kraft zusammen, blies sich auf mit aller Gewalt, bis er platzte.

Das Hohelied der Liebe. Die Bibel. 1. Korinther 13

Die Liebe ist gütig. Als ich ein Kind war,


Sie ist nicht eifersüchtig, redete ich wie ein Kind,
sie prahlt nicht dachte wie ein Kind
und bläht sich nicht auf. und urteilte wie ein Kind.
Sie handelt nicht unschicklich, Als ich ein Mann wurde,
sucht nicht ihren Vorteil, legte ich alles Kindliche ab.
sie lässt sich nicht herausfordern Jetzt schauen wir in einen Spiegel
und trägt das Böse nicht nach. und sehen nur rätselhafte Umrisse.

Sie freut sich nicht über das Unrecht,


sondern freut sich mit der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles,
hofft alles, hält allem stand.

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Hohelied, gütig, eifersüchtig, sucht, Vorteil, handelt, herausfordern, hofft, hält, Hoffnung,
rätselhafte

2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im


Sprechkontinuum.
das Hohelied der Liebe, die Liebe ist gütig, nicht eifersüchtig, bläht sich nicht auf, sucht
nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht herausfordern, trägt das Böse nicht nach, freut sicht über
das Unrecht, freut sich mit der Wahrheit, hält allem stand, wie ein Kind, in einen Spiegel,
rätselhafte Umrisse, von Angesicht zu Angesicht

3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.


Sie prahlt nicht und bläht sich nicht auf. Sie lässt sich nicht herausfordern und trägt das
Böse nicht nach. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

Heinrich Heine. Die Harzreise

Es murmelt und rauscht so wunderbar, die Vögel singen abgebrochene Sehnsuchtslaute, die
Bäume flüstern wie mit tausend Mädchenzungen, wie mit tausend Mädchenaugen schauen
uns an die seltsamen Bergblumen, sie strecken nach uns aus die wundersam breiten, drollig
gezackten Blätter, spielend flimmern hin und her die lustigen Sonnenstrahlen, die sinnlichen
Kräutlein erzählen sich grüne Märchen, es ist alles wie verzaubert, es wird immer heimlicher
und heimlicher, ein uralter Traum wird lebendig, die Geliebte erscheint – ach, dass sie so
schnell wieder verschwindet!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Heinrich, Harzreise, wunderbar, Vögel, Sehnsuchtslaute, flüstern, Mädchenzungen,
seltsamen, Bergblumen, wundersam, lustigen, Kräutlein, Märchen, heimlicher, lebendig
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Heinrich Heine, abgebrochene Sehnsuchtslaute, mit tausend Mädchenzungen, die
seltsamen Bergblumen, die wundersam breiten drollig gezackten Blätter, hin und her, die
lustigen Sonnenstrahlen, grüne Märchen, wie verzaubert, immer heimlicher und
heimlicher, ein uralter Traum, die Geliebte erscheint
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Die Vögel singen abgebrochene Sehnsuchtslaute. Die Bäume flüstern wie mit tausend
Mädchenzungen. Es ist alles wie verzaubert. Ein uralter Traum wird lebendig.

Johannes Robert Becher. Gesang vom Lernen

Wir wollen lernen!


Wir wollen begreifen,
die Welt erkennen
und uns verstehen!
Wir wollen die Fernen
des Weltraums durchstreifen
und auf den Grund der Dinge sehen.

Wir wollen das Schöne


uns machen zu eigen
und dienen dem Wahren
mit ganzer Kraft!
Wir wollen den Völkern,
den friedlichen zeigen,
dass willens wir sind,
den Frieden zu wahren.
Wir lieben das Leben
voll Leidenschaft!

Es gilt, nicht zu zagen!


Es gilt zu beenden
die Herrschaft des Alten,
denn Friede muss sein!
Es gilt, den Traum
durch die Tat zu vollenden!
Wir wollen das Bild
des Menschen gestalten!
Wir wollen lernen
und Vorbild sein!

Übungen

1. Sprich folgende phonetisch schwierige Wörter nach.


Johannes, Becher, Gesang, Weltraum, durchstreifen, Schöne, Völkern, friedlichen,
Leidenschaft, beenden, Herrschaft, vollenden, Vorbild
2. Sprich folgende Wortverbindungen nach. Beachte die Lautmodifikationen im
Sprechkontinuum.
Gesang vom Lernen, die Welt erkennen, die Fernen des Weltraums durchstreifen, auf
den Grund der Dinge sehen, das Schöne uns machen zu eigen, den Völkern den
friedlichen zeigen, lieben das Leben voll Leidenschaft, die Herrschaft des Alten, den
Traum durch die Tat zu vollenden, das Bild des Menschen gestalten
3. Sprich folgende Sätze nach. Beachte die Intonation.
Wir wollen die Fernen des Weltraums durchstreifen und auf den Grund der Dinge sehen.
Wir wollen das Schöne uns machen zu eigen und dienen dem Wahren mit ganzer Kraft!
Wir lieben das Leben voll Leidenschaft! Es gilt, den Traum durch die Tat zu vollenden!
Wir wollen lernen und Vorbild sein!

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