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Magersucht

Kann man die Essstörung behandeln?

Fragen an Dr. Ulrike Pfeiffer, Fachärztin für Kinder- u. Jugendmedizin, Psychiatrie und
Psychotherapie an der Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Leipzig

1. Schlank zu sein gilt als Ideal. Wann wird es zur Sucht?


2. Aber diese Mädchen sind doch oft bereits untergewichtig?
3. Das hat sicher körperliche Folgen?
4. Welche Altersgruppe ist besonders gefährdet?
5. Wie kommt das?
6. Gibt es auch »medizinische« Ursachen für die Magersucht?
7. Eine andere Form der Essstörung ist die Bulimie, bei der Betroffene Unmengen essen
und dann wieder erbrechen. Gibt es Gemeinsamkeiten mit der Magersucht?
8. Kann man Magersucht behandeln?
9. Wie sind die Heilungsaussichten?
10. Was passiert in der Klinik?
11. Wo liegen die größten Schwierigkeiten?
12. Wie können Psychologen sonst noch helfen?
13. Wie lange dauert eine stationäre Behandlung?

Die Antworten des Interviews sind leider durcheinander geraten. Rekonstruieren Sie
das Gespräch, indem Sie zu den Fragen die passenden Antworten finden.

A) In der Pubertät orientieren sich Jugendliche verstärkt an Idolen aus TV-Serien, an Pop-
Stars oder Models. Das Selbstwertgefühl macht sich bei Mädchen an dem übertriebenen
Schlankheitsideal unserer Zeit fest, bei Jungen sind es Muskeln und Kraft. Kommen
persönliche Konflikte dazu, kann das die Krankheit auslösen.
B) Die Therapie besteht aus mehreren Säulen. Dabei rangiert die Gewichtszunahme ganz
oben - sie ist überlebensnotwendig. Eine Schwester passt auf, dass der Ess-Plan
eingehalten wird. Mit Hilfe einer Ernährungstherapeutin wird der normale Umgang mit
Essen geübt.
C) Richtig, doch die Wahrnehmung ihres Körpers ist völlig verzerrt: Trotz Untergewicht
fühlen sie sich fett, weigern sich, wieder zuzunehmen. Mit Abführ- und
Entwässerungsmitteln wird das Gewicht weiter gedrückt.
D) Die Krankheit bricht meist bei Mädchen um das 14. Lebensjahr herum aus. In
Deutschland sind schätzungsweise 100000 junge Frauen magersüchtig.
Besorgniserregend ist, dass die Zahl steigt und die »Kandidatinnen« immer jünger
werden. Eine Studie der Uni Jena hat Schülerinnen der 3. und 4. Klasse untersucht.
Obwohl normalgewichtig, hatte bereits jedes dritte bis vierte Mädchen eine Diät hinter
sich.
E) Ja, erhebliche. Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Blutdruck und Körpertemperatur
sinken. Weil Vitamine und Mineralstoffe fehlen, sind Knochenaufbau und Blutbildung
gestört. Wegen des Eiweißmangels kommt es zum Muskelabbau - auch am Herzmuskel.
Der Magen schrumpft, die Darmschleimhaut baut sich ab. Weil der Körper die Bildung
der Sexualhormone einstellt, bleibt die Monatsblutung aus.
F) Wenn alle Gedanken nur noch ums Abnehmen kreisen. Bei Magersüchtigen gibt es keine
Grenze nach unten. Sie sind besessen von der Idee, immer weniger zu wiegen. Dafür tun
sie alles: Sie essen nur einen halben Apfel am Tag oder steigern sich bis zur Nulldiät.
Viele treiben extrem viel Sport, strampeln sich zwei Stunden täglich auf dem Laufband
ab.
G) Experten gehen heute von einer genetischen Veranlagung aus. Gesichert ist das durch
Forschungen an eineiigen Zwillingen: Hat einer von beiden eine Essstörung, erkrankt der
andere mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch. Welche Gene die Anfälligkeit für
Magersucht erhöhen, ist noch unklar. Im Verdacht steht das Chromosom 1. Dort liegen
Gene, die die Wirkung verschiedener Nervenbotenstoffe z. B. Serotonin steuern. Man
weiß: Bei Patienten mit Essstörungen, mit Zwängen und Depressionen ist dieser
Stoffwechsel gestört.
H) Rund ein Drittel wird gesund. Ein Drittel erreicht zwar kein Normalgewicht, lernt aber mit
der Krankheit zu leben. Das letzte Drittel bleibt leider chronisch krank.
I) Das muss man sogar. Magersucht ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Sterberate
liegt bei 15 Prozent. Eine umfassende medizinische und psychologische Behandlung in
einer Klinik ist unumgänglich.
J) Ein Vierteljahr und länger, daran schließt sich die ambulante Therapie an. Die Patienten
sollen ja ihr Leben ohne Sucht selbst managen. Nicht selten sind zwei bis drei stationäre
Behandlungen nötig. Erfolgreich ist die Therapie, wenn Patienten aus eigenem Antrieb
wiederkommen.
K) Es ist schwer, den Patienten wieder ein Gefühl für ihren Körper zu vermitteln, ihre
verzerrte Wahrnehmung zu korrigieren. Das versucht man mit Körper- und
Physiotherapie. In unserer Klinik in Leipzig arbeiten wir mit Therapiehunden. Durch Spaß
am Spiel mit den Tieren erleben die Patienten Nähe und können wieder Selbstvertrauen
aufbauen.
L) In Einzel- oder Gruppengesprächen wird über Probleme im vergangenen und
gegenwärtigen Leben gesprochen, mit symbolischen Figuren werden die Beziehungen
der Familienmitglieder untereinander nachgestellt, etwa die Scheidung der Eltern, die
noch nicht überwunden ist.
M) Ja. Alle Betroffenen plagt die Angst vor Gewichtszunahme. Sie sind häufig depressiv,
leiden unter Selbstwertproblemen. Die Essstörung ist ein irrwitziger Versuch, tiefer
liegende seelische Probleme zu lösen: Sich über Hungern oder Ess-Brech-Anfälle
Befriedigung zu verschaffen, vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Da die Befriedigung
jedoch nur kurz andauert, muss sie wiederholt werden. Das macht den Suchtcharakter der
Erkrankung mit aus. Die seelischen Probleme können vielschichtig sein: zu wenig
Anerkennung, gestörte Kommunikation in der Familie, Angst vor dem Erwachsenwerden,
sexueller Missbrauch, Überforderungen. Viele Magersüchtige sind leistungsorientiert und
perfektionistisch. Nicht selten kommen sie aus gut situierten Verhältnissen, gehen aufs
Gymnasium, sind sehr gute Schüler.

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Lösung: 1.F, 2.C, 3.E, 4.D, 5.A, 6.G, 7.M, 8.I, 9.H, 10.B, 11.K, 12.L,13.J
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